Sprechstunde

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Hackordnung

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2016 suchte Noch-BGM Häupl wieder dringend Personal für das Wiener Gesundheitswesen und streute dem Zilk’schen Erbstück Peter Hacker rote Rosen, pardon rote Nelken, von wegen Topmanager und so.  KAV-Generaldirektor oder Gesundheitsstadtrat, da wäre alles drinnen meinte Die Presse zu wissen: Wiener Postenkarussell: Hacker auf Weg nach oben

Immerhin war ihm (dem Vernehmen nach) bereits 2004 das Gesundheitsressort angeboten worden, nach der Ablöse von Elisabeth Pittermann. Damals soll Hacker aber abgelehnt haben, weil er sich mehr als Manager denn als Politiker sieht.

Im Jänner 2017 konnten Sie hier lesen, dass der Herr über große Teile des Wiener Sozialbudgets dieses lieber weiterhin außerhalb des medialen Scheinwerferlichts verteilen wollte und somit blieb was er war:
Herr über den unter seiner Führung rasant angewachsenen Fond Soziales Wien.

Wenn DIE Hackn nicht einmal der Hacker will !?!

Nun aber scheint die Stunde geschlagen zu haben, in der die Stadtpartei Gehorsam einfordert für die bisherige Karriere:
There is no free lunch.

Die meisten aktuellen Presseportraits erinnern nur an Hackers Funktionen als Drogenkoordinator (1992-2003) und Flüchtlingskoordinator (ab 2015) und erwähnen nur beiläufig die über eineinhalb Milliarden Euro, über deren Verwendung Hacker entscheiden konnte. Das wenigste leistet der FSW selbst, er ist vielmehr das Füllhorn an dem die zahnlosen Einrichtungen hängen, die dann die eigentliche Sozialarbeit leisten. Hier zu entscheiden, wer was bekommt ist schon was.

Der FSW hat weniger als 800 Mitarbeiter, von denen (Hallo, KAV) 2016 gerade mal noch 20% bei der Stadt Wien angestellt waren: https://2016.fsw.at/uploads/2016/downloads/FSW_Zahlen_2016.pdf

Hacker hätte sich wohl gut mit GD Janßen und seinem Stv. Thomas Balázs verstanden, die ja auch stets von „Leistungen, die man zukaufen muss“ schwärmten, weil ja ein riesiges Spital z.B. keinen eigenen Tischler mehr braucht, der rasch einmal einen kaputten Sessel repariert, wenn man ja dafür auch Leistungen ausschreiben kann …. Auf die Kernkompetenz beschränken und entscheiden wer dran kommt:
Der Teufelskreis der Auslagerung – oder wie macht man Cash?

Richtig spanned wird es aber nun in der Gangbetten-Frage, denn ein Dauerbrenner dieser Stadt war, dass in der Vergangenheit viele Akutbetten mit Patienten belegt sind, die schon längst in eine Pflegeeinrichtung überstellt werden konnten,
deren „pro curatio“ Antrag aber im Fond Soziales Wien „abliegt“, der wieder ein Bett in einer der vielen Einrichtungen zuteilt.
Einen besonderen Schachzug leistete man sich dort, als Kritik an den Wartezeiten laut wurde, in dem man nicht die Zeit zwischen Posteingang und Zuweisung als „Wartezeit“ berechnete, sondern erst ab dem Zeitpunkt die Uhr tickte, da der betreffende Akt erstmals bearbeitet wurde …

Eigentlich keine schlechte Idee von Bald-BGM Ludwig nun den ehemaligen FSW-Chef zum „Manager, nicht Politiker“ beider Einrichtungen zu machen, des KAV mit seinen Pflegeheimen und des FSW.
Ist eine sportliche Leistung, die Hacker da bringen muss, aber die Agenden Sport hat er eh auch noch bekommen…

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Written by medicus58

16. Mai 2018 at 19:54

Speed kills – Stadt Wien – Freundschaft

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Wir haben letzten Sonntag hier berichtet, wie viele Monate zwischen der Erkenntnis eines Wiener Bürgermeisters und einer Gesetzesvorlage vergehen: 16 Monate

Die Begutachtungsfristen für die beiden nun vorgeschlagenen Gesetze enden aber in 16 Tagen (am 17.5.2018), weil es schnell gehen muss, klar.

Neben dem Gesetz, mit dem das Wien Kliniken-Errichtungsgesetz und das Wien Kliniken-Zuweisungsgesetz erlassen sowie die Wiener Stadtverfassung, das Wiener Krankenanstaltengesetz 1987, das Wiener Gesundheitsfonds-Gesetz 2017, das Wiener Sozialhilfegesetz, die Dienstordnung 1994, die Besoldungsordnung 1994, die Vertragsbedienstetenordnung 1995, das Wiener Bedienstetengesetz, das Wiener Personalvertretungsgesetz, das Wiener Gleichbehandlungsgesetz und das Wiener Zuweisungsgesetz geändert werden (Wiener Anstaltsgesetz 2018)

ist auch das
Gesetz, mit dem das Verfassungsgesetz über die Voraussetzungen für die Veräußerung von Anteilen an der Anstalt Wien Kliniken erlassen wird (Wien Kliniken – Anteilsgesetz, WK-AG) 

nicht uninteressant. Das Werk hat grad mal 2 Paragraphen

Artikel I §1
(Verfassungsbestimmung) Zu einem Beschluss des Gemeinderates über die Veräußerung der Anstalt Wien Kliniken, von Teilen an dieser bzw. deren Umwandlung in eine andere Gesellschaft und die Veräußerung der Anteile an dieser ist die Anwesenheit der Hälfte der Mitglieder sowie eine Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen erforderlich. Dies gilt auch für sonstige Verfügungen, die im Ergebnis einer Veräußerung gleich oder ähnlich sind.

Artikel II
(Verfassungsbestimmung) Art. I tritt am 1. Jänner 2019 in Kraft.
Der Landeshauptmann: Häupl
Der Landesamtsdirektor: Hechtner

In der Präambel ist zu lesen:
Ziele und wesentlicher Inhalt:
Festlegung erhöhter Quoren für eine Veräußerung von Anteilen an der Anstalt Wien Kliniken.
Auswirkungen des Regelungsvorhabens:
Eine Veräußerung von Anteilen wird dadurch erschwert.

Also scheinen die Warnungen vor einem Verkauf der Wiener Krankenanstalten an private Betreiber, die ich hier immer wieder ausgesprochen habe falsch?

Nicht notwendigerweise. Die finanziellen Rahmenbedingungen im öffentlichen Gesundheitswesen, dort wo Vollversorgung angeboten wird, sind so schlecht, dass ohnehin kein Investor daran denkt dort sein Geld zu versenken.
Erst kürzlich hat das VAMED Chef Wastler ganz deutlich gesagt:
Vamed-Konzern will AUVA-Spitäler nicht übernehmen
Das österreichische Erstattungssystem lasse es – im Gegensatz zum deutschen – nicht zu, in der Akutversorgung Gewinne zu erwirtschaften.  

Ist aber kein Beinbruch, denn betreiben tut die VAMED schon eine Reihe von scheinbar öffentlichen Krankenanstalten für konfessionelle und kommunale Träger.
Wird der KAV privatisiert? Ein Indizienprozess bei dem wir baden gehen

Auch an der Therme Wien Ges. m. b.H. hält die Stadt Wien in Form der Wien Holding nur mehr 35% und Vienna Insurance Group 15%, Erste Group Bank 15% und UniCredit Bank Austria 15% sowie VAMED-KMB Krankenhausmanagement und Betriebsführungsges.m.b.H 19,99% (Link). Die Kosten für die enorme Standortaufwertung durch den U-Bahn Anschluss, trägt die Stadt Wien aber zu 100%.
So rechnen sich dann Investitionen rasch wieder ….

Freundschaft

Bezüglich allfälliger Einsprüche finden sie hier die E-Mail Adressen: https://www.wien.gv.at/recht/landesrecht-wien/begutachtung/index.htm

Written by medicus58

1. Mai 2018 at 18:33

Mit gebotener Sorgfalt schuldig geworden, ist nicht das Ende – Wien Kliniken

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Wir erinnern uns an 2016 und die überraschte Frage unseres scheidenden Bürgermeisters:
Was tut der KAV-Direktor?

Je einen Bürgermeister und einen Generaldirektor sowie zwei Gesundheitsstadträtinnen später soll die Frage 2018 mit einem Landesgesetz beantwortet werden:
Und zwar mit dem gerade in Begutachtung geschickten Wiener Anstaltengesetz 2018,
oder als Masturbationsvorlage für den juristischen Connaisseur:
dem Gesetz, mit dem das Wien Kliniken-Errichtungsgesetz und das Wien Kliniken Zuweisungsgesetz erlassen sowie die Wiener Stadtverfassung, das Wiener
Krankenanstaltengesetz 1987, das Wiener Gesundheitsfonds-Gesetz 2017, das Wiener
Sozialhilfegesetz, die Dienstordnung 1994, die Besoldungsordnung 1994, die
Vertragsbedienstetenordnung 1995, das Wiener Bedienstetengesetz, das Wiener
Personalvertretungsgesetz, das Wiener Gleichbehandlungsgesetz und das Wiener
Zuweisungsgesetz geändert werden 

Ob nun Michael Häupls späte Erkenntnis, dass ein großer Konzern zumindest sein Personal kontrollieren können muss, hiermit optimal umgesetzt werden kann, mag zumindest bezweifelt werden:

  • bestehendes Personal bleibt bei der Stadt Wien angestellt, wird aber von dort dem KAV ( dann Wien Kliniken) zugewiesen (das erinnert fatal an die Post-Lösung)
  • KAV darf zwar auch neues Personal anstellen und muss dafür mit seinem von der Stadt Wien vorgegebenen 5 Jahres-Budget bezahlen, muss es aber der Stadt Wien zuweisen, die es anstellt
  • Beides sichert die Existenzberechtigung des mächtigen Magistratsdirektors und der Personalvertretung (letztere bekommt sogar ein Drittel im zu gründenden Aufsichtsrat)

Auch der Kritik des Rechnungshofes, dass in der bisherigen Konstruktion des Wiener Krankenanstaltenverbundes eigentlich ziemlich unklar war, wer für getroffene Entscheidungen die Letztverantwortlichkeit übernimmt, scheint man sich zu Herzen genommen haben:

Ich wäre aber für etwas juristische Nachhilfe dankbar, ob die nun vorgeschlagene Formulierung, wie die Verantwortlichkeit der  Organe der Wien Kliniken, also Vorstand und Aufsichtsrat (§5) geregelt werden soll, ein genialer Zug oder reine Augenauswischerei ist:

§6 (3) Mitglieder der Organe, die ihre Obliegenheiten schuldhaft verletzen, sind der Anstalt zum Ersatz jedes durch die Pflichtverletzung entstandenen Schadens verpflichtet. Sie können sich von der Schadenersatzpflicht durch den Gegenbeweis befreien, dass sie die gebotene Sorgfalt angewendet haben.

Kann mir irgendwer erklären, wie ich mit aller Sorgfalt Schuld und Schaden anrichten kann wenn ich als der in
§6 geforderte ordentliche und gewissenhafte Geschäftsleiter,
mich nicht von sachfremden Interessen leiten lasse,
auf der Grundlage angemessener Information annehmen darf zum Wohl der Anstalt zu handeln,
mich an die gesundheitspolitischen Zielsetzungen (§ 22) halte,
die innere Organisation der Anstalt entsprechend gestalte, optimiere und weiter entwickle und die
Grundsätze der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit berücksichtige.

In den Kommentaren heißt es dazu lapidar:
Die Regelungen über die anzuwendende Sorgfaltspflicht und die bestehenden Verantwortlichkeiten sind inhaltlich den im Geschäftsverkehr üblichen Anforderungen an Geschäftsleiterinnen und Geschäftsleiter einer Kapitalgesellschaft nachgebildet.

Abgesehen davon, wer denn der Wunderwutzi sein wird, verstehe nicht was §6 (3) für einen Sinn haben soll, außer allen Beteiligten ein letztes Schlupfloch zu öffnen.

Nach mehrmaligem Lesen des Textes kann ich nur zu einem Schluss kommen:

Fast allen der oben angeführten persönlichen Verpflichtungen, von der Wirtschaftlichkeit bis zur Informationseinholung, können zukünftig ernannte Mitglieder der Organe aus eigener Kraft nachkommen. Sind sie da unsorgfältig, dann haften sie, das macht Sinn!

Eine einzige haben aber die Organe nicht im Griff: die Zielvorgaben der Stadt Wien
§ 22. Zielvorgaben (gesundheitspolitische Zielsetzungen) der Stadt Wien für die Anstalt haben durch den Gemeinderat in Form von generellen gesundheitspolitischen Konzepten und Rahmenvorgaben zu erfolgen. Sie sind im für das Gesundheitswesen zuständigen Ausschuss vorzuberaten. Dieser hat auch die für das Gesundheitswesen zuständige Stadträtin bzw. den für das Gesundheitswesen zuständigen Stadtrat in Angelegenheiten grundsätzlicher gesundheitspolitischer Bedeutung zu beraten. 

Vorbehaltlich besserer Rechtsberatung kann ich den eigenartigen §6 (3) nur dahin interpretieren, dass alles beim Alten bleibt.
Die Politik verspricht Unrealistisches,
„Freunderl“ versprechen Unmögliches,
am Ende zahlen wir alle dafür, weil die Haftung ja doch im Rathaus bleibt.

Weshalb dann aber der ganze Tamtam der angeblich
„zeitgemäßen Umstrukturierung“, der neuen Posten, der noch komplizierteren Entscheidungsabläufe
?

Vermutlich weil sich sonst niemand für das Himmelfahrtskommando meldet und die Zeit drängt.

Written by medicus58

29. April 2018 at 13:30

Wenn man dieses Land mit einem Wort beschreiben sollte, wäre es Ludwig

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Liebhaber von  Douglas Adams Romanserie Per Anhalter durch die Galaxie wissen, dass man die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ am besten mit 42 beantwortet.
Wollte man die politischen Entscheidungen in Österreich mit einem Wort beschrieben wollen, dann wäre es LUDWIG.

Ein außerordentlicher Parteitag der Wiener SPÖ wählte den Wiener Wohnbaustadtrat Michael LUDWIG zum neuen Vorsitzenden und (Wahlen sind überbewertet einer Parteiendemokratie) Wiener Bürgermeister, vielleicht auch weil er keine bessere Wahl hatte.
Er folgte dem in Niederösterreich geborenen Michael Häupl, der Wien länger als alle anderen, außer einem gewissen Josef Georg Hörl einem Stadtdiener unter Maria Theresia, dominierte.
Michael LUDWIG ernannte sich schon vor Monaten zum logischen Nachfolger (was gemeinhin als schwerer politischer Fehler gilt) und wurde es trotz aller Anfeindungen und gegen den kaum verhohlenen Willen seines Vorgängers.
Schrecklich nett, wie ihn nicht nur die OÖN bezeichnen, keine groben Fehler, wie eben sein Vorbild und Vorgänger als Wohnbaustadtrat Werner Faymann.
Gut mit dem Boulevard, die Nase im politischen Wind, nie dagegen, um zum Schluss eigentlich logisch zu scheinen.

LUDWIG, hat auch in Niederösterreich einen politischen Klang. Siegfried LUDWIG (1926-2013) war dort zwischen 1981 und 1992 Landeshauptmann und trat dann urplötzlich zurück, eigentlich am Höhepunkt seiner Karriere,
nach dem Spatenstich für eine eigene Landeshauptstadt in St. Pölten. Eine eventuelle Mitschuld am WBO-Skandal konnte nie überprüft werden, da die ÖVP NÖ eine Untersuchung ablehnte. Manche geben als Grund den schwindenden Einfluss der ÖVP NÖ an, was sie Karriere seines Nachfolgers (und vormaligen Stellvertreter) Erwin Pröll (LH 1992-2017) eigentlich ad absurdum führte. Sogar als vor seiner letzten Wiederwahl der nächste Wohnbauskandal platzte, was die Presse so nett als niederösterreichischen Wohnbaugeld-Voodoo bezeichnete, erreichte Pröll bei der niederösterreichischen Landtagswahl 2013 die absolute Mehrheit mit 50,79 Prozent der abgegebenen Stimmen! Aber auch er trat, zwischenzeitlich als Bundespräsidentschaftskandidat ohne Vorankündigung zurück als über Weinköniginnen und Stiftungen diskutiert wurde, um seiner Nachfolgerin und Stv. Landeshauptfrau Mikl-Leitner einen von vielen unerwarteten Erhalt der absoluten Mehrheit zu ermöglichen.
Die Mehrheit der „Politexperten“ wissen nun auch, dass der kurz vor der Wahl vom Falter ausgelöste Skandal um antisemitische Lieder in der Burschenschaft des FPÖ Kandidaten Landbauer ohne wesentlichen Einfluss auf die Wahl blieb.

Kommen wir zu den Schlussfolgerungen:
1.) Politische und moralische Skandale beeinflussen den österreichischen Wähler wenig.
2.) Es gewinnen meisten Leute, die seit Jahrzehnten im System etabliert sind und an ihren Seilschaften weben.
3.) Der Ruf nach „Veränderung“ führt in diesem Land fast immer zu „Watzlawicks „More of the same„.
4.) Mitgliedschaften in „Verbindungen“ sind notwendig um Karriere zu machen:

 

LUDWIG S. war Mitglied in mehreren Verbindungen des MKV (KÖStV Aggstein St.Pölten, KÖMV Nibelungia St. Pölten u. a.) und des ÖCV (KÖStV Austria, KÖAV Floriana u. a.).
PRÖLL ist Ehrenmitglied der Ö.k.a.V. Rhaeto-Danubia Wien, der K.Ö.H.V. Franco-Bavaria Wien, der K.Ö.A.V. Floriana St. Pölten im Österreichischen Cartellverband (ÖCV) und bei der K.Ö.Agr.St.V. Bergland zu Wieselburg im Mittelschüler-Kartell-Verband (MKV). Außerdem ist er Mitglied der Rotarier.
MIKL-LEITNER ist Mitglied der Studentenverbindung KÖMMV Babenberg Klosterneuburg
HÄUPL M. war Mitglied und Sprecher der schlagenden Schülerverbindung Jungmannschaft Kremser Mittelschüler Rugia Krems, danach jedoch beim VSStÖ
LUDWIG
 M. bekam scheinbar ungefragt und überraschend schon vor dem Parteitag die Unterstützung der sozialistischen Gewerkschafter

5.) Wir bleiben ein Land der Sekretäre und Nachfolger
6.) Wien und Niederösterreich können als Kernland der Österreichischen Seele bezeichnet werden, unterscheidet sich weniger als die glauben und der Rest ist quantitativ zu vernachlässigen …
7.) Der Name LUDWIG leitet sich von althochdeutsch hlud = ‚berühmt‘ und wig = ‚Kampf, Krieg‘ ab, in Österreich steht er hingegen für das berühmte Beharrungsvermögen, das auch den Träger überdauert.

Oder mit anderen Worten: 42

 

Written by medicus58

28. Januar 2018 at 22:03

Was hat denn die Wiener Personalpolitik mit der Wahl-Schlammschlacht zu tun?

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Gehen wir einmal davon aus, dass die Bundes-SPÖ den Bundeskanzler verliert,
vermutlich sowohl den Posten als auch den aktuellen Akteur,
dann kann das der Wiener-SPÖ helfen die Macht im Rathaus zu behalten.
Häupls Sager Opposition wäre etwas Ehrenhaftes bezog sich schließlich auf den Bund und nicht die Bundeshauptstadt.

Irgendwie eigenartig, dass in aktuellen Schlammschlacht zwar nebenher erwähnt wird,
dass sich auch die Wiener SPÖ der Dienste Silbersteins bedient hat,
dass der SPÖ Bundesgeschäftsführer Niedermühlbichler  vom Stil dieses Beraters aber völlig überrascht war und deshalb reumütig zurückgetreten ist,
nur dass Niedermühlbichler von Häupl in die Bundes-SPÖ geschickt wurde, bleibt unerwähnt.
Es schiene mir ergiebig einmal nachzurecherchieren, welcher Kausalzusammenhang zwischen beiden Vorgängen besteht. Ökonomisch wäre für die SPÖ der Verlust ihres Einflusses in Wien („Firmengeflecht“)jedenfalls desaströser als die Oppositionsbank im Bund, dies scheint evident.

Wie rücksichtslos die Personalpolitik der Wiener SPÖ ist, lässt sich gut im Wiener Krankenanstaltenverbund verfolgen.
Hier wird ein unglaubliches Führungsvakuum perpetuiert, um fachlichen Widerspruch zu verhindern.

Bereits Ende März 17 trennte man sich vorzeitig vom Generaldirektor, da Häupl plötzlich nicht mehr wusste, wofür man ihn überhaupt zahlt, obwohl man Janßen erst zum Jahreswechsel 16/17 zum Verantwortlichen für das KH Nord erklärte.  Das alles, obwohl man sich erst Monaten später über die neue Struktur des 30.000 Mitarbeiter Betriebes einigte.
Jetzt trennt man sich auch vom Generaldirektor-Stellvertreter Balazs, der die Hauptverantwortung für das Nord geerbt hat, obwohl er zu Beginn der Planungen des Krankenhauses noch für Siemens am Balkan werkte. Sein Vertrag läuft noch bis März 2018, die neue Struktur des KAV wird aber 1.1.2019 fest stehen.
Vielleicht stimmt das Gerücht, dass die aktuell Balazs unterstellte EDV ins Magistrat wandert und das kann dann kein ernst zu nehmender Konzernführer akzeptieren.
Dass inzwischen kaum mehr innerhalb des Konzerns irgendwer irgendwas entscheiden kann, scheint das Rathaus ebenso wenig zu interessieren, wie andere Kollateralschäden, Priorität hat das politische Durchgriffsrecht.

Wäre das ausschließlich ein Stil der (Wiener) SPÖ, wäre die Entscheidung für den aufmerksamen Wähler einfach.
Die Scheiße, die jetzt in der Schlussphase des Nationalratswahlkampfes aufgewühlt wurde, zeigt jedoch nur allzu deutlich,
mit welcher Kaltschnäuzigkeit man sich übel beleumundeter Berater bedient,
eigene Spitzenkandidaten stürzt,
bereits über neue Koalitionen verhandelt, während man noch von konstruktiver Zusammenarbeit lallt.

Wenn hier jemand wesentliche Unterschiede zwischen SPÖ & ÖVP sieht, zeigt vermutlich mehr seine Unwissenheit oder ideologische Blindheit.

Die wahre Frage bei der kommenden Wahl muss also lauten, wem ist (aus Überzeugung oder Unfähigkeit ist zweitrangig) am ehesten zuzutrauen,
dass er die gewonnene Macht nicht ausschließlich instrumentalisiert.
Wie die jeweiligen Parteien vorgehen, zeigt sich am deutlichsten dort, wo sie die Möglichkeit zur Personalpolitik haben. Diejenigen, die noch keine öffentlichen Bereiche kontrollieren können, sollte man an ihrer internen Personalpolitik beurteilen. Das Beispiel Wien zeigt, dass die Beteiligung einer kleinen und daher notgedrungen machtfernerer Partei überhaupt nichts ändert.
Es läuft auf eine alte, wenn auch wenig erfreuliche politische Erkenntnis hinaus:

Solange man uns noch Demokratie zubilligt, haben wir nur eine Waffe:
Analyse und Abwählen

Written by medicus58

7. Oktober 2017 at 20:11

Häupl wird gehen, na und?

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Der Blätterwald rauscht, die SPÖ Kampagne zur Nationalratswahl strauchelt, der Wiener Bürgermeister hat am 26.8.2017 der APA mitgeteilt, dass er Ende Jänner 2018, also in 5 Monaten als Wiener SPÖ Chef zurücktreten wird, bald danach auch als Bürgermeister.
Überraschend kam das nicht, schließlich hat er schon im April verkündet, dass er spätestens drei Monate nach der Nationalratswahl die Ämter des SPÖ-Vorsitzenden und Bürgermeisters übergeben will.

Ja, so macht man es, rechtzeitige Ankündigung, Rücktritt erst nachdem ein Nachfolger, eine Nachfolgerin gefunden wurde
(sich durchgeboxt hat, überlebt hat, ….).
Ist einem das Schiff wichtig, dann lässt man es nicht führungslos, schließlich müssen doch täglich wichtige Entscheidungen getroffen werden, Weichen gestellt, Posten besetzt und Aufträge vergeben werden. Ist für all das kein Generaldirektor notwendig, kann man den Posten ja gleich einsparen.

Bemerkenswert, wenn diese Strategie andernorts in dieser Stadt nicht so gefahren wird.

Am 20.3.2017 trennte sich die Stadt vom Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes.

5 Monate, 1 Woche, 3 Tage bzw. 163 Tage oder 23 Wochen, 2 Tage später (heute ist der 29.8.2017) wurde die vakante Position noch nicht einmal ausgeschrieben!

Gesundheit ist unsere Stärke verspricht der KAV auf seiner Homepage, vorausschauende Führung scheint da weniger erforderlich, für eine der mit elf Spitälern, drei Geriatriezentren (und dem Sozialtherapeutischen Zentrum Ybbs) sowie acht Pflegewohnhäusern (KAV) größten Gesund­heitsein­richtungen in Europa. 

Kennen Sie einen Großkonzern der Welt, der es sich leisten konnte so lange ohne Führung zu sein?
oder will ohnehin niemand, dass der KAV geführt wird sondern ausschließlich Befehle ausführt?

Würden diese aber statutengemäß aus dem Gemeinderat kommen, dann ist das Zögern auch wieder unverständlich, denn wir haben einen gewählten Gemeinderat, der die Ausschreibung doch fordern könnte!
Wir haben auch eine zuständige Stadträtin, die doch ein großes Interesse haben sollte, den Posten zu besetzen, dessen wesentliche Aufgabe die Kommunikation mit der amtsführenden Stadträtin der Geschäftsgruppe für Soziales, Gesundheit und Frauen, der Magistratsdirektion und anderen Dienststellen des Magistrates ist, um im Rahmen dieser Zusammenarbeit allgemeine Strategien, Rahmenbedingungen und Richtlinien für den KAV zu erarbeiten und umzusetzen.

All die am Papier maßgeblichen Stellen sollten eigentlich arbeitsfähig sein und ein großes Interesse an einer raschen Nachbesetzung des Generaldirektorpostens im KAV haben. Es sei denn, der KAV würde als Vorfeldorganisation der Wiener SPÖ betrachten werden, dann macht es wiederum Sinn abzuwarten, wie das Spiel dort ausgeht ….

sieht das sonst niemand so?

 

Written by medicus58

29. August 2017 at 17:52

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 6: Der Dank)

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Der neue Generaldirektor möge bei bei seiner Bestellung wem auch immer danken, seiner Familie, seiner Rücksichtslosigkeit,
seinen Lehrern und seinen Mitarbeitern aber niemandem im System.

Meinetwegen dem Bürgermeister, denn dessen Ablaufdatum ist absehbar,

aber nicht einer Partei, ohne der er nichts wäre – will sagen geworden wäre“,

nicht Gewerkschaft oder einer Personalvertretung, die sich in der Vergangenheit zu oft als Personaltzertretung (Dienstplanverhandlungen, Pflegegesetze, …) und Partner der Macht als Partner des Personal entpuppt hat,

nicht einer Firma, die in reger Geschäftsbeziehung zur Stadt Wien steht
oder einem Immobilienentwickler, der auf die Nachnutzung des KAV-schen Immobilienbesitzes wartet,
oder einem privaten oder konfessionellen Investor, der Eigeninteressen an den Rosinen des öffentlichen Gesundheitswesen hat

und, bitte, auch nicht dem CV, den Freimaurern, dem Opus, den Bilderbergern, Templern, Assassinen, Illuminati, Scientologen, Rotariern … etc., von denen zu Recht oder zu Unrecht immer wieder behauptet wird, dass bei ihnen die Fäden zusammenliefen.

Eigentlich würde man sich einen Generaldirektor oder eine Generaldirektorin wünschen, die niemandem im Wort, bei niemandem eine Rechnung offen hat und der seine bisherige Karriere abseits der hiesigen Seilschaften der Stadt geschafft hat, was diese Miniserie im Blog endgültig in die Sphäre der reinen Wunschträume hebt.

Written by medicus58

16. Juli 2017 at 17:35

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