Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for Juni 2013

Pete Who?

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Pete

Wäre Pete Townshend nur das Mastermind der Gruppe „The Who“ gewesen, hätte dies eigentlich schon für ein Plätzchen in der Rock’n’Roll Hall of Fame gereicht, auch wenn er dort nicht das vordringlichste Ziel der Groupies war;
die kreischten dem auch-blauäuigen Sänger, Wuschelkopf Roger Daltrey (de.wikipedia.org/wiki/Roger_Daltrey)  zu.

No one knows what it’s like
To be the bad man
To be the sad man
Behind blue eyes

No one knows what it’s like
To be hated
To be fated
To telling only lies

But my dreams they aren’t as empty
As my conscience seems to be
I have hours, only lonely
My love is vengeance that’s never free

No one knows what it’s like
To feel these feelings
Like I do
And I blame you

Ob diese Stimmung zu seinen Gewaltorgien an Bühnenequipment und mancher Hoteleinrichtung führte, mögen andere beurteilen. Jedenfalls gaben seine Lyrics einer ganzen Generation Worte für ihre Gefühle:

People try to put us d-down (Talkin’ ’bout my generation)
Just because we g-g-get around (Talkin’ ’bout my generation)
Things they do look awful c-c-cold (Talkin’ ’bout my generation)
I hope I die before I get old (Talkin’ ’bout my generation)

Man kann Pete Townshend auch kaum den Vorwurf machen, dass er hinsichtlich der letzten Zeile nicht alles versucht hat, seinen Vorsatz zu erfüllen.

Auf einer seiner Soloplatten findet sich unter den Danksagungen auch der Dank an Remy Martin. Mit dem ihm eigenen Zynismus dankte er dem Hersteller, dass er den Stoff so teuer verkauft hat, dass er es sich nicht leisten konnte sich damit umzubringen.

Trotzdem verbrachte Townshend immer wieder in klinischer Behandlung, um seine – vor allem Alkohol- Sucht in den Griff zu bekommen.

Was mich an Townshend so fasziniert ist seine künstlerische Breite:

Vielleicht nicht der beste Rockgitarrist aller Zeiten, hat seine Art das Instrument zu spielen viele beeinflusst. Daneben experimentiert er bereits früh mit Synthesizern und elektronischen Klängen.
Die Texte zu den meisten seiner Songs schrieb er selbst und verband sie gerne zu zusammenhängenden Geschichten.
Während Tommy noch relativ leicht in eine Film- und Musicalfassung zu bringen war, waren spätere Projekte wie Lifehouse (1971),  The Iron Man (1989) und Psychoderelict (1993) so komplex, dass Versuche sie in Szene zu setzen wenig erfolgreich waren.

Zu meinem persönlichen Favorit, dem Soloprojekt White City: A Novel (1985), das der „Meister“ hier erklärt (youtu.be/FkBRLBCzPl4), gibt es ein kaum bekanntes Filmprojekt (youtu.be/7iFtg4JFgzE). Egal, bei mir läuft ohnehin ein Film ab, jedesmal wenn ich die Songs höre:

Face The Face ist ein gutes Beispiel für Townshends Freude am Wortspiel, das ihn sehr nahe an einen anderen Künstler bringt, der bald hier ins Herrgottswinkerl kommen wird: John Lennon.
youtu.be/NS3nRcwWktA

Face the face, got to face the face

You must have heard the cautionary tales
The dangers hidden on the cul-de-sac trails
From wiser men who’ve been through it all
And the ghosts of failures spray-canned up on the wall

We’ve got to judge the judge
Got to find the finds
We’ve got to scheme the schemes
Have to line the lines
We must stake the stakes
And show the shown
We must take the takes
And know the known
Try to place the place
Where we can face the face.
We got to face the face
Try to place the place
Where we can face the face
Face the face, got to face the face.

Got to
Got to

You must have tried and defied belief
Maybe found futility in insular grief
I need your hunger you need mine
A million appetites can swallow up time.

We’ve got to fool the fools
We got to plan the plans
We got to rule the rules
We got to stand the stands
We got to fight the fight
We must fall the falls
We got to light the light
We got to call the calls
We must race the race
So we can face the face
We got to race the race
We must race the race
So we can face the face
Face the face
We got to face the face
We got to race the race
We got to

Keep looking…..

New York! Chicago!
London and Glasgow!
Keep looking!

Keep on looking
Keep on cooking
Gotta stay on this case
Study the pix
Watch the flix
We’ve got to find the face.
Face the face ,got to face the face
Watch the flix
Got to

We’ve got to judge the judge
We got to find the finds
We’ve got to scheme the schemes
We got to line the lines
We got to fight the fight
We got to fall the falls
We got to light the light
We got to call the calls
Try to place the place
Where we can face the face.
We got to face the face…..
Try to place the place
Where we can face the face.
Try to place the place
Where we can face the face.
Keep looking, keep looking
We must race the race
So we can face the face.
We got to race the race
We must race the race.
So we can face the face
We got to face the face
We got to race the race

Und zum Abschluss Townshend als ekstatischer Tänzer zu Robert Parkers „Barefootin
youtu.be/J0SUEUryagU

Was Townshend auch immer als Künstler gemacht hat, gab es für ihn offenbar ein Motto:
Voller Einsatz oder GIVE BLOOD: youtu.be/yK7ijkbAyzc

Das fasziniert mich.

 

Nachtrag 2016:

https://www.panono.com/p/5lpwPWnyvouQ/embed?autorotate=false

Gestern schaute Pete, u.a. gemeinsam mit seinem Leadsänger Daltrey, seinem Bruder Simon an der zweiten Gitarre und Ringo-Starr-Sohn Zak Starkey an den Fellen,  auf seiner „The WHO hits 50“ Tour in der Wiener Stadthalle vorbei und bekam in unambitionierten Konzertkritiken zu hören, doch eher unambitioniert sein Werk (ein letztes mal? )  heruntergespult zu haben.

https://kurier.at/kultur/the-who-in-wien-alle-hits-wenig-inspiration/221.264.994
http://derstandard.at/2000044422568/The-Who-Worauf-du-Gift-nehmen-kannst

War es die Entfernung zum Tatort (CSI, pun intended), freundlicher beschrieben das Konzert die Salzburger Nachrichten:
http://www.salzburg.com/nachrichten/welt/kultur/sn/artikel/the-who-in-wien-die-oldies-sind-noch-alright-214043/

Und die Krone schrieb mir fast aus dem Herzen:
http://www.krone.at/musik/the-who-beschworen-den-geist-der-alten-tage-herauf-rock-highlight-story-529613

News textete Bekanntes etwas um: http://www.news.at/a/wien-konzert-the-who-kritik-7569609
Der ORF trug wenig mehr zum Thema bei und erklärte den ganz Jungen, was den die Mods waren: http://orf.at/stories/2358128/2358129/

Eines muss man dem Kurier aber lassen, er erwähnte den für mich vielleicht bewegendsten Moment des Abends,
als Pete mit feuchten Augen (waren es Tränen oder Schweiß in seinen Augen?) den tosenden Abschiedsapplaus relativierte, in dem er darauf hinwies, dass das Publikum hier einer Musik zujubelte, die er als „kleiner Bub“ (nicht Kind, wie im Kurier übersetzt) geschrieben hat.
Also applaudieren Sie jetzt dem kleinen Buben in mir zu.“

Townshend Vienna 2016

Wer sich in den letzten Jahren Petes Interviews angehört oder durchgelesen hat, der hat ihn jetzt verstanden.
Es hat ein Leben neben den WHO, ist bis heute musikalisch produktiv und sollte nicht nur als Nachlassverwalter einer großen Vergangenheit aufgefasst werden.

Ich habe den gestrigen Abend auch deshalb unheimlich genossen, Pete erstmals live sein depressiv-selbstreflexives „I’m one
(natürlich auf der Akkustischen) vortragen zu hören.

Every year is the same
And I feel it again,
I’m a loser – no chance to win.
Leaves start falling,
Come down is calling,
Loneliness starts sinking in.But I’m one.
I am one.
And I can see
That this is me,
And I will be,
You’ll all see
I’m the one.Where do you get
Those blue blue jeans?
Faded patched secret so tight.
Where do you get
That walk oh so lean?
Your shoes and your shirts
All just right.
But I’m one etc.I got a Gibson
Without a case
But I can’t get that even tanned look on my face.
Ill fitting clothes
I blend in the crowd,
Fingers so clumsy
Voice too loud.But I’m one.

Als er bei der „Gibson“ Zeile ankam, unterbrach er sich und brummte, dass man das eigentlich nur als 16-Jähriger singen könnte.

Ich kann mir niemanden vorstellen, der mit 71 noch einen Song wie My Generation vortragen kann, den er vor über 50 Jahren geschrieben hat und der noch immer zu seiner Person passt wie eine enge, ausgewaschene Jean, außer Pete Townshend.

https://www.youtube.com/watch?v=COGvYBtBSP4
https://www.youtube.com/watch?v=aM6f2RStLDg
https://www.youtube.com/watch?v=QTRCOH-H3pQ

Written by medicus58

29. Juni 2013 at 20:41

Prayer Gauge Debate oder Lässt Gott Dampf ab?

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prayer gauge

Als im Dezember 1871 der Prince of Wales, der spätere Edward VII, vom Typhus befallen wurde, eine Krankheit, an der sein Vater zehn Jahre davor verstorben war, betete die ganze Nation für ihn.

Ob das gekrönte Haupt wegen oder trotz der Bemühungen von Sir William Withey Gull (en.wikipedia.org/wiki/Sir_William_Gull,_1st_Baronet ), einem der prominentesten Schulmediziner der Zeit, überlebte, war Anlass für eine lebhafte Debatte, die als „Prayer-Gauge Debate“ in die Geschichte einging.

Auf der einen Seite stand der Erzbischof von Canterbury, der übrigens das neue Telefonsystem benützte, um besondere Gebete in alle Kirchen seines Einflussgebietes zu tragen.
Auf der Gegenseite stand die Schulmedizin, die sich in dieser Zeit gerade begann als Teil der Naturwissenschaft zu sehen und deren Erkenntnisse zu nutzen.

Letztlich ging es um die Frage, ob sich Gott an die eben gefundenen Naturgesetze halten muss, oder ob Wunder durch die Kraft des gemeinsamen Glaubens eben diese Naturgesetze außer Kraft setzten können.

John Tyndall (en.wikipedia.org/wiki/John_Tyndall ), ein prominenter Physiker, schlug 1872 in einem Artikel in „Contemporary Review einen Test vor, um das Problem einer naturwissenschaftlichen Lösung zuzuführen: The `Prayer for the Sick.’ Hints toward a Serious Attempt to Estimate its Value,“ vol. xx. 205-210“
Er schlug vor, die Gläubigen mögen über einen ausreichend langen Zeitraum für die Heilung einer bestimmten, gut untersuchten Krankheit in einem bestimmten Spital unter der Führung eines anerkannten Mediziners beten. Danach sollte verglichen werden, ob sich die Todesrate in diesem Spital von jener in allen anderen, ebenso gut geführten Spitälern der Nation unterscheidet.
Der Vorschlag wurde heftigst diskutiert, aber nie ausgeführt.

2007 erschien im Med J Aust; 186 (10): 51 ein Artikel (Prayer as medicine: how much have we learned?), der versuchte naturwissenschaftliche Erklärungen für eine von vielen Menschen behauptete gesundheitsfördernde Wirkung des religiösen Gebetes zu finden (https://www.mja.com.au/journal/2007/186/10/prayer-medicine-how-much-have-we-learned).

Auch für ihren damals etwa 10jährigen „Medicus“ haben intensive Gebete zu Pater Pio (de.wikipedia.org/wiki/Pio_von_Pietrelcina) nach Jahren eine Serie von Mittelohrentzündungen beendet.
Die Nachhaltigkeit der Wirkung war so groß, dass es nach Austritt aus dieser Glaubensgemeinschaft noch Jahrzehnte dauerte, bis ich erneut an einer Mittelohrentzündung erkrankte ….

Ob nun der Glaube Berge (oder eben Krankheitserreger) zu versetzten vermag, ist aber gar nicht mein Thema.

Für mich ist diese „Prayer Gauge Debate“ vor allem interessant, da sie aufzeigt, dass man selbst in der Debatte des Göttlichen nicht um die in Logik und Mathematik entwickelten Techniken herumkommt, wenn man Glaube oder Erfahrung objektivieren möchte.

Religionen gibt es viele, Ratio gibt es nur eine.
Techniken um die Aussagen einzelner zu prüfen haben die Religionen keine entwickelt, das mag einen Grund haben.

Das „Gauge“, also Barometer, verdankt der Konflikt übrigens der Hoffnung, man könnte die Wirkung von Gebeten so einfach wie den Dampfdruck messbar machen. Wir befanden uns damals eben auf dem Höhepunkt der industriellen Revolution.

home.comcast.net/~oregonstate-fscf/PrayerGauge_May_29_2012.pdf
www.ccel.org/s/schaff/encyc/encyc09/htm/iv.iv.xv.htm
quod.lib.umich.edu/m/moa/aga3363.0001.001/3

Perlen aus Stögers Reich

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stoeger2

Wenn man sich so auf der Homepage unseres Bundesministeriums für Gesundheit herumklickt, stolpert man über Perlen, die einen sicher machen, dass unser Steuergeld hier gut investiert wird:

Nach all den Selbstbeweihräucherung über die Gesundheitsreform 2012/13, zuletzt gestern unterzeichneten den Zielvertrag (http://derstandard.at/1371170731868/Gesundheitsreform-Zielvertrag-soll-zu-Effizienz-verpflichten), liest man am 27.7.2013, dass „die Gesundheitsreform 2005 (!) den jüngsten und aus Sicht des Bundes wohl bedeutendsten Schritt zum Thema Qualität im Gesundheitswesen“ darstellt. http://bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Gesundheitssystem_Qualitaetssicherung/Qualitaetsentwicklung_im_oesterreichischen_Gesundheitswesen

In der Pressemappe zur Pressekonferenz zum oben genannten Zielvertrag liest man ergriffen: Österreich hat eines der besten Gesundheitssysteme der Welt und der Zugang zu medizinischen Leistungen ist international beispielgebend. http://www.bmg.gv.at/cms/home/attachments/2/8/3/CH1396/CMS1360225655870/pkunterlage_bundeszielsteuerungsvertrag.pdf Während in der Pressekonferenz selbst LH Pühringer von Rettung in höchster Not: „Das alte System wäre an die Wand gefahren“ zu sprechen müssen glaubte. Wenn das beispielgebend war?

Dann wieder ganz praktische Hinweise zum Spielzeugkauf: Vorsicht bei Ziehenten oder ähnlichen Spielsachen! http://www.bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/VerbraucherInnengesundheit/Spielzeug/Ratgeber_zur_Spielzeugwahl Nachträglich läuft mir das kalte Grausen den Buckel hinunter, wie unverantwortlich mich meine Eltern aufwachsen liessen.

Aber letztlich kann man sichals Nutzer von Stögers Internetauftritt sowieso brausen, denn wenn auch Gesetzestexte, Gesundheitsempfehlungen und Datenbanken einen nicht unbeträchtlichen Anteil ausmachen, liest man unter
Haftung: Die bereitgestellten Inhalte sind ohne Gewähr. Das Ministerium übernimmt keine Haftung für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte auf dieser und anderer Internetseiten des Gesundheitsministeriums. http://www.bmg.gv.at/home/Informationen/Impressum/

Und das obwohl sich Stöger bereits mit einem zweiten Pressesprecher aufmunitioniert hat, der ehemaligen Leiterin des Referates für Öffentlichkeitsarbeit, die für den Internetauftritt verantwortlich zeichnet(http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130619_OTS0110/neue-pressesprecherin-bei-gesundheitsminister-alois-stoeger),
Bei dieser offensiven Öffentlichkeitsarbeit in Vorwahlzeiten, scheint sich Stöger hinsichtlich seiner Zukunft an einen rezenten Hit von „Wir Helden“ zu orientieren:
Wir gehen nicht,
aber wenn wir gehen, dann gehen wir in Scheiben
Entschuldigung, aber ich sagte:
wir sind gekommen um zu bleiben.

Vergleiche: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=75845

Written by medicus58

27. Juni 2013 at 17:12

Wer hat den White Trash verraten? Sozialdemokraten

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ERDOSP

Das „Ausländerproblem“, im Sinne einea als unzumutbar empfunden Prozentsatzes der Bevölkerung, die nicht schon seit Geburt innerhalb der jeweiligen Landesgrenzen lebt, wurde bislang stets als Schlachtfeld zwischen „rechtem Populismus“ und „linkem Gutmenschentum“ empfunden. 
Angesichts der aktuellen Probleme mit rot/grünen Pro-Erdogandemonstranten, greift das offenbar zu kurz.

Dass britische Massenblatt „Daily Mail“, das trotz oder wegen seiner eher liberal-konservativen Position anfänglich Tony Blair’s New Labour hochgeschrieben hat, thematisierte erneut einen Aspekt, der auch für die augenblickliche Diskussion in Österreich hinsichtlich der Probleme von Rot und Grün mit „ihren“ Pro-Ergogan Demonstranten nicht unrelevant scheint.
Der Ordnung halber sei aber erwähnt, dass die Debatte auf der Insel seit 2009 läuft und auch von anderen Zeitungen immer wieder thematisiert wurde (http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/law-and-order/6418456/Labour-wanted-mass-immigration-to-make-UK-more-multicultural-says-former-adviser.html
http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/law-and-order/6486629/Government-maladroit-on-immigration-says-Home-Secretary.html)

Kurz zusammengefasst interpretiert das Blatt ein „Geheimdokument“ aus 2000 dahingehend, dass sich New Labour durch eine ungezügelte Immigration neue Wählerschichten schaffen wollten, nachdem ihnen die eigenen Kernschichten abhanden gekommen waren.

rub the Right’s nose in diversity and render their arguments out of date

Sir Andrew Green, Chairman MigrationWatch:
So there was indeed a Labour conspiracy to change the nature of our society by mass immigration.”

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1249797/Labour-threw-open-doors-mass-migration-secret-plot-make-multicultural-UK.html  

Die Situation in Großbritannien unterscheidet sich von anderen europäischen Ländern dahingehend, dass Einwanderer aus dem Commonwealth bei allgemeinen Wahlen sofort wahlberechtigt sind, wenn sie sich in die Wählerlisten eintragen haben lassen, d.h. eine allfällige „Umvolkung“ der Wählerschaft konnte viel schneller schlagend werden, als anderswo. Asiatische Immigranten wählen in UK z.B. zu 50% Labour!
http://www.migrationwatchuk.org/pressArticle/83

Auch bei uns wird immer wieder, vornehmlich von links auf ein frühzeitiges Wahlrecht gedrängt, wobei das Argument durchaus schlüssig ist, dass die Immigranten mit ihren Abgaben natürlich zum Wohlstand der Gesellschaft beitragen. Das alte „Schmarotzer“ Argument wurde bereits mehrfach wiederlegt.
No taxation without representation“ hieß es mal in den Kolonien des Britischen Empire.

Dass „die Wirtschaftnach billigen ausländischen Arbeitskräften giert, darf wohl als bekannt vorausgesetzt werden.
Dass „die Linke“ nach neuen, ausländischen“ Wählern gierte, weil ihre traditionellen Wählerschichten den Schalmeienklängen, sie wären als „Aufsteiger“ nun bei den besitzwahrenden Konservativen besser aufgehoben, folgten, ist eine Denkfigur, die wir hierzulande noch ziemlich unberücksichtigt gelassen haben.

Die augenblickliche Erschütterung der Grünen (Stichwort: Dönmez und Pilz), aber auch der Roten (http://derstandard.at/1371170475676/Demonstration-als-Zeichen-der-Loyalitaet), dass „ihre Wähler“ für die den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan demonstrieren, der sein Land mit Gewalt zu konservativem Islam und neoliberalem Wirtschaftssystem zwingt, ist fadenscheinig. Sie blendet aus, dass ihre Freude an multiethnischem Ringelrei weniger Gutmenschentum sondern Kalkül war. 
In einem Fall die tiefe Missachtung der eigenen Vergangenheit
im anderen Fall die Missachtung der eigenen Kernschichten.

Written by medicus58

25. Juni 2013 at 07:11

AKH-Wien: AGO-Mitarbeiter kämpfen um ihre Jobs

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Im Zuge einer Protestkundgebung wollen die Mitarbeiter der Firma AGO am 25. Juni (9:00) gemeinsam vor dem Wiener Rathaus um ihre Arbeitsplätze und gegen die umstrittenen Personalauslagerungen im Wiener AKH kämpfen.
Etwa 1.000 Leiharbeiter der Firma AGO (Akademischer Gästedienst in Österreich), die in den verschiedensten Bereichen des Wiener AKH eingesetzt sind, fürchten um ihren Arbeitsplatz und wollen mit der gemeinsamen Initiative „Übernahme statt Fremdvergabe“ um ihre Jobs kämpfen. Das Drama erinnert an jene Situation, in der sich auch die Mitarbeiter der Reinigungsfirma JANUS befunden haben, nachdem das Unternehmen im Zuge einer Neuvergabe des Auftrages über externes Reinigungspersonal mit schmutzigen Tricks aus dem Rennen geworfen wurde.
Auch damals richteten die betroffenen Mitarbeiter verzweifelte Appelle an die zuständigen Stellen im Wiener Rathaus, zumal sie ihren Job über Jahre hinweg korrekt erledigt hatten und nun vor der Arbeitslosigkeit standen. Das Schicksal der damals 319 Arbeitskräfte war der AKH-Direktion und der Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SP) bzw. den Wiener Sozialdemokraten jedoch herzlich egal, was auch diesmal im Fall der AGO-Belegschaft so sein dürfte.
In einem Schreiben von AKH-Direktor Reinhard Krepler an die besorgten AGO-Mitarbeiter beruft man sich auf „gesetzliche Vorgaben“ und Vergaberichtlinien, die eine Neuvergabe nach Vertragsende erforderlich machen – andere im Raum stehende Vermutungen demetiert man mit der üblichen Arroganz. Dass Vize-Direktor Herwig Wetzlinger dieses von geheuchelten Mitgefühl zeugende Schreiben ebenfalls unterzeichnete, weist darauf hin, dass man aus der Vergangenheit nicht lernen konnte und weiter davon ausgeht, das kriminelle Treiben ungestört von korrumpierten und entsprechend untätigen Wiener Justizbehörden fortsetzen zu können.
Denn die Bestellung von Herwig Wetzlinger erfolgte ursprünglich als direkte Maßnahme und Reaktion auf den AGO-Korruptionsskandal und sollte für mehr Transparenz und Effizienz sorgen. Wie sich zeigt, ist dieses Vorhaben gescheitert, zumal sich der gut bezahlte neue „Kontrolldirektor“ längst in das von Misswirtschaft durchzogene „System Krepler“ eingefügt haben dürfte. Neue strategische Konzepte hinsichtlich der üppigen Personalauslagerungen, die etwa auch auf das Schicksal der betroffenen Mitarbeiter eingehen, liegen jedenfalls keine auf dem Tisch.
Der Grund dafür ist nicht die grundsätzliche Denkfaulheit des AKH-Managements oder der Verantwortlichen im Wiener Rathaus, sondern völlig andere „Interessen“, die sich hinter diesen Personalauslagerungen verbergen. So reicht die „Partnerschaft“ zwischen dem Wiener Rathaus bzw. den Wiener Sozialdemokraten und den Eigentümern der AGO bis in die Neunziger des letzten Jahrhunderts zurück und hatte von Beginn an einen recht üblen Beigeschmack – etwa was den Verdacht auf vorsätzliche Veruntreuung von Steuergeldern oder illegale Parteifinanzierung betrifft. Ob solche Netzwerke über Jahrzehnte hinweg ohne das Wissen des Bürgermeisters mit Millionenbeträgen operieren können, wissen wir nicht. Dass nun tausend Mitarbeiter der AGO aufgrund dieser Praktiken unschuldig zum Spielball werden sollen, geht aber eindeutig zu weit.
Denn auch andere Fakten deuten klar darauf hin, dass diese betriebswirtschaftlichen Widersinnigkeiten, speziell was das Leihpersonal angeht, vorsätzlich konstruiert worden sind. Laut Rechnungshof erfolgte die letzte Personalbedarfsplanung im AKH jedenfalls im Jahr 1994 – also vor knapp 20 Jahren.
Darauf zu setzen, dass bei der einstigen Wiener Arbeiterpartei nach einem jahrelangen Machtrausch mit absoluter Mehrheit noch Reste der sozialpolitischen Wurzeln übrig blieben, ist in Anbetracht der Lage eine riskante Spekulation. Gegenüber den Betroffenen und in Anbetracht der vielen düsteren Schattengeschäfte, die man bisher auf Kosten des Steuerzahlers in diversen Hinterzimmern abgewickelte, wäre es nun an der Zeit, möglichst rasch umzudenken und darauf zu verzichten, hinter bürokratischen Zierplanzen in Deckung zu gehen. Denn in erster Linie muss es darum gehen, den betroffenen Mitarbeitern eine dauerhafte und vernünftige Lösungen anzubieten.
FDMUW
Mehr Infos über die Kampagne der AGO-Mitarbeiter:
https://initiativeuebernahme.wordpress.com/
Oder auf Facebook: https://www.facebook.com/initiative.uebernahme
Kontakt: initiative.uebernahme@gmail.com

Text: von meduni

Written by medicus58

23. Juni 2013 at 09:16

Der Algorithmus macht Menopause

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PowerUterus

Das nun endlich auch meteorologisch eingetretene publizistische Sommerloch wird seit Tagen mit einer gar bemerkenswerten Erkenntnis gefüllt:

Forscher aus Kanada beweisen mittels Computersimulation: Männer treiben Frauen in die Menopause, weil sie jüngere Frauen bevorzugen:

http://www.ploscompbiol.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pcbi.1003092;jsessionid=760AF62187AC3B7FFD0501DAB58B2B8F

Da das Ganze in einem Journal mit relativ hohem Impact factor (PLOS Computational Biology 5,2) erschienen ist, hat es eine hohe Überzeugungskraft und gibt allerlei pseudowissenschaftliche Erklärungen scheinbar eine gewisse Glaubwürdigkeit:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/frauenmedizin/news/forscher-aus-kanada-maenner-treiben-frauen-in-die-menopause_aid_1014492.html
http://www.heise.de/tp/artikel/39/39327/1.html
http://www.sueddeutsche.de/wissen/evolution-des-menschen-sind-maenner-schuld-an-der-menopause-1.1696518
http://medicalobserver.com/news/2013067495/studie-belegt-menopause-entstand-aus-evolution
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/317289.html

Liest man sich aber die Annahmen des geprüften Modells durch, befällt einen irgendwie doch der Eindruck, dass es sich (notwendigerweise) um eine sehr vereinfachte Annahme handelt, die ausschließlich darauf beruht, dass die weibliche Fertilität genetisch determiniert wäre, wofür aber m.W. noch kein Nachweis existiert.
Viele im Laufe des Lebens auftretenden Veränderungen im menschlichen Körper sind eben nicht direkt genetisch bedingt sondern Sekundärfolge anderer Prozesse.

Blickt man so in die Wissenschaftsgeschichte der Menschheit zurück, dann erkennt man bald, dass monokausale Erklärungsmodelle stets mehr über den jeweils aktuellen Entwicklungszustand der Wissenschaft ausgesagt haben als über die „Wirklichkeit“ selbst. 

Wir erlebten Jahrhunderte, in denen alles mit dem „Göttlichen“ erklärt wurde. Es folgte die hohe Zeit der Mechanik, der Chemie, der Quantenphysik, der Biologie und nun die der Computerwissenschaften, die jeweils innerhalb ihrer Annahmen schlüssige Erklärungsmodelle präsentieren konnten.

Jetzt halte ich den heutigen Stand der Naturwissenschaften schon für etwas beweiskräftiger, als irgendwelche Papierrollen aus dem „Heiligen Land“, jedoch sollte man sich stets bewußt sein, dass „Beweise“ immer nur so gültig sein können, wie ihre Voraussetzungen („Prämissen“) und dann ist es wieder ziemlich egal, ob sie von der Kanzel gepredigt oder von einem Power Macintosh G5 personal computer (running OS X 10.5.8) ausgespuckt wurden.

Garbage in = Garbage out

PS: Gratulation zu den PR Aktivitäten der Autoren und des Verlags dieser Studie!

Written by medicus58

18. Juni 2013 at 18:34

SMSen Sie die Ombudsperson

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Ombudsmannwahl

Da ich noch niemand in meinem Umfeld getroffen habe,
der WEISS, dass er WÄHLEN darf,
und weil die vereinzelt im Straßenbild auftauchenden Plakate mehr durch ihre grafische Schlichtheit als ihre Botschaft auffallen,
sei darauf hingewiesen, dass Sie ab heute eine von drei, von der Wiener Ärztekammer vorgeschlagene Ombudsperson SMS-en dürfen!

Was ich von der Aktion halte steht hier (http://wp.me/p1kfuX-DJ), soll Sie aber nicht abhalten zu telefonieren, pardon SMS-en.

Written by medicus58

14. Juni 2013 at 19:30

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