Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for Oktober 2013

All Hallows’ Eve sprich Halloween

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Halloween

 

 „Waren Sie beim Zahnarzt oder feiern Sie Halloween?
Ich meine das Blut, das aus ihrem Mund quillt!“

Tipps der Polizei
Die Polizei empfiehlt folgende Maßnahmen für Halloween:

  1. Stellen Sie Autos, Motorräder, Fahrräder usw. in Garagen oder auf geschützten Abstellplätzen ab.
  2. Lassen Sie Gegenstände wie Gartenmöbel oder Spielsachen nicht im Freien (Gärten, Terrassen usw.) stehen.
  3. Entfernen Sie Post und Reklame aus Ihren Postkästen.
  4. Sorgen Sie für Beleuchtung von Einfahrten oder Gärten (eventuell in Verbindung mit Bewegungsmeldern).

http://vorarlberg.orf.at/news/stories/2612249/

Bei der kuriosen Rechenaufgabe in der KLEINEN ZEITUNG vergeht einem aber auch der Spass:

Jeder Vierte feiert, jeder Zweite lehnt die „Bräuche“ ab.
Ich frage ich mich, wie sich das ausgeht, wenn 
zwei Drittel Kindern Süßigkeiten schenken, wenn diese an ihrer Tür läuten, sieben Prozent die kleinen Geister wegschicken und 22 Prozent die Tür nicht aufmachen.

Ist vermutlich eine Pisa-Frage, wie vielen die Geschichte egal ist:

25%, übrigens, wenn 50% die Bräuche ablehnen und 25% sie durch Feiern offenbar gutheißen.

Wie das aber mit dem zweiten Absatz geht, wenn 66,66% (2/3) die Kinder beschenken, ist da schon schwieriger, denn offenbar ist
das Beschenken nicht Zeichen des Mitfeierns! 

Viel mehr noch: 16,66% beschenken Kinder, obwohl sie den Brauch ablehnen!
Aber als ermatteter Familienvater kann man das noch nachvollziehen, was auch dem Redakteur auffiel:
Doch eine Vielzahl der Steirer „feiert“ auch – mehr oder minder gewollt – in passiver Rolle. 

Die Kombination von Brüchen und Prozenten lässt aber völlig offen, was nun der Rest macht, der weder Kinder beschenkt, wegschickt oder die Türe nicht öffnet!
Vermutlich sind die nicht zuhause, feiern aber nicht! Vielleicht arbeiteten sie, aber das wären dann nicht viele …

Übrigens wären dies 13/300 (=1-2/3-7/100-22/100) oder 4,33%.

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/3453136/zu-halloween-scheiden-sich-geister.story

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Written by medicus58

31. Oktober 2013 at 06:48

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Weg mit den Primarii!

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Primar

Der Versuch Solidarität für den Primarius einzufordern, ist zum Scheitern verurteilt, gerade deshalb soll dies hier versucht werden.
(sinngemäß gelten alle Aussagen für beide Geschlechter)

Übrigens: Der Begriff Primarius bezeichnet zwar bei uns den ärztlichen Leiter einer Spitalsabteilung, in Deutschland meint man damit den Primärtumor, also eine maligne Geschwuls, die den Ausganspunkt für Metastasen (Tochtergeschwülste) darstellt!

Seit Jahren werden die Leitungsfunktionen von vakant werdenden ärztlichen Abteilungsleitungen nicht mehr nachbesetzt und entweder auf Dauer mit einem supplierenden Leiter weitergeführt oder überhaupt einem anderen Primariat zugeschlagen. Schon seit Jahren gibt es diese Entwicklungen im Bereich der sogenannten technischen Fächer wie Labor, Radiologie, Pathologie und Nuklearmedizin, jedoch betrifft dies zunehmend auch die sogenannen klinischen Fächer wie Innere Medizin und Chirurgie. (http://www.aerztezeitung.at/archiv/oeaez-2013/oeaez-3-10022013/mehrfachprimariat-burgenland-oberwart-oberpullendorf-guessing.html)

In den Spitäler selbst, die über Jahre durch die sogenannte Kollegiale Führung geführt wurden, die sich aus ärztliche Direktion (besetzt mit einem Arzt), Verwaltungsdirektion (besetzt mit einem Nicht-Arzt, nicht notwendigerweise einem einschlägig ausgebildeten Wirtschaftssakademiker), Pflegedirektion (besetzt i.d.Regel durch eine ehemalige Oberschwester) und Technische Direktion (im KAV explizit nicht mit einem Akademiker aus dem Bereich der Technik besetzt) zusammensetzte, gehen zunehmend die ärztlichen Direktoren verloren. Am weitestens scheint hier der Steiermärkische Krankenanstaltenverbund KAGES zu sein, in dessen Strukturkonzepten die Spitäler nur mehr von Verwaltungsdirektoren geführt werden sollen.

Ehe hier sich nun die Pflege freut, dass sie endlich die Ärzte losbekommen darf ich auf den Wiener Krankenanstaltenverbund KAVverweisen wo derzeit an der Demontage der zentralen Pflegedirektion gearbeitet wird, weil sie sich den Einsparungspläne am Krankenbett zu widersetzen scheint.

Man hört auch immer lauter, dass sich die Ärzte eben auf die Behandlung der Kranken konzentrieren sollen und strategische und operative Planungen, die schon jetzt fast ausschließlich durch die engen finanziellen Ressourcen prejudiziert werden, ausschließlich denVerwaltungsdirektoren (Widerspruch beabsichtigt!) und Beratern zu überlassen haben.

Bisher ging das Projekt auf: es findet sich immer ein Kollege, eine Kollegin, deren Eitelkeit es schmeichelt zwei oder drei Abteilungen „zu führen“.
Mag sein, dass hier auch die Aussicht auf einen größeren Anteil an den Klassegeldern ein Motivans darstellt.
Widerstand der anderen Ärzte ist auch nicht zu erwarten, sehen diese nur allzu häufig im „Chef“ mehr Hindernis als Hilfe, schließlich galt dieser schon häufig als Überbringer schlechter Nachrichten, verweigerte Urlaube oder Kongressreisen und machte sich ganz allgemein durch Dienstanweisungen unbeliebt.

Also was spricht denn wirklich noch für einen ärztlichen Abteilungsleiter?

Je einfacher ein System, desto einfacher ist seine Steuerung per Distanz.
Ein Krankenhaus ist jedoch ein hochkomplexes, multidisziplinäres Unternehmen dessen medizinische Qualität überwiegend davon abhängt, dass – insbesondere bei der immer dünneren Personaldecke – eine Aufgabe dem zugeteilt wird, der dieser auch gewachsen ist.
Es ist kein Geheimnis, dass nicht alle Mitarbeiter einer Abteilung über alle Spezialqualifikationen verfügen, die in dem Sonderfach erforderlich sind.

Der Dr. med. univ., also der Gelehrte der gesamten Heilkunde ist eine Fiktion, die nur noch von denen hochgehalten wird, die dadurch die Personaldecken in der Medizin weiter reduzieren wollen.
Auch der erfahrendste Internist mit endokrinologischen Schwerpunkt, wird im Nachdienst nicht immer eine Magenblutung endoskopisch zum stehen bringen, auch sehr erfahrende Geburtshelfer können manche endoskopische Eingriffe mehr theoretisch als praktisch und manche Gefäßkomplikationen bringen auch den erfahrendsten Bauchchirurgenins Schwitzen.
Ähnliches gilt für sinngemäß für alle anderen Fächer.
Spezialisierung, wie sie immer notwendiger wurde in der modernen Medizin, bedingt eine Verschmälerung der Erfahrung.

Das wahre Management einer Spitalsabteilung besteht also in der Kenntnis der individuellen Fähigkeiten und Schwächen aller Mitarbeiter und eine entsprechende Arbeitsverteilung (Dienstlisten, Operationspläne, Spezialambulanzen, …).

Nur, wie viele Mitarbeiter kann man denn wirklich so gut kennen, dass man sie ihrer individuellen Kompetenzen entsprechend einteilen kann? Ob diese Kontrollspanne nun bei 10 oder 30 liegt, ist zu diskutieren, keinesfalls wird es der Prozessqualität einer Abteilung zuträglich sein, wenn der Abteilungsvorstand kaum mehr vor Ort präsent ist und sich mehr in Bestrechungen mit den Gesundheitspolitikern als in seiner eigenen Ambulanz herumtreibt.

Der Primarius ist ein playing captain, oder wenn sie es lieber klassisch haben wollen, ein primus inter pares. Natürlich gibt es wenige, die dem Begriff nicht entsprechen, aber dies gilt wohl auch für Gesundheitspolitiker, -ökonomen und -verwalter.
Spielt der Primarius aber diese Rolle,
dann widerspricht er mitunter der Verwaltung, wenn sie Unmögliches verlangt,
dann entlarvt er die neuesten Reformen als den bereits mißlungenen Versuch der vorletzten Direktion und
widerspricht auf Grund seiner klinischen Erfahrung so manchem Schreibtischtäter.
Letztendlich tut er dies auch, um seinem Personal die tägliche Arbeit zu ermöglichen.
Ein wirklich aktiver Primarius erhöht somit den Widerstand, wenn unsinnige Maßnahmen verlangt werden, das scheinen die Hauptgründe zu sein, weshalb er eliminiert werden soll, nicht die allfällig zu erzielenden Einsparungen.

Wie lange kann sich die Gesundheitspolitik noch hinter Zertifikaten verschanzen?

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Arzt

Am 15. September hat Quality Austria GmbH dem Wiener Krankenanstaltenverbund das Zertifikat „Committed to Excellence“ im Donauspital Wien überreicht. Die Bewertungsgrundlage für das Zertifikat ist das international anerkannte EFQM-Excellence-Modell, das eine ganzheitliche Sicht auf Unternehmen und Organisationen ermöglicht. Mit dem Erhalt des Zertifikats befindet sich der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) unter den Pionieren der Spitalsverbünde Österreichs. www.qualityaustria.com/index.php

Ich freue mich, obwohl gleichzeitig die seit Monaten geplante Softwareumstellung auf eine neue Abteilungssoftware um 4 Monate verschoben wurde und alles still steht, weil die Umstellung von Windows XP auf Windows 7 alles lahm legt.

Um den hohen Stellenwert der Gesundheitsförderung im Krankenhaus zu unterstreichen, hat das Österreichische Netzwerk Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen (ONGKG) einen Preis für herausragende Gesundheitsförderungsmaßnahmen in seinen Mitgliedseinrichtungen ins Leben gerufen.

Selbstverständlich sind auch einige KAV Häuser von der ONGKG ausgezeichnet worden, ich wage mir aber gar nicht vorzustellen, was denn die andere Spitäler fördern, wenn es nicht die Gesundheit ihrer Patienten ist.

Im Juli 2012 habe ich bereits unter Im Wiener Gesundheitswesen sind Zertifizierungen wie Totenscheine (wp.me/p1kfuX-mB) ausgeführt, dass es die meistzertifizierten Krankenhäuser sind, die geschlossen werden und bereits im Juni 2011 habe ich unter Die Qualität der Zertifizierung der Qualität (sprechstunde.meinblog.at/) darauf hingewiesen, dass in einer boomenden Zertifizierungsindustrie arbeitslose fachfremde Akademiker Tonnen von Papier produzieren, die die Verantwortlichen als Feigenblatt benutzen können um die ganz augenfälligen Probleme überdekcen zu können.

Bürgermeister Häupl weiss, dass er mit landesfürstlicher Mißgunstbezeugung die Kritik Prof. Hussleins am Personalengpass im AKH vom Tisch wischen kann (wien.orf.at/news/stories/2610608/), weil der Maulkorberlass der bei der Gemeinde Wien angestellten Ärzte (Husslein ist Bundesbediensteter) eine ähnliche „Medienarbeit“ verhindert.

Trotzdem ist vermutlich die Zeit vorbei, in de sich die Gesundheitspoltik die wahren Probleme hinter ein paar bunten und meist auch nicht ganz billigen Zertifikaten verstecken kann.

Wie die FAZ im Artikel Ärzte der Generation Y schreibt (www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/aerzte-und-kliniken/aerzte-der-generation-y-selbstbewusst-gut-bezahlt-und-gern-in-teilzeit-12622408.html), stirbt auch die genussvoll Selbstausbeutung betreibenden Ärzte langsam aus, die für ein paar Kröten und ein bißchen Egopolitur viele Defizite des Gesundheitssystems überspielen hilft.

„Babyboomer sind Workaholics, die alles ausdiskutieren müssen und immer gerecht sein wollen“, glauben die jungen Ärzte etwa, und die Generation X jammert ihnen schlicht zu viel.

Die Frage aus dem Titel dieses Blogbeitrags paraphrasierend stellt sich die Frage:
Wie lange glauben wir denn, dass Qualitätszertifikate einen gut ausgebildeten und motivierten Arzt ersetzen können?

3 Jahre Blogging: Weltverbesserung durch Selbstbefriedigung? O, na, nie!

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 Blogs

Es ist heute exakt drei Jahre her, da ich zum Blogger wurde, also verzeihen Sie ein paar Worte in eigener Sache.

 Rückblick:
Auf der Suche nach einer „Heimstatt“ für meine Hervorbringungen stolperte ich über www.meinblog.at. Der Blog www.sprechstunde.meinblog.at hat seither über 60.000 Aufrufe erlebt, wobei ich mir über den Unterschied zwischen Klicks und Leser keine Illusion mache.
Vielleicht nicht ganz typisch für ein Blogportal, sieht www.meinblog.at vor, dass jeder Beitrag mit einem Bild (fakultativ auch einem Fotoalbum) illustriert wird. Einerseits läuft man früher oder später dadurch in das immer größer werdende Problem des Copyrights, andererseits erlauben Bilder auch das Geschriebene zu vertiefen oder konterkarieren.

Dass ich ab Jänner 2011 begann, ernsthaft ab Februar 2012 diesen Blog parallel auch auf www.medicus58.wordpress.com aufzubauen, hat mehrere Gründe. Die zwei wichtigsten sind eine Art Sicherheitsspeicher, der andere, dass WordPress zum Teil schon sehr professionelle Werkzeuge anbietet, die Herkunft der Besucher zu analysieren bzw. besser mit den Social Media verlinkbar ist. Diese Dependance meines Blogs hat es bisher zu über 34.000 Aufrufen gebracht.

Warum ich blogge:
Googeln Sie einmal diese Wortfolge und sie werden sich über die Dürftigkeit der Antworten wundern; also erwarten Sie auch von mir keine tiefschürfenden Erklärungen. Das überrascht, weil kaum zu erwarten ist, dass sich irgendwer völlig absichtslos in mehr oder wenig regelmäßigen Abständen die Anonymität des WWW anbellt, insbesondere wenn man weder die Zuschauerzahlen seines wirklichen Medienauftritts, die Verkaufszahlen seiner Seminare oder Bücher oder kurz den Bekanntheitsgrad „seiner Marke“ zu maximieren sucht.
Da die hier angeführten Begründungen für meinen Blog nicht zutreffen, fand ich in der Selbstbeschau zu folgenden Antworten:

Ich schreibe die „Sprechstunde“, weil ich über Dinge, die ich für falsch erachte gerne den Mund aufmache.
Ich sehe in der „Sprechstunde“ ein Werkzeug um meinen diffusen Frust zu konkretisieren.
Ich hoffe mit der „Sprechstunde“ in einen Dialog mit anderen einzutreten, um meine Sicht einer kritischen Wertung zu unterziehen und im dialektischen Sinn weiterzuentwickeln.

Was ich völlig unterschätzt habe, ist, dass man in diesem Prozess zu einem aufmerksameren Beobachter der Entwicklungen wird. Das Schreiben der Sektion „Satanswinkerl“ brachte mir damals z.B. einen besseren Überblick über Zusammenhänge als die jeweiligen Einzelartikel in den Medien. Auch zeigte es, wie oft dieselbe Sau durchs Dorf gejagt werden kann, weil der Überblick der Leser-, Hörer- und Seherschaft schön längst verloren gegangen war.
Während ich naturgemäß nicht objektiv beurteilen kann, ob die ersten beiden der oben genannten Beweggründe einen Blog zu führen, zu einem positiven Ergebnis geführt haben, kann ich leicht feststellen, dass der dritte Punkt, trotz der bald 100.000 Klicks, klar verfehlt wurde. Im Gegensatz zu Twitter ist ein Blog, oder zumindest mein Blog, nicht das geeignete Dialogwerkzeug. Das Verhältnis zwischen Spam und echtem Kommentar liegt bei mir irgendwo bei 1000:1.

Anonymität:

Dieser Blog ist auf den ersten Blick hin anonym, was in der Vergangenheit von manchen als Begründung benutzt wurde einen begonnen Dialog zu beenden.

Ich habe bereits früher unter „Warum pfeifen die Spatzen nicht oder pfeifen sie schon drauf?“

(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=63465) versucht auszuführen, dass es sehr handfeste Gründe gibt, weshalb gerade im öffentlichen Gesundheitswesen die meisten Kritiker gezwungen sind nach außen anonym zu bleiben. (siehe auch: Whistleblowing im Gesundheitswesen erlaubt, aber: Altenpflege http://wp.me/p1kfuX-j6) Dass niemand von uns in der vermeintlichen Freiheit des WWW wirklich anonym ist, dass selbstverständlich für Blog- und Forumbetreiber die Identität der gehosteten Autoren nachvollziehbar ist, war auch schon vor Snowdons Enthüllungen klar, d.h. auch ein Pseudonym schützt letztendlich nicht vor der gerechtfertigten Verfolgung einer strafbaren Behauptung; es schützt aber davor aus formalen Gründen mundtot gemacht zu werden.

Andererseits scheint mir die Beibehaltung eines Pseudonyms über doch schon drei Jahre einen gangbaren Zwischenweg darzustellen, zumal ich jede Kritik anderer auf den Blogs freischalte und diese bei Bedarf auch beantworte.
Ich sehe die Blogosphere (http://en.wikipedia.org/wiki/Blogosphere) als elektronisches Pendant zu Londons „Speakers Corner“ in der auch das Argument und nicht der Ausweis im Vordergrund steht.

Quintessenz:

Es mag schon auch etwas mit der Herbstdepression zu tung gehabt haben, als ich mich vor drei Jahren entschloss einer der damals ca. 148 Millionen weltweit erscheinenden Blogs zu schreiben. Inzwischen bin ich vermutlich nur mehr einer der ca. 180 Millionen weltweiten Blogs. Allein dieser Vergleich nimmt jede Hoffnung auf eine erzielbare Außenwirkung.
Lange Zeit war ein Bericht über Fukushima einer der am häufigsten aufgerufenen Beiträge, aber offenkundig nur, weil ich hier das gute alte PC Game „Simcity“ erwähnt habe, für das es eine überwältigende Fangemeinde gibt.
Eines der am häufigsten auf meinen Blog führenden Keywords ist „Schwanzparade“ weil ich unter „Ranking: Die zwanghafte Schwanzparade für alle“ (http://wp.me/p1kfuX-pr) weniger Sex als meinen Unmut über den überbordenden Vergleichszwang thematisierte; ich bezweifle aber, dass das die Intention der Googlenutzer war, als sie mich hier besuchten.
Genug der Nabelschau, ich kann nach drei Jahren für mich nur den Schluss ziehen, dass ein Blog, wie das alte Tagebuch in erster Linie einem selbst hilft, um Gedanken zu ordnen und Unmut auszusprechen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Wenn dann ein Beitrag sogar den Weg in die Österr. Krankenhauszeitung findet, dann freut das ( siehe Schlusspunkt auf: http://www.schaffler-verlag.com/medien/oekz/54-jg-2013/54-jg-2013-6-7/#23682).
Wenn die liebe Frau Kainz auf http://www.christine2.meinblog.at/ von Anbeginn meine Beiträge fleissig kommentierte, dann führt das mitunter auch zur Renovierung eines Gedenksteins am Europaplatz und (siehe Kommentare am Ende des Beitrags: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=51389 ) zu einer kleine österreischischen Realsatire.

Und, jetzt wollen wir uns zum Abschluss noch einmal in die Tiefen der Blogosphere begeben:
Studien und Statistiken haben überraschende Ergebnisse über die Masturbation offengelegt. Wer einen höheren Bildungsgrad besitzt, masturbiert öfters. Am häufigsten masturbieren Doktoren, Studenten und Abiturienten.
Wer masturbiert, baut Stress ab. Deshalb kann bereits wenige Minuten nach dem Masturbieren schnell und zufrieden eingeschlafen werden. Empfehlenswert ist eine zweimalige Masturbation pro Woche, so die Wissenschaftler. Diese sorgt dann auch schon für eine verbesserte Durchblutung der Prostata, eine Verbesserung des Sekrets und einen optimalen Stressabbau.
Zitat nach:  http://www.dbna.de/lieben/sex/131008-masturbieren-ist-gesund.php , auf das ich via Twitter von Ralf Brenner (@ PhoenixX_Weg) aufmerksam gemacht wurde, dem immerhin aktuell 17.700 Leute folgen!!
Da könnt einem der Neid fressen.

Written by medicus58

22. Oktober 2013 at 07:30

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Learn from the Best: Was andere Kammern so treiben

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Apotheker

Heute durfte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer in der Pressestunde reden, was aber meiner Meinung nach relativ wenige für die Belange der Ärzteschafft gebracht hat.

Dass sich ein österreichischer Ärztepräsident stets als Vertreter der niedergelassenen Ärzte, i.d.R. der praktischen Ärzte versteht, obwohl die Mehrheit der österreischischen Ärzte heute Fachärzte und primär im Spital angestellt sind, verwunderte kaum; schon eher, mit welcher Scham Wechselberger konkreten Fragen ausweicht:

Er spricht von „anderen“ und nicht von den „Landeshauptleuten„, die seit Jahrzehnten in Wahrheit bestimmen, wo Spitäler errichtet und Großgeräte gekauft werden.
Er stellt zwar einmalig fest, dass es sich bei der Ärztekammer um eine Interessensvertretung handelt, ohne in Erinnerung zu rufen, dass dies wohl auch um die ungleich einflussreichere Wirtschaftskammer handelt, die im Gegensatz zur Ärztekammer in den politischen Entscheidungsprozess eingebunden ist.

Diese Zurückhaltung, die wahren Player im Gesundheitssystem anzusprechen, mag ja als ehrenwert durchgehen, jedoch frage ich mich als Kammerzwangsmitglied, ob ich für meine Kammerumlage einen vernünftigen Gegenwert bekomme.

Dies ist, und ich stehe zu diesem standespolitischen Egoismus, besonders ärgerlich, wenn wir sehen, wie unverschämt andere Interessensvertretungen in der Öffentlichkeit agieren, ohne dass dies offenbar irgendjemand hinsichtlich der zweifelhaften Moral thematisiert.

Augenblicklich kleben allenthalben Plakate von der Apothekerkammer und der Österreichischen Notariatskammer.
Im ersten Fall „verkauft man sich“ in alter Dayli-Manier als Nahversorger, eben als offenbar einziger GESUNDHEITSNahversorger.
Die Notariatskammer wirbt noch unverschämter darum, sich ihrer Dienste für eine Testamenterstellung zu bedienen, also in Analogie als potentieller ABLEBENSNahversorger.

Es sollte sich einmal die Ärztekammer die Frage stellen, weshalb andere Interessensvertretungen derartig unverschämt Werbung für Ihre Dienste betreiben können, in der Öffentlichkeit aber völlig  außer Diskussion stehen.

Mir scheint die Erklärung einfach:
Wenn Ärzte Geld verdienen, geht das i.d.R. nur auf Kosten der Krankenkassen (Schönheitschirurgen, Alternativmediziner, … etc. einmal beiseite gelassen), deshalb stehen wir Ärzte im Visier von Politik, die das verteilen und Wirtschaft, die das im Rahmen der Lohnnebenkosten mitfinanzieren muss.

Den größten Gewinn machen Apotheken mit all den Dingen, die sie ihren Kunden zusätzlich zu den am Rezept vermerkten Medikamenten verkaufen können und das ist Politik und Wirtschaft ja egal.

Die Dienste der Notare werden zwar von der Politik zum Teil vorgeschrieben, aber vom Kunden bezahlt, deshalb ist es ihr auch egal, was und wie die zu ihrem Geld kommen.

Verstehen Sie mich richtig, ich bin es den anderen freien Berufen nicht neidig, was sie und wie sie es verdienen, schließlich tragen sie ein gewisses unternehmerisches Risiko, das, wie beim Kassenarzt, durch ein gesetzliche Konkurenzverbot etwas gemildert wird.

Ich denke nur, dass wir Ärzte einmal die ökonomischen Aspekte unseres Tuns nicht mehr hinter so salbungsvollem Gelaber wie unsere Kammerfunktionäre verstecken sollen und dabei zusehen, wie für viele von uns das Einkommen seit über einem Jahrzehnt keinen echten Wertzuwachs mehr hat, sondern ganz konkret, auch in Konkurrenz zu anderen „freien Berufen und Dienstleistern“ ansprechen.

Das führt dann ganz schnell zu einem Vergleich der Fortbildungsverpflichtung und Übernahme von Haftungen für das Fehlverhalten einzelner Kammermitglieder durch andere Kammern, Frau Dr. Pilz.

Ärzte sind alles Falotten, bis auf meinen Hausarzt

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Kauf mich arzt
Internetportale, die (meist gegen Entgelt der Kollegenschaft) Adressen von „guten Ärzten“ vermitteln, boomen.
In Patientenportalen sind Empfehlungen und Warnungen inflationär.

Über das Bild, das wir in den Augen unserer Patienten haben, wurde hier schon öfters berichtet:

Wann schläft der Spitalsarzt? http://wp.me/p1kfuX-Cr
Schämt sich der Arzt seiner Kutsche? Eine subjektive Betrachtung http://wp.me/p1kfuX-DN
Ärzte unter Generalverdacht http://wp.me/p1kfuX-Hr
Der typische Arzt ist ein Hausarzt mit Kassenverträgen und reich http://wp.me/p1kfuX-jY
Online Praxen, dort hat Ihr Arzt noch Zeit für Sie http://wp.me/p1kfuX-fq

Ein Phänomen, dass aber immer wieder in persönlichen Gesprächen auftaucht und aktuell von der Meinungsforschung bestätigt wird, ist die feste Überzeugung, dass zwar alle Ärzte …. aber der eigene gut ist.
Anders ausgedrückt, wie es die Waschmittelwerbung formulieren würde:

85 Prozent würden ihren Arzt weiterempfehlen
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/internet_co/article/846880/bewertung-internet-85-prozent-wuerden-ihren-arzt-weiterempfehlen.html

Natürlich könnte dahinter auch ein gewisser Menschenhass stecken oder die verschlüsselte Botschaft sich seiner körperlichen Funktionalität so sicher zu sein, dass man sogar mit „diesem Arzt“ es bis heute geschafft hat,
aber hinter der aktuellen Meldung stecken professionelle Krankenversicherer.

Was offen bleibt ist die Frage – und ich bin mir der blutdrucksteigernden Wirkung der kommenden Aussage bewußt – ob der Patient überhaupt entscheiden kann, ob sein Arzt ein guter wäre.
Natürlich kann ein Patient entscheiden, ob sein Arzt ein Guter, ist, d.h.
ob ER sich bei IHR/IHM verstanden und ernst genommen FÜHLT, und das ist einmal schon sehr wichtig.

Würde jedoch dieses Kriterium entscheidend sein, dann wäre der Beiselwirt vom Eck, der mir selbst im angeheiterten Zustand, trotz boomender Blutfette und Harnsäurewerte, ein dampfendes Beuschel mit einem frisch gezapften Krügerl hinstellt, ein guter Mensch, ein Guter is es sowieso.

Haben wir wirklich uns schon so dem Konsumismus im Gesundheitswesen verschrieben, dass der recht hat, der kurzfristig zufrieden stimmt?

Etwas mehr Kritikfähigkeit auch an Versicherungsunternehmen, für die das Gesundheitswesen noch ein viel größeres Geschäft ist als für die meisten Ärzte, ist angebracht, die – im Gegensatz zum wirklich guten Arzt – ihren Erfolg in kurzfristigen Budgetperioden messen.

Das erinnert auch an das schale Gefühl, das wir jetzt nach einer eben geschlagenen Wahl haben, dass sich vieles nach einbringen der Stimmen rasch wieder anders darstellt als vorab versprochen.

Natürlich kann man dann seinen Arzt leichter wechseln als seine Regierung, nur soll man sich nicht der Illusion hingeben, dass sich letztendlich auch Ärzte dem Markt anpassen und zur Sicherung der Kundschaft schon einmal die Wartezeit im Wartezimmer mit einem Beuscherl zu verkürzen suchen.

Sie haben es dann aber nicht anders gewollt!

Written by medicus58

16. Oktober 2013 at 13:54

Vom Government Showdown über den Shutdown zum Shotdown

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Shutdown

Natürlich geht es bei der derzeitigen politischen Blockade der Republikaner im US Senat nicht wirklich um Obamacare.
(Obama Care -oder wie sich eine Schicht verleugnet http://wp.me/p1kfuX-lP),

Das wahre Problem der USA ist die enorme Verschuldung eines Staates, dessen Währung deshalb noch Leitwährung ist,
weil Saudiarabien seine Ölgeschäfte darin abwickelt. Der Preis den die USA dafür zahlen ist sehr hoch und inkludiert die aktuelle Blamage Syrien.

Natürlich sind viele Staaten enorm verschuldet (http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsverschuldung) und legen über und unter der ominöse Marke 100% BIP Marke, es hat aber kein anderes Land einen so hohen Militär- und Geheimdienstausgaben, wie Uncle Sam.

Auch aus diesem Grunde ist es bemerkenswert, dass man von konservativer Seite das Gesundheitssystem gewählt hat, an dem das US-amerikanische Budget genesen soll.
Das zeigt uns auch die Parallele zu uns.
Unser Budgetdefizit ist vermutlich niedriger, als das der USA (obwohl in beiden Fällen die versteckten Anteile zu anderen Zahlen führen) und viele andere Parameter schwierig vergleichbar sind.

Trotzdem wird auch bei uns seit Jahrzehnten getrommelt, dass man sich das fehlende Geld aus dem Sozialsystem holen,
dass man den Staat prinzipiell zurückdrängen und vieles privatisieren soll.

Eigentlich bemerkenswert,
dass man offenbar in den USA vor einigen Wochen nicht darüber nachdachte, dass man sich den Krieg gegen Syrien vielleicht gar nicht leisten könnte
dass man die Militär- und Geheimdienstausgaben senken könnte, weil sozial zufriedenere Mitbürger auch ohne Bespitzelung etwas anderes im Sinn führen könnten, als den Staat zu bedrohen.

Ein GOVERNMENT SHOWDOWN
für wen der Staat eigentlich da zu sein hat, oder in Paraphrasierung Kennedy, was er denn für den einzelnen zu tun hat,
wäre angezeigt ehe man zum
GOVERNMENT SHUTDOWN
schreitet, weil sonst kämen immer mehr Menschen auf die Idee, dass ihnen wenig anderes übrig bleibt als über den
GOVERNMENT SHOTDOWN
nachzudenken, und das wird wirklich teuer …

Link:
Haben Sie die Revolution verpasst? Die lautlose Diktatur des globalisierten und deregulierten…
http://wp.me/p1kfuX-l1

Written by medicus58

14. Oktober 2013 at 19:30

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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