Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Im Gedenken an Christine Kainz

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Lange ist es her, als ich mich entschlossen habe zu bloggen.
Inhaltlich ganz falsch, wenn auch grammatikalisch neben der Spur, hat das Ernest Pichlbauer auf seinem Rezeptblog so kommentiert:

Sprechstunde für alles was uns krank macht
Ein Blog eines Arztes, der neben der psychopathologie des Medizinsystems auch über vieles andere Luft abläßt“

Angefangen hat das aber nicht hier auf WordPress sondern auf einem 2014 eingestellten Portal namens meinBlog.at. Als ich dort begonnen habe, war der Blog von Christine Kainz schon unter den Top 3 der meistgelesenen Portale. Bald zählte Sie zu meinen treuesten Leserinnen und hat der damaligen Truppe auch auf Ihrem nachfolgenden Blog ein „Denkmal“ gesetzt: https://www.christinekainz.at/das-waren-wir-bei-meinblog-at/

Auch auf meinem Folgeblog hier auf WordPress blieb Sie mir „treu“ und verlinkte manche Beiträge, u.a. auch den:
1000. Beitrag von MEDICUS auf wordpress https://medicus58.wordpress.com/2016/09/16/das-erste-kilo-zwischenbilanz-eines-blogs/

Auch wenn Sie sich fallweise unfreiwillig mit den Unzulänglichkeiten des Österr. Gesundheitssystems auseinandersetzen musste, zielte Ihr Blog eher darauf auf künstlerische und gesellschaftspolitisch relevante Veranstaltungen und Strömungen aufmerksam zu machen.

Ich habe Frau Kainz, wie einige andere Personen, mit denen mich das WWW bekannt gemacht hat, nie in der Realwelt getroffen, kennen gelernt habe ich sie vermutlich durch Ihren Blog besser als viele andere Menschen in meinem direkten Umfeld.

Aus einigen direkten Mails wusste ich von Ihrer Krankheit und sehr selten fragte Sie mich auch dazu um Rat, meist ging es aber um ganz andere Dinge, wie in ihren beiden letzten Kommentaren am 12.1.2019: einerseits um den AKH Skandal und andererseits um das Musical Cats.

Auf Ihrer Homepage erfuhr ich, dass Frau Christine Kainz am 4.März 2019 im 70. Lebensjahr verstorben ist, da die Todesnachricht, die diesem Blogbeitrag voranging, dort eingestellt wurde.
Am heutigen Allerseelentag möchte ich meiner „Blog-Freundin“ mit der Aktion dem

Am 15.2.2012 beschrieb ich unter Ein Bahnhof ist ein Bahnhof soll ein Bahnhof sein, dass man die Inschrift des Gedenksteins am Europaplatz vor dem Westbahnhof kaum mehr lesen kann, obwohl sich doch (fast) alle bei uns damit brüsten so glühende Europäer zu sein.

EINEM  PP  L DES EUROPA
RATES FOLGEND UND ALS
BEKENNTNIS ZUR IDEE DER
EINHEIT EUROPAS G BT DIE
BUNDESHAUPTSTADT WIEN
DIESEM PLATZ DEN NAMEN
EUROPAPL TZ  21.6.1958

Leider ist die Dokumentation der nachfolgenden Ereignisse auch mit meinblog.at zu Grabe getragen worden, so dass Sie sich auf meine Erzählung nun verlassen müssen bzw. auf den Europaplatz zu einem Lokalaugenschein gehen müssen.

Jedenfalls hat Frau Kainz damals den Kampf mit den Behörden aufgenommen und erreicht, dass der Gedenkstein so halbwegs restauriert wurde:

Frau Kainz am 26.4.2016 8:38 hier auf wordpress:

Schade, dass unsere Kommentare von „meinblog“ hier noch nicht Eingang gefunden haben. Vielleicht ergibt es sich ja einmal.
Jedenfalls scheint sich um Inschriften nie jemand zu kümmern, denn: Unlängst führte mich mein Weg durch den „Bruno Kreisky Park“ in Wien-Margareten. Bei der dortigen Kreisky-Büste ist die Inschrift überhaupt nicht mehr zu lesen. Da musste ich natürlich … 
Folgende rasche Antwort erreichte mich:
Guten Morgen Frau Kainz!
Meine Kollegen von der Gebietsbetreuung 5/12 informierten Bezirksvorsteherin Mag.a Schaefer-Wiery über Ihre – die Büste von Bruno-Kreisky betreffende – Nachricht.
Vielen Dank für die Übermittlung Ihrer Wahrnehmung.
Ich möchte Sie darüber informieren, dass ich soeben die Kulturabteilung der Stadt Wien (MA7) ersucht habe, die Inschrift sanieren zu lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Ing. Thomas Stähler
Büroleiter
Büro der Bezirksvorsteherin für Margareten

Meine Antwort 29. April 2016 21:14: HiHi

Frau Kainz am 29.April 2016 21:57:
Ja, ja, Sie haben leicht lachen. WEGEN IHNEN ist ja sogar der Gedenkstein beim Westbahnhof instand gesetzt worden.
Meine Antwort 29. April 2016 22:37: Und jetzt schon wieder devastiert. Dauerhaftes haben wir leider nicht erreicht

Aber Frau Kainz hat sich auch bei der Kreisky Büste durchgesetzt, wie sie am 3.Mai 2016 hier mitteilte:

Guten Morgen Frau Kainz!
Wie von mir versprochen, habe ich mit der Kulturabteilung der Stadt Wien Kontakt aufgenommen. Aus deren Rückmeldung darf ich kurz zitieren:

„Die Inschrift am Denkmal „Bruno Kreisky“ wurde seitens der Errichter leider in dieser schwer lesbaren Form angebracht (siehe Foto kurz danach).
Die Kulturabteilung hat die Tafel bereits im Vorjahr gereinigt.
Die schwere Lesbarkeit liegt aber nicht an einer Verschmutzung, sondern an der ursprünglichen Material- und Gravur-Auswahl. „
Das Foto der Büste, kurz nach der Fertigstellung aufgenommen, habe ich Ihnen ebenso mitgeschickt.
Mit freundlichen Grüßen
Ing. Thomas Stähler
Büroleiter
Büro der Bezirksvorsteherin für Margareten

Ich vermisse die Bloggerin Christine Kainz, sie scheint auch im wirklichen Leben ein ganz feiner Mensch gewesen zu sein.

Zum Abschluss Ihr Eintrag zum 28. Oktober 2011: In Liebe vergessen

Ich werde sie hier Lügen strafen und nicht vergessen.

Written by medicus58

2. November 2019 at 10:15

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Ärztemangel: Nimmst Du’s mir, so nehm‘ ich’s Dir – eine Art Viele-Jahre-Rückblick

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Arztweg

Vor über vier Jahren, exakt am 15.12.2010, schrieb ich auf meinem früheren (jetzt eingestellten) Blog www.sprechstunde.meinblog.at), dass

Ärzteschwemme – Ärztemangel, aber geh … alles eine Tochter der Zeit (wäre)

Seit Jahren bestimmen nicht Fakten sondern persönliche und standespolitische Interessen sowie ökonomische Überlegungen die Diskussion.
Patienten werden regelmäßig belogen!
Das Geld für Gesundheitsökonomen, Kammern und sündteure Thinktanks am politischen Gängelband (ÖBIG) könnten wir uns sparen.

Heute warnen die Rektoren vor einem Ärztemangel,
(der Link auf http://www.tt.com funktioniert heute übrigens auch nimmer)
nachdem sie es selbst waren, die noch im März das Gegenteil vermeldeten:
In dieser Stellungnahme heißt es, dass es aus Sicht der Rektoren zu keinem Ärztemangel kommen wird …
(der Link auf http://www.studieren.at/ funktioniert übrigens auch nicht mehr, weil Wir haben vieles neu gemacht. Auch diese Seite!)

Nur einmal ging es gegen die KKonkurrenzeiner Linzer Med-Uni und einmal ums aktuelle Budget.

Auch die Ärztekammer warnte Jahre vor der Ärzteschwemme, um nun vor dem Ärztemangel zu warnen.

Ärztekammerpräsident Walter Dorner: Eine Pensionierungswelle stehe bevor. Ohne Quotenregelung könnten heimische Ärzte knapp werden.

Dem widerspricht der Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer. Österreich ginge auch ohne Quotenregelung nicht auf einen Ärztemangel zu: „Wir haben bis 2030 kein Problem“, sagt er.

Eine Bedarfsstudie des Österreichischen Bundesinstituts für Gesundheit (ÖBIG) wurde 2006 von der Politik wegen angeblicher Veraltung nicht zur Veröffentlichung freigegeben: Sie war von einer Ärzteschwemme ausgegangen. 2007 gingen drei Studien von ÖBIG, Österreichischer Ärztekammer und Wiener Ärztekammer von der Notwendigkeit der Quotenregelung und einem jährlichen Bedarf an neuen Medizinern von 800 bis 1500 aus.
(Natürlich gibt es den Link auf http://www2.aekwien.at/auch nimmer)

 

Kurz danach, am 5.1.2011 zitierte ich  die Lösungsvorschläge des Oberösterreichischen Ärztekammerpräsidenten

niedermoser_peter kopie

auf http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33516 (erraten, ab Jahresende nimmer zu lesen, weil der Blogserver sperrt)

LIMBO: So sparen im Gesundheitssystem

Tschechien zeigt uns wie es geht: Was seit Monaten angekündigt wurde, findet nun statt:
Fast ein Viertel der tschechischen Spitalsärzte kündigt, wegen zu geringer Bezahlung.
http://oe1.orf.at/artikel/262687 (Link geht noch!!)
http://www.tschechien-online.org/news/17683-danke-wir-gehen-arzte-tschechien-reichen-massenhaft-kundigungen-ein/ (der auch)

In Deutschland gibt es seit Jahren einen massiven Ärztemangel und viele österreichische Absolventen gehen zur Ausbildung und späteren Berufsausbildung nach Deutschland. Die Ärztezeitung ist voll von Inseraten deutscher Kliniken.

Nachdem Ärztekammer, Wirtschaftskammer und Rektoren es schließlich auch in Österreich geschafft haben, einen echten Ärztemangel zu erzwingen, (siehe Eintrag 15.12.2010) kommen die Nachrichten aus Tschechien wie gelegen.

Nachdem wir unseren Pflegenotstand flächendeckend und nach einem Skandal gesetzlich geregelt mit Slowakischen Pflegerinnen abdecken, haben wir nun die Möglichkeit auch unsere Ärzte ersetzen.

Erste Indizien gibt es bereits:

Tschechische Ärzte wollen weg – Bayern möchte sie haben
Die Mediziner im Nachbarland sind schlecht bezahlt. Gesundheitsminister Markus Söder sieht eine Chance für ländliche Regionen im Freistaat.
http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/tschechische_aerzte_wollen_weg/612738/tschechische_aerzte_wollen_weg.html (ich glaub’s nicht, funzt auch noch)

Deutsche Kliniken locken tschechische Ärzte mit Vierfachem des Gehalts
29-12-2010 15:38 | Lothar Martin
http://www.radio.cz/de/rubrik/tagesecho/deutsche-kliniken-locken-tschechische-aerzte-mit-vierfachem-des-gehalts (auch hier blieb die Zeit stehen und der Link funktioniert noch)

Oberösterreichs Ärztekammerpräsident  Peter Niedermoser (Bild)begrüßt laut ORF den Zulauf der tschechischer Ärzte; dass Herr Niedermoser seit Wochen mit dem Bundesministerium verhandelt, die Qualität der Ärzteausbildung (Erfordernisse des Rasterzeugnisses) herunter zu fahren, damit auch die kleinsten Landesspitäler billige Turnusärzte anstellen können, passt hier gut dazu.
http://ooe.orf.at/stories/485778/ (ja, der ORF, das ewige Gewissen)

 

LIMBO – how low can you go?

Lohndumping in der Medizin und Pflege=Sozialdumping für alle

Kurzfristig können wir das Problem durch (Ärzte-)Importe aus dem Osten lösen und dort vergrößern, so wie wir unseren Müll in den Osten verschickt haben …
Langfristig werden sich Ärzte ihr Geld von Privatpatienten holen und die Versorgung der Allgemeinversicherten geht gänzlich den Bach hinunter.

 

 

 

Zwei Jahre später, an 3.2.2012 vermeldete ich auf http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=51616 (mit Jahresende gibt’s den Link auch nimmer!)

pic

Medizin: Jetzt, aber jetzt wird alles anders

Es gibt keinen Ärztemangel (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33160) und trotzdem will Linz seine eigene Medizin-Uni, damit alles gut wird.
Minister Stöger sagte 2010 im Parlament, dass es keine Leistungseinschränkungen im Österr. Gesundheitssystem gibt(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33251), weil alles gut ist.
Die Ärzte in vielen Ländern streiken wegen unzumutbarer Arbeitsbedingungen(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=47984obwohl alles gut ist.
Im Wiener Krankenanstaltenverbund löste die zweite Kürzungswelle 2010 eine Protestbewegung der roten Gewerkschaft gegen das rote Rathaus aus, aber jetzt ist alles wieder gut.
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=43184
Im AKH wurden Nachtdienste gestrichen, aber die patientenversorgung blieb optimal. Minister Töchterle hat dann einen Vorschuss ausgezahlt, weil eh alles gut ist. http://kurier.at/nachrichten/wien/4478056-finanzspritze-fuer-das-marode-akh.php
Jetzt haben wir uns auf die Finanzierung aus einer Hand geeinigt (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=51579) und alles wird gut.
An der Uni Innsbruck können Nachtdienste nicht mehr geleistet werden, wobei Töchterle (gibt’s zwar auch nimmer, aber das ist weniger überraschend) meint, dass eh alles gut ist, schließlich wurden ja die Zielvereinbarungen unterschrieben.
http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/729164/Geldnot_MedUni-Innsbruck-will-Nachtdienste-einstellen?
Nur irgendwie ist mir nicht mehr gut sondern langsam ziemlich schlecht.

Viel ist seither zum Thema geschrieben worden, dass der Ärztemangel etwas mit den Arbeitsbedingungen zu tun hat, unter denen der Beruf ausgeübt werden muss, wurde auch fallweise erwähnt, jedoch wollte ich darauf heute nicht hinaus,
sondern auf die heutige Schlagzeile in der Neue Zürcher Zeitung: http://www.nzz.ch/schweiz/deutsche-aerzte-werden-in-ihrer-heimat-benoetigt-1.18451276 {noch geht der Link 😉 }

Deutsche Ärzte werden in ihrer Heimat benötigt 

Weil in Deutschland die Arbeitsbedingungen für Ärzte besser geworden sind, hat der Abwanderungsdruck nachgelassen.
Falls sich der Trend verstärkt, wird die Schweiz künftig vermehrt Ärzte aus anderen Ländern rekrutieren müssen.

und eine, ebenfalls heute erschienene Schlagzeile im The Guardian http://www.theguardian.com/society/2014/dec/28/nhs-cancels-3000-operations-in-two-december-weeks

NHS cancels 3,000 operations in two December weeks

Figures highlighted by Labour show 3,113 elective and 161 urgent operations were cancelled in first part of month

und was empfiehlt der Artikel: “To reduce pressures on hospitals and to keep a flow of patients coming in and leaving hospital, we need to manage the number of available beds more efficiently. To achieve this, we need to reduce unnecessary admissions and visits to A&E and improve community care.” 

Fassen wir also zusammen,

seit Jahren rückte das überwiegend öffentlich (solidarisch) finanzierten Gesundheitsversorgung Europas immer stärker in den Focus (ungefragt auch solidarisch finanzierter) Planungsexperten und ekstatischer Reformbemühungen.
Ungezählte Vergleiche zwischen (oft nur scheinbar) verschiedenen Systeme wurden gegengerechnet und auf das doch „dort“ viel besser funktionierende System verwiesen. In Wirklichkeit haben wir überall die gleichen Probleme:
Wenn parallele Systeme nicht funktionieren, halten sie sich durch Verschiebung der Defizite noch eine Zeit über Wasser.
Der Kapitalismus der Ersten Welt wäre schon längt gecrasht, hätte er nicht durch (zuerst) Kolonialismus (heute Globalisierung) Möglichkeiten gefunden seine Defizite billig abzudecken.
Die System der ärztlichen Versorgung in der Niederlassung konnte bei den aktuellen Arbeitsbedingungen (Kassentarife, gesellschaftliche Rolle, …) nur dadurch aufrechterhalten werden, in dem die Unzulänglichkeiten in die Krankenhäuser verschoben wurden.
Das war u.a. auch dadurch möglich, weil die Rahmenbedingungen für die angestellten Ärzte einen erfolgreichen Widerstand lange Zeit verhinderten. Die vielen Jahre Ausbildung (Turnus), die „abgedient“ werden müssen, ehe eine „eigenverantwortliche ärztliche Tätigkeit“ (ius practicandi) erlaubt ist, waren auch kein unwillkommenes Druckmittel.

Irgendwann bricht aber auch diese Krücke und diejenigen Länder, die das ökonomisch hinkriegten (Deutschland, Schweiz) zogen Ärzte aus den Nachbarländern ab. Dass das auch nur eine Zeit funktioniert, erkennen nun die Schweizer, weil die Deutschen die Ärztehonorare erhöhen, und die Briten, u.a. weil der ärztliche Zuzug aus den ehemaligen Kolonialgebieten auch sein natürliches Ende findet.

Auch wenn irgendwann die alten Links nicht mehr funktionieren, die alten Grundsätze bleiben: Durch das Negieren und Verschieben von Problemen lassen sich keine dauerhaften Lösungen finden.
Auch wenn wir noch so viele Thinktanks bezahlen, als dass man die Leute ordentlich bezahlt, die im Primärprozess benötigt werden.

 

Vor Jahren (denke es war 2009) beschrieb Volker Pispers für die Gesundheitsreformen in Deutschland so:  http://youtu.be/SFyU700gCdo

Written by medicus58

28. Dezember 2014 at 14:24

3 Jahre Blogging: Weltverbesserung durch Selbstbefriedigung? O, na, nie!

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 Blogs

Es ist heute exakt drei Jahre her, da ich zum Blogger wurde, also verzeihen Sie ein paar Worte in eigener Sache.

 Rückblick:
Auf der Suche nach einer „Heimstatt“ für meine Hervorbringungen stolperte ich über www.meinblog.at. Der Blog www.sprechstunde.meinblog.at hat seither über 60.000 Aufrufe erlebt, wobei ich mir über den Unterschied zwischen Klicks und Leser keine Illusion mache.
Vielleicht nicht ganz typisch für ein Blogportal, sieht www.meinblog.at vor, dass jeder Beitrag mit einem Bild (fakultativ auch einem Fotoalbum) illustriert wird. Einerseits läuft man früher oder später dadurch in das immer größer werdende Problem des Copyrights, andererseits erlauben Bilder auch das Geschriebene zu vertiefen oder konterkarieren.

Dass ich ab Jänner 2011 begann, ernsthaft ab Februar 2012 diesen Blog parallel auch auf www.medicus58.wordpress.com aufzubauen, hat mehrere Gründe. Die zwei wichtigsten sind eine Art Sicherheitsspeicher, der andere, dass WordPress zum Teil schon sehr professionelle Werkzeuge anbietet, die Herkunft der Besucher zu analysieren bzw. besser mit den Social Media verlinkbar ist. Diese Dependance meines Blogs hat es bisher zu über 34.000 Aufrufen gebracht.

Warum ich blogge:
Googeln Sie einmal diese Wortfolge und sie werden sich über die Dürftigkeit der Antworten wundern; also erwarten Sie auch von mir keine tiefschürfenden Erklärungen. Das überrascht, weil kaum zu erwarten ist, dass sich irgendwer völlig absichtslos in mehr oder wenig regelmäßigen Abständen die Anonymität des WWW anbellt, insbesondere wenn man weder die Zuschauerzahlen seines wirklichen Medienauftritts, die Verkaufszahlen seiner Seminare oder Bücher oder kurz den Bekanntheitsgrad „seiner Marke“ zu maximieren sucht.
Da die hier angeführten Begründungen für meinen Blog nicht zutreffen, fand ich in der Selbstbeschau zu folgenden Antworten:

Ich schreibe die „Sprechstunde“, weil ich über Dinge, die ich für falsch erachte gerne den Mund aufmache.
Ich sehe in der „Sprechstunde“ ein Werkzeug um meinen diffusen Frust zu konkretisieren.
Ich hoffe mit der „Sprechstunde“ in einen Dialog mit anderen einzutreten, um meine Sicht einer kritischen Wertung zu unterziehen und im dialektischen Sinn weiterzuentwickeln.

Was ich völlig unterschätzt habe, ist, dass man in diesem Prozess zu einem aufmerksameren Beobachter der Entwicklungen wird. Das Schreiben der Sektion „Satanswinkerl“ brachte mir damals z.B. einen besseren Überblick über Zusammenhänge als die jeweiligen Einzelartikel in den Medien. Auch zeigte es, wie oft dieselbe Sau durchs Dorf gejagt werden kann, weil der Überblick der Leser-, Hörer- und Seherschaft schön längst verloren gegangen war.
Während ich naturgemäß nicht objektiv beurteilen kann, ob die ersten beiden der oben genannten Beweggründe einen Blog zu führen, zu einem positiven Ergebnis geführt haben, kann ich leicht feststellen, dass der dritte Punkt, trotz der bald 100.000 Klicks, klar verfehlt wurde. Im Gegensatz zu Twitter ist ein Blog, oder zumindest mein Blog, nicht das geeignete Dialogwerkzeug. Das Verhältnis zwischen Spam und echtem Kommentar liegt bei mir irgendwo bei 1000:1.

Anonymität:

Dieser Blog ist auf den ersten Blick hin anonym, was in der Vergangenheit von manchen als Begründung benutzt wurde einen begonnen Dialog zu beenden.

Ich habe bereits früher unter „Warum pfeifen die Spatzen nicht oder pfeifen sie schon drauf?“

(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=63465) versucht auszuführen, dass es sehr handfeste Gründe gibt, weshalb gerade im öffentlichen Gesundheitswesen die meisten Kritiker gezwungen sind nach außen anonym zu bleiben. (siehe auch: Whistleblowing im Gesundheitswesen erlaubt, aber: Altenpflege http://wp.me/p1kfuX-j6) Dass niemand von uns in der vermeintlichen Freiheit des WWW wirklich anonym ist, dass selbstverständlich für Blog- und Forumbetreiber die Identität der gehosteten Autoren nachvollziehbar ist, war auch schon vor Snowdons Enthüllungen klar, d.h. auch ein Pseudonym schützt letztendlich nicht vor der gerechtfertigten Verfolgung einer strafbaren Behauptung; es schützt aber davor aus formalen Gründen mundtot gemacht zu werden.

Andererseits scheint mir die Beibehaltung eines Pseudonyms über doch schon drei Jahre einen gangbaren Zwischenweg darzustellen, zumal ich jede Kritik anderer auf den Blogs freischalte und diese bei Bedarf auch beantworte.
Ich sehe die Blogosphere (http://en.wikipedia.org/wiki/Blogosphere) als elektronisches Pendant zu Londons „Speakers Corner“ in der auch das Argument und nicht der Ausweis im Vordergrund steht.

Quintessenz:

Es mag schon auch etwas mit der Herbstdepression zu tung gehabt haben, als ich mich vor drei Jahren entschloss einer der damals ca. 148 Millionen weltweit erscheinenden Blogs zu schreiben. Inzwischen bin ich vermutlich nur mehr einer der ca. 180 Millionen weltweiten Blogs. Allein dieser Vergleich nimmt jede Hoffnung auf eine erzielbare Außenwirkung.
Lange Zeit war ein Bericht über Fukushima einer der am häufigsten aufgerufenen Beiträge, aber offenkundig nur, weil ich hier das gute alte PC Game „Simcity“ erwähnt habe, für das es eine überwältigende Fangemeinde gibt.
Eines der am häufigsten auf meinen Blog führenden Keywords ist „Schwanzparade“ weil ich unter „Ranking: Die zwanghafte Schwanzparade für alle“ (http://wp.me/p1kfuX-pr) weniger Sex als meinen Unmut über den überbordenden Vergleichszwang thematisierte; ich bezweifle aber, dass das die Intention der Googlenutzer war, als sie mich hier besuchten.
Genug der Nabelschau, ich kann nach drei Jahren für mich nur den Schluss ziehen, dass ein Blog, wie das alte Tagebuch in erster Linie einem selbst hilft, um Gedanken zu ordnen und Unmut auszusprechen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Wenn dann ein Beitrag sogar den Weg in die Österr. Krankenhauszeitung findet, dann freut das ( siehe Schlusspunkt auf: http://www.schaffler-verlag.com/medien/oekz/54-jg-2013/54-jg-2013-6-7/#23682).
Wenn die liebe Frau Kainz auf http://www.christine2.meinblog.at/ von Anbeginn meine Beiträge fleissig kommentierte, dann führt das mitunter auch zur Renovierung eines Gedenksteins am Europaplatz und (siehe Kommentare am Ende des Beitrags: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=51389 ) zu einer kleine österreischischen Realsatire.

Und, jetzt wollen wir uns zum Abschluss noch einmal in die Tiefen der Blogosphere begeben:
Studien und Statistiken haben überraschende Ergebnisse über die Masturbation offengelegt. Wer einen höheren Bildungsgrad besitzt, masturbiert öfters. Am häufigsten masturbieren Doktoren, Studenten und Abiturienten.
Wer masturbiert, baut Stress ab. Deshalb kann bereits wenige Minuten nach dem Masturbieren schnell und zufrieden eingeschlafen werden. Empfehlenswert ist eine zweimalige Masturbation pro Woche, so die Wissenschaftler. Diese sorgt dann auch schon für eine verbesserte Durchblutung der Prostata, eine Verbesserung des Sekrets und einen optimalen Stressabbau.
Zitat nach:  http://www.dbna.de/lieben/sex/131008-masturbieren-ist-gesund.php , auf das ich via Twitter von Ralf Brenner (@ PhoenixX_Weg) aufmerksam gemacht wurde, dem immerhin aktuell 17.700 Leute folgen!!
Da könnt einem der Neid fressen.

Written by medicus58

22. Oktober 2013 at 07:30

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Tagebuch aus Hurghada

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Auf dem Server (www.meinblog.at), auf dem ich angefangen habe zu bloggen, befand sich schon seit Juni 2010 ein äußerst lesenswertes Tagebuch:

TAGEBUCH AUS HURGHADA
http://naturefriend.meinblog.at/

Es handelt von den Alltäglichkeiten eines Linzers, der sich 2010 entschlossen hat, seinen Lebensmittelpunkt von Linz nach Ägypten zu verlegen:
Im Original vom 12.6.2010:

Warum und Weshalb?

Warum kommt man auf so eine blöde Idee, seine Familie, seine Freunde, einen tollen Job, eine wunderschöne Wohnung und und und….
aufzugeben und in ein „Entwicklungsland“ wie Ägypten zu gehen?

Es gibt mehrere Antworten.

Ich habe durch meine zahlreichen Reisen (nicht nur Urlaube) viele Eindrücke aus vielen Ländern dieser Erde erhalten.
Ich habe mich jedesmal gefreut, wenn ich am Ende einer Reise wieder zu Hause gelandet bin –
aber: diese Freude, wieder in Österreich zu sein, ist von mal zu mal weniger geworden.
Ich hab schon immer davon geträumt, längere Zeit irgendwo ausserhalb Österreichs zu leben.
Ich bin Single, habe keine Kinder d.h. ich bin unabhängig und daher nur für mich selbst verantwortlich.
Ich hab dieses Angebot nicht ausschlagen können. Ich habe einige Wochen ganz intensiv positive und negative Seiten einer Auswanderung überlegt
und hab mich danach entschlossen, das Angebot von http://www.silvias-buggyservice.de/ anzunehmen.
Es ist daher keine Flucht aus Österreich, es ist nicht die Abenteuerlust, es ist gut überlegt – kurzum – es ist die Erfüllung eines Lebenstraumes!

„Gestolpert“ bin ich erstmals über diesen Blog, als ich nach Alternativen zur offiziellen Berichterstattung über den „Arabischen Frühling“ in Ägypten gesucht habe.
Es war m.E. sehr hilfreich eine authentische Stimme lesen zu können, was sich damals außerhalb von Cairo ereignet hat.
Bis heute finde ich es aber immer wieder interessant über die kleinen Alltäglichkeiten und Schicksalsschläge zu lesen und kann diesen Blog nur wärmstens empfehlen.
Meine eigenen Erfahrungen in diesem Land liegen schon Jahrzehnte zurück, aber vieles, so scheint mir, hat sich seit damals nicht geändert, wenn ich von den aktuellen Problemen
mit den lokalen Handwerkern und der Wasserversorgung lese …..

Bildnachweis: maps.google.com

Written by medicus58

15. August 2012 at 09:19

Veröffentlicht in Allgemein

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Heute mache ich es mir leicht

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So einfach,
wie das Geld der Steuerzahler dafür zu verwenden, sich eine Öffentlichkeit zu kaufen, die man für seine Leistungen nicht erhalten würde,
so einfach ist es auf seinem Blog andere Texte abzuschreiben.
Da ich aber schon so oft über die unerträgliche Inseratenkampagne einiger Politiker geschrieben habe:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=44479
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=49948
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=54502
erlaube ich mir auf den – jetzt wieder sehr aktuell gewordenen- Blogeintrag:
http://www.dietiwag.org/index.php?id=3830 vom 2.11.2011 (!!)
zu verweisen, der die Parallelen zwischen Faymann und Platter wunderschon dokumentiert hat.

Written by medicus58

29. März 2012 at 07:28

Veröffentlicht in Satanswinkel SKANDALTRACKER

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14.8.2011: Natürlich kann mein Foto

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der köstlichen Beobachtung auf: http://denkmoment.meinblog.at/?blogId=40208 nicht das Wasser reichen, aber zum Thema „kann uns der Supermarkt zu denken geben“ reicht es hoffentlich.

Samstag vor einer Woche: Billa im Gerngross, Wien Mariahilf

Seit Jahren wird dort mit einer scheinbaren Videothek der Eindruck erweckt, hier gäbe es, abseits des Wein-Mainstream im Regal, die wirklich edlen Tropfen.

Ich weiß ja nicht, wie die Maresi dort ins Weinkisterln gekommen ist. Ob ein Blick ins Börserl dem eiligen Einkäufer signalisierte, dass sich dieser Einkauf nun nimmer ausgeht, ob es ein Schelm der Anonymen Alkoholiker war, oder es die Rache eines Mitarbeiters für die schlechte Bezahlung war, einerlei: unter den „Reservas“, war sie thematisch nichteinmal so fehlgereiht. Der Eindruck der Luxusware Wein war weg, mir zauberte es ein Lächeln ins Gesicht und mein Blog für heute war gerettet ….

Written by medicus58

24. Februar 2012 at 18:38

Veröffentlicht in Rückblick

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17.6.2011: Gott sei Dank Google

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Als ich so in ein paar blogs geschmöckert habe (nicht hier auf „meinblog“ sondern auf einem anderen Server), da stolperte ich über diese Google Anzeigen.

Die Werbeeinschaltungen sind in der Regel vom Kontext abhängig. Da es in dem Beitrag um Zionismus und Antisemitismus ging, sind die ersten beiden Einschaltung ja irgendwie erklärlich.

Den Konnex zur dritten Anzeige möchte ich gar nicht hinterfragen.

Und das Institut gibt’s wirklich als „Medizinisches Versorgungszentrum München„, also wer’s braucht ….

Da lobe ich mir doch dieses Portal …

Über ähnliche unfreiwillige Komik der kontextsensitiven Werbung vergleiche auch: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32139

Written by medicus58

24. Februar 2012 at 18:36

Natürlich kann mein Foto

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der köstlichen Beobachtung auf: http://denkmoment.meinblog.at/?blogId=40208 nicht das Wasser reichen, aber zum Thema „kann uns der Supermarkt zu denken geben“ reicht es hoffentlich.

Samstag vor einer Woche: Billa im Gerngross, Wien Mariahilf

Seit Jahren wird dort mit einer scheinbaren Videothek der Eindruck erweckt, hier gäbe es, abseits des Wein-Mainstream im Regal, die wirklich edlen Tropfen.

Ich weiß ja nicht, wie die Maresi dort ins Weinkisterln gekommen ist. Ob ein Blick ins Börserl dem eiligen Einkäufer signalisierte, dass sich dieser Einkauf nun nimmer ausgeht, ob es ein Schelm der Anonymen Alkoholiker war, oder es die Rache eines Mitarbeiters für die schlechte Bezahlung war, einerlei: 
unter den „Reservas“, war sie thematisch nichteinmal so fehlgereiht.
 
Der Eindruck der Luxusware Wein war weg, mir zauberte es ein Lächeln ins Gesicht und mein Blog für heute war gerettet ….

Written by medicus58

15. Februar 2012 at 09:30

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