Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for Mai 2016

WTF: Politiker wollen geliked werden

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In einer gesponserten Einschaltung in den Social Media bettelt der OÖ LH Pühringer um Likes. Nein, nicht um Stimmen, er schlägt grad keine Wahl.
Ist das noch Demokratie V 2.0 oder schon Prostitution auf Gemeinkosten …

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Written by medicus58

31. Mai 2016 at 21:32

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

Doktor auf Abruf

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Kennen Sie die?
Was steht am Straßenrand und ist rot?
Nein, nicht Bundeskanzler Kern, der auf den ÖBB Ersatzverkehr wartet, sondern eine Hagenutte.

Was steht am Straßenrand und ist grün?
Nein, nicht der Radfahrbeauftragte mit einem Patschen, sondern eine Froschtituierte.

Was steht am Straßenrand und ist weiß?
Ein Arzt auf Rufbereitschaft.

Arzt-Bus

Was lange politisch vorbereitet und in einigen Bundesländern und Fächern schon lange exekutiert wurde, wird nun zum letzten Rettungsanker im finanziell maroden Wiener Krankenanstaltenverbund:
Die ärztliche Rufbereitschaft!

Jänner 2016: Fassadenpolitik erreicht inzwischen die Universitäten
https://medicus58.wordpress.com/2016/01/29/fassadenpolitik-erreicht-inzwischen-die-universitaeten/
Dezember 2015: Weihnachten im KAV: Leise rieselt das Vertrauen
https://medicus58.wordpress.com/2015/12/20/weihnachten-im-kav-leise-rieselt-das-vertrauen/
Juli 2014Spezialisierung zur Qualitätsverbesserung ist out, im Spital gibt’s fachärztlichen Pannendienst
https://medicus58.wordpress.com/2014/07/23/spezialisierung-zur-qualitatsverbesserung-ist-out-im-spital-gibts-facharztlichen-pannendienst/
Juli 2012: Die Potemkinschen Spitäler
https://medicus58.wordpress.com/2012/07/11/die-potemkinschen-spitaler

Ja, bitte, warum denn eigentlich nicht?
Die privaten Belegspitäler praktizieren das ja auch und scheffeln Gewinne indem sie nächtens nur einen Dr. med. univ im Dienst haben, den die Pflege anrufen darf, wenn sie nicht mehr weiter weiß….
Dem Gesetz ist Genüge getan und …

Krankenhaus Göttlicher Heiland freigesprochen, obwohl Mängel aufgedeckt wurden. 6.300 Euro Strafe wegen fahrlässiger Tötung – nicht rechtskräftig.
http://kurier.at/chronik/wien/urteil-im-kunstfehler-prozess-gegen-krenkenhaus-goettlicher-heiland-geldstrafe-fuer-turnusarzt/19.431.952

Ja, verlockend ist das ja auch, daheim bei seinen Lieben (vielleicht auch in der Ordi?) zu sitzen und dabei schnelles Geld mit der Rufbereitschaft (außerhalb der maximal 48 Wochendienststunden) zu verdienen , wenn eh nichts passiert …

Mein altes Herz wird wieder jung, wenn sich diese Goldenen Zeiten meiner Ausbildung wiederholen:
Das radiologische Institut, in dem viele Jahre lang der ägyptische MTF die Stellung hielt und schon mal das Lungenröntgen schoss, bis Kollege Facharzt dann doch in den Dienst kam.
Nur nur war das vor Jahrzehnten, wo CTs dort gar nicht durchgeführt werden konnten, nur wenige Radiologen überhaupt interventionell ausgebildet waren und im Ernstfall in unmittelbarer Nähe ein Zentralröntgen zumindest theoretisch den Patienten übernehmen konnte. Ein einziges mal habe ich es geschafft, dass dort doch akut eine Pulmonalisangiografie bei Verdacht auf Pulmonalembolie durchgeführt wurde.

Als im Akutlabor nächtens auch nur eine MTA (heute BA) Dienst versah, die mit der Frage, ob denn die blauen Pünktchen im Blutausstrich Blutplättchen oder Malaria-Erreger wären in einigen Fällen überfordert wurde, aber irgendjemand war dann schon im Dienst, der sich damit etwas auskannte, wenn das private Belegspital seine Patienten nächtens kostenschonend in das öffentliche Krankenhaus transferierte.

Oder die Chirurgie, in der man seinen Hämatokrit im Nachtdienst selbst in die Zentrifuge legen musste, um abschätzen zu können, wie viele Blutkonserven man noch bis morgen früh bestellen muss.

Die Kuranstalt, wo man bei Herzinfarktverdacht seine CK selbst bestimmen musste …. also nicht primär seine eigene CK, schon die des Kurgastes ….

Ja, auch ein Gerinnungs– oder Vergiftungsdienst waren (für ganz Österreich) nur telefonisch erreichbar, aber da ging es ja auch um Empfehlungen zu ganz spezifischen Bereichen und nicht um zeitkritische direkte Interventionen.

Blöd halt nur, dass sich die Zeiten, in denen manche der KAV Berater vielleicht auch mal in die stationäre Medizin gerochen haben, doch drastisch geändert haben:

Schwer kranke, instabile Patienten liegen nicht mehr ausschließlich im Zentralkrankenhaus.
Die Verweildauer der Patienten wurde kürzer, präoperative Vorbereitung? Da lachen ja die Hausinternisten!
Die Diensträder mit zwei fast fertigen Assistenzärzten und einem Turnusarzt als reines Beiwagerl für den Spritzendienst haben wir ja schon längst mit dem Segen des Stadtoberhaupts eingedampft:

382 Mediziner weniger bis 2018: Häupl verteidigt Stellenabbau der Spitalsärzte
http://www.heute.at/news/wirtschaft/Haeupl-verteidigt-Stellenabbau-der-Spitalsaerzte;art69352,1126677

Ja, und was hört man von unsere, hochbezahlten, grünen Patientenanwältin?

25.5.2016: Pilz: Bericht der Wiener Pflege- und PatientInnenanwaltschaft 2015
Viele Anfragen (!!!) beweisen hohes Interesse der Bevölkerung
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160525_OTS0182/pilz-bericht-der-wiener-pflege-und-patientinnenanwaltschaft-2015

Wir haben gespart, koste es was es wolle und sind jetzt sind so richtig effizient und trotzdem Pleite:

In einem internen Brief werden alle Primare aufgefordert, die Ausgaben ihrer Abteilungen deutlich zu reduzieren. Noch heuer sollen 24 Millionen Euro eingespart werden.
http://diepresse.com/home/panorama/wien/4986661/Sparauftrag-an-die-Wiener-Spitaeler

Überstundenverbot für Ärzte
http://diepresse.com/home/panorama/wien/4969427/Ueberstundenverbot-fur-Aerzte

Also jetzt 12,5 Stunden-Diensträder; tagsüber ein Facharzt, wenn das- so im Originalwortlaut aus der GenDir- wirklich erforderlich ist und in der Nacht ein anwesender Arzt mit ius practicandi und bestenfalls ein Facharzt, eine Fachärztin in Rufbereitschaft.
Das spart ungemein.

Wien: Kein Krebsarzt auf der Krebs-Station
http://www.xn--sterreich-z7a.at/chronik/Aerzte-Aufstand-Kein-Krebsarzt-auf-der-Krebs-Station/236102983

NÖ: Spitalsärzteumfrage: Personalknappheit und Dokumentationsaufwand sind gravierendste Probleme
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160504_OTS0090/noe-spitalsaerzteumfrage-personalknappheit-und-dokumentationsaufwand-sind-gravierendste-probleme

Zwar irgendwie komisch, dass noch niemand in einer Großstadt wie Wien die Vorhaltekapazität der Feuerwehr einzusparen vorgeschlagen hat und diese nur einberuft, wenn es wirklich brennt;
bei den Freiwilligen Feuerwehren hat sich das ja auch bewährt.
Die Nachtdienste im Verwaltungsbereich sind auch außen vor,
aber auf die (Originalton Stadträtin Wehsely) für’s Schlafen bezahlten Ärzte kann man ja leicht verzichten.

An all diejenigen KollegInnen, die sich nun für etwas Bereitschaftsgeld die Verantwortung für diese Potemkinschen Spitäler aufhalsen lassen, sollten aber folgendes bedenken:

Auch wenn Sie wegen Ausfall des Handy- oder Telefonnetzes nicht erreichbar waren, tragen Sie weiter die Verantwortung.
Auch wenn Sie wegen Ausfall oder Unfall ihres Transportmittels nicht rechtzeitig anwesend sein konnten, tragen Sie weiter die Verantwortung.
Wenn Sie man Ihnen auch im Falle unverschuldeter Komplikationen nachweisen kann, dass Sie unausgeschlafen waren, tragen Sie weiter die Verantwortung.
Wenn Sie man Ihnen auch im Falle unverschuldeter Komplikationen nachweisen kann, dass Sie nur ein Gläschen hatten, tragen Sie weiter die Verantwortung.

Bisher hat eigentlich die Dienstgeberin die Verantwortung:

Die Sicherung der Gesundheit ist in Österreich eine öffentliche Aufgabe und das Gesundheitssystem ist öffentlich organisiert. Das bedeutet: Bund, Länder, Gemeinden, Sozialversicherung und gesetzliche Interessenvertretungen (z.B. Kammern, Patientenanwaltschaft etc.) sind für verschiedene Teilbereiche des Gesundheitswesens verantwortlich: z.B. Gesetzgebung, Verwaltung, Finanzierung, Leistungserbringung, Qualitätskontrolle, Ausbildung etc.
https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/DasGesundheitswesenimUeberblicktml_LN.html

Die Ärzteschaft steht langsam vor der Frage, ob sie sich für ein paar Kröten diese Verantwortung für eine Gesundheitssystem aufbürden lassen, das derartig ausgehöhlt und insuffizient gemacht wurde, dass eine verantwortungsvolle Patientenversorgung in den städtischen Krankenanstalten oftmals nicht mehr möglich ist.

Kennen Sie den?

Was steht am Straßenrand und ist gelb und abgestempelt?
Eine Postituierte.

 

Written by medicus58

30. Mai 2016 at 18:05

Ich werde nun Reisführer

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London

Treue Leser dieses Blogs wissen es ohnehin, der Medicus reist auch gernehttps://medicus58.wordpress.com/category/reisen/ .
Jetzt möchte ich mich nicht über mein eigenes Gehalt im öffentlichen Dienst beschweren. Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch schon Angebote und Erfahrungen im Bereich des privaten Sektors hatte und wusste dass es da woanders mehr Kröten im Börserls als in der Führung gäbe, aber es brachte mich zum Nachdenken, was heute auf Radio Wien lief:

Ost-Konkurrenz: Preiskampf bei Fremdenführern
Die Wiener Fremdenführer haben derzeit mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Grund seien Billiganbieter aus Osteuropa, heißt es.

Nein, Sie hören bzw. lesen nun von mir keine Neuauflage Mögen Sie Flüchtlinge? (https://medicus58.wordpress.com/2015/09/01/moegen-sie-fluechtlinge/).
Was mich nachdenklich machte war, was mir der ORF über den finanziellen Hintergrund des Problems mitteilte:
Beispielsweise müssten Reisegruppen in Wien für eine zweistündigen Runde je nach Tour zwischen 160 und 250 Euro bezahlen. Ein slowakischer Reiseführer kostet für einen ganzen Tag rund 40 Euro.
Wiener Fremdenführer müssen immerhin eine teure, viersemestrige Ausbildung absolvieren. 

http://wien.orf.at/news/stories/2776955/ 

Also ich hatte inklusive Medizinstudium und eine Facharzt- und Additivfachausbildung eine vierzigsemestrige Ausbildung, von diversen postpromotionellen Ausbildungen und akademischen Stüflein und Treppenabsätzen mal der Anonymität wegen ganz zu schweigen.
Noch vor Abzug meiner Kammer- und PV-Umlagen beträgt mein Grundgehalt unter Berücksichtigung meiner Wochenstundenanzahl (>48, weil halt auch außerhalb der Dienstgeberin in Lehre und Ausbildung tätig) brutto 29€ was netto fast auf die Hälfte schmilzt.

Also, ich werde nun Reiseführer.

Written by medicus58

29. Mai 2016 at 13:24

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

Es ist nicht Aufgabe der Ärzte …

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Patienten zu erklären, wie sie von der Gesundheitspolitik verschaukelt werden: Lesenswerter Artikel: Probleme ohne Ende – http://wp.me/p4acdm-J9

Written by medicus58

27. Mai 2016 at 23:51

Veröffentlicht in Allgemein

SP-Wagner: Engagiertes KAV-Personal stellt PatientInnen-Versorgung jederzeit sicher

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wagner

Eine wichtige Voraussetzung der Vertrauensbasis zwischen Mitarbeiter und Führung besteht darin, dass sich MitarbeiterInnen sicher sein können, dass sich ihre Führung in der Öffentlichkeit schützend vor sie stellt:

19.5.2016:
SP-Wagner: Engagiertes KAV-Personal stellt PatientInnen-Versorgung jederzeit sicher
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160519_OTS0183/sp-wagner-engagiertes-kav-personal-stellt-patientinnen-versorgung-jederzeit-sicher

5.5.2016:
SP-Wagner: Opposition verunsichert PatientInnen
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160505_OTS0036/sp-wagner-opposition-verunsichert-patientinnen

Wenn die Medien in ihrer Sensationsgier Skandale herbei schreiben, wo es nur zu kurzfristigen Unzulänglichkeiten kam, freut es die MitarbeiterInnen wenn dies von oben her richtig gestellt wird:

4.5.2016:
SP-Wagner: Kein Skandal bei angeblichen Gangbetten
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160504_OTS0218/sp-wagner-zu-anschuldigungen-an-kav-kein-skandal-bei-angeblichen-gangbetten

Das öffentliche Gesundheitssystem basiert seit jeher auf der Selbstmotivation vieler MiterbeiterInnen, die seit Jahren gewöhnt sind organisatorischen, budgetären und politischen Hindernissen zum Trotz eine bestmögliche Versorgung der pflichtversicherten Patienten zu gewährleisten.

Auch hier ist es für diese MitarbeiterInnen  essentiell, die politische Führung hinter sich zu wissen:

3.5.2016:
SP-Wagner: Die SPÖ sichert ein Gesundheitssystem für alle WienerInnen 
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160503_OTS0203/sp-wagner-die-spoe-sichert-ein-gesundheitssystem-fuer-alle-wienerinnen

Aber wie ließ „Der Rottenberg“ in seinem vieldiskutierten Blogbeitrag: „Wahlkampf in der U6“ die „Frau des Türaufhalterpaares“ sagen:
Ich ertrage es nicht mehr: Dieses Wegschauen und Schönreden. Die Weichspülrhethorik unserer Politiker – und ich meine unsere Seite: Das halte ich nimmer aus. Weil jeder sieht, was hier los ist. Was passiert. Und schlimmer: Weil man es spürt.
http://www.derrottenberg.com/wahlkampf-in-der-u6/

Ja, wenn die tägliche Wahrnehmung und die Steuergeld-finanzierte veröffentlichte Meinung derart auseinanderklafft, dann dreht sich die Motivation der MitarbeiterInnen rasch ins Gegenteil und Frustration ob der Diskrepanz zwischen Vision und Wirklichkeit macht sich breit.

Für jede gut aufgestellte, optimal strukturierte Firma ist das ein schwerwiegendes Problem.

Für einen Betrieb wie den Wiener Krankenanstaltenverbund mit seiner völlig insuffizienten inneren Managementstruktur, seinem klammen Budget, wechselnden politischen Interventionen, seinem Kompetenzwirrwarr und seinen von Außenstehenden kaum mehr durchblickbaren Doppelgleisigkeiten, der nur noch durch die Kompensationswilligkeit und -fähigkeit einer seit Jahrzehnten eingearbeiteten Belegschaft am Laufen gehalten wird, ist eine solche Frustration letal.
Dies wird den KAV zerstören und die Frage aufwerfen, welcher anderer Gesundheitsdienstleistungsanbieter die Versorgung der pflichtversicherter Patienten übernimmt, die auf Grund der Komplexität und Chronizität ihrer Erkrankungen kein „Geschäft“ darstellen.

Written by medicus58

22. Mai 2016 at 13:09

Krankenhaus EDV: erfassten Widerspruch im Anlassfall

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Ohne Worte, weil die ohnehin unverständlich sind …

EDV

also, geschätzte Patienten, freuen Sie sich auf die Transparenz Ihrer Krankenakte,
vielleicht verstehen wenigstens Sie was da drinnen steht, aus unserer Sicht wirkt das alles sehr, sehr WIRR ….

im Verlaufe des Tages kam dann noch das:

die in der Zwischenzeit angefallenen -Widerspruch im Anlassfall SOO- zu erfassen

EFV2

Also für jeden Liebhaber des Dadaismus eh klar, …

Links:

KAV-IT: Ohne Worte https://medicus58.wordpress.com/2015/06/25/kav-it-ohne-worte/ 
KAV-IT: Die Problemverursacher übernehmen die Macht https://medicus58.wordpress.com/2013/03/15/kav-it-die-problemverursacher-ubernehmen-die-macht/
und da war da noch ELGA https://medicus58.wordpress.com/2015/03/06/und-da-war-da-noch-elga/

Written by medicus58

17. Mai 2016 at 17:10

Zu früh gefreut

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Rücktritt vom Rücktritt

Wehsely zieht es aber vor in Wien zu bleiben …..

http://tvthek.orf.at/program/Wien-heute/70018/Wien-heute/12740218/Kein-Wechsel-von-Sonja-Wehsely/12742056

Schade, Kurz vs. Wehsely wäre in der Regierung ziemlich lustig geworden: https://youtu.be/DSjeMCPn8I0

Written by medicus58

16. Mai 2016 at 20:12

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Ärztearbeitszeit: Wien spart zwar Ärzte ein, will aber gemeinsam mir den anderen Ländern Zusatzmilliarde für Einführung der 48h Woche
Ziemlich dreist, Renate
http://wp.me/p4acdm-J6

Written by medicus58

15. Mai 2016 at 13:23

Veröffentlicht in Allgemein

Ciao, Sonja Ciao; Leider nicht (16.5.) aber JETZT !!!

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Wehsely

Am 13.5. 2016 schrieb ich den ersten Teil dieses Beitrags als man hoffen konnte, dass Sonja Wehsely in Kerns Regierungsteams wandert:

Das Protestlied Bella Ciao wurde von den Reispflückerinnen der ehemaligen italienischen Provinz Terre d’Acqua gesungen und
beklagt die harten Arbeitsbedingungen unter einem Chef, der „mit einem Stock in der Hand“ die Arbeit überwacht,
das Leben „aufzehrt“ und obendrein wenig zahlt. (Originaltext auf https://de.wikipedia.org/wiki/Bella_Ciao)

Für uns Wiener wird es offenbar ebenfalls Zeit, der ehemaligen Stadträtin für „Integration, Frauenfragen, KonsumentInnenschutz und Personal“ und
seit  25. Jänner 2007 Stadträtin für „Gesundheit und Sozialesein freudiges Ciao nachzurufen, da sie der zukünftige SP Bundeskanzler Kern offenbar
in seinem zukünftigen Kabinett haben möchte.

Ob er sich da nicht in seiner Dankbarkeit die Falsche ausgesucht hat, schließlich war es Sonjas Schwester, Tanja Wehsely,
die als erste lautstark den Sturz Werner Faymanns eingefordert hat,
(http://derstandard.at/2000035801500/Wiens-SPOe-Gemeinderaetin-Tanja-Wehsely-spricht-sich-fuer-Ruecktritt-von)
oder einfach von der vergleichbaren Biografie als ehrgeiziger SP-Parteiadel und Netzwerker angezogen wurde, egal.

Kern will Wehsely und es wird Zeit für eine Leistungsbilanz.

Dass die Presse Wehsely dem linken Flügel der Sozialdemokratie zurechnet (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4987567/Sonja-Wehsely_Roter-Parteiadel-und-linker-Flugel),
scheint nur von einem weit rechts angesiedelten Standpunkt nachvollziehbar und wenn man übersieht, dass die im Stakkato abgesonderten milieutypischen Worthülsen mehr dazu angetan sind dem Gegenüber die Luft und weniger die Argumente zu nehmen und dass für Wehsely Gewerkschaften ausschließlich als Werkzeug gesehen werden, Mitarbeiter mundtot zu machen. 
Vielleicht glaubte die Presse auch, dass es etwas mit Sozialdemokratie zu tun hatte, wenn Tony Blair unter dem Deckmantel von New Labour seine neoliberale Vorgängerin in Auslagerungen, Privatisierungen und dem Ausverkauf staatlichen Besitzes  zu übertreffen suchte.
Jedenfalls finden sich genügend derartig wirre Vögel im Vorzimmer von Frau Wehsely.

Das unvergessliche  „Herr Minister, geh bitte!“ mit dem sie sich in ein Interview mit Außenminister Kurz einmischte,
die öffentliche und höchst persönliche Demontage des Wiener Ärztekammerpräsidenten und ehemaligen Parteifreundes Szekeres, als dieser schließlich doch seine Zustimmung zu den massiven Personalreduktionen im KAV zurück gezogen hat und
die berufliche Hinrichtung des Gründers der unliebsamen Ärztegewerkschaft Asklepios (Räderwerk der Macht: Wie das alles zusammenhängt https://medicus58.wordpress.com/2016/03/02/raederwerk-der-macht-wie-das-alles-zusammenhaengt/),
das war vielleicht so links wie ein stalinistischer Schauprozess, aber kaum in der Tradition eines demokratischen Sozialismus.

PSST: Ohne Worte https://medicus58.wordpress.com/2016/04/21/psst-ohne-worte/

Es steht ja noch nicht fest, ob Wehsely zur Kanzleramts- oder Gesundheitsministerin aufsteigen wird, aber für beides wäre vielleicht etwas mehr Weitblick nötig, als sie es in ihrem bisherigen Wirkungsfeld bewiesen hat.
Die lautstarken Auseinandersetzungen, die offenen Drohungen und der enorme politische Druck mit dem sie dann die EU-Arbeitszeitrichtlinie ein halbes Jahr nach Inkrafttreten des österreichischen Ärztearbeitsgesetze durchboxte hätte sie uns vielleicht ersparen können, hätte sie nicht noch ganz kokett  am 14.Dezember 2014 erklärt, keinen Zeitdruck für die Aufnahme von Verhandlungen zu sehen (http://derstandard.at/2000009605924/Aerztearbeitszeit-Wehsely-sieht-keinen-Zeitdruck-fuer-Loesung-in-Wien).
Eineinhalb Jahre später hagelt eine Weisung nach der anderen auf die Ärzte im KAV, weil noch immer nicht klar ist, wie unter den bestehende Regeln mit dem bestehenden Personal und Budget eine vernünftige Diensteinteilung erfolgen soll.

Überhaupt ist der Wiener Krankenanstaltenverbund der beste Befähigungsnachweis für Frau Wehsely Sonja:

Das von ihrer Entdeckerin Mag. Brauner geerbte und zum Milliardenprojekt versemmelte Krankenhaus Nord.
Ein Spitalskonzept 2030, das seit seiner Erstpräsentation 2011 permanent verändert wurde und letztlich in ein gigantisches Leistungs- und Kostenreduktionsprogramm mündete und unter dessen Deckmantel immer mehr Abteilungen geschlossen oder zusammengelegt, Leistungen für die Patienten kontingentiert und das Personal ausgedünnt und vertrieben wird.
Ein aufgeblähter nationaler und internationaler Beraterklüngel  und Generaldirektor im Naheverhältnis zur privatisierten Medizin, der jährlich Millionen verschlingen und das Schlimmste aus Privatwirtschaft und Beamtenwesen in den KAV hinein trugen.

Fragen Sie nur irgendjemanden im Wiener Krankenanstaltenverbund, wie er derzeit seine Arbeitsbedingungen empfindet und sie werden die Leistungen der ehemaligen Stadträtin für Personal beurteilen können. Auf http://www.kiv.at/gesundheit/artikel/4873/der-wiener-kav-steht-kopf lässt sich das Schwarzbuch Kranker Anstaltenverbund herunterladen, das lesenswerte Interviews verschiedener Berufsgruppen enthält, die zeigen, wie sehr derzeit die 30.000 Mitarbeiter im Wiener KAV Kopf unter Druck stehen.
Wie es aussieht, hat Sonja Wehsely für den Augenblick ihr Zerstörungswerk in Wien abgeschlossen und bekommt die Chance ihre Fähigkeiten nun ausschließlich bundespolitisch einzubringen,
in den diversen und perversen Gesundheitsreformen war sie ohnehin in Sachen Potemkinsche Spitäler (Reform=Stillschweigen zur Errichtung eines Potemkinschen Dorfes https://medicus58.wordpress.com/2012/02/16/reformstillschweigen-zur-errichtung-eines-potemkinschen-dorfes/ ) und PHCs (Für wie blöd halten uns die eigentlich? https://medicus58.wordpress.com/2015/08/31/phc-fuer-wie-bloed-halten-uns-die-eigentlich) höchst aktiv.

Dass Sie noch vor den Wiener Wahlen versprochen hat, die vier Arbeitpakete (Arbeitszeit, Personalausstattung, Rahmenbedingungen, Weiterentwicklung der Besoldung) die ihr VertreterInnen von Gewerkschaft und PV im Wiener KAV übergeben haben im Sinne der MitarbeiterInnen auszuverhandeln, kann sie nun getrost vergessen und über das Team Gesundheit der Younion HGII (http://www.teamgesundheit.at/) herzlich lachen.

Den einzigen persönlichen Vorteil den ich dabei sehe liegt darin, dass meine bisher nur lokalpolitisch relevanten Blogbeiträge, die sich mit dem Wiener Gesundheitssystem beschäftigt haben, nun auch für Leser aus anderen Bundesländern aktuell werden.
Vermutlich wird mir ihre Pressesprecherin auch weiterhin folgen und ich kann nur befürchten, dass ich hier zukünftig die Pressesprecherin von Susanne Herbek (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4988485/Kern-soll-nun-Haeupls-Problem-losen_Wiener-Konflikt-droht-auch-im?) begrüssen muss, oder eben die Kanzlerjägerin Tanja ….
Am 16. 5. musste ich dieses PS anfügen: Habe mich leider geirrt: http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Wehsely-sagt-Kern-ab/235879569

Nach noch mehr KH Nord-, Gangbetten- und Kindergarten-Enthüllungen und kurz vor der Präsentation von zwei Rechnungshofberichten heißt es doch CIAO, SONJA CIAO und wir beleuchten noch mal schnell einer ihrer offenkundigen Widersprüchlichkeiten:
http://www.krone.at/oesterreich/erster-paukenschlag-in-wien-wehsely-tritt-ab-wirbel-in-der-spoe-story-548595

Heute, am 13.1.2017 erklärt Wehsely in einer Pressekonferenz, dass sie seit Monaten einen Schritt in die Privatwirtschaft erwogen hat.
Ganz so kann das aber kaum stimmen, hat sie sich doch nach dem Sturz Faymanns, nicht zuletzt durch sie und ihre Schwester Tanja betrieben, sich doch offenkundig dem neuen Bundeskanzler als Ministerin angedient, wobei die Regierungspakt zumindest offiziell nicht als Teil der Privatwirtschaft gilt.
Noch im Mai 2016 klang das auch nicht so ganz nach entschlossenem Sprung in die Privatwirtschaft: „Das Angebot ehrt sie sehr, aber sie nimmt es nicht an.“ Sie habe sich entschlossen, in Wien Stadträtin zu bleiben.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160516_OTS0048/oesterreich-wehsely-sagt-kern-ab

und selbst im heutigen Profil heißt es: Aber im Grunde war es schon so, dass ich in 99 von 100 Tagen gern in der Früh ins Rathaus gekommen bin“, beteuerte Wehsely.
http://www.profil.at/oesterreich/wehsely-haeupl-wien-siemens-7938255

Aber wenn Sie nun zu Siemens geht, dann hat das wirklich auch private Aspekte.
Schließlich war ihr Vater  Hans Wehsely (Jg. 1943) u.a. Leiter des Beteiligungsmanagements und im Aufsichtsrat bei Siemens AG Österreich.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110125_OTS0075/bmukk-hans-wehsely-neuer-vorsitzender-des-kuratoriums-des-belvedere

Also doch, Ciao …..
Links (fragen Sie aber vorher Ihren Arzt) 

Jänner 2017:
Indische Betten: Die Betten am Ende des Ganges (Director’s Cut) https://medicus58.wordpress.com/2017/01/11/indische-betten-die-betten-am-ende-des-ganges-directors-cut/ 

November 2016:
Zieht sich da jemand rechtzeitig zurück um nicht dabei gewesen zu sein? https://medicus58.wordpress.com/2016/11/04/zieht-sich-da-jemand-rechtzeitig-zurueck-um-nicht-dabei-gewesen-zu-sein/

Oktober 2016:
Streikentschädigung: sind wir wieder gut … https://medicus58.wordpress.com/2016/10/08/streikentschaedigung-sind-wir-wieder-gut/

September 2016:
Wehsely: Alles nicht haltbar https://medicus58.wordpress.com/2016/09/29/wehsely-alles-nicht-haltbar/
Warten Sie auch so lange auf Ärzte, Frau Wehsely? https://medicus58.wordpress.com/2016/09/04/warten-sie-auch-so-lange-auf-aerzte-frau-wehsely/

März 2016:
Masterplan: Wir sparen, koste es was es wolle https://medicus58.wordpress.com/2016/03/16/masterplan-wir-sparen-koste-es-was-es-wolle/
Pflichtversicherte seid ihr wirklich so dumm? https://medicus58.wordpress.com/2016/03/04/pflichtversicherte-seid-ihr-wirklich-so-dumm/

Wartezeiten, stilles Regulativ im Gesundheitssystem https://medicus58.wordpress.com/2016/02/08/wartezeiten-stilles-regulativ-im-gesundheitssystem/

Februar 2016:
Widerliche Wiener Widersprüche https://medicus58.wordpress.com/2016/02/12/widerliche-wiener-widersprueche/ 

Jänner 2016:
Zur Quadratur des Kreißsaals https://medicus58.wordpress.com/2016/01/28/zur-quadratur-des-kreisssaals/

Dezember 2015:
Weihnachten im KAV: Leise rieselt das Vertrauen https://medicus58.wordpress.com/2015/12/20/weihnachten-im-kav-leise-rieselt-das-vertrauen/
Schwerpunktbildung ist das gesundheitspolitische Codewort für Einsparung https://medicus58.wordpress.com/2015/12/04/schwerpunktbildung-ist-das-gesundheitspolitische-codewort-fuer-einsparung/

September 2015: 
Wien 2015: Wählen wir eigentlich Wehsely? https://medicus58.wordpress.com/2015/09/23/wien-2015-waehlen-wir-eigentlich-wehsely/
Dem Wiener Gesundheitssystem droht der Kollaps https://medicus58.wordpress.com/2015/09/16/dem-wiener-gesundheitssystem-droht-der-kollaps/

Juni 2015:
KAV: Wo bleibt die Informationspflicht der Bevölkerung, wenn Spitäler still stehen? https://medicus58.wordpress.com/2015/06/19/kav-wo-bleibt-die-informationspflicht-der-bevolkerung-wenn-spitaler-still-stehen/

Mai 2015:
Wird der KAV privatisiert? Ein Indizienprozess bei dem wir baden gehen. https://medicus58.wordpress.com/2015/05/26/wird-der-kav-privatisiert-ein-indizienprozess/
PHC: Entwarnung, alles wird gut https://medicus58.wordpress.com/2015/05/20/entwarnung-alles-wird-gut/
Die Leere nach dem Sturm bzw. die Lehre aus dem Sturm https://medicus58.wordpress.com/2015/05/11/die-leere-nach-dem-sturm-bzw-die-lehre-aus-dem-sturm/

April 2015: 
Wehsely-Leak V 2.0 oder Indische Betten: die Betten am Ende des Ganges https://medicus58.wordpress.com/2015/04/20/wehsely-leak-v-2-0-oder-indische-betten-die-betten-am-ende-des-ganges/
Nordlichter, weshalb der Stadt für Ärzte und Pflege kein Geld mehr bleibt https://medicus58.wordpress.com/2015/04/30/nordlichter-weshalb-der-stadt-fur-arzte-und-pflege-kein-geld-mehr-bleibt/
Die Teillösung der Volllösung einer Verarschung https://medicus58.wordpress.com/2015/04/15/die-teillosung-der-vollosung-einer-verarschung/
Das rote Osterei für den KAV https://medicus58.wordpress.com/2015/04/04/das-rote-osterei-fur-den-kav/

März 2015:
Online Petition: Die GdG vertritt uns Ärzte nicht, Frau Wehsely! https://medicus58.wordpress.com/2015/03/19/online-petition-die-gdg-vertritt-uns-arzte-nicht-frau-wehsely/

Februar 2015:
Wehsely finanziert die Wiener Gebietskrankenkasse und keinen stört’s https://medicus58.wordpress.com/2015/02/27/wehselys-finanziert-die-wiener-gebietskrankenkasse-und-keinen-storts/ 
Wehsely Leak: Ist die Mauschelei am Ende? https://medicus58.wordpress.com/2015/02/16/wehsely-leak-ist-die-mauschelei-am-ende/

Jänner 2014:
Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration https://medicus58.wordpress.com/2014/01/13/spitalskonzept-2030-und-die-wehsentliche-wandlungen-seiner-produktdekleration/

Dezember 2013:
Meet SPÖs First Couple https://medicus58.wordpress.com/2013/12/05/meet-spos-first-couple/

November 2012:
Krone vs. Ärzte und die PK von Wehsely und Häupl, jetzt wirds brutal ..  https://medicus58.wordpress.com/2012/11/14/krone-vs-arzte-und-die-pk-von-wehsely-und-haupl-jetzt-wird-brutal/

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13. Mai 2016 at 19:15

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Testen Sie die Managementfähigkeiten des neuen SPÖ Chefs

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Kern

Versuchen Sie auf dem ÖBB Portal Scotty ein Bahnticket zu bestellen ….

4.3.2016 Kurier: Radikale Umstellung des Webportals sorgt für Kundenfrust bei vielen Bahnfahrern.
http://kurier.at/wirtschaft/oebb-neues-online-ticketing-mit-tuecken/184.713.904

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12. Mai 2016 at 21:06

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