Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for the ‘Was im Alltag so alles nervt’ Category

Zuerst verdunkelt sich die Kunst: U3 Volkstheater

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Klar, wir müssen Energie sparen und unötigen Stromverbrauch vermeiden.

Zuerst glaubte ich noch den Wiener Linien wäre eine Sicherung durchgebrannt, aber nach über einet Woche scheint mir, dass die Stationsbeleuchtung in der U3 Volkstheater einfach abgedreht wurde.

Nicht am Bahnsteig, aber vor Anton Lehmdens Wandbild „Das Werden der Natur“.

Lehmden wurde 1987 von den Wiener Linien beauftragt, diese Station künstlerisch auszugestalten, fertiggestellt wurde die Arbeit 1991 als erstes U-Bahn-Kunstwerk in Wien.

Vermutlich hat eh keiner der Fahrgäste zuletzt mehr hinauf geschaut und ehrlich, gut fand ich die 360m2 aus winzigen Mosaiksteinen auch nicht.

Wenn aber wieder irgendwo in Wien was sinnlos angeleuchtet, heruntergekühlt oder raufgewärmt wird, sollten wir uns daran erinnern, welche Prioritäten gesetzt werden.

Written by medicus58

28. September 2022 at 18:05

Klimabonus und der Bankencrash

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Großartig nennt Gewessler das tückisch-grüne Projekt zu Querfinanzierung der französischen Firma Sodexo und ein Herzstück der ökosozialen Steuerreform.

Was daran sozial sein soll, wenn man Stückelungen von 50€ ausgeben muss, denn welcher Betrieb gibt einen denn Retour – Gutscheine, weiß ich nicht und dem Klima wird’s auch egal sein.

Aber halt, alte Kassandra, daran hat die tückisch-grüne Regierung natürlich gedacht, die Bank der Post wechselt ja auch, in Bargeld.

Als seit Jahrzehnten beruflich zum Jahresausgleich als unecht Umsatzsteuer-Befreiter verpflichteter Staatsbürger glaubte ich eigentlich, den Bonus auf mein, der Finanz wohlbekanntes Konto zu bekommen, aber weit gefehlt: Die milde Gabe lag in Form einer gelben Verständigung meiner nächstgelegenen Postfiliale in meinem Postkasten.

Anstellen am Schalter, Führerschein zur Identifikation, Unterschrift

Warum ich Ihnen das erzähle?

Gleich am Nebenschalter manifestierte sich die Bank der Post, die, warum auch immer Bank99 genannt werden will, ein Wechsel in Bargeld schien so lange unkompliziert, bis der Postbeamte den Schlussgag lieferte:

Des san die Klimagutscheine, die könnten’S eigentlich gleich nebenan umwechseln, nur heut‘ net. Wir hob heut scho soviel auszahlt, wir hab’n ka Göld mehr.

Written by medicus58

24. September 2022 at 23:21

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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Wollt Ihr den Totalen Stress? und wer hat was davon …

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Krisenfrei war das Leben wohl selten, aber irgendwie fehlt langsam die Pause zwischen den Akten dieses Stücks:
2004: Orange Revolution in der Ukraine
2006: Die US-Immobilienkrise
2007: Die weltweite Bankenkrise
2008: Die Lehman-Pleite
2009: Globale Wirtschaftskrise
2010: Griechenland und die Euro-Schuldenkrise, Orangene Revolution in der Ukraine zerbricht  russlandfreundliche Regierung (Janukowytsch) eingesetzt
2011: Schuldenkrise in Italien, Portugal, Spanien, ESF Rettungsschirm, Beginn des Syrienkrieges
2012: weitere Rückschläge des Arabischen Frühlings
2013: Gegenschlag der syrischen Regierung, Giftgas in Ghuta, Euromaidan in der Ukraine
2014: Auftreten des Islamischen Staates in Syrien, Annektion der Krim, Kämpfe um Donbas
2015: Flüchtlingskrise, Unterstützung Russlands im Syrienkrieg
2016: Nahrungskrisen in Afrika, Nordkorea, Überschwemmungen in Bangladesch, Misslungener Putschversuch gegen Erdogan (Türkei)
2017: Trump wird Präsident der USA
2018: Bolsonaro wird Präsident in Brasilien
2019: Pandemie ff
2020: Brexit
2021: Sturm auf das Kapitol in den USA, Islamischen Emirat in Afghanistan, Inflation in den USA
2022: Inflation in Europa, russ. Invasion in der Ukraine, Energiekrise, Klimakrise, Wasserkrise, Wirtschaftskrise, …..

Und das sind nur die Krisen, mit denen sich europäische Medien beschäftigt haben, Krisen und Kriege in Afrika, Arabien und Mittelamerika, Islamistischer Terror und Geiselnahme außerhalb von Europa beschäftigten uns ohnehin nur selten.

In einem Interview mit der DW fielen schon 2016 die Sätze „Es gibt eine Globalisierung der Krisen“ und dass Auch 2017 die Krise ein Dauerzustand der internationalen Politik war. Der Schuldige war für den Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik der gerade inthronisierte Donald Trump, keine Ahnung, wie heute die Gemengelage von Es gebe keine einzelnen Krisen mehr, sondern zusammenhängende Krisenlandschaften begründet würde. Trump hat sich zwar bis heute als Feuerbeschleuniger antidemokratischer Entwicklungen bewährt, aber ihn als einzigen Grund für das Krisen-Stakkato zu sehen, hieße seine Bedeutung massiv zu überschätzen.

Die Erkenntnis, dass, im Gegensatz zu früheren Krisen (Die Kuba-Krise 1962 etwa habe einen klaren Anfang, ein klares Ende und bestimmte Akteure gehabt.) ist aber gültiger denn je. Der wahre Unterschied zu meiner ersten Lebenshälfte ist nicht, dass es nicht immer Krisen gab, sondern dass diese früher durch Erleichterungen unterbrochen wurden.

Mitten im Kalten Krieg der 80er Jahre mit NATO-Doppelbeschluss, Pershing Raketen und US Truppenstationierung in Deutschland, formierten sich die Friedensbewegung und Nena ließ 99 Luftballons steigen, bis gegen Ende des Jahrzehntes die UdSSR, gegen die man wie wild aufrüstete, implodierte.
Diese Krise dauerte zwar länger als die 13 Tage der Kubakrise, aber sie endete mit einem Aufatmen, zumindest für Europa und einigen Jahren mentaler Erholung und Hoffnung.

Seit Jahren ist uns dieses Aufatmen verwehrt.

Einerseits, weil der globale Imperialismus einen Mehrfrontenkrieg führt und andererseits, weil die Medien, nicht nur die asozialen, ihre Clicks fast ausschließlich über Verstärkung und kaum mehr über Analyse suchen.

Ein gutes Beispiel ist die aktuelle Kontoverse über die Interviewführung Armin Wolfs mit dem ukrainischen Außenminister: Armin Wolf: „Selten so kontroversielle Reaktionen“ Auf den Vorwurf er wäre Kremlsympathisant antwortete der Wolf of Küniglberg: Es ist mein Job, (kritische) Fragen zu stellen. Die Gäste antworten. Und das Publikum kann entscheiden, ob die Argumente überzeugen.
In diesem Interview konterte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba: „Sie klingen so, als würden Sie nach Rechtfertigungen suchen, warum die Krim zu Russland gehören sollte … Aber ich bin mir sicher, Sie sind ein redlicher Mann.“

Armin Wolf, der mich wie alle ohne Klarnamen auf Twitter geblockt hat, ist zweifellos ein kluger Journalist, aber gerade das Credo sich in Interviews in die Gegenposition zum Gegenüber zu begeben, führt zur zwangsweise zur Polarisierung und nicht unbedingt zur besserer Erkenntnis. Ich habe das hier schon im Zusammenhang mit seiner Fukushima Berichterstattung diskutiert: Nach 100% ist es aus, das Kasperltheater

Während sich die Medien (wie im Titelbild Die Presse) als Kontrolleure der Mächtigen sehen wollen, führen ihre Strategien eher zur Zuspitzung von Konflikten. Um eine andere Passage des Interviews mit dem ukrainischen Außenministers über den Krieg beim AKW Saporischschja herauszugreifen:
Wolfs Frage warum die Russen, die das AKW besetzt halten, ihre eigenen Truppen beschießen sollen, lässt ebenso ratlos zurück, wie die Antwort des Außenministers, warum sollen wir Ukrainer unser eigenes AKW zusammenschießen?
Rhetorisch beide Herren auf den Punkt, als unausgesprochene Synthese beider Argumente bleibt aber doch nur der Schluss, dass es wohl beiden Staaten weniger um rationale Beweggründe gehen kann, als um propagandistische Vorteile. Gesagt kann das so natürlich nicht werden, weil es letztgültig nicht bewiesen werden kann, also verstärkt es nur die jeweiligen Gruppen in der Gewissheit, dass jeweils der Gegner lügen muss.

Ein weiteres schönes Beispiel für die polarisierende Interviewtechnik fand sich auch in den letzten Tagen: Während bis vor kurzem noch die Ungerechtigkeit des Westens beklagt wurde, der sich die High-tech Covid Impfstoffe krallte und im Rahmen der COVAX-Initiative nur kurz vor dem Ablaufdatum nach Afrika schickten, wo sie aus Angst vor der westlichen Medizin ohnehin abgelehnt wurden, (Spritzen für die Staatsspitzen: Damit haben sich führende Politiker gegen Covid-19 impfen lassen), vernahm ich jetzt eine Interviewfrage, ob es den ethisch vertretbar wäre, die restlichen Impfstoffe nach Afrika zu schicken, weil angepasste Impfstoffe, die nicht wesentlich besser wirken als die alten, bald in Europa ausgeliefert werden.

Wer hat also nun etwas davon, dass wir atemlos von einer Krise in die nächste rasen?

Also abgesehen von all den Anbietern, deren Waffen, Medikamente, technische Lösungen oder Beratungen immer mehr nachgefragt werden, je verzweifelter wir im Krisensumpf versinken, sehe ich nur einen Nutznießer der globalen Permanentkrise:
genau diese Anbieter, die mit ihren oft Pseudolösungen Geld verdienen,
Medien, die durch immer größere Panik, die Leute von ihren Games und Streaming-Plattformen locken,
und politische Strömungen, die von der wachsenden Verunsicherung und Destabilisierung profitieren.

Dauerstress führt, je nach Ausgangslage zu Aggression oder Depression und beides vernebelt den vormals gesunden Menschenverstand.

Das sollten sich zumindest die Medien mal überlegen, die von sich behaupten Qualität zu liefern.

Written by medicus58

8. September 2022 at 16:44

Es geht schon wieder los: wie Medien uns gaga machen

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Dass Heute sogar ein Symbolbild bemüht, um uns beim Schwitzen zu zeigen ist ja für sich genommen schon absurd, aber die sind dort nicht allein auf dem Bad News are Good News Trip.

Es geht schon wieder los“, warnt auch ORF-Wetterchef Marcus Wadsak auf seinem Twitter-Account.

Allein bei dem Gedanken, dass da schon wieder was los geht treibt einen ins Fieber.

Fix sei jedenfalls: „Es wird wieder heiß“, mit mehr als 30 Grad.

Was mein ganzes bisheriges Leben als für den August als normal gesehen wurde und nur wenn es einmal ausblieb Rudi Carells Schlager Wann wird’s mal wieder richtig Sommer zu etwas Airtime verhalf. Heute zitiert aber weiter den ORF Wetterexperten, der mit nahezu beängstigender Präzision uns unser Ende prophezeit:

Wie heiß genau es wird, darüber herrscht noch Unsicherheit. „Von 25 bis fast 40 alles möglich“, auch wenn letztere Höchstmarke erst ein einziges Mal, im August 2013, erreicht wurde.

Wir lesen nochmals die Überschrift: Bis zu 40 Grad, aber es können halt auch nur 25 Grad sein.

Jenes „berüchtigte Modell„, auf das sich auch viele Wetter-Apps stützen, zeige derzeit den oberen Rand. Und diese „Horror-Variante“ hat es in sich: 39 Grad könnten es in Wien werden, wenige Kilometer weiter ins Wiener Becken hinein und bis ins Südburgenland sind sogar 40 Grad möglich.

Da haben wir sie wieder, die 40 Grad, die den Herrn am Getty Image den Schweiß aus den Poren trieb.

OK, heute waren es in Deutsch-Altenburg 35,8 Grad, ehe es vermutlich für den Rest der Woche wieder abkühlte. Definitiv eine Hitze, die vor Jahrzehnten Carells Schlager zum Ladenhüter gemacht hätte, aber eben ein gutes Stück vom Horrorwert entfernt, den übrigens die „Zeitung“ Österreich“ auch alle zwei Wochen prophezeit.

Hätte man, was der Durchschnittsleser von HEUTE ohnehin nicht vermag, den Artikel ganz gelesen, dann wäre ohnehin Entspannung eingetreten:

Fix damit planen solle man aber noch nicht, so Wadsak – „Ich bitte Sie inständig diese so (noch) nicht zu glauben.“ Sein eigener Wetter-Weitblick geht einstweilen von etwas gemäßigteren Temperaturen aus (siehe oben).

Und da unsere Medien so oder so ähnlich mit allen anderen Problemen umgehen:

Coronakrise, Inflation, Affenpocken, Ukrainekrieg, Migration, Energiekrise

nimmt es einen nicht Wunder, wenn inzwischen Diskussionen regelhaft in Hysterie münden.

Selbstverständlich stellen uns die Veränderungen des Weltklimas, neue Infektionen und alte politische und wirtschaftliche Fehler vor schwierige Herausforderungen, nur frage ich mich immer häufiger, ob unsere Medienmacher nicht schon längst mehr das Problem als die Lösung sind.

Written by medicus58

18. August 2022 at 19:27

Lesen Sie weiter, hier gibt’s nichts zu sagen

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Es ist scheint, als wäre alles in Ordnung.

Dass es heute, am meteorologischen  Sommerbeginn heiß ist, ist doch logisch, schließlich ist es seit Wochen schon heiß. BuMin Gewessler lässt Radfahrer bei Rot rechts abbiegen (statt wie bisher über Zebrastreifen und Gehsteig abkürzen) und alles wird gut.

Auch logisch ist, dass Virologen vor der nächsten Welle warnen, auch wenn sie nicht genau sagen können, wie wir uns vorbereiten sollen; außer das Maskentragen nicht ganz verlernen und uns immer wieder mit dem alten Impfstoffen impfen lassen, weil es entgegen der Beteuerung des Biontech-Chefs zu Beginn der Pandemie bis heute keinen angepassten Impfstoff gibt.

Aber selbst die Kassandra der Innsbrucker Virologie, Kollegin van Laer, sieht alles etwas entspannter, weil das Gesundheitssystem ja aktuell nicht überlastet ist. Genug PCR-Geräte gibt’s ja nun, nur halt weder Pflege noch extramurale Versorgung.

Eine kritische Aufarbeitung, was uns die Achterbahn der Verordnungen und Maßnahmen gebracht hat, darf man sich genausowenig erwarten, wie eine schlüssige Erklärung der Megainflation oder warum immer größere Teile der Ukraine von Putin besetzt sind, wenn die Ukraine doch finanziell, propagandistisch und militärisch so unterstützt wird, wie seit dem israelischen Sechstagekrieg kein anderes Land.

Klimawandel, Pandemie, Krieg, Inflation, aber eigentlich ist es sehr ruhig im Gastgarten und rundherum. Jede einzelne Krise hätte die Menschen wohl auf die Straßen gebracht, alles zusammen führt eher zu einem DoS.

Wir sind Kärnten nach dem Hackerangriff: Nix geht mehr, aber

lei los’n

Written by medicus58

1. Juni 2022 at 16:39

Zuwenig Pflege, Ärzte, Lehrer, Richter, Handwerker, LKW Fahrer,…

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aber genug Berater*innen, PR-Experten*innen, Zertifizierer*innen, Gütesiegelverteiler*innen, NGOs, Aktivist*innen, Lebensberater*innen und Optimierer*innen, die uns allen erklärt haben, wie alles effizienter und besser geht.

Das alles vor dem Hintergrund von importiertem Bevölkerungswachstum.

Finde die Fehler.

Written by medicus58

24. Mai 2022 at 20:08

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Männliche Stereotypen regen niemand auf, warum eigentlich

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Wir verknoten unsere Zungen, um Bi(e)n(n)en Is und Stern*innen stotterfrei über die Zahnreihe zu würgen, feiern die eine Automechanikerin und Kernphysikerin ab, die es anders als ihre Geschlechtsgenossinen geschafft hat, angebliche Männerdomänen zu erobern und crashen kaum noch Beziehungen, um zum Weihnachtsfest oder Muttertag Mixer und Waschmaschinen den weiblichen Hälften vor verbissenes Lächeln zu halten.

Jede Anrede dupliziert mehrere genetische und psychiatrische Lehrbücher, um niemand mehr in unerwünschte Rollenbilder zu pressen, zum Vatertag, geht’s aber eh wieder.

Und wenn Sie nun überlegen kontern, dass es die ja auch selber so wollen, das Bierdosenleeren bei der CO2-Produktion am Hochleistungsgrill, wechseln Sie das Subjekt gegen ein anderes (Mädchen, Mütter, Diverse,…) und prüfen dann ihr Argument erneut.

Written by medicus58

18. Mai 2022 at 09:17

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Wenn der Abstand zwischen den Realitäten immer weiter wächst

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Vor einer Woche sprach unsere tückisch-grüne Regierung vom Frühlingserwachen aus der Corona Pandemie, in unseren Spitälern fehlt das Personal (nein, nicht nur in ddr Pflege) und heute Morgen schoss ich dieses Foto in einer von Wiens Einkaufsstraßen.

Dutzende westliche Geheimdienste versprachen letzte Woche dast täglich den großen russischen Einmarsch in die Ukraine, jetzt kommen sie zwar, aber in den Donbas und nicht durch das Sperrgebiet von Tschernobyl und in eine seit Jahren sich praktisch als russisch bezeichnende Separatisten-Zone.

Putin erklärt uns seine Geschichte, dass die Ukraine schon immer Teil Russlands war (teils falsch, teils richtig) Außenminister Schallenberg kriegt für seine Erzählung, dass Österreich beim Anschluss 1938 von der Welt alleine gelassen wurde schallende Ohrfeigen, obwohl auch das teils falsch (wir hatten schon eine faschistische Diktatur, die wenige, nicht mal Italien, retten wollte) teils richtig ist (Mexico war das einzige Land, das im Völkerbund protestierte).

Wir könnten die Beispiele auseinander laufender Erzählungen nahezu endlos fortsetzen. Wen wundert es noch, dass die Demos für und gegen alles aneunander geraten?

Und das hat leider wenig mit fehlender Bildung zu tun, sondern mit immer besser gewordener Propaganda, die sich in Millisecs Argumente für und gegen alles zusammen googelt und als wahr verkauft.

Wer das alles NUR auf die Algorithmen der Social Media und die Dummheit ihrer Benutzer schiebt, macht es sich zu leicht.

Wir machen es uns zu leicht und schreiten zum nächsten Streitthema.

Written by medicus58

22. Februar 2022 at 07:48

Die Geschichte lehrt, dass wir unbelehrbar sind.

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Was wir aktuell in der Ukraine Berichterstattung erleben ist das Revival alter medialer Routinen, die wenig zur Lösung aber viel zum Verständnis unserer Vorfahren beitragen, über deren vermeintliche politische Dummheit sich gerade heute so viele empören, denen das Glück der späten Geburt zuteil wurde.

Am Anfang steht ein ungelöster Konflikt, im Fall der Ukraine seit gut zwei Jahrzehnten.

Parallele 1

Auch vor 1914 gab es mehrere Konflikte mit Serbien. Wer Krieg will stellt unerfüllbare Forderungen. Damals taten dies nur die Österreichisch – Ungarische Monarchie und das Deutsche Reich, heute tun dies sowohl Putin als auch die NATO.

Parallele 2

Wer Wahlen gewinnen will, versteckt seine Intentionen hinter einem Lügengebäude.

1914 musste Serbien sterbien, obwohl es an der Ermordung des Thronfolgers nur sehr indirekt beteiligt war.

1939 steckte das III. Reich eigene Soldaten in polnische Uniformen und überfiel einen Radiosender, um einen Grund für den Krieg zu konstruieren.

2003 begründeten die USA und UK den 2. Irakkrieg mit Massenvernichtungswaffen und Al-Qaida. Beide Vorwürfe konnten nie erhärtet werden.

Parallele 3

Egal ob 1914, 1939, 2003 oder 2022, man kann noch soviele Berichte lesen, was auch immer wahr ist, lässt sich vielleicht in einem Jahrzehnt, keinesfalls im Augenblick klären.

Wer der Boss und wer der Gauner ist, ist anders als im Onlinespiel Mafia unklar.

Da passt das gerade von @kolbapeter getwittert wurde:

Die Oberen reden von Frieden. Kleiner Mann mache Dein Testament.

Bert Brecht

Written by medicus58

20. Februar 2022 at 18:05

Aktivisten beim Lernen zusehen macht auch keine Freude

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Es geht eine Woche zu Ende, in der zwei medial hochgeschriebene Umweltaktivistinnen an der realen Welt scheiterten. Gewinnen können wir dabei wenig.

Eine seit dem Lobaucamp medienbekannte Frau Schilling, Studentin der Politikwissenschaft, Friday-for-Future Aktivistin, wortgewaltig, von FM4 als „die vielleicht politisch aktivste junge Frau des Landes“ bezeichnet, musste erkennen, dass einen noch so viele Minuten im Scheinwerferlicht nicht davor bewahren, dass der zusammengezimmerte Robinson Spielplatz (ja sowas betreibt auch die Stadt Wien) irgendwann von Baggern geräumt wird, wenn man glaubt die Welt dadurch retten zu können, knapp über 3 km Straße zu verhindert.

WTF IS STADTSTRASSE?

Eine andere Aktivistin hat es sogar in ein Ministeramt gebracht. Die glühende Europäerin Frau Gewessler erkannte in diesen Tagen, dass in dieser EU Atomkraft plötzlich grün, nachhaltig und klimarettend ist, wenn Herr Macron seine staatliche Atomindustrie retten möchte.

Ich schäme mich nicht für den Gedanken, dass ich es beiden Maulheldinnen, von denen ich bisher überwiegend selbstgerechte Auftritte und einseitige Forderungen aber wenig Leistung bemerkt habe, irgendwie sogar vergönne, dass sie auch einmal an diese Wände knallen, an denen ich mir selbst schon zu viele Beulen zugezogen habe.

Freuen kann ich mich darüber nicht. Freuen können wir uns alle nicht, weil die Probleme, denen die beiden Damen ihre politische und mediale Präsenz verdanken ja durchaus real und schwerwiegend sind.

Um diese Probleme politisch zu lösen scheinen die beiden aber weniger geeignet als in NGOs und TV Studios zu brillieren.

Written by medicus58

4. Februar 2022 at 21:22

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