Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for September 2015

Bei Vassilakou gingen die letzten Lichter aus

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Gedenkstätte

Als ich als langjähriger Grünwähler begonnen habe meiner Enttäuschung Luft zu machen, wie geschmeidig sich die Wiener Grünen an das politische Selbstverständnis der Wiener SPÖ angepasst haben, zeigte ich in meinem Beitrag (Nov/2012) Vassilakou untergräbt Glaubwürdigkeit der Grünen (http://wp.me/p1kfuX-vN) einen eigenartigen Werbeauftritt der Vizebürgermeisterin in der Passage der U2/U3 Station Volkstheater, wo die Verkehrsstadträtin in einem multimedialen “Plakat” mit zwei Flachbildschirmen und 24h Endlosvideo den Vorbeieilenden mitteilt, dass 2011 der größte Teil des innerstädtischen Verkehrs in Wien auf die Öffis entfiel, auch wenn eigentlich für das Radfahren geworben werden sollte.

Vor einigen Monaten war der eine Schirm bereits ausgefallen und die Bilder der fröhlichen Radfahrer entfielen ersatzlos, was offensichtlich die Betreiber kalt ließ, so wichtig war ihnen diese Berieselungskapelle.

Nun ist auch seit einigen Wochen der zweite, verbliebenen Bildschirm ausgefallen, was nicht einmal den Radfahrbeauftragten Martin Blum (http://derstandard.at/1381371977232/Wiener-Radbeauftragter-praesentierte-falsche-Zahlen) mehr zu interessieren scheint.

Gewiss, eine Marginalie, aber für mich ein trauriges Beispiel für den geistlosen Aktivismus der Wiener Grünen, die die einzigartige Chance verpasst haben, den roten Rathausfilz etwas zu konterkarieren.

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Written by medicus58

30. September 2015 at 18:47

Veröffentlicht in Satanswinkel SKANDALTRACKER

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F wie Fremdenhass?

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draht

 

Die Blue Meanies (https://en.wikipedia.org/wiki/Blue_Meanies_(Yellow_Submarine)) der FPÖ verdoppelten am Sonntag in Oberösterreich ihren Stimmenanteil und werden mit großer Wahrscheinlichkeit Ähnliches auch in Wien „schaffen“.

SPÖVP, Grün und die Meinungsforschung haben seit Jahren ein und dieselbe Erklärung parat und die scheint angesichts der aktuellen Wanderungsbewegungen durch Mitteleuropa auch plausibel:

Wähler sind verunsichert, aufgehetzt und lehnen Ausländer ab,
deshalb wählen Sie die Partei, die seit Jahrzehnten
„Ausländer raus“ brüllt.

Der Standard: Flüchtlingsthema dominierte klar
http://derstandard.at/2000022863113/Fluechtlingsthema-dominierte-klar

Die Presse: OÖ-Wahl: Flüchtlingskrise wichtigstes Wahlmotiv
http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4830427/OOWahl_Fluchtlingskrise-wichtigstes-Wahlmotiv?

Tiroler Tageszeitung: Flüchtlinge brachten FPÖ Sieg bei der Oberösterreich-Wahl
http://www.tt.com/home/10564105-91/fl%C3%BCchtlinge-brachten-fp%C3%B6-sieg-bei-der-ober%C3%B6sterreich-wahl.csp

Bayrischer Rundfunk: FPÖ punktet mit Stimmung gegen Flüchtlinge
http://www.br.de/nachrichten/wahlen-oberoesterreich-landtag-100.html

EuroNews: Migrants a ‘key factor’ as far-right makes gains in Austria election
http://www.euronews.com/2015/09/27/migrants-a-key-factor-as-far-right-makes-gains-in-austria/ 

Mich wundert nur, weshalb niemand die Überlegung anstellt, ob nicht Regierungen dafür abgestraft werden, weil sie die (von Populisten) aufgezeigten Probleme nicht wirklich angegangen sind und nicht, weil sie sich der populistischen Lösungsstrategie (Zäune, Polizei, Militär, Zurückschießen, …) verweigern.

Dass kein Staat durch viele Wochen jeden Tag Quartiere für zusätzlich Tausende Asylwerber schaffen kann, leuchtet sicher auch dem Wähler ein, aber Google findet Dutzende Belege für die fehlende Lösungskompetenz der Regierenden ehe das Problem die heutigen Dimensionen angenommen hat.

z.B. aus 2012:
Erstaufnahmezentrum Traiskirchen überfüllt, Mikl-Leitner bittet Länder um Hilfe  http://derstandard.at/1342139589262/Erstaufnahmezentrum-Traiskirchen-ueberfuellt-Mikl-Leitner-bittet-Laender-um-Hilfe

Was ist, wenn sich mancher oberösterreichische Wähler die Frage gestellt hat, ob auch ihn seine Regierung im Katastrophenfall auf der Straße leben hätte lassen, wenn er und 20.000-30.000 andere Oberösterreicher plötzlich ihre Wohnungen oder Häuser verlassen hätten müssen (siehe Katastrophenpläne, grenznahe AKWs, Umweltkatastrophen, Grundwasserbelastungen, …), weil offenkundig auch für diesen Fall keine politische Lösungskompetenz existiert? Dem Feldbett ist es einerlei, wer drinnen liegt.

Vielleicht macht den Wähler gar nicht primär „der Syrer“ oder „der Afghane“ Angst sondern die Tatsache, dass Staatsgrenzen und Rechtsstaatlichkeit mit einfachem Schuhwerk niedergetrampelt werden können, für deren Schutz man sich schließlich – für viel Geld Landesregierungen, Bundesregierungen oder supranationale Organisationen hält. Vielleicht dämmert es dem Wähler, dass es den Regierenden bzw. ihren Lobbyisten in Europa nur wichtig war, dass sich das Kapital aussuchen kann, wohin es geht und die „Freizügigkeit“ der Bürger eher ein Kollateralschaden war. Da man zwar Glühlampen aber nicht Sozialsysteme standardisiert hat, wundert es auch nicht, dass Asylwerber dorthin gehen, wo die Sozialhilfen am höchsten sind.

Kurz, vielleicht wählt der Wähler einfach die Regierungen ab, die es nachweislich nicht einmal ernsthaft versucht haben ihren ureigensten Aufgaben (Rechtsstaatlichkeit, Gesundheitssystem, Bildungssystem) nachzukommen; auch und obwohl er von den Alternativen, wie der Zahntechniker-Partei, gar nicht so überzeugt ist.

Erst wenn die an der Macht befindlichen Politiker dazu stehen, dass sie abgewählt werden,
WEIL SIE Fehler gemacht haben,
weil sie Argumente durch Macht ersetzt haben,
weil sie Menschen anbrüllen, bedrohen und mit Hinauswurf bedrohen,
weil sie stadt- und staatsnahe Einrichtungen als Pfründe für Freunde und nicht als Dienstleistungseinrichtungen betreiben,
weil ihre Finanzskandale uns in Summe auch nicht viel billiger als die HypoAA kommen,…

nicht weil der Wähler
unaufgeklärt,
stumpf,
rechtsradikal,
islamophob und
xenophob ist,
dann bestünde Hoffnung auf eine wirkliche Alternative. 

Written by medicus58

28. September 2015 at 07:20

Life is what happens to you while you’re busy making other plans: John Lennon

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Auction

Mit Schrecken musste ich erkennnen, dass ich es bisher verabsäumt habe, einen der für mich wichtigsten Künstler hier ins Herrgottswinkerl zu stellen.
Am 9. Oktober wäre er 75 Jahre alt geworden, wäre er nicht am 8.12.1980 auf offener Straße von Mark David Chapman erschossen worden. Nur was kann man über John Lennon noch Positives (und Negatives) sagen, was nicht schon dutzendfach von anderen publiziert wurde …

Aufgefallen ist mir mein Versäumnis, als ich über eine Zeitungsnotiz stolperte, die die Auktion von Fotografien ankündigte, die während Lennons letztem Radiointerview, zwei Tage vor seiner Ermordung entstanden waren. http://www.theguardian.com/music/gallery/2015/sep/23/john-lennon-final-interview-photographs-auction

Das Interview findet man hier: https://www.youtube.com/watch?v=aaTy3kSxyoo

Die Fotos wurden vom BBC Producer und Fotografen Paul Williams angefertigt, während John undYoko von Andy Peebles für die BBC interviewt wurden.

Andere Quellen geben zwar zu, dass es sich natürlich nicht um die letzten Fotos Lennons handelt, schließlich fotografierte Annie Leibowitz noch am 8.12. das berühmte Foto der beiden für das Cover des Rolling Stone, das erst posthum veröffentlicht wurde (https://www.youtube.com/watch?v=RDVQiVKNqDI) und kennen wir noch das Foto, das Lennon zeigt, als er seinem späteren Mörder ein Autogramm schrieb (http://rarehistoricalphotos.com/john-lennon-signs-autograph-mark-chapman-murderer-december-8-1980/).

Aber egal, laut The Guardian bietet das Auktionshaus  Nate D. Sanders Auctions die bisher unbekannten Fotos des letzten Interviews an, und das kling schon nach einer kleinen Sensation.
Lot #14:
John Lennon & Yoko Ono Lot of 33 Negatives From „The Final Interview“ — Unpublished Photos Taken 2 Days Before His Death at an Interview at the Hit Factory in New York — With Copyright http://natedsanders.com/John_Lennon___Yoko_Ono_Lot_of_33_Negatives_From__T-LOT39926.aspx

Aber entspannen Sie sich, die Möglichkeit online mitzubieten, endete gestern! Lennon und Yoko waren damals medial hoch aktiv, um  das gerade erschienen Double Fantasy Album zu  promoten und gaben viele Interviews (http://www.huffingtonpost.com/entry/john-lennon-photos_5602f4bce4b00310edf9bb89) und
Oooopppps, Google führt uns zum wirklich letzten Interview mit John und Yok0, in dem Sie von Dave Sholin und Laurie Kaye befragt wurden!
 http://www.beatlesarchive.net/john-lennons-last-interview-december-8-1980.html  ?

 

Fassen wir also zusammen, Sie hätten bis gestern noch Fotos ersteigern können, die während eines Interviews entstanden sind, das NICHT das“Final Interview“ war und auch NICHT die letzten Fotos waren, die vor seiner Ermordung entstanden sind

Gut, jetzt habe ich doch noch etwas über John Lennon schreiben können, aber John Winston Lennon soll das letzte Wort behalten.
Von all den genialen Zeilen, die er in seinem Leben gedichtet hat, soll es diese prophetische Zeile aus seinem letzten Album (Double Fantasy) sei:

Before you cross the street
Take my hand
Life is what happens to you
While you’re busy making other plans

aus Beautiful Boy: https://youtu.be/XO2v7qZClbw

Written by medicus58

25. September 2015 at 18:29

Wien 2015: Wählen wir eigentlich Wehsely?

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Wes
Kann sein, dass das lauter werdende Knistern im Zeitungswald Zufall ist, aber bemerkenswert ist es schon:

Am 27.August schrieb der Standard die Wiener SPÖ Stadträtin Wehsely ansatzlos zur roten Nachwuchs-(!)hoffnung  hoch (http://derstandard.at/2000020734637/Sonja-Wehsely-Die-mit-den-Aerzten-kaempft):
Sonja Wehsely, 45, seit ihrem 14. Lebensjahr politischer Vollprofi, legt diesen rhetorischen Köder natürlich bewusst aus. Die Wiener „amtsführende Stadträtin für Gesundheit und Soziales“ ist keine schlechte Rednerin.

Und zitiert auch völlig unkritisch die Behauptung der Patientenanwältin Pilz (Sigrid Pilz: Von Traumjobs kann man nie genug kriegen http://wp.me/p1kfuX-wh) mit den anerkennenden Worten, dass Wehselyden KAV gut im Griff“ hätte,
was Insider – und nicht nur die bösen Ärzte – augenblicklich doch etwas differenzierter sehen würden (5. September – CARE Revolution Wien ruft zur Demonstration auf http://wp.me/p1kfuX-11G).

In der aktuellen Ausgabe des Falters (S. 14 39/15), schiebt Barbara Toth einen weiteren Jubelartikel nach und betitelt die 45-jährige Nachwuchshoffnung gleich einmal als Frau Bürgermeister?

Beide Artikel erwähnen eher überraschend die jüdischen Wurzeln der Großeltern väterlicherseits und deren Flucht Ende der 30-Jahre, ein Faktum, das die in Eigen-PR (https://www.sonja-wehsely.at/) nicht gerade untätigen Politikerin bislang noch nicht breitgetreten hat.
Beide Artikel loben Ihr Spitals- und Pflegekonzept 2030 und bejubeln, dass sie es gegen alle Warnungen (gegen die Ärzte) durchboxte, als wäre Beratungsresistenz ein anbetungswürdiges Charakteristikum eines Politikers.

Halten Sie mich für einen unverbesserlichen Paranoiker, aber zwei über weite Strecken inhaltsidente Politikerporträts knapp vor einer Wahl entstehen kaum spontan.

Dass Bürgermeister Häupl sein Versprechen wahr machen wird auch nach der Wahl im Amt zu bleiben, nehmen ihm die Wähler ohnehin nicht mehr ab (http://www.vienna.at/bleibt-haeupl-buergermeister/4458172), so dass die Suche nach einem Konkursverwalter des kommenden Wahlergebnisses nicht sehr verwundert. Bizarr ist aber allemal, dass auch Andreas Schieder, Wehselys Lebensgefährte (Meet SPÖs First Couple http://wp.me/p1kfuX-Jl) an anderen Bassenas und Waschtrögen als kommender Bürgermeister gehandelt wird und dies ein eigenartiges Licht auf den Genpool der Wiener SPÖ wirft, aber egal.

Erschreckend ist meines Erachtens jedoch, wie zwei der noch etwas qualitativeren Medien des Landes eine Erfolgsbilanz herbeijubeln, die für mich nur sehr schwer nachvollziehbar ist:

Wehsely war (gemeinsam mit dem OÖ LH Pühringer) sicher für große Teile der letzten österreichweiten Gesundheitsreform verantwortlich.

Die als Erfolg zu bezeichnen erscheint mir kühn. Bislang ist das alles ein überbürokratisierter Papiertiger ohne konkrete Verbesserungen in der täglichen Praxis.
Die Operette mit den Primärversorgungszentren, die nicht einmal über das Pilotstadium hinausgekommen sind, aber sofort gesetzlich verankert werden sollen (PHC: Für wie blöd halten uns die eigentlich? http://wp.me/p1kfuX-11t) ist da nur ein Mosaiksteinchen.
Potemkinsche Spitäler (http://wp.me/p1kfuX-n8),
eingeschränkte fachärztliche Versorgung, reduzierte, dislozierte Organisationsformen,  (Alter Wein in Englischen Schläuchen: AGB der Gesundheitsreform müssen her http://wp.me/p1kfuX-D7) entpuppen sich als
Downsizing der medizinischen Qualität und Rationierung.

und das Presseecho ist auch nicht gerade euphorisch:

Übervolle Ambulanzen, „Mystery Shopping“, teure Kuren. Der KURIER beantwortet die drängendsten Fragen.
http://kurier.at/politik/inland/gesundheitsreform-das-sind-die-baustellen-im-gesundheitswesen/147.006.271
Mit Trippelschritten zur Gesundheitsreform
http://derstandard.at/2000020820383/Mit-Trippelschritten-zur-Gesundheitsreform
Doch auch als Wiener Gesundheitsstadrätin hat die Nachwuchshoffnung gezeigt, wohin mit ihr der Hase in den Pfeffer läuft:

Was im Spitalskonzept 2030 als Zentrumsbildung verkauft wurde, stellt sich als reines Runterfahren und Aushöhlen heraus:
Dass die alten, kleineren Spitäler wie das Kaiserin Elisabeth Spital geschlossen wurden hätte zumindest wirtschaftlich gewissen Sinn gemacht, hätte man nicht kurz vorher noch Millionen in deren Renovierung (z.B. in moderne Operationssääle) gepulvert,
aber das Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration ( http://wp.me/p1kfuX-K9 ) begnügte sich nicht damit, neben dem AKH 6 Schwerpunktspitäler (Wilhelminen, KFJ, Hietzing, KFJ, SMZO) zu belassen, die jedes für sich die wesentlichen medizinischen Leistungen anbieten kann, sondern die Wiener Spitalslandschaft wird auf 3 Schwerpunktkrankenhäuser eingedampft, wo nur mehr ein Spitalspärchen (WIL/Hietzing, KFJ/RUD, SMZO/Nord) gemeinsam die Kriterien eines Schwerpunktspitals erfüllt, da in allen Spitälern Abteilungen ersatzlos geschlossen werden.
Wenn der Unfallchirurg vielleicht einen operativ versierten Augenarzt benötigt, egal.
Dermatologie? Genügt eine für ganz Wien.
Schilddrüsenuntersuchungen? Stellen Sie sich auf einige Monate Wartezeit ein.
Urologie
, vielleicht noch zwei?
Doppelprimariate wie die HNO mit nur einem Zweck, nämlich die eine Abteilung zu schließen.
Drei Onkologien für ganz Wien, recht auch.
Wozu braucht eine Kardiologie einen Herzkatheter?
Das Nord ist noch nicht eröffnet, aber man weiß schon, dass man nach ein paar Jahren die frisch eingezogenen Abteilungen wieder absiedeln wird!
Abteilungen werden kreuz und quer verschoben, die Projektpapiere des letzten Monats sind heute bestenfalls als Lachnummer geeignet, so überhaupt noch irgendwas schriftlich zu Gesicht bekommt.

Natürlich hat man davon bei der Präsentation des 2030-er Konzeptes von der Stadträtin nichts gehört. Ich befürchte, dass sie es zu dem damaligen Zeitpunkt nicht einmal selbst gewusst hat, vermutlich hat es sie auch nicht interessiert.

Und natürlich braucht der Norden Wiens ein Schwerpunktspital, aber die bisherige Baugeschichte des KH Nord als Erfolgsgeschichte zu verkaufen, fällt auch der Rathaus-PR-Maschine schwer (Nordlichter, weshalb der Stadt für Ärzte und Pflege kein Geld mehr bleibt http://wp.me/p1kfuX-X3).

Aber natürlich hat das Stadträtin Wehsely nicht allein geschafft. Seit Jahren umgibt sie sich mit unzähligen Beratern, die das öffentliche Krankenhaussystem sturmreif reformieren:

Dr. Ebner – Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem http://wp.me/p1kfuX-xw
Nach dem Köck auch den Bock zum Gärtner ... http://wp.me/p1kfuX-cy
Wer macht da den Köck zum Gärtner? http://wp.me/p1kfuX-cs
Was der KAV vom Billa lernen kann oder Je suis IFES http://wp.me/p1kfuX-10X

Wird der KAV privatisiert? Ein Indizienprozess bei dem wir baden gehen. http://wp.me/p1kfuX-Y2

Wohin der politische Auf- oder Gegenwind Sonja Wehsely auch hinwehen wird, im Gesundheitssystem hat sie gezeigt, worauf es ihr ankommt. Wenn alle politischen Stricke reißen, wird sich schon irgendjemand dankbar erweisen, für die eröffneteten Geschäftsfelder.
Beängstigend, wenn das Standard und Falter dem Wähler vernebeln.

I had a Dream: KAV for Sale http://wp.me/p1kfuX-L1

Written by medicus58

23. September 2015 at 18:03

Ärzte ordinieren in den Spitälern: Konzept soll Ende 2015 vorliegen

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Quelle: Ärzte ordinieren in den Spitälern: Konzept soll Ende 2015 vorliegen

Dieses Modell wird IMHO sicher österreichweit kommen und hat vielleicht auch seine positiven Seiten (Ärzte kümmern sich um Medizin und nicht um Infrastruktur), aber die Vermutung liegt nahe, dass es in Wirklichkeit wieder nur darum geht kostengünstige Systemerhalter ins Spital zu kriegen. Der Arzt als freier Beruf hat aber dann ausgedient und das sollte auch rechtliche Konsequenzen haben:

Keine teure Zwangsmitgliedschaft in einer eigenen Kammer
Kein Wohlfahrtsfond
Volle Haftpflicht durch den Dienstgeber
Volle Übernahme der Fortbildungsverpflichtungen durch den Dienstgeber
… etc., etc.

Die Nachteile eines freien Berufes zum Preis eines Fließbandarbeiters wird den Jungen kaum schmecken …

 

 

Written by medicus58

22. September 2015 at 16:57

Veröffentlicht in Allgemein

Gewerkschaft klagt Gewerkschaft, gut so …

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Shutdown

Wir haben uns hier schon öfters damit beschäftigt, wie wenig sich die Gewerkschaft der Wiener Gemeindebediensteten als Vertretung der angestellten Ärzte versteht.

Dem Wiener Gesundheitssystem droht der Kollaps
http://wp.me/p1kfuX-11T
Ärztearbeitszeiten oder die Welt des ÖGB http://wp.me/p1kfuX-Z7
Pflegeausbildung: Gewerkschaft kritisiert Ärztekammer http://wp.me/p1kfuX-11e
Da ist irgendwo der Hund drinnen, Herr Minister Hundstorfer! http://wp.me/p1kfuX-UX

Konsequenterweise entstand Asklepios, eine eigene Gewerkschaft für angestellte Ärzte (https://www.aerztegewerkschaft.at/ ).

Als die Wiener Gesundheitsstadtätin Wehsely ihr Dienstzeitmodell, das übrigens augenblicklich spektakulär crasht, gegen die angestellten Ärzte, gegen die Kurie der angestellten Ärzte in der Ärztekammer und natürlich auch gegen Asklepios  durchboxte, hatte sie nur die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten auf ihrer Seite.
Scheinbar klar, dass der eine Konkurrenz-Gewerkschaft nicht ins Konzept passte und die frischgebackene HGII Gewerkschaftsvorsitzende Jonak  sich und die Fakten völlig ausblendete, als sie verkündete:
Fest steht jedenfalls, dass es sich bei diesem Privatverein (Asklepios, Anm.) um keine Ärztegewerkschaft handelt.“
Eigentlich sollte sie es besser wissen, dass schließlich auch der ÖGB von seiner Rechtsform ein Verein ist, aber was soll’s, die Konkurrenz musste madig gemacht werden.

Nun schlägt Asklepios zurück und klagt den ÖGB, als Mutter der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten auf Ehrenbeleidigung und Kreditschädigung.
http://diepresse.com/home/panorama/wien/4826310/Gesundheit_Aerztegewerkschaft-klagt-OGB-?

Ein allfälliger Prozess wird interessant, weil er vielleicht aufdeckt, auf welcher weichen Rechtsgrundlage so mancher scheinbar mächtiger Player sein politisches Spiel solange spielt bis er ernsthaft hinterfragt wird.

Eigentlich hätte es der ÖGB ja ohnehin schon wissen können, dass er nur dort mitreden darf, wo es den politisch Mächtigen passt.

Zur Jahrtausendwende demonstrierte Blau-Schwarz sehr eindrücklich, dass der Gewerkschaftsbund (nicht zuletzt, da er sich durch eigene Fehler sinnlos schächte (Konsum, Bawag, …) ganz einfach negiert werden kann.
Kanzler Gusenbauer, der Gewerkschafter aus dem Nationalrat verbannen wollte, konnten die „Kollegen“ los kriegen (http://www.profil.at/home/alfred-gusenbauer-spitzen-gewerkschafter-144642 ), aber nur weil er einer der ihren war.

Wären die „Berufsgewerkschafter“ nicht so sehr ihrem selbst referentiellen Traumland verhaftet und mit der eigenen Politkarriere befasst, würden sie erkennen, dass ihre wahre Bedrohung nicht in einer entstehenden Teilgewerkschaft liegt, sondern die Abwanderung der einzigen, die einer Gewerkschaft wirklich Macht gewähren können: Mitglieder, so lange diese sich wirksam vertreten fühlen und dafür auch auf die Straße gehen.

 

Written by medicus58

21. September 2015 at 22:40

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Dem Wiener Gesundheitssystem droht der Kollaps

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Wien kämpft Wahl,
aber dieser hier zitierte Ausspruch kommt nicht von der „revolutionstrunkenen“ blauen Opposition sondern aus der SPÖ-dominierten HGII der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten und aus 2011. Der Folder lässt sich augenblicklich noch immer auf deren Server finden (http://www.hg2.at/files/262/) wie lange noch, hängt vermutlich davon ab, wie viele Rote diesen Blog lesen.

Damals erhob die Gewerkschaft die Streikbereitschaft ihrer Mitglieder, und Kurt Felber, Personalvertreter aus dem Donauspital – Sozialmedizinisches Zentrum Ost wurde zitiert:
„Ich denke, dass alle Bediensteten die Protest-Befragung nutzen werden.
Der nicht endende Kürzungswahn und die damit einhergehenden Gefahren für Belegschaft und Patienten lassen gar nichts anderes zu“.

Als sich im Frühsommer 2015 die Mehrheit der KAV Ärzte für einen Streik aussprach, weil sich all das, was die Gewerkschaft noch 2011 vollmundig kritisiert hat, fortgesetzt und verschlimmert hat, machten die Kollegen rasch Mauer und man hörte:

Ein Streik im Gesundheitsbereich kommt für die Gewerkschaft nicht in Frage
Ärztearbeitszeiten oder die Welt des ÖGB (http://wp.me/p1kfuX-Z7Genossen )

Schweigen sogar im ureigensten Bereich der Gewerkschaft, dass es kaum wo die seit Juli (!) notwendigen Vereinbarungen mit der Personalvertretungen zum neuen Arbeitszeitmodell gibt …

Wien kämpft Wahl,
und da wird notfalls geknebelt, gedroht und mit Klage gedroht, um den scheinbaren Glanz des Potemkinsche Spitalssystems dem Wähler noch eine Regierungsperiode vorzuspielen:

Die Potemkinschen Spitäler
http://wp.me/p1kfuX-n8
Nun gibt die Politik die Potemkinschen Spitäler langsam zu, schiebt aber Verantwortung auf Ärzte http://wp.me/p1kfuX-Br

Im Hintergrund entpuppt sich das Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration“ (http://wp.me/p1kfuX-K9) als reiner Kahlschlag mit Abteilungsschließungen, Personal- und Leistungsreduktion.

Der letzte große Coup, das neue Dienstzeitmodell, von dem (Noch?-)Stadträtin Wehsely und (Noch?-)Generaldirektor Janßen unermüdlich trommelten, dass es
zu mehr Tagespräsenz und ausgeweiteter Leistungsbereitschaft untertags führen wird, hat sich offenbar zum Megabauchfleck entwickelt.

Die Überstunden explodierten,
die Kosten sind höher als angenommen,
die Tagespräsenz ist zum Teil geringer als vorher,weil das System so unflexibel ist, dass arbeitswillige und arbeitsfähige Ärzte in den Zwangsurlaub geschickt werden müssen, um den Vorgaben zu folgen und allein die Diensteinteilung mehr als doppelt so lange dauert als bisher, weil vernünftige Softwaretools erst für 2016 angekündigt sind.

Verkürzt kann man sagen, dort wo arbeitstäglich mehr Ärzte anwesend sind, beschäftigen sie sich mit der Diensteinteilung und allen Fallstricken und nicht mit der Patientenversorgung, bravo!

Und wie reagieren die Verantwortliche?
Erkennen Sie, dass all die Berechnungen ihrer teuer eingekauften Beraterfirmen falsch waren, was ihnen übrigens mehrfach vorausgesagt wurde?

Natürlich nicht.

Dass ich in den Kollaps laufe,
wenn ich gleichzeitig eine Studienreform, eine Spitalsreform, eine Dienstrechtsreform und eine Reform der postpromotionellen Ausbildung ausrolle,
die jungen Ärzte durch eine miserable Ausbildung und unklare Zukunftsaussichten und die älteren Ärzte durch unerträgliche Arbeitsbedingungen (Oberärzte schlafen eh nur im Nachtdienst) verjage und
ein Dienstzeitmodell austüftle, dessen erste Prämisse ist die ärztliche Arbeitsleistung weiterhin so billig wie möglich zu bekommen und deshalb wahlweise in Arbeitsstunden, Arbeitstagen und Durchrechnungszeiträumen rechne,
leuchtet nicht zuletzt dem sprichwörtlichen Milchmädchen ein.

Wien kämpft Wahl

Nach außen wird gemauert und wie wild Inserate geschaltet, nach innen hört man nur Gebrüll aus dem Stadträtinnenbüro, vernimmt unverhohlene Drohungen vom Generaldirektor, wenn man ihn auf diese inneren Widersprüche aufmerksam macht und hat an der Basis völlig den Überblick verloren, wie viele Labors, Bettenstationen und Fächer im KAV geschlossen werden. Weisungen werden mündlich mitgeteilt, weil man weiß ja nicht, ob und wer letztendlich dazu stehen muss.

Es werden fieberhaft Schuldige für das eigene Managementersagen gesucht, weil es natürlich ein Organisationsversagen Nachgeordneter darstellt,
wenn sich zwar die gesetzlich maximal mögliche Ärztearbeitszeit von 72h auf 48h reduziert,
freiwerdende Stellen von der Zentrale nicht nachbesetzt werden,
Diensträder gestrichen werden,
die versprochenen flankierenden Maßnahmen (PHCs, Notaufnahmen, ….) Hirngespinste bleiben,
und die bisherige Leistungen nicht mehr erbracht werden können.

Schuld sind die Soldaten, niemals die Generäle.

Wer zum chaotischen Rückzug nicht Frontbegradigung, pardon Schwerpunktbildung, sagt, der baumelt.

PS: Ich habe hier kürzlich einen Schulterschluss zwischen Ärzten und einer neuen Vertretung der Pflege verlangt und darf nun vermelden, dass genau das Asklepios plant:

Wir planen daher mit CareRevolution unter dem Motto „Gemeinsam für Transparenz und Mitbestimmung, bessere Arbeitsbedingungen, mehr Personal sowiegerechte Löhne“ eine gemeinsame Demonstration von Ärzten und Pflege am 5.10. 2015 16 Uhr (Treffpunkt MQ) um auf die Auswirkungen der aktuellen Veränderungen im Gesundheitswesen aufmerksam zu machen.

Written by medicus58

16. September 2015 at 18:54

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