Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for Dezember 2012

Möge 2013 schmackhaft werden …

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2013 Baeckerei

so wie sich das die Bäckerei Geyer
in der Lerchenfelderstrasse 108 (http://tupalo.com/de/wien/ideenb%C3%A4ckerei-geier-lerchenfelderstrasse) vorstellt ….

Written by medicus58

31. Dezember 2012 at 17:50

Veröffentlicht in Allgemein

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Masturbation oder Bloganie? Jahresrückblick 4

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2012

Wer den Unterschied zwischen Masturbation und Onanie nicht kennt,
entlarvt sein dürftiges Allgemeinwissen, jedenfalls aber schwere Lücken in seiner Bibelexpertise.
Während Masturbation, also die klassische Selbstbefriedigung, frei nach Woody Allen Sex mit einem Menschen ist, den man wirklich liebt,
hat Onan in 1.Mose 38,1-11 in der von Gott befohlenen Schwagerehe einen Coitus interuptus vollführte.
http://www.bibleserver.com/index.php?ref=1+Mos38%2C1%E2%88%9211&trl_desig=EU&language=de&gw=go#/text/EU/1.Mose38

Nach etwas mehr als 2 Jahren auf www.sprechstunde.meinblog.at und fast 2 Jahren auf www.medicus58.wordpress.com erreichten nun meine Ergüsse 40.796 bzw. 22.239 also in Summe 63.035 Klicks ….

Könnte man diese Zugriffe als aufmerksame Leser interpretieren, dann könnte man sich für den österreichischen Markt schon fast erfolgreicher Autor fühlen. Da inzwischen jedes Kind weiß, dass dem nicht der Fall ist, schaut die Angelegenheit wieder ziemlich mau aus …. Auf WordPress lassen sich die Zugriffe auf die einzelnen Einträge statistisch besser analysieren und da erzielte der Eintrag:
Wer schmückt sich da mit fremden Papayas https://medicus58.wordpress.com/2012/08/28/wer-schmuckt-sich-da-mit-fremden-papayas/
die höchste Zugriffszahl.
Noch vor Karl Heinz Grasser – eine österreichische Biografie im Aufbau https://medicus58.wordpress.com/2011/01/30/karl-heinz-grasser-eine-osterreichische-biografie-im-aufbau/

Auf www.sprechstunde.meinblog.at hat aber HOCHEGGER PETER und seine Unschuldsvermutung http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33573

den glattrasierten Grasser in den Schatten gestellt.

Aber so ist das mit den Vorlesungen.
Eine der für mich befriedigendsten Vorlesungen habe ich vor vielen Jahren über einige Wochen hindurch für zwei Hörer gehalten.
Unentgeltlich, selbstverständlich, weil für zwei zahlt die Uni natürlich nix.
Es ging hier um „Clinical Decision Making„, also den Versuch den Entscheidungsablauf in der klinischen Medizin kritisch zu analysieren. EBM (http://de.wikipedia.org/wiki/Evidenzbasierte_Medizin) und HTA (http://de.wikipedia.org/wiki/Health_Technology_Assessment) waren damals noch für die meisten Fremdworte und die Bücher von Beck-Bornholdt und Dubben waren zum Teil noch nicht erschienen (http://www.beck-bornholdt.de/2.html ; übrigens noch immer dringende Leseempfehlung!!!)

Befriedigend war das Erlebnis für mich nicht zuletzt dadurch, weil ich einerseits dabei selbst was gelernt habe, andererseits nach Jahren von einem der damalifen Hörer eine Karte aus den USA bekommen habe, in dem er mir für die Vorlesung dankte und bestätigte, dass er nun im klinischen Alltag viele der von mir vorausgesagten Situationen erlebt.

Nun verstehen Sie vielleicht, weshalb ich meine Blogs als Online-Vorlesung definiert habe .. Wenn ich 100.000 Klicks mein Eigen nennen kann, reden wir weiter …

Written by medicus58

30. Dezember 2012 at 12:22

Seid’s krank? Jahresrückblick 3

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2012

Im dritten Teil unseres Jahresrückblicks, wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, was sich dieses Jahr in unserem Gesundheitssystem getan hat.

1. Wir haben wieder eine Gesundheitsreform

Bereits zu Jahresbeginn schwärmte man von einer Finanzierung aus einer Hand (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=51579) und setzte Die planlose Planwirtschaft im Gesundheitswesen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=64132) fort, indem sich der Bund Gremium um Gremium erfindet, in denen letztendlich wieder die Länder entscheiden, wofür der Bund zu zahlen hat.
Obwohl es dann kurz vor den Sommerferien angeblich so weit war Hurra, wir haben eine Gesundheitsreform! http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=68260, war zwar noch garnichts beschlossen, das erfolgte in den 15a Vereinbarungen erst knapp vor Jahresende, aber die Ärztekammer realisierte ers im Advent, dass sie nicht mit von der Partie war: Ärzteprotest, why now? http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=82356
Ich bin nicht der Meinung Ihrer Meinungsumfrage http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=83170
Krampus Ärztekammer http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=83257

2. Stell Dir vor, das öffentliche Gesundheitssystem wird privatisiert und keiner merkt’s:

Der Wiener Krankenanstaltenverbund wurde mit einem Art Aufsichtsrat beschenkt, in dem alle Privatisierer, von Ernst&Young bis Köck und Ebener sich genüßlich damit beschäftigen können, welche Teile des Kuchens gewinnbringend sein könnten, damit man sie sich selbst oder für seine Klienten herausschneidet:
Wer macht da den Köck zum Gärtner? http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53877
Gesundheit wird privatisiert: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53958
Nach dem Köck auch den Bock zum Gärtner … http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=54026
Dr. Ebner, der „objektive Krake“ im Gesundheitssystem http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=84352
Auch in den anderen Bundesländern läuft es ähnlich, nur interessiert es keinen.
Warum wir die Medizin nicht Ökonomen überlassen dürfen, auch wenn es schon zu spät ist http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=72332
Fordismus im Spital: Das Geld liegt auf der Strasse? http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=57144

Für alle, die es noch immer nicht begriffen haben: Schwarze Zahlen im Gesundheitssystem http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=75845

Da bleibt dann nur mehr der Schritt zu Privaten oder den Online-Angeboten:

Klassenkampf in den Ordinationen
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=57513
DocCheck:Einmal buchen – zweimal absahnen http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=74915
Online Praxen, dort hat Ihr Arzt noch Zeit für Sie http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56206
Frag den Professor – er wartet nur auf Dich – Großes Kino oder medizinische Peepshow? http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=79095

3. Wenn sich jemand im Gesundheitssystem auskennt, dann hilft es, wenn er von der Medizin keine Ahnung hat.

In der ersten Reihe stehen Gesundheitsökonomen und –Berater, gleich danach kommen die Bundes– und Landespolitiker, wenn entschieden werden soll, wie man Medizin richtig und effizient zu veranstalten hat. Jahrzehntelange Erfahrung am Krankenbett, in der Ordination oder in der Ambulanz verstellen den klaren Blick. Was dem Arzt noch bleibt, ist die Freude darüber, dass sein Tun und Handeln immer mehr von der Begriffswelt der Ökonomen und vor allem der EDV geprägt wird.
VI Control-Alt-Delete : Be patient, patient. http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=58077
Männchen oder Weibchen? An alle ELGA Fans http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=58118
Med 2.0 http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=62041
Risikofaktor Medizinische Informatik http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=80056
über alles was uns krank macht http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=81093

Also freuen wir uns auf weitere Reformen im Gesundheitssystem,
erfrischende EDV-Bugs, die nicht nur – wie auf diesem Blog vorausgesehen-einem KAV-Gen.Direktor Stv. das berufliche sondern auch so manchem Akutpatienten sein Ableben bringen werden und
eine Medizinuniversität in jedem Landeskaff (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=70488).

Warum wir uns darauf FREUEN sollen?
Lachen ist doch angeblich GESUND?!?!

V for Vendetta Jahresrückblick 2

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2012

Im zweiten Teil unseres Jahresrückblicks geht es um eine politische Enttäuschung, die uns auch in den folgenden Jahren noch beschäftigen wird; deren Wurzeln liegen aber bereits in den Wiener Gemeinderatswahlen 2010 und der Kür von Maria Vassilakou (http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Vassilakou) zur Vizebürgermeistern.
V for Vendetta (http://de.wikipedia.org/wiki/V_wie_Vendetta_(Film) ) heißt der Beitrag, weil damals schon diejenigen Wähler, die den Spitzenkandidaten Van der Bellen ihre Stimme gegeben haben, ungefragt Vassilakou bekommen haben.
Ich wunderte mich damals schon in meinem Blogbeitrag Professor …(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32221) wie sang und klanglos dieser Wortbruch hingenommen wurde.
Als die Grünen im November 2011 ihr 25-jähriges Bestehen feierten, da fehlten einem in böser Vorahnung schon die Worte (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=47854).

Als dann im Juli 2012 die Grünen der Regierung trotz schwerer rechtlicher Bedenken die Zweidrittelmehrheit für den ESM beschafften, konnte man nur mehr Rot für die Grünen sehen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=74748). Was noch mehr als die eigentliche Politik der Grünen ärgert, ist das Superkalifragilistigexpialigetisch, die Märchenprobaganda, ihrer Aussendungen: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=74196
Während die Bundesgrünen Peter Pilz und Gabi Moser im Untersuchungsausschuss wetterten, dass die mit Steuergeld finanzierten Imageinserate von Kanzler Faymann nicht untersucht werden konnten, kam von den Wiener Grünen um Vassilakou kein Wort dagegen, dass die Stadt Wien weiterhin Steuergelder für sinnlose Imageinserate zum Fenster hinaus wirft (6,4 Mill € allein im III.Quartal 2012), nein man plakatierte sich einfach selbst (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=81799).

Über Vassilakous Meisterstück, die ParkraumbeSAUwirtschaftung in Wien, haben wir gestern schon Bilanz gezogen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=84633).

Die wahre Gesinnung einer Partei zeigt sich auch in ihrer Personalpolitik. Wer da nicht aller schon und mit welchen Mitteln abmontiert wurde, würde den Raum hier sprengen.

Erinnern wir uns,

Parteigründerin Meissner-Blau erleidet nach einer Abstimmungsniederlage in der eigen Partei einen Herzinfarkt. 1988 tritt sie zurück: http://www.mediathek.at/oe1_journale/popup/popup_media_manager.php?fileId=1118831

Auch der von allen abgefeierte und nun in den Ruhestand gegangene Leiter der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft Walter Geyer (http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Geyer) warf 1988 das Handtuch bei den Grünen.

Der nun ebenfalls gefeierte Aufdecker des Hypo-Alpe Adria Skandals in Kärnten, Rolf Holub (http://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Holub) wurde 2011 von den Grünen als Landessprecher abgewählt und erst nachdem seine kontinuierliche politische Arbeit doch ein nicht zu übersehenden Erfolg wurde, mit großem Getöse wiedergewählt.

Johannes Voggenhuber war schon 1977 Sprecher der Salzburger Bürgerliste, als die derzeitige Führungsspitze der Grünen noch in der Sandkiste spielte. Als Europapolitiker war er lange Zeit der einzige, der auch in Österreich so sprach, wie er in Brüssel handelte. 2009 wurde er dann gegen die bis heute farblose Ulrike Lunacek nach Brüssel geschickt, wo sie FP Mölzer den Rang der „faulsten Abgeodneten“ abnahm (http://www.news.at/a/gruene-lunacek-eu-abgeordnete-hans-peter-martin-fleiss-ranking-260043). Die Desavourung Voggenhubers geht aber noch weiter: 2010 hatte er mit einigen anderen Ex-Politikern ein Demokratie-Volksbegehren MeinOE angekündigt, dass dann ab März 2012 unterstützt werden konnte. (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/745022/DemokratieVolksbegehren-liegt-zur-Unterschrift-auf ) Nachdem man genügend Unterstützer sammeln konnte, um das Volksbegeheren österreichweit auflegen zu können, preschten die Grünen mit einem eigenen Volksbegehren vor. http://derstandard.at/1350261396599/MeinOE-empoert-ueber-Gruenen-Volksbegehren  Schließlich musste auch Karl Öllinger (http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_%C3%96llinger), einer der prfundesten Kenner und Kritiker des österr. Sozialsystems erkennen, dass diese Arbeit nicht mehr gewünscht wird. Der Sozialexperte verlor seinen Platz auf der Wiener Liste für die nächste Nationalratswahl 2013 gegen den Kultursprecher Wolfgang Zinggl, dessen politische Leistung darin bestand, Gerald Matt als Direktor der Kunsthalle Wien wegzuputschen; kürzlich bekam Matt jedoch vor Gericht recht, dass sein Handlungen vertraglich gedeckt waren. Auch auf der Bundesliste erreichte er keinen wählbaren Platz, auch hier wurden ihm „Jüngere“ vorgezogen. „Sozialpolitik gilt leider als nicht so wichtig. Weil sie angeblich traditionell von der SPÖ abgedeckt wird und alles, was wir in dem Bereich machen, nur der SPÖ helfe“, sagt Öllinger zum STANDARD http://derstandard.at/1353208452759/Oellinger-Gruene-Spitze-zeigt-wenig-Interesse-an-Sozialpolitik

Peter Pilz hat es gerade noch auf die Bundesliste geschafft, in Wien hat man ihn ja schon längst abserviert. (http://derstandard.at/1353207934613/Das-Ringen-um-neue-Koepfe)

Andererseits muss man sich ansehen, wer von den Grünen in den Vordergrund gehoben wird: Sigrid Pilz, die seit Jahren Einkommensweltmeisterin des Wiener Gemeinderats, wurde zur hoch bezahlten Patientenanwältin, um ab sofort alles von Gesundheitsstadrätin Wehsely jubelnswert zu finden: von Traumjobs kann man nie genug kriegen http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=82486
Auch andere Freunde werden mit Beraterpöstchen versorgt: den Anfang machte Van der Bellen als Unibeauftragter, seither gibt es Radfahrbeauftragte, Fussgängerbeauftragte, … WTFE http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=81126

Halten wir nun inne und fassen wir zusammen: Viel Wähler suchten nach einer Alternative zu den Parteien, die Österreich einen Selbstbedienungsladen für ihre eigenen Interessen und Parteigänger gesehen haben. Jahrzehnte waren dies SPÖ und ÖVP, nach „der Wende“ kamen FPÖ/ BZÖ/FPK dazu.
2012 hat leider gezeigt, dass die bislang nachweisliche Sauberkeit der Grünen im politischen Sumpf Österreichs nicht so sehr auf eine höherwertige Gesinnung sondern auf bisher fehlende Gelegenheiten zurück zu führen ist. In welchem Ausmaß das auf ein den anderen Politikern vergleichbares moralisches Defizit oder einfach auf Dummheit zurückzuführen ist, kann noch nich tabschließ beurteilt werden:

Schade ist es vor dem Wahljahr 2013 allemal.

2012

Jahresrückblick 1

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2012
Es gibt ja nichts Abgedroscheneres als den Jahresrückblick zum Jahreswechsel, darum wollen wir den Dreschflegel in die Hand nehmen und ebenfalls drauflos dreschen:

Parkpickerl:

Es gab in den letzten Jahren selten eine Einzelentscheidung der Rathauspersonen, die für mich so negative Auswirkungen hatte. Dass ich ein überzeugter Verfechter und Nutzer des öffentlichen Verkehrs und fallweise des Fahrrads bin, sowie meine Argumente gegen die Abzocke für die Nicht-Benutzung des PKWs habe ich mehrfach hier kommentiert. Im Jahresrückblick möchte ich Sie an meinen persönlichen Erfahrungen teilhaben lassen:

Wer in einem Gründerzeithaus ohne Tiefgarage in einem Wiener Innengürtelbezirk wohnt, war sich immer klar, dass die Aufbewahrung seiner „Kiste“ ein Problem darstellt. Aus diesem Grund garagiert er das Auto, das ohnehin nur für berufliche Akutfahrten, größere Einkäufe und Reisen zu Zielen außerhalb Wiens genutzt wird, in einer zahlungspflichtigen Garage am Arbeitsplatz. Verbleibt das Auto doch einmal wochentags im Innengürtelbezirk, dann lief man früher alle 2 Stunden (bis 22.00) um ein paar Blocks und erneuerte den Parkschein bzw. freute sich über die Einführung des Handy-Parkens. War man freitags sehr früh dran, dann stellte man das Auto in einem der angrenzenden Außengürtelbezirke ab, ersparte sich zwar die Parkgebühr, hatte aber doch einen Spaziergang von 20 Minuten oder so vor sich. Auch alle Parkgelegenheiten an günstigen gelegenen U-Bahnstationen kannte man aus dem FF.

Zumindest nach Ende des Einkaufswahnsinns, also freitags ab 19:00 gab es in der näheren Umgebung durchaus einige Parkplätze, da die eingependelten Einkäufer (kein Arbeits-Pendler fährt in einen Innengürtelbezirk) bereits weg waren und einige der Bewohner ihre Autos, vermutlich wie ich weiter draußen geparkt hatten.

Dann kam der Geniestreich der fast flächendeckenden ParkRAUMbeSAUwirtschaftung und es machte für Einwohner wie mich keinen Sinn mehr das Auto draußen zu parken, die Einkäufer führen weiterhin in die Innengürtelbezirke (die 2-3 Stunden Parkgebühr machten ihnen wenig, schließlich hatten sie das Problem ja nicht regelmäßig, so wie die Ansässigen.

Nach stundenlangen Umkreisungen des Wohnortes auch in den Abendstunden des Wochenendes platzte mir der Kragen und ich entschied mich für die Miete einer Garage.
Ein Parkpickerl kam für mich aus mehreren Gründen nicht in Frage:

1. es gab ja keine Parkplätze mehr, wofür hätte ich zahlen sollen. Die Idee bestimmte Parkplätze für die im Bezirk gemeldeten frei zu halten, kam ja den Rathhauspersonen nicht.

2. Der Innengürtelbezirk ist eigentlich mein Nebenwohnsitz, da mein Hauptwohnsitz für die Unterbringung eines alten Familienmitgliedes benötigt wird. Deshalb erwartete ich auch Schwierigkeiten, wenn ich der Behörde erklären müsste, weshalb ich ein Parkpickerl am Neben- und nicht am Hauptwohnsitz (dort gibt übrigens auch keine Parkplätze mehr, weil die weitgehend unbenutzten Radwegen zum Opfer gefallen sind, um das P&R Haus zu füllen) benötige.

3. Als Garagenbesitzer (am Arbeitsplatz, auch wenn der am anderen Ende von Wien liegt) hätte ich eigentlich auch kein Anrecht auf ein Pickerl, das (siehe (1) aber ohnehin zu keinem Parkplatz verhilft.

Seit Dezember bin ich einschliesslich der Kaution, den 3 Mieten für den Makler und der notwendigen Vergebührung des Vertrags um ca. 600€ ärmer aber für 120€/Monat stolzer Besitzer einer Garage in einem der Neubauten ca 250 m neben meiner Wohnung. Die Garage ist eng, aber Reversieren lernt man ohnehin, wenn man in einem Innengürtelbezirk wohnt.
Aus beruflichen Gründen behalte ich vorerst die Garage am Arbeitsplatz, die ist etwas billiger …

Kurz vor Weihnachten, der Tag an dem es noch kalt war und regnete, musste ich nach all den Einkäufen und Vorbereitungen noch einen „Krankenbesuch“ eines Familienmitglieds am anderen Ende von Wien machen. Medikamente mussten angepasst und neu eingeschachtelt werden.

Eingeplant waren für Hin- und Rückfahrt insgesamt 20 Minuten (24 Minuten nach www.maps.google.com) .
Bald wäre ich wieder zurück. um den „Weihnachtsputz“ meines Schreibtisch beenden zu können.

Ich stand im Regen vor der Garagentüre, nur dieses weigerte sich aufzugehen.
Offenbar gab es ein Problem mit der Elektrik. Die Handkurbel befand sich aber innen, nur zum Inneren des Hauses hatte ich, ich war ja kein Mieter, keinen Zutritt.

Am Telefon sagte mir die Hausverwaltung, dass sie am Montag wieder für mich da sein würde – was mir augenblicklich wenig half.
Montag, den 24.12. war sie natürlich auch unerreichbar.
Ich machte mich also auf den  Weg mit den Öffis: 68 Minuten reine Fahrzeit 

Während so einer Fahrt hat man lange Zeit nachzudenken,
wenn man nicht den Beziehungsdramen der Mitreisenden lauschen,
über herumrollende Bierdosen stolpern oder
in den zurückgebliebenen Fetzen der Gratispresse blättern möchte …

Links 2012:
Was im Alltag nervt
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=65272
PARKpickerl Reloaded oder konsequentes grünes Denken
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=75443
Vermummungsverbot für Vassilakou
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=78799
Schwerpunktbildung: Öffis und das neue Mantra der Gesundheitspolitik: Schwerpunktbildung
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=83524

Written by medicus58

25. Dezember 2012 at 12:47

Wieder Weihnacht

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weihnachten

Vor zwei Jahren eine Weihnachtslegende:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33336

Vor einem Jahr ein Geburtstagsfest:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=49416

Heuer was Besinnliches:
http://www.youtube.com/watch?v=b1qb-p05EBM

Written by medicus58

24. Dezember 2012 at 19:15

Ludwig „Wickerl“ Adam

with one comment


Adam

Lasst am heutigen Tag (21.12.2012) alle vom Weltuntergang schwafeln, wir möchten noch, sollte es doch aus sein, den Ludwig „Wickerl“ Adam 
(http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Adam) hier ins Herrgottswinkerl stellen.

Nicht nur als stiller Großer, der hinter so vielen Namen steht, die die österreichische Musikszene geprägt haben und zu irgendeinem Zeitpunkt durch seine Hallucination Company (http://de.wikipedia.org/wiki/Hallucination_Company) hervorgegangen sind.

Andy Baum 
Hans Hölzel (Falco)
Hansi Lang 
Miki Malör
Günter Mokesch (Mo)
Karin Raab
Thomas Rabitsch
Harri Stojka
Tini Kainrath
Geri Schuller
Titus Vadon (Das Balaton Combo)
Zebo Adam (Russkaja)
Gerald Gradwohl (Threeo)….

Im Gegensatz zu den sonstigen Gepflogenheiten hier, möchte ich keine Links zu irgendwelchen You Tube Videos verlinken, weil diese die Bühnenpräsenz von Wickerl Adam und seinen wechselnden Musikern nur ungenügend wiedergeben können.

Egal ob er früher selbst einfach Zappa spielte (nach seinem Schlaganfall wird das wohl nimmer so einfach gehen) oder noch heute in irrwitzigen Kostümen über die Bühne schwebt, Musik, Text und Show gehören zum Gesamtbild.

Deshalb nur hier eine Zitat des Hansi Lang über seinen Mentor, das viel mehr über den Menschen und Künstler Adam sagt, als jedes Briefmarkenvideo:

»Was Wickerl damals für Wien war und für einen großen Teil seiner jungen Musiker, kann man gar nicht groß genug herausstreichen. Fünf Striche müssten es sein: Einen für sein untrügliches Gefühl, Persönlichkeiten zu erkennen. Einen für seine vorurteilslose Toleranz für alles Menschliche. Einen ganz dicken für seinen absoluten Positivismus. Einen noch dickeren für sein unbestreitbares und vielleicht auch unbewusstes Wissen, wie man aus außergewöhnlichen und höchst sensiblen Menschen mutige Künstler macht. Ich kann mich auch an Fälle erinnern, wo er aus sensiblen Künstlern mutige Menschen gemacht hat, ob sie es blieben, das lag natürlich nicht in seiner Macht, aber er war der, der die Dinge ins Rollen brachte. Dafür auch einen Strich: für seine Liebe. Sie steht über seinem ganzen Wirken.«

»Vielleicht sagst du jetzt, dass ich übertreibe, aber ich muss das tun, denn in dieser Stadt wird so viel vergessen. Sie vergessen alles, die Leute. Wien ist eine Stadt, in der sich die Menschen gegenseitig vergessen, sie vergessen wer, sie vergessen was, wann und wo, und zwar aus einer Faulheit heraus, die ich nur als eine lieblose Faulheit bezeichnen kann, eine Faulheit, die ihresgleichen sucht. Sie sind zu faul, um das Leben zu respektieren und sie respektieren sich vor allem selbst nicht. Für die Wiener scheint die Liebe Arbeit, der Selbstrespekt geradezu Knochenarbeit zu sein. Sie sind die Einsamen aus Faulheit. Die Selbstmörder aus Faulheit. Einsam und faul.«

Und da fürchten sich manche heute vorm Weltuntergang?
Die Welt ist schon längst untergegangen.

Dass wir es noch nicht begriffen haben, verdanken wir 
nicht den Ärzten, 
nicht den Gelehrten,
nicht den Bänkern,
nicht den Politikern,
nicht all den anderen Flachwurzlern. 

Nur Künstler wie Wickerl Adam geben uns manchmal das Gefühl, 
dass es ein Leben vor dem Tod gibt.

Interview: http://www.concerto.at/4-06/adam.htm 
Aktuelles Projekt und CD: Circus der Hallucinationen 
http://www.residenzverlag.com/upload/titles_doc/doc2_1169.pdf

Written by medicus58

21. Dezember 2012 at 07:04

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