Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for the ‘Was im Alltag so alles nervt’ Category

Die Heute Show hat die Lösung

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um mit der Gegenwart umgehen zu lernen.

Written by medicus58

26. September 2020 at 15:22

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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Das Ende der Welt wie wir sie fotografieren: virtuell-virtueller-without virtue

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https://youtu.be/K_jWJ7Z-tKI

Bei manchen Aufnahmen war es gar nicht so schwer den Himmel auszumaskieren und einen neuen reinzukriegen. Der Anfänger hat sich meist dadurch verraten, dass er den Rest des Fotos nicht an die neue Lichtstimmung angepasst hat.

Jeder digitale Fotograf hat schon an ausgebleichten, überbelichteten oder dem Wetter geschuldet scheußlichem Himmel herumgespielt.

Adobe hat nun ein Feature in seine Creative Cloud gepackt, das das alles mittels AI automatisiert.

Klass, bei dem miesen Familienfoto hat man nun im Handumdrehen einen dramatischen Himmel drinnen. Jetzt warte ich nur auf die nächste App, die auch den Vordergrund austauscht.

Written by medicus58

25. September 2020 at 10:43

Mich würde es wundern, wenn Sie überhaupt noch was über die Coronaampel lesen würden

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Ich glaube auch nichts mehr zu dem Thema beitragen zu können, das noch nicht gesagt, widerlegt, zerlegt oder wiederholt oder verworfen wurde.

Es geht in dieser Phase der Covid-19 Pandemie, auch wenn es Sie vielleicht jetzt überrascht, auch nicht mal so sehr um Medizinisches, nichtmal um Politisches, denn auch da werden wir kaum mehr so viel praktisch Verwertbares (außer Impfung und/oder antiviraler Therapie) dazulernen wie wir jetzt nicht ohnehin schon wissen. Oder glauben Sie, dass die Erkenntnis auf wieviele Meter welche Tröpfchen noch krank machen können, zu im täglichen Leben brauchbaren Handlungsanweisungen führen, wenn Sie sich in einer U-Bahn zusammendrängen müssen ?

Was wir in dieser Phase endlich erkennen müssen, sind vielleicht zwei Punkte:

Erstens sollten wir uns von Politikern fern halten, die ihren PR-Beratern mehr folgen, als Fachexperten für das eigentliche Problem.

Zweitens sollten wir erkennen, dass es sind, mit denen ich Gruppen führen kann. Natürlich ist es verführerisch für jede Situation, jedes Geschlecht, jedes Lebensalter und jede Himmelsrichtung immer noch detailliertere Regeln zu verordnen. Das scheint Handlungsfähigkeit und Macht zu demonstrieren, nur führt es nach einiger Zeit zu solcher Verwirrung, dass am Ende nichtmal die wichtigsten Regeln mehr befolgt werden.

Exemplarisch hat das heute Hubert Sickinget auf Twitter sehr pointiert zusammengefasst:

Für das meiste, was nun weltweit verordnet wird, fehlt harte Evidenz Lesen Sie dazu die Stellungnahme des Deutschen  EbM Netzwerkes, wenn Sie Sätze wie folgende aushalten:

Eine erste gesundheitsökonomische Modellierung aus Großbritannien beziffert die Kosten für ein durch den Lockdown gerettetes Lebensjahr (QALY) mit 220.000 bis 3,7 Mio Pfund. Im englischen Gesundheitssystem wird als maximaler für die Solidargemeinschaft sinnvoller und zumutbarer Wert 30.000 Pfund pro QALY angenommen.

Aber auch wenn es Sie irritiert, daß man mal nicht mit „Koste es was es wolle“ argumentiert sondern zur Überlegung anregt, dass manches nicht mehr geht, wenn man das Pulver für anderes verschossen, ist die Lektüre allein deshalb zu empfehlen, weil sie so manche von der Politik verordnete Maßnahmen auf ihre wissenschaftliche Evidenz abklopft.

Auch das ist ein Argument für weniger aber konsequent eingehaltene Verhaltensregeln und weniger PR Geschwurbel.

Written by medicus58

11. September 2020 at 20:03

Hurra, ein Gesetz gegen Upskirting und Hass im Netz. Applaus für ein Ablenkungsmanöver

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Nach acht Jahren( Der diskursive Reflexbogen oder PC = das Ende der Aufklärung) ist es wieder Zeit gegen Windmühlen zu kämpfen.

Als Präambel gegen falsche Likes sei festgehalten, dass das Ablichten von nicht freiwillig und gerade zu diesem Zweck zur Schau gestellten Nacktheit ebenso abzulehnen ist, wie die Verleumdung und Beschimpfung im Netz. Zu ersterem fehlt mir die körperliche Interessant, letzteres habe ich bereits selbst erlitten.

Was mich jedoch so aufbringt, ist die Anlassgesetzgebung für ein Verhalten, vor dem einen hoffentlich die tausenden Seiten unseres Gesetzesbestandes bereits vorher geschützt haben sollten.

Es kann nicht sein, dass unsere Rechtsgelehrten mit der Ihnen doch berufseigenen Fähigkeit Gesetze bis zum Äußersten zu interpretieren, gegen besagtes Missverhalten keinen Paragraphen finden könnten, der es verboten hätte, auf der Rolltreppe nachzuschauen, was die Schottin vor mir so drunter trägt.

Wenn der Rechts-Staat bislang nicht die Unversehrtheit seiner BürgerInnen an Leib, Leben, Integrität und sozialer Stellung geschützt hat, dann wird es durch so ein Upskirting-Gesetz nicht besser.

Wenn es aber darum geht, dass sich in den letzten drei Jahrzehnten, in denen das Internet in unser aller Leben verlegt wurde, dieser Staat nicht um die absehbaren Kollateralschäden politisch gekümmert hat, dann soll er das nicht durch billigen Aktionismus kaschieren.

Kein Dermatologe würde den Kampf gegen den Nagelpilz führen, wenn im Nacken das Melanom wuchert. Nur unsere politisch scheinbar so korrekten Politikern lassen sich dafür feiern.

Welcher Jurist hat ein befriedigendes Gefühl, wenn er eine Begründung dafür findet einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss den wichtigsten Beweis (das Ibizavideo) nicht vorzulegen, weil es da rechtliche Bedenken gibt?

Oder es mittels Diversion zu keiner Verhandlung kommen ließ, bei der die Organisationsverantwortung des Bundesheeres hinterfragt hätte werden können (80 Jahre 2. Weltkrieg aber nur 366 Tage Girls‘ Camp beim Bundesheer).

Oder ein Sektionschef im Justizministerium wegen seiner vielleicht zu guten Kenntnis abgesetzt wurde, gerade wegen seiner Expertise reinstallieren wird…

Lassen wir uns durch scheinbar mutige Anlassgesetzgebung nicht die Augen davor verschließen, dass viele Dinge wegen fehlender Gesetze unbestraft blieben, sondern idR wegen eines mangelnden Vollzugswillens.

Written by medicus58

6. September 2020 at 14:15

Zur Schieflage der Situation, oder der verschlissene Kurz

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Nachdem alle Sommerurlauber aus dem Ausland per Reisewarnung heimgestaut wurden, schien es heute unserem Bundeskanzler wieder angebracht uns die Welt zu erklären.

Wie sein Vorgänger BK Figl 1945 uns zu Weihnachten nichts geben konnte, (die obskure Geschichte des Tondukuments finden Sie hier) verspricht uns sein türkise Urenkel wenigstens einen normalen Sommer, 2021.

In der Sonder ZIB mutmaßte man sogleich von Informationen die der Kanzler wohl über Medikamente und Impfungen haben müsste, wenn er uns dieses Versprechen gibt, und vergessen scheint, wie uns der Bundesmaturant noch zu Beginn der Pandemie zuerst den Lock down für vorerst 14 Tage, dann bis Ostern und schließlich bis Pfingsten (also ebenso 2,5 Monate wie in Wuhan) stottern ausweitete.

Auch das Geschwafel über die unter dem Eindruck von Corona auszuweitenden internationalen Kontakte zu anderen Covid Musterschülern und Jugendaustausch Programme ua mit den Vereinigten Emiraten zeigten, dass längst alle Munition verschossen wurde.

BTW, Jugendaustausch mit den Emiraten, einem hot spot einer anderen Coronavirus Erkrankung, nämlich MERS, hätte keinem informierten Ghostwriter passieren dürfen. Auch die Streicheleinheiten für die betagteren Kurzwähler, denen jetzt plötzlich soziale Kontakte auch in der Pandemie versprochen werden, lösen nur mehr Kopfschütteln aus über eine Regierung, die gerade Distanzregeln in der Eigentumswohnung gesetzlich vorschreiben will.

Ich frage mich, wie lange die salbungsvollen Widersprüche noch medial funktionieren. Dem politisch an der Leine zappelnden ORF TV war der Auftritt eine Sonder ZIB wert und auch die großen Online Zeitungen übertrugen, aber nach den Kommentaren in den Sozialen Medien, locken die Selbstdarstellung-Piruetten unseres Kanzlers wenige mehr hervor, so dass irgendwann die Diktatur der Einschaltziffern schlagend wird.

Man kann es auch einfacher sagen:

Hätte Kurz geschwiegen, hätte man ihn für einen Bundeskanzler halten können.

Written by medicus58

28. August 2020 at 17:26

Maskenpflicht Kurz gedacht

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Wer heute (19.7.) früh am Sonntag Morgen OE24, das Verkündigungsorgan der tückisch-grünen Bundesregierung, liest, der erkennt ihre ganze innere Widersprüchlichkeit. Ehe Kanzler Kurz heute offiziell die Wiedereinführung der Maskenpflicht in ganz Österreich verordnen wird, sitzt er (sichtlich ohne Babyelefanten und ohne Maske) der Interviewerin gegenüber und lächelt in die Kamera.

So geht Vorbild, wie im Kleinwalsertal, so in Österreich: Es mag bezweifelt werden, dass es sich auch hier um einen Familienverband handelt, oder hat man Fellners Radau-Blatt schon so viel Steuergeld zu gesteckt, dass man sich auch hier ganz familiär fühlt.

Written by medicus58

19. Juli 2020 at 12:25

Hilft die SPÖ oder benötigt sie Hilfe?

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Schwierige Frage und nicht einfach zu beantworten in Zeiten, wo ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zum Thema ob man sich in Österreich Posten und Gesetze kaufen kann (btw zweifelt irgendwer daran?) niemanden interessiert.

Wenn man aber im Stau steht, weil just im Nachmittagsverkehr das obige Plakat affichiert wird, dann dämmert einem die Antwort.

Written by medicus58

18. Juli 2020 at 15:33

Verarschende Transparenz

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Ich weiß, dass wir augenblicklich drängendere Probleme haben, aber es  ist für mich sowas von symptomatisch:

Wir sind von Gütezeichen, Helpdesks und Kundendiensten umzingelt, als wären wir Schwachsinnige im Narren Turm. In einer endlosen Prozession von Pressekonferenzen, – aussendungen, Ombudspersonen und Verbraucherschützern will man uns das Gefühl vermitteln, dass alles getan wirde uns maximale Unterstützung angedeihen zu lassen, damit wir uns über alles und jedes umfassend informieren können.

Vor diesem Hintergrund nahm ich während des Genusses eines Hofer Produktes, mit dem Wunsch das Objekt des Genusses an seinen Ursprung zurück zu verfolgen, das Angebot der Kette an:

Ich checkte mein Produkt auf check-your-product

Wenig überraschend erfuhr ich, dass das Tier, das in meinem Salzburger Scherz’l, es war offenkundig eine aufgeschnitten Schweinestelze, gelandet ist, ein Schwein war. Ein anderes Vieh, z. B. einen Springbock oder ein Känguru hätte mich auch überrascht. Dass  es einer Erwähnung bedarf, dass eine Salzburger Spezialität aus Österreich kommt, scheint in Zeiten, wo nord- und osteuropäische Sauen nur zweimal den Brenner passieren müssen, um als Parmaschinken zu gelten, wohl notwendig.

Was aber wirklich nervte, ist die kleingedruckte Info, dass diese Info letztlich unverbindlich wäre, weil ein großer Händler sich auch nur darauf verlassen kann, was andere ihm sagen.

Schad um die Betriebskosten dieser Website. Unverbindliche Transparenz ist so sinnvoll wie Treueschwüre im Swingerclub.

Written by medicus58

5. Juli 2020 at 12:12

Covid-19: Sollen wir uns wieder fürchten?

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60 neue Corona-Fälle über Nacht in Oberösterreich teilt uns Heute heute mit und und der OÖ Landeshauptman schreitet zur Pressekonferenz. Ob Innenminister Nehmammer seinen Parteikollegen auch seine Einsatztruppen zum Flexen anbieten wird, wie er das in Wien gemacht hat, ist noch unbekannt. Grund dazu hätte er, weil mit (Stand 9:30) der „Löwenanteil der mehr als 100 Neuinfektionen, nämlich 61 auf OÖ, 24 auf Wien, 9 auf die Steiermark, 7 auf NÖ, 3 auf Tirol, 2 auf Salzburg und nur 1 auf das Bgld entfallen.

Im Neunkirchner Spital zählte man heute früh schon (kumulativ) 12 positive Mitarbeiter und einen Patienten.

Alles ziemliche Spaßverderber gerade heute, wo Kontaktsport erlaubt und die Bedienung im Gasthaus demaskiert wird während die Kleine Zeitung schon gestern national und international die zweite Welle ausgerufen hat und heute die Regierung eine Reisewarnung für den Westbalkan ausspricht.

Stellen wir uns also darauf ein, dass die Medien, nachdem sie kurzfristig wieder die „Gefährlichkeit des Virus hinterfragt“ haben (ZIB2: Wolf, Thür), zur klassischen Frager des „müssen wir uns fürchten“ zurück kehren, die flugs wieder in die „Aufforderung zu drastischen Maßnahmen“ münden wird. Dazu passt, dass auch der OÖ LH prompt wieder ein paar Schulen (vor Ferienbeginn) und Kindergärten schließt.

In der österreichischen Nabelschau ging da praktisch unter, dass die WHO nun auch noch vor einer neuen Schweinegrippe mit Pandemie-Potential warnt.

Nach der Innsbrucker Uni, die in Ischgl in 42,4 Prozent der Bewohner Antikörper gefunden haben, schießt auch die Danube Private University (DPU) Krems nach und identifizierte in Weißenkirchen (Krems) in 101/ 884 der Bewohner Antikörper gegen das Virus, was 11,4% ergeben würde, obwohl Bürgermeister Christian Geppner (ÖVP-WG) von „mehr als 12%“ spricht. In jedem Fall ist es mehr als in Reichenau mit 6,5 Prozent und passt dort schon eher zu den bisherigen Prävalenzstudien des Wissenschaftsministeriums:
Rund 4,71 Prozent der Menschen ab 16 Jahren, die in diesen Gemeinden in einem Privathaushalt leben, besitzen Antikörper.

Nach zahllosen Experteninterviews und noch zahlloseren Pressekonferenzen unserer Regierung ergibt das ein sehr verwirrendes Bild bzw. wie andernorts bezeichnet eine Doppelbotschaft von Lockerung und Warnung.

Wenn wir es positiv sehen wollen, Optimismus ist ja inzwischen verpflichtend, dann hat bei uns die Flatten-the-Curve Bewegung gesiegt und uns ein vorhersehbares, Problem für viele Monate beschert. Ob Sie das nun beruht, mag ich bezweifeln.

So gesehen, schiene ja der schwedische Weg (Augen (fast) zu und durch) nachträglich attraktiver als unser Lockdown mit anschließender Zitterpartie, wenn da nicht kaum wegzuleugnende Tatsache wäre, dass aktuell in Schweden 528 Menschen/Million Einwohner verstorben sind, während das bei uns 78 waren. Oder wie es Kollege Weidinger in Ö3 gestern früh zusammenfasste, Fußball können wir weniger aber beim Virus sind wir Österreicher Wödmaster.

So gesehen müssen wir uns zwar weniger als die Schweden fürchten, aber ob das beruhigt?

Sollten Sie bis hier weitergelesenen haben, muss ich Sie enttäuschen, dass das was ich hier am 24.April sagte (Wussten wir über das neue Coronavirus wirklich so wenig, dass wir das den Regierungen durchgehen lassen müssten?) weiterhin richtig ist, aber ich Ihnen auch nicht sagen kann, ob Sie sich nun mehr oder weniger fürchten sollen.

Was ich aber schon beitragen kann: Sie sollten sich vor Covid-19 nicht mehr fürchten, als vor Ihrer ökonomischen und gesundheitlicher Zukunft:
27.3.2020: Monothematisches Denken in der Krise gefährdet auch das Gesundheitssystem

Sie sollten sich aber davor fürchten, dass wir auf einige der Kernfragen in der COVID-19 Pandemie trotz all der Expertenmeinungen keine konsistente Meinung haben:

Wie erklären wir uns die drastisch unterschiedlichen Zahlen an verifzierten Fällen?
Die etwas unterschiedlichen Verifzierungsregeln und unterschiedliche offizielle Beginnzeiten der lokalen Epidemie sind keine ausreichende Erklärung dafür, dass ökonomisch und strukturell nicht völlig unähnliche europäische Staaten sehr unterschiedliche Fälle/1 Mill EW haben

Schweden 6778
UK 4628
Spanien 5331
Italien 3979
Schweiz 3664
Frankreich 3096
Deutschland 2332
Österreich 1985

Noch unerklärlicher sind die Diskrepanzen zwischen anderen Staaten, über die aber in ganz unterschiedlicher medialer Dichte berichtet wird.

USA 7962
Brasilien 6596
Iran 2710
Mexico 1754
China 59

Noch erklärungsbedürftiger wären auch die unterschiedlichen Verläufe über die Zeit:
In Schweden und Brasilien finden wir kontinuierliche Anstiege bis heute:
Am 30.6. zählte man in Brasilien 172,14 tägliche Neuerkrankungen/Mill EW, während diese Zahl in Schweden mit 102,56 fast so schlimm sind und eher seit ein paar Wochen noch steiler ansteigen.

Definitiv zweigipfelige Kurfen zeigen die US und der Iran.
In den USA fand sich beim ersten Gipfel am 10.4. ein täglicher Anstieg (95,56 täglich neue Fälle /Mill EW) und aktuell noch höher (124,27).
Im Iran lagen diese Zahlen beim ersten Gipfel (2.4.) bei 35,82 während er beim zweiten Gipfel (10.6.) 29,33 betrug.

Völlig anders sind die Zahlen aus China, wo, trotz medial immer wieder berichteter Cluster, die Epidemie scheinbar vorbei ist (15.5. noch 0,01 Neuerkrankungen/1 Mill EW), in den letzten Tagen noch niedriger).

Solange wir uns diese Diskrepanzen nicht annähernd erklären können, sollte Erklärungsversuche, die den Schuldigen immer woanders suchen, der Schweigefuchs (nicht der Wolfsgruß) gezeigt werden:

OÖ Legende 1: Der steigende Trend könne mit den Lockerungen der Beschränkungen, vermehrter Reisetätigkeit von Menschen und mit vereinzelt bisher bekannten Clustern erklärt werden, hieß es in der Aussendung. So geht ein Teil der Neuinfektionen auf Treffen der „Pfingstkirche – Freie Christengemeinde“ zurück.

NÖ Legende 1: Nach möglichen Begründungen für die extrem hohe Zahl an „unbemerkt“ Erkrankten befragt, verwies der Gemeindechef (Weißenbach) auf die Rückkehr einer Reisegruppe aus Israel am 6. März.

NÖ Legende 2: Gekuschelt wurde bei den Sitzungen in Ternitz und Neunkirchen definitiv nicht, wie ich weiß. Sollten Mandatare dieser Städte vom Coronavirus befallen worden sein, haben sie es sicherlich nicht von den Gemeinderatssitzungen auf Abstand, sondern wohl eher von einer Großdemo in Wien oder ähnlichen Massenereignissen.

Mutationen des Virus scheinen nicht die Ursache sein, die Demoskopie und der Gesundheitszustand beeinflusst sicher die Todesraten, aber kaum die Infektionsraten, die Qualität des Gesundheitssystems kann es wohl auch nicht sein.
Wenn es die seit Beginn der Krise immer wieder angeprangerte fehlende Eigenveranwortung der Bevölkerung insbesondere in Ballungszentren wäre, ist schwer vorstellbar, weshalb die disziplinierte Schweiz im Vergleich zu Österreich schlechter da steht.

Sollten Sie sich also fürchten wollen, was aber immer eine schlechte Reaktion auf Unsicherheit ist, sollten Sie sich weniger davor fürchten, dass Sie an Covid-19 schwer erkranken, aber dass trotz zahlloser Sondersendungen, Sonderartikel, Experteninterviews in den meisten Ländern wie in Österreich keine Daten zugänglich sind, die vielleicht Evidenz für zielgerichte Maßnahmen ermöglichen.

Die Zuckerbrot und Peitschen Taktik unserer Regierung ist übrigens schon zum Fürchten.

Robert Wiesner @robertwiesner
Originelle Erinnerung an die Notfallnummer: Strafe bis zu € 1450, wenn wer ohne Test nach Ö einreist oder Quarantäne nicht einhält. Ö1 Mittagsjournal, 1.7.
https://oe1.orf.at/player/20200701/602216/1593597712000

Written by medicus58

1. Juli 2020 at 16:10

Personalvertretung Younion: zwischen Tragödie und Komödie

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Was da gestern ins Postfach flatterte erheiterte und erzürnte. Mit großer Geste (Dank gepaart mit Eigenlob) versandte das Team Gesundheit eine Stoffmaske, deren Sitz in etwa so passt wie der Zeitpunkt ihres Eintreffens: einfach nur daneben.

Als es in den Einrichtungen des KAV, vulgo Wiener GV, zu Beginn der Pandemie kaum genug Schutzbekleidung gab, verschickte die  lokale Personalvertretung Fresspakete mit Knabbergebäck und Süßigkeiten, nun, nachdem in öffentlichen Bereichen die Maskenpflicht bis auf wenige Ausnahmen aufgehoben wurde, bekommen wir Masken nach Hause geliefert, die ausdrücklich nicht im Spital sondern in der Öffentlichkeit getragen werden sollen. Sie sollen auch kein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, obwohl sie uns für mehr Sicherheit in der Öffentlichkeit verhelfen sollen…

Verstehe diesen Koan wer kann.

Also irgendwie ist das Großes Theater, das wir da für unseren Mitgliedsbeitrag bekommen. Die Entscheidung fällt aber mit Sicherheit schwer, ob das noch komisch oder nur noch tragisch ist, wie sehr die Genossen neben der Spur sind.

Written by medicus58

28. Juni 2020 at 08:54

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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