Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for Juni 2022

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 4

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Was bisher geschah: Teil 1, Teil 2, Teil 3

Teil 3 schloss mit der Unmöglichkeit genau dort ein Mietauto vorzubestellen, wo das Hotel über zwei Gehstunden vom nächsten Ort entfernt war. In den folgenden Tagen checkte ich wiederum alle Vermieter durch, ob nicht doch zwischenzeitlich ein farbarer Untersatz auf den Markt gekommen wäre, aber vergeblich.

Eine Anfrage bei unserem Hotelier brachte zwei Vorschläge für kleinere Vermieter, die ich probieren könnte. Von einem hatte ich längst mehrfache Absagen, vom anderen fand sich leider keine E-Mailadresse, nur eine Telefonnummet, die sich im portugiesischen Onlinetelefonbuch als Mobilnummer herausstellte.

Im festen Glauben, dass ohnehin inzwischen jedes Handy SMS „versteht“ ersuchte ich so erfolgreich um eine E-Mailadresse an. Schlechte Erfahrungen mit unterschiedlich guten Englischkenntnissen am anderen Ende einer suboptimalen Telefonleitung, ließen mich auf eine schriftliche Konversation setzen.

Gerade zu diesem Zeitpunkt waren auch unsere Medien voll der Meldungen über Post-Corona Engpässe bei Mietautos, weil offenbar viele Vermieter ihre Flotte lieber verscherbelten als am Parkplatz verrosten zu sehen. Später waren die Lücken aber angesichts überlasteter Lieferketten nicht mehr so schnell zu schließen.

48h später ersuchte man um Kopien von Pass, Führerschein und Ankunftsflug. Zumindest bin ich jetzt im Besitze einer E-Mail eines mir unbekannten Gegenübers, der mir versicherte, mit einem Auto am Flughafen auf Pico auf mich zu warten.

Inzwischen häuften sich auch Meldungen über reihenweise abgesagte Flüge und gestrandeter Fluggäste und die Covidzahlen blieben in Portugal hoch, doch heute konnte ich mir die Boardingpasses für die beiden Flüge von Wien nach Lissabon und von dort weiter nach Sao Miguel ausdrucken.

Was kann da noch schief gehen, wenn es morgen los geht? Keine Ahnung aber manche böse Vorahnung, Sie werden es aber hier lesen.

Written by medicus58

30. Juni 2022 at 17:02

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Ist diese Ärztekammer noch eine Kammer für Ärzte?

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In den selten stillen Kämmerchen unserer Standesvertretung ist es gerade wieder einmal lauter.
Das wäre kein wirklich schlechtes Zeichen, wenn es so wie im Wahlkampf 2017 auch vor der Wahl der Ärztevertreter zu lebhaften Diskussionen gekommen wäre. Da war aber so viel Funkstille, dass es sich hier nicht mal lohnte gesondert darauf einzugehen.
Wird nach einer Entscheidung plötzlich diskutiert ist das ein untrügliches Zeichen, dass da viel falsch gelaufen ist.
Ja, man fürchtete sich vor der Wiener Wahl medial begleitet vor der MFG, was letztendlich aber dann kaum wahlentscheidend war. Außer von Steinharts Vereinigung, flatterten von den großen Fraktionen nur vereinzelte Folder ins Postfach, von den kleinen, kostenbedingt, gar nix.
Viele hatten nach zwei Amtsperioden vom Szekeres genug, er scheinbar auch, und es war klar, dass Steinhart sein langes Kammerleben endlich mit der Funktion des Kammerpräsidenten krönen wollte und dafür auch genug Finanzen hatte. Das dann als Reformkoalition über Steinharts beliebteste PR Agentur (B&K – Bettschart und Kofler Kommunikationsberatung) bezeichnen zu lassen war Eingeweihten gleich etwas des weniger Guten zu viel, aber: Hart geht`s weiter in der Wiener Ärztekammer, Steinhart

Während ich bereits 2017 andiskutierte, dass die von Szekeres gezimmerte Koalition die beiden großen ärztlichen Kurien (Niedergelassene, wo Steinhart stark ist und Angestellte) nicht abbildet (WÄK Wahl: Die Würfel scheinen gefallen), hat die jetzige Koalition das umgekehrte Problem, auch wenn das von den Medien nicht so berichtet (oder verstanden) wurde.
Ja, wie die meisten Kammern sind Frauen in der oberen Etage der ÄK traditionell massiv unterrepräsentiert, was auch zu einigen Medienberichten führte.
Traditionelle Kritiker der Ärztekammer wie der nach Eigendefinition Versorgungswissenschaftler Pichlbauer bewarfen im Netz Steinhart mit ganz anderen Kritikpunkten:
rezeptblog als 1996 in der Regierung beschlossen wurde bis 2001 eine einheitlicher Leistungskatalog zu entwickeln, war es STEINHART, der dagegen war, als 2005 die Entwicklung dann begonnen wurde, war es STEINHART, der sie boyokttierte, als 2014 ein solcher Katalog für die Spitäler entwickelt wurde, war es STEINHART, der die Mitarbeit der Ärztekammer untersagte. Als 2019 die KAssenfusion anstand und eine einheitlicher Katalog zu verhandeln gewesen wäre, war es STEINHART, der jede Verhandlung ablehnte. Statt dessen wurde eine Katalog quodlibet kammerintern entwickelt, der jetzt das Resultat der „langjährigen Forderung“ der Ärztekammer sein soll – es ist ein reines MAchtspiel eines alten weißen mannes Link

Für das Verständnis des aktuellen Tumultes, der seinen Ausgangspunkt schon bei der Wahl zum Wiener Ärztekammerpäsidenten (Voraussetzung, um Bundeskammerpräsident zu werden) hatte sind mE drei Dinge essentiell:

  1. Die meisten Ärzte haben keine Hoffnung mehr, dass sie von der ÄK vertreten werden und sind so mit den Folgen der schlechten Vertretung (Bürokratie) in der täglichen Arbeit beschäftigt, dass ihnen auch keine Zeit bleibt sich mit Standespolitik zu beschäftigen
  2. In der ÄK (vermutlich in allen Kammern) wurde und wird immer alles von wenigen vorbesprochen, so dass Diskussionen vor Abstimmungen völlig sinnlos werden, weil die Positionen vorab bezogen sind. Was bleibt sind Geschäftsordnungstricks.
  3. Die (gesetzlich aufgezwungene) Aufspaltung der Ärzteschaft in einzelne Kurien verstärkt das Gefühl in seiner jeweiligen Position schlecht vertreten zu sein (divide et impera). Damit wurde und wird traditionell auch Politik gemacht.

Um eine Mehrheit in der Wiener Kammer zu bekommen, musste Steinhart zu seiner immer satten Mehrheit bei den Niedergelassenen (warum eigentlich?) auch Unterstützer bei Turnusärzten und Angestellten finden. Wie seine Vorgänger schmiedete er diese aus den traditionellen „Überläufern„, die nach der Wahl sich plötzlich bei einer anderen Fraktion wiederfinden und einem fast 45- jährigen, ehemaligen Finanzreferenten unter Szekeres (Dr. Stefan FERENCI, geb. 15.09.1977), der trotz seiner Vita (2015 bis 2017 Oberarzt, seit 2018 Kassenordination in Baden, Wahlarztpraxis in Wien) nun im Wahlkörper der Turnusärzte für Turnusärzte kandidierte. In der ÄK in NÖ vertritt er übrigens die Fachärzte (Kurier).

Als nun in der Österreichischen Ärztekammer die Gremien gewählt wurden, wurde mit dem Unfallchirurgen Dr. Harald Mayer ein weiteres Urgestein der Kammerpolitik (seit 19 Jahren Obmann der Bundeskurie angestellte Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer) in seinem Amt bestätigt und, sie werden sich vielleicht wundern, sein 1.Stellvertreter wurde der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie Dr. Ferenci.
Bei dem Mangel an Jugendpsychiatern in diesem Land, darf man vielleicht die Frage stellen, ob die wenigen ärztlichen Kapazitäten nicht besser in der praktischen Medizin als in multiplen Kammerfunktionen genutzt werden sollten bzw. wie viel Aufwand all die Posten denn bedeuten, wenn man daneben zwei Praxen in zwei verschiedenen Bundesländern betreiben kann, aber natürlich müssen wir uns freuen, dass es trotzdem noch Kollegen gibt, denen die Standespolitik ein Anliegen ist. <end of irony>
Die Freude war dann aber vielleicht doch nicht so groß, wenn man über die Umstände der Wahl heute im Kurier liest:
Haben die Spitalsärzte die falschen Vertreter bekommen?
Der Vorgang war, nun ja, doch speziell: Als es vergangene Woche in der Bundeskurie der angestellten Ärzte darum ging, einen Chef zu wählen, boykottierten gleich vier Bundesländer die Abstimmung, indem sie den Raum verließen. Der Grund des Protests: Es sei keine Frau und auch kein JungärzteVertreter bei der Postenbesetzung berücksichtigt worden.

Man kann den Vorgang als übliches Polit-Hickhack abtun, das sich schon bald wieder beruhigen wird, wenn alle mit ein paar Pöstchen oder anderen Goodies zufriedengestellt wurden, die Frage, ob diese Ärztekammer noch eine Kammer für Ärzte ist, wird uns aber bleiben. M.E. geht es da in Wirklichkeit auch gar nicht um die fehlende Repräsentanz der einzelnen ärztlichen Funktionen und Geschlechterparitäten, sondern um ein gewachsenes Netzwerk nur mehr formal demokratischer Berufskämmerer.

Man muss sich doch nur die Frage stellen, weshalb Steinhart es seit 33 Jahren in der Kammer erst jetzt und noch dazu einstimmig zum Österreichischen Ärztekammerpräsidenten geschafft hat, obwohl sein Mentor Dorner ihn bei seinem Rückzug schon als Nachfolger empfohlen hat. Schwer vorstellbar, dass jemand wie der ehrgeizige Oberösterreichische Ärztekammerpräsident Dr. Peter Niedermoser, der noch ein starker Gegenkandidat gegen Szekeres war, nicht auch Ambitionen auf den Job hat, mit dem Steinhart seine Karriere endlich krönen konnte.

Niedermoser war bereits in der Hochschulpolitik tätig, dann bis 2001 stellvertretender Kurienobmann der angestellten Ärzten in Oberösterreich, gleichzeitig Obmann der Bundessektion der Turnusärzten in der Österreichischen Ärztekammer. Zwischen 2003 und 2005 war er Vizepräsident der Ärztekammer für Oberösterreich, bis er bis heute nach Otto Pjeta das Präsidentenamt in Oberösterreich mit satten Mehrheiten innehat. Daneben ist er Vorsitzender des Bildungsausschusses der ÖÄK, und seit 2013 Präsident des wissenschaftlichen Beirats der Akademie der Ärzte, also dieses Gremium, das u.a. aus Turnusärzten fertige Ärzte macht. Kurz vor der jetzigen Wahl zum Österr. Ärztekammerpräsidenten ließ er jedoch ausrichten, dass er nicht zur Wahl antreten werde.

Dieser Sinneswandel wird erst klarer, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Niedermoser so wie Mayer aus der OÖ Kammer kommen und dies wohl zu der unbeliebten Kampfabstimmung geführt hätte, die möglicherweise beiden das Amt gekostet hätte. Es liegt daher sehr nahe, dass der ganze Wahlvorgang, wie ohnehin das meiste in der Ärztekammer von einigen wenigen im stillen Kämmerchen akkordiert wurde und halt manche anderen da dazugehören müssen, weil es sich sonst nicht ausgeht, oder man (weshalb auch immer) in deren Schuld steht.
Dass das der Wiener Kammeramtsdirektor und Jurist Holzgruber schon bei der Wiener Kammerwahl alles korrekt fand wundert wenig, da er, übrigens ebenso wie Steinhart, von Langzeitpräsidenten Walter Dorner über die ÖVP-nahe Vereinigung mit multiplen Quervernetzungen zum CV in die Standespolitik geholt wurde.

Also, ja, es ist ein Irrwitz, dass ein Beruf, der inzwischen mehr Frauen als Männer zählt, mit wenigen Ausnahmen seine Standesvertreter nur unter Männern findet, und ja, junge Ärzte in Ausbildung müssten in der Standesvertretung ihre Sicht einbringen können, aber vor allem sollten wir Ärzte uns endlich einmal dafür interessieren, wer was mit unseren Kammerumlagen so macht.
Solange dieses verständliche aber desaströse Desinteresse besteht, dürfen wir uns nicht wundern, wenn der Kongress nach seinen eigenen Regeln tanzt!

Written by medicus58

28. Juni 2022 at 17:27

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 3

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Was bisher geschah:

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 1

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 2

Es war nun Sonntag am frühen Abend. Meine Reiseroute durch die Azoren hatte ich rasch zusammengestellt und los ging es mit dem Buchvorgang auf booking.com.

Hinflug zu vernünftigen Zeiten (AUA nach Lissabon, TAP von dort nach Sao Miguel) und Rückflug (SWISS via Genf war noch frei) gebucht, mit Visa (Authorisierung auf der Handyapp, ein Kinderspiel.

Erstes Hotel, gebucht mit kostenfreiem Storno bis kurz vor dem Abflug, Corona, sie wissen. VISA authorisiert, Buchungsbestätigung, es ging dahin, auch noch beim Mietwagen, dem ersten Verbindungsflug, dem zweiten Hotel, dem zweiten Mietwagen,… alles kinderleicht. Dass sich kurz danach die Omikron BA.5 Variante in ganz Portugal aufbäumen wird, war damals noch nicht in den Meden. Wäre aber auch egal, gewesen, weil die alle bei unserem geplanten Anflug entweder wieder genesen oder schlimmstenfalls tot oder mit Long Covid beschäftigt sein würden, jedoch (in fast allen Fällen) nicht mehr infektiös sein würden.

Als ich mit meiner Buchungsorgie die dritte Insel erreicht habe, kam plötzlich eine Warnung, dass das zuletzt gebuchte Hotel die Kreditkarte nicht belehnen konnte. Gleich danach kam das auch von der Fluglinie, die die Buchung des Kurzfluges von Insel 2 auf 3 wegen eines Problems mit Ihrer Kreditkarte wieder stornierte.

Die Verwendung einer anderen Kreditkarte behob diese Probleme, aber plötzlich, offenbar wegen dieser Vorgänge verweigerte Booking.com weitere Buchungen auch mit einer dritten Karte. Und nein, ich habe meinen Kreditrahmen nicht überzogen, das Ablaufdatum und die Sicherheitsnummer selbstverständlich richtig eingetippt. Auch mittels App ließ sich nicht eruieren, weshalb ich nicht mehr kreditwürdig war und außer die Karre zu sperren, stehen am Sonntag Abend auch keine anderen Dienste zur Verfügung.

Erst am Montag morgen war VISA erreichbar und erklärte lapidar, dass offenbar die rasch hintereinander eintreffenden Buchungen einen Sicherheitsalgorithmus ausgelöst haben. Nach neuerlicher Identifizierung wurde alles wieder freigeschaltet. Entschuldigung gab es nicht, weil es ja der Algorithmus war, der mich nur vor Bösem, also das Plündern meiner Kreditkarte bewahren wollte.

Wer aber glaubt, der Cliffhanger, am westlichsten Punkt meiner Rundreise zu stranden, wäre vorbei, der sei auf den nächsten Eintrag verwiesen, denn es kam noch dicker:

Just auf Insel 3 nahm das etwas abseits gelegene Hotel nur Fixbuchungen an und gerade auf der Insel Pico meldeten alle kontaktierten Mietautoverleihfirmen, dass sie im gewünschten Zeitraum kein freies Fahrzeug mehr haben.

Auf der, nur eine 30-minütige Fährfahrt entfernten Nachbarinsel gab es zwar mietbare Kisten, die Mitnahme von Autos auf Fähren ist aber in den Mietverträgen ausdrücklich untersagt. Der öffentliche Busverkehr auf Pico beschränkt sich auf die Küstenstraße und max 2 Busse pro Tag. Das einfache Hotel bot nur Frühstück an, das nächste Restaurant war ca 2h Wanderung entfernt.

Watch this space for further notice

Written by medicus58

27. Juni 2022 at 23:09

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Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 2

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Was bisher geschah: Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 1

Ende Mai begann ich die zahllosen im Web angebotenen Azorenrundreisen zu durchforsten. Es sollte definitiv keine Studiosus (Studiosusreisen: Herr Lehrer ich muss mal) oder eine andere Gruppenreise werden und mein Zeitbudget erlaubte auch nur zwei Wochen Fernbleiben vom Arbeitsplatz .

Rasch schrumpften die Dutzenden Möglichkeiten auf zwei, jederzeit antretbare und durchgebuchte Angebote zweier deutscher Internet-Reisebüros zusammen. Auf meine Mail antwortete das eine nach 24h mit einem Standardbrief, dass alles ausgebucht wäre und ich es nächstes Jahr erneut versuchen sollte, man nennt sowas wohl Déja vu.

Weshalb das Angebot bis heute online blieb, blieb unbeantwortet. Das zweite Reisebüro meldete sich Tage später und entschuldigte sich bei Medica (warum ich als Frau angesprochen wurde erklärte man später mit einem Softwarefehler) für die verspätete Rückantwort mit der Corona-bedingten Quarantäne einer Mitarbeiterin.

Inzwischen war mir aber längst der Geduldsfaden gerissen und ich fand über die üblichen Reise-Suchmaschinen noch alle notwendigen Flüge, Mietautos und vernünftig aussehende Unterkünfte als buchbar.

Portugal befand sich zwar zu diesem Zeitpunkt gerade wieder am Höhepunkt der Omikron BA.5 Welle, aber da noch ca. 4 Wichen bis zur Abreise dazwischen lagen, erlaubte ich mir wieder auf bessere Verhältnisse zu hoffen und begann mit dem Buchungsmarathon.

Drei Inseln erfordern leicht einsichtig, Buchungen von vier Unterkünften: Das Risiko einer direkten Rückreise wollte ich nicht eingehen und plante noch eine Übernachtung in Pinta Delgado ein, ehe es zurück in die Heimat ging.

Weiters mussten fünf Flüge gebucht werden, mit Zwischenlandung auf die Azoren und zurück sowie drei Flüge für das Inselhopping; und ja natürlich auf jeder Insel ein Mietauto, aber das sollte ja kein Problem seun, denn schon nach den ersten Recherchen überhäufte mich die personalisierte Werbung auf jeder werbefinanzierten Internetseite mit Angeboten vom kleinsten Economy Car bis zum SUV für eine Andenüberquerung.

Pfeift auf die Reisebüros, selbst ist heute der Abenteurer.

Fortsetzung folgt

Written by medicus58

25. Juni 2022 at 13:19

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Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 1

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Vor etwa einem Jahr lasen Sie hier: Wegen Corona reisen, warum nicht! und Reisen am Ende der Pandemie, my ass.

Im April dieses Jahres dann schon ziemlich ernüchtert: Und wieder ein Jahr mit Covid-19 auf Reisen.

In dem nun begonenen und in zwangloser Folge ergänzten Thread geht’s uuum meinen Sommerurlaub 2022, der äußerst holprig begann und dessen weiteter Verlauf zum jetzigen Zeitpunkt völlig unklar ist.

Alles begann jm Vorjahr mit dem Versuch endlich eine Rundreise durch die Azoren zu buchen. Unter normalen Umständen würde ich ja sowas nie einem Reisebüro von der Stange abkaufen, aber Corona, Sie wissen schon: Risikominimierung und so.

Kaum, also drei Tage nachdem ich mich online angemeldet habe, rief jemand von diesem Reisebüro zurück und riet mir dringlich von einer Buchung ab:

Die portugiesische Fluglinie hat noch immer keinen Flugplan herausgegeben, alles ist so unsicher, vielleicht im Herbst, vielleicht besser in einem Jahr,…

Ich verbrachte den Sommer 2021 an der Loire und abgesehen von einigen Hoppalas (Fliegen wird wieder zum Abenteuer) ganz erholsam.

Heuer flatterten mir aber wieder soviel Werbung über Inselhüpfen auf den Azoren ins Online Postfach, dass ich mir fest vornahm, heuer den Trip endlich zu wagen, der mir schon viele Jahre im Kopf herumspukte.

Und die Schwierigkeiten begannen…

Written by medicus58

23. Juni 2022 at 19:06

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Auch von Sigrid Pilz kann man einmal genug haben

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Gestern war es dann so weit, die unter rot-grün installierte, sogenannte Patientenanwältin Sigrid Pilz soll von Ex-Gerichtspräsident Gerhard Jelinek  abgelöst werden. Warum man sie damals installiert hat (Sigrid Pilz: Von Traumjobs kann man nie genug kriegen) bleibt ebenso im Dunkeln, wie der Grund für ihre Ablöse. Bei diesem Job nimmt man sich nicht einmal die Mühe von Patient*innenanwälten zu sprechen, denn es ist ohnehin allen klar, dass es hier sicher um viel, auch viel Geld, aber nicht um das Wohl der Patienten geht (Wessen Anwalt ist denn ein Patientenanwalt?), sondern um ein Mittel politische Interessen aus dem Munde eines Mietmaules formuliert zu bekommen.

Wenn es (2014!) darum gegangen wäre etwa den Wildwuchs privater Medizinuniversitäten mit eingeschränkten Möglichkeiten zur praktischen Ausbildung einzudämmen (Bitte setzten Sie sich durch Frau Pilz), schwiegen Pilz und ihr niederösterreichisches Pendant Bachinger vielsagend um ihre Besteller nicht in Bedrängnis zu bringen (Salzamt: Patientenombundsperson).

Diesem Blog wird Frau Pilz abgehen, denn sie garantierte seit ihrer ersten Erwähnung hier 2011 (GRÜN IN WIEN: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ ) zu verlässlichen Clicks geführt:

Dr. Sigrid Pilz http://de.wikipedia.org/wiki/Sigrid_Pilz  war lautstarke Kritikerin der Wiener Gesundheitspolitik und hat den „Lainzer Pflegeskandal“ und den „Psychiatrie Skandal“ lautstark in die Medien getragen.
Und was fällt ihr jetzt zur Rotstiftpolitik der Wiener Stadtregierung ein, an der zwar nicht sie persönlich, jedoch ihre Partei beteiligt ist: Es muss im Interesse aller PatientInnen im Gesundheitswesen sein, dass die Kosten der Wiener Spitäler nicht weiter ausufern. Damit wir auch zukünftig ein sozial gerechtes, hervorragendes Angebot garantieren können, müssen wir heute mit den notwendigen Reformen beginnen.
Aufwachen Sigrid,
da geht’s nicht mehr ums Ausufern, wir sprechen von einem MINUS zum Vorbudget! Also plötzlich haben wir eh ein hervorragendes Angebot, warum sie früher so oft „Alarm schlagen“ musste, bleibt unklar.

Übrigens habe ich das hier vor über 11 Jahren so geschrieben.

Written by medicus58

21. Juni 2022 at 07:19

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World Elder Abuse Awareness Day: Behind the smokescreen of `all-is-well’ lies stories of neglect in Kashmir

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Altenpflege ist nicht nur mehr ein Problem der Ersten Welt

https://www.thekashmirmonitor.net/world-elder-abuse-awareness-day-behind-the-smokescreen-of-all-is-well-lies-stories-of-neglect-in-kashmir/

Written by medicus58

16. Juni 2022 at 12:46

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Mangelberuf Radiologe

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Neidvoll blickte so mancher Facharzt in der Vergangenheit auf Ihro Durchleucht, die Fachärzte für Radiologie, die als Spitzenverdiener unter uns galten. Einer meiner Oberärzte und inzwischen pensionierter Univ. Prof. der Onkologe (!) sprach immer vom auf den Flitzer montierten Surfbrett, als Kennzeichen der Hochverdiener, die rasch, nachdem die Befunde diktiert waren, ins Freizeitvergnügen verschwanden. Das mag schon damals gerade aus dieser Seite etwas übertrieben gewesene sein, traf aber bei unterbezahlte Universitätsassistenzen der Inneren Medizin mit einer 100 Stunden-Woche auf gespitzte Ohren.

In den Augen der Praktischen Ärzte toppt der Reinertrag (der Umsatz sowieso) eine Radiologenpraxis noch immer alle anderen Fächer.

Man könnte also meinen, dass sich alle Mediziner darum reißen, diese Goldgrube zu beackern, jedoch wurden gerade Daten aus UK publiziert, nach denen dort 1,669 klinische Radiologen fehlen und über 200 Stellen seit über einem Jahr unbesetzbar sind. Für 2026 werden 3.166 fehlende Radiologen prognostiziert, was 39% aller radiologischen Fachärzten entsprechen würde. Der Anteil aus dem Ausland rekrutierten Fachärzte stieg zwischen 2016 – 2021 von 29% auf 35%.
Diese Defizite finden sich nicht nur im Bereich der diagnostischen Bildgebung sondern auch im Bereich der Onkologie (Daten).

Bemerkenswert ist an diesen Daten aus UK, dass sich die Diskrepanzen zeigen, obwohl die absoluten Zahlen an Fachärzten für Radiologie seit Jahren zunehmen: Zwischen 2020 und 2021 wurden zusätzlich 225 Personen, das entsprach immerhin +6% der gesamten Belegschaft.

Auch aus Österreich kommt die Klage über den Ärztemangel, nicht zuletzt von der Ärztekammer (Selbst in einigen sehr attraktiven medizinischen Spezialfächern wie Radiologie, … sind bis zu 46 Prozent der Ausbildungsstellen unbesetzt.), die sich mit der letzten Ausbildungsreform von den Ländern und dem Bund unter dem Vorwand einer Qualitätssteigerung die drastische Reduktion der Ausbildungsplätze aufs Auge drücken ließ, über die der Kurienobmann der angestellten Ärzte nun sagt: „Das Ganze kommt einer mutwilligen Blockade in der Ärzteausbildung gleich“.
Jedoch auch bei uns hat sich lt. Statistica seit 1990 die Anzahl der Ärzte verdoppelt (ohne Bereinigung auf Vollzeitäquivalente), während die Stellenangebote in den Ärztezeitungen immer mehr werden.

Aktuelle Zahlen aus Deutschland lesen sich so: In Deutsch­land sind knapp 325.000 Ärz­tin­nen und Ärzte zu­ge­las­sen. Da­von ha­ben ca. 6.800 die Aus­bil­dung zum Fach­arzt für Ra­dio­lo­gie/​Dia­gnos­ti­sche Ra­dio­lo­gie ab­sol­viert und sind der­zeit in die­sem Be­reich tä­tig. Mit knapp 2 Pro­zent bil­den die Ra­dio­lo­gen also eine sehr klei­ne ärzt­li­che Fach­grup­pe. Dar­an än­dert auch die durch­schnitt­li­che Wachs­tums­ra­te von knapp 15% Pro­zent im Durch­schnitt der letz­ten zehn Jah­re nichts We­sent­li­ches.

Die Häufigkeit von CT-Untersuchungen hat zwischen 2007 und 2018 stark zugenommen . Im ambulanten kassenärztlichen Bereich lag der Anstieg bei 25% und im stationären Bereich sogar bei über 80%. Link

Mir scheint, dass immer weniger von den, die könnten auch wollen und vom Rest immer mehr verlangt wird, wo zu die immer weniger bereit sind.

Written by medicus58

10. Juni 2022 at 17:07

Nix geändert im Rettungswesen

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Ihr Medicus ist als Zivi vor Jahrzehnten mal als Sani beim Arbeitersamariterbund gewesen. Mal (nach dem Studium aber vor dem Turnus) als Hilfssani am Einsatzwagen, mal als Tragekuli am Sanka und immer wieder zur Strafverschärfung im PKW Krankenbeförderungsdienst, also als Taxler ohne Maut.

Das Schicksal wollte es heute, dass vor mir ein älterer Straßenbahnfahrgast vom Stuhl rutschte und in einen nicht ansprechbaren Zustand verfiel. Die Vitalparameter waren Ok, verletzt hat er sich nicht, die Pupillen isocor, auf Licht reaktiv und er bewegte sich zwar verlangsamt aber ohne merkbare Einschränkung.

Unsere Bim hielt an und im Laufe der nächsten 30 Minuten noch manch andere, die Rettung wurde verständigt und die Sanitäter trafen ein.

Unser Fahrgast hockte verwirrt, sicher nicht alkoholisiert, ketoazitotisch oder sonst sichtbar untoxikiert, am Boden zwischen zwei Sitzen und krallte sich panisch an allem fest, was er ergreifen konnte. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach hat er entweder eine cerebralen Durchblutungsstörung oder eine Epi-Äquivalent mit konsekutiv schwerem Verwirrungszustand. Er erinnerte mich auch an einen M. Fabry der mal in meinen Journaldienst reinschneite, aber vermutlich gibt es noch Dutzende Differenzialdiagnosen, nur geht es hier garnicht um die medizinische Seite.

Der Mann weigerte sich aus dem Wagen gebracht zu werden. Kaum hat man eine Hand gelöst, krallte er sich mit der anderen fest und war sichtlich hochgradig desorientiert.

Dazu die Zurufe aus dem voll besetzten Wagen und von draußen von der Straße:

Wos hot er denn, legts eam nieder.

Ich bin Krankenschwester, sprechen’s mit mir.

Setzt ihn wieder auf’n Sessel und weiter foahrn ma.

Der is jo b’soffn. Is der so zua?

Holt’s eam do auße. Mei Neffe trogat den allanig, der is an Meter fünfundneunzig.

Warum bringen’s eam net afoch weg?

Hot er krampft? Jo, i hob’s g’sehn. Nein, es war anfänglich nur ein Zittern des Oberkörpers, sicher kein Krampfanfall.

Der braucht an Oarzt.

Ein jüngerer Türke heftig zu dem Sanitäter, der ruhig auf den Patienten einsprach: Haben’S ihm überhaupt schon g’fragt wie es ihm geht?

Sanitäter: I waß wos i tua, aber waun Sie’s besser kenna.

Ein paar türkische Buben: De stellen se deppat an.

Der Sani bittet per Funk um die Polizei, weil Fahrgäste unseren Einsatz behindern. Später kommen zwei zarte aparte Polizistinnen und werden fragen was los ist.

Von der Straße geben Passanten Ezzes:

Messt’s eam wenigstens den Bluatdruck! Palpatorisch war der übrigens seit Beginn normal.

Gebt’s eam wos zum trinken.

Inzwischen ist der Fahrgast bis zu den geöffneten Türen des Nicht-Niederflur Wagens gerutscht und wollte sich mit einer Hand am Handlauf hochziehen, mit der anderen hielt er sich aber an einem der Sitze fest. So ging es hin und her.

Eine junge Türkin (sie erraten wohl langsam in welchem Bezirk sich das alles abspielt) lächelte spontan den Mann an und bot ihm die Hand an. Eine im Prinzip gute Idee, dass sich mal nicht nur Männer um den Fahrgast drängen, nur führte das letztlich auch zu nichts. Wie so oft half dann doch der Zufall. Der Mann zog sich wieder einmal hoch, ein Rautek war unmöglich, aber ich konnte seinen Brustkorb unter den Schultern umfassen und die Bewegung etwas verstärken. Als er so halb auf der ersten Stufe stand, schaffte es einer der Sanitäter seine Beine so zu lenken, dass er die zwei Stufen halb ging, halb gehoben wurde. Dann war er rasch auf der Liege und die Bim fuhr weiter.

Langsam verebbten die Diskussionen im Wagen. Es sind oft weniger die medizinischen Probleme, die solche Einsätzen mühsam machen und auch nicht immer der Patient selbst.

Leicht haben es die Kollegen im Rettungswesen nicht und manchmal ist ihre Selbstbeherrschung schon bewundernswert, wenn der Hilfe zu viel geleistet wird.

Written by medicus58

9. Juni 2022 at 22:41

Wiener Gesundheitsverbund: Keine Nachlässigkeit in den kleinen Dingen

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Man soll in kleine Hoppalas nicht zu viel hinein interpretieten, aber als gestern vormittag mit großer Emphase in einem online übertragenen Medientermin (nachzusehen hier) der (wer weiß ich wievielte) Startschuss für die Modernisierung unserer Kliniken knallte, wunderte sich (siehe Screenshot oben) der Eingeweihte, dass zwar einwandfrei gegendert, der Vornahme des Generaldirektorin-Stellvertreter mit Herzwig etwas ungewöhnlich anmutete.

Als dieser dann wortreich zu eben diesem kam, stimmte es eh wieder:

Klar werden Sie mich nun der Beckmesserei bezichtigen und auf die zahllosen VerWechBuchstabElungen dieses Blogs verweisen.

Zu meiner Verteidigung kann ich nur zwei Punkte vorbringen. Im Gegensatz zur Wiener Stadpolitik und der WiGev Generaldirektion stehen mir nicht zahllose PR Mitarbeiter zur Verfügung (Miniwahr KAV: Recht v.s. Propaganda und noch was anderes in dem Zusammenhang) und wer seit Jahren von seiner Verwaltung wegen jedes falsch gesetzten Häckchens in später rundgeordnete  Formularen gequält wird, der darf sich angesichts dieser Dinge in die Schadenfreude flüchten, meine ich.

Sachliche Kritik an der Jubelmeldung kam von den anwesenden Journalisten bislang nicht. Und das YouTube Video hatte bis heute ohnehin erst 990 Aufrufe.

Wer ist denn der Wetzlinger?

PS: für die literarisch weniger Interessierten: Der Titel spielt auf einen Stehsatz aus Warten auf Godot an.

Written by medicus58

3. Juni 2022 at 18:35

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