Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for Dezember 2014

Ärztemangel: Nimmst Du’s mir, so nehm‘ ich’s Dir – eine Art Viele-Jahre-Rückblick

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Arztweg

Vor über vier Jahren, exakt am 15.12.2010, schrieb ich auf meinem früheren (jetzt eingestellten) Blog www.sprechstunde.meinblog.at), dass

Ärzteschwemme – Ärztemangel, aber geh … alles eine Tochter der Zeit (wäre)

Seit Jahren bestimmen nicht Fakten sondern persönliche und standespolitische Interessen sowie ökonomische Überlegungen die Diskussion.
Patienten werden regelmäßig belogen!
Das Geld für Gesundheitsökonomen, Kammern und sündteure Thinktanks am politischen Gängelband (ÖBIG) könnten wir uns sparen.

Heute warnen die Rektoren vor einem Ärztemangel,
(der Link auf http://www.tt.com funktioniert heute übrigens auch nimmer)
nachdem sie es selbst waren, die noch im März das Gegenteil vermeldeten:
In dieser Stellungnahme heißt es, dass es aus Sicht der Rektoren zu keinem Ärztemangel kommen wird …
(der Link auf http://www.studieren.at/ funktioniert übrigens auch nicht mehr, weil Wir haben vieles neu gemacht. Auch diese Seite!)

Nur einmal ging es gegen die KKonkurrenzeiner Linzer Med-Uni und einmal ums aktuelle Budget.

Auch die Ärztekammer warnte Jahre vor der Ärzteschwemme, um nun vor dem Ärztemangel zu warnen.

Ärztekammerpräsident Walter Dorner: Eine Pensionierungswelle stehe bevor. Ohne Quotenregelung könnten heimische Ärzte knapp werden.

Dem widerspricht der Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer. Österreich ginge auch ohne Quotenregelung nicht auf einen Ärztemangel zu: „Wir haben bis 2030 kein Problem“, sagt er.

Eine Bedarfsstudie des Österreichischen Bundesinstituts für Gesundheit (ÖBIG) wurde 2006 von der Politik wegen angeblicher Veraltung nicht zur Veröffentlichung freigegeben: Sie war von einer Ärzteschwemme ausgegangen. 2007 gingen drei Studien von ÖBIG, Österreichischer Ärztekammer und Wiener Ärztekammer von der Notwendigkeit der Quotenregelung und einem jährlichen Bedarf an neuen Medizinern von 800 bis 1500 aus.
(Natürlich gibt es den Link auf http://www2.aekwien.at/auch nimmer)

 

Kurz danach, am 5.1.2011 zitierte ich  die Lösungsvorschläge des Oberösterreichischen Ärztekammerpräsidenten

niedermoser_peter kopie

auf http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33516 (erraten, ab Jahresende nimmer zu lesen, weil der Blogserver sperrt)

LIMBO: So sparen im Gesundheitssystem

Tschechien zeigt uns wie es geht: Was seit Monaten angekündigt wurde, findet nun statt:
Fast ein Viertel der tschechischen Spitalsärzte kündigt, wegen zu geringer Bezahlung.
http://oe1.orf.at/artikel/262687 (Link geht noch!!)
http://www.tschechien-online.org/news/17683-danke-wir-gehen-arzte-tschechien-reichen-massenhaft-kundigungen-ein/ (der auch)

In Deutschland gibt es seit Jahren einen massiven Ärztemangel und viele österreichische Absolventen gehen zur Ausbildung und späteren Berufsausbildung nach Deutschland. Die Ärztezeitung ist voll von Inseraten deutscher Kliniken.

Nachdem Ärztekammer, Wirtschaftskammer und Rektoren es schließlich auch in Österreich geschafft haben, einen echten Ärztemangel zu erzwingen, (siehe Eintrag 15.12.2010) kommen die Nachrichten aus Tschechien wie gelegen.

Nachdem wir unseren Pflegenotstand flächendeckend und nach einem Skandal gesetzlich geregelt mit Slowakischen Pflegerinnen abdecken, haben wir nun die Möglichkeit auch unsere Ärzte ersetzen.

Erste Indizien gibt es bereits:

Tschechische Ärzte wollen weg – Bayern möchte sie haben
Die Mediziner im Nachbarland sind schlecht bezahlt. Gesundheitsminister Markus Söder sieht eine Chance für ländliche Regionen im Freistaat.
http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/tschechische_aerzte_wollen_weg/612738/tschechische_aerzte_wollen_weg.html (ich glaub’s nicht, funzt auch noch)

Deutsche Kliniken locken tschechische Ärzte mit Vierfachem des Gehalts
29-12-2010 15:38 | Lothar Martin
http://www.radio.cz/de/rubrik/tagesecho/deutsche-kliniken-locken-tschechische-aerzte-mit-vierfachem-des-gehalts (auch hier blieb die Zeit stehen und der Link funktioniert noch)

Oberösterreichs Ärztekammerpräsident  Peter Niedermoser (Bild)begrüßt laut ORF den Zulauf der tschechischer Ärzte; dass Herr Niedermoser seit Wochen mit dem Bundesministerium verhandelt, die Qualität der Ärzteausbildung (Erfordernisse des Rasterzeugnisses) herunter zu fahren, damit auch die kleinsten Landesspitäler billige Turnusärzte anstellen können, passt hier gut dazu.
http://ooe.orf.at/stories/485778/ (ja, der ORF, das ewige Gewissen)

 

LIMBO – how low can you go?

Lohndumping in der Medizin und Pflege=Sozialdumping für alle

Kurzfristig können wir das Problem durch (Ärzte-)Importe aus dem Osten lösen und dort vergrößern, so wie wir unseren Müll in den Osten verschickt haben …
Langfristig werden sich Ärzte ihr Geld von Privatpatienten holen und die Versorgung der Allgemeinversicherten geht gänzlich den Bach hinunter.

 

 

 

Zwei Jahre später, an 3.2.2012 vermeldete ich auf http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=51616 (mit Jahresende gibt’s den Link auch nimmer!)

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Medizin: Jetzt, aber jetzt wird alles anders

Es gibt keinen Ärztemangel (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33160) und trotzdem will Linz seine eigene Medizin-Uni, damit alles gut wird.
Minister Stöger sagte 2010 im Parlament, dass es keine Leistungseinschränkungen im Österr. Gesundheitssystem gibt(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33251), weil alles gut ist.
Die Ärzte in vielen Ländern streiken wegen unzumutbarer Arbeitsbedingungen(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=47984obwohl alles gut ist.
Im Wiener Krankenanstaltenverbund löste die zweite Kürzungswelle 2010 eine Protestbewegung der roten Gewerkschaft gegen das rote Rathaus aus, aber jetzt ist alles wieder gut.
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=43184
Im AKH wurden Nachtdienste gestrichen, aber die patientenversorgung blieb optimal. Minister Töchterle hat dann einen Vorschuss ausgezahlt, weil eh alles gut ist. http://kurier.at/nachrichten/wien/4478056-finanzspritze-fuer-das-marode-akh.php
Jetzt haben wir uns auf die Finanzierung aus einer Hand geeinigt (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=51579) und alles wird gut.
An der Uni Innsbruck können Nachtdienste nicht mehr geleistet werden, wobei Töchterle (gibt’s zwar auch nimmer, aber das ist weniger überraschend) meint, dass eh alles gut ist, schließlich wurden ja die Zielvereinbarungen unterschrieben.
http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/729164/Geldnot_MedUni-Innsbruck-will-Nachtdienste-einstellen?
Nur irgendwie ist mir nicht mehr gut sondern langsam ziemlich schlecht.

Viel ist seither zum Thema geschrieben worden, dass der Ärztemangel etwas mit den Arbeitsbedingungen zu tun hat, unter denen der Beruf ausgeübt werden muss, wurde auch fallweise erwähnt, jedoch wollte ich darauf heute nicht hinaus,
sondern auf die heutige Schlagzeile in der Neue Zürcher Zeitung: http://www.nzz.ch/schweiz/deutsche-aerzte-werden-in-ihrer-heimat-benoetigt-1.18451276 {noch geht der Link 😉 }

Deutsche Ärzte werden in ihrer Heimat benötigt 

Weil in Deutschland die Arbeitsbedingungen für Ärzte besser geworden sind, hat der Abwanderungsdruck nachgelassen.
Falls sich der Trend verstärkt, wird die Schweiz künftig vermehrt Ärzte aus anderen Ländern rekrutieren müssen.

und eine, ebenfalls heute erschienene Schlagzeile im The Guardian http://www.theguardian.com/society/2014/dec/28/nhs-cancels-3000-operations-in-two-december-weeks

NHS cancels 3,000 operations in two December weeks

Figures highlighted by Labour show 3,113 elective and 161 urgent operations were cancelled in first part of month

und was empfiehlt der Artikel: “To reduce pressures on hospitals and to keep a flow of patients coming in and leaving hospital, we need to manage the number of available beds more efficiently. To achieve this, we need to reduce unnecessary admissions and visits to A&E and improve community care.” 

Fassen wir also zusammen,

seit Jahren rückte das überwiegend öffentlich (solidarisch) finanzierten Gesundheitsversorgung Europas immer stärker in den Focus (ungefragt auch solidarisch finanzierter) Planungsexperten und ekstatischer Reformbemühungen.
Ungezählte Vergleiche zwischen (oft nur scheinbar) verschiedenen Systeme wurden gegengerechnet und auf das doch „dort“ viel besser funktionierende System verwiesen. In Wirklichkeit haben wir überall die gleichen Probleme:
Wenn parallele Systeme nicht funktionieren, halten sie sich durch Verschiebung der Defizite noch eine Zeit über Wasser.
Der Kapitalismus der Ersten Welt wäre schon längt gecrasht, hätte er nicht durch (zuerst) Kolonialismus (heute Globalisierung) Möglichkeiten gefunden seine Defizite billig abzudecken.
Die System der ärztlichen Versorgung in der Niederlassung konnte bei den aktuellen Arbeitsbedingungen (Kassentarife, gesellschaftliche Rolle, …) nur dadurch aufrechterhalten werden, in dem die Unzulänglichkeiten in die Krankenhäuser verschoben wurden.
Das war u.a. auch dadurch möglich, weil die Rahmenbedingungen für die angestellten Ärzte einen erfolgreichen Widerstand lange Zeit verhinderten. Die vielen Jahre Ausbildung (Turnus), die „abgedient“ werden müssen, ehe eine „eigenverantwortliche ärztliche Tätigkeit“ (ius practicandi) erlaubt ist, waren auch kein unwillkommenes Druckmittel.

Irgendwann bricht aber auch diese Krücke und diejenigen Länder, die das ökonomisch hinkriegten (Deutschland, Schweiz) zogen Ärzte aus den Nachbarländern ab. Dass das auch nur eine Zeit funktioniert, erkennen nun die Schweizer, weil die Deutschen die Ärztehonorare erhöhen, und die Briten, u.a. weil der ärztliche Zuzug aus den ehemaligen Kolonialgebieten auch sein natürliches Ende findet.

Auch wenn irgendwann die alten Links nicht mehr funktionieren, die alten Grundsätze bleiben: Durch das Negieren und Verschieben von Problemen lassen sich keine dauerhaften Lösungen finden.
Auch wenn wir noch so viele Thinktanks bezahlen, als dass man die Leute ordentlich bezahlt, die im Primärprozess benötigt werden.

 

Vor Jahren (denke es war 2009) beschrieb Volker Pispers für die Gesundheitsreformen in Deutschland so:  http://youtu.be/SFyU700gCdo

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Written by medicus58

28. Dezember 2014 at 14:24

Alles Gute zum Geburtstag

with one comment


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Dass Jesus am 24.12. Geburtstag hat, dafür liegt die Wahrscheinlichkeit bei unter 3 Promille. 


Die folgenden Leute hatten mit 100%-iger Sicherheit am 24. 12., also am „Heiligen Abend“ Geburtstag!

Also auch nicht gaaaanz sicher,
weil da gab es doch den julischen vor dem gregorianischen Kalender …
bis zum 19. Jahrhundert wird nie ganz klar sein wird, ob die alle Christkindln waren…

also ganz richtig:

AN ALLEM IST ZU ZWEIFELN (Onkel Descartes)

Vor dem 18. Jahrhundert
3 v. Chr.:
Galba, römischer Kaiser
1167:
Jean Plantagênet (Johann Ohneland) König von England, unterzeichnete die Magna Carta, jüngster Bruder von Richard Löwenherz
1475:
Thomas Murner, deutscher Theologe und Schriftsteller
1525:
Rochus zu Lynar, italienischer Festungsbaumeister und Militär
1549:
Caspar Ulenberg, deutscher Theologe, Bibelübersetzer, Dichter und Komponist
1597:
Honoré II., Fürst von Monaco
1625:
Johann Rudolph Ahle, deutscher Komponist, Organist, Dichter, evangelischer Kirchenmusiker
1637:
Wolfgang Gundling, deutscher, protestantischer Prediger, Diakon und Kapitelsdekan und
1654:
Andreas Gärtner, deutscher Naturwissenschaftler, Erfinder und Modellbauer 18. Jahrhundert
1704:
Pedro Vicente Maldonado, ecuadorianischer Kartograf und Universalgelehrter
1719:
Felix Adam Joseph von Fugger-Glött, Kölner Domherr
1724:
Johann Conrad Ammann, Schweizer Arzt, Naturalien- und Kunstsammler
1742:
Everard Scheidius, niederländischer reformierter Theologe, Philologe und Orientalist
1745:
William Paterson, US-amerikanischer Staatsmann, Richter am Supreme Court
Benjamin Rush, britisch-US-amerikanischer Arzt, Politiker, als Mitunterzeichner der Unabhängigkeitserklärung einer der Gründerväter der USA, geboren am 24. Dezember 1745 (julianischer Kalender = 4.1.1746 nach gregorianischem Kalender) in Byberry Township, Pennsylvania)
1749:
Karl Gottfried Hagen, deutscher Universalgelehrter
1755:
Claude-Emmanuel de Pastoret, französischer Politiker und Schriftsteller
1758:
Christian Adam Dann, deutscher Pfarrer und Tierschutzpionier
1762:
Selim III., osmanischer Sultan
1769:
Franz Alexander von Kleist, deutscher Dichter
1770:
Karl Wilhelm von Kopp, hessischer Finanzminister
1773:
Joseph Wölfl, österreichischer Pianist und Komponist
1777:
Franz Joseph Weinzierl, deutscher römisch-katholischer Geistlicher
1781:
Georg Jakob Strunz, deutscher Musiker und Komponist
1784:
Helena Pawlowna Romanowa, russische Großfürstin
1791:
Eugène Scribe, französischer Dramatiker
1796:
Fernán Caballero, spanische Schriftstellerin
1798:
Adam Mickiewicz, polnischer Nationaldichter
1800:
Ferdinand Keller, Schweizer Archäologe und Altertumsforscher

19. Jahrhundert
1803:
Karl Ludwig Drobisch, deutscher Komponist
1809:
Kit Carson, US-amerikanischer Pionier und Entdecker
1810:
Wilhelm Marstrand, dänischer Maler
1818:
James Prescott Joule, brit. Physiker
1819:
Ludwig Foglár, österreichischer Jurist und Schriftsteller
1819:
Adalbert Kraetzig, preußischer Ministerialdirektor und MdR
1821:
Gabriel García Moreno, ecuadorianischer Politiker
1822:
Charles Hermite, französischer Mathematiker
Matthew Arnold, britischer Dichter und Kulturkritiker
1824:
Peter Cornelius, deutscher Komponist
1828:
Jacob Achilles Mähly, Schweizer Altphilologe
1829:
Benjamin Ipavec, slowenischer Komponist
1834:
Albert von Boguslawski, deutscher Militärschriftsteller und General
1837:
Kaiserin Sisi, eig. Elisabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach, Königin von Ungarn, Herzogin in Bayern
Carl Stephan, deutscher Chronist
Cosima Wagner, deutsche Leiterin der Bayreuther Festspiele, Ehefrau des Komponisten ’Richard
1838:
Thorvald Nicolai Thiele, dänischer Mathematiker und Astronom
John Morley, eig. John Morley of Blackburn, brit. Politiker (nach julianischem Kalender) geboren am 24. Dezember 1838 in Blackburn / Lancashirein Oxford, England
1841:
Julian Treumann, deutscher Chemiker
1844:
Wilhelm Spemann, deutscher Verleger
1845:
Georg I., griechischer König
1854:
Julius Elster, Lehrer und Physiker
1854:
Friedrich Körte, deutscher Architekt
1859:
Samuel Fischer deutscher Verleger (S. Fischer Verlag)
1859:
Roman Statkowski, polnischer Komponist und Musikpädagoge
1860:
Friedrich Buri, Schweizer Politiker
1860:
Johannes Debus X., deutscher Politiker
1860:
Julius Korngold, österreichischer Komponist
1864:
Stephan Elmas, türkisch-armenischer Komponist und Pianist
1867:
Tevfik Fikret, türkischer Dichter
1868:
Emanuel Lasker, dt. Mathematiker, Philosoph u. Schachweltmeister
1868:
Richard Teichmann, deutscher Schachmeister
1870:
Rosario Scalero, italienischer Violinist, Musikpädagoge und Komponist
1875:
Otto Ender, österreichischer Politiker
1878:
Gustav von Bergmann, deutscher Internist und Medizinprofessor
1879:
Stanislaw Filippowitsch Ljudkewitsch, russischer Komponist
Clemente Micara, vatikanischer Diplomat und Kurienkardinal
Edmund E. Stengel, deutscher Historiker und Diplomatiker
1880:
Hermann Haller, Schweizer Bildhauer
1881:
Charles Wakefield Cadman, US-amerikanischer Komponist
Anton Fehr, deutscher Agrarwirtschaftler und Politiker, MdR, Reichsminister
Juan Ramón Jiménez, spanischer Lyriker und Prosaist, Nobelpreisträger
Otto Lukas, deutscher Lehrer, Dichter und Schriftsteller
1886:
Peco Bauwens, deutscher Fußballspieler
1888:
Michael Curtiz, eig. Manó Kertész Kaminer, ungarisch-US-amerikanischer Filmregisseur (Casablanca)
Willi Schlage, deutscher Schachmeister
1890:
Rosebery d’Arguto, polnischer Musikpädagoge, Komponist und Dirigent
Alfred Neveu, Schweizer Bobfahrer
1893:
Ruth Chatterton, US-amerikanische Schauspielerin
Wout Buitenweg, niederländischer Fußballspieler
Harry Warren, US-amerikanischer Musiker, Komponist und Liedtexter
1894:
Friedrich Ruge, deutscher Admiral und Inspekteur der Marine
Josef Ständer, deutscher Arzt und Politiker
1895:
Josef Uridil, österreichischer Fußballspieler
1896:
Jens Oliver Lisberg, färöischer Rechtswissenschaftsstudent
1898:
Baby Dodds, US-amerikanischer Jazz-Schlagzeuger
Anton Hilbert, deutscher Politiker, MdL, MdB
Käthe Kluth, deutscher Philologin und Anglistin
1899:
Carl Troll, deutscher Geograph
1900:
Joey Smallwood, kanadischer Politiker
Carl Voscherau, deutscher Schauspieler
1901:
Otto Basil, österreichischer Schriftsteller, Publizist und Journalist
Alexander Alexandrowitsch Fadejew, sowjetischer Schriftsteller
Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté, russische Komponistin
Enrique Mejía Arredondo, dominikanischer Komponist und Dirigent
1902:
Vinzenz Nohel, österreichischer Nationalsozialist
Jean de Menasce, französischer Theologe und Orientalist
Ilse Häfner-Mode, deutsche bildende Künstlerin
1903:
Joseph Cornell, US-amerikanischer Bildhauer, Maler und Experimentalfilmer
Ulrich Scheuner, deutscher Staatsrechtler
1904:
Hugo Friedrich, deutscher Romanist
1905:
Hans Geiger, deutscher Fußballspieler
Howard Robard Hughes, US-amerikanischer Unternehmer und Luftfahrtpionier
1906:
Paul Bromme, deutscher Journalist, Politiker, MdB und Widerstandskämpfer
Joseph Kardinal Höffner, Erzbischof von Köln
Wolfgang Kayser, deutscher Germanist und Literaturwissenschaftler
Eduard Leuze, deutscher Politiker, MdB, MdL und Landesminister
Paul Mehlitz, deutscher Feldhockeyspieler
Franz Waxman, deutscher Filmkomponist, Dirigent und Arrangeur
1907:
John Kardinal Cody, Erzbischof von Chicago
1909:
Adam Rapacki, polnischer Politiker
Robert Mächler, Schweizer Schriftsteller und Journalist
1910:
Ellen Braumüller, deutsche Leichtathletin
Fritz Leiber, US-amerikanischer Schauspieler und Science-Fiction-Autor
Max Miedinger, Schweizer Grafiker und Typograf
Yannis Papaioannou, griechischer Komponist
1914:
Alfred Dompert, deutscher Leichtathlet, Olympiamedaillengewinner
Herbert Reinecker, deutscher Journalist und Autor (Der Kommissar’, ’Derrick’)
1915:
Jean Vallerand, kanadischer Komponist, Musikkritiker und Dirigent
1916:
Lalo Guerrero, US-amerikanischer Sänger, Gitarrist und Songwriter
Carlo Rustichelli, italienischer Filmmusikkomponist
1917:
Armin Scheurer, Schweizer Leichtathlet
1919:
Pierre Soulages, französischer Maler und Grafiker
1920:
Dave Bartholomew, US-amerikanischer Jazz-Musiker
Harry de Groot, niederländischer Komponist
Franco Lucentini, italienischer Schriftsteller
1921:
Bill Dudley, US-amerikanischer American-Football-Spieler
1922:
Ava Gardner, eig. Ava Lavinia Gardner, US-amerikanische Schauspielerin
Jonas Mekas, litauischer Filmregisseur und Schriftsteller
1924:
Mohammed Rafi, indischer Playbacksänger des Hindi-Films
Alois Schilliger, Schweizer Komponist, Kapellmeister und Klavierspieler
1925:
Claude Frank, deutsch-US-amerikanischer Pianist
1926:
Juan Linz, deutsch-spanischer Politikwissenschaftler
1927:
Jake Hess, US-amerikanischer White-Gospel-Sänger
Mary Theresa Eleanor Higgins Clark, US-amerikanische Kriminal-Autorin
Angelika Schrobsdorff, deutsche Schriftstellerin
1928:
Sigurd Fitzek, deutscher Schauspieler
Manfred Rommel, deutscher Kommunalpolitiker, Oberbürgermeister von Stuttgart
Lew Nikolajewitsch Wlassenko, russischer Pianist und Klavierpädagoge
1929:
Timothy Brinton, britischer Nachrichtensprecher und Politiker
Lennart Skoglund, schwedischer Fußballspieler
1931:
Walter Abish, US-amerikanischer Schriftsteller
Ray Bryant, US-amerikanischer Jazzpianist
Christian Enzensberger, deutscher Schriftsteller
Mauricio Kagel, argentinisch-deutscher Komponist und Dirigent, Librettist und Regisseur
Harald Serafin, österreichischer Operettensänger
1932:
Marshall Davidson Hatch, australischer Biochemiker und Pflanzenphysiologe
1934:
Pater Beda, deutscher Missionar
Enrique Dussel, argentinischer Philosoph, Historiker und Theologe
Noël Lancien, französischer Komponist und Dirigent
Stjepan Mesic, kroatischer Staatspräsident
1936:
Chris McGregor, südafrikanischer Pianist, Komponist und Bandleader
1937:
Elisabeth Fehrenbach, deutsche Historikerin
1938:
Hans Küppers, deutscher Fußballspieler
Mesias Maiguashca, ecuadorianischer Komponist
1939:
Herty Lewites, nicaraguanischer Politiker
Christiane Schmidtmer, deutsche Hollywoodschauspielerin, Mannequin und Model
1940:
Erich Maas, deutscher Fußballspieler
1941:
Michael Billington, britischer Schauspieler
Hans Eichel, deutscher Politiker, MdL, Ministerpräsident, MdB und Bundesfinanzminister
Manfred Schurti, Liechtensteiner Autorennfahrer
1942:
Dominique Manotti, französische Romanautorin und Historikerin
Frieder Döring, deutscher Arzt und Schriftsteller
1943:
Tarja Halonen, finnische Staatspräsidentin
Volker Kriegel, deutscher Jazz-Gitarrist und Cartoonist
Robert Kurz, deutscher Journalist
Godehard Schramm, deutscher Schriftsteller, Erzähler und Rundfunkredakteur
1944:
Frithjof Bergmann, deutscher Philosoph
Lothar Ibrügger, deutscher Politiker, MdB. MdEP
Erhard Keller, deutscher Eisschnellläufer, Olympiasieger
Dan Miller, kanadischer Politiker
Tony Pierce-Roberts, britischer Kameramann
Woody Shaw, US-amerikanischer Jazz-Trompeter und Komponist
1945:
Peter Houseman, englischer Fußballspieler
Lemmy Kilmister, britischer Sänger, Bassist und Songschreiber (Motörhead)
Nicholas Meyer, US-amerikanischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur
Helmut Sauer, deutscher Politiker, MdB
1946:
Jan Akkerman, niederländischer Musiker, Rock- und Jazz-Gitarrist
Andrew Chi-Chih Yao, chinesischer Informatiker
Vittorio Giardino, italienischer Comiczeichner und -autor
Erwin Pröll, österreichischer Politiker, Landeshauptmann von Niederösterreich
1947:
Brigitte Meyer, deutsche Politikerin, MdL
1948:
Edwige Fenech, italienische Filmschauspielerin
Frank Jürgen Krüger, deutscher Rockmusiker
1949:
Warwick Brown, australischer Autorennfahrer
Willi Reimann, deutscher Fußballspieler und Trainer
1951:
Beppo Pohlmann, deutscher Sänger und Songschreiber (Gebrüder Blattschuss)
1952:
Lorne Calvert, kanadischer Politiker
Helmut Schüller, österreichischer Priester, Präsident von Caritas Österreich
1953:
Christina Weiss, deutsche Journalistin und Politikerin
Hans-Jürgen von Bose, deutscher Komponist
1954:
Lorenz Caffier, deutscher Politiker
Christian Ruck, deutscher Politiker
Ulrike Kriener, deutsche Schauspielerin
Peter Ehret, deutscher Synchronsprecher
Cynthia Folio, US-amerikanische Komponistin, Flötistin und Musikpädagogin
1955:
Hans Söllner, deutscher Sänger und Liedermacher
Clarence Gilyard Jr., US-amerikanischer Schauspieler (spielte u.a. ’Ranger James Trivette’ in ’Walker, Texas Ranger’)
Grand L. Bush, US-amerik. Schauspieler (Lethal Weapon)
1956:
Irene Khan, bangladescher Juristin und internationale Generalsekretärin von Amnesty International
Stephanie Hodge, US-amerikanische Schauspielerin
1957:
Andy Baum, österreichischer Pop-Musiker
Othmar Karas, österreichischer Politiker
Hamid Karzai, afghanischer Staatspräsident
Martin Trocha, deutscher Fußballspieler
Ian Burden, brit. Keyboarder der Gruppe ’Human League’
1958:
Lea Sölkner, österreichische Skirennläüferin, Weltmeisterin im Slalom
Hans Spaan, niederländischer Motorradrennfahrer
1959:
Michaela Noll, deutsche Politikerin
Anil Kapoor, indischer Schauspieler und Produzent
Lee Daniels, US-amerikanischer Filmproduzent, Filmregisseur und Schauspieler
1960:
Zeeteah, britische Sängerin
Peter Hauk, deutscher Politiker, Minister in Baden-Württemberg, MdL
1961:
Thomas Bäppler, deutscher Entertainer, Travestiekünstler und Choreograph
François Moutin, französischer Jazz-Bassist
Louis Moutin, französischer Jazz-Schlagzeuger
Wade Williams, US-amerikanischer Schauspieler
1962:
Wenzel Michalski, dt. TV-Moderator, (’N24 Zoom’) David Cobb, US-amerikanischer Rechtsanwalt und Politiker
1963:
Olaf Berger, deutscher Schlagersänger
Myriam Décroze, französische Malerin
1964:
Bernd Michael Lade, deutscher Schauspieler und Regisseur
Jean-Paul Civeyrac, französischer Filmregisseur
Bernd Drücke, deutscher Soziologe
Shirley Henderson, schott. Schauspielerin, (’die Maulende Myrthe’ in ’Harry Potter’)
Mark Valley, eig. Mark Thomas Valley, amerikan. Schauspieler, (spielte u.a. ’Christopher Chance’ in ’Human Target’)
1966:
Karsten Neumann, deutscher Politiker
Dirk van den Boom, deutscher Politologe und Science-Fiction-Autor
1967:
Rupert Henning, österreichischer Autor und Schauspieler
1968:
Astrid Strauß, deutsche Schwimmerin
1969:
Milan Blagojevic, australischer Fußballspieler
Pernille Fischer Christensen, dänische Regisseurin
Leavander Johnson, US-amerikanischer Boxer
Andy Liebing, deutscher Boxer
Ed Miliband, britischer Politiker
Mark Millar, britischer Comicautor
1970:
Christian von Boetticher, deutscher Politiker
David Donatien, französischer Musik-Instrumentalist
Amaury Nolasco, puerto-ricanischer Schauspieler
Will Oldham, US-amerikanischer Songwriter und Musiker (Bonnie ’Prince’ Billy)
1971:
Giorgos Alkeos, griechischer Popmusiker
Christian Baumeister, deutscher Tierfilmer, Regisseur und Produzent
Fabrice Borer, Schweizer Fußballtorhüter
Christopher Daniels, US-amerikanischer Wrestler
Sascha Fischer, deutscher Rugbyspieler
Ricky Martin, eig. Enrique Martín Morales, puerto-ricanischer Pop-Sänger
Tomoko Otakara, japan. Schauspielerin, (’Rhapsody im August’)
1972:
Álvaro Mesén, costa-ricanischer Fußballspieler
Richard Dutruel, französischer Fußballspieler
Carmen Moore, kanadische Schauspielerin
Klaus Schnellenkamp, chilenischer Autor
1973:
Shawn Heins, kanadischer Eishockeyspieler
Stephenie Meyer, US-amerikanische Jugendbuchautorin (Twilight)
Eddie Pope, US-amerikanischer Fußballspieler
Francesca Vanthielen, niederl. Schauspielerin, (’Die Stunde des Lichts’, ’Mord in Brügge’)
1974:
Sascha Ehlert, hessischer Mundartautor
Faye Fary, senegalesischer Fußballspieler
César García Calvo, spanischer Radrennfahrer
Paal Nilssen-Love, norwegischer Schlagzeuger
Marcelo Salas, chilenischer Fußballspieler
Ryan Seacrest, US-amerikanischer Fernseh- und Radiomoderator (American Idol)
1975:
Keith Loach, kanadischer Skeletonfahrer
1976:
Chan Chia Fong, malaysische Badmintonspielerin
Lynn Chen, US-amerikanische Schauspielerin und Musikerin
Florian Karlheim, deutscher Schauspieler
Marion Rodewald, deutsche Hockeyspielerin
1977:
Américo, chilenischer Sänger
Carlos Meza, kolumbianischer Boxer
1978:
Harald Planer, österreichischer Fußballspieler
1979:
Henrico Botes, namibischer Fußballspieler
Ariane Grundies, deutsche Autorin
Chris Hero, US-amerikanischer Wrestler
Bozo Kovacevic, österreichischer Fußballspieler
Sanny Lindström, schwedischer Eishockeyspieler
Swetlana Michailowna Pospelowa, russische Leichtathletin
1980:
Johnny Gruelle, US-amerik. Künstler, Illustrator (Raggedy Ann and Raggedy Andy)
José Aguilar, venezolanischer Radrennfahrer
Stephen Appiah, ghanaischer Fußballspieler
Cassidey, US-amerikanischen Pornodarstellerin und Fotomodell
Maria Götze, Schwimmerin im deutschen Behindertensport
Tomas Kalnoky, US-amerikanischer Sänger, Gitarrist und Songwriter
Jason Miller, US-amerikanischer Kampfsportler
1981:
Nneka, nigerianische Sängerin
Dima Bilan, eig. Wiktor Nikolajewitsch Belan; russischer Popsänger; Sieger des ’Eurovision Song Contest 2008’
1982:
Tetsuya Kakihara, japanischer Sänger
Akifumi Okuyama, japanischer Eishockeyspieler
Masaki Aiba, japanischer Sänger und Schauspieler
Pontus Carlsson, schwedischer Schachspieler
1983:
Irina Krush, US-amerikanische Schachspielerin
Lorielle London, deutsche transsexuelle Entertainerin
1984:
Wallace Spearmon, US-amerikanischer Leichtathlet
Dominik Koll, österreichischer Schwimmer, Olympiateilnehmer
1985:
David Ragan, US-amerikanischer NASCAR-Rennfahrer
Christina Schwanitz, deutsche Kugelstoßerin
1986:
Hoon Thien How, malaysischer Badmintonspieler
1988:
Momodou Ceesay, gambischer Fußballspieler
Sitamadji Allarassem, tschadischer Fußballspieler
1989:
Maxine Mittendorf, deutsche Fußballspielerin
1989:
Ömer Kanca, türkischer Fußballspieler
1990:
Lars Hartig, deutscher Ruderer
Michael Lewis, US-amerikanischer Autorennfahrer
1991:
Maxim Alexejewitsch Kizyn, russischer Eishockeyspieler
1995:
Soleil Borda, US-amerikanische Schauspielerin
Nachweise:
http://www.zitate-datenbank.service-itzehoe.de/wer-hat-geburtstag/12/24/
http://geboren.am/24_Dezember
http://www.famousbirthdays.com/dec.html

Der text wurde erstmals am 24.11.2011 auf dem nun bald eingestellten Blog http://www.sprechstunde.meinblog.at veröffentlicht.

Jedes Kind hat Talent: Gut gemeint kann auch ziemlich gemein sein

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#Talent

Obenstehendes Bild kam via Twitter von @AlevKorun, Nationalratsabgeordnete der Grünen und verbreitet einen scheinbar zutiefst humanistischen Grundsatz:

Jedes Kind hat Talent & will lernen & persönlich wachsen. Kein Kind zurücklassen!

Jetzt ist die Förderung des Nachwuchs keineswegs eine Erfindung der alternativen Linken:
Schon der keineswegs linksstehende Winston Churchill stellte fest, dass es keine bessere Investition gibt als die Milch die eine Gesellschaft in ihre Kinder gießt.
Und mir liegt es selbstverständlich fern, gegen die Förderung unseres Nachwuchs zu argumentieren, mich stört nur die eigenartige moralische Position, die hier eingenommen wird.
Statt das zu verlangen, wovon man überzeugt ist, verschanzt man sich hinter einem Postulat, das durch das erste Gegenbeispiel (und jeder kennt ein solches), falsifiziert werden kann,
und gefährdet dadurch eine an sich richtige Forderung.

Während die Aufklärer so viel Selbstbewusstsein aufbrachten, Lernen und Wissen als einen Wert an sich zu definieren und konsequent forderten, dass allen Menschen ein Zugang zu Wissen und Bildung zu ermöglichen ist,
wird hier – ganz materialistisch –  die Berechtigung zur Förderung durch das Vorhandensein eines Talents begründet. Mit anderen Worten getraut man sich nicht, es als seine persönliche Überzeugung darzustellen, dass eine Gesellschaft ihren Nachwuchs zu fördern hat, sondern generiert sich scheinbar nur zum Sprachrohr des Talents (übrigens im Wortstamm die Bezeichnung einer Menge an Silbermünzen !!) , das sich seine Förderung verdient hat. Um die Kurve am Elitarismus vorbei zu kriegen, schiebt man die Behauptung voran, dass ohnehin jedes Kind Talent hätte, so dass ja eh alles, jede, jeder & jedes „mitzunehmen“ ist.

Gesellschaftspolitik im 21. Jahrhundert tut nur mehr, als wäre nichts mehr Überzeugung (Ideologie) sondern alles nur mehr alternativlose Logik.

Damit steht sie aber auf ziemlich wackeligen Füssen, denn es negiert die Unterschiedlichkeit von Menschen.
Klar, eine unmotivierter Lehrerin, ein mieser Kindergärtner demontiert den Lernwillen jedes Kindes und gute Kräfte holen auch noch viele Außenseiter und Minderbegabte ins Boot, nur vermutlich nicht alle.
Die postulierte Gleichheit führt konsequenterweise zu Absurdität (Achtung jetzt wird’s zynisch), dass letztendlich Rollstuhlfahrer verpflichtend an der Neigungsgruppe Hürdenlauf teilzunehmen haben und wir alle im Theater Hamlets Monologe nur mehr in Gebärdensprache sehen werden.
Selbstverständlich ist es unerwünscht, Kinder mit besonderen Bedürfnissen in „Hilfsschulen“ abzuschieben, jedoch bin ich davon überzeugt, dass es Grenzfälle gibt, in denen ein gemeinsamer Unterricht aller zu Benachteiligung aller wird, also ziemlich gemein wird.
Selbstverständlich ist es wünschenswert, dass allen Kindern alle Möglichkeiten eröffnet werden, um das Beste aus Ihren Wünschen und Anlagen zu machen, jedoch verweigere ich mich der Verpflichtung jeden radegebrochenen Text als Literatur, jedes quälende Geklimper als musikalische Talentprobe und jedes bekritzelte Stück Lehm als Lehrstück künftiger Michelangelos zu akzeptieren.

Jeder Mensch hat als Mensch geachtet, gefördert, -schlicht ermöglicht zu werden, wenn er will, eben weil er Mensch ist.
Wer hierzu eine weitere Begründung benötigt, sollte seinen geistigen Standpunkt hinterfragen.
Jeder Mensch hat alle Chancen verdient- auch wenn er – wie die meisten von uns – talentlos ist, weil er Teil der menschlichen Gesellschaft ist. Jede andere Position wäre ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Wir haben unsere Politiker ja auch gewählt, auch wenn sie uns immer wieder ihre Talentlosigkeit und ihr Unverständnis der europäischen Geistesgeschichte beweisen.
Wenn Sie aber keinen Mumm mehr haben, einfach zu sagen, was sie durchsetzen wollen sondern sich nur hinter gut klingenden, selbstimmunisierenden Bildern verstecken, drängt sich die Frage auf, ob man nicht zumindest derartige Geisteskinder zurücklassen sollte.

 

Written by medicus58

23. Dezember 2014 at 16:44

Auch bei uns werben Anwälte immer aggressiver um Patienten

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Dass US Anwälte seit Jahren vor den Spitälern auf Patienten lauern um gegen Erfolgsbeteiligung Schadenersatzprozesse anbieten, ist nicht neu.
Dass das US amerikanische Rechtssystem solche Entwicklungen fördert ist auch nicht unbekannt.

Diese Werbeplakat eines Wiener Rechtsanwalts, das ziemlich unverhohlen damit wirbt, dass man mit Hilfe eines Rechtsbeistandes von einer fremdverschuldeten Invalidisierung gut leben könne, hat mich doch etwas überrascht.

Written by medicus58

17. Dezember 2014 at 16:47

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin

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Mahü: Der Blaumilchkanal ist fertig

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Solange uns grüne Kampfposter weiterhin ungefragt versichern wie supi denn der Umbau der Mahü abgelaufen ist, solange erlaube ich mir hier die Fakten sprechen zu lassen:

Am 15.8.2013  habe ich unter Maria, hilf: Ein Augenschein auf der Mahü http://wp.me/p1kfuX-FB berichtet, wie “g’scheit” und sicher von langer Hand “geplant” die Markierungen für die Schrägparker Schottenfeldgasse/Mariahilferstrasse an Stellen angebracht wurden, wo vor gar nicht langer Zeit eigentlich Fahrradständer in den Asphalt versenkt wurden.

Schrägparker_Radständer

Am 14.10.2013 habe ich dann unter MaHü: Learning by doing http://wp.me/p1kfuX-Hz berichtet, dass im mindestens dritten Anlauf zwei Radständer aus der PKW Zone entfernt und vor den anderen Radständern in den Asphalt gebohrt wurden.

Als es dann los ging, mit dem Umbau der Mahü wurden sowohl Fahrradständer als auch die mehrfach umgepinselten Bodenmarkierungen weggefräst. 

Mahü Foot Locker small

 

Danach wurden hier und auch an anderen Stellen der Nebenstraßen Bauschutt und -material gelagert.
Seit einigen Tagen wurden der Bereich erneut asphaltiert, Radständer gesetzt und wieder Bodenmarkierungen angebracht.

Radständer-finale

Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass innerhalb von 16 Monaten zweimal Radständer, Bodenbelag und Bodenmarkierungen angebracht wurden.
Etwas mehr Sorgfalt könnten wir uns schon erwarten, wenn unser Steuergeld mit vollen Händen an Baufirmen überwiesen wird.
Dass es sich dabei um einen Planungsfehler der Baufirma handeln könnte, wie es mir ein „Ökowiki“ in einem Forum einreden wollte, kann ich nicht glauben, dazu liegen die Gewerke zu lange auseinander.
In Wirklichkeit ist dieser „Blaumilchkanal“ eines von vielen (zum Teil auch hier dokumentierten) Hoppalas die entstehen, wenn die Politik nur ihren Willen durchsetzen will, koste es was es wolle.
Dass die Radständer ohnehin nie zur Gänze besetzt sind, weil z.B. gleich auf der gegenüberliegenden Seite dieser Straße ebenfalls mehrere Radständer aufgestellt wurden.

Written by medicus58

15. Dezember 2014 at 20:44

Gedanken am Ende eines Blogs

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MeinBlog_at

Wie Sie vielleicht schon gelesen haben, wird mein.blog.at mit Jahresende eingestellt.

So the fuck what.

Am 22.10.2010 habe ich auf diesem Server meinen ersten Blog getippt:

Wer vertritt hier wessen Interessen?
Unsere Politiker beschliessen Gesetze, und das ist prinzipiell einmal OK.

Sie haben ein neues Insolvenzrecht beschlossen, nach dem die Gläubigerrechte gegenüber Mirko Kovats weniger geschützt werden

http://derstandard.at/1287099720189/Insolvenz-Neues-Insolvenzrecht-kommt-Kovats-entgegen

und sie haben Gesetze beschlossen, nach denen unser Staat stärker vor den minderjährigen Kindern illegaler Einwanderer geschützt wird.

http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Mutter-wird-mit-Baby-heute-ausgewiesen/5246070

Im zweiten Fall zahlen wir ein paar Tausend Euro dafür, dass wir Wirtschaftsflüchtlinge mit ihren Kindern außer Landes bringen, im ersten Fall kostet es unseren Unternehmen, Banken und somit uns allen Millionen Euro, damit Heuschrecken, pardon Sanierer, überleben.

Unsere Politiker beschließen Gesetze, …. aber sie vertreten nicht meine Interessen. 

 Na, ja …  

ist also, was es war … eine Tagebucheintragung aus dem Moment heraus zu einem Zeitpunkt grösserer Unzufriedenheit mit allem und jedem.

Seither hat dieser Blog 87271 Besucher erlebt, wobei ich mich keiner Illusion hingebe, dass nur ein Bruchteil der „Klicker“ auch die Texte gelesen hat, aber immerhin.

Mein(e) einzige Leserin, von der ich regelmäßgen Response erhalten habe, war Frau Kainz, deren „umgesiedelten“ Blog auf http://www.christinekainz.at/ ich allen ausdrücklich empfehlen möchte, die über wichtige Veranstaltungen informieren wollen.

Viele andere haben ab und an Kommentare gepostet. Meistens konstruktiv, oft für mich höchst informativ, bisweilen nur amüsant.

Ich habe mich nie gefragt, was den FIRSTMEDIA angetrieben hat, diesen Blog, als „ewige Betaversion“ anzubieten. Vielleicht die selben Gründe wie all die anderen Social Media Provider, also Spionage und Verkauf von werberelevanten persönlichen Daten, ich weiß es nicht. Jedenfalls bekamm man prompt Antwort, wenn man mehr Speicherplatz benötigte und niemad intervenierte gegen spezielle Inhalte.

Deshalb einmal herzlichen Dank für die Möglichkeit erste Schritte in der Blogosphere zu unternehmen!

Seit 2011 kopierte ich auch die hier erstellten Beiträge aufwww.medicus58.wordpress.com , so dass durch die Einstellung dieses Blogs, vvermutlich wenig Texte verloren gehen werden, und wenn auch …

Dort habe ich aktuell 66.169 Besucher und kann sogar nachvollziehen, woher die Klicks kommen; ob die Beiträge auch wirklich gelsen werden, weiß ich dort wie da nicht …

Die scheinbare Freiheit des Internes für den Einzelnen ist ohnehin nur ein Gerücht.
Wenn Jeremy Rifking in seinem 2014 erschienen Buch The Zero Marginal Cost Society: The Internet of Things, the Collaborative Commons, and the Eclipse of Capitalism glaubt und glauben macht, dass das Internet nahezu kostenlos Partizipation ermöglicht, so ist das nur kurzsichtiges New Age.

Alles kostet in dieser Welt Geld und nur wer die Produktionsmittel kontroliiert, hat Einfluss auf das was gesagt werden darf und was gesagt werden kann.

All unsere Daten in diversen Clouds, auf all den verschiedenen Servern sind weg, wenn niemand mehr die Stromrechnung bezahlt.

Natürlcih können wir uns wehren, in dem wir Daten multiplizieren, spiegeln, sichern, aber letztendlich läuft alles darauf hinaus, was ich schon früher einmal hier als Bloganie (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=84943bezeichnet habe.

Also endet mein Blog nun hier gegen Jahresende und ist nur mehr auf www.medicus59.wordpress.com  zu verfolgen, wer will …

Sie sind ja ohnehin schon hier angelangt und können dem Blog weiter folgen, .. solange bis auch das Geschäftsmodell von WordPress.com den Stecker zieht …

Irgendwann werden wir doch wieder auf die Straße gehen müssen, wenn wir Gehör finden wollen …

Written by medicus58

9. Dezember 2014 at 21:45

Veröffentlicht in Allgemein

Wickel oder Neustart der Ärzteausbildung: Komm auf die Schaukel, KollegIn

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buminöäkhgii

Es fällt schwer dem Ernest Pichlbauer, dem in Selbstdefinition „unabhängigsten Gesundheitsökonomen des Landes“ zuzustimmen, aber manchmal ist es unumgänglich ihm von anderen Ende des politischen Spektrums zuzustimmen.

Im August 14 schrieb er in einem Kommentar in der Wienerzeitung:
Die neue Ärzteausbildung – eine unglaubliche Mogelpackung
(http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/650356_Die-neue-Aerzteausbildung-eine-unglaubliche-Mogelpackung.html) und hatte Recht, obwohl er zu diesem Zeitpunkt (nachweislich) nicht wusste, was parallel dazu im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV), immerhin der größte Ärzteausbildungsmühle, passierte.

In seinem Artikel prophezeihte er den Ärzte-Azubis, dass sie trotz anderslautender Versprechungen weiterhin als Systemerhalterherhalten müssen, weil niemand sonst für den Routinebetrieb (Blutdruckmessen, Blutabnehmen, Spritzengeben, Infusionen anhängen, …) zur Verfügung stehen würde.
Zu diesem Zeitpunkt hat aber der neue starke Mann im KAV Udo Janßen (Mann, ist der Mann gut, der nun im KAV aufräumt….http://wp.me/p1kfuX-Kd) – angeblich unmittelbar vor Urlaubsantritt – in einer Mail an alle KAV Mitarbeiter per Erlass die Aufgaben von Medizin und Pflege dahin geregelt

Achtung schweres Geschütz

dass die Pflege ab sofort, bzw. ab Oktober, spätestens aber ab 1.1.2015 all das, was sie die Pflegeberufe als Kompetenz in ihre Berufsgesetze schreiben hat lassen, auch zu tun hat … na, bummm

Damit war klar, dass Janßen den Ratschlag seines Vorgängers Marhold: „Wenn ich meinen Nachfolgern einen einzigen Rat geben darf, ist es der – arbeiten Sie eng mit der Personalvertretung zusammen.“ in den Sommerwind geschlagen hat und prompt nahm Bernhard Harreiter, Vorsitzende der Hauptgruppe II, den Fehdehandschuh auf:

Entweder provoziert der neue Mann an der Spitze des KAV mit dieser Vorgehensweise ganz bewusst eine völlig unnötige Auseinandersetzung oder es ist ihm „einfach passiert“.
Er grenzt damit die Möglichkeit der Zusammenarbeit extrem ein:
„Wickel“ oder Neustart.

Der Hintergrund für die hektische Verschiebung der ungeliebten Routine ist einfach, dass es spät aber doch auch dem KAV dämmerte, dass mit dem Wegfall der alten Turnusausbildung und dem aktuellen (natürlich auch von Wehsely mit bestimmten) Konsens der Spitalsträger, „nur mehr eine Ausbildung bieten zu wollen“, es zu einem massiven Engpass der Azubis kommen wird. Früher war es eher Standard, dass diejenigen, die eine Fachausbildung anstrebten die theoretisch 3- meist aber 4-jährige „Turnusausbildung zum Praktiker“ mehr oder weniger komplett durchliefen und dann je nach Eignung, Gelegenheit oder Zufall in eine 6-jährige Ausbildung zum Facharzt wechselten. Fast ein Jahrzehnt stand somit am unteren Ende der Karriereleiter ein Azubi zur Verfügung, der „Routine“ machen musste.

Wenn das wegfallen sollte, und das es das wird ist seit einigen Jahren politisch klar, dann muss jemand diese Tätigkeiten übernehmen.
Gleichzeitig hat sich die Ärzekammer mit dem Bundesministerium eine komplette Neuakkreditierung aller Ausbildungsstellen ausgemacht und tönt vollmundig, dass sie diejeneigen Stellen, an denen die Ärzte in Ausbildung zu Tätigkeiten herangezogen werden, die eigentlich von anderen Berufsgruppen erledigt werden könnten, einfach nicht anerkennen würde – will heissen,
den Spitälern droht ein weiterer Verlust billiger Arbeitskräfte …

Für den Aussenstehenden schien es also für die Ärzte zu laufen:
Die im „common trunk“ verdichtete Grundausbildung aller Ärzte in „Allgemeiner Interne und Chirurgie“ sollte nach dem letzten, nun praktischen Jahr des Studiums (KPJ) die Grundlage für einen prinzipiellen Überblick schaffen, um dann sich auf die beiden Ausbildungsschienen „Allgemeinmedizin“ und „Sonderfächer“ konzentrieren zu können.
Dass damit die sogenannten Gegenfächer (also die Rotation zB. eines angehenden Neurochirurgen an eine Neurologie) abgeschafft wurde (weil die Organisation für die Spitalsträger zu mühsam war), halte ich zwar für eine gefährliche Verschlechterung der Ausbildung, aber der Unmut unter den Fachvertretern wurde von der Kammer weggeredet.

Zukünftige Ärzte für Allgemeinmedizin – tönte es noch im Sommer – sollten auch verstärkt in Disziplinen wie HNO, Dermatologie, Kinderheilkunde ausgebildet werden, da sie ja in den gleichzeitig entwickelten PrimaryHealthCare-Konzepten, einfachere Krankheiten in diesem Bereich, erstversorgen sollen. In der Stadt geht man mit seinem fiebernden Kind am Wochenende eben in eine Spitalsambulanz, am Land steht dafür nur der von Allgemeinmedizinern geführte Ärztenotdienst zur Verfügung, so dass der schon noch Masern von Scharlach untersc heiden können sollte …

All das ist nun Makulatur:

Die Ärztekammer hat (gemeinsam mit dem Bundesministerium unter dem offenkundigen Druck der Landespolitik) zurück gerudert:

Damit auch alle offenen Lücken geschlossen werden können, wird man seine Allgemeine Interne an irgendeiner konservativen Abteilung (Originalzitat: auch Psychiatrie) und seine Allgemeine Chirurgie an irgendeinem operativen Fach absolvieren können.

Es gibt leider zuwenig dermatologische oder HNO Abteilungen, so dass diese Inhalte nur mehr fakultativ, vielleicht auch nur an der Seite eines stundenweise ins Spital kommenden Konsiliars ausgebildet werden können.

Is ja egal, wird auch in Zukunft der Hausarzt auf jede rote Hautveränderung zuerst ein Pilzmittel und wenn das nicht hilft ein Cortisonpräparat verordent werden … Diagnostik ist überbetont!

Aber auch im KAV läuft die Welle der Gegenreformation:

In der Novemberausgabe der Gewerkschaftszeitung frohlockt Harreither, dass Janßen von den beiden angebotenen Optionen nun den Neustartgewählt hätte.
„Das wiederum bedeutet, dass am 1. Jänner 2015 nun doch kein imaginärer Hebel umgelegt, der KAV-weit einfach nur Tätigkeiten innerhalb von zwei Berufsgruppen verschiebt.“ 

…verschafft Ihnen vor Ort Zeit. Zeit die Sie benötigen … analytische Funktionsbewertung … Rahmenbedingungen …

Im Klartext: Zwitscher, zwitscher, … schaun mir amoi …

Wie gesagt, es fällt schwer dem Pichlbauer zuzustimmen und auch wenn er seinen damaligen Artikel nicht in Kenntnis aller parallelen Entwicklungen getippt hat, mit einem vorausschauenden Pessimismus liegt man in unserem Gesundheitssystem leider meistens richtig …

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