Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for the ‘Gesundheitssystem’ Category

JÖ, Kurz bringt uns den türkise Virus Bonus Club und wir dürfen alle nach China reisen

leave a comment »


Der JÖ Bonus Club verspricht Kunden von REWE, OMV Libro, Pagro Diskont, BAWAG P.S.K., Interio und Zgonc jede Menge Vorteile und exklusive Rechte und ist erhielt 2019 den Big Brother Award,.für das ungenierte  Profiling ihrer Kunden. Die Millionen Clubmitglieder scheint es trotzdem zu freuen, und wenn dafür Staatskünstler Robert Palfrader wirbt, wird es schon in Ordnung gehen. 

2020 erhielt dann auch die Deutsche Bundesregierung den Big Brother Award wegen ihrer rechtlichen und politischen Mitverantwortung für den völkerrechtswidrigen US-Drohnenkrieg, der über die Satelliten- und Datenrelais-Station der US-Airbase Ramstein in der Pfalz abgewickelt wird.

Unser Bundeskanzler Kurz bettelt grad auch darum, der nächste Preisträger zu werden und schwadroniert in einer deutschen Talkshow vom Europäischen Impfpass mit dem wir uns aus der Krise impfen werden. „Wir arbeiten gerade mit den Griechen und vielen anderen europäischen Kollegen daran, dass es zeitnah eine digitale Lösung für einen grünen Impfpass ähnlich dem in Israel gibt“

Ja, Vorbild Netanjahu, der sich durch eine Neuwahl nach der anderen bislang einer gerichtlichen Verurteilung entzieht, hatte erst vor einigen Tagen den Grünen Corona-Impfpass mit Privilegien medienwirksam eingeführt, mit dem 3,2 Millionen Israelis in Fitnessstudios, Hotels, Theater und Sportereignisse strömen dürfen. Wir werden sehen ob dieses Wahlzuckerl Bibi (und Basti?) bei den kommenden Wahlen hilft, Bibi wird das schon im März 2021 wissen, wann unsere tückisch-grüne Regierung gesprengt wird, ist ja noch nicht so klar.

Originell ist Bibis und Bastis Idee ja wahrlich nicht. Die IATA, International Air Transport Association hat bereits im November des Vorjahres bekannt gegeben, dass man einem elektronisches Gesundheitsdokument einführen möchte, Der digitale Gesundheitspass würde die Test- und Impfstoffinformationen eines Passagiers enthalten und Informationen für Regierungen, Fluggesellschaften, Labors und Reisende verwalten und überprüfbar machen. Und auch die bekannt liberale NYT geht inzwischen fix von so einem (in diesem Fall orangen) Pass aus.

Merke, da geht es nicht mehr nur um den Nachweis einer bestimmten Impfung, wie dies z.B. für die Gelbfieberimpfung schon lange für die Einreise in viele Länder obligat war, da geht es, wie bei JÖ, Payback et al. um das Sammeln und Vernetzen einer Reihe von persönlichen Einzelinformationen über die das Individuum keinen Kontrolle mehr hat. Viel Spaß wenn ein Server wieder wo hängt und Sie am anderen Ende der Welt einchecken wollen …

Selbst die Frage, ob es denn genügend Evidenz gibt, Genesene, Geimpfte u/o Negativ-Getestete anders zu behandeln als Nicht-Getestete und Nicht-Geimpfte ist zur Recht äußerst strittig.
Gerade bei Asymptomatischen sind AG-Teste nicht sensitiv genug, die nicht-quantitativen PCRs oft zu sensitiv, verschiedene Vakzine wirken nach heutigem Wissen unterschiedlich je nach Mutation, Alter, Begleitmediktaion und all das kann sich in der weiteren Entwicklung der Pandemie auch drastisch ändern. Keine guten Voraussetzungen für so ein digitales Konstrukt. Völlig unklar ist auch die Langzeitwirkung. Wenn wir wirklich in einigen Ländern bis zum Herbst eine Durchimpfungsrate von 70% schaffen, stehen wir spätestens vor der nächsten Wintersaison vor der Frage der Auffrischungsimpfung. Soll man eine schwarzen Punkt bekommen, wenn man den ersten zwei Impfungen nicht den gerade von BIONTEC angepriesenen dritten Shot zulässt?

Wenn jetzt unser Bundesmaturant bei Meischberger vom aus der Krise testen schwadroniert und sich vermutlich viele von uns für die Hoffnung auf „Normalität“ wieder ein Stückchen Freiheit abkaufen lassen, dann haben wir wieder einen Schritt auf der Modernen Seidenstraße Richtung Osten gemacht.

Nur zwei Dinge sollten wir uns nicht einreden: 

Erstens, dass diese Maßnahmen irgendwann wieder gelockert werden wenn die akute Bedrohung weg ist, oder kennen Sie eine Maßnahme, die nach 9/11 wieder gelockert wurde?

Zweitens, dass Xi Jinping nicht schon längst Recht hat, wenn er das Chinesische Gesellschaftssystem als Systemsieger bezeichnet; und auch hier wird es kein zurück mehr geben.

再见
Zàijiàn

 

Written by medicus58

25. Februar 2021 at 17:58

Wie lange wollen wir uns noch fürchten und wie kommen wir aus der Geschichte wieder raus?

leave a comment »


Ein Jahr Pandemie und wir haben uns noch immer nicht einigen können, wie schlimm denn das alles ist und was und wie lange wir unser bisheriges Leben pausieren müssen, um es nicht noch schlimmer werden zu lassen.
Eigentlich absurd, weil wir inzwischen relativ stabile Eckdaten haben.

Die Case Fatality rate (% Verstorbene/positiv Getesteter) liegt weltweit relativ konstant bei ca. 2,2%. Die Werte einzelner Länder streuen zwar (siehe Johns Hopkins Mortality Data) haben sich aber seit Monaten nicht wirklich geändert. Inzwischen ist wohl jedem klar geworden, dass dieser Parameter nur zum Teil vom Infektionsgeschehen abhängt sondern auch von Teststrategie, Krankheitsdefinition, sozio-ökonomischen Gegebenheiten, dem Gesundheits- und Sozialsystem und natürlich von der Alterspyramide in den einzelnen Ländern abhängt.

Auch die Diskussion, ob es eine Übersterblichkeit durch Sars CoV2 gibt, kann nach einem Jahr schon mit ziemlicher Sicherheit für viele Länder (Euromomo) und Österreich beantwortet werden. Auch hier handelt es sich natürlich um die Summe aus zusätzlichen Sterbefälle durch Sars CoV2 abzüglich der ausgefallenen Influenza 2020, den weniger Verkehrstoten, … etc. Die Statistik Austria fasste die Zeit vor der Pandemie so zusammen: Von 2007 bis 2018 betrug die Zahl der Gestorbenen zwischen 74.625 und 83.975. 2019 wurden insgesamt 83.386 Sterbefälle verzeichnet, um 0,7% bzw. 589 weniger als im Jahr davor.
Für 2020 vermeldete dann der ORF: 2020 in Österreich zumindest 90.123 Menschen verstorben – 10,9 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. 
Auch diese Zahlen unterliegen natürlich einigen Einflussfaktoren (Bevölkerungswachstum ca. 0,5%/a, Sterbefälle im Ausland, …) sie passen aber relativ gut zu den 6.312 angegebenen im Zusammenhang mit Covid-19 im Jahr 2020 Verstorbenen.

Schließlich hat sich trotz viel diskutierter Todesfälle in jüngeren Kohorten seit Monaten nichts an der Altersverteilung der an Covid-19 Verstorbenen geändert:

Es wäre also langsam an der Zeit angesichts

weltweit fallender Zuwachsraten an Neuerkrankungen
(The number of infections reported to the World Health Organization last week dropped for the third week in a row.),
immer mehr registrierter Impfstoffe und
in Relation zu den Fallzahlen fallenden Hospitalisierungsraten und Intensivbelegungen bei gleichzeitig
steigender Überlebenschance unter (symptomatischee) Therapie
sich auf eine gemeinsame Risikoeinschätzung und somit auch auf eine konsensuale Strategie zu einigen.

Versuchen Sie das mal in den Asozialen Medien und machen Sie sich auf verbale Erschießungskommandos von allen Seiten gefasst:

Für Sie sind Covid Todesfälle offenbar nur Zahlen (Ja, weil sich nur so Relationen formulieren lassen: The collateral damage in most really low-income countries is going to be greater than the direct impact of COVID, Peter Sands, executive director, Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria)
.
Sie leugnen Long Covid (Nein, ca 20% 5 Wochen nach der Erkrankung, wie bei vielen (Infektions-)erkrankungen auch)

Wir retten Leben, koste es was es wolle, alles andere ist unethisch (Hätten wir einen Bruchteil der Mittel, die jetzt investiert werden in den letzten Jahren in das Gesundheitssystem investiert, hätten wir (u.a. bei Spätfolgen von Diabetes, HPV-Infektionen, Darmkrebs,…) mehr Leben retten können. Reden wir weiter, ob wir in Zukunft auch bereit ein werden mit Lockdowns, Impfungen und Masken jährlich tausenden Influenzatoten verhindern werden.)

Ja, aber jetzt kommen die Britische-, Brasilianisch-, Südafrikanische-, Tschechische- Amazonas-Mutationen (Schwer zu widerlegen, aber bei inzwischen sind >300.000 Mutationen bekannt und nichts spricht dagegen, dass der weltweit enorme Virusload nicht zu weiteren Mutationen führen wird. Da die Mehrheit aller Wissenschaftler überzeugt ist, dass uns das Virus kaum mehr verlassen und endemisch werden wird, bleiben uns mit dieser Argumentation Lockdown, Schulschließungen, Homeoffice,… etc. auf ewig erhalten.

Das ist wissenschaftlich bewiesen, Sie Covidiot

Als Wissenschaftler ist es manchmal wirklich schlimm, sich Unwissenschaftlichkeit vorwerfen zu lassen, insbesondere von solchen, die ihre Überzeugungen aus Zitaten von Zitaten von wissenschaftlichen Studien beziehen. Beispiel gefällig?
Vor zwei Tagen grassierten solche Schlagzeilen durch manche Qualitätsmedien:
Pfizer vaccine ‘highly effective’ in reducing coronavirus transmission, study suggests
Liest man im Independent weiter kommt man aber ins Staunen, was heute so als Studie gilt:
A study conducted by Pfizer and the Israeli Health Ministry shows that the vaccine is 89.4 per cent effective at preventing infections, whether symptomatic or not. The results have not yet been publicly released or peer reviewed but come from a draft publication that was obtained by Ynet, an Israeli newspaper, and have also been confirmed by Bloomberg, the Financial Times and Der Spiegel.

Die Eckdaten dieser neuen Viruserkrankung sind aber trotz kleinerer Unabwägbarkeiten inzwischen gut bekannt und (abgesehen von einem wirksamen Virostatikum, das es aber für sehr wenige Viren gibt) unsere Gegenmittel scheinen auch weitgehend abgeklärt. Trotzdem ist bei vielen die Furcht vor dem Unbekannten ungebrochen und ein Konsens über das Leben mit SARS CoV2 nicht in Sicht.

Die derzeitige Verhaltensanpassung (Bequemes Einrichten für den Dauerlockdown in kinderlosen oberen Einkommens- und Bildungsschichten, schlichte Negierung der Regelflut am anderen Ende der Gesellschaft) wäre eine gefährliche Dauerlösung. Die gesellschaftlichen Spaltung durch eine Politik, die sich auf ein einzelnes Thema verengt (und damit von anderen Problemen ablenken kann) ist eine große Gefahr für viele demokratisch Denkende, während die Pandemie nur für einen Teil der Bevölkerung eine existenzielle Gefahr darstellt.

Nicht zuletzt die Art, wie politisch durch die Pandemie geführt wurde, hat die Ratio durch Angst, die Wissenschaft durch Stimmung ersetzt und das Argumentum ad hominem diskursfähig werden lassen.

Die nächsten Wochen werden entscheidend, das erspart uns jetzt zu entscheiden. Seit einem Jahr wurden wir trainiert, dass wir noch viel zu wenig über dieses neuartige Virus wissen, um längerfristige Regeln aufzustellen und wurden zwischenzeitlich so mit allerlei Leckerlis ruhig gestellt (nach den Semesterferien, Auferstehung zu Ostern, Pfingsten, Weihnachten, und wieder Ostern). dass viele noch immer glauben, dass das so weitergehen wird und muss.

Es wird spannend, wie die politischen und virologischen Experten aus dieser Geschichte wieder raus kommen wollen, um uns auf ein Leben mit dem Virus einzustimmen. No-Covid oder Zero-Covid sind ebenso nur PR Floskeln, wie alle bisher versprochenen erlösenden Lichter.
Hoffen wir, dass es nicht alzu hässlich wird, wenn so mancher erkennen muss, dass der Dauerlockdown und das Coviditoten-Geschimpfe niemanden vor den medizinischen, wirtschaftlichen, politischen und bildungspolitischen Kollateralschäden der bisherigen Strategie geschützt hat.

Written by medicus58

23. Februar 2021 at 17:41

Erste Welle, Zweite Welle, Dauerwelle, Dritte Welle

leave a comment »


Um gleich zu Beginn klar zu stellen, keine Pandemie, die ihren Namen verdient, verzichtet auf eine Dritte Welle, es sei denn sie bringt ihre Wirte zu nachhaltig um, und wer behauptet, dass die Friseursalons die großen Pandemietreiber wären, soll dafür wissenschaftliche Evidenz vorlegen.

Die CDC berichtete im Juli von zwei nachweislich an Covid-19 erkrankten Friseuren, die offenbar einander angesteckt haben, aber nicht ihre 139 Kunden zwischen 21 und 93 Jahren. Während der Verschönerung trugen übrigens beide Seiten Mund-Nasen-Schutz, ich nehme an, die beiden Figaros während der Kaffeepause nicht.

Der Umkehrschluss funktioniert übrigens nicht. In einer rezenten Analyse der britischen Statistik-Behörde, finden sich Friseure durchaus unter den Jobs, die bisher die meisten Covid-19 Todesfälle in ihren Reihen zu beklagen haben.

Diese Analyse sollte übrigens all den Gstopften, die die Pandemie mehr oder weniger gemütlich im Homeoffice verbracht haben und sich über ihre grauen Strähnchen grämen, auf das Nachtkastl gelegt werden.

Wie immer sterben mehr Hilfsarbeiter als Menschen in höher bezahlten Jobs und btw Lehrkräfte nicht häufiger als gematchte Kontrollgruppen.

Je länger der Tanz dauert, desto mehr hat man das Gefühl, dass die Hektik am falschen Platz stattfindet.

Millionen werden in die Beruhigungstests an den Schulen gepulvert, um bei einer Teilnahmerate von 99%, 0,05% positive Schüler und 0,18% positive Lehrer zu identifizieren.

Nix gegen die Teststrassen, aber auch dort liegt die Entdeckungsrate deutlich unter der sich aus den Sterbezahlen abschätzbaren Prävalenz.

Also, wie bei den Friseuren, investieren wir hier viel zu viel Energie am falschen Ende. Wird wohl auch in der Dritten Welle so weiter gehen. Virlleicht schaffen wir so sogar eine Vierte Welle, ehe sich das Coronavirus, wie damals das „spanische Grippevirus“, als „Influenza C“ einfach unter die Wahrnehmungsschwelle gleitet.

Written by medicus58

13. Februar 2021 at 14:12

Covid-19, die neue Wiener Krankheit? Wie gut schlägt sich denn der Hacker?

leave a comment »


Ich weiß, treue Leser kann ich mit dem Studententeaser, was denn die Wiener Krankheit war (Spoiler: Schwindsucht wegen Tuberkulose), nicht mehr überraschen, aber gewisse Parallelen zu Covid sind unübersehbar.

Zur Jahrhundertwende lag die Sterblichkeitsquote (anderer Link) an dieser bakteriellen Erkrankung im ersten Bezirk bei ca. 10/1000 Bewohner, in manchen Arbeiterbezirken bei > 60/1000 Bewohnern.
Was in unserer Corona-Fixiertheit vergessen wird, sterben auch noch heute weltweit an dieser tödlichsten Infektionskrankheit der Welt jährlich 1,5 Millionen Menschen.
In Wien begann der Anatom, Eugeniker, Soziallamarckist und Stadtrat für Wohlfahrtswesen Julius Tandler  in den 1920er Jahren die Tuberkulose unter Einsatz von städtischen Budgetmitteln (während der Bund 1923 für Tuberkulosefürsorge nur 80.000 Schilling aufwendete, setzte die Gemeinde Wien eine Viertelmillion Schilling ein) systematisch zu bekämpfen. Inzwischen denkt wohl kaum jemand daran, dass die TBC einst weltweit als typisch für den schlechten Gesundheitszustand der Wiener galt.

Laut aktuellem Johns Hopkins Dashboard sind in etwas über einem Jahr der Sars Cov 2 Pandemie von den 102 Millionen gemeldeten Fällen 2,2 Millionen Menschen verstorben. Ob die Dunkelziffer bei der Tuberkulose und bei Covid-19 vergleichbar ist, darüber kann man wohl trefflich streiten.
Auch ob die mediale Aufmerksamkeit zwischen den einzelnen Infektionskrankheiten (Malaria 2019: rund 229 Millionen Fälle, eine halbe Million Tote, HIV 2019: 38 Millionen Erkrankte, trotz antiviraler Therapie fast 700.000 Tote, …) fair verteilt ist, soll hier nicht weiter verbreitet werden, weil eine medial und politisch sehr einseitig aufgeschreckte Bevölkerung sich dieser Diskussion seit Monaten verschließt.

Was hier etwas beleuchtet werden soll, ist die Frage, wie sich Wien im Vergleich mit anderen größeren Städten in der Pandemiebekämpfung so schlägt, wenn man ganz einfach Einwohnerzahl und Todesfälle in Relation setzt. Natürlich ist das ein sehr grobes Maß und die erhebbaren zahlen, selbst innerhalb der Länder differieren ganz gewaltig.
Es ist entgegen der landläufigen Meinung Großstädte wären die wahren Problemzonen aber vielleicht gar nicht so wichtig, was in den Ballungszentren so passiert. Bloomberg zeigte Ende Dezember Daten, dass in den USA gegen Jahresende mehr Menschen in kleinen Städen und am Land an Covid versterben, als in den großen Städten. Auch in Österreich wird immer wieder darauf verwiesen, dass sich die Inzidenzen in Wien viel besser entwickeln, als im Westen. Wirkt da der bärbeißige Stadtrat Wunder?

Vergleichen wir also wie sich Wien (im Vergleich zu anderen Großstädten, mit den jeweils aktuell verfügbaren Daten) in der Sars Cov2 Pandemie hält. Die Zahlen sind oft unterschiedlich und es lassen sich (Paris, Rom) nicht immer Zahlen ausschließlich für den dicht verbauten Bereich finden. Jedenfalls haben wir augenblicklich (Ende Jänner 21; Ratio = Todesfälle in % Einwohner) in

Regiao de Lisboa, ca 2,8 Millionen Einwohner, 1751 Todesfälle, Ratio: 0,06
Berlin, ca. 3,8 Millionen Einwohner, 2,195 Todesfälle, Ratio: 0,06
Amsterdam, ca 873.000 Einwohner, 604 Todesfälle, Ratio: 0,07

Wien, ca. 1,9 Millionen Einwohner, 1.427 Todesfälle, Ratio: 0,075

Rom (Regio Latium) , ca 5,9 Millionen Einwohner, 4918 Todesfälle, Ration: 0,08
Bern, ca. 1,0 Millionen Einwohner, 918 Todesfälle, Ratio: 0,09
Paris/Île-de-France, ca. 12,2 Millionen Einwohner, 13.244 Todesfälle, Ratio: 0,11
London, ca. 9,3 Millionen Einwohner, 12.677 Todesfälle, Ratio: 0,13
Madrid, ca. 6,7 Millionen Einwohner, 12.535 Todesfälle, Ratio: 0,19
Stockholms Län, ca. 950.000 Einwohner, 2.400 Todesfälle, Ratio: 0,25
New York City, ca. 8,4 Millionen, 26.763 Todesfälle, Ratio: 0,31

Überfliegt man die Beispiele, war schwierig genug diese zusammen zu suchen, fällt das Semesterzeugnis für das Wiener Gesundheitssystem nicht schlecht, aber vielleicht auch nicht so überragend aus, wie man es vielleicht angesichts der vielen Initiativen erwarten könnte.
Aber über dem Schnitt liegt es allemal.

Written by medicus58

30. Januar 2021 at 20:31

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

Tagged with , , , ,

Eine Impfung und dann? Ein paar Gedanken zu den aktuellen Lieferschwierigkeiten:

leave a comment »


Ob es jetzt die Verschlagenheit der Pharmaindustrie, unvorhersehbare oder vorhersehbare (Wer hat die österreichische Impfstrategie eigentlich verbockt?) Probleme waren, es muss davon ausgegangen werden, dass sich für die rund 160.000 bereits mit Comirnaty (Pfizer-Biontech) geimpft sind, die zweite (Booster) Impfung verzögert.

Da stellt sich dann die Frage, ob die Kröte (mögliche akute Nebenwirkungen) umsonst (ohne Impfschutz) verspeist wurde, oder doch ein gewisser Schutz auch durch eine einzelne Impfung erworben wurde.
Das muss natürlich für alle Impfstoffe gesondert überlegt werden, da aber aktuell bei uns ohnehin nur Comirnaty verwendet wurde, können wir uns vorerst darauf beschränken.
(Anything goes bei den SarsCov2 Impfstoffen, aber gehen Sie weiter, da gibt’s nichts zu sehen)

Klar ist, dass in den ersten Tagen nach der Impfung praktisch kein Unterschied zu Placebo/Nicht-Geimpften zu erwarten ist. In den Unterlagen des britischen Public Health Greenbook 14a wird der Beginn der Schutzwirkung erst ab 10. Tag nach der ersten Impfung erwartet.
Die Firmendaten waren optimistisch und versprachen bei 52% der Einmal-Geimpften einen Schutz, aktuelle Zahlen aus Israel sind weniger euphorisch und sprechen aber ab Tag 14 nur von 33%-igem Schutz .
Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Das britische Vaccination Committee gibt für die Tage 15-21 nach der ersten Impfung eine Wirksamkeit von 89% Prozent an, was ja bereits die Sinnhaftigkeit eines Boosters hinterfragen ließe. Nur ist halt das 95% Confidence Interval mit 52% – 97% ziemlich groß. Also wie gesagt, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Eine weitere Erklärung für den doch ziemlichen Unsicherheitsbereich liegt in der jeweils herangezogenen Definition von Schutz. Es macht natürlich einen Unterschied, ob man (wie in der Zulassungsstudie) Krankheitssymptome oder Virusnachweis heranzieht, bzw. ob man eine Beobachtung oder eine radomisierte Studie heranzieht.

Die Zahlenspiele bekamen auch dadurch eine gewisse Brisanz, dass sich (am 30.12. zuerst die britische) Gesundheitsbehörde für eine Verlängerung der Impfintervalle (12 Wochen statt 3-4) aussprach, um die zur Verfügung stehenden Dosen auf einen größeren Anteil der Bevölkerung „zu strecken“. Während bei uns gerade das Showimpfen los ging, sprach man dort bereits ganz offen von Lieferschwierigkeiten (nicht nur bei Comirnaty) bis zum Ende der Wintersaison.
Für Comirnaty liegen offenbar keine Testergebnisse für ein anderes als das vorgeschriebenen Impfintervall vor, AstraZeneca hat verschiedene Intervalle untersucht und sah einen besseren Response nach 2-3 Monaten, IMHO weil die Immunreaktion gegen das Transfervirus abgeflaut ist, die statistische Power ist aber auch hier (btw, wie bei den älteren Semestern) für diesen Impfstoff gering.

Bemerkenswert ist auch, dass die Europäische Zulassungsbehörde EMA jede Verlängerung des Impfintervalls über 6 Wochen hinaus als „off label use“ sieht.

Da sich Lieferschwierigkeiten beim Impfstoff seit längerem abzeichnete, stellt sich doch die Frage, ob es für unser Herr Impfkoordinator Auer alternativlos war, die erste Dosis zu verimpfen, wenn die zweite unsicher war. Ob das insgesamt das Impfgeschehen bremsen kann, wenn nur ein Bruchteil der Bevölkerung halb geschützt ist, mag bezweifelt werden, ebenso ob es den Betroffenen geholfen hat. Ja, und Stimmen mehren sich, dass die „Produktion von Halbimmunisierten“ durchaus auch große Gefahren in sich birgt:
Paul Bieniasz, ein Virologe der Rockefeller University faste es so zusammen: “My concern, as a virologist, is that if you wanted to make a vaccine-resistant strain, what you would do is to build a cohort of partially immunized individuals in the teeth of a highly prevalent viral infection.“

Wieder rächt es sich, dass (nicht nur unsere tückisch-grüne) Regierung dem Druck der Medien und eigenen Propaganda (Kanzler greift durch: Impfstart wird vorgezogen!) folgt und dabei ganze Länder in riesige Versuchslabore verwandelt. Im Falle unseres Politikwissenschaftlers als Obersten Impfkoordinator ohne jede fachliche Qualifikation, wie sich über Seiten in seinem Bewerbungsschreiben bei der WHO nachlesen lässt (Link).

Written by medicus58

28. Januar 2021 at 18:19

Ja warum wirkt der Lockdown nicht, ihr schlimmen Bürger?

with 2 comments


Am 21.Jänner 2021 publizierte Eurostat eine Reihe hochinteressanter Daten über die ersten drei Quartale des letzten Jahres.

Die interessanteste Grafik in dieser Statistik ist wohl die über die Entwicklung des Bruttonationalprodukts der EU.

Wie wir sehen, führte der erste Lockdown in der EU zu einem kurzfristigen massiven Einbruch des GDP mit einer überproportionalen Erholung im gesamten dritten Quartal. Wenn ich meine persönliche Wahrnehmung als Ersatz für das (noch) fehlende 4.Quartal einsetze, nämlich den seither unvermindert gebliebenen Berufsverkehr, dann liegt für mich nahe, dass viele Gründe, die augenblicklich für die geringe Wirksamkeit des x-ten Lockdowns angeführt werden (Disziplinlosigkeit, falsche Masken, Parties,…) weitgehend irrelevant sind.

Die ungestörte Produktivität (trotz immer wieder lahmgelegter Dienstleistungsbetriebe) kann ja nur durch die weitgehend ungestört weiterlaufenden Baustellen, Fließbänder, Logistikcenter und Fabrikshallen erklärt werden, wo (auch wieder nach meiner natürliche nicht flächendeckenden Wahrnehmung) Masken und Babyelefanten im Aussterben liegen.

Natürlich ist es Wahnwitz den Wintertourismus und die Beherbergungsbetriebe augenzwinkernd weiter zuzulassen. Aber ich frage mich, weshalb jede andere Erklärung für die hohen Infektionszahlen (bei geschlossenen Schulen) viel mehr Beachtung geschenkt wird, als der Industrieproduktion und der Bauwirtschaft.

Natürlich können wir nicht alle Fabriken und Baustellen schließen, aber dort auf systematische Tests zu setzen schiene mir sinnvoller als die Nasenbohrer in den Schulen, irreale Abstandsregeln und weiterer Lickdown derer, die ohnehin schon im Homeoffice arbeiten.

Kann es sein, dass aber der politische Druck so groß ist, schließlich würde ein Stilkstand einzelner Fabriken und Bazstellen viel mehr kosten als eine geschlossene Schule, dass wir lueber mit anderen Verirdnungen abgelenkt werden ?

Written by medicus58

25. Januar 2021 at 22:59

Wer hat die Österreichische Impfstrategie eigentlich verbockt?

leave a comment »


Klar konnte vor Monaten niemand voraussehen, welcher der Dutzenden Impfstoffe (Regelmäßig aktualisierter Überblick über mögliche Impfungen gegen das Coronavirus) es bis zur Zulassung schaffen wird, aber Das Virus schaffte, was mehrere Wahlkämpfe nicht schafften, und die Wähler noch immer nicht wahrhaben wollen: Das Beste aus zwei Welten ist nicht gut genug.
Auch wenn Rudi Anschober schon wieder in der ZIB 2 überrascht tut, waren die Schwierigkeiten vorhersehbar: Lieferschwierigkeiten beim Impfstoff, wer hätte das gedacht ?!?!

Aus dem EU Angebot hat sich die tückisch-grüne Regierung offenbar bewusst für den Wirkstoff der AstraZeneca entschieden, bei dem schon während der Zulassungsstudien Probleme offensichtlich wurden, so dass die Studien kurzfristig unterbrochen wurden.
Mit Stand Jänner 2021 hat die EU ihre Bestellungen eher gleichmäßig gestreut (AstraZeneca (400 Millionen Dosen), Sanofi-GSK (300), Johnson and Johnson (400), BioNTech-Pfizer (600), CureVac (405), Moderna (160) und begonnen mit Novavax über 200 Millionen zu verhandeln.
Die Shoppinglist unserer offensichtlich Kurz-sichtigeren Regierung setzte überproportional auf AstraZeneca:

AstraZeneca: 6 Mio. Dosen
SANOFI, Protein-Subunit 1,5 Mio. Dosen
Johnson&Johnson 2,5 Mio. Dosen
BioNTech/Pfizer 3,5 Mio. Dosen
CureVac 3 Mio. Dosen
Vergleiche: Das Covid-19 Impf-Dilemma hat schon Hippokrates vorhergesehen (Update 6.1.2021)

Ja, und wenn man dem Volk auf’s Maul schaut, dann scheint das auch immer mehr aufzufallen:
Privat bin I vielleicht a Trottel, aber beim Covid kenn I mi aus

Aber neben dem Gesundheitsminister, der noch immer unbeirrt von Impfdose statt -dosis spricht, dem Bundesbasti, der der europäischen Zulassungsbehörde sagen möchte, wie sie arbeitet, sind es auch die Spitzenbeamten des Gesundheitsministeriums, die im Ernstfall ohne Maske dastehen.

Nein, dabei meine ich nicht die frisch gekürte Chief Medical Officer (Im ORF wird nur in der ersten Wochenhälfte geköpft). Der oberste Koordinator des Chaos ist Clemens Auer, und der hat in unserem Gesundheitssystem schon so einiges verbockt (Link).

Written by medicus58

22. Januar 2021 at 22:18

Lieferschwierigkeiten beim Impfstoff, wer hätte das gedacht ?!?!

leave a comment »


Wie hier zuletzt unter Zum Unterschied zwischen SarsCov2 Vakzin und Mon Chéri schon gesagt, gehört es zu den Todsünden im Marketing einen Bedarf (z.B. durch Showimpfungen) anzufeuern, dem dann das Angebot nicht entsprechen kann.
Genau das hat unsere tückisch-grüne Regierung gehörig versemmelt, aber wer hätte das den wissen können, dass Pfizer Biontech in Lieferrückstand kommen werden?

Klar setzt man sich mit einer solchen Frage der Besserwisserei im Nachhinein aus, nur hätte unsere Politik mehr auf Fachleute gehört als auf ihre PR Berater, wäre auch ihnen schon lange klar, dass die Probleme in der Bugwelle der Operation Warp Speed lauern. Ein kurzer Überblick, dass die Probleme der Massenproduktion und Distribution dieser Impfstoffe schon lange vielen klar war.

ARUP im Mai 2020: Producing the cure: how can the pharmaceutical industry meet global demand for a COVID-19 vaccine? Questions of supply chain management are always about how many elements interlock, and this challenge is no different. To succeed, and stay successful, producers will need to examine every upstream and downstream factor in the vaccine’s supply chain, from raw materials to energy supply to packaging, storage, security and fulfilment. It’s a case of designing in the resilience now, by exploring these factors and assessing risk.

Bloomberg schrieb im Juli 2020: The World’s Supply Chain Isn’t Ready for a Covid-19 Vaccine

PWC hat im September 2020 geschrieben: COVID-19 vaccines are being developed at a breakneck pace, but a broken supply chain could derail that momentum

Aircargo News im September 2020: This week, several logistics parties have cited that not only the development of the vaccine is a feat, but that rolling out the logistics chain for the distribution of a Covid-19 vaccine will be particularly challenging. IATA, the international airline federation, said this week that the transportation of the Covid-19 vaccines would require more than 8,000 747 jumbo freighters.

The last mile distribution: the potential quality killer …

ABC News November 2020: But with limited supplies of each vaccine available at first, enough to vaccinate only 20 million Americans by the end of the year, experts agree the U.S. needs multiple vaccines to fight the pandemic. That includes not only Pfizer and Moderna’s vaccine but also even more that are further behind in development.

Bruce Y. Lee, der seit 15 Jahren das Public Health Informatics, Computational, Operations Research (PHICOR) team leitet warnte im noch im Dezember 2020: The success of vaccines against it depends not only on the characteristics of vaccines but whether they are actually delivered to everyone. As history has shown, vaccine supply chains are far more complex than many people realize.

Global News 3. Dezember 2020: Pfizer had adjusted its supply outlook in 2020 from 100 million to 50 million in November in publicly available statements, but had promised up to 100 million doses as late as September.

Scientific American (!) 4. 1.2021: New COVID Vaccines Need Absurd Amounts of Material and Labor
Pfizer and Moderna have been building supply networks to shift from clinical to large-scale production. But each step in the manufacturing process requires raw materials that, before COVID, were only produced in the amounts needed for clinical research—“not sustained production of billions of doses.

NPR 17. Dezember 2020: Pfizer makes hundreds of medicines and vaccines and operates at least 40 manufacturing facilities registered with the FDA around the world. Despite being founded a decade ago, Moderna has never had a product win FDA approval. And it only has one factory registered with the FDA — and the registration occurred just this week.

DW 11.1.2021:

More shots per vial and new factories
A dilution of the vaccine was approved by EU regulators on Friday, which means each vial can now be used for six shots instead of five.
BioNTech also said it has added a new manufacturing site in Marburg, Germany, which is set to go online in February and will boost annual production capacity by up to 750 million doses.
The vaccine is currently being produced at BioNTech’s headquarters in Mainz, Germany, a location in Belgium, and at several factories in the US.
50 million doses already made.

Naja, treue Leser dieses Blogs haben das natürlich auch schon früher gewusst:

30. Dezember 2020: Was in dem Gezwitscher um die Wirksamkeit von Impfungen untergeht: Der Herstellungsprozess
13. Dezember 2020: Wann und wie wird die SarsCov2 Pandemie enden?
9. Dezember 2020: Das Covid-19 Impf-Dilemma hat schon Hippokrates vorhergesehen (Update 6.1.2021)
1. Dezember 2020: Regelmäßig aktualisierter Überblick über mögliche Impfungen gegen das Coronavirus

27. November 2020: Aus dem Lockdown in die Gondel: das Kleingedruckte, das der Bundesmaturant verschweigt
27. November: Einer der interessantesten Artikel über die Geschichte der mRNA Impfstoffe, die ich bis jetzt gelesen habe

Written by medicus58

19. Januar 2021 at 17:52

Haben wir das Ziel aus den Augen verloren, verdoppeln wir die Anstrengungen

leave a comment »


Ist ja logisch, trotz hartem Lockdown bleiben die Neuinfektionszahlen hoch, die Statistik Austria verkündet eine Übersterblichkeit gegenüber dem Mittel der letzten 5 Jahre, die britischen Schilehrer-Schüler brachten B 1.1.7. ins schein-heilige Land Tirol, dss Ende der Welt wie wir sie kannten steht bevor, da muss es Verschärfungen geben.

Ein Patient leidet an einer Hypothyreose (zu wenig Schilddrüsen – Hormon) und bekommt eine entsprechende medikamentöse Ersatztherapie. Über mehrere Visiten wird die Tablettendosis immer wieder gesteigert, trotzdem bleiben die Blutwerte zu niedrig. Man verdoppelt die Dosis, obwohl bereits die letzte Dosis das Mehrfache des täglichen Bedarfs abgedeckt hätte. Fällt nur im Trubel der Schilddrüsen-Ambulanz niemand auf. Eigentlich gäbe es nur zwei Erklärungen: Der Patient schluckt die vorgeschriebenen Pulverl einfach nicht richtig (>90 Prozent aller Fälle) oder er resorbiert sie nicht richtig. Im letzten Fall wäre nicht die Dosissteigerung sondern die Abklärung der Resorptionsstörung sinnvoll. Das Beispiel können Sie auch gern für andere Therapiesituationen durchspielen. In der Arbeit mit Asthmatikern habe ich mir immer die Anwendung der Dosieraerosole (Pumperln) vorführen lassen, wenn sie wirkungslos blieben. Ein Patient hat sie dabei de facto als Raumspray benutzt und sich gewundert warum die Lunge noch immer pfeift.

Zurück zur politischen Pandemiebekämpfung:

Funktioniert die Ausgangssperre nicht, verordnen wir Eingangstests.

Kommen wir nach monatelangem Streit drauf, dass dem Virus auch Kinderkehlen schmeckt, verbarrikadieren wir den langjährigen Pisa-Versagern den Präsenzunterricht auf ewig aber führen die Schulen als Hort weiter, damit die letzten noch nicht arbeitslos gewordenen Eltern erwerbstätig bleiben können.

Glaubt man aktuellen Schätzungen sind im Handel 100.000 Menschen gefährdet sich zu den anderen fast 500.000 Arbeitslosen zu gesellen, u. a. weil der Einzelhandel (ich rede nicht von der SCS) seit Wochen geschlossen ist.

Still ist es seit dem Sommer geworden, um die gesundheitlichen Kollateralschäden geworden, die Herz-Kreislauf-, Diabetes- und Krebskranke erleiden, weil keine extramurale zusätzliche Betreuung von nicht intensivpflichtigen Covid-19 Patienten aufgebaut wurde und deshalb jeder weitere Anstieg die seit Jahren am Limit fahrenden Spitäler rettungslos verstopft.

Eine Erreger mit dem noch kein Mensch zuvor konfrontiert wurde erhöht den Bedarf an medizinischer Versorgung, aber daran kann keiner verdienen bzw. mitschneiden.

An immer mehr Masken, Tests, und EDV verdienen einige hervorragend. Deshalb wird in der politischen Pandemiebekämpfung hier der Aufwand exponentiell gesteigert, kollateral-koste es was es wolle.

Immer mehr fordert der Herr Foitik, FFP 2,3,4,5,6 Masken, Nasen-, Rachen- und Analabstriche für 250% Abdeckung für zuhause. Natürlich über das RK beschafft. Und dann fehlen die Nadeln für die Impfungen, nicht nur in Salzburg sondern auch in Wien.

Vielleicht müssten wir die Anstrengungen gar nicht verdoppeln, wenn wir die einfachen Regeln flächendeckend durchsetzen könnten. Vielleicht könnten wir uns Schulkontakte leisten, wenn wir sie in vollgestopften Gondeln und illegal geöffneten Beherbergungsbetrieben einsparen würden.

Vielleicht könnten wir Impfnadeln besorgen, wenn man nicht Millionen für das Kaufhaus Österreich verpulvern würden.

Vielleicht könnten wir uns auch auf das Ziel einigen, das medizinische, soziale, intellektuelle und ökonomische Überleben von Covid-19 und Nicht Covid-19 Kranken UND Gesunden zu optimieren.

Written by medicus58

14. Januar 2021 at 19:13

Was bringt uns eher um, das Virus oder die Impfung?

leave a comment »


Wenn Sie hier nach der spekulativen Überschrift nun Wasser für die Mühlen der Impfverweigerer erwarten, muss ich Sie enttäuschen. Ich bin der festen Überzeugung, dass weder das Virus noch die Impfung sondern unsere Art der Pandemie-Bekämpfung die meisten Opfer abverlangen wird.

Gerade d. h. soll aber hier den in den Medien laufenden Geschichten über Todesfälle nach oder durch Impfungen nachgegangen werden. Spoiler ahead: angesichts der bereits Millionen geimpfter weltweit (Bloomberg counted up the 18,9 Mill. shots administered in 39 countries and 58 U.S. states and territories) handelt es sich um Einzelfälle. Da noch nie in so kurzer Zeit so viele (noch) gesunde Menschen mit einem frisch auf den Markt gebrachten Medikament behandelt wurden wie jetzt, müssen wir damit rechnen, dass es zum zufälligen Zusammentreffen von Impfungen und spontan auftretenden Erkrankungen kommt. Wie die Gesundheitsbehörden diesen Fällen nachgehen wird einen wesentlichen Einfluss auf die Akzeptanz der Impfungen haben. Bedenklich stimmt, dass wir von den meisten der hier aufgeführten Fälle zuerst von Boulevard-Medien erfahren während sich zahllose Qualitätsmedien mit den Fake News (Krankenschwester aus Alabama) beschäftigen. Die offizielle Behandlung der m.E. noch unklarsten Fälle (Dr. Gregory Michael, 56; Sonia Acevedo, 41) lässt zu wünschen über, auch wenn man zugeben muss, dass beide sehr rezent sind. Verstehen Sie diesen Blogbeitrag somit als Versuch Gschicht’l von medizinisch abzuklärenden Fällen zu differenzieren. Statnews, nicht gerade ein Massenmedium weist darauf hin, dass von zwei der in den Zulassungsstudien aufgefallen Erkrankungen in den USA auch vor der Impfung täglich (!) 110 Fälle von spontaner Gesichtslähmung und 274 Fälle mit einem Guillain-Barré Syndrom auftreten. Trotzdem ist jede Impfung ein Interaktion mit dem Immunsystem und wird in seltenen Fällen zu Nebenwirkungen führen (Übersicht z.B. Infovac.ch). Schwere und fatale Nebenwirkungen liegen bei den meisten Impfungen im Bereich von etwa 1:1000.000, jedoch sollten auch noch nie so schnell Millionen Menschen geimpft werden.

Todesfälle während der Zulassungsstudien
Auch wenn es vielen schwer fällt zu akzeptieren, dass Menschen auch im Rahmen großer Studien sterben, ist das an sich nichts Ungewöhnliches.

In den FDA Zulassungsstudien des Pfizer BionTech Impfstoffes (Comirnaty) werden 6 Todesfälle erwähnt. 2 betrafen die Impfgruppe (3d nach einem Herzstillstand 62d nach Impfung, „wegen Arteriosclerose“ 3d nach der I. Impfung) 4 die Kontrollgruppe (ein Herzinfarkt, eine Hirnblutung, zwei aus unbekannter Ursache).

Laut den der FDA vorgelegten Unterlagen zum Moderna Impfstoff mRNA 1273 sind die Zahlen etwas verwirrend, da sie sich in der Studie 301 etwas unterscheiden, ob man das Nov 11 Dataset (EUA submission (interim efficacy analysis) oder das Dataset Nov 25 (primary efficacy analysis) heranzieht und ob man sich auf Tod als Ursache des Studienabbruchs (Verum:Control Nov 11 3:4, Nov 25 4:6) oder Tod innerhalb der Studie (Verum:Control Nov 11 3:2, Nov 25 2:3) bezieht.
Hält man sich an die Tabelle 26, die sich wieder auf eine Auswertung bis zum 3. Dezember (!) bezieht, finden sich in der Impfgruppe 6 Todesfälle (Herzkreislaufstillstand, Selbstmord, Schädeltrauma, Herzinfarkt, Multiorganversagen, nicht näher (NOS) spezifizierte Todesursache) und 7 Todesfälle in der Plazebogruppe (Dermatitis bullosa, 2x Herzinfarkt, Darmperforation, Kreislaufstillstand, Covid-19, nicht näher (NOS) spezifizierte Todesursache).

In der einen Zulassungsstudie (Lancet), die der FDA für eine Zulassung des AstraZeneca Impfstoffes eingereicht wurden, finden sich 3 verstorbene Probanden in der Kontrollgruppe und einer in der Gruppe, die fanden sich ChAdOx1 (AZD1222) erhielten. Todesursachen waren ein Verkehrsunfall, ein stumpfes Trauma, ein Mord und eine Pilzpneumonie.
In den Unterlagen, die den britischen Behörden (MHRA) vorgelegt wurden, werden 6 Sterbefälle berichtet. In der Verumgruppe verstarben 2 Probanden (ein HIV+ Proband 64 Tage nach der Impfung an einer Pneumocystis-Pneumonie, ein Proband 86 d nach Impfung an metastasiertem Ovarialkarzinom) und 4 Probanden in der Kontrollgruppe (an (nach COVID-19 pneumonia,, Schädelhirn-Trauma und Mord).

Keiner der Fälle werden aktuell ursächlich auf die Impfung zurückgeführt.

Bei den nachfolgenden Fällen muss bedacht werden, dass mengenmäßig in den USA und Europa dzt. i.e.L. der Pfizer Biontech Impfstoff verwendet wurde, so dass sich naturgemäß die Meldungen auf diesen Impfstoff beziehen.

Allergischer Schock nach Impfung
Am 9. Dezember wurde aus UK (Telegraph) über zwei schwere allergische Reaktionen auf den Pfizer-BionTech Impfstoff bei NHS Mitarbeitern berichtet, die aber glimpflich ausgingen. Kurz danach gab es auch einen vergleichbaren Fall in Alaska. Bis zum 19.Dezember befasste sich die FDA mit insgesamt 5 Fällen im Zusammenhang mit dem Pfizer Biontech Impfstoff, wobei der möglicherweise ausschlaggebende Inhaltstoff (PEG) auch im Moderna Impfstoff verwendet wird..

Die Krankenschwester aus Alabama
Soziale Medien berichteten ab 15. Dezember aufgeregt von einer Krankenschwester, die 8-10h nach der ersten Impfung mit dem Pfizer Biontech Impfstoff verstorben wäre. Reuters Fact Check vom 18.Dezember und ein Update vom 4.Jänner 2021 stellten klar, dass Tiffany Dover unmittelbar nach der Impfung – wie schon früher – eine vasovagale Synkope hatte, sich aber bis jetzt bester Gesundheit erfreut. Die BBC „zerlegt“ diesen und andere Fakes genüsslich.

75-jährige und 88-jährige Israelis:
Am 28.Dezember 2020 berichtete die Jerusalem Post von einem Mann, der 2h nach der Impfung mit dem Pfizer Biontech Impfstoff einem Herzinfarkt erlegen ist. Am 30.Dezember berichtete die JP von einem kurz nach der Impfung verstorbenen 88-Jährigen mit Vorerkrankungen. Ein Zusammenhang mit der Impfung soll nicht bestehen.

91-Jähriger Person aus der Schweiz:
Swissmedic berichtete am 30. Dezember 2020 von einer 91-jährigen Person aus Luzern mit mehreren Vorerkrankungen, der kurz nach der Verabreichung des Pfizer- Biontech Impfstoffes verstarb (Reuters). Die Gesundheitsbehörde sah keinen kausalen Zusammenhang.

Dr. Gregory Michael, 56:
Der Gynäkologe aus Miami verstarb am 3. Jänner 2020 trotz intensiver Behandlung an einer Hirnblutung, nachdem er am 18. Dezember mit dem Pfizer-Impfstoff geimpft wurde. Laut Facebook-Eintrag seiner Gattin kam es 3 Tage danach zu einem kompletten und therapierefraktären Verlust der Blutplättchen (ITP). (Daily Mail, Miami Herald) Eine endgültige Beurteilung des Falles liegt noch nicht vor. Von all den mir bekannten Fällen, ist in diesem Fall nach den bisher vorliegenden Informationen ein Kausalzusammenhang am wahrscheinlichsten.

Sonia Acevedo, 41:
Ab 4. Jänner berichteten mehrere Medien (Dailymail) von einer portugiesischen Krankenhausangestellten, die 48h nach der Impfung mit dem Pfizer Biontech Impfstoff aus völliger Gesundheit verstarb (Portugal Resident). Das Ergebnis der Autopsie und eine endgültige Beurteilung des Falles liegt noch nicht vor.

Norwegisches Altersheim:

Am 5. Jänner berichtet die Norwegische Gesundheitsbehörde erstmals von Todesfällen in Altersheimen nach der Impfung mit dem Pfizer Biontech Impfstoff. Bis 8.Jänner hätten sich insgesamt 7 Todesfälle wenige Tage nach der Impfung ereignet. Es wird darauf hingewiesen, dass sich in norwegischen Altersheimen durchschnittlich zu 400 Sterbefällen/Woche ereignen und dass die Studien , auf denen die vorübergehende Zulassung des Impfstoffs basiert, keine Personen über 85 Jahre einschlossen. Daher wisse man wenig darüber, wie sich Nebenwirkungen auf die Betagten auswirken und d.h. verfolgt die Behörde die Entwicklung genau.
Der Medical Director der Norwegian Medicines Agency Steiner Madsen wird mit einem Statement zitiert “Wir müssen erst herausfinden, ob die Impfung die Todesursache war oder es sich um einen Zufall handelt.“ Eine endgültige Beurteilung des Falles liegt noch nicht vor,

Update 15.1.: BMJ Norway investigates 23 death in frail elderly patients after vaccination

In den bisher untersuchten 13 Fällen in hoch betagten Patienten kann augenblicklich nicht ausgeschlossen werden dass akute Nebenwirkunge wie Fieber, Übelkeit und Durchfall zum Tod beigetragen haben was möglicherweise eine Änderung in der Impfstrategie sehr schwacher alter Menschen führen könnte.

Deutschland 15.1.:
German specialists probing 10 deaths of people vaccinated against Covid-19

Written by medicus58

9. Januar 2021 at 11:12

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

Tagged with , , ,

%d Bloggern gefällt das: