Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for Juni 2020

Personalvertretung Younion: zwischen Tragödie und Komödie

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Was da gestern ins Postfach flatterte erheiterte und erzürnte. Mit großer Geste (Dank gepaart mit Eigenlob) versandte das Team Gesundheit eine Stoffmaske, deren Sitz in etwa so passt wie der Zeitpunkt ihres Eintreffens: einfach nur daneben.

Als es in den Einrichtungen des KAV, vulgo Wiener GV, zu Beginn der Pandemie kaum genug Schutzbekleidung gab, verschickte die  lokale Personalvertretung Fresspakete mit Knabbergebäck und Süßigkeiten, nun, nachdem in öffentlichen Bereichen die Maskenpflicht bis auf wenige Ausnahmen aufgehoben wurde, bekommen wir Masken nach Hause geliefert, die ausdrücklich nicht im Spital sondern in der Öffentlichkeit getragen werden sollen. Sie sollen auch kein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, obwohl sie uns für mehr Sicherheit in der Öffentlichkeit verhelfen sollen…

Verstehe diesen Koan wer kann.

Also irgendwie ist das Großes Theater, das wir da für unseren Mitgliedsbeitrag bekommen. Die Entscheidung fällt aber mit Sicherheit schwer, ob das noch komisch oder nur noch tragisch ist, wie sehr die Genossen neben der Spur sind.

Written by medicus58

28. Juni 2020 at 08:54

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Political Correctness: der Jungfernspieß

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Aus einer Tripadviser Kritik über ein „gutbürgerliche Restaurant“ :

The Jungfernspiess which was pork medallions wrapped in bacon in mushroom sauce which was delicious.

So weit so gut.

Sitze grad in Bobotown, wo vor lauter politischer Korrektheit der öffentliche Raum von parkenden PKWs geräumt und mit Schanigärten zugerammelt wird und frage mich, ob dieses Gericht nicht gemeinsam mit den kürzlich noch angebotenen Mohren im Hemd (die Autokorrektur will mich hier zu Möhren zwingen) und schon längst gestrichenem Zigeunerschnitzel (wohlgemerkt ein Gericht der und nicht aus dieser Volksgruppe) irgendwen kränkt.

Eine Googelsuche bringt auf Wikipedia et al. keine etymologische Erklärung, außer eine Liste der Restaurants, in denen das Gericht auf der Karte steht.

Der Duden online kennt den Begriff auch nicht und lässt mich grübeln zurück:

Ist es korrekt ein Gericht anzubieten, dem per definitionem noch niemand beigewohnt hat?

Written by medicus58

26. Juni 2020 at 14:29

Das Recht auf Desinteresse

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Irgendwie scheint es sich die Autorin der Potter Bücher mit den Transgendern verdorben zu haben.

Irgendwo trägt ein indigene Volk seinen Häuptling zu Grab, der an Covid-19 verstarb.

Das für seine Feinfühligkeit bekannte Gratisblatt Heute ereifert sich gemeinsam mit „entsetzten Eltern“ , dass in einer Grazer Volksschule die Türken als eine der drei Landplagen bezeichnet werden, die 1480 (neben Heuschrecken und Pest) die Stadt Graz vor über 500 Jahren heimgesucht haben. (Dass es 1480 zwar Osmanen, aber keine Türken waren, entgeht übrigens den Hyperventilierern.)

Irgendwann wird irgendwer uns irgendwas erklären, warum wir in der Krise alles richtig gemacht haben, obwohl jetzt alles irgendwie falsch lief.

Als gebildeter Westeuropäer sollte man das wissen, sollte dazu Stellung nehmen, abwägen, sich für die richtige Seite stark machen, aber was, wenn einem das alles wegen eigener Probleme nur noch am Pürzel vorbei schrammt?

Hat man ein Recht auf Desinteresse, weil sich die anderen das Recht nehmen Ihre Themen zu platzieren? Ich denke schon. Und wenn nicht, dann egal.

Written by medicus58

23. Juni 2020 at 08:01

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Rashomon oder das Lustwäldchen in Linz

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Auch viele, die Kurosawas Meisterwerk nie gesehen haben, kennen vielleicht die Geschichte von Rashomon, dem Lustwäldchen.

Das ganze hat wenig mit Lust zu tun (lost in translation) sondern mit einem undurchdringlichen Dickicht, in dem irgendwo die Wahrheit sein müsste, obwohl sich die Zeugenaussagen massiv widersprechen. Ich kenne den nachfolgenden Vorfall auch nur aus den Medien, aber darum geht es vielleicht gar nicht.

Version eins:

Arzt verließ während OP Linzer Spital und ging in Privatordination, Patient tot

Diese Version lief im Mai durch die Medien und erhärtete den Verdacht, dass Ärzte gewissenlose Gesellen wären, die von mehreren Kirtagen immer ihre Privatpatienten bevorzugen. Darüber finden Sie zahlreiche Links und atemlose Berichte.

Version zwei:

Nach anfänglicher Kündigung lösen Krankenhaus und Arzt das Dienstverhältnis doch einvernehmlich

Da sieht man’s wieder, wir gewissenlose Ärzte könne machen was wir wollen, wir kommen damit fast ungeschoren davon. Dazu finden Sie wenig in den News.

Version drei:

Der Operateur war gar nicht im Dienst sondern ist nur ins Spital gekommen, da keiner der Dienstmannschaft diesen Eingriff durchführen hätte können. Der Tod des Patienten hat laut Obduktion nichts mit dem frühen Abgang des eingesprungenen Operateurs zu tun.

Diese Informationen waren kürzlich den Nachrichten zu entnehmen. Aktuell finde ich aber nur einen Link.

Der Ärztliche Direktor begründete die Entlassung seines Oberarzt es wegen grober Fahrlässigkeit. Dass an den meisten (auch großen) Kliniken dieses Landes die ärztliche Mannschaft so ausgedünnt ist, dass nicht immer garantiert werden kann, dass das geliefert wird, was außen drauf steht, dafür wurde noch niemand entlassen.

Einen Zusammenhang mit dem bewusst hervor gerufenen Mangel an klinisch tätigen Ärzten, Doppelprimariaten, Abteilungszusammenlegungen zwischen weit auseinanderliegenden Krankenhäusern, der Delegation von Entscheidungen an wenig qualifizierte Mitarbeiter, Berufsgruppen oder überhaupt an Verwaltungen, Politik oder Drittfirmen, all das wäre eine vierte Version, über die sie noch weniger Infos bekommen als über die dritte Version, in diesem Unlustwäldchen, zu dem unser Gesundheitssystem wurde.

PS: Die HEUTE Ausgabe stammt aus 2017 und bejubelt die ärztlichen Bereitschaftsdiensten.

Written by medicus58

20. Juni 2020 at 14:47

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Grüne Schizophrenie, die dritte

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Wenn es eine Partei gibt, die politische Korrektheit (PC) wie eine Monstranz vor sich her trägt, dann sind es die Grünen, aber primär bei den anderen, oder wie Bundespräsident VdB sagen würde
„WIR sind nicht SO!
Außer er versitzt sich nach der Sperrstunde, nachdem er die Bevölkerung mehrmals via TV zum Ernstnehmen der Regierungsverordnungen eingemahnt hat.

Da hat er ja mit seiner Nachfolgerin als Parteisprecherin (Superkalifragilistigexpialigetisch – Märchen mit Glawischnig) würdige Nachfolgerin gefunden, die rasch bei Novomatic untergekommen ist, während die Parteifreunde den Glückspielkonzern mit Klagen eingedeckt haben und der beim aktuellen Ibiza-Ausschuss auch keine geringe Rolle spielt.
Woher wissen wir, wer die Guten sind? 

Die Grünen haben es inzwischen zu einer ganzen Reihe gut verdienender Polit-Apparatschiks gebracht (Sigrid Pilz: Von Traumjobs kann man nie genug kriegen), deren Kritik an anderen akut verstummt, wenn die gerade erklommenen Pfründe in Gefahr sind:
In Wien verstummte die Kritik an der seit Jahren angeprangerten Inseraten-Querfinanzierung des Boulevard der Rathaus-Roten (Inserate: Unter Rot Grün wird alles anders?) ebenso schnell wie die Kritik am türkisen Koalitionspartner in Tirol, wenn Dritte als widerwärtiges Luder beschimpft werden, man bleibt und fordert scheinheilig eine Debatte.

Links:
Grüne Schizophrenie, die erste
Grüne Schizophrenie, die zweite


Nicht nur ich seh‘ ROT für die Grünen
Vassilakou untergräbt Glaubwürdigkeit der Grünen
Ich sehe ROT für die GRÜNEN

Written by medicus58

18. Juni 2020 at 07:22

Grüne Schizophrenie, die zweite

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Wie ist es erklärlich, dass sich ein Grüner Sportminister (Kogler) dafür einsetzt, dass sein Heimatbundesland das angebliche Ende der Coronakrise mit zwei Formel 1 Rennen feiert, während eine Grüne Verkehrsstadträtin (Hebein) den normalen PKW Verkehr behindert wo sie kann?

Link: Grüne Schizophrenie, die erste

Written by medicus58

17. Juni 2020 at 07:43

Grüne Schizophrenie, die erste

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Politische Positionen sollen ja vielfältig sein, aber tunlichst nicht in einer Partei, sonst kann man sich des Eindrucks nicht erwähnen, dass es der weniger um die Sache als um sich selbst geht:

Wie kann man gleichzeitig die „AUA retten“ und damit die Investitionen in die dritte Piste am Flughafen Schwechat (Gewessler) und vorgeben das Weltklima zu retten, indem in klammheimlichen Verhandlungen (Hebein) die Autos aus der Wiener Innenstadt verbannt?

So viele Kübel kriegst Du gar nicht in die engen Gassen, was ein Flugzeugstart an Kohlenwasserstoffe verbraucht.

Written by medicus58

16. Juni 2020 at 07:33

Die Ermächtigung zur Maske

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Es gibt wohl kaum noch was, was nicht über die MuNaMaske gesagt wurde. Anfangs Mangelware, also die simplen, nicht die echten, dann Selbstverwirklichungswerkzeug im textilen Werken und schließlich massiv rabattiert in jedem zweiten Fetzenshop der Einkaufsstraßen.

Und jetzt soll alles vorbei sein? Bei uns in Türkis-grünen Landen halt.

Als Amulett als in den Krankenhäusern die Schutzanzüge und FFP2/3 Masken fehlten, war es uns Ersatz für echten Schutz. Auch wenn wiederaufbereitet.

Wehe, wenn da einer in der fast leeren U Bahn seinen Riechkolben blicken ließ, da winkte sehr schnell das Leichentuch und die Frage wurde gellend gestellt, wen der Ungehorsame denn gedenke an den Respirator zu bringen. Memento Bergamo.

Wenn sich die Polizei nicht grad die Urlaubssperre mit Radarpistolen in der 30er Zone vertrieb, dann flexte sie in jede Freundesgruppe, um das Vermummungsverbot durchzusetzen.

Außer in den Öffis und beim Friseur ist jetzt mit all dem Schluss, außer, und da johlen doch die Hühner nach Wochen der Bevormundung, wir zeigen Eigenverantwortung. In einem Kurz Kommentar findet die Wiener Zeitung dass die Masken noch nicht out wären.

Wenn wir tief in uns gehen und „merken, dass es für einen maskenlosen Auftritt zu eng wird“ dann müssen/sollen/dürfen wir uns wieder maskieren.

Klingt ja eh gut und passt in die heute so geschätzte Selbstermächtigung, wenn wir plötzlich entscheiden dürfen, was uns davor nicht gestattet würde, als es sicher ebensoviel Sinn gemacht hätte.

Oder erschoss sich Ihnen der Sinn, weshalb Sie ohne Masken zum Wirten, mit Maske zum Tisch und dann wieder ohne auf das Essen warten mussten?

War Ihnen klar, weshalb die Maskenpflicht für Patienten erst sehr spät eingeführt wurde, für Politiker vor TV Kameras nie und für Polizistengruppen hinter Radarpistolen kaum galt?

Liegt vermutlich an mir, wenn ich mich nach Monaten der zT sinnlosen Gängelung nicht selbstermächtigen will und mich schon jetzt auf die strafenden Blicke frühpensionierter Lehrerinnen im Park freue, wenn mir virusfrei die Sommerhitze den Schweiß auf die Stirn treibt, die Gräserpollen meine Nase reizen und ich dann keine Maske trage. Das mindeste was ich mir erwarte, ist dass sie mich mit der Wiener Zeitung abfotzt.

Written by medicus58

15. Juni 2020 at 16:20

So wird das nix mehr, und das freut die Macht

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Link

The Times of India, eine der größten Zeitungen des Subkontinent, der sich größtenteils durch passiven Widerstand vom Kolonialismus befreit hat, wundert sich über den weltweiten Bilder Sturm, mit dem angeblich Rassismus bekämpft wird.

Es gibt verschiedene Wege, wie die zu Unrecht Mächtigen gestürzt werden können, aber wer glaubt, dass das Zertrümmert von Statuen (oder das Umbenennen von Orten und Plätzen) an den Machtverhältnisse etwas ändert, der verdient keine andere Welt als die unsere.

Written by medicus58

13. Juni 2020 at 14:16

Ohne Worte im Volksgarten

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1823 als erster Park vom Kaiser der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In der Pandemie von einer demokratisch gewählten Regierung geschlossen und erst nach wilden Protesten wieder zugänglich gemacht.

Irgendwann gehen auch wir wieder auf die Straße.

Written by medicus58

2. Juni 2020 at 10:27

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