Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for the ‘Was im Alltag so alles nervt’ Category

Wenn Sie jemand unterstützen will, werden Sie wachsam

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Halten Sie mich für paranoid, aber mich nervt zunehmend die betuliche Umschreibung der fehlenden Problemlösung durch die Problem-Verursacher.

Hast Du heute ein Problem wirst Du unterstützt.

Du kaufst eine wackelige Software und ein Helpdesk in Bangalore verspricht Unterstützung bei der Lösung eines Problems, das Du nicht hättest, hätte man Dir ein ausgereiftes Produkt verkauft.

Deine Dienstgeberin erfindet absurde Dienstzeitmodelle und Schemata, verspricht Dir aber Unterstützung bei der Umsetzung, indem Sie Dir noch unverständlichere Ausfüllhilfen übermittelt.

In der gestrigen ZIB2 wird das Gesetz mit dem die Mindestsicherung gekürzt wird, als Ermächtigung der Betroffenen verkauft sich den Arbeitsmarkt zu erobern.

Seit 2000 Jahren verspricht die Kirche die Unterstützung der Armen und Missbrauchten und bietet keine andere Lösung als das Paradies an.

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Written by medicus58

14. März 2019 at 08:39

Kopfschmerzen

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Um den Facharbeitermangel auszugleichen braucht Deutschland und Österreich massive Zuwanderung hörte ich heute einen deutschen Experten sagen.

Andererseits sind auch nach Jahren viele Zugewanderter nicht am Arbeitsmarkt angekommen.

Wir brauchen mehr Mittel, um Zuwanderer zu qualifizieren, sagten deshalb andere Experten.

Wir haben einen massiven Fachärztemangel, da freute ich mich zu hören, dass ein zugewanderter Chirurg nostrifiziert hat, musste aber verwundert hören, dass er jetzt in der Geriatrie arbeiten will.

Noch nie hatten so viele einen Job wie heute, aber die Arbeitslosigkeit wird steigen, hören wir seit Jahren.

Andererseits werden gerade die höherqualifizierten Jobs durch Digitalisierung obsolet werden, während die manuellen Jobs durch Roboter erledigt werden, sagen Experten.

Ich gebe zu, ich krieg das alles nicht auf die Reihe:

Geht uns nun die Arbeit aus oder die Arbeiter?

Braucht eine der am höchsten entwickelten Gesellschaften der Ersten Welt Fachkräfte von außen, weil sie diese nicht mehr selbst hervor bringen (und halten) kann, da sie mit dem Konsum der Billigwaren aus der Zweiten und Dritten Welt voll ausgelastet ist?

Oder ist das eh alles egal und es geht um ganz was anderes?

Written by medicus58

12. Februar 2019 at 17:40

Weight Watchers in der Wiener U Bahn

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Jetzt kann es einem schon wirklich den Magen umdrehen, wenn jemand in einer überfüllten U Bahngarnitur seine Knoblauch-verstärkte Pizzaschnitte verzehrt, aber angesichts der nun permanent aufpoppenden Warnungen, wenn das Signalssytem nicht grad wieder ausgefallen ist, beschleicht einen schon der Verdacht, dass die Wiener Verkehrsbetriebe eine Produktpartnerschaft mit den Weight Watchers eingegangen sind.

Das irritiert umso mehr, als die Stadt Wien ja seit Jahren ihre Stationen an die Stroecks, Manns, Ankers, Burger Kings und ähnliche Hütten vermieten, deren Zweck u. A. gerade darin besteht, dem eiligen Fahrgast einen Imbiss zu verkaufen.

Am meisten ärgert mich aber dieses Big Brother Gehabe, das uns an allen Ecken und Enden des öffentlichen Raumes nur mehr mit Kameras überwacht, wo früher noch Personal für unsere Sicherheit angestellt war, und uns erklärt, was wir alles nicht machen dürfen, statt uns mitzuteilen was man für den zahlenden Fahrgast zu tun bereit ist. Zum Beispiel zu Stoßzeiten einen Platz in der U3 zu garantieren.

Mich reizt es langsam mich mit einer fetten Stelle mit Krenn und Handsemmerl auf den Bahnsteig aufzupflanzen und selbige Köstlichkeit mit einem 16er Blech hinunter zu spülen.

Werde ich dann abgeführt, begeht der Schwarzkappler Mundraub und würde mir ein gut gefälschter Diabetiker Ausweis wieder den Freigang verschaffen?

Written by medicus58

28. Januar 2019 at 22:36

Künstliche Intelligenz oder AI my ass

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Artificial Intelligence scheint ja auch in der Medizin gerade der heißeste Scheiß zu sein, aber was ich gerade auf der SMS App meines Android entdeckt habe machte mich sprachlos. Aber dafür scheint das ja auch programmiert worden zu sein.

Wenn mein Gegenüber auch so was installiert hat, können sich die zwei Handys mal ein Date vereinbaren und ich spritz mir in Ruhe das Botox, damit ich später meinem AI geschönten Selfie ähnlich schaue.

Written by medicus58

19. Januar 2019 at 12:19

Having a ball?

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Nur des Englischen Minderkundige halten diese Frage für eine nach den primären Geschlechtsmerkmalen des Mannes, aber irgendwie lägen sie damit auch nicht ganz falsch.
Eine nicht repräsentative Umfrage in meiner männlichen Umgebung ergab, dass die Ballsaison definitiv mehr Frauen als Männer anspricht. Oder um im Bild zu bleiben: Nein, nur wenige Männer unterhalten sich auf Ballveranstaltungen wirklich gut.

Das ist natürlich blödisch, denn zumindest bei den Standardtänzen ist es der Brauch als Pärchen anzutanzen.

Weshalb aber die Damen die Parade der Eitelkeiten so sehr schätzen bleibt mir unerklärlich, angesichts der Hektik (und Kosten) die die Aktion auslöst.

Hat man erst die überteuerten Karten ergattert, realisiert man, dass man in die Fetzen der Vorjahre nicht mehr hineinpasst (OK, gilt vielleicht ab einem gewissen Alter eher für uns Männer als unsere Begleiterinnen) und es muss schleunigst etwas Neues her. Nur dumm, dass das gerade in der sogenannten Ballsaison den meisten so geht, was die einschlägigen Geschäfte leer fegt und die Tauschbörsen zum Erliegen bringt.

Natürlich passt dann der mühsam ergatterte Traum in Polyester nicht zu all den Accessoires früherer Auftritte und die Jagd beginnt erneut nach Täschchen, Handschuhen, Schmuck und Make-up. Ist kurz vor dem Burn-out das alles zusammen gekauft, dann erkennt die böse Schwester Schneewittchens, dass nur drastische operative Eingriffe einen in die überpreisten und überhöhten Stöckelschuhe brächten, wozu man aber die laufende Blutverdünnung pausieren müsste, was einen unweigerlich in die Thrombose oder gar den Lungeninfarkt treiben würde, so dass man doch lieber nach neuen Tretern Ausschau hält.

Kein Wunder, dass nach all der Rennerei die Frisur sich mehr an der gängigen Wind- statt der aktuellen Moderichtung orientiert und dringend die Hilfe des Friseurs benötigt wird, zu dem auch alle anderen Ballbesucherinnen streben, die aber etwas cleverer waren und den Termin schon längst vereinbar haben.

Am Tag der Veranstaltung steigert sich die Panik zur grenzsuizidalen Erfahrung, da es regnet und der mühevoll auf toupierten Kopfschmuck willenlos in sich zusammenfällt, die Ohringe zwicken, die Strümpfe eine Laufmasche haben und der mittägliche Salat (eine echte Mahlzeit hätte den Traum in Polyester endgültig gesprengt) sich nun mit saurem Aufstoßen wieder ins Rampenlicht zwängt. OK, dann eben nur lateinamerikanische Tänze.

Die Ballkarten sind unauffindbar, die Tanzschulkenntnisse stärker verblasst als der Pythagoräische Lehrsatz und überhaupt geht einem der präsumptive Tanzpartner, der die ganze Dramatik der Situation nicht verstehen will schon jetzt ganz ordentlich auf den Geist.

Das Taxi verspätet sich, am Eingang wird so gedrängelt, dass irgendein Obertrottel auf den Saum des Kleides steigt und dieses in seiner Aussagekraft etwas verfremdet. Schließlich sitzen am Tisch wieder die unerträglichen Geschäftspartner und mokieren sich über jeden Patzer der Eröffnung, bis es endlich alles Waltzer heißt und gerade da der Begleiter dem dringlichen Bedürfnis sich seines Biers zu entschlagen Folge geleistet hat.

Mich interessiert ja Fussball auch nicht, der Sch.. ist aber wenigstens nach 90 Minuten vorbei …

Written by medicus58

16. Januar 2019 at 15:53

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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Heute blogge ich nicht

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Written by medicus58

11. Januar 2019 at 12:03

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

Wenn die Gutmenschen zu gut sein wollen

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Sprachlos angesichts der eigenen Betroffenheit, sich hilflos fühlend gegenüber eines um sich greifenden Revisionismus aller Denkmodelle, die seit einem halben Jahrhundert (1968) mühsam in die öffentliche Diskussion eingebracht wurden, hing der letzte Rest Linksliberaler an den Lippen jener, die noch auf Kurs waren; die es dem rechten Boulevard noch richtig „rein sagten„, die Worte fanden gegen den fremden- und frauenfeindlichen Sumpf, die einem selbst nicht einfielen, die einem das wohlige Gefühl vermittelten, doch nicht allein gegen die Phalanx an Faschisten, Frauenverachtern und EU-Gegnern zu sein.

Als Festredner eingeladen warnten sie, kritisierten sie, rüttelten auf und klagten an als wäre alles die Dreyfuss Affäre.

Da kam es auch zu eigenartigen Schulterschlüssen mit traditionell konservativen Menschen und Einrichtungen, wenn sie nur im eigenen Sinn „gut“ schienen und „gegen das Richtige“ waren, ungeachtet anderer weltanschaulichen Differenzen. Kritik an der Regierung und der Wiener Erzbischof scheint ein Mitstreiter und sein Anti-Darwinismus kein Thema mehr.

Der Fall Menasse (https://www.nzz.ch/amp/feuilleton/wird-man-doch-so-sagen-duerfenrobert-menasse-wird-man-doch-so-sagen-duerfen-ld.1449192?) und die aktuelle Aufregung um die ökonomischen Seite der Caritas werden wohl nur deshalb so aufgewühlt diskutiert, weil es jene Instanzen betrifft, die einem das Gefühl gaben „wirklich gut“ zu sein, eine echte Antithese zu all dem Verkommenen und Korrupten im herrschenden System.

Dass das eine Welle war, auf der weiland auch Jörg Haider und viele rechtskonservative Heilsbringer segelten, ja letztlich einen Topos aller religiöser und politischer Heilsversprecher darstellte, das scheint den aufgeklärten Jüngern entgangen bei ihrem Jubel über all die geladenen Diskussionteilnehmer, Manifestersteller, Fest- und Eröffnungsredner.

Menasse hat ein bisschen geflunkert, um sein Thema griffiger zu machen, die Caritas ist halt auch ein ökonomischer Machtfaktor mit Eigeninteresse, so what.

Akzeptiert man das, macht das ihre „Werke und Taten“ ja nicht völlig wertlos, nur als Idole sind sie ein bisschen weniger wert, aber ich finde das eigentlich eh gut. Nur die Protagonisten und Ihre Verehrer beißen weiterhin argumentativ umher, als ginge es immer ums Ganze. Dabei ist das gerade der erste Schritt in den Totalitarismus.

Written by medicus58

6. Januar 2019 at 10:59

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