Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for the ‘Was im Alltag so alles nervt’ Category

Das Sch….haus

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Sie werden es nicht glauben Ihr Medicus stöbert durch alte Fotos und schlürft einen Crémant aus dem Elsass, sie wissen, den Champagner von außerhalb der Champagne …

Glauben Sie mir, ein hiesiger Schlumpfi wär besser, aber teurer … egal.

Dazu gibt‘ es übrigens 5 Alben von Carole King um 9.90 €. Sag mal einer, dass man Qualität heute nicht auch billig kriegt, weil sie kein Trottel mehr als solche erkennt, gilt für den Crémant wie für Carol King.

Ich erzähle dass alles um Ihnen eine Entschuldigung zu liefern, wieso ich Sie gerade mit diesem Foto der rund 130.000 auf meiner Festplatte gespeicherten belästige.

Aufgenommen habe ich es an den Klippen of Mohar, einer der spektakuläreren Naturschönheiten unseres Kontinents, vor etwa 5 Jahren.

Seit damals quält mich die Frage, was denn wir Männer denn, schon Jahre vor der MeToo-Bewegung auf einem Klo hinterlassen könnten, das eine Klofrau erschüttern könnte.

Ich kann mich noch gut an die Bahnhofstoiletten in Helsinki (1978) erinnern, die mit einer Art Saloon-Türe geschlossen wurden und die Putze, die ihrem Reinigungsauftrag dadurch nachgekommen ist, indem sie mit ihrem Mob zwischen meinen Beinen schrubbte, als ich versuchte die Reste meines Kalakkukus von mir zu geben.

Please be advises, these toilets may be serviced by a female attendant.

Nur wird eine irische Häuselfrau einer finnischen in wenig nahe stehen, wenn es um die scheinbar menschlichen Bedürfnisse geht. Ich erspare ihnen meine Unterhaltung mit einer Glasgow-er Häuselfrau 1977, die mir damals erzählte, dass sie früher als Hure gearbeitet hat, aber der neue Job, ihr besser gefällt, aber bitte liebe Geschlechtsgenossen, was macht ihr, am Häus`l, dass der Putze Probleme macht, und wenn ihr Carol King nicht kennt, kauft euch im Wühlkasten des nächsten Saturn, die frühen Alben der Carol King.

Keine Ahnung wie das zusammengehört, aber es würde die Welt besser machen, wenn ihr es versteht.

Written by medicus58

10. November 2019 at 21:03

Liederlich

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Als ich jung war, galt das gruppenhafte Liedersingen in meinem Umfeld schon eher als zwanghaft, trotzdem erklärte man auch uns noch mit Johann Gottfried Seumes:

„Wo man singet, laß dich ruhig nieder, / Ohne Furcht, was man im Lande glaubt; / Wo man singet, wird kein Mensch beraubt; / Bösewichter haben keine Lieder.“

Seit Monaten poppen – meist vor Wahlen – im Eck der Burschenschafter nun Dinge hoch wie:

Da trat in ihre Mitte der Jude Ben Gurion: ,Gebt Gas, ihr alten Germanen, wir schaffen die siebte Million.

Rothschild hat das meiste Geld, schließlich muss in jedem Fache einer doch der Größte sein und so ist auch ohne Zweifel festgestellt das größte Schwein.

Entlastet ist der Nazipimmel, der frei blieb stets vom Rassenfimmel.

Jetzt mag die Justiz rasch entscheiden, ob derartige Ergüsse strafrechtlich relevant sind, oder „nur“ vulgärer und gefährlicher Müll sind. Wenn das alles (nach der Wahl) vermutlich rechtlich wieder im Sande verläuft, ohne dass ein Bösewicht gestellt wird, dann bleibt aber schon noch – losgelöst von allen rechtlichen und politischen Aspekten – die Frage offen, ob es den Verfassern und Sängern nicht aufgefallen ist, welch grottenschlechte und holpernde Reimchen das sind.

Da wird dem Deutschtum mit Versen gehuldigt, die Goethe und Schiller nichtmal im Vollrausch aus Feder und vermutlich auch nicht aus dem Mund gegwollen wären.

Auf einem Niveau, für das sich ein Taferlklassler schämen müsste, haben sich selbsternannte Eliten offenbar vor gar nicht langer Zeit mit sowas Mut zugesungen oder sich zumindest ohne Furcht, was man im Lande glaubt erheitert.

Sollte die Justiz entscheiden, dass das keine Bösewichter waren, die diesen liederlichen Lieder gesungen haben, so sind sie aber allemal strunzdumme Deppen, die die deutschen Sprache verhunzt haben.

Written by medicus58

6. November 2019 at 20:02

Advent, Advent, die Punschhütte brennt

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Ende Oktober steht uns bei Tagestemperaturen bis 20 Grad der Schweiß auf der Stirn während in Prinz Eugens Winterpalais Ökonomie- und Ökologie-Fetischisten in Richtung einer Bundesregierung sondieren.

Klimawandel hin oder Rezession her, an den Buden für die heuriger Adventmärkte, wie hier im Alten AKH, wird schon kräftig gebaut, auch wenn uns gleich nach Weihnachten der Osterhase so manches politisches Ei versteckt.

Written by medicus58

26. Oktober 2019 at 16:05

Faket die Faker oder die weiche Birne der Populisten

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Zufällig finden sich diese Woche zwei köstliche Beweise, wie weich die Birne jener ist, die uns stets mit großem Getöse versprechen die Wahrheit und nichts als die Wahrheit zu berichten, während sie selbst auf jeden dummen Fake reinfallen und wie diese Erkenntnis ins Volk zu bringen ist. Nein, es geht nicht primär um das Ibiza-Video, mit dem sich offensichtlich die FPÖ selbst in die Luft gesprengt hat, so wie ich es mir bereits 2013 in meiner kranken Fantasie ausgemalt habe (Der FPÖ Wähler). Aber irgendwie dann doch auch.

Die sich thematisch und stilistisch noch im Selbstfindungsprozess befindliche ORF SendungGute Nacht Österreich“ demonstrierte wie schnell der mit Steuergeldern gefütterte Boulevard auf billige Fakes rein fällt, wenn die Quote winkt: https://www.derstandard.at/story/2000109484431/peter-klien-zeigt-mit-fake-skorpion-panikmache-von-krone-oesterreich (ab 10:30)

Den Vogel schoss aber am Freitag die ZDF Heute Show ab, die uns bildlich vor Augen führte, dass auch die Rest-FPÖ auch ohne Strache und Gudenus sich zum Narren machen, wenn man glaubt unter sich zu sein.
Man schickte einfach einen gefakten Reporter des „Alternativen Fernsehen Deutschlands (AfD TV)„, den genialen Fabian Köster, zu den Blauen.
(Für die mit der AfD und dem running Gag der Heute Show nicht so vertauten Ösis: Der AfD Politiker, den sie auf Aufforderung Kösters so anfeuern heißt natürlich Björn Höcke, aber:
Im März 2015 gab die Thüringer Allgemeine Höckes Vornamen irrtümlich mit „Bernd“ an. Nachdem Höcke sich darüber öffentlich empört hatte, benutzte Oliver Welke in der heute-show absichtlich den falschen Vornamen. Andere Satiriker taten es ihm nach. Später benutzten auch Sprecher der Tagesschau, das heute-journal, B.Z.DWDL.deFAZNeue Osnabrücker ZeitungNordwest-ZeitungSpiegel TV, Hamburger MorgenpostHuffpostMünchner MerkurSüdwestrundfunk und weitere absichtlich oder versehentlich den falschen Vornamen. Auch der FDP-Politiker Hans-Ulrich Rülke nannte im Oktober 2017 in einer Landtagsrede mehrfach den falschen Vornamen und bekräftigte auf Nachfrage: „Der Mann heißt Bernd. Ich weiß es definitiv aus der heute-show.“ Am 25. Januar 2018 erschien der Name „Bernd Höcke“ sogar in einer Pressemitteilung des Bundestages, die noch am selben Tag korrigiert wurde. Oliver Welke feierte dies in der heute-show als ultimativen Erfolg seines running gags.

Unsere Blauen, die sich dem deutschen Gast gegenüber natürlich bewundernd über den brauen Bruder AfD äußerten, vorzuführen, dass sie in Wirklichkeit keine Ahnung haben, wer dort das sagen hat, in dem sie gröllend „Bernd, Bernd“ skandieren und dass sie selbst genauso in eine plumpe Falle tappen wie ihr Ex-Heiliger Strache, ist schon ein Höhepunkt dessen, was aufklärerische Satire leisten kann.

Bei mir verdichtet es den Glauben, dass im 21.Jahrhunderte Erkenntnisse nicht mehr über (wissenschaftliche) Argumentation sondern zunehmend über Bilder zu betreiben ist:

So läuft Integration

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Belauschtes HANDY Gespräch in BoBoTown:

Jo eh, weißt ich komm grad vom Denn’s (Biomarkt) und muss no in die Kaiserkrone (größte Homeopathie Apotheke Wiens), aber dann können wir uns eh auf an Latte treffen.

Verkaufsgespräch beim Ströck in Transdanubien zwischen einem (mutmaßlich syrischen Verkäufer in Einschulung) und einer bodenlang schwarz gekleideten Mutter mit Komplettkopftuch und zwei vehement nach Nahrung verlangenden Vorschulkindern (alle drei könnten aus Pakistan oder Afghanistan stammen) :

Sie: Bitte, eine Leberkäs Semmel. Kind tänzelt in freudiger Erwartung.

Er: Vom Schwein oder vom Pferd?

Sie, nach kurzer Bedenkzeit: Vom zweiten, bitte.

Written by medicus58

21. September 2019 at 16:23

Fridays for the Fisch

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Greta Thunberg löst jetzt wieder weltweite Fridays for Future Proteste aus, aber gegen wen eigentlich? Klar, gegen die Politik.

Aber was will man eigentlich? Schauen wir doch einfach auf den österreichischen Ableger der Bewegung:

…die Umsetzung der Maßnahmen des Klima- und ökologischen Notstands!

…die sofortige Verankerung von Klimaschutz in der Verfassung sowie den Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas bis 2030!

…eine sofort beginnende mindestens lineare Senkung der Treibhausgasemissionen bis 2025 auf 50% gegenüber 2005 und bis 2030 auf netto-Null!

…eine ökosoziale Steuerreform ab dem Jahr 2020!

…dass Maßnahmen gesetzt werden, um Biodiversität zu fördern, und bei neu erlassenen Maßnahmen der Schutz der Biodiversität berücksichtigt wird!

…den Stopp fossiler Großprojekte, wie den Neu- und Ausbau von Flughäfen und Autobahnen!

So weit so eh gut, nur dann fällt mir diese Flugblatt in die Hände und ich weiß, dass es falsch sein muss, dass eine Hawaii-Ananas aus Costa Rica soviel kostet wie ein Bund Radieschen aus Österreich.

Ich hab keine Ahnung, zu welchem Ausmaß der Klimawandel durch das C02 bewirkt wird, ab unabhängig davon kann das nicht g’sund sein.

Mir wäre wohler, wenn im Earth Strike nicht Allerlei von der Politik was gefordert, sondern wirklich Relevantes getan würde.

Natürlich können Sie nun versuchen mir einzureden, dass dieses Problem irgendwo implizit in all den Forderungen da oben auch steckt, oder dass, wenn wir weniger argentinische Rind essen uns Greta dann auch mal eine Ananas auf ihrem Segelturn in die Heimat mitbringen darf. Wenn sie weiterhin unter massiver Schwerölverfeuerung im Container-Schiff oder Kerosin-Verbrennung im Jet zu uns gebracht wird, müssen wir wohl einige Stunden auf das Ausatmen verzichten um klimaneutral zu bleiben.

Es sich im Gefühl auf der richtigen Seite zu sein bequem zu machen ist zu wenig, wie es auf ganz anderer Ebene grad Herr Chorherr erfährt.

Wer die Zusammenhänge nun nicht gleich sieht sei in das Jahr 2014 zurück geleitet:

Nicht nur ich seh‘ ROT für die Grünen

Written by medicus58

20. September 2019 at 18:04

Homo lullens: Was uns spielend prägt

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Der Homo ludens [ˈhɔmoː ˈluːdeːns] (lateinischhomō lūdēns‘, dt. der spielende Mensch) ist ein Erklärungsmodell, wonach der Mensch seine kulturellen Fähigkeiten vor allem über das Spiel entwickelt, erklärt uns Wikipedia und dies entspricht auch meiner Erfahrung.

Ob wir mit Mensch ärgere dich nicht gelernt haben mit den Tücken des Würfelglücks umzugehen oder mit DKT daran gewöhnt wurden, dass das gleiche orange Holzhüttchen am Mirabellplatz ungleich teurer kommt als irgendwo in Eisenstadt, wir lernten für’s Leben, bzw. welches Verhalten die Gesellschaft von uns verlangt.

Wenn aber 5 Millionen Online Spieler in diesem Mafia Spiel entscheiden müssen ob Sie die blonde Sexbombe in der Tonne nebenan retten oder verpfeifen sollen, während Sie sich gerade an der dahinter liegenden Hauswand erleichtern, sehnt man sich nach Spielen, die das (vorzüglich männliche) öffentliche Wasserlassen ächten und nicht mit dem Auftauchen eines Silikonbombers belohnen.

Auch wenn der Programmierer die Situation wenigstens durch einen längenkritischen Kommentar zum präsentierten Ausscheidungsorgans gecrasht hätte, wäre ich schon zufrieden gewesen.

Gerade im Sommer ist so mancher Hinterhof, aber auch so mancher öffentliche Platz durch den lullenden Menschen olfaktorisch so unerträglich geworden, dass sie auch meine in Mensch ärgere dich nicht gestählte Langmut übersteigt.

Schweine (aus aktuellen Gründen)

Written by medicus58

25. Juli 2019 at 23:06

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