Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Häupl wird gehen, na und?

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Der Blätterwald rauscht, die SPÖ Kampagne zur Nationalratswahl strauchelt, der Wiener Bürgermeister hat am 26.8.2017 der APA mitgeteilt, dass er Ende Jänner 2018, also in 5 Monaten als Wiener SPÖ Chef zurücktreten wird, bald danach auch als Bürgermeister.
Überraschend kam das nicht, schließlich hat er schon im April verkündet, dass er spätestens drei Monate nach der Nationalratswahl die Ämter des SPÖ-Vorsitzenden und Bürgermeisters übergeben will.

Ja, so macht man es, rechtzeitige Ankündigung, Rücktritt erst nachdem ein Nachfolger, eine Nachfolgerin gefunden wurde
(sich durchgeboxt hat, überlebt hat, ….).
Ist einem das Schiff wichtig, dann lässt man es nicht führungslos, schließlich müssen doch täglich wichtige Entscheidungen getroffen werden, Weichen gestellt, Posten besetzt und Aufträge vergeben werden. Ist für all das kein Generaldirektor notwendig, kann man den Posten ja gleich einsparen.

Bemerkenswert, wenn diese Strategie andernorts in dieser Stadt nicht so gefahren wird.

Am 20.3.2017 trennte sich die Stadt vom Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes.

5 Monate, 1 Woche, 3 Tage bzw. 163 Tage oder 23 Wochen, 2 Tage später (heute ist der 29.8.2017) wurde die vakante Position noch nicht einmal ausgeschrieben!

Gesundheit ist unsere Stärke verspricht der KAV auf seiner Homepage, vorausschauende Führung scheint da weniger erforderlich, für eine der mit elf Spitälern, drei Geriatriezentren (und dem Sozialtherapeutischen Zentrum Ybbs) sowie acht Pflegewohnhäusern (KAV) größten Gesund­heitsein­richtungen in Europa. 

Kennen Sie einen Großkonzern der Welt, der es sich leisten konnte so lange ohne Führung zu sein?
oder will ohnehin niemand, dass der KAV geführt wird sondern ausschließlich Befehle ausführt?

Würden diese aber statutengemäß aus dem Gemeinderat kommen, dann ist das Zögern auch wieder unverständlich, denn wir haben einen gewählten Gemeinderat, der die Ausschreibung doch fordern könnte!
Wir haben auch eine zuständige Stadträtin, die doch ein großes Interesse haben sollte, den Posten zu besetzen, dessen wesentliche Aufgabe die Kommunikation mit der amtsführenden Stadträtin der Geschäftsgruppe für Soziales, Gesundheit und Frauen, der Magistratsdirektion und anderen Dienststellen des Magistrates ist, um im Rahmen dieser Zusammenarbeit allgemeine Strategien, Rahmenbedingungen und Richtlinien für den KAV zu erarbeiten und umzusetzen.

All die am Papier maßgeblichen Stellen sollten eigentlich arbeitsfähig sein und ein großes Interesse an einer raschen Nachbesetzung des Generaldirektorpostens im KAV haben. Es sei denn, der KAV würde als Vorfeldorganisation der Wiener SPÖ betrachten werden, dann macht es wiederum Sinn abzuwarten, wie das Spiel dort ausgeht ….

sieht das sonst niemand so?

 

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Written by medicus58

29. August 2017 at 17:52

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 6: Der Dank)

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Der neue Generaldirektor möge bei bei seiner Bestellung wem auch immer danken, seiner Familie, seiner Rücksichtslosigkeit,
seinen Lehrern und seinen Mitarbeitern aber niemandem im System.

Meinetwegen dem Bürgermeister, denn dessen Ablaufdatum ist absehbar,

aber nicht einer Partei, ohne der er nichts wäre – will sagen geworden wäre“,

nicht Gewerkschaft oder einer Personalvertretung, die sich in der Vergangenheit zu oft als Personaltzertretung (Dienstplanverhandlungen, Pflegegesetze, …) und Partner der Macht als Partner des Personal entpuppt hat,

nicht einer Firma, die in reger Geschäftsbeziehung zur Stadt Wien steht
oder einem Immobilienentwickler, der auf die Nachnutzung des KAV-schen Immobilienbesitzes wartet,
oder einem privaten oder konfessionellen Investor, der Eigeninteressen an den Rosinen des öffentlichen Gesundheitswesen hat

und, bitte, auch nicht dem CV, den Freimaurern, dem Opus, den Bilderbergern, Templern, Assassinen, Illuminati, Scientologen, Rotariern … etc., von denen zu Recht oder zu Unrecht immer wieder behauptet wird, dass bei ihnen die Fäden zusammenliefen.

Eigentlich würde man sich einen Generaldirektor oder eine Generaldirektorin wünschen, die niemandem im Wort, bei niemandem eine Rechnung offen hat und der seine bisherige Karriere abseits der hiesigen Seilschaften der Stadt geschafft hat, was diese Miniserie im Blog endgültig in die Sphäre der reinen Wunschträume hebt.

Written by medicus58

16. Juli 2017 at 17:35

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 5: Persönliches zum Personal)

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Nun, nachdem die Zukunft des Wiener Krankenanstaltenverbundes zumindest in groben Zügen festgelegt wurde (KAV wird Anstalt öffentlichen Rechts ab 1.1.2019) könnte es ja wirklich bald was werden, mit der Nachbesetzung der Generaldirektion. In der Vergangenheit habe ich schon viermal ein paar Wünsche ausformuliert, die auch schon vergangene Generaldirektoren, rein theoretisch, erfüllen hätten können.

Das „Neue“ am KAV als Anstalt öffentlichen Rechts sollte nun nach den Beteuerungen der Verkünder ja sein, dass zukünftig Personalpläne und -angelegenheiten im Konzern, also ohne dauernde Rückfrage bei der MA2, festgelegt werden kann.
Auch wenn ich bis heute noch nicht verstanden habe, was die Stadt Wien mit dem verliehenen Personal tun wird, das ein zukünftiger KAV GD dankend wieder zurückschickt, bzw. mit Personal, dass dieser nach Bedarf selbst rekrutiert, wenn dieses auch zukünftig Personal der Stadt sein soll, aber glauben wir einmal, dass dafür schon fertige Lösungen in den knarrenden Schubladen der Stadt liegen, über die man in der nächsten Pressekonferenz Auskunft geben wird. Bis 31.12.2018 ist ja noch genügend Zeit.

Was ich mir aber vom neuen KAV Generaldirektor wünsche ist, dass er sich gegen die bisherigen Kräfte durchsetzten möge, die bewirkten, dass

gute Mitarbeiter, die nach dem Erreichen des Pensionsalters noch ein, zwei Jahre länger aktiv bleiben wollen
(Ja, sowas gibt es nicht nur unter den Primarii sondern auch unter dem Reinigungspersonal!) nicht zwangspensioniert werden,

und gute Mitarbeiter jenseits der erratischen Remunerationsspiele des Magistrats (ggf. auch nur durch nicht-monitäte Benefits) belohnt werden können.

Andererseits muss es zwischen dem Hire-and-Fire, das die Stadt in ausgelagerten Bereichen oft schlimmer betreibt als viele Private, und den jahrelangen Minderleistungen, nur durch Amtsarzt und Kuraufenthalte unterbrochene Dauerkrankenstände, eine Möglichkeit zur begründeten Kündigung gibt, gegen die die Personalvertretung nicht Sturm läuft.

Eine Personalbeurteilung, deren Note mindestens ein gut sein muss, um nicht den automatischen Einspruch der Personalvertretung zu triggern, ist schade um den Regenwald, der für das Papier geschreddert wurde.
Elektronische Bögen sind noch nicht im System angekommen, der Umstieg auf eine Word-Vorlage, die dann ausgedruckt und händisch ausgefüllt werden muss, war bislang das Ende der Fahnenstange.

Es ist verlogen internationale Maßstäbe für die Personalplanung anzuwenden und triumphierend Posten zu streichen, wenn andere Regeln der Personalrekrutierung außer Kraft gesetzt werden.
Dort wo Leistungswille anerkannt wird, wie zum Beispiel Mehrleistungen während der Urlaubszeit, wird dies nicht monitär sondern durch zusätzliche Freizeit belohnt, was implizit die anderen Mitarbeiter in diesem Bereich zu Mehrleistung führt.
Starre Arbeitszeitschemata erlauben Führungskräften nicht einmal in Zeiten der Flaute, sich beim Personal mit einem „15 Minuten früheren Arbeitsschluss“ zu bedanken.
Starre Linien von der Kollegialen Führung hinunter auf die Abteilungsebene lassen effizientes Arbeiten nur dort zu, wo alle Beteiligten nicht wegen sondern trotz dieser Strukturen zusammenarbeiten.
Ich kenne viel zu viele Beispiele, wo eine auf Abteilungsebene mit guter Begründung getroffene Entscheidung (z.B. Urlaubsansuchen) von übergeordneter Stelle ohne Rücksprache „overruled“ wurde, weil Personalvertretungswahlen anstanden.

Wenn wir uns an unseren letzten GD erinnern, dessen Erfahrung in der Personalverantwortung sich auf eine zweistellige Anzahl an Institutsmitarbeitern beschränkte, ehe er zur Leitung eines 30.000 Mitarbeiter Konzerns berufen wurde, der aus macht-politischen Gründen absichtlich keine Entscheidungshoheit über das Personal hat, das zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil die potentielle Wählerschaft der nächsten Bundes- und Landeswahlen darstellt, wird einiges klar, woran der KAV zuletzt gescheitert ist.

Written by medicus58

14. Juli 2017 at 15:01

Ist 2030 schon vorbei, oder? Bemerkungen zum Wiener Spitalskonzept

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Am 22.6. verkündete der Kurier, dass Wien von Wehselys Spitalskonzept 2030 abrückt, da einige der vielen Transformationsprozesse begraben wurde.
Die FP schlug erneut in diese Kerbe und setzt auch noch Aktuelles drauf:
FP-Seidl: Spitalskonzept 2030 ist kläglich gescheitert – KAV ist nur mehr Passagier im kaputten Gesundheitssystem
Patientenanwältin Pilz schweigt weiter beharrlich und hält ihrem Arbeitgeber die Stange
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170623_OTS0126/fp-seidl-spitalskonzept-2030-ist-klaeglich-gescheitert-kav-ist-nur-mehr-passagier-im-kaputten-gesundheitssystem

Prompt schlug Nani Kauer (KAV Pressestelle KAV GD) via Presseaussendung zurück:
Das Wiener Spitalskonzept 2030 ist aufrecht
und verlangte, was seit Jahrhunderten eher von Kirchenkanzeln donnert:
Verunsicherung muss aufhören
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170623_OTS0196/kav-das-wiener-spitalskonzept-2030-ist-aufrecht-verunsicherung-muss-aufhoeren

Auf Orf.at wurde das alles noch etwas elaboriert: „Man bleibe beim Zentrumskonzept, jedoch gibt es noch bauliche Probleme

Fasst man die Grundprinzipien des Spitalskonzept zusammen,
das ja nicht erst seit 2016, wie in den Artikeln angeführt, sondern seit der SPÖ Klausur in Rust im Jahre 2011 existiert und inzwischen mehrfach umgeschrieben wurde

(Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration) kann man einige Prinzipien ausmachen, die hier auch schon scharf kritisiert wurden:

  • Pärchenbildung: Kleinere Einheiten wurden (Kaiserin Elisabeth Spital) und werden geschlossen, so dass zum Schluss neben dem AKH noch drei Krankenhauspärchen übrig bleiben sollen.
    Im Gegensatz zu früher, sollte die Abteilungsstruktur der großen Standorte (Wilhelmine, Hietzing/Rosenhügel, KFJ, Rudolfstiftung, SMZ) nicht mehr alle wesentlichen „Organprobleme“ (Augen, Haut, Neuro, …) intramural versorgen.
    Nur mehr ein Krankenhauspärchen zusammen hätte alle Abteilungen vorgehalten, um diese Versorgung nachkommen zu können. Manche Therapien und Eingriffe sollen überhaupt nur mehr im AKH angeboten werden!
    Dazu wurden atemberaubender Schönsprech ( KAV: Superkalifragilistisch Expealigorisch) erfunden, um die verschiedenen Versorgungsformen zu definieren und etwas verwirklicht, das ich hier seit 2012 (!!) so bezeichne:
    Die Potemkinschen Spitäler
    https://medicus58.wordpress.com/2012/07/11/die-potemkinschen-spitaler 

    Reform=Stillschweigen zur Errichtung eines Potemkinschen Dorfes
    https://medicus58.wordpress.com/2016/07/26/sommerloch-reprisen-reformstillschweigen-zur-errichtung-eines-potemkinschen-dorfes/

    Nun gibt die Politik die Potemkinschen Spitäler langsam zu, schiebt aber Verantwortung auf Ärzte
    https://medicus58.wordpress.com/2013/03/21/nun-gibt-die-politik-die-potemkinschen-spitaler-langsam-zu-schiebt-aber-verantwortung-auf-arzte/
    Und wir wollen nicht darauf vergessen, dass die Teilfinanzierung des KH Nord auf diesem angeblich so neuen Ansatz beruht:
    Wehselys Coup: Wien lässt sich Demontage der öffentlichen Spitäler von der EU finanzieren! https://medicus58.wordpress.com/2016/01/15/wehselys-coup-wien-laesst-sich-demontage-der-oeffentlichen-spitaeler-von-der-eu-finanzieren/

    Mein wesentlicher Kritikpunkt am „Paarungskonzept“ war aber stets, dass auf die Notwendigkeit der Konsiltätigkeit vergessen wurde, also auf die Notwendigkeit, dass z.B.
    ein nicht transportabler Unfallpatient auch von einem Neurologen,
    ein Frühchen im Brutkasten auch von einem Augenarzt gesehen werden muss.
    Darauf zu setzen, dass sich im Bedarfsfall ein benötigter Facharzt aus dem Pärchenspital in ein Taxi setzt ist nicht nur absurd sondern auch sehr ineffizient und teuer! Außerdem vergibt er sich eine der wesentlichen ärztlichen Techniken, die Fall-basierte Kommunikation im am Gang oder im Speisesaal.

  • Zentrumsbildung: In jedem Sonderfach sollen „etwas komplexere Leistungen“ ausschließlich in „designierten Zentren“ erbracht werden. Hier geht man schon von dem längst kritisierten Ansatz aus, als würde eine Leistung in immer höherer Qualität erbracht, je häufiger sie durchgeführt wird; dass es sich hierbei eher um eine Glockenkurve handelt und dass durch die Überspezialisierung in einem niederschwelligen Gesundheitssystem (in zwei Schritten in die Fachambulanz) dort die Qualität der Grundversorgung sinken wird.
    Spezialisierung zur Qualitätsverbesserung ist out, im Spital gibt’s fachärztlichen Pannendienst 
    http://wp.me/p1kfuX-Pr
    Schwerpunktbildung ist das gesundheitspolitische Codewort für Einsparung https://medicus58.wordpress.com/2015/12/04/schwerpunktbildung-ist-das-gesundheitspolitische-codewort-fuer-einsparung/
    Auch hier wirkt sich die Nicht-Beachtung der Notwendigkeit fachärztlicher Konsile fatal aus, denn jedem Laien wird einleuchten, dass jede Spezialisierung zwangsläufig mit einer Verminderung allgmein-medizinischer Kompetenzen einhergehen wird (Ausnahmen sind vielleicht die Alles-könnenden Schreibtischtäter, die den Schmarrn entwickelt haben!). D.h. je höher die Spezialisierung je wichtiger wird die Kooperation mit anderen!
    Und wer nun einwendet, dass diese Kommunikation auch schriftlich (Konsiliarzettel) oder telefonisch erfolgen kann, hat nie im Spitalsalltag gearbeitet!
  • Notfallaufnahmen: Um die Facharztdienste während der Nachtstunden einzusparen, sollten Pufferstationen (NFA= überwiegend mit Allgemeinmedinzinern besetzt!) die akute Aufnahmen praktisch abgeklärt und „antherapiert“ erst am nächsten Morgen auf die Spezialabteilungen transferieren. Wie wir uns erinnern war das das Hauptargument in den vergangenen Gehaltsverhandlungen, um 382 Ärzteposten reduzieren zu können. So ein Konzept funktioniert seit Jahrzehnten im AKH, jedoch unter ganz anderen räumlichen, organisatorischen und personellen Voraussetzungen! Teil dieses Konzept (im KH Nord schon begonnen) wären vorgelagerte Ambulanzen (Mars) und Primärversorgungszentren, deren Errichtung aber extrem stotterte.
    Wehsely finanziert die Wiener Gebietskrankenkasse und keinen stört’s https://medicus58.wordpress.com/2015/02/27/wehselys-finanziert-die-wiener-gebietskrankenkasse-und-keinen-storts/
  • Interdisziplinäre Belegungen: Um scheinbar das „Gangbettenproblem“ mit Neuaufnahmen bei gleichzeitig unbelegten Spezialbetten lösen zu können, sollten Interdisziplinäre Bettenstationen eingerichtet werden, wo ein Pflegeteam ganz unterschiedliche Krankheitsbilder zu versorgen hätte, während die entsprechenden Fachärzte nur zur Visite auf der Station erscheinen würden. Das Bettenmanagement wurde in der Masterbetriebsorganisation der Pflege (!) überantwortet.
    Wozu hätten wir denn die Experten, wenn sie sich nicht immer was Neues einfallen ließen? https://medicus58.wordpress.com/2014/05/05/wozu-hatten-wir-denn-die-experten-wenn-sie-sich-nicht-immer-was-neues-einfallen-liesen-interdisziplinare-belegung/
    Masterplan: Wir sparen, koste es was es wolle https://medicus58.wordpress.com/2016/03/16/masterplan-wir-sparen-koste-es-was-es-wolle/
    Master BO – Die tickende Zeitbombe https://medicus58.wordpress.com/2017/01/27/master-bo-die-tickende-zeitbombe/

 

Letztlich kann man sich nur wünschen, dass der Papiertiger Spitalskonzept 2030 still und heimlich begraben wird und offen gelegt wird, welche „externe Experten“ dafür wie viel der 40 Millionen Steuergeld abkassiert haben.
Dazu kommt, dass aus ökonomischem Druck und fehlender Übersicht alles gleichzeitig und nichts wirklich richtig umzusetzen!
Die jetzt von den Medien realisierten „Verzögerungen im Transformationsprozess“ haben aber weniger medizinische als partei- und machtpolitische Gründe:

Eine seit Jahren frustrierte Belegschaft verweigert unter der tatkräftigen Unterstützung der „roten“ Personalvertretung im Schulterschluss mit dem „roten“ Bezirksvorstand die angeordnete Übersiedlung.
Dadurch werden die Räumlichkeiten nicht frei, die für den Ausbau der Notfallaufnahmen gebraucht würden.
Dort wo die Notfallaufnahmen bereits existieren, sind sie noch weit davon entfernt, die volle Pufferleistung für die klinischen Abteilungen zu erbringen.
Dort wo bereits Ärzteposten gestrichen wurden, ohne dass die organisatorischen Voraussetzungen funktionieren, müssen Abteilungen wochenweise ganz geschlossen werden.
Die Eröffnung des KH Nord hat sich so lange verzögert, dass schon allein dadurch die „Pärchenbildung“ in Transdanubien nicht funktioniert.
Standorte, die man eigentlich komplett schließen wollte, können nicht geschlossen werden, so dass man plötzlich wieder von einem Neuausbau spricht und en route bemerken musste, dass man alle Internisten abgesiedelt hat.
Und schließlich basierte das Konzept von Anfang auf massiven Bauleistungen, die sich im hoch verschuldeten Wien nun niemand leisten kann.
In den letzten Jahren wurde im KAV auch munter herumorganisiert (KAV: Rausgliedern, aber nun mal richtig? https://medicus58.wordpress.com/2016/10/22/kav-rausgliedern-aber-nun-mal-richtig/) und
schließlich sind auch Stadträtin und Generaldirektor längst verloren gegangen.
Die neue Stadträtin wird es schon von ihrer politischen Basis schwer haben, sich gegen die roten Personal- und Bezirksvertretungen zu stellen.

Ja, und unter den herrschenden Rahmenbedingungen und dem personellen Nachwuchsproblem, wird sich nur ein Ziel des Konzepts mit größter Sicherheit erreichen lassen,
die Personaleinsparungen, … einfach weil sich immer weniger Bewerber finden, um die in die Frühpension entweichenden +/-60-Jährigen ersetzen zu können.

 

 

 

 

 

Written by medicus58

25. Juni 2017 at 13:19

Der schwere Atem der Sozialdemokratie

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Das was die SPÖ für Ihre Mitglieder auf YouTube gestellt hat, weil die Zeiten wo man Parteimitglieder direkt erreichen konnte sind wohl vorbei, hat das Zeug zum Zeitdokument.

„…Genossinnen und Genossen, für die die das gerne hören ….“

Der die piepsende Worthülse „wir nehmen das mit“ von Frau Straubinger übertönende Atemgeräusche des Bürgermeisters.

Freundschaft“ als Abschluss einer Bestandsaufnahme,dass gerade das in der Wiener SPÖ verlustig geraten ist!

Fidel Castro (13.August 1926-25.November 2016) hätte das vom Totenbett besser hingekriegt und der war nie Soizialdemokrat.

 

Castros vermutlich letzte öffentliche Rede:

und noch ein Leckerbissen:

Written by medicus58

26. November 2016 at 13:44

Man bringe den Spritzwein: Häupl zeigt seine Gesinnung

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Häupl

Gestern polterte unser Bürgermeister im Gemeinderat nicht darüber, dass sich die Skandale (Krankenhaus Nord, Kindergärtenförderung, Mindestsicherungs-Theater (nein nicht die FPÖ Anzeige, sondern die 180° Schwenks zu diesem Thema, ….),
im Resort von Stadträtin Wehsely häufen, sondern dass Menschen, die es wagen diese Vorgänge öffentlich zu machen, also Whistleblower Feiglinge wären.
Das in einer Stadt in der Ärzte erst kürzlich trotz massiver interner Bedrohungen auf die Straße gegangen sind, u.a. gegen eben diesen repressiven, menschenverachtenden Umgangston an ihrem Arbeitsplatz protestierten.
Wo sie von ihrem Generaldirektor als Söldner bezeichnet werden, von ihrer Stadträtin als Faulpelze, die den Nachtdienst zum Ausschlafen verwenden, und wo ihnen nur mehr externe Berater mitteilen, was sie zu tun oder zu lassen hätten.
Eine Stadt, in der die öffentliche Diffamierung von Personen zum Führungsstil geworden scheint.
Man mag nun darüber diskutieren, ob dies eher stalinistisch oder eher faschistisch ist, derartige Aussagen würden jedenfalls sehr gut in entsprechende Regime passen.
Sozialdemokratisch war dies bis vor einigen Jahren definitiv nicht.

Es wäre eine Schande, wenn sich diese Aussagen in den Medien unwidersprochen blieben.
Bis heute Abend findet sich jedoch nur von den NEOS eine entsprechende Antwort:

„Dass der Stadtchef im Gemeinderat Whistleblower als Vernaderer beschimpft, lässt an seinem Rechtsstaats-Verständnis zweifeln.“
„Ich bin fassungslos, dass Bürgermeister Michael Häupl offensichtlich die Notwendigkeit und Wichtigkeit von Whistleblowern in der Justiz nicht versteht. Es ist absolut unerträglich, dass der Stadtchef Whistleblower als Denunzianten beschimpft“, zeigt sich NEOS Wien Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger empört über die Aussagen des Bürgermeisters in der heutigen Fragestunde im Wiener Gemeinderat. „Whistleblower sind enorm wichtig, gerade im Bereich der Korruptionsbekämpfung. Seit drei Jahren gibt es schon eine Whistleblower-Homepage des Justizministeriums, die völlige Anonymität für Informanten garantiert. Sind das auch nur Vernaderer, Herr Häupl?“, so Meinl-Reisinger.
„In den USA sitzt die Soldatin Chelsea Manning im Gefängnis, weil aufflog, dass sie Wikileaks Informationen über Kriegsverbrechen der US-Armee weitergegeben hatte. Sie ist eine Whistleblowerin und ein Vorbild. Ginge es nach Bürgermeister Häupl wären sie oder auch Edward Snowden feige Denunzianten“, kritisiert die Klubobfrau. „Es ist sehr befremdlich, dass der Bürgermeister offenbar nicht verstehen will, wie wichtig solche Menschen für eine Gesellschaft sein können“, schließt Meinl-Reisinger.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160929_OTS0053/neos-wienmeinl-reisinger-buergermeister-haeupl-versteht-whistleblower-nicht

„Leaks Wien“: NEOS richten Whistleblower-Plattform ein 
Michi und seine Kasnudeln hallen nach: Nach ihrem Auftritt in der TV-„Elefantenrunde“ habe sie Hunderte Mails bekommen, in denen Wiener von ähnlichen Missständen erzählt hätten, berichtete die pinke Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger am Donnerstag in einer Pressekonferenz.
http://www.salzburg.com/nachrichten/oesterreich/politik/sn/artikel/leaks-wien-neos-richten-whistleblower-plattform-ein-168768/

https://leaks.wien/

Hier schon 2012:
Whistleblowing im Gesundheitswesen erlaubt, aber: Altenpflege https://medicus58.wordpress.com/2012/05/27/whistleblowing-im-gesundheitswesen-erlaubt-aber-altenpflege

Warum pfeifen die Spatzen nicht oder pfeifen sie schon drauf?  https://medicus58.wordpress.com/2012/05/29/warum-pfeifen-die-spatzen-nicht-oder-pfeifen-sie-schon-drauf/

 

Written by medicus58

29. September 2016 at 23:59

Veröffentlicht in Allgemein

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Ärztestreik: Neue Besen schießen scharf aber fürsorglich

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Walzer

Keine Ahnung, ob die bisherigen Veranwortlichen da nicht mehr mitmachen wollten, aber am 1. September installiert der Wiener Krankenanstaltenverbund einen neuen Leiter im Vorstandsbereich Personal und am 2. September schickt dieser folgende Mail an alle KAV Ärzte mit Informationen zum 7.9.2016 und 12.9.2016„:

Sehr geehrte Damen und Herren!
Aufgrund der von der „Ärztekammer Wien“ und der „Kurie angestellte Ärzte“ angekündigten Maßnahmen für den 7.9.2016 (Protestversammlung ab 14.00 Uhr) und den 12.9.2016 (Warnstreik mit öffentlicher Demonstration am Vormittag), erlaubt sich der Vorstandsbereich Personal der Generaldirektion des Wiener Krankenanstaltenverbundes folgendes mitzuteilen:
An diesen Tagen ist ein ordentlicher Dienstbetrieb mit normaler Patientinnen- bzw. Patientenfrequenz und Patientinnen- bzw. Patientenversorgung sicherzustellen.  Eine Reduktion der Leistungen bzw. Ärztinnen- und Ärztepräsenz analog zu einem Feiertags- bzw. Wochenendbetrieb ist nicht zulässig.

  • Eine Verschiebung von Diagnostik und Therapie sowie die Nicht-Versorgung von Patientinnen und Patienten in diesem Zusammenhang  werden als Dienstpflichtverletzungen gewertet.
  • Für die Teilnahme an diesen Veranstaltungen können keine Mehr- bzw. Überstunden geltend gemacht werden.
  • Die Teilnahmen können ausschließlich außerhalb der Dienstzeit erfolgen.

Es wird darauf hingewiesen, dass das unerlaubte Fernbleiben vom Dienst nicht im Einklang mit dem Dienstbetrieb bzw. auch der damit im Zusammenhang stehenden Patientinnen- und Patientenversorgung steht und somit eine Dienstpflichtverletzung darstellt.

Auch die „Younion (ehemals GdG-KMSfB)“ verweist auf die Einhaltung der ausverhandelten und unterzeichneten Vertragsinhalte zwischen der Stadt Wien, vertreten durch den KAV, der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, der Wiener Ärztekammer und der Kurie angestellte Ärzte.

Wir möchten darauf hinweisen, dass dieses Schreiben als Schutz vor Dienstpflichtverletzungen und als Fürsorgepflicht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstanden werden soll.

Wir appellieren an alle Ärztinnen und Ärzte, ihren Versorgungsauftrag analog aller anderen Berufsgruppen wahrzunehmen, da aus Sicht des KAV kein Streikgrund vorliegt.

Die Ärztlichen Direktorinnen und Direktoren sowie die Primarärztinnen und -ärzte haben diese Vorgaben sicherzustellen.

Mit freundlichen Grüßen

Mag. Martin Walzer
Leiter des Vorstandsbereiches Personal der KAV-GED

und hat offenbar noch was vergessen, was in der folgenden Mail – 10 Minuten später (!) – nachgetragen wird:

Sehr geehrte Damen und Herren!
Als Ergänzung zu unserem Informationsschreiben im Zusammenhang mit den geplanten Veranstaltungen am 7. und 12.9.2016 erlauben wir uns wir folgt mitzuteilen:
Die  Aufrechterhaltung eines ordentlichen Dienstbetriebes an diesen Tagen bedeutet auch, dass bei unerwarteten Absenzen die entsprechende Dienstanwesenheit in der vorgesehenen Anzahl an Ärztinnen und Ärzten sicherzustellen ist.
D.h. dass bei unerwarteten Absenzen im Zusammenhang mit den geplanten Veranstaltungen analog wie bei krankheitsbedingten Ausfällen (Ersatzstellung) vorzugehen ist.
Die Patientinnen- und Patientenversorgung darf zu keiner Zeit gefährdet sein.

Mit freundlichen Grüßen
Mag. Martin Walzer
Leiter des Vorstandsbereiches Personal der KAV-GED

Nun wird ja wohl keiner vom Arbeitgeber erwarten, dass er sich freut, wenn seine Mitarbeiter streiken, und auch selten hat die Arbeitgeberseite einen Grund dafür anerkannt, dass die Arbeitnehmer streiken, ….


Nur wollte ich das hier zitieren, um Außenstehenden ein Gefühl dafür zu geben, wie die Stadt Wien ihre „Fürsorgepflicht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versteht.

Entscheiden Sie selbst, ob Sie das als gefährliche Drohung auffassen würden oder nicht.

Vergleichen Sie auch dazu die folgende Aussage (http://kurier.at/chronik/wien/aerztestreik-fuer-kav-dienstpflichtverletzung/219.090.962 )
Zu den möglichen Folgen einer Teilnahme am Streik bzw. der daraus folgende Dienstpflichtverletzung äußert man sich folgendermaßen: „Die konkreten Maßnahmen (Gespräch, Ermahnung, Belehrung, Disziplinarverfahren, Geldbußen bis zu Entlassung) liegen im Ermessen der jeweiligen Vorgesetzten.“

Und hier handelt es sich nicht um einen bösen internationalen Multi, einen greisen austro-kanadischen Milliardär oder Zucherwasserkaiser, die gegen Betriebsräte in ihren Privatbetrieben sind , sondern um einen kommunalen Betrieb des angeblich sozialdemokratischen Wien, der in seinem Leitbild von sich behauptet:

Grundlage unseres Handelns ist die Wertschätzung aller Menschen unabhängig ihrer Herkunft, ihres Geschlechtes, ihres sozialen Status, ihrer Religion und ihres Alters sowie ihrer besonderen Bedürfnisse.

http://www.wienkav.at/kav/ZeigeText.asp?ID=42693

Wenn aber diese Menschen ihr u.a. in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union, Artikel 28 festgehaltenes Recht beanspruchen, wird die „fürsorgliche Keule“ ausgepackt:

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber oder ihre jeweiligen Organisationen haben nach dem Unionsrecht und den einzelstaatlichen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten das Recht, Tarifverträge auf den geeigneten Ebenen auszuhandeln und zu schließen sowie bei Interessenkonflikten kollektive Maßnahmen zur Verteidigung ihrer Interessen, einschließlich Streiks, zu ergreifen.

Muss einem schon sehr wichtig sein, diese „Fürsorgepflicht“, wenn diese „Informationen“ am ersten Tag nach Amtsantritt ausgesandt werden …..

 

Links:
Personalstelle droht Ärzten
http://diepresse.com/home/panorama/wien/5079161/Dienstpflichtverletzungen_Personalstelle-droht-Aerzten

Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) will den Zulauf zu den Protestveranstaltungen, die die Ärztekammer wegen des Arbeitszeitdisputs mit der Stadt organisiert, offenbar so gering wie möglich halten.
http://www.news.at/a/spitalsaerzte—vor-streik–kav-warnt-vor-dienstpflichtverletzungen-7549007

Written by medicus58

2. September 2016 at 16:59

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