Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for the ‘Gesundheitssystem’ Category

Pflegepaket abzuholen

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Knapp zwei Monate im Amt und (nach Eigendefinition) und schon ein großer Wurf des Gesundheits- und Sozialministers, der die Vorarlberger Landesregierung verlassen hat, ehe ihm peinliche Fragen zur Mitwisserschaft über die Finanzströme seines Koalitionspartners stellen konnte.

Die Politik war säumig„, nicht seine zwei Vorgänger in dieser Regierung, natürlich nicht.

War es das nun wirklich? Der seit Jahresbeginn immer Regierungs-unkritischere ORF jubelt, verweist auf zufriedene Gewerkschaften und läßt den ebenfalls zufriedenen Wiener Gesundheitsstadtrat ausführlich zu Wort kommen.

1 Milliarde Euronen und alles paletti?

Gesundheitsminister Rauch passt in diese Bundesregierung genau so gut wie in das saubere Ländle, wo es mehr um den kurzfristigen Gewinn als ein längerfristiges Planen geht. Diese Regierung hat erst kürzlich 6,6 Milliarden für das Auffüllen der Gasspeicher beschlossen, von der sie nicht weiß woher sie kommen sollen, da ist es auch egal, woher die Pflegemilliarde kommen soll.

Klar müssen die Gewerkschaften erst einmal jubeln, wenn sie für heute Demonstrationen am Tag der Pflege veranstalten und schon rennt der Rubel, und Stadtrat Hacker hat jahrelang als Chef des FSW auch primär Geld verteilt, mal an diese mal an jene Hilfsorganisation, die natürlich heute auch einmal positiv gestimmt sein müssen, wenn ihr Geschäftsmodel querfinanziert wird, aber

Der Pflegenotstand hat eine jahrelange Entstehungsgeschichte, die mit ein paar Zuckerln für zwei Jahre (zusätzliches Monatsgehalt, Zuschuss für Ausbildung, Tätigkeiten auf Pflegeassistenz abwälzen…) nicht gelöst.

Erstens verlangen erwartungsgemäß jetzt alle einen weiteren Schritt, dessen Finanzierung noch unklarer sein wird.

Zweitens wird das Problem der Ausbildung nicht gelöst. Zuerst hat man sich unter dem Deckmantel der Akademisierung die an Krankenhäuser angeschlossen Schwesternschulen aus den Budgets geschossen und auf Fachhochschulen mit Schulgeld gesetzt, jetzt muss man Stipendien zahlen, hat nicht ausreichend Lehrpersonal, weder für die akademisierte Pflege noch die frisch erfundene Pflegeassistenz.

Wenn nun die Sprachprüfung für ausländische Pflege fällt, kann ich nur sagen: я не можу в це повірити

Drittens ist es schon nett jetzt den über 43-jährigen, die noch im Job sind, eine zusätzliche Ruhewoche zu geben, nur haben wir jetzt schon zuwenig Personal um alle Stationen zu betreiben, jede zusätzliche Woche Absenz tragen in Wirklichkeit die anderen. Gleiches gilt für die 2 Gutstunden pro Nachtdienst.

Viertens ist das Hauptproblem der komplizierten Verantwortlichkeiten im Gesundheitssystem nur vertieft worden, denn letztendlich betrifft das alles nur die Pflege in privaten und den Einrichtungen des Bundes.

Also doch wieder mehr Rauch als Reformfeuer beim auch nicht mehr so neuen tückisch-grünen Minister.

Written by medicus58

12. Mai 2022 at 18:24

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MedUni brennt? Nein, aber der Steuerzahler

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Erinnern Sie sich noch an die Studentenproteste 2009/10: Uni brennt? Im Wesentlichen ging es damals um Studienbeschränkungen, um die Ausgaben der öffentlichen Hand für die staatlichen Universitäten zu senken.

Inzwischen regt es niemanden mehr auf, dass es kaum ein Studium ohne Knock-out Aufnahmeprüfung für beschränkte Studienplätze gibt. Diesen Wahnwitz an den Medizinischen Universitäten habe ich schon 2019 unter Es mangelt nicht nur an Ärzten, es mangelt auch an Ehrlichkeit und Verstand beschrieben.

Immer mehr private Medunis mit immer höheren Studiengebühren entstanden und wenn einem schon das Mitleid mit denen, die dort abgezockt werden, fehlt, könnte man sich wenigstens als Steuerzahler darüber freuen, dass man sich die Finanzierung dieser Studienplätze an den staatlichen Unis erspart, aber weit gefehlt.

All diese Privatunis benötigen den Spitalsbetrieb der öffentlichen Krankenhäuser für die praktische Ausbildung der Studierenden. Ja, sie zahlen auch etwas dafür, nur stehen die überwiesenen Summen in keiner Relation zu den Kosten, die eine selbst betriebene Universitätsklinik aufgeworfen hätte. Mit anderen Worten subventioniert so die öffentliche Hand die Ausbildung an den Privatunis.

Das ist aber nicht alles. Seit 2019 subventioniert das Land Burgenland 5 Studienplätze an der Donau Privatuniversität Krems (DPU) für burgenländische Medizinstudenten. Ab kommenden Herbst wird das Kontingent auf 55 aufgestockt und steht auch Nicht-Burgenländern frei, wenn sie danach im Bundesland bleiben.

In drei Jahren sponsert dann das Burgenland eine Metastase der DPU in Pinkafeld.

Noch teurer sind die Studiengebühren an der Sigmund Freud Universität (SFU). Das Land Steiermark übernimmt nun, ohne Rücksprache mit der Grazer Meduni, dort die Studiengebühren für 60 Studierende, 9.000.000 Euro.

2016 ergab überdies eine parlamentarische Abfrage, dass die meisten Privatuniversitäten gar nicht wirklich privat sind (Link). Damals galten aber zumindest die DPU und die SFU als nicht direkt von Bundesländern, Städten, Kammern, Kirchen oder öffentlichen Unis geführt. Zumindest für deren Medizinstudien fließt aber nun auch reichlich Steuergeld.

Es wäre mE längst an der Zeit nachzurechen, ob der jetzige Weg nicht dem Steuerzahler viel teurer kommt, als hätte man die staatlichen Unis, die übrigens auch die Vortragenden an den Peivatunis ausgebildet haben, nicht gleich ordentlicher dotiert und die offenbar fehlenden Ärzte dort ausgebildet hätte.

Und man kommt ins Grübeln ob der Wahnwitz nur passiert ist, oder sich da (frei nach W. Ambros) wer ins Fäustchen lacht.

Written by medicus58

3. April 2022 at 23:28

Hart geht`s weiter in der Wiener Ärztekammer, Steinhart

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Eine Reformkoalition kürt offenbar den bisherigen Stv. Wiener Ärztekammerpräsident Johannes Steinhart zum Wiener Ärztekammerpräsidenten und kippt Szekeres, den ersten SPÖ-nahen Präsidenten auch der Österr. Ärztekammer.

Die Mehrheit in Wien ist knapp. Von 90 Mandaten bringen

Steinharts Vereinigung 26, We4you 6, Turnusärzte für Turnusärzte 6, Grüne Ärzte 4, Asklepios 2,  Wahlärzten Wien 1 und die Liste Integrative Medizin 1 Mandate, also insgesamt 46 Mandate ein.

Wenn es, wie bei der letzten Wahl, nach der Wahl erneut zu einem Wechsel von Kandidaten in eine andere Liste kommt kippt diese Koalition, auch wenn die 6 Mandate der MfG, mit denen niemand zusammen arbeiten will, einen gewissen Stoßdämpfer bedeuten.

Weshalb 2017 die Grünen Ärzte unter dem damaligen Fraktionsführer Mückstein unbedingt Szekeres krönen wollten und nun Steinhart küren, zählt zu den vielen Unstimmigkeiten unserer Standesvertretung.

Ob Steinhart, der seit 1989 Kammerrat ist, nach 33 Jahren die Kammerstruktur reformieren kann und will, mag zumindest hinterfragt werden. Ob der ehemalige (1993-1999) Vorsitzende des Verwaltungsausschusses des Wohlfahrtsfonds, nun die Forderung seines neuen Koalitionspartners We4U Wohlfahrtsfond abschaffen umsetzen wird, mag ebenso bezweifelt werden, wie dass die Liste Integrative Medizin das richtige Signal auf da mediale Dauerfeuerwerk ist, die Ärztekamme würde paramedizinische Aktivitäten (Homöopathie, TCM, …) noch fördern.

Wir lehnen die Diffamierung einzelner bewährter komplementär-medizinischer Therapiemethoden ab. Wir unterstützen vielmehr die Referate für traditionelle und integrative Medizin in den Landes- Ärztekammern und betonen den Wert komplementärmedizinischer Zusatzausbildung für die tägliche Praxis und unser Recht auf einen respektvollen, wertschätzenden Umgangston gegenüber allen Diplominhaber*innen.

So wirklich weint in ersten Stellungnahmen in den (A)Sozialen Medien kaum jemand Szekeres eine Träne nach, aber ob die neue Koalition in Wien nicht erneut viel Kammerbeiträge verschlingen wird, um die unterschiedlichen Listen bei der Stange zu halten, darf nur gehofft werden. Möge sich mein Beitrag nach der Ärztekammerwahl 2017 Der Preis der Koalition nicht mit anderen Mitspielern auch 2022 wiederholen,

Ja, und was ich 2017 bezüglich einer gleichberechtigten Vertretung von Niedergelassenen und Angestellten KollegInnen unter WÄK Wahl Die Würfel scheinen gefallen geschrieben habe, scheint mir 2022 in der anderen Richtung eine Schieflage zu haben, zählt man die Ergebnisse beider Lager bei den Angestellten Ärzten zusammen: https://www.aekwien.at/wahlergebnis-2022

Written by medicus58

28. März 2022 at 18:40

Hat Wien das bessere Pandemie-Management? Ja, aber…

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Bild aus SN vom Wiener Derby 3/22

Ein volles Allianz Stadion, also 26.000 maskenbefreite, schulterreibende, gröhlende Fans, alles legal, aber nicht gescheit in Zeiten von Omikron.

Beim Ukraine Benefiz im Ernst Happel Stadion wurden lt Standard (von dort auch das Bild) zwar blau-gelbe FFP2 Masken an die 40.000 Besucher verteilt, getragen hat sie aber kaum wer, bemerkte der Standard.

So wirklich gegen den bundesweiten Strom schwimmt man halt auch in Wien nicht gern, wenn es um mediale Großereignisse geht.

Die Infektionszahlen hatten schon längst Rekordwerte erreicht, als sich der Gesundheitsverbund noch weigerte, die Anzahl der Besucher pro Patient und Tag wieder zu beschränken. Einige von uns berieten verzweifelt, wie das ohnehin numerisch dezimierte Personal während der Besuchszeiten noch zu Frischoperierten und Immunsupprimierten ins Zimmer kommen könnte, wenn jedes Bett von Angehörigen belagert wird.

Fairerweise muss man aber auch auf das Ukraine Benefiz in der Wiener Stadthalle hinweisen, wo Masken getragen wurden.

Screenshot ORF Tvthek

Da angenommen werden darf, dass die eigene stimmliche Beteiligung beim Derby oder Seiler&Speer etwas intensiver als beim Schönbergchor oder Ronaldo Villazon war, hätte man sich aus epidemiologischer Sicht die Masken wohl eher dort als da gewünscht.

Wie schon gesagt, alles legal gewesen, und manches funktionierte in der Pandemie in Wien etwas besser als in anderen Bundesländern, aber eben nur etwas.

Written by medicus58

22. März 2022 at 19:02

Just another Day in Pandemia

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Während wir im Standard lesen können, wie sich sogenannte Experten von der Politik gängeln lassen (Corona-Kommission rudert nach „Anruf“ mit Empfehlung zurück), die Intensivstationen nicht genug Luft haben, um das Ersticken der anderen Bereiche verhindern zu können, und der Politprofi im Gesundheitsministerium zu den Öffnungsschritten das tut, was Politprofis halt so können, wortreich schweigen, schaut das woanders nicht viel anders aus.

In UK hebt die Regierung die Impfpflicht für Gesundheitspersonal im staatlichen Gesundheitssystem auf, die Berufsvertretung bezweifelt, dass das die zurück bringt, die längst gekündigt haben. BA.2 ist nicht gefährlicher als BA.1, die Rate der täglich neuen positiv Getesteten ist um 24%, die Hospitalisierung aber trotzdem nur um 8% gefallen.

In Frankreich fiel die Anzahl der täglich neu gemeldeten Fälle sogar um 27% und die Hospitalisierung um 15%, der Prozentsatz der kritisch Kranken liegt aber noch 60% über der als kritisch angesehenen Marke, um mehr zu öffnen.

Deutschland und Österreich haben inzwischen Novavax, aber wenige wollen es.

In der Schweiz fielen wie in Österreich die meisten Einschränkungen, nach einem Abfall steigen die positiven Tests wieder und die Zahl der kritisch Kranken bleibt hoch.

Belgien und Italien zeigen bei allen Pandemieindikatoren eine günstige Entwicklung, nur scheint in Italien ein Plateau in der Impfwilligkeit (auf hohem Niveau) erreicht und hat vielleicht überraschend noch kaum BA.2 des Omicron.

Auch Portugal und Spanien entwickeln sich gut, von der Maske verabschieden will man sich noch nicht.

Die USA setzten vermehrt auf eine Test to Treat Strategie, was die Pharmaindustrie freut, da sie zuletzt sowohl bei den Impfungen für die unte 5-Jährigen,noch mit den an Omicron adaptierten Impfungen erfolgreich war.

Brasilien hofft auch das Schlimmste hinter sich zu haben fürchtet aber noch allfällige Nachwirkungen illegaler Karnevalfeiern.

In Afrika bessern sich die Indikatoren, außer in Lesotho, der VR Kongo und Ghana. Marokko sperrt erstmals nach 2 Jahren die Fußballstadien auf.

In Asien erleben gerade die Staaten, die bislang mit einer No Covid Strategie (Hongkong, Neuseeland,..) gut durch die Pandemie kamen, eine starke Omicronwelle. Indien sieht fallende Indikatoren, Delhi hebt viele Sanktionen auf, behält aber die Maske bei.

In The Lancet glaubt man mit enormen statistischem Aufwand nachweisen zu können, dass weltweit zwei Drittel aller Covid Toten nicht erfasst wurden, kann die großen Unterschiede zwischen einzelnen Ländern und Regionen auch nicht wirklich klären.

Und in der Ukraine sterben Menschen mit, an und trotz Corona vorzeitig.

Ein Teil der Meldungen stammen von hier, wo es auch weiterführende Links zu den Statements gibt.

Written by medicus58

11. März 2022 at 17:00

Nachruf auf Mückstein a la Kronen Zeitung

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Flüchtenden schießt man nicht nach, aber genau das tut Herr Prommer von der Kronen Zeitung heute.

Die Krone hat (in welchem Auftrag auch immer) seit Anbeginn gegen den „Hausarzt in Turnschuhen“ aus all ihren Auspuffen geballert. Die Krone war es auch, die gestern Abend schon wusste, dass Mückstein zurücktreten wird und als letztes Aufgebot, der Sozialarbeiter aus dem Ländle gerufen wird, der sich im Paarlauf mit seinem VP Landesvogt und als treuer Vasall des Vizekanzlers bewährt hat.

Die Journaille (in Ö1) preist den gewiften Politiker und ist sich einschließlich der Vertreterin der Kronen Zeitung einig, dass dieses Ministerium einen Politiker und keinen Fachmann benötigt.

Keine Stimme hinterfrägt, ob ein Ministerium, das nachweislich keine widerspruchslose Verordnung, keine evidenzbasierte Strategie auch gegen die PR Profis der türkis-schwarzen Kamptruppe zusammenbringt, nicht auch ein strukturelles Problem hat.

Auch unter der Führung einer gelernten Hygienikerin (und nunmehrigen SP Vorsitzenden auf Zu- und Abruf) brachte man dort kein vorausschauendes Pandemiekonzept, keine vernünftige Ärzteausbildung, keine vernünftige Pflegeplanung,… zusammen! Kommt es da keinem in den Sinn, dass es vermutlich egal ist, wer sich dafür politisch die Ohrfeigen abholt.

Das Gesundheitsministerium, auf das sich die Grünen auch noch das Sozialministerium draufpappen haben lassen, weil die grüne Resttruppe so geil darauf war an den Trog zu kommen, hat weder die gesetzliche noch die politische und intellektuelle Fähigkeit seiner Aufgabe nachzukommen, d. h. werden wir dort bald in Paraphrase auf einen Vorarlberger Werbespruch sagen können :

Mit Rauch geht’s auch nicht.

Written by medicus58

3. März 2022 at 21:30

Öffentliche Gesundheitsplanung für ein wachsende Wien: Bettenreduktion

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Augenblicklich zirkuliert der Planungsstand des Regionalen Strukturplanes (RSG) für 2025 auf das sich der Wiener Gesundheitsfonds und die Wiener Sozialversicherungsträger geeinigt hat und da fällt auf, dass im Vergleich zu den 2018 systemisierten Bettenkontingent, das ohnehin nicht ausgeschöpft wurde (=tatsächliche Betten) für 2025 ca 10% weniger Betten geplant werden.

Zusätzlich wird aber noch ein Kontingent für inländische Gastpatient*innen abgezogen! Das reduziert die Betten für Wien noch weiter.

Mit anderen Worten finden es die Wiener Gesundheitsbürokratie und die Wiener Sozialversicherungsträger nach zwei Jahren Pandemie und einem nachweislich überlasteten Krankenhaus-System für sinnvoll einer auf 2 Millionen angewachsenen Wiener Bevölkerung im Vergleich zu 2018 in Summe 17% Spitalsbetten zu streichen.

Würde man die ambulante Versorgung der Pflichtversicherten parallel hoch fahren, wäre darüber zu diskutieren. Da sich aber letztlich nix tut außer ein paar Versorgungszentren zu subventionieren, während immer mehr Kassenstellen unbesetzt bleiben, ist das mE ein Affront.

Written by medicus58

25. Februar 2022 at 13:48

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Impfpflicht Lotterie

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Ein paar Tage in Absurdistan:

Die tückisch-grüne Regierung wollte, nachdem der frühere Häuptling die Pandemie für beendet erklärt hat im Herbst was tun, eine Impfpflicht einführen.

Die rötliche Rendi-Wagner wollte einen Impfprämie, damit die Menschen der Pflicht auch Neigung entgegen bringen.

Da man die Stimmen der Roten für die Einführung einer Impfpflicht brauchte, aber natürlich nicht deren Impfprämie übernehmen konnte, erfand man die Impflotterie.

Lotterie macht irgendwie schon Sinn, weil man zu einer Impfung mit Impfstoffen verpflichtete, die für die Virusvarianten, die grad aufkamen nicht mehr so wirklich wirkte, wenn die Impfpflicht scharf gestellt wurde, was man dann aber noch gar nicht wirklich überprüfen konnte, weil das Milliardengrab ELGA nicht automatisch erkennen konnte, wer impfbefreit, inzwischen genesen oder überhaupt mit dem falschen Impfstoff geimpft wurde.

Also alles wie bei einem Kapitän, dessen Befehle den Steuermann erreichen, wenn dessen Ruder längst gebrochen ist. Aber keine Panik auf der Titanic, wir sinken planmäßig.

Als die Zustimmung der rötlichen Hygienikerin erreicht wurde, fand verlässlich der gerade eingesetzte türkise ORF General, dass man einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk doch nicht vor den Karren einer rechtlich verordneten Impflotterie spannen kann. Vor unentgeltliche Einschaltungen im öffentlichen Interesse, weihnachtlichen Politikeraufmärschen zur LID Bettelei und einer eigenen Impflotterie zwar schon, aber sogleich war die Voraussetzung für Rendi-Wagners Zustimmung zur Impfpflucht wegadministriert, gern geschehen, hat halt nicht sein wollen.

Der Ex-Innenminister weiß aber sofort, dass man das Geld u. a. unter der Polizei verteilen soll, weil die ja mutig die Dutzenden Demos der Ungeimpften im Lockdown beschützt haben.

Wer da nicht an seinem Erbrochenen erstickt, der hat eine bleibende Immunität gegen das Zerrbild einer Politik aufgebaut und wohl in den letzten Jahrzehnten zu oft in Italien geurlaubt.

Apropos Grüne

Wenn Du glaubst es geht nimmer, die Regierung unterbietet sich

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Erwartungsgemäß verlangen Branchenvertreter und einige verhaltensauffällige Landeshauptleute (Kaiser, Platter) Lockerungen, was trotz aktuell nur schwach steigenden Intensivbelegungen am Fuße einer Welle, die vermutlich (SA, US, UK) in 2 Monaten abgeebbt sein wird, klassischer Hasard mit einem weidwunden Gesundheitssystem ist. Ich glaube in der Wirtschaft wäre sowas grob fahrlässige Krida.

Erwartungsgemäß steigen mit Omicron die Infektionszahlen, weil sie das auch in allen vergleichbaten Ländern taten.

Glaubte man gestern noch, dass Kollege Mückstein auf der Seite der Vernunft wäre, als er in etwa das oben hier Geschriebene auch sagte, trat er heute zwischen Tür und Angel (neudeutsch doorstep) mit unserem Bundeskanzler hin und Verkündete ab Montag das Ende des Lockdowns für Ungeimpfte.

Nicht, dass sich bisher ernsthaft die Staatsmacht versichert hätte, dass ihre seit Wochen geltende Verordnung auch befolgt worden wäre (Demos), aber selbst ein Dutzend Expertenrunden hätten keinen närrischeren Zeitpunkt für diese Ankündigung finden können.

Nun sei man aber gemeinsam mit den staatlichen Krisenkoordinatoren der Gecko zu dem Schluss gekommen, dass das Gesundheitssystem trotz steigender Infektionszahlen nicht mehr unmittelbar bedroht sei.

Jetzt sind es plötzlich wieder die Intensivbetten, obwohl zB schon im Sommer im Wr. Gesundheitsverbund (vor Omikron) klar kommuniziert wurde, dass die offenen Stationen das Problem sein werden. Dort steigen die Zahlen, von potentiellen Problemen in der Pädiatrie wollen wir hier noch schweigen, die USA haben sie schon.

Alle bisherigen Daten deuten darauf hin, dass Omikron d. h. „milder“ verläuft, weil sich bei den meisten das Infektionsgeschehen in den Atemwegen hnd6 nicht im Lungengewebe (Alveolen) abspielen wird.

Mild heißt nicht der Sauerstoff ist für die meisten das Hauptproblem, aber trotzdem kann das Fieber und all das, was jeder schon mal als schweren grippalen Infekt oder Influenza durchgemacht hat, Menschen ziemlich belasten. Das alles in einer Situation, in der seit zwei Jahren den Menschen Särge und Covid medial eingetrommelt wurden, wie Pawlows Hunden die Magensekretion.

Nun zu verlangen, dass Ärzte schwer kranke Patienten nach Hause zu Essigpatscherln und Hühnersuppe schicken sollen, nur damit die Kitzlöcher dieses Landes ein paar Tage früher aufsperren dürfen und die dahinter stehenden Interessensgruppen mal wieder zeigen können, was man sich bei unserer Politik alles anschaffen kann, dafür gibt es Herr Mückstein schon sehr billig.

Erinnern wir uns bei der kommenden Wiener Ärztekammerwahl, wie sich der Königsmacher der Grünen Ärzte, auf Kosten des Gesundheitssystems instrumentalisieren lässt. Die Krone und einige konservative Medien haben sich ohnehin schon auf ihn eingeschossen, von dort ist ohnehin keine Unterstützung zu erwarten, vom Rest hat er sich aber spätestens ab heute auch keine mehr verdient.

Oder wie es einst André Heller formulierte, es muss einen Unterschied geben zwischen „am Strich gehen“ und „eine Linie haben“.

Written by medicus58

26. Januar 2022 at 14:19

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Verlust der Unkontrolliertheit

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Seit drei Tagen schafft es das Gesundheitsministerium nicht Doppelmeldungen und Nachmeldungen aus seinem EDV System zu klauben und vom Statistiker bis zur Epidemiologin kommen Warnungen, dass das Infektionsgeschehen bald (sic!) unkontrolliert überrollen wird.

Panik in der Bürokratie, Zittern im Volk. Metternich rotiert.

Nur ernsthaft, was hat es denn gebracht, als die Pandemie scheinbar kontrolliert ablief ?

Klar, der Burgarten wurde geschlossen und zahllose Kommissionen tagten, ließen Ampeln blinken, überwiesen dem Roten Kreuz Unsummen für sinnlose Apps, erdachten Strategien und betrieben Contacttracing.

Die Gondeln in den Schigebieten blieben offen, zahllose Kommissionen tagten, Ampeln zeigten meist konsequenzlos rot, die RK App hat kaum jemand verwendet, Strategien (Reproduktionszahl, Sputals- oder Intensivbetten, 7-Tagesschnitt,..) wurden verworfen, sobald sie benötigt wurden und das Contactracing hat seit zwei Jahren mit zwei Wochen Verspätung ergeben, dass das Virus entweder aus dem Ausland kam oder in der Familie entstand.

Zig Millionen verpulvern wir in Testungen von Gesunden, die früher symptomatisch werden, als ihr Testergebnis zu erfahren.

Würde mir irgendwer beweisen, dass aus den lückenhaften Gesundheitsdaten irgendwann während der letzten beiden Jahren jemals mehr als Schlagzeilen, Pressekonferenzen und Streitgespräche am Arbeitsplatz enrstanden, würde ich much vor dem behördlichen Kontrollverlust fürchten.

Bis dahin versuche ich mein persönliches Risiko gering zu halten und versuche eine medizinische Abteilung am Laufen zu halten, wie übrigens alle anderen sogenannten Gesundheitsdienstleister die ich kenne.

Written by medicus58

22. Januar 2022 at 20:01

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