Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for Mai 2019

Bitte, bitte ansehen

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Ihr Medicus spielte sich als 17-Jähriger und einige Jahre danach mit irgendwas wie einem literarischen Kabarett herum, also einer Tradition für die niemand geringerer als z.B. Arnold Schönberg komponiert hat.

In Zeiten der Wuchtldrucker scheinbar abhanden gekommen, war das eine Form der Satire, die auf hohem intellektuellem und künstlerischem Niveau Zusammenhänge klar macht, die über eine andere Schiene nur sehr mühsam zu vermitteln sind. Irgendwann gab Ihr Medicus diese Versuche auf und frustet sich nun mit zwei Facharzttitel und einer Lehrbefugnis im öffentlichen Gesundheitssystem in Richtung Ruhestand.

Max Uthof und Claus von Wagner beweisen aber nun seit 2014, dass das geht und beweisen grenzgenial, dass das Konzept nicht nur machbar, sondern möglicherweise die einzige Möglichkeit darstellt, eine komplexe Welt an den Pranger zu stellen.

Bitte, bitte schau’n Sie sich das an:

Die Anstalt vom 28. Mai 2019

Ihr Medicus hätt‘ es nicht besser hingekriegt, sorry to say

Written by medicus58

29. Mai 2019 at 17:36

Kurz: Teflon Kanzler V 2.9

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Ziemlich unabhängig von den Details, die uns erst ab 23:00 mitgeteilt werden, man darf inzwischen feststellen, dass die Tückisch-Blauen weiterhin eine Mehrheit in unserem Land haben. Soviel zur Nationalratswahl 2019.

Natürlich liegt dies auch an der schwachen Ansage der SPÖ einen gescheiterten Bürgermeisterkandidaten in den Westen entsorgt zu haben und der genialen Taktik der Kurzen auf deiner eigenen Liste sowohl einen Kandidaten als auch seine innerparteiliche Opposition antreten zu lassen.

Mit Kogler hat sich ein Grüner durchgesetzt, der von Beginn an mitgeholfen hat das Projekt groß zu machen und vermutlich von denen, die das Projekt kürzlich in den Sand gesetzt haben nur deshalb nicht entsorgt werden konnte, weil er in der Steiermark einen starken Rückhalt hatte.
Wer dem „alten Voggi“ in diesem Wahlkampf wirklich zugehört hat, der muss darüber verzweifeln, weshalb die Grüne Schickeria der letzten Jahre einen derartig politischen Denker entsorgen konnte.

Wahlen werden nicht gewonnen sondern verloren.

Trotzdem verwundert, dass Kurz für seinen politischen Hasard belohnt wurde. Ich kann mir das alles nur erklären, dass das Dauerfeuer politischer Skandale inzwischen so abstumpft, dass das den Wählern gleichgültig lässt.

Wir müssen wohl zur Kenntnis nehmen, dass Authentizität siegt.

Ernsthaft, hat irgendwer bezweifelt, dass sich Strache und Gudenus so aufführen, wie sie sich aufgeführt haben? Wen, außer der Krone interessiert, dass sich Politiker Medien kaufen?
Ohlah (SPÖ) wollte sich die Krone kaufen, Raiffeisen hat post Brandstätter seinen Durchgriff auf den Kurier wieder angezogen, die Katholische Kirche hält sich die Presse, daran hat sich das pt. Publikum gewöhnt oder es war im ohnehin egal. Niemanden regt es wirklich auf, dass der ORF an die jeweils Mächtigen weitergereicht wird.

Nachdem die politische Klasse ohnehin desavouiert ist, ändern Skandale das Wahlverhalten kein bisschen.

Solange die Opposition keine glaubhaftere Geschichte findet, weshalb die Politik des smarten Meidlingers gegen die Interessen der Mehrheit läuft, wird er es schaffen, länger als sein Ziehvater Schüssel das Land zu entzweien, umzufärben und unsozialer zu machen.

Written by medicus58

26. Mai 2019 at 22:24

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Bemerkungen zu Van der Bellen – und den Zustand der Umstände

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Gestern hat in jovialem Ton Bundespräsident Van der Bellen ziemlich klar darauf hingewiesen, dass er von allen Bürgern und Parteien erwartet, die heute angelobte Türkise Allein- und Minderheitsregierung unter Bundeskanzler Kurz bis zu den Neuwahlen zu akzeptieren:

„Jetzt ist nicht die Zeit der Wahlkampfreden.“ „Denken Sie nicht daran, was Sie für Ihre Partei kurzfristig herausholen können, fragen Sie: Hilft das Österreich? Hilft es uns im Inneren, stärkt es unsere Glaubwürdigkeit in der Welt?“

Wir kriegen das schon hin

Allgemein wurde das als staatsmännisch bejubelt und irgendwie klang es auch nach Kaiser Wilhelm II:
Ich kenne keine Parteien mehr, nur noch Deutsche. (Link)
Damit stellte er sich vor Bundeskanzler Kurz, dessen Ambitionen nun schon die zweite Regierung gesprengt haben und belohnt ihn mit einem Wahlkampf aus dem Bundeskanzleramt.

Ein bisschen in der Erinnerung gekramt, frage ich mich jedoch ernsthaft, ob da nicht einer Wein predigt den er selbst schon sehr verwässert hat.

Deshalb ein kleiner Rückblick auf den grünen VdB und das IMHO Missverständnis, dass er eine linke, offene Politik vertreten hat, was seine Bejubler bis heute glauben möchten:

Ja, die Grünen waren zum Teil schon so. Zum Beispiel eine eine „grün bewegte Linke„, wie die große Freda Meissner-Blau nannte, die übrigens im Gegensatz zur Novomatic Glawischnig, der man noch 2009 das Großes Goldenes Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich angehängt hat, von dieser Republik bis zu ihrem Tode nie ausgezeichnet wurde.

Natürlich auch der schillernde Günther Nenning und VdBs Dissertant Peter Pilz der jenen dann von der SPÖ zu den Grünen gebracht hat, u.v.a.m., die sich ab 1993 Die Grünen – Die Grüne Alternative (Grüne) nannten.

In dieser Partei fanden sich zwar alle irgendwie im Umweltschutz, aber in Erscheinung und Zielen waren die Mitglieder sehr unterschiedlich und wurden d.h. in der Öffentlichkeit regelmäßig als zerstritten wahrgenommen.
Erst unter Van der Bellen wurde man nach außen hin eine einheitliche Bewegung. Was aber so scheinbar sozial und links daher kam, zuerst (nach seinen Worten) „großzügig linksliberal“ und später „liberal angelsächsischer Prägung“. Das alles als links zu bezeichnen sagt mehr über die eigen politische Position als über den waren Inhalt aus.


Um dieses das Bild einer einheitlichen linken und ökologischen Alternative abgeben zu können behielt VdB einige Kritiker (Voggenhuber et al) in der Partei, sorgte aber intern für beinharte Disziplinierung (Dieter Brosz et al.), so dass der Bürger nicht durch zu viel interne Diskussion verschreckt wurde und die Wahlergebnisse kletterten langsam in die Höhe.

Irgendwie war VdB somit der Erfinder der Message Control in der österreichischen Innenpolitik, die heute die türkise ÖVP perfektioniert hat.

Der Falter schrieb bereits 2007 über den von VdB installierten grünen Machttechniker Brosz sehr kritisch und das „Marxistenblattl“ hat nun wahrlich kein Fernverhältnis zu den Grünen gehabt. Aus Wiener Boden erledigte das Herr Ellensohn.
Van der Bellen hielt damit Bürgerliche an der Urne, die von „zu viel links“ verschreckt würden und gab sich auf Nebenschauplätzen bürgerlich um auch Rechts-der-Mitte anzuziehen. Daneben durften Pilz et al. so ein bisschen Revolution spielen.

Das Konzept scheint bis heute zu wirken, sonst würden nicht alle die-hard Gegner von Tükisch-Blau ihre Hoffnungen in den Bundespräsidenten Van der Bellen setzen, er würde dieses Land vor dem Abgrund bewahren.
Weshalb der Mann, der durch seine Personalpolitik den Untergang der Grünen mit verursacht hat, nun Hoffnungsträger sein soll, erschließt sich mir nicht. Schließlich war er es nach seiner Wahlschlappe 2008, der seine Stellvertreterin Glawischnig als Nachfolgerin vorgeschlagen hat, die nun bei Novomatic, ja was eigentlich tut?

Das linke Vertrauen in VdB beruht wohl ebenso auf einem Missverständnis wie die Überzeugung von (damals) ÖVP-Nationalratspräsident Andreas Khol, Glawischnig wäre eine wunderschöne Marxistin„. Frühere Weggefährten haben übrigens erst sehr spät bei der Kärntnerin politisches Bewusstsein festgestellt und erinnerten sich vielmehr an ihre Liebe zu Äußerlichkeiten und ihre Auftritte in eine Amateurband:

Hochglanz-Fotos der Grünen Frontfrau schmückten die Titelseiten: Im bauchfreien Hochzeitsgewand, mit nach unten gerutschtem Träger beim Blutspenden und auch zuletzt noch mit kurzem Rock auf einem Sofa posierend wie News hämisch protokollierte.

Politisch fiel Glawischnig eher dadurch auf, dass unter ihr all diejenigen, die dieses Projekt groß gemacht haben, aus ihren Funktionen entfernt wurden. Andreas Wabl, Gabriela Moser, Peter Pilz, ….. und durch längst vergessene Küsserkönige oder andere Sternschnuppen ersetzt wurden.

Eine gewisse Stabilisierung der Grünen verdankten diese schließlich dem jetzigen Kandidaten für die EU-Wahl Werner Kogler der (trotz des Alterunterschieds) bereits vor VdB am Grünen Projekt arbeitete.

Die Grünen, gedacht als Stütze einer Umwelt-Demokratie-Sozial-Frauen- und Friedensbewegung und heute auch einer Bewegung für die politische Einigung Europas konnte nur deshalb an einem einzigen Tag zusammen stürzen wie ein Kartenhaus, weil sie vorher zu einem Kartenhaus gemacht wurden, und da spielte VdB eine nicht unwesentliche Rolle.

Wenn Van der Bellen nun ganz staatsmännisch an ein politisch faires Auftreten anderer appelliert, dann sollte man ihn vielleicht erinnern, wie er ins einem eigenen Wahlkampf Frau Griss mit der Nazikeule erschlagen hat und mit welcher „feinen Klinge“ er im ATV Studio vorgegangen ist.

Ich will ja niemandem seinen Hero nehmen, aber so wie VdB spätestens die zweite Hälfte seiner politischen Laufbahn hin gekriegt hat, dafür sollte man sich von ihm nicht in Geiselhaft nehmen lassen, Basti Kurz, den größten Spaltpilz der österreichischen Innenpolitik seit Wolfgang Schüssel, weiter werken zu lassen.

Links:
Mitterlehner, Glawischnig treten zurück, Häupl kämpft seinen letzten Kampf – Kurz sollte kürzertreten
Woher wissen wir, wer die Guten sind?
Vom Journalisten-Kanzler zum Drohnen-Kanzler
Welche Weichenstellung ein Bundeskanzler Kurz wirklich geschafft hätte
Nicht nur ich seh‘ ROT für die Grünen
Inserate: Unter Rot Grün wird alles anders?
Sigrid Pilz: Von Traumjobs kann man nie genug kriegen
Vassilakou untergräbt Glaubwürdigkeit der Grünen
Ein STOP BEAUFTRAGTER für WIEN muss her
Parken und Pudern in Wien – Beispiele einer erfolgreichen Stadtverdrängung
Ich sehe ROT für die GRÜNEN
Superkalifragilistigexpialigetisch – Märchen mit Glawischnig
Nein zum Atom oder Atome sind mir nicht

Written by medicus58

22. Mai 2019 at 20:41

Unvereinbarkeit ist in der Politberatung ein Fremdwort: Don’t be evil

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Weil wir schon wieder wählen durften/mussten wer die nächsten Sondierungsverhandlungen und Koalitionsverhandlungen führen darf, um dann auch die kommende Legislaturperiode vorzeitig beenden zu können, sollte man sich auch einmal darüber Gedanken machen, wer da aller vor und nach einer Wahl unsere Meinung macht.

Sie haben dauernd Hochkonjunktur, all die Experten und Erklärer der politischen Verhältnisse vorallem auch auf den Kanälen des ORF.

Peter Filzmaier, Thomas Hofer und andere erklären, welcher Politiker welche Chancen hat und welchen Aussagen zu trauen ist und welchen nicht.

Ersterer als geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Strategieanalysen, das sich auf seiner Homepage u. a. für

STRATEGIEPAPIERE ZUR ÖFFENTLICHEN POSITIONIERUNG VON POLITAKTEUREN

anbietet und zweiter, der sich wenigstens ganz offen als Politikberater bezeichnet aber natürlich auch noch Geschäftsführer der H&P Public Affairs GmbH ist.

Auch deren Web auftritt ist explizit:
Politische Erfolge von Personen oder Institutionen passieren selten zufällig. Und ohne professionelle Beratung sind sie jedenfalls weniger wahrscheinlich.

Beide sind sehr beliebte Studiogäste, weil rasch auf den Punkt kommend und oft eine Wuchtel nachschiebend;

sowas freut Wolf und Co. nur stellt sich die Frage, ob es nicht doch unvereinbar ist Geld von seinen Klienten zu nehmen und deren Performance dann mit der Attitüde wissenschaftlicher Unabhängigkeit zu analysieren.

Gerade wir in der Medizin wissen, wie schmal der Grad ist auf den man da wandelt, deshalb hat es sich eingebürgert vor Vorträgen und Publikationen die eigenen Sponsoren und allf. Aktienbesitz offen zu legen.

Würde ich auch den Politkommentatoren/-Beratern empfehlen.

Gestern 25.11.19 durfte Thomas Hofer, übrigens Ex-Journalist, in Wien Heute, dem Studio Wien Chefredakteur Paul Tesarek und Häupl Intimus minutenlang erklären, warum die Zeit von Rendi-Wagner abgelaufen ist und was sie politisch alles falsch gemacht hat.

Vermutlich weil er sie nicht beraten hat, weil sie nicht auf ihn gehört hat oder möglicherweise sogar, weil kein Geld mehr für Beraterverträge da ist…

Klar sind The Filz und Hofer elequent und fachlich versiert, nur stellen sie die Politik als eine Frage der besser beratenen Strategie dar und nicht mehr als eine Frage der Inhalte.

Neue Köpfe müssen her, was drinnen ist wohl egal.

Irgendwie befördern sie, wovor sie warnen, Berater eben.

Sie schwadronieren endlos über Politikmüdigkeit und Wählerströme und präsentieren gemeinsam mit den Medien, die sich über billigen Content freuen, Politik als Show, über die wie be Germany’s Next Top Model das Publikum am Ende abstimmen darf.

Kaum ist die Diskussion vorbei, beginnen sie die Performance spitzzüngig zu kritisieren.

Ob man aus sozialpolitischen Gründen alleinerziehende Mütter unterstützen soll?

Inhaltlich egal, nur eine Frage, was es an Stimmen bringt.

Wer den Mix an Scheinobjektivität und Selbstdarstellung am prägnantesten rüber bringt, wird immer wieder eingeladen. Im kleinen Kreis spricht Armin Wolf ganz offen darüber, weshalb ihm live Filzi lieber ist als Sickinger, der kommt in einem Satz auf die Wuchtel, pardon Punkt.

Wenn Baron Cohen zu Recht kritisiert, dass Facebook gegen Geld auch Hitler eine Plattform bieten würde, und Kritiker des SPÖ Schamanen Zeiler diesem zu Recht vorwerfen, schon lange kein Fernsehen sondern nur mehr Gewinn zu machen, dann weist das alles auf den gleichen Sachverhalt hin:

Heute ist alles irgendwie wie Google und Alexa; die vorgeben uns informieren und helfen zu wollen, verfolgen mindestens noch eine weitere Agenda.

Bei der Gründung von Google nahm man sich noch folgendes Motto vor:

Don’t be evil.

Inzwischen verkaufen sie unsere Kreditkartendaten an die Werbeindustrie.

Thomas Hofer präzisiert auf der Homepage seiner Firma H & P:
Nicht angeboten werden Tätigkeiten des direkten Lobbying.

Über indirektes Lobbying steht weder bei ihm noch anderen seiner Gilde etwas.

PS: Gilt sinngemäß auch für die Rosams, Glücks, Kalinas … und all die anderen weniger oft ins Studio geladenen und noch eindeutiger für bestimmte Parteien agierenden Berater.

Written by medicus58

20. Mai 2019 at 18:04

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Nicht nur der Böhmermann hat es gewusst

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Nein, Ihrem Medicus hat niemand das Ibizavideo angeboten, aber dass der stimmenbringende Parvenue Strache für die FPÖ und ihre Unterstützer den nützlichen Idioten (Copyrights Lenin) nur so lange spielen darf, so lange er liefert und danach bedenkenlos gestürzt wird, war dem, der hören kann schon zu dem Zeitpunkt klar, als auf Ibiza bereits die Mikros angingen.

Vor diesem Hintergrund lade ich Sie meine satirischen Texte zu den Wahlen 2013 und 2017 nachzulesen:

August 2013 Der FPÖ Wähler

Nov 2017 Die blauen Schläfer

Wir sprechen mit einem FPÖ Wähler

Written by medicus58

19. Mai 2019 at 14:16

Wenn I abstürz‘, nur mit der AUA

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Als Helmut Qualtinger, alias Herr Travnicek, diese Wuchtel drückte, waren die Austrian Airlines noch der ganze Stolz im Nachkriegs-Österreich.

Viel hat sich seither geändert.

Nicht nur dass Quais und Bronner das Zeitliche gesegnet haben, ist am Pleiteflieger AUA nix mehr österreichisch, als die Steuergelder mit dem er für den neuen Eigentümer Lufthansa gerettet wurde und die weitgehend unhinterfragte Chuzpe, mit der er in deutsche Hand blieb.

Das Service ist ja nicht so schlecht im Vergleich zur Konkurrenz, was jetzt auch nicht allzu viel sagt. Aber patriotische Gefühle stellen sich kaum mehr ein. Das alles erinnert mich an meines Vaters Sager, dass uns in den 30ern nicht einmal mehr die Affen in Schönbrunn gehörten, aber andererseits ist das eh blunz’n im globalisierten Kapitalismus heute.

Es weiß eh keiner mehr, wo die Kühe standen, von denen die Milch im AMA Packerl stammte, wir hoffen, dass zumindest die meisten Landsleute waren. Ja, und seit wir vernommen haben, dass ukrainische Fleisch ganz legal zum EU Produkt wird, wenn man dort die letzte Kruspel entfernt hat, ist das Gewissen wieder besser, wenn wir patagonisches Kalb auf den Griller werfen.

Eh alles schon irgendwie egal.

Um so mehr wundert es einen da, dass bei der kommenden EU Wahl gerade wieder Hurra-Patriotismus angesagt ist, wenn man verspricht dort in Brüssel was für unsere Leute hier erreichen zu wollen.

Bemerkenswert, dass diese Verarschung noch immer funktioniert…

#Ibizagate wird hier ebensowenig ändern wie sich niemand noch erinnert, dass ein Herr Strasser einmal dem damaligen und aktuellen ÖVP Kandidaten Karas vor die Nase gesetzt wurde.

Manche brauchen mehr Red Bull und Alk, manche weniger, wer unser Mandat bekommt, arbeitet für die, die ihm mehr geben können.

Written by medicus58

18. Mai 2019 at 16:35

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Europa glüht: einige Empfehlungen

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Kurz vor der EU-Wahl überbieten sich die Kandidaten in ihrer Selbstdefinition als glühende Europäer.

Da alle auf diesem Kontinent geboren wurden, ist der Überraschungswert des zweiten Teils Ihres Bekenntnis überschaubar und dass sie glühen für sich genommen weder eine positive noch negative Eigenschaft. Ob gute Politik eine erhöhte Temperatur oder gar Fieber voraussetzt, mag bezweifelt werden.

Gleiches gilt für die Erfurcht-heischende Punzierung als Demokraten, sowas behaupten aktuell auch Erdogans und Orbans, LePens und Vilimskys.

Ganz allgemein haben sich vor Wahlen ein paar Empfehlungen bewährt, die kurz in Erinnerung gerufen werden sollen:

Wählen Sie Kanditaten/eine Parteien

nicht wegen seiner Versprechen, sondern seiner vergangenen Taten,

nicht weil Sie ihnen glauben, sonder weil Sie ihm vertrauen können.

Und fragen Sie sich ehrlich, ob Sie von dieser Person einen Gebrauchtwagen kaufen würden.

Written by medicus58

16. Mai 2019 at 15:01

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Bootsunglück Bundesheer: War’s das? Scheinbar nicht …

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Nach der gestrigen Nicht-Verhandlung, die ohne Anhörung der wartenden Zeugen mit einer Diversion endete, schien die Strategie der medialen Einschläferung endgültig geglückt.
Obwohl der erste interne Bericht des Bundesheers sowohl Material- als auch Fahrfehler ausgeschlossen hat, fand später der Gutachter zwei Fahrfehler des Bootsführers (Anschneiden der Welle, nicht Zurücknehmen des Schubs) und meint bis heute, dass der Unfall zu vermeiden gewesen wäre. Bei der Pressekonferenz legte er Wert auf die Feststellung dass die nachfolgende Rettungskette nicht in seinem Prüfauftrag lag …

Wenige Tage vor der anberaumten Verhandlung erfuhren die Medien, dass sich der Bootsführer im Sinn der Anklage (fahrlässige Gemeingefährdung) schuldig bekennen wird. Es bedarf wohl schon geschulten juristischen Gespürs um sich vorzustellen, dass das Instrument der Diversion in diesem Fall angewandt werden kann, um sich sogar ein Urteil zu ersparen. Letztendlich wurde die herbeigeführte Gefahr nach §177 nicht nur herbeigeführt sondern hatte schwerste und bleibende Folgen. Und nicht nur, wie wir gleich sehen werden, für die zwei reanimierten Teilnehmerinnen …

Als praktischen Nebeneffekt glaubte man auch jetzt keine Zeugenaussagen mehr zu benötigen, so einig war man sich, obwohl noch unmittelbar nach dem Unfall die damals noch interessierte Öffentlichkeit mit eben einer solchen Zeugenaussage beruhigt wurde:

Ein Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin schaffte es in die Medien, der dann aber auf die wesentlichen Probleme des Einsatzes nicht einging, da alles „außerhalb ihres Gesichtsfeldes“ passiert ist. Sie habe eine „sehr intensive Erfahrung“ gemacht, die im Nachhinein sogar noch stärker sei, sagte die 34-jährige Wienerin zur APA:

Die Tragik des Unfallausganges sparte man – rechtlich offenbar supersauber aus -, obwohl sie auch der Richterin nachweislich bekannt war. Ungereimtheiten bleiben unhinterfragt, die IMHO auch für die Beurteilung des Bootsführers nicht irrelevant wären:

Wie schon in früheren Stellungnahmen wurde die Suche unterhalb des Bootes (auch vom Bootsführer) eingestellt, weil
Irgendwann sei die Botschaft gekommen, dass „alle da“ seien. Von wem diese Falschmeldung kam, die essentiell für den Ausgang war, scheint niemand zu interessieren. Auch die Diskrepanz zum Pressesprecher des Bundesheers, der dieser Aussage per Twitter wiederholt widersprach („Es war sehr bald klar, dass zwei fehlten“) scheint für die Rechtsfindung belanglos.

Die Staatsanwaltschaft hat weitere Ermittlungen im Sinne eines Organisationsverschuldens des Bundesheeres schon früher eingestellt. Das ist insofern bemerkenswert, da es sich um eine explizite Werbeveranstaltung des Bundesheeres gehandelt hat und schon deshalb auch alles mitgefilmt wurde, um es medial weiterverarbeiten zu können (Girls Day beim Bundesheer cont. ). Gleichzeitig beschwichtigt man, dass angeblich ohnehin alle Schadenersatzforderungen dem Grunde nach von der Republik akzeptiert worden wären und webt neuerlich an dem Mythos, dass bis auf zwei Teilnehmerinnen ohnehin niemand Schaden genommen hätte.

Nun scheint einem der Anwälte der Kragen geplatzt zu sein, und er sprach im Kurier endlich aus, was hinter der mühsam gewebten Nebelwand wirklich ablief:

Bootsunglück:
Opfer wurde Zeuge, wie die Schreie verstummten | kurier.at

Meine Mandantin hat ein psychisches Trauma erlitten. Es hat sogar zu einer Zwangseinweisung in die Psychiatrie geführt“

Die junge Frau hat in einer Luftblase unterhalb des Bootes die Schreie einer der beiden Frauen wahrgenommen, „bis diese irgendwann verstummt sind“.

„Sie hat massive psychische Probleme aufgrund der Tatsache, dass es ihr nicht gelungen ist, die anwesenden Soldaten gleich davon zu überzeugen, dass sich zumindest noch eine weitere Teilnehmerin unter dem gekenterten Boot befindet.

Aussagen, wonach alle Schadenersatzansprüche der Opfer von der Finanzprokuratur bereits dem Grunde nach anerkannt sind, weißt Korisek zurück. Im Falle seiner Mandantin stimme das nicht. „In Bezug auf meine Mandantin ist ein solches Anerkenntnis noch nicht erfolgt.“

Derartige Zeugenaussagen wollte offenbar vor Gericht niemand hören.

Keine noch so schwere Verurteilung des Bootsführers, dessen Beitrag am tragischen Ende wohl kausal aber nicht ausschließlich war, kann den Opfern und ihren Angehörigen ein normales Leben mehr zurückgeben.

Zwei Dinge müssten endlich eingefordert werden:

Eine ehrliche Klärung wer dafür Schuld trägt, dass ein Boot umkippte und wer dafür Schuld trägt, dass niemand so lange unter dem Boot suchte, bis die beiden Eingeklemmten gefunden wurden, weil offenbar irgendjemand am Unfallort die verhängnisvolle Meldung abgab, dass „alle da wären“.

Weiters sollte sich das Bundesheer nicht hinter den Leerformeln der „Anerkennung dem Grunde nach“ verschanzen dürfen, wenn es bereits im ersten dreiviertel Jahr Ungereimtheiten gab, wer für die bisherigen Kosten aufzukommen hat. Am Ende ist es sowieso der Steuer- und Unfall- und Krankenversicherungszahler (bis rezent übrigens auch die AUVA!), aber die Angehörigen brauchen die Sicherheit, dass sie neben ihrem Schmerz nicht mit Dutzenden Anträgen und Ansuchen gequält werden …

Was bisher geschah:

15.9.2018 Das war der Girls’ Day beim Bundesheer, eine Materialiensammlung für alle, die sich ein Urteil bilden wollen 

27.9.2018: Girls‘ Camp cont.; ORF NÖ verliert die Geduld 

1.12.2018 Falsche Spuren im Nebel: Der Endbericht des Bundesheeres kann noch nicht das Ende sein

Written by medicus58

14. Mai 2019 at 06:29

Schafft die Matura endlich ab, nachdem ihr sie schon längst abgeschafft habt

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Alle Jahre wieder sitzt eine Generation von Gymnasiasten mehr oder weniger abgeschnitten von Schummelzetteln, Schmierer und seit einiger Zeit auch WLANs in mehr oder weniger gut bewachten Klassenzimmern und schreiben ihre schriftliche Matura. In etwa einem Monat sprudeln oder stammeln sie dann Antworten auf mehr oder weniger vorbekannte Fragen bei der mündlichen Matura.

In all den Jahrzehnten in denen ich nach meiner eigenen Reifung dieses Treiben – mehr oder weniger persönlich engagiert – beobachte, hat sich viel geändert. Nein, nicht die jetzt so oft besprochene vorwissenschaftliche Arbeit, die gab es unter anderem Namen auch schon bei meiner Matura, aber Zentralmatura, Benotungssysteme, …. all das hat sich zumindest stark verkompliziert, ob verbessert mag jemand anderer beurteilen.

Aber was ich mir erlaube zu beurteilen ist die bedrückende Erkenntnis, dass all der Aufwand für die Katz ist, weil der Zettel weitgehend bedeutungslos wurde:

Noch ist in der Wikipedia zu lesen:

Mit dem Maturazeugnis (oder Maturitätszeugnis) besitzt der Maturant (in Österreich) bzw. Maturand (so die in der Deutschschweiz übliche Bezeichnung) die Hochschulreife und damit die Berechtigung für ein Studium an einer Universität oder sonstigen Hochschule.

Unser hoffnungsvoller Nachwuchs, dem durch die primär Matura-zentrierte Vorbereitung in der letzten Schulstufe sehr viel produktive Lehrzeit gestohlen wurde, in der Neues gelehrt werden hätte können, von all den Maturabällen, Maturastreichen und vorverlegten Maturareisen und –ausflügen rede ich gar nicht, wird aber schmerzhaft erfahren, dass sie das Maturazeugnis zu immer weniger Inskriptionen berechtigt. Auch sind die Zeiten längst vorbei, wo sich ganze Sektoren (Banken, Pharma, ..) noch gerne mit Maturanten geschmückt haben.

Das ganze wird noch absurder, weil man schließlich über eine Studienberechtigungsprüfung schon längst auch ohne Matura studieren kann.

Wozu all der Aufwand weiter betrieben wird, erschließt sich mir nicht, zumal es auch mit dem staatlich attestiertem Reifungsgrad, nach eigener Erfahrung, nicht weit her ist.

Also schlechte Nachrichten an alle (zu Recht) stolzen Maturanten und ihre Eltern:
Unser Bildungssystem wurde (beabsichtigt ?) so durchlöchert und verquert, dass ihr euch mit viel Aufwand durch die Matura keinen besseren Startplatz im Leben mehr erarbeiten konntet, so wie das noch zu meiner Zeit der Fall war.

Aber immerhin seid ihr berechtigt nun viel Geld in Vorbereitungskurse, Paukerkurse und letztendlich in Studiengebühren an dubiosen Privatuniversitäten und FHs zu stecken um zu erkennen, dass Euch auch diese Papierln weniger bringen als ein paar gute Freunde zum richtigen Zeitpunkt, jedenfalls in diesem Land.

Written by medicus58

12. Mai 2019 at 18:18

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Spitalsranking: Freut Euch nicht zu früh

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Wer sich der Mühe unterzieht unsere Medien quer zu lesen erkennt sehr bald, wie viele der Berichte nicht journalistischem Interesse sondern der Message-Control der Politik entspringt.

Die aktuelle Jubelkampagne (Kurier, Österreich, Heute) über das gute Ranking Niederösterreichischer Kleinspitäler (Lilienfeld hat gewonnen, gefolgt von Hochegg) folgt wie bestellt auf die Medienberichte über das Trockentraining im KH Nord nur wenige Tage davor.

Patientenanwalt, eigentlich eher PatientenSTAATSanwalt, weil den kein Patient je gewählt hat, Landespolitiker und – Manager wird die hier im flotten Dreier zur Schau gestellte Freude ebenso vergehen, wie ihren Wiener Doppelgängern:

Man kann sich zwar so positive Berichte bestellen, aber sie bereiten nur die Bühne für die nächste Skandalgeschichte vor, denn

Die Qualität der Gesundheitsversorgung lässt sich nicht wie Hotelbewertungen primär an der Befragungen der Betroffenen messen, oder glauben Sie, dass die Qualität einer Entzugsklinik durch die Zufriedenheit der Patienten an der angeschlossenen Bar zu messen wäre?

Kleine Einrichtungen, die sich komplexer Fälle leicht in Richtung Zentralklinikum entledigen können, haben es leichter zu guten Noten zu kommen, und sind vermutlich auch weniger mit Aggression konfrontiert: Lokal gilt der Grundsatz, man trifft sich immer wieder, wohl eher als im fernen Schwerpunktspital.

Das wichtigste Gegenargument gegen den Jubel des Boulevard bleibt aber dessen Geschäftsmodells: Ich kenne keinen Skandalbericht über Vorfälle im Gesundheitssystem, bei dem dann derartige Jubelberichte als mildernde Umstände erwähnt wurde.

Dann wird dem Trio das Lachen rasch vergehen und sie werden wie immer die Schuld für Missstände nicht bei Politik und Management suchen, sondern auf die Gesundheitsberufe abschieben.

Written by medicus58

12. Mai 2019 at 11:34

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