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Archive for the ‘Gesundheitssystem’ Category

Pandemiebekämpfung: Absurdität in der Praxis

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Ort der Handlung: Filiale der Bank Austria auf der Mariahilferstrasse; für nicht Ortskundige sei erwähnt, dass diese Filiale eine große 24h Halle mit mehr als einem Dutzend Selbstbedienungsautomaten hat.

Zeitpunkt: kurz vor 16:00 nachdem der Sildenafil-gehärtete Lockdown in die etwas abgeschlaffte Version überging und noch vor der großen Öffnung Mitte Mai von eh irgendwie allem.

Eine lange Schlange an Kunden wartet vor der Filiale, weil der Sicherheitsdienst vorbildlich darauf achtet, dass die behördluch erlaubte Maximalzahl an Kunden in der Filiale und die Abstände im Inneren eingehalten werden und vertröstet die Wartenden mit einem „wos soll’n ma mochen, aber um viere san ma eh weg, wos glauben S‘ wie’s a sie do obspüt jeden Tog…

Das wäre ja alles noch keine Zeile auf diesem Blog wert, wäre da nicht der Bauzaun der U-Bahn Baustelle, die seit Monaten den Gehweg der Begegnungszone gerade vor der Bankfiliale auf nicht viel mehr als einen Meter einengt und die Passantenmassen, die sich an den Wartenden vorbeiquetschen, meist maskenlos, versteht sich, weil erstens das Maskengebot im Freien aufgehoben ist, und zweitens weil es dieses auf der, auch während des harten Lockdowns auf der Mahü nie gegolten hat, obwohl es auch hier um Fressstände und andere offene Einrichtungen (Click ‚N‘ Pick) schon früher sehr dicht wurde.

Schlag 16:00 verabschiedete sich der Ordnerdienst und winkte die Wartenden alle auf einmal in die Filiale.

Sicher, eine Kleinigkeit, aber in dieser oder ähnlicher Form wahrscheinlich im ganzen Land anzutreffen. Natürlich kann man nicht 24h einen Ordnerdienst vor jeden Selfservicebereich aufstellen, aber dass behördlich genehmigte Baustellenzäune das Einhalten von Verordnungen unmöglich machen ist schon kafkaesk.

Written by medicus58

5. Mai 2021 at 08:16

5 Stunden Medientraining reicht

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Ich kann nicht sagen, dass meine bisherige (kurze) persönliche Erfahrung mit Kollegen Mückstein mich zu seinem Fan gemacht hat, nur ist das ziemlich irrelevant, denn die Auswahl halbwegs einschlägiger Fachleute für das Resort war bei den Grünen stets überschaubar und durch das „segensreiche Wirken“ Glawischnigs und Felipes ausgemendelt.

So gesehen ist Mückstein nicht das Schlimmste, was die Grünen für das Ministerium hervorbringen konnten, wären nicht einige der üblichen Verdächtigen (Sigrid Pilz!) lieber auf ihren gut dotierten Pöstchen verblieben.

Mitleid scheint auch für Minister Mückstein zumindest finanziell nicht angebracht, wenn er (Miteigentümer einer Grupprenpraxis mit PVC, Kassenfunktionär) im Standard Interview versichert, dass er durch seinen Jobwechsel keine finanzielle Einbuße erlitten hat. Sicher bemerkenswert für viele andere Praktiker, da das monatliche Bruttogehalt eines Ministers bei 18.000 Euro liegt. Wie oft das ausgezahlt wird, fand ich leider auf die Schnelle nicht.

Auch eine andere Aussage des Interviews ist bemerkenswert. Mückstein, der Nervengigant in Turnschuhen, gestand, dass er vor seinem ZIB-2 Interview weniger als 5 Stunden Medientraining hatte, wo ihm breitbeinig Stehen und Hände runterhängen lassen abgewöhnt wurde.

Dass dafür in den wenigen Stunden seit seiner Amtseinführung überhaupt Zeit gewesen ist, macht hoffnungsvoll, dass die Lage nicht so ernst sein dürfte, denn an geschulten Hände-Fuchtler und PR-Marionetten hätte die tückisch-grüne Regierung ohnehin keinen Mangel.

Halten Sie mich für naiv, aber mir fiele in dieser Zeit Nutzbringenderes ein um diese Krise zu bewältigen, aber vielleicht geht’s eh primär nur um den Anschein.

Written by medicus58

24. April 2021 at 14:22

Der Kommissions-Cluster

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Ein Screenshot der aktuellen news.orf.at offenbart das Dilemma der politischen Pandemiebekämpfung: Vor und nach den medialen Auftritten der politischen Balletttänzer tagen inzwischen eine unübersehbare Anzahl an Ampel-, Schließungs- und Öffnungskommissionen, bundesweiten und regionalen Haupt- und Nebenkommissionen, Krisenstäben, Sanitäts- und Impfgremien, AGES, BASG,….

Am Ende sperrt dann der Bundesmaturant auf oder zu, darf sich der Gesundheitsminister mit den Erklärungen dss Unerklärbaren abmühen und der Vizekanzler das gute Klima loben.

Wir lehren inzwischen bereits in den Volksschulen Projektmanagement und Selbstpräsentation, bis in die Regierungen hat sich zumindest das eine noch nicht herumgesprochen.

Written by medicus58

23. April 2021 at 07:56

Wer kommt mit dem Mückstein?

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Den Nachfolger des ausgebrannten Gesundheitsministers wurde nicht die Wiener Patientenanwältin Pilz sondern der bislang in einer Gruppenpraxis, später dem ersten Primärversorgungszentrum in Wien und in der Ärztekammerfraktion der Grünen Ärzte Wiens agierende Dr. Wolfgang Mückstein. Seit heute 12:10 hat er auch seinen Wiki-Eintrag, an dem bis 14:00 18 Autoren betätigten.

Wer sei besser geeignet als ein Mann der Praxis, so präsentierte Vizekanzler Kogler seinen neuen Gesundheitsminister, und kaschierte erstmals perfekt das wahre Dilemma der grünen Regierungsbeteiligung.
Die Personaldecke der Grünen ist seit dem Hinauswurf aus dem Nationalrat erschreckend dünn und war im Gesundheitsbereich nie dicker. Kein Wort darüber, dass er, Kogler, zwar die Grünen in die Regierung geführt hat, aber nie und nimmer ein solches Superministerium (Gesundheit, Soziales, Pflege, Konsumentenschutz, …) jemanden wie Anschober (sorry für den alten Link: Ein ausgebrannter Gesundheitsminister) antun hätte sollen. Wäre es nicht die Pandemie gewesen, wären es andere Baustellen in diesem Resorts gewesen, die jeden Quereinsteiger zum Scheitern gebracht hätten, es sei denn er könnte auf genügend qualifizierte Personen in seinem Hintergrund zurückgreifen.

Weniger nachträglichen Respekt und mehr begleitender Unterstützung hätte man Anschober geben sollen, und ihn nicht gutgläubig Mitarbeitern wie den Herrn Auer, seine Chief Medical Officer-in und anderen auszuliefern. Das Gesundheitsministerium ist traditionell und politisch beabsichtigt machtlos ohne Unterstützung durch andere Ministerien.

Ja, und wird das Kollege Mückstein besser hinkriegen?

Ein so williges Opfer, wie Anschober wird er nicht werden, der sich auch noch dafür entschuldigte, als ihn Bundeskanzler, Innen- und Finanzminister anrennen haben lassen, dafür hat er sich sowohl beruflich als auch kammerstrategisch schon als beinharter Verhandler bewiesen. Ob das genügt, mag aber bezweifelt werden.

Als die Gesundheitspolitik, übrigens unter Rendi-Wagner, die Eier legende Wollmilchsau Primärversorgungszentren entdeckte, benannte er mit seinen Miteigentümer eine längst bestehenden Gruppenpraxis rasch um und kassierte die ausgeschriebenen Subventionen.
Gesundheitsökonom Pichlbauer meinte zu dieser einrichtung: Dort passiert nicht Primary Health Care, sondern das ist eine hausärztliche Gruppenpraxis, in der zufällig noch eine Krankenschwester auf Kosten des Landes angestellt ist.
Dass gerade neben einem Ambulatorium der Wiener Gebietskrankenkasse in der Mariahilferstraße der Bedarf an einem weiteren „Ambulatorium“ nicht zu dringend sein konnte, spielte keine Rolle, schließlich dürfte die Praxisgemeinschaft auch gleich deren Labor mitbenutzen. Dass kurz darauf keine weiteren Patienten mehr aufgenommen wurden (!), konnten treue Leser dieses Blogs hier lesen, (Die Primärversorgungszentren richten sich nicht gegen den Hausarzt, aber) interessierte aber niemanden. Hier hat sich die Vernetzung Mücksteins voll ausgezahlt.

Von den hochfliegenden Ankündigungen vor der letzten Wahl zur Wiener Ärztekammer 2017 (Es grünt so grün – Schlaglichter aus der Wiener Fraktion Grüne Ärztinnen und Ärzte) war nach der Wahl nichts mehr die Rede (Auflösung der Kurienreferate, Reduktion der Referate, Aufwertung des Referats für Ausbildung, Einführung einer Obergrenze für Referats- und Funktionär_innenkosten, Reduktion der Kammerumlagen) als Mückstein mit Thomas Szekeres im Schlepptau eine Koalition gegen den Wahlsieger bastelte und Posten gegen Stimme dealte, um Szekeres den Weg zum Wiener Ärztekammerpräsidenten zu ebnen, was die Voraussetzung war, dass er schließlich auch Präsident der Österreichischen Ärztekammer werden konnte. Auch da hat sich der Kollege als Machiavellis Schüler gezeigt.

Wenn er am kommenden Montag von Bundespräsident Van der Bellen angelobt wird, macht er praktisch einen Hausbesuch bei seinem eigenen Patienten. So gesehen hat Werner Kogler, schon recht, wenn er Mückstein als Macher präsentierte.
Kritikern, die an seiner Ausbildung in Traditioneller Chinesischer Medizin Anstoß nehmen und da eine Wissenschaftsfeindlichkeit vermuten, kann man vermutlich beruhigen, wenn es um Geld, Macht und Einfluss ging, schien der Kollege durch wenig konfuzianische Gleichmut gebremst.

So gesehen hätte Werner Kogler auf das richtige Pferd gesetzt, aber genügen diese Fähigkeiten, die Mückstein bislang stets auch zu seinem eigenen Vorteil eingesetzt hat? Qualifiziert das Medizin- und TCM Studium und einige standespolitische Kampferfahrung für ein Mammutresort, das weit über rein medizinische Fragen hinausgeht.

Wo sind die Sozialexperten der Grünen, die Mückstein gegen Kurz, Blümel, Kocher und die Wirtschaftskammer aufmunitionieren, wenn es um Geld zur Abfederung der sozialen Folgen der Pandemie geht. Dabei werden ihm weder Szekeres noch Ludwig helfen können, wenn er durch die Machtmaschinen Kurz und Nehammer ausgebremst und angepatzt wird.

Würden Kammerränkespiele für den bundespolitischen Einfluss ausbilden, hätte die Ärztekammer nichgt so viel Einfluß in der Gesundheitspolitik verloren.

Auch das Argument ein Arzt ist in jedem Fall ein besserer Gesundheitsminister schwächt ein Blick auf die Liste in der Wikipedia ab:
Wer kann aus dem Stand aufzählen, welche gesundheitspolitischen Weichenstellungen auf Staatsekretär Reinhart Waneck , BuMin Michael Ausserwinkler, BuMin Andrea Kdolsky und BuMin Sabine Oberhauser und Sektionsleiterin der Sektion III, „Öffentliche Gesundheit und medizinische Angelegenheiten“, Vorsitzende des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Mitglied der Bundesgesundheitskommission. und BuMin Pamela Rendi-Wagner zurück gehen.

Es steht also auch zu befürchten, dass es nicht vordringlich um fachliche Kompetenz geht, um gesundheitspolitisch etwas weiterbringen. Auch das Brennen für die Sache führt, siehe Anschober, rasch zum Ausbrennen. Zumindest das wird dem neuen Minister nicht so bald passieren.

Written by medicus58

13. April 2021 at 19:45

Gesundheitsminister: Da sieht man wieder, wer die besten Drähte hat

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Kurz nach Anschobers Rücktritt mutmaßen die Medien noch, Sigrid Pilz könnte ihn beerben, bald darazf tippen Heute und Krone auf Mückstein, den Grünen in der Ärztekammer, dessen Gruppenpraxis zum Primärversorgungszentrum hochsubventioniert wurde und der den Wiener Ärztekammerpräsidenten „gemacht“ hat.

Fellner hat schon 7h vorher ein großes Interview mit ihm geführt.

Written by medicus58

13. April 2021 at 11:00

Veröffentlicht in Gesundheitssystem, Nationalratswahlen 2019

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Was hat denn ein Virus mit der Politik zu tun?

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Ich stamme ja noch aus einer Zeit, in der das Credo galt, alles wäre irgendwie politisch. Seit ein paar Jahrzehnten macht man den Nachgeborenen vor, nichts wäre politisch, beides zeigt mehr über die Beweggründe der jeweiligen Prediger auf, als dass es zu im Alltag brauchbaren Alternativen führt.

Wenn wir uns aber die absurde Diskussion über die Nebenwirkungen des AstraZeneca Impfstoffes ansehen, dann wird schnell klar, dass die föderal-nationalistische Pandemiebekämpfung mit supranationalem Bestell- und Zulassungsverfahren, schon irgendwie was mit den politischen Zuständen in Europa zu tun hat:

Wenn am Ende alle glauben ihre Interessen durchgebracht haben, ist das Problem größer, statt kleiner geworden. Ein Rückblick:

Erste Fälle von eher seltenen Thromboseformen treten in engem Zusammenhang zur Impfung auf, eine junge Frau ist tot. Unser Nationales Impfgremium, bzw. einige seiner Vertreter negieren jeden kausalen Zusammenhang und (welche Vergewaltigung statistischer Methoden) vergleichen die Fälle mit der Gesamtinzidenz.

Richtig wäre zu diesem Zeitpunkt gewesen, einen Zusammenhang als nicht ausgeschlossen zu sehen und auf das höhere Risiko einer Erkrankung Ungeschützter zu verweisen.

Nationale Impfgremien in ganz Europa entscheiden ganz unterschiedlich, die Europäische Behörde sieht trotz neuer Fälle keinen kausalen Zusammenhang und das österreichische Impfgremium schließt sich, anders als die deutschen Weisen der EMA an.

Neue virale, erste politische (Auer) Leichen, neue nationale Entscheidungen in verschiedenen Ländern: war der Impfstoff für die Alten früher nicht zugelassen, soll er jetzt für die jüngeren Frauen Gift sein (harte Fakten dafür fehlten), nach langen Beratungen entscheidet sich das Nationale Impfgremium auf die Entscheidung der Europäischen Behörde.

Der Rest ist Geschichte: Europa sieht kausale Zusammenhänge und ändert den Beipacktext. Das nationale Impfgremium tagt lange, sorgfältig, wiegt ab und schließt sich der EMA an. Andere Länder entscheiden anders, erste kaufen Sputnik V.

Föderale Durchführung nationalistischer Alleingänge im Rahmen der Europäischen Union hat was von fucking for virginity.

Unter der Entscheidung, zwar freie Grenzen für Kapital und Dienstleistungen aber schon längst nicht mehr für Bürger, ihre Gesundheit und Wohlfahrt, bremst u. a. jede effektive Pandemiebekämpfung und sichert nichts als die Arbeitsplätze sinnloser Kleingremien.

Andererseits aber eh egal, weil AstraZeneca erneut Lieferschwierigkeiten hat.

Written by medicus58

8. April 2021 at 16:13

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Was wissen wir eigentlich über Sputnik V?

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Am 19.3.21 erschien dazu ein kompakter und informativer Artikel im BMJ. Ist vielleicht interessant, da unsere Regierung offenbar willens ist, das Angebot aus Russland anzunehmen.

Written by medicus58

30. März 2021 at 22:02

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Astrazeneca: Venen zu und durch, oder wie war das mit der Triage?

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Es ist immer verlockend komplexe Probleme über einfache Formeln zu kommunizieren, langfristig geht’s aber daneben.

Das „Schützen wir die Spitäler und unsere Ordinationen“, schien vor einem Jahr, zum Beginn der Covid-19 Pandemie, irgendwie logisch obwohl es die Messe Wien in ein gigantisches, jedoch nie benötigtes Lazarett transformierte. Aber wer wollte denn, dass sich das SarsCov2 in allen Ambulanzen, Bettenstationen und Arztpraxen unbehindert weitere Wirte suchen konnte. Nach Monaten, jetzt überraschender Weise weniger, lasen wir dann über nicht-infektiöse Kollateralschäden, der in der Ersten Welle medial geleerten Spitäler und Praxen.

Als die Bereitschaft der Bevölkerung nachließ sich an all die widersprüchlichen Verordnungen zu halten mit denen man jenseits der Arbeitswelt ein Distanzieren in der Freizeit erzwingen wollte, warnte man vor der Triage, also einem methodischem Verfahren zur Priorisierung medizinischer Maßnahmen, um am Ende das bestmögliche Ergebnis für die gesamte Truppe zu erzielen.

ZeroCovid und NoCovid war der Buzz, mit dem man das Virus in Schach halten wollte, bis es durch die Impfung (Pocken!) endgültig ausgerottet werden sollte, trotz Mutationen, Produktionsproblemen, Impfdränglern und nationalen Politrabauken.

Seit dem Jahreswechsel ging das mehr oder wenig Große Impfen los und es kam mit oder durch die Covid Impfung zu Todesfällen. Natürlich, wie auch in den Zulassungsstudien bei allen Vakzinen, nicht nur bei AstraZeneca.

Seither macht scheinbar jedes Land was seine Politiker, Impfgremien, Journalisten, Influencer und wer weiß wer noch will.

Zu glauben, dass es bald eine zwingende Evidenz für oder gegen einen Zusammenhang zwischen Medikament und Schaden gibt, wenn wir von Verhältnissen von 1:100.000 oder 1:500.000 reden, scheint mir optimistisch. Es dauerte Jahre bis der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Contergan, kindlichen Fehlgeburten und Totgeburten klar wurde.

Die Keine-Toten-koste-es-was-es-wolle – Versprecher finden sich plötzlich in einer anderen Art der Triage:

wieviel (potentieller) Impfschaden des Einzelnen wiegt wieviel (potentiellen) Nutzen für den Einzelnen und die Gemeinschaft auf

Das reflexartige, gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen, in den ersten Reaktionen mancher war da ebenso hirnrissig, wie die diabolische Freude der Impfgeger.

Die aktuelle Reaktion der nationalen Impfkommission, die davor die europäische Zulassungsbehörde unbedingt ins Österreichische übersetzen musste (>65 impfen?) aber jetzt nach stundenlangen Beratungen zu einem: warten wir, was die EMA sagt, gelangt, läßt einen auch etwas kopfschüttelnd zurück. Gott sei Dank wird der Spiegel wohl nicht mehr nachfragen was der Ex- Impfkoordinator Auer dazu sagt, aber hoffentlich fragt er auch nicht dessen Nachfolgerin.

Aber ernsthaft, there is no free lunch. Egal, ob es diese oder eine andere (sehr, sehr seltene) Impfnebenwirkung sein wird, ganz ohne wird es nicht gehen.

Bei der Influenza-Impfung geht man davon aus, dass es 1:1 Million zu einem Guillain-Barré-Syndrom kommt, bei der Masern-Impfung kommt es 1:10.000-30.000 zu Blutungskomplikationen (wegen vorübergehendem Abfall der Blutplättchen). Trotzdem sind diese Impfungen sowohl für den Einzelnen als auch für den Schutz der Risikopersonen der Gruppe sehr sinnvoll.

Aber glauben Sie, dass der PR-getriebene Bundesmaturant, der unserer tückisch-grünen Regierung vorsteht, sich das jemals überlegt hat, dass der Preis mit dem man sehr viele Tote verhindern kann auch mal einige Tote inkludiert.

Egal was die Europäische Arzneimittelbehörde in den nächsten Stunden sagt, was die nationalen Experten in die jeweiligen Dialekte übersetzen und die Politiker daraus verordnen, wer den Menschen noch immer verspricht, dass niemand für die Pandemie in der einen oder anderen Art zahlen wird müssen, wird im zweiten Jahr der Pandemie eine Wut entfesseln, die wir im ersten Jahr noch nicht erlebt haben. Aber das wird, gerade jetzt wo es bei uns vielleicht ernster wird als im ganzen letzten Jahr, eine Krisenbewältigung nicht gerade erleichtern.

Written by medicus58

16. März 2021 at 17:46

JÖ, Kurz bringt uns den türkise Virus Bonus Club und wir dürfen alle nach China reisen

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Der JÖ Bonus Club verspricht Kunden von REWE, OMV Libro, Pagro Diskont, BAWAG P.S.K., Interio und Zgonc jede Menge Vorteile und exklusive Rechte und ist erhielt 2019 den Big Brother Award,.für das ungenierte  Profiling ihrer Kunden. Die Millionen Clubmitglieder scheint es trotzdem zu freuen, und wenn dafür Staatskünstler Robert Palfrader wirbt, wird es schon in Ordnung gehen. 

2020 erhielt dann auch die Deutsche Bundesregierung den Big Brother Award wegen ihrer rechtlichen und politischen Mitverantwortung für den völkerrechtswidrigen US-Drohnenkrieg, der über die Satelliten- und Datenrelais-Station der US-Airbase Ramstein in der Pfalz abgewickelt wird.

Unser Bundeskanzler Kurz bettelt grad auch darum, der nächste Preisträger zu werden und schwadroniert in einer deutschen Talkshow vom Europäischen Impfpass mit dem wir uns aus der Krise impfen werden. „Wir arbeiten gerade mit den Griechen und vielen anderen europäischen Kollegen daran, dass es zeitnah eine digitale Lösung für einen grünen Impfpass ähnlich dem in Israel gibt“

Ja, Vorbild Netanjahu, der sich durch eine Neuwahl nach der anderen bislang einer gerichtlichen Verurteilung entzieht, hatte erst vor einigen Tagen den Grünen Corona-Impfpass mit Privilegien medienwirksam eingeführt, mit dem 3,2 Millionen Israelis in Fitnessstudios, Hotels, Theater und Sportereignisse strömen dürfen. Wir werden sehen ob dieses Wahlzuckerl Bibi (und Basti?) bei den kommenden Wahlen hilft, Bibi wird das schon im März 2021 wissen, wann unsere tückisch-grüne Regierung gesprengt wird, ist ja noch nicht so klar.

Originell ist Bibis und Bastis Idee ja wahrlich nicht. Die IATA, International Air Transport Association hat bereits im November des Vorjahres bekannt gegeben, dass man einem elektronisches Gesundheitsdokument einführen möchte, Der digitale Gesundheitspass würde die Test- und Impfstoffinformationen eines Passagiers enthalten und Informationen für Regierungen, Fluggesellschaften, Labors und Reisende verwalten und überprüfbar machen. Und auch die bekannt liberale NYT geht inzwischen fix von so einem (in diesem Fall orangen) Pass aus.

Merke, da geht es nicht mehr nur um den Nachweis einer bestimmten Impfung, wie dies z.B. für die Gelbfieberimpfung schon lange für die Einreise in viele Länder obligat war, da geht es, wie bei JÖ, Payback et al. um das Sammeln und Vernetzen einer Reihe von persönlichen Einzelinformationen über die das Individuum keinen Kontrolle mehr hat. Viel Spaß wenn ein Server wieder wo hängt und Sie am anderen Ende der Welt einchecken wollen …

Selbst die Frage, ob es denn genügend Evidenz gibt, Genesene, Geimpfte u/o Negativ-Getestete anders zu behandeln als Nicht-Getestete und Nicht-Geimpfte ist zur Recht äußerst strittig.
Gerade bei Asymptomatischen sind AG-Teste nicht sensitiv genug, die nicht-quantitativen PCRs oft zu sensitiv, verschiedene Vakzine wirken nach heutigem Wissen unterschiedlich je nach Mutation, Alter, Begleitmediktaion und all das kann sich in der weiteren Entwicklung der Pandemie auch drastisch ändern. Keine guten Voraussetzungen für so ein digitales Konstrukt. Völlig unklar ist auch die Langzeitwirkung. Wenn wir wirklich in einigen Ländern bis zum Herbst eine Durchimpfungsrate von 70% schaffen, stehen wir spätestens vor der nächsten Wintersaison vor der Frage der Auffrischungsimpfung. Soll man eine schwarzen Punkt bekommen, wenn man den ersten zwei Impfungen nicht den gerade von BIONTEC angepriesenen dritten Shot zulässt?

Wenn jetzt unser Bundesmaturant bei Meischberger vom aus der Krise testen schwadroniert und sich vermutlich viele von uns für die Hoffnung auf „Normalität“ wieder ein Stückchen Freiheit abkaufen lassen, dann haben wir wieder einen Schritt auf der Modernen Seidenstraße Richtung Osten gemacht.

Nur zwei Dinge sollten wir uns nicht einreden: 

Erstens, dass diese Maßnahmen irgendwann wieder gelockert werden wenn die akute Bedrohung weg ist, oder kennen Sie eine Maßnahme, die nach 9/11 wieder gelockert wurde?

Zweitens, dass Xi Jinping nicht schon längst Recht hat, wenn er das Chinesische Gesellschaftssystem als Systemsieger bezeichnet; und auch hier wird es kein zurück mehr geben.

再见
Zàijiàn

 

Written by medicus58

25. Februar 2021 at 17:58

Wie lange wollen wir uns noch fürchten und wie kommen wir aus der Geschichte wieder raus?

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Ein Jahr Pandemie und wir haben uns noch immer nicht einigen können, wie schlimm denn das alles ist und was und wie lange wir unser bisheriges Leben pausieren müssen, um es nicht noch schlimmer werden zu lassen.
Eigentlich absurd, weil wir inzwischen relativ stabile Eckdaten haben.

Die Case Fatality rate (% Verstorbene/positiv Getesteter) liegt weltweit relativ konstant bei ca. 2,2%. Die Werte einzelner Länder streuen zwar (siehe Johns Hopkins Mortality Data) haben sich aber seit Monaten nicht wirklich geändert. Inzwischen ist wohl jedem klar geworden, dass dieser Parameter nur zum Teil vom Infektionsgeschehen abhängt sondern auch von Teststrategie, Krankheitsdefinition, sozio-ökonomischen Gegebenheiten, dem Gesundheits- und Sozialsystem und natürlich von der Alterspyramide in den einzelnen Ländern abhängt.

Auch die Diskussion, ob es eine Übersterblichkeit durch Sars CoV2 gibt, kann nach einem Jahr schon mit ziemlicher Sicherheit für viele Länder (Euromomo) und Österreich beantwortet werden. Auch hier handelt es sich natürlich um die Summe aus zusätzlichen Sterbefälle durch Sars CoV2 abzüglich der ausgefallenen Influenza 2020, den weniger Verkehrstoten, … etc. Die Statistik Austria fasste die Zeit vor der Pandemie so zusammen: Von 2007 bis 2018 betrug die Zahl der Gestorbenen zwischen 74.625 und 83.975. 2019 wurden insgesamt 83.386 Sterbefälle verzeichnet, um 0,7% bzw. 589 weniger als im Jahr davor.
Für 2020 vermeldete dann der ORF: 2020 in Österreich zumindest 90.123 Menschen verstorben – 10,9 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. 
Auch diese Zahlen unterliegen natürlich einigen Einflussfaktoren (Bevölkerungswachstum ca. 0,5%/a, Sterbefälle im Ausland, …) sie passen aber relativ gut zu den 6.312 angegebenen im Zusammenhang mit Covid-19 im Jahr 2020 Verstorbenen.

Schließlich hat sich trotz viel diskutierter Todesfälle in jüngeren Kohorten seit Monaten nichts an der Altersverteilung der an Covid-19 Verstorbenen geändert:

Es wäre also langsam an der Zeit angesichts

weltweit fallender Zuwachsraten an Neuerkrankungen
(The number of infections reported to the World Health Organization last week dropped for the third week in a row.),
immer mehr registrierter Impfstoffe und
in Relation zu den Fallzahlen fallenden Hospitalisierungsraten und Intensivbelegungen bei gleichzeitig
steigender Überlebenschance unter (symptomatischee) Therapie
sich auf eine gemeinsame Risikoeinschätzung und somit auch auf eine konsensuale Strategie zu einigen.

Versuchen Sie das mal in den Asozialen Medien und machen Sie sich auf verbale Erschießungskommandos von allen Seiten gefasst:

Für Sie sind Covid Todesfälle offenbar nur Zahlen (Ja, weil sich nur so Relationen formulieren lassen: The collateral damage in most really low-income countries is going to be greater than the direct impact of COVID, Peter Sands, executive director, Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria)
.
Sie leugnen Long Covid (Nein, ca 20% 5 Wochen nach der Erkrankung, wie bei vielen (Infektions-)erkrankungen auch)

Wir retten Leben, koste es was es wolle, alles andere ist unethisch (Hätten wir einen Bruchteil der Mittel, die jetzt investiert werden in den letzten Jahren in das Gesundheitssystem investiert, hätten wir (u.a. bei Spätfolgen von Diabetes, HPV-Infektionen, Darmkrebs,…) mehr Leben retten können. Reden wir weiter, ob wir in Zukunft auch bereit ein werden mit Lockdowns, Impfungen und Masken jährlich tausenden Influenzatoten verhindern werden.)

Ja, aber jetzt kommen die Britische-, Brasilianisch-, Südafrikanische-, Tschechische- Amazonas-Mutationen (Schwer zu widerlegen, aber bei inzwischen sind >300.000 Mutationen bekannt und nichts spricht dagegen, dass der weltweit enorme Virusload nicht zu weiteren Mutationen führen wird. Da die Mehrheit aller Wissenschaftler überzeugt ist, dass uns das Virus kaum mehr verlassen und endemisch werden wird, bleiben uns mit dieser Argumentation Lockdown, Schulschließungen, Homeoffice,… etc. auf ewig erhalten.

Das ist wissenschaftlich bewiesen, Sie Covidiot

Als Wissenschaftler ist es manchmal wirklich schlimm, sich Unwissenschaftlichkeit vorwerfen zu lassen, insbesondere von solchen, die ihre Überzeugungen aus Zitaten von Zitaten von wissenschaftlichen Studien beziehen. Beispiel gefällig?
Vor zwei Tagen grassierten solche Schlagzeilen durch manche Qualitätsmedien:
Pfizer vaccine ‘highly effective’ in reducing coronavirus transmission, study suggests
Liest man im Independent weiter kommt man aber ins Staunen, was heute so als Studie gilt:
A study conducted by Pfizer and the Israeli Health Ministry shows that the vaccine is 89.4 per cent effective at preventing infections, whether symptomatic or not. The results have not yet been publicly released or peer reviewed but come from a draft publication that was obtained by Ynet, an Israeli newspaper, and have also been confirmed by Bloomberg, the Financial Times and Der Spiegel.

Die Eckdaten dieser neuen Viruserkrankung sind aber trotz kleinerer Unabwägbarkeiten inzwischen gut bekannt und (abgesehen von einem wirksamen Virostatikum, das es aber für sehr wenige Viren gibt) unsere Gegenmittel scheinen auch weitgehend abgeklärt. Trotzdem ist bei vielen die Furcht vor dem Unbekannten ungebrochen und ein Konsens über das Leben mit SARS CoV2 nicht in Sicht.

Die derzeitige Verhaltensanpassung (Bequemes Einrichten für den Dauerlockdown in kinderlosen oberen Einkommens- und Bildungsschichten, schlichte Negierung der Regelflut am anderen Ende der Gesellschaft) wäre eine gefährliche Dauerlösung. Die gesellschaftlichen Spaltung durch eine Politik, die sich auf ein einzelnes Thema verengt (und damit von anderen Problemen ablenken kann) ist eine große Gefahr für viele demokratisch Denkende, während die Pandemie nur für einen Teil der Bevölkerung eine existenzielle Gefahr darstellt.

Nicht zuletzt die Art, wie politisch durch die Pandemie geführt wurde, hat die Ratio durch Angst, die Wissenschaft durch Stimmung ersetzt und das Argumentum ad hominem diskursfähig werden lassen.

Die nächsten Wochen werden entscheidend, das erspart uns jetzt zu entscheiden. Seit einem Jahr wurden wir trainiert, dass wir noch viel zu wenig über dieses neuartige Virus wissen, um längerfristige Regeln aufzustellen und wurden zwischenzeitlich so mit allerlei Leckerlis ruhig gestellt (nach den Semesterferien, Auferstehung zu Ostern, Pfingsten, Weihnachten, und wieder Ostern). dass viele noch immer glauben, dass das so weitergehen wird und muss.

Es wird spannend, wie die politischen und virologischen Experten aus dieser Geschichte wieder raus kommen wollen, um uns auf ein Leben mit dem Virus einzustimmen. No-Covid oder Zero-Covid sind ebenso nur PR Floskeln, wie alle bisher versprochenen erlösenden Lichter.
Hoffen wir, dass es nicht alzu hässlich wird, wenn so mancher erkennen muss, dass der Dauerlockdown und das Coviditoten-Geschimpfe niemanden vor den medizinischen, wirtschaftlichen, politischen und bildungspolitischen Kollateralschäden der bisherigen Strategie geschützt hat.

Written by medicus58

23. Februar 2021 at 17:41

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