Sprechstunde

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Archive for the ‘Psychopathologie der Medizin’ Category

COVID -19: Was hilft werden wir zu spät wissen, was schadet sehen wir gleich

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Am 13.3. habe ich hier schon die Cassandra gegeben:
Covid 19: Möge die Kur nicht schlimmer als die Krankheit werden

Mediale Hiobsbotschaften aus norditalienischen Intensivstationen in Norditalien (In Bergamo wird der Platz auf den Friedhöfen knapp) und Leichenfunden in Spanien (Spanische Soldaten entdecken Leichen in Altersheim) mögen vielleicht dem Informationsbedürfnis der Gesellschaft entsprechen, offenbar will man sie auch zur Disziplinierung („Und die Strafen sind heftig, das kann ich Ihnen garantieren“) nutzen, und das kann ins Auge gehen.

Solange sich die Menschen nur mit sinnlosen, überteuerten Masken, Klopapier und Instant-Suppen versorgen, um sich sicher zu fühlen, kostet das nichts, außer Geld und Nerven. Erinnern wir uns wie vor ziemlich genau 9 Jahren nach dem AKW Unfall in Fukushima bei uns (!) alle Kaliumjodidkapseln aufverkauft und vermutlich (Daten sind dazu kaum vorhanden) zum Teil auch sinnlos eingenommen wurden.

Ob die derzeit diskutierten Medikamente (inkl. Chloroquin) gegen SARS-Cov2 helfen, ist noch völlig unklar und die WHO startet gerade eine weltweite Beobachtungsstudie und das ist gut so.

Welchen Kollateralschäden die mediale Dauerinformation über die Covid 19 Pandemie in einer verunsicherten Bevölkerung bewirken können, berichteten aktuell die US Medien:

Ein Ehepaar in der Nähe von Phoenix (Arizona) schluckte Aquarien-Chemikalien, weil diese einen Chloroquin-Zusatz (Chloroquinphosphat, nicht das Medikament) hatten und Präsident Trump Chloroquin es als mögliche Therapie gegen das „chinesische Virus“ gelobt hat. Der Mann starb sofort, seine Gattin ist noch am Leben und beschuldigt nun Trump weil dieser Chloroquin als sichere Therapie beschrieben hat.
„We saw Trump on TV—every channel—and all of his buddies said that this was safe,“ the woman told NBC. „Trump kept saying it was basically pretty much a cure.“
Aktuell ist nicht bekannt, dass die beiden überhaupt krank waren.

Ehe Sie sich nun über die dummen Trumpwähler mokieren, gehen Sie auf die CNN Hompage. Dort wird aus Nigeria berichtet, dass drei Personen wegen einer Überdosis Chloroquin hospitalisiert wurden, obwohl der Preis des Medikamentes inzwischen auf 400% des ursprünglichen Preises gestiegen ist.

Die Opposition schäumt gerade gegen das bärbeißige Falter Interview des Wiener Gesundheitsstadtrates Hacker („Du kannst Wien nicht wie im Film abdrehen“):
NEOS Wien: Hacker verunsichert Wienerinnen und Wiener,
FPÖ Nepp: Hackers skandalöse Beleidigung von Ärzten darf nicht ohne Konsequenzen bleiben
Ich bin sicher kein großer Hacker Fan stelle mir aber die ernsthafte Frage, ob seine Kommunikationsweise nicht zumindest die Kollateralschäden in der Bevölkerung besser minimiert, als die atemlosen Information anderer.

Auch wenn seine Replik, Wien hätte einen Jahresbedarf von Mundmasken, viele von uns verärgerte, weil ein früherer Jahresbedarf, wo nicht jeder Mitarbeiter im Patientenkontakt arbeitstäglich so einen Fetzen benötigte, die heutige Situation nicht entspannt; von den Journalisten wurde das ohnehin nicht mehr hinterfragt und sie hasteten zum nächsten Thema … Möglicherweise rettet das ebenso Leben, wie wenn Sie heute daheim im Home Office verweilen.

Written by medicus58

25. März 2020 at 16:16

Coronavirus: Künstliche Intelligenz vs. Menschenverstand

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Wie schon die Alten Chinesen, nein, nicht unsere gerade stotternde Werkbank, wussten: Wünsche Deinen Feinden sie mögen in interessanten Zeiten leben.

Wir erleben gerade wieder einen gigantischen Selbstversuch, wie sich die Menschheit gegen eine plötzlich auftauchende Gefahr zu wehren versucht.

Waren es in der Antike die Philosophen, während der Pest noch die Priesterkaste, in der Neuzeit die Fachleute, zuletzt die Influenzer, erleben wir augenblicklich, dass wir den Handlungsanweisungen der Algorithmenschmiede der Technik folgen.

Haben Sie sich schon gefragt, warum plötzlich alle wissen, dass eine Reduktion der Sozial-Kontakte um ein Viertel, die Infektionen halbieren? Eben, ein einfacher Algorithmus, der das an einer genügend großen Fall Zahl durchspielt (Monte Carlo, heißt sowas in manchen Bereichen, die nicht einfach linear darstellbar sind).

Ist ja im Prinzip nichts Schlechtes und brachte uns in der Wettervorhersage auch schon viel Nutzen, hat uns aber bei so manchem Börsencrash seine Limits aufgezeigt.

Die Ursachen dafür sind meist in zwei Schwachstellen zu sehen: Einerseits ist es in hoch komplexen Systemen nicht leicht, alle Einflussfaktoren zu modellieren und für jeden Parameter die geeignete Gewichtung zu finden.

Wir probieren aber augenblicklich auch hier das Primat der Algorithmen über den gesunden Menschenverstand aus. Spannende Zeiten eben.

Einfacher ausgedrückt ist es natürlich sinnvoll in den Öffis nicht die Haltegriffe zu berühren, aber je nachdem, wie hoch ich die Viruslast am Haltegriff, die Fähigkeit des Virus auch überzuspringen und den Prozentsatz der Infizierten abschätzen, gleich zu sterben, krank zu werden und in Quarantäne zu gehen oder als Gesunder das Virus weiterzugeben einschätze, kann es am Ende durchaus sein, dass eine Notbremsung mehr Leuten das Genick bricht, als dass sie das Coronavirus zum Niesen bringt.

Link zum Statistik spielen.

Und ein parallel damals erschienene Artikel über die statistischen Unsicherheiten der Prognosen, den ich beim Abfassen meines Textes nicht kannte, der aber gut zum Thema passt:

A fiasco in the making? As the coronavirus pandemic takes hold, we are making decisions without reliable data Link

Ver-virend ver-virt, das Coronavirus mutiert zum Vöslauer Virus

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Gestern endlose Schlangen im Supermarkt, aber in den Wagerln nicht Dosengemüse, Pumpernickel, Mehl und Zucker sondern Tafelwasser, nicht mal Mineralwasser. (Sorry für die Überschrift, aber….)

Mir erklärte man, es gäbe das Gerücht, dass das Coronavirus auch die Wasserwerk lahm legen könnte.

Tafelwasser ist das, was in Wien (meist der Schwerkraft folgend) aus den Wasserhähnen tropft, frischer und ohne die Zusatzstoffe, die Tafelwasser benötigt um überhaupt getrunken zu werden. Es mag ja noch angehen, dass man einoaar Vorräte anlegt, wenn man Quarantäne- bedingt nicht mehr aus dem Haus darf (und sich die Behörden nicht um die Versorgung kümmern) ABER WASSER?

Jetzt brauche ich auch einen Schluck Wasser, aber ein Wasser des Lebens.

Written by medicus58

11. März 2020 at 08:37

Hilfe, immer mehr Coronavirus Fälle

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Jedesmal, wenn man sich in Nachrichtensendungen verirrt, ist die Zahl der Coronavirus Patienten angestiegen, aber ehe Sie sich aus Angst vor baldige Ableben das Leben nehmen, darf ich auf zwei erfreuliche Nachrichten verweisen.

Natürlich erinnern Sie sich an den ersten Fall in Wien, der erst 10 Tage nach der Hospitalisierung getestet wurde. Sein Verlauf ist definitiv ernst, nur scheint er KEINEN der Pfelgepersonen und Ärzte angesteckt zu haben, ehe er auf die Isolationsstation kam.

Auch wenn später der Sohn des Ehepaares, bei dem danach das Virus nachgewiesen wurde ebenfalls positiv getestet wurde, ist der Sohn negativ.

All das sollte selbst den größten Paniker zu denken geben, dass selbst eine große Nähe zu Erkrankten nicht zwingend zu einer Infektion führt.

Wenn Sie detailliertere Infos suchen, dann zB hier.

Written by medicus58

1. März 2020 at 20:04

Haut ihnen bloß nicht die Scheibe ein

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Die trauen sich was, die Apotheker hier.

Im Zeitalter der globalen Hamsterei zeugt es von Mut die letzten Mundmasken des Landes ins Schaufenster zu hängen.

Juweliere sind da vorsichtiger.

Written by medicus58

28. Februar 2020 at 23:56

Ehrlich gesagt habe ich Corona nie gemocht

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Und gesund war es auch nie, das Corona Bier, auch wenn sich die Gerüchte der 80er Jahre es enthielten Urin als Verleumdung eines Importeurs heraus stellten.

Eigentlich begann ich diesen Text mit der Intention Sie davor zu warnen, nicht jede Panikmache im Zusammenhang mit der aktuellen Coronavirus Verbreitung zu glauben, muss aber zugeben, dass der Wahnwitz inzwischen wirklich grenzenlos wütet.

Das Netz ist voll mit Erklärungen, dass das Corona Bier nichts mit dem Coronavirus zu tun hat: Selbst Forbes ist das einen Artikel wert.

Der ORF füllt inzwischen die Airtime mit einander scheinbar widersprechenden Experten wer welche Maske wann tragen soll, ungeachtet der Tatsache, dass die Dinger längst ausverkauft sind.

Das permanente Händewaschen ist nicht ganz zu Unrecht die kostengünstigste Waffe im Armatorium der Hygiene, wie sie bei täglicher U-Bahn Nutzung praktischerweise angewandt werden soll, bleibt noch offen. Sie dürfen jedoch davon ausgehen, dass Sie die Vermeidung der „totbringenden Haltegriffe“ Sie noch mit größerer Wahrscheinlichkeit auf der Unfall als auf der Infektion landen.

Wenn der Ärztekammer Präsident auf Facebook sagt,

es ist uns besonders wichtig, Menschen mit Infektionsverdacht von Arztpraxen und Spitalsambulanzen fernzuhalten

ist das epidemiologisch zwar sinnvoll, auf den ersten Blick aber für einen Arzt aber missverständlich. Natürlich ist der Satz aus dem Zusammenhang gerissen, aber so kam es zuerst über die Sozialen Medien daher.

Vermutlich ist augenblicklich ohnehin alles zu viel und zu wenig, zu ernst oder zu sarkastisch und in jedem Fall schon überholt, ehe Sie es lesen, d. h. noch ein Tipp:

Ob Mundmasken das Ansteckungsrisiko minimieren ist nicht völlig geklärt, Mundhalten ist gegen Tröpfcheninfektionen sicher wirksam.

Written by medicus58

27. Februar 2020 at 18:11

Fürchtet Euch nicht vor dem Virus aus China sondern dem in unserer Politik

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Coronavirus: Statement von Innenminister Nehammer zur aktuellen Lage im Livestream.
Angesagt für 10:55 tat sich 31 Minuten einmal gar nix.

Die Spannung steigt.

Haben wir in Österreich auch endlich die ersten Toten?
Wird uns Ex-Soldat Nehammer vor dieser Invasion beschützen?
Und wenn dann wie?

Hat er einen Impfstoff, hat der die China-Route geschlossen, hat er wenigstens eine Sanitäterausbildung?

Nein, weder droht der Weltuntergang, noch muss er von Nehammer verhindert werden. Unser Innenminister hat aber trotzdem einen einschlägige Ausbildung:

1997 als Leutnant ausgemuster war er anschließend als Lehrtrainer für Informationsoffiziere für das Bundesministerium für Landesverteidigung und als Trainer für strategische Kommunikation. Ab 2012 an der Donauuniversität Krems bei Peter Filzmaier („The Filz“) perfektionierte er sich, nein, nicht in Infektiologie oder Seuchenbekämpfung sondern im Universitätslehrgang Politische Kommunikation.

Nach den Infektionen in Italien titelte Euronews:
Italiener sollen zu Hause bleiben Das würde man auch Nehmanner gerne anschaffen, denn um festzustellen, dass wir In Österreich keine verifizierten Fälle haben. Auch wenn natürlich schon viele an der aktuellen Grippewelle verstorben sind.

Eine Werbedurchsage, wie wichtig im Zuge einer Infektionskrankheit der Einsatzstab im Innenministeriums ist, dient ausschließlich der Selbstprofilierung (die auch den Begriff „notfalls auch mit Gewalt“ behinhaltet) und nimmt die zunehmende Verunsicherung der Bevölkerung billigend in Kauf.

Dass plötzlich und ohne Not der Bundeskanzler die Agenden der Justizministerin, der Innenminister die Agenden des Gesundheitsministers an sich reißt ist der gefährliche Virus dieser Typen.

Es ist irgendwie wie bei den Migranten. Wer Probleme politisch instrumentalisiert darf sich nicht wundern, wenn Leute durchdrehen, nur scheint das unserer Message-Controllern egal zu sein. Ein Außenfeind eint, mal ein Migrant, mal ein Virus.

Nach weniger als 10 Minuten war der Spuk vorbei und weiter geht es mit WK Präsident Mahrer in der Pressestunde, der über das Coronavirus spricht.

Written by medicus58

23. Februar 2020 at 12:33

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