Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for the ‘Gesundheitssystem’ Category

Griff in die Kasse

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Überlegungen zur tükisch-blauen Kassenreform, die man so nicht im Radio hört.

https://wp.me/p3YvOX-Ui

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Written by medicus58

21. Mai 2018 at 10:03

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Von Beratern, großen Zahlen, der Klimakatastrophe und der einfachen Lösung

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Und wieder und wieder sitzen wir smarten Anzugträgern gegenüber, die uns – gegen gutes Salär – Lösungen präsentieren, auf die wir trotz jahrzehntelanger Berufserfahrung nicht im Traum gekommen wären,
vielleicht aus gutem Grund.
Natürlich geht es wieder um Berater, die an allen Ecke lauern und nur gefragt (und bezahlt) werden wollen, und schon erbrechen sie Lösungen für alles und jedes, und natürlich garniert mit atemberaubenden Zahlen.

Hundertausende Arbeitsstunden könnten eingespart werden, ja wenn wir nur eine bestimmte Software anwenden würden.

Einen Apfel pro Tag und das Leben verlängert sich.
Eine Zigarette im Beisl weniger und die Lebenserwartung der Bevölkerung steigt ins unermessliche. 

Die Muster sind stets die gleichen:
Da gibt es ein Problem, in der Regel zu hohe Personalkosten, aber auch zu viele Krankenhausaufnahmen, Sterbefälle oder Migranten im Park, WTFever.
Dieses Problem wird noch dadurch vergrößert, in dem man es mit einigen Jahren, einigen Filialen, einigen Erdteilen multipliziert (die große Zahl).
Danach isoliert man einen Prozess (pfeift auf Kollateralschäden und den gesunden Menschenverstand) und berät:

Ihre Sekretärin verbringt jeden Tag 30 Minuten mit dem Suchen von Krankengeschichten.
Das Spital hat 200 Sekretärinnen, macht pro Tag 6000 Minuten = 100 Stunden, macht im Schnitt pro Monat 3000 Stunden,
das sind schon ca 17 Sekretärinnen, die Sie einsparen können, wenn sie auf Krankengeschichten verzichten und auf das papierlose Spital umstellen. 

WOW, wieso sind Sie nicht darauf gekommen?

Ich wäre ja darauf gekommen, ich hätte (in ähnlicher Denke) auch schon den Kohlendioxid-Ausstoß und die konsekutive Klimaerwärmung gelöst, aber mich fragt ja keiner.

Sie fragen mich doch? Ja, gerne – und sogar kostenlos …

Die eingeatmete Luft enthält:
20.9 % Sauerstoff,
78,1 % Stickstoff , 
0,93 % Argon und 
0,035 % CO2.

Nach Pschyrembel, Medizinisches Wörterbuch, 257. Auflage, 1994 S. 130 enthält
die ausgeatmete Luft:
16 % Sauerstoff,
80 % Stickstoff + Argon und
4 % CO2.

Die Atemfrequenz beträgt beim Erwachsenen 16 – 20/min.
Das Atemzugvolumen (Atemvolumen) beträgt beim Erwachsenen in Ruhe 400 – 600 ml.
Das bedeutet rund 9 l Atemvolumen pro min und damit einen CO2-Ausstoß eines Menschen von rund 0.7 g/min.

Hochgerechnet auf die 6,5 Mrd Menschen konnte gezeigt werden, dass der Kohlendioxidausstoß der Menschheit (flatulierende Steakproduzenten in Argentinien überhaupt mal außen vor) 10% der Industrieemission ausmacht (Lit).

Ja, und nun kommt es, ich bin so stolz auf mich:
Wenn wir alle auf dieser Welt nur auf einen Atemzug eine Minute die Luft anhalten würden, dann wären das 4.550 Tonnen eingespartes Kohlendioxid!
Wenn wir das alle jeden Tag machen, haben wir pro Jahr 1.660.750 Tonnen eingespart!
Und wenn wir das ein Jahrzehnt lange machen, dann müssen wir uns warm anziehen, weil es so kalt auf unserem Planeten geworden ist …

Aber warum holen die starken Männer in ihren weißen Mänteln nun nur mich ab Und der Herr Berater darf weiter frei herumlaufen?
Nein, ich will die Jacke nicht anziehen ….

Der dort ist der Berater, ich habe ja nur mal dilettiert ….

Links:

Beraten – Verraten: Das wahre Problem hinter externen Beratern

Der KAV beschäftigt die falschen Berater

Reich wird, wer das Seine jedem verkauft: Die Gesundheitsberater

Sicherheitsberater: Widerstand zwecklos

Wien: Den Sound vernahm ich wohl, allein mir fehlte der Glaube

Gangbetten – Liebe Kunden wir eröffnen in Kürze Kassa 3

 

Written by medicus58

20. Mai 2018 at 08:38

Ruf mal den Arzt – was die EU so zu Bereitschaftsdiensten und Rufbereitschaft sagt

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Auch wenn es viele im täglichen Diskurs nicht wahr haben wollen, die Ausbildung eines Arztes ist teuer
(für die Gesellschaft und ihn persönlich),
sie ist
(bei niedrigen Anfangsgehältern auf den Stundenlohn runter gerechnet)
nicht sehr lukrativ und deshalb waren die meisten von uns gerne bereit ihr Gehalt durch lange Arbeitszeiten aufzufetten.
Dem hat die EU-Arbeitszeitregelung mit gutem Recht einen Riegel vorgeschoben.
In Zeiten des Ärztemangels behalfen sich dann beide Seiten mit Rufbereitschaft & Bereitschaftsdiensten.

Rufbereitschaft: Die Verpflichtung des angestellten Arztes (Arbeitnehmer) außerhalb seiner regelmäßigen Arbeitszeit auf Abruf (bspw. durch Diensttelefon) des Arbeitnehmers die Arbeit aufzunehmen. Rufbereitschaft darf nur dann angeordnet werden, wenn eine Arbeitsaufnahme nur in Ausnahmefällen anfällt.

Bereitschaftsdienst: Die Verpflichtung des angestellten Arztes sich außerhalb seiner regelmäßigen Arbeitszeit an einem vom Arbeitgeber bestimmten Ort aufzuhalten und im Bedarfsfall die Arbeit aufzunehmen. Der Arbeitgeber darf Bereitschaftsdienst nur anordnen, wenn zu erwarten ist, dass zwar Arbeit anfällt, erfahrungsgemäß aber die Zeit ohne Arbeitsleistung überwiegt.

In einem aktuelle Urteil des EuGH (Urteil v. 21.02.2018, Az.: C 518/15), dass explizit nur die angestellten Ärzte in Krankenhäusern betrifft und Notfalldienste niedergelassener Vertragsärzte nicht betrifft (!) entschied Brüssel aber nun, dass Bereitschaftsdienst – der die Anwesenheit des Arbeitnehmers an der Betriebsstätte voraussetzt – als „Arbeitszeit“  zu sehen ist, selbst wenn die tatsächlich geleistete Arbeit während des Bereitschaftsdienstes vom Einzelfall abhänge. Es müsse stets eine klare Zuordnung zur „Arbeitszeit“ oder „Ruhezeit“ erfolgen, da sich diese Begriffe gegenseitig ausschließen würden.

Etwas wässriger wurden die EU-Richter bei der Rufbereitschaft und wollen das im Einzelfall geregelt wissen:

Eine Rufbereitschaft ist dann nicht zur Arbeitszeit zu zählen, wenn der Arbeitnehmer während des Bereitschaftsdienstes zwar stets erreichbar sein müsse, er aber nichtsdestotrotz – aufgrund der Wahl des Aufenthaltsortes – frei über seine Zeit verfügen und eigenen Interessen nachgehen könne. Unter diesen Umständen ist nur die Zeit, die für die tatsächliche Erbringung von Leistungen aufgewandt wird, als „Arbeitszeit“ im Sinne EU-Arbeitszeitrichtlinie anzusehen.

Macht der Arbeitgeber also konkrete zeitliche und/oder geografische Vorgaben, die eine Freizeitgestaltung während der „Rufbereitschaft“ einschränken, muss im Einzelfall die Rufbereitschaft als Arbeitszeit gewertet werden.

in einer Online-Umfrage fanden das 67% der Leser einmal gut.

Beim deutschen Nachbarn hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) aber eine zeitliche Vorgabe von 20 Minuten zwischen Abruf und Arbeitsaufnahme für zu kurz, um eine Rufbereitschaft, die nicht als Arbeitszeit gewertet zu werden.
Bei einer solchen Zeitvorgabe ist der Arbeitnehmer faktisch gezwungen, sich in unmittelbarer Nähe des Arbeitsplatzes aufzuhalten, um die Arbeit bei Bedarf fristgerecht aufnehmen zu können. Eine derartige zeitliche Vorgabe (20 Minuten) kommt – so das BAG – der Anordnung von Bereitschaftsdienst gleich und ist daher als Arbeitszeit zu werten und entsprechend zu vergüten (BAG, Urt. 3101.2002, Az.: 6 AZR 214/00).

Eine entsprechende Klarstellung österreichischer Gerichte ist mir leider nicht bekannt ….

Written by medicus58

18. Mai 2018 at 19:57

Von der Fernbehandlung zur Telepathologie

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Hier haben wir im Dezember 2017 darauf hingewiesen, dass sich auch unsere Regierung der Telemedizin verschreiben möchte:
Gesundheit: Zwischen den Zeilen des Regierungsprogramms

Die Digitalisierung und Telemedizin werden dazu verstärkt eingesetzt; eHealth Anwendungen und Angebote erleichtern den Menschen den Zugang und helfen zukünftig, die Gesundheitskompetenz in der Gesellschaft zu erhöhen

Folgerichtig betreibt auch die Österreichische Ärztekammer eine Referat für Telemedizin (von dem man aber kaum was vernimmt).

Wir reden nicht von Schellings feuchtem Traum Drücken Sie die 1 wenn Sie krank sind oder die 0 wenn sie tot sind , sondern von der von der deutschen Bundesärztekammer gewünschten Lockerung des Fernbehandlungsverbotes oder wie es das lachsfarbene Qualitätsblatt titelte: Die Angst der Ärzte vor der Onlineordination

Klar, dass Marie-Theres Egyed keine Sekunde darauf verschwendet, dass vor sowas auch ein Patient Angst haben kann und lässt den Schweizer Betreiber einer Onlinepraxis seine App bejubeln und zitiert noch den von Prölls Gnaden schon im vorigen Jahrhundert zum „Patientenanwalt“ geadelten Juristen Bachinger:
„Bis jetzt haben wir keinen Hinweis, dass Patienten mit Onlinediagnose schneller sterben“.

Ich bin ja seit in den letzten Jahrzehnten, abgesehen von Zahnärzten und Augenärzten, nie Patient gewesen, aber als Patient würde ich mich sogar schon vor so einer Aussage fürchten!

Laut Standard soll der Schweizer Kollege nun im Auftrag des Gesundheitsministeriums zwischen Hauptverband und Ärzten vermitteln und Abrechnungsmöglichkeiten für Onlinekonsultationen vorschlagen.
Ich frage mich nur, weshalb das Gesundheitsministerium niemanden beauftragt mal gescheite Abrechnungsmöglichkeiten für Schilddrüsenerkrankungen (in Wien Wartezeiten von bis zu einem Jahr), für echte Diabetesbehandlung, Kinderpsychiatrie, optisch erträgliche Zahnfüllungen, etc, etc. zu finden … 

 

Written by medicus58

17. Mai 2018 at 20:12

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Hackordnung

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2016 suchte Noch-BGM Häupl wieder dringend Personal für das Wiener Gesundheitswesen und streute dem Zilk’schen Erbstück Peter Hacker rote Rosen, pardon rote Nelken, von wegen Topmanager und so.  KAV-Generaldirektor oder Gesundheitsstadtrat, da wäre alles drinnen meinte Die Presse zu wissen: Wiener Postenkarussell: Hacker auf Weg nach oben

Immerhin war ihm (dem Vernehmen nach) bereits 2004 das Gesundheitsressort angeboten worden, nach der Ablöse von Elisabeth Pittermann. Damals soll Hacker aber abgelehnt haben, weil er sich mehr als Manager denn als Politiker sieht.

Im Jänner 2017 konnten Sie hier lesen, dass der Herr über große Teile des Wiener Sozialbudgets dieses lieber weiterhin außerhalb des medialen Scheinwerferlichts verteilen wollte und somit blieb was er war:
Herr über den unter seiner Führung rasant angewachsenen Fond Soziales Wien.

Wenn DIE Hackn nicht einmal der Hacker will !?!

Nun aber scheint die Stunde geschlagen zu haben, in der die Stadtpartei Gehorsam einfordert für die bisherige Karriere:
There is no free lunch.

Die meisten aktuellen Presseportraits erinnern nur an Hackers Funktionen als Drogenkoordinator (1992-2003) und Flüchtlingskoordinator (ab 2015) und erwähnen nur beiläufig die über eineinhalb Milliarden Euro, über deren Verwendung Hacker entscheiden konnte. Das wenigste leistet der FSW selbst, er ist vielmehr das Füllhorn an dem die zahnlosen Einrichtungen hängen, die dann die eigentliche Sozialarbeit leisten. Hier zu entscheiden, wer was bekommt ist schon was.

Der FSW hat weniger als 800 Mitarbeiter, von denen (Hallo, KAV) 2016 gerade mal noch 20% bei der Stadt Wien angestellt waren: https://2016.fsw.at/uploads/2016/downloads/FSW_Zahlen_2016.pdf

Hacker hätte sich wohl gut mit GD Janßen und seinem Stv. Thomas Balázs verstanden, die ja auch stets von „Leistungen, die man zukaufen muss“ schwärmten, weil ja ein riesiges Spital z.B. keinen eigenen Tischler mehr braucht, der rasch einmal einen kaputten Sessel repariert, wenn man ja dafür auch Leistungen ausschreiben kann …. Auf die Kernkompetenz beschränken und entscheiden wer dran kommt:
Der Teufelskreis der Auslagerung – oder wie macht man Cash?

Richtig spanned wird es aber nun in der Gangbetten-Frage, denn ein Dauerbrenner dieser Stadt war, dass in der Vergangenheit viele Akutbetten mit Patienten belegt sind, die schon längst in eine Pflegeeinrichtung überstellt werden konnten,
deren „pro curatio“ Antrag aber im Fond Soziales Wien „abliegt“, der wieder ein Bett in einer der vielen Einrichtungen zuteilt.
Einen besonderen Schachzug leistete man sich dort, als Kritik an den Wartezeiten laut wurde, in dem man nicht die Zeit zwischen Posteingang und Zuweisung als „Wartezeit“ berechnete, sondern erst ab dem Zeitpunkt die Uhr tickte, da der betreffende Akt erstmals bearbeitet wurde …

Eigentlich keine schlechte Idee von Bald-BGM Ludwig nun den ehemaligen FSW-Chef zum „Manager, nicht Politiker“ beider Einrichtungen zu machen, des KAV mit seinen Pflegeheimen und des FSW.
Ist eine sportliche Leistung, die Hacker da bringen muss, aber die Agenden Sport hat er eh auch noch bekommen…

Written by medicus58

16. Mai 2018 at 19:54

Wien: Den Sound vernahm ich wohl, allein mir fehlte der Glaube

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Nur kurz rauschte es im Blätterwald, als ein Stadt-Rechnungshofbericht wieder mal kein Haar am Wiener Krankenanstaltenverbund ungekrümmt ließ:
Es ging um das mit externen Beratern realisierte SOUND-Projekt und die Krone titelte süffisant: „Kostendämpfung“ lässt in Wien Kosten explodieren
während der Standard aus dem Bericht zitierte: Skurril ist auch, dass selbst die Beratungsfirma im KAV ein Einsparungspotenzial bei Beratungsleistungen in Höhe von 3,85 Millionen Euro erkannt hat.

Nun Leser dieses Blogs wird das kaum überraschen, da wir uns schon mehrmals (z.B.: Beraten – Verraten: Das wahre Problem hinter externen Beratern) über den Berater-Unfug im öffentlichen Dienst Gedanken gemacht haben und bereits 2014 über das angebliche Kostendämpfungs- und Sparprogramm im KAV berichtet haben: KAV: Wir sparen – koste es was es wolle
über den „Hauptberater“ dieses Projekts Erbauliches finden können: Accenture im KAV: Wir zahlen doppelt für den Strick an dem sie uns aufhängen 

Auch wenn der (IMHO zu zahme RH-Bericht) moniert, dass in all die Kosten die zusätzlichen Personalkosten der KAV Mitarbeiter, die den Externen Beratern Daten aufbereiten mussten, nicht einberechnet wurden, ist der Neuigkeitswert überschaubar, weil das konnte man vor Jahren in den Aussendungen der Personalvertreter lesen; korrigiere, natürlich nicht in denen der SPÖ-nahen Mehrheitsfraktion, die sah da offenbar kein Problem und hielt im Gemeinderat solidarisch den Mund. Es dürfen Wetten angenommen werden, ob sie bei den kommenden Personalvertretungswahlen dafür abgestraft werden!

Aber auch dieser Bericht wird wie so viele „zur Kenntnis“ genommen werden, weil inzwischen natürlich alle Köpfe ausgetauscht sind und man zukünftig das alles besser machen wird.

Apropos Köpfe, wenn nächste Woche das Rätselraten ein Ende haben wird, ob nun eine akademisierte Krankenschwester (und Gemeinderätin für den 22.) Gesundheitsstadträtin wird und das Transdanubische KH Nord erben wird, pfeift sich kein Medium mehr, ob der KAV nun wie selbst behauptet 100 Mille eingespart oder mehr für die Berater ausgegeben hat, als die eingespielt haben.
Peanuts!

Ein Schelm der Böses dabei denkt, dass der Prüfauftrag an den Stadtrechnungshof ohnehin nur eine exemplarische Prüfung der über 100 Einzelprojekte umfasst hat, so dass man der KAV Führung die Rechtfertigung (ja aber in der Gesamtsicht war eh alles supi) quasi auf dem Tablett mitgereicht hat. Aber was mich viel mehr wundert, weil ich die Kompetenz und Gewissenhaft des Stadt-eigenen RHs kenne, weshalb wesentliche Punkte unbeachtet blieben:

Der Bericht moniert u.a., dass man durch eine Wechsel der Stromanbieter (weg von der Wien Energie) sparen hätte können, obwohl (mW bis heute) ein Erlass gilt, der Teilen und Unternehmungen der Stadt Wien verbietet andere Anbieter als die im Eigentum der Stadt Wien stehenden (Wien Energie, MA48, …) zu nutzen.
Andere Verträge mit externen Anbietern (Röntgen, …) aus dem Budget des KAV und somit der Stadt blieben unerwähnt, wobei selbst jetzt in den Diskussionen um die „Anstaltswerdung“ des KAV („Wien Kliniken“) nicht klar ist, in welchem Ausmaß solche Verträge rechtens sein würden (!).

Nach meinen eigenen Erfahrungen  war aber in all den von externen Beratern durchgeführten Projekten (IMPULS, SOUND, …) der wesentliche Fehler, dass externe Firmen den Mitarbeitern diktieren konnten was sie wollten, weil es keine begleitende Kontrolle durch einen Vertreter der (General-)direktion gab, der einschreiten hätte können, wenn die Firma etwas als Auftragsbestandteil behauptet, was möglicherweise mehr im Sinne der externen Firma als des KAV war.
Da Kritik stets als fehlende Identifikation mit dem Unternehmen geahndet wurde, nahm es auch nicht wunder, dass sie seitens der Mitarbeiter oft unterblieb. Wo sie geäußert wurde (wenn z.B. Einsparungssummen auf Basis von unrabattierten Listenpreisen berechnet wurden, die vor SOUND ohnehin nie gezahlt wurden aber nun als provisionsrelevantes Resultat der Berater gesehen werden) versickerten entsprechende Mails im Rundordner.
Und letztlich fehlt die Selbstkritik, weshalb sich trotzdem immer wieder genügend Mitarbeiter fanden, die für ein bisschen Hoffnung für die eigene Position (Abteilung) bereitwillig in die Kamera lächelten KAV: Wenn das alles ist.

Vielleicht sollte der Stadt-Rechnungshof auch einmal den Einfluss des seit mindestens einem Jahrzehnt systematisch ruinierten Betriebsklimas auf all die Skandale prüfen, auch wenn es schwierig wird das in Zahlen zu gießen, IMHO sprechen wir hier von vielen Millionen!

Written by medicus58

10. Mai 2018 at 12:35

Speed kills – Stadt Wien – Freundschaft

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Wir haben letzten Sonntag hier berichtet, wie viele Monate zwischen der Erkenntnis eines Wiener Bürgermeisters und einer Gesetzesvorlage vergehen: 16 Monate

Die Begutachtungsfristen für die beiden nun vorgeschlagenen Gesetze enden aber in 16 Tagen (am 17.5.2018), weil es schnell gehen muss, klar.

Neben dem Gesetz, mit dem das Wien Kliniken-Errichtungsgesetz und das Wien Kliniken-Zuweisungsgesetz erlassen sowie die Wiener Stadtverfassung, das Wiener Krankenanstaltengesetz 1987, das Wiener Gesundheitsfonds-Gesetz 2017, das Wiener Sozialhilfegesetz, die Dienstordnung 1994, die Besoldungsordnung 1994, die Vertragsbedienstetenordnung 1995, das Wiener Bedienstetengesetz, das Wiener Personalvertretungsgesetz, das Wiener Gleichbehandlungsgesetz und das Wiener Zuweisungsgesetz geändert werden (Wiener Anstaltsgesetz 2018)

ist auch das
Gesetz, mit dem das Verfassungsgesetz über die Voraussetzungen für die Veräußerung von Anteilen an der Anstalt Wien Kliniken erlassen wird (Wien Kliniken – Anteilsgesetz, WK-AG) 

nicht uninteressant. Das Werk hat grad mal 2 Paragraphen

Artikel I §1
(Verfassungsbestimmung) Zu einem Beschluss des Gemeinderates über die Veräußerung der Anstalt Wien Kliniken, von Teilen an dieser bzw. deren Umwandlung in eine andere Gesellschaft und die Veräußerung der Anteile an dieser ist die Anwesenheit der Hälfte der Mitglieder sowie eine Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen erforderlich. Dies gilt auch für sonstige Verfügungen, die im Ergebnis einer Veräußerung gleich oder ähnlich sind.

Artikel II
(Verfassungsbestimmung) Art. I tritt am 1. Jänner 2019 in Kraft.
Der Landeshauptmann: Häupl
Der Landesamtsdirektor: Hechtner

In der Präambel ist zu lesen:
Ziele und wesentlicher Inhalt:
Festlegung erhöhter Quoren für eine Veräußerung von Anteilen an der Anstalt Wien Kliniken.
Auswirkungen des Regelungsvorhabens:
Eine Veräußerung von Anteilen wird dadurch erschwert.

Also scheinen die Warnungen vor einem Verkauf der Wiener Krankenanstalten an private Betreiber, die ich hier immer wieder ausgesprochen habe falsch?

Nicht notwendigerweise. Die finanziellen Rahmenbedingungen im öffentlichen Gesundheitswesen, dort wo Vollversorgung angeboten wird, sind so schlecht, dass ohnehin kein Investor daran denkt dort sein Geld zu versenken.
Erst kürzlich hat das VAMED Chef Wastler ganz deutlich gesagt:
Vamed-Konzern will AUVA-Spitäler nicht übernehmen
Das österreichische Erstattungssystem lasse es – im Gegensatz zum deutschen – nicht zu, in der Akutversorgung Gewinne zu erwirtschaften.  

Ist aber kein Beinbruch, denn betreiben tut die VAMED schon eine Reihe von scheinbar öffentlichen Krankenanstalten für konfessionelle und kommunale Träger.
Wird der KAV privatisiert? Ein Indizienprozess bei dem wir baden gehen

Auch an der Therme Wien Ges. m. b.H. hält die Stadt Wien in Form der Wien Holding nur mehr 35% und Vienna Insurance Group 15%, Erste Group Bank 15% und UniCredit Bank Austria 15% sowie VAMED-KMB Krankenhausmanagement und Betriebsführungsges.m.b.H 19,99% (Link). Die Kosten für die enorme Standortaufwertung durch den U-Bahn Anschluss, trägt die Stadt Wien aber zu 100%.
So rechnen sich dann Investitionen rasch wieder ….

Freundschaft

Bezüglich allfälliger Einsprüche finden sie hier die E-Mail Adressen: https://www.wien.gv.at/recht/landesrecht-wien/begutachtung/index.htm

Written by medicus58

1. Mai 2018 at 18:33

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