Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for August 2017

Häupl wird gehen, na und?

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Der Blätterwald rauscht, die SPÖ Kampagne zur Nationalratswahl strauchelt, der Wiener Bürgermeister hat am 26.8.2017 der APA mitgeteilt, dass er Ende Jänner 2018, also in 5 Monaten als Wiener SPÖ Chef zurücktreten wird, bald danach auch als Bürgermeister.
Überraschend kam das nicht, schließlich hat er schon im April verkündet, dass er spätestens drei Monate nach der Nationalratswahl die Ämter des SPÖ-Vorsitzenden und Bürgermeisters übergeben will.

Ja, so macht man es, rechtzeitige Ankündigung, Rücktritt erst nachdem ein Nachfolger, eine Nachfolgerin gefunden wurde
(sich durchgeboxt hat, überlebt hat, ….).
Ist einem das Schiff wichtig, dann lässt man es nicht führungslos, schließlich müssen doch täglich wichtige Entscheidungen getroffen werden, Weichen gestellt, Posten besetzt und Aufträge vergeben werden. Ist für all das kein Generaldirektor notwendig, kann man den Posten ja gleich einsparen.

Bemerkenswert, wenn diese Strategie andernorts in dieser Stadt nicht so gefahren wird.

Am 20.3.2017 trennte sich die Stadt vom Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes.

5 Monate, 1 Woche, 3 Tage bzw. 163 Tage oder 23 Wochen, 2 Tage später (heute ist der 29.8.2017) wurde die vakante Position noch nicht einmal ausgeschrieben!

Gesundheit ist unsere Stärke verspricht der KAV auf seiner Homepage, vorausschauende Führung scheint da weniger erforderlich, für eine der mit elf Spitälern, drei Geriatriezentren (und dem Sozialtherapeutischen Zentrum Ybbs) sowie acht Pflegewohnhäusern (KAV) größten Gesund­heitsein­richtungen in Europa. 

Kennen Sie einen Großkonzern der Welt, der es sich leisten konnte so lange ohne Führung zu sein?
oder will ohnehin niemand, dass der KAV geführt wird sondern ausschließlich Befehle ausführt?

Würden diese aber statutengemäß aus dem Gemeinderat kommen, dann ist das Zögern auch wieder unverständlich, denn wir haben einen gewählten Gemeinderat, der die Ausschreibung doch fordern könnte!
Wir haben auch eine zuständige Stadträtin, die doch ein großes Interesse haben sollte, den Posten zu besetzen, dessen wesentliche Aufgabe die Kommunikation mit der amtsführenden Stadträtin der Geschäftsgruppe für Soziales, Gesundheit und Frauen, der Magistratsdirektion und anderen Dienststellen des Magistrates ist, um im Rahmen dieser Zusammenarbeit allgemeine Strategien, Rahmenbedingungen und Richtlinien für den KAV zu erarbeiten und umzusetzen.

All die am Papier maßgeblichen Stellen sollten eigentlich arbeitsfähig sein und ein großes Interesse an einer raschen Nachbesetzung des Generaldirektorpostens im KAV haben. Es sei denn, der KAV würde als Vorfeldorganisation der Wiener SPÖ betrachten werden, dann macht es wiederum Sinn abzuwarten, wie das Spiel dort ausgeht ….

sieht das sonst niemand so?

 

Written by medicus58

29. August 2017 at 17:52

Vor der Wahl: Die feuchten Träume unserer Gesundheitspolitik

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Vieles könnte besser sein in Österreichs Gesundheitssystem, aber geben Sie sich nicht der Illusion hin, dass es noch viel schlechter werden könnte.

Nehmen Sie z.B. Schweden, das in unseren Augen noch immer als DER Wohlfahrtsstaat gilt. Es gibt keine Pflichtversicherung, die Finanzierung erfolgt zwar direkt aus dem Budget und was wir hierzulande gerade basteln, eine Verlagerung der Versorgung in die Primärversorgung ist dort längst Realität und private Gesundheitsausgaben machten (laut Weltbank 2012) etwa 18 Prozent der Gesundheitsausgaben aus. In der Versorgung mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln sind den individuellen Belastungen Grenzen gesetzt. Dennoch tragen Patientinnen und Patienten insgesamt zu circa 25 Prozent zur Finanzierung der Arzneimittelversorgung bei.
Wer aber nun glaubt, dass der Zugang der Schwedische Patienten zum Gesundheitssystems einfach ist, der irrt: Der Erstkontakt im Krankheitsfall findet, anders als in Österreich und Deutschland nicht mit einem Arzt, sondern mit einer Telefonberatung bzw. Pflegekraft statt. Es gibt kaum ein OECD Land, in dem die durchschnittliche Anzahl der Arzt/Patientenkontakte so niedrig ist, wie hier (2,9/Jahr vs. 6,7 bei uns (Zahlen 2007). Die Wartezeiten eskalierten aber bis 2005 derart, dass ein Gesetz beschlossen wurde das den Patienten das Recht zustand, innerhalb von 3 Monaten in einem der 800 von den Landtagen und 300 von Privaten betriebenen Versorgungszentren „angeschaut“ zu werden. 2008 ergab eine Überprüfung das damals erst 90% der Patienten innerhalb von 90 Tagen behandelt wurden.

Holland gilt jetzt auch nicht gerade als Dritte Welt und so mancher Gesundheitspolitiker schwärmt von einem Gesundheitssystem nach holländischen Vorbild. Auch hier haben sich die Bürger an Wartezeiten gewöhnen müssen, die in unseren Praxen und Ambulanzen zu Brandschatzungen führen würden. Dort wurden bereits im Jahr 2000 „Treeknormen“ beschlossen, die zumutbare Wartezeiten für „Erkrankungen mit erheblichen Belastungen psychischer und physischer Natur“ festlegten. Laut Treeknorm sollte die maximale Wartezeit für einen stationären Krankenhausaufenthalt zur Behandlung oder Diagnose einer Erkrankung vier Wochen nicht überschreiten. Für ambulante Behandlung in einer Poliklinik gilt eine Wartezeit von bis zu sechs Wochen als zumutbar. Trotzdem lassen sich immer mehr Holländer im Ausland behandeln. Im Jahr 2004 betrug die Gesamtsumme, die so außer Landes floss 56 Millionen Euro!

Glaubt man einer rezenten (2014)  Analyse der Kassenärztlichen Bundesvereinigung so liegt der Anteil der Patienten, die 4 Monate und länger auf einen geplanten Eingriff warten müssen in Kanada, Schweden, Norwegen und Großbritannien über 20%! Für den Zugang zu einem Facharzt warteten in Kanada, Norwegen, Schweden, Frankreich Australien, Neuseeland 22- 41% über 2 Monate.

Die deutsche Analyse weist zwar richtigerweise darauf hin, dass

Wartezeiten auf eine medizinische Behandlung eine Form der Rationierung medizinischer Leistungen darstellen. Werden die Wartezeiten der betroffenen Bevölkerung transparent dargestellt, handelt es sich um explizite Rationierung, ergeben sich die Wartezeiten ungeplant aufgrund zu geringer Kapazitäten, spricht man von impliziter Rationierung.

Etwas Kritik sollte sich aber bei folgender Aussage regen:
Zudem liegen bisher keine Studien vor, die belegen, dass geringe oder moderate Wartezeit von wenigen Tagen einen negativen Einfluss auf die Behandlungsqualität hat oder dadurch gesundheitliche Nachteile entstehen. 

Es existieren bekanntlich auch keine Doppelblindstudien, dass der Absprung aus einem Flugzeug ohne Fallschirm (nicht mit einem versagenden Fallschirm) ungesund ist, obwohl darüber wenig Dissens herrschen sollte.

Klar, dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung mit einer Selbstimmunisierung schließt:
Daher entpuppt sich die Diskussion in Deutschland über Wartezeiten auf
einen Arzttermin als ein Scheinproblem bzw. beim Vergleich mit anderen hochindustrialisierten Ländern als Luxusproblem.

Hier ging es mir aber darum, dass all die genannten Beispiele aus den reichsten Ländern dieser Welt stammen, deren Gesundheitsversorgung uns (auch vor Wahlen) immer als erstrebenswerte Beispiele hingestellt werden ….

Written by medicus58

27. August 2017 at 11:43

Es ist billiger nach London zu fliegen als dorthin zu kommen

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Die aktuellen Vorgängen um die Air Berlin und die Niki werden medial überwiegend unter dem Gesichtspunkt der politischen Interventionitis zu Gunsten der Lufthansa betrachtet. Wie absurd dieser „Markt“ überhaupt schon wurde, stört kaum jemanden.
Wenn Sie im zB November nach London fliegen wollen (vernachlässigen wir mal Ihren Bedarf an Gepäck und Nachmitternachtsschlaf), dann zahlen Sie für den Hinflug knapp unter 51€.

CAT Airport Train und Einfachfahrschein der Wiener Linien kostet Sie 14€ alles nur für den Hinflug.

Von Stansted ins Zentrum und noch ein Tube-Ticket macht Sie leicht um 20€ ärmer.

Kopfrechner werden jetzt gleich triumphierend rausrufen, dass da noch immer eine Differenz von 17€ wäre, was nicht abgeleugnet werden kann, ABER

die stumme Hand des Marktes bringt Sie per Flugzeug für Ihre 51€ rund 1500 km weit und rund 10.000 m hoch, während sie Sie für die 34€ keine 100 km weit transportiert.

Das stinkt wahrlich mehr als  die Mille, die Merkel der Air Berlin nach wirft.

Written by medicus58

20. August 2017 at 22:44

Zu wenig und zu viel …. die Budgets der Krankenkassen

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Am Mittwoch gab der neue Hauptverband Chef bekannt, dass „seine“ Krankenkassen für heuer nun doch ein Defizit von 37 Mio. Euro erwarten. Im Mai sprach man noch von einem Überschuss von vier Mio. Euro. Das größte Minus verzeichne die WGKK, gefolgt von OÖ, Vlbg., Szbg. und dem Bgld. Nur die TGKK verzeichne einen Überschuss, alle anderen Kassen bilanzierten ausgeglichen.
Im Prinzip nix Besonderes, dass Prognose und Endabrechnung nicht ganz übereinstimmen, was nur verstört ist, dass dieses Muster seit Jahren gespielt wird; meist im Zusammenhang mit Tarifverhandlungen, Wahlen, Neubesetzungen, ….
Die Erklärung des HV-Chef Alexander Biach, Ursache wäre eine Ausweitung der Versicherungsleistungen und der Anstieg bei den Ausgaben für ärztliche Hilfe und Medikamente, suggeriert unvorhersehbare Einzeleffekte an.
Abgesehen, dass die Kassen selbst einmal gar nix leisten, sondern nur ein Verteilsystem der zur Verfügung gestellten Gelder (Beiträge der Versicherten, der Arbeitgeber und Budgetmittel) sind, verstimmt es, dass diese „unvorhersehbare Einzeleffekte“ offenbar regelhaft mit wechselweisem Alarmgeschrei und Entwarnungsmeldungen medial aufschlagen und stets die anderen dafür schuld sein sollen, vorzugsweise Ärzte und teure Medikamente …

2017:
Krankenkassen mit 81 Mio. Euro im Plus
Krankenkassen erwarten für heuer 37 Millionen Defizit

2016:
Krankenkassen rutschen wieder ins Defizit
Krankenkassen: Fast alle 2016 mit Überschuss

2015:
Krankenkasse: Minus kleiner als erwartet

2014:
Krankenkassen 186 Millionen im Plus

Meine Großmutter pflegte zu sagen: Z’wenig und z’vü, is den Narren earner Ziel

Ich kann dem nur hinzufügen, dass die entweder ein fieses Spiel spielen oder ihre Finanzen nicht im Griff haben (wollen).

Written by medicus58

17. August 2017 at 17:54

Veröffentlicht in Allgemein, Gesundheitssystem

Lindsay Anderson: Never Apologise

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Diesen Blogbeitrag haben in den letzten Jahren weniger als 10 Leute aufgerufen, was eigentlich schade ist.

Quelle: Lindsay Anderson: Never Apologise

Written by medicus58

17. August 2017 at 10:43

Veröffentlicht in Allgemein

Hurra, die Touristen kommen

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Tourismus in Deutschland boomt

Kroatien-Tourismus boomt

Tourismus: Nächtigungsrekord in Österreich

Auch wenn der Zusammenbruch der Air Berlin kurzfristig den Touristenstrom zu den genervten Mallorkesen einbremsen wird und in Barcelona irgendwann einmal ein paar Tapas vertrocknen, weil die Touristen von streikenden Flughafenbediensteten wieder in die Flugzeuge getrieben werden, unsere Tourismusverantwortlichen jubeln noch über die Zuwachsraten.

In Inner London (zB Bayswater/Queensway) war ohnehin schon in den 90er Jahren jedes Bürgerhaus in ein Mid-price Hotel umgebaut worden und in der umgebenden Restaurant-Szene war eine Sprache sicher nicht mehr geeignet, sich mit dem Kellner, Englisch.
Auch in Rom war es sehr praktisch, in Gehweite von Roma Termini ein Hotel zu buchen, nur konnte man ziemlich sicher sein auch hier eines nicht mehr anzutreffen, Römer.

Jetzt mag man einwenden, dass wir durch mangelndes Qualitätsbewusstsein hierzulande ohnehin nichts zu befürchten haben (Qualitätssicherung im Tourismus. Der Zug fährt an uns vorbei) nur bieten unsere Innenstädte (noch?) ein anderes Bild.

Dutzende Reisende ziehen in Straßen ihren Koffer hinter sich her, ohne dass den Anrainern in der Gegen ein offizielles Hotel bekannt wäre (Airbnb?).
Immer weniger Sehenswürdigkeiten, in denen der Eintritt eine schon Wochen vorher eine Online-Buchung voraussetzt; in Barcelona ist dies nicht nur bei der Sagrada Familia so, sondern in vielen etwas bekannteren Tapas-Bars und selbstverständlich im Park Güell. In New York musste man sich immer vor der Freiheitsstatue und auf Ellis Island anstellen, aber heute ist der spontane Entschluss für einen Besuch nahezu sicher zum Scheitern verurteilt,
wenn man nicht einige Wochen vorher online um ein Ticket gebettelt hat.

Mag sein, dass das der Generation Google.maps ohnehin ganz normal vorkommt, dass man bereits vor dem Hinflug auf die Minute genau festlegen muss, wann man sich unter Miss Libertys Stahlrock drängen darf,
mit Reisen, so wie das mal der jüngere Herr Humboldt vorgestellt hat, hat das genauso wenig mehr zu tun, wie unsere Bildungslandschaft den Vorstellungen seines älteren Bruders entsprechen….

PS: Die beiden Fotos hier zeigen, dass es auch ein Mallorca ohne Touristen gibt ….

Written by medicus58

16. August 2017 at 18:28

Veröffentlicht in Reisen

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Es gibt keine globale Budgetkürzung um 20 Prozent im Wiener Krankenanstaltenverbund

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Wer sowas sagt (http://www.salzburg24.at/debatte-um-sparkurs-in-spitaelern/apa-1437543396) kann sich sicher sein, dass er das P.T. Publikum überzeugt, dass ein Sparkurs um mindestens das Doppelte ins Haus steht.

Nichts verunsichert so wie die Versicherung, dass Befürchtungen unberechtigt sind, wir kennen das aus der „Pensionen sind sicher“ Debatte.

Es gehe um “Logistikoptimierung, Produktharmonisierung und darum, die Marktmacht des KAV auszunutzen

Schön wäre es, denn – nicht untypisch für den Dienstleistungssektor – der größte Kostentreiber sind nicht „die teuren Medikamente und Geräte“, die man durch Logistikoptimierung und Produktharmonisierung vielleicht eindämmen könnte, sondern die Personalkosten.
Vergleiche dazu: Warum die Kosten der Medizin immer der Inflationsrate vorauslaufen werden

Written by medicus58

10. August 2017 at 19:05

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Ärztemangel aber kein Rechtsanwaltsmangel, warum bloß?

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Ob es nun eine Ärztemangel gibt oder nicht, ist ein Dauerbrenner auf diesem Blog:
Ärztemangel: Nimmst Du’s mir, so nehm‘ ich’s Dir – eine Art Viele-Jahre-Rückblick

Unbestreitbar ist jedoch, dass sich immer mehr Arztstellen nicht mehr besetzen lassen:
Kein einziger Bewerber für 17 Arztstellen

Düstere Prognosen: Immer mehr Orte ohne Hausarzt

67 Praxen leer: Uns gehen die Hausärzte aus

Warum Hausarzt-Praxen leer stehen

Ärztekammer warnt vor „Hausärzte-Sterben“

Dass sich Ärztekammer und Krankenkassen über die möglichen Ursachen uneins sind, verwundert den angewiderten Beobachter kaum. Während die Kammern als eine Begründung die zu geringen Honorare liefert, was den Beobachter verwundern mag, zumal die Ausverhandlung dieses Honorarsystems eine der wesentlichen Tätigkeiten der Kammern darstellt und sich gerade vor der letzten Wahl ihre Funktionäre dafür feiern ließen, welche Erfolge sie da erzielt hätten, spricht auch die Wiener Gebietskrankenkasse von Erhöhungen, die sich andere Berufsgruppen wünschen würdenhttp://wien.orf.at/news/stories/2859213/

Über die mickrige Ausgangsposition habe ich hier schon 2012 geschrieben (Der typische Arzt ist ein Hausarzt mit Kassenverträgen und reich als zB. eine rektale Untersuchung mit 2, 75 EUR abgegolten wurde.
Prozentuelle Steigerungen von sehr wenig ist nicht viel!

Weshalb frägt sich aber niemand, weshalb es einen Ärztemangel gibt
(im Sinne einer versorgungswirksamen Präsenz innerhalb des solidarischen Versicherungssystems),
man aber weder von einem Apotheker- noch Rechtsanwaltsmangel hört?
Schließlich handelt es sich auch bei diesen um sogenannte freie Berufe.

Jetzt ist die Leistung in einem Scheidungsprozess erfolgreich von seinem Ehepartner befreit zu werden, schwer mit der komplikationslosen Befreiung von seinem Wurmfortsatz zu vergleichen. Und die gesetzlich festgelegten Honorarrichtlinien reflektieren auch nicht immer die realiter verrechneten Beträge.  Blickt man sich im Netz aber etwas um, dann findet man sehr rasch eine Erklärung, weshalb sie heute viel länger nach einem Arzt als nach einem Rechtsanwalt suchen müssen:

In Österreich variieren die Stundensätze der Anwälte laut unseren Informationen von € 180,00 bis € 500,00 netto pro Stunde
http://www.anwalt-veith.at/honorar.html

Der Stundensatz für Rechtsanwälte beträgt derzeit € 400,
der Stundensatz für Rechtsanwaltsanwärter 
beträgt derzeit € 250.
http://www.kwr.at/fileadmin/res/pdf/kanzlei/auftragsbedingungen/20131030_Vollmacht_D-Stundensatz.pdf

Erstberatung: Ich nehme mir für Sie Zeit; das bedeutet ein Erstgespräch in der Dauer von zumindest 30 bis höchstens 50 Minuten, in dem ich Probleme auslote und mögliche Wege evaluiere. … Ich verrechne dafür aber einen ermäßigten Pauschalsatz von EUR 140,00, welchen ich ersuche in Bar mitzubringen.
https://www.grogger.at/rechtsanwalt-kosten/

Honorarordnung für Ärzte für Allgemeinmedizin und Fachärzte

Erste Ordination …………………………………………………………………………………………………………………………20
Einmal im Monat je Behandlungsfall und nicht neben Pos. Nr. B1 verrechenbar.
Der Geldwert des einzelnen Punktes beträgt: b) Grundleistungen durch Ärzte für Allgemeinmedizin……………………………………………………………………….€ 0,9775

D.h. Erste Ordination = 20 Punkte = 19,55 €

Links:
Mein Recht ist kostbar

Allgemeine Honorar-Kriterien (AHK)

Rechtsanwaltstarifgesetz

 

Written by medicus58

8. August 2017 at 18:47

Warum unsere Parteien am Ende sind

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Zuerst setzte unter dem kaum überhörbaren Gebrummel seiner Parteigenossen BM Kurz die Querschnitt gelähmte Kira Grünberg an die Spitze der Tiroler ÖVP Landesliste und für die kommende Nationalratswahl. Auch auf der Bundesliste schaffte sie es von Null auf 100 in die nahezu sicheren Plätze.
http://derstandard.at/2000062230902/In-Tirol-waechst-die-Kritik-an-Kurz-Basis-und-OeAAB
Parteimitglied ist sie bis heute nicht.
Ich kenne Frau Grünberg nicht, gehe aber nach Medienberichten davon aus, dass Sie eine integere und willenstarke Person ist.

Bundeskanzler Kern toppte den Coup in dem er die amtierende Bundesministerin Rendi-Wagner auf Platz zwei (!) der Bundesliste setzte.
http://derstandard.at/2000062184315/SPOe-Bundesliste-Rendi-Wagner-auf-Platz-2-hinter-Kern
Ich kenne Frau Kollegin Rendi-Wagner beruflich noch als Sprecherin Ihrer Vorgängerin und bin davon überzeugt, dass sich fachlich kompetent und ebenfalls integer ist.
SPÖ Mitglied wurde sie aber erst in den Tagen unmittelbar vor Ihrer Berufung an die Spitze des Ministeriums, Mitglied im BSA immerhin schon seit fünf Jahren.
http://www.heute.at/politik/news/story/-Wieder-eine-mehr—Kern-scherzt-mit-Rendi-Wagner-20157424

Man kann es sich natürlich leicht machen und liegt vielleicht auch gar nicht sooo falsch, dass die beiden Damen ihre Karriere neben der Optik auch ihrer medialen Wirksamkeit verdanken. Der wesentlichere Punkt ist meines Erachtens aber, dass die Personaldecke der beiden (ehemaligen) Großparteien offenbar schon so dünn geworden ist, dass sich trotz enormer Parteiförderungen aus Steuermitteln für einen ziemlich aufgeblähten Parteiapparat niemand für diese Positionen aufdrängt bzw. heran gelassen wird.

Das alles hat mit dem Konzept einer repräsentiativen Demokratie nichts mehr zu tun, wo man noch davon ausging, dass die Probleme „von denen da draußen“ an der Basis aufgenommen werden, in interner Diskussion an Hand einer gemeinsamen Grundüberzeugung  Lösungskonzepte erarbeitet werden, die dann von erfahrenen Abgeordneten in das Parlament gebracht werden.

OK, so ist es eh nie abgelaufen, aber war das Konzept so schlecht, dass wir es unbenutzt völlig zu Grabe tragen?

Written by medicus58

5. August 2017 at 18:05

Beraten – Verraten: Das wahre Problem hinter externen Beratern

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Seit Jahren werden die Beraterkosten im KAV kritisiert, mal vom Rechnungshof, mal von den Medien.
Die Krone brach die alt bekannte Tatsache nun auf eine für den Normalo leicht vollziehbare Formel herunter:
30.000 €/Tag: Spardiktat bei Rettung, Rekordgagen für Berater

Seit Jahren beschäftigt sich auch dieser Blog mit dem Thema:

3/2017 Der KAV beschäftigt die falschen Berater

11/2016 Das Muster Post für den Wiener Krankenanstaltenverbund 

2/2016 Hilfe, wer berät mich in meiner Ratlosigkeit? 

10/2014 KAV: Wir sparen – koste es was es wolle

7/2014 Beratungsleistungen im KAV: Ein Millionengeschäft

6/2014 Reich wird, wer das Seine jedem verkauft: Die Gesundheitsberater

1/2014 Accenture im KAV: Wir zahlen doppelt für den Strick an dem sie uns aufhängen 

12/2012 Dr. Ebner – Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem 

5/2012 Die planlose Planwirtschaft im Gesundheitswesen

2/2012 Sicherheitsberater: Widerstand zwecklos

Ex-Siemens Manager und jetzige Stv Generaldirektor Balazs wischte die inkriminierten Zahlungen an externe Berater mit den angeblich ernormen Einsparungen vom Tisch, die diese zugekaufte Expertise ermöglichten:

Mehr als die Hälfte der Beraterkosten stamme aus einem Projekt zur Optimierung der Sachkosten. „Dort haben wir es geschafft, über die letzten zwei, drei Jahre mehr als 130 Millionen Euro nachhaltig mit genau diesen Maßnahmen einzusparen“
http://wien.orf.at/news/stories/2858495/

Es mag bezweifelt werden, dass er dabei die wieder eingestampften Projekt Unit-Dose-System gemeint hat, wo der KAV Millionen verloren hat (http://wien.orf.at/news/stories/2754735/).
Auch die externe Beratung um das KH Nord scheint nicht als Erfolgsgeschichte: Nordlichter, weshalb der Stadt für Ärzte und Pflege kein Geld mehr bleibt .

Ja, und das Impuls-Projekt, der Versuch der GD mit Hilfe Externer gleichzeitig den ihr unbekannten Ist-Zustand der laufenden Prozesse in ihrem Unternehmens festzustellen, diese zu standardisieren und in ein einheitliches Softwarekorsett zu pressen und dieses auf ein relativ unabhängig von einer anderen Firma zu gekauften Krankenhausinformationssystem aufzusetzen, das wird es wohl auch nicht gewesen sein.

Worauf sich wahlweise GD oder Rathaus in ihrer Verteidigung beziehen, ist das SOUND Projekt, das die Einsparungen gebracht haben soll. Außer einer einfachen Summengrafik, lässt sich aber keine substantielle Analyse zu den behaupteten Einsparungen finden und selbst KAV-eigene Controller winken zu diesem Thema nur genervt ab. Irgendwie erinnern die behaupteten Millionen-Einsparungen an die gerade im parlamentarischen Untersuchungsausschuss „zerlegten“ Gegengeschäften im Zuge der Eurofighter Beschaffung, von der uns Vizekanzlerin und FPÖ-Chefin Susanne Riess-Passer am 3.3.2002 in der ORF-Fernseh-„Pressestunde“ noch versprach:
Für den Ankauf der Abfangjäger seien Gegengeschäfte, „die mehr als 100 Prozent ausmachen“ Bedingung….
http://www.airpower.at/news02/news0203.htm

Immer wieder fällt mir da der Sager eines unter Finanzminister Grasser leidenden Spitzenbeamten zu den damals zu Hundertschaften engagierten Beratern im Finanzministerium ein:
Der schaut Dir auf Deine Uhr und sagt Dir wie spät es ist.

Was aber viel schwerer wiegt, als die Millionen, die da an mehr oder weniger befreundete, mehr oder weniger fähige Berater verpulvert wurden, ist die Frustration der eigenen Mitarbeiter, denen hier jede Kompetenz abgesprochen wurde, selbst „ihren Betrieb zu optimieren“.

Wer auf externe Berater setzt, sollte sich Fragen, ob er angesichts seiner fehlenden Kompetenz nicht auf der falschen Position sitzt und weshalb er seinen Mitarbeitern nicht mehr über den Weg traut ….

Written by medicus58

4. August 2017 at 19:12

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