Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for November 2020

Geschichte und Lockdowns wiederholen sich mit unterschiedlichen Vorzeichen

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Link HP Neuwirth

Ob Marx nun Die Geschichte wiederholt sich immer zweimal – das erste Mal als Tragödie, das zweite Mal als Farce gesagt hat oder

Hegel bemerkt irgendwo, dass alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen.
Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.

Ist für uns jetzt einerlei, Fakt ist jedoch, dass es sich bei der ersten und der zweiten Welle der Pandemie andersrum verhalten hat.

Wir fingen im Frühjahr mit der Farce an und erleben nun eine Tragödie:

Als es um den 30.März knapp 10.000 aktiv Infizierte (Gesamtzahl der positiv Getesteten minus Gesundeten minus Verstorbene) gab,

Ging der gesamte aktuelle Dienst des ORF in Wechselquarantäne,

waren die Straßen leer,

Schlugen sich viele ohne rechtliche Absicherung mit Homeoffice und Homeschooling herum

Applaudierten alle

Starben Menschen in Altersheimen

Würden ganze Krankenhausstation trotz negativen PCRs in Quarantäne geschickt.

Jetzt am 30. November, kurz nach dem Höhepunkt mit fast 80.000 aktiv Infizierten

Kehrte lächelnd wie immer Nadja Bernhard nach durchgemachte Covid-19 Erkrankung in das ZIB Studio zurück

Staut es auf österreichischen Straßen fast wie immer

Schlagen sich viele ohne rechtliche Absicherung mit Homeoffice und Homeschooling herum

Applaudierten der Bundespräsident

Sterben Menschen in Altersheimen

Dürfen symptomlose Ärzte und Pflege trotz positivem aber niedrig-titrigen PCR weiterarbeiten.

Written by medicus58

30. November 2020 at 18:10

Türkis-grüne Vergabemonster

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https://wp.me/p40Rjx-j6

Written by medicus58

29. November 2020 at 21:58

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Die Ruinen der österreichischen Pandemiepolitik

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Für viele sind es die dreistelligen Todesfälle (mit und an SarsCov2) , die wir in diesen Tagen betrauern, die unser Versagen in der Pandemie-Bekämpfung beweisen.

Es ist schwer wegzudiskutieren, dass Österreich normiert auf seine Einwohnerzahl aktuell überproportional hohe Zahlen an positiven PCRs hat, was sich letztendlich, da kausale Therapien fehlen, mit einer relativ konstanten Proportionalität in Todesfällen niederschlägt.

Die tückisch-grüne Regierung sieht die Schuld ohnehin immer bei den Regierten, die sich halt nicht an die Regeln gehalten haben. Wenn man aber offenen Auges durch die (Haupt) Stadt geht, dann fallen einem viele Dinge auf, die das unkoordinierte Auf und Zu der Regierungspolitik bezeugen:

Überall werden die Straßen von verlassenen Schanigärten (siehe Bild aus Bobo-Town) verstellt, weil man der im Frühjahr (ohne große Evidenz) total gesperrten Gastronomie eine Zusatzeinnahme unter dem Heizschwammerl versprochen hat. Jetzt verzichten viele Betriebe auf das jetzt (bei viel höheren Fallzahlen) erlaubte Catering, weil es sich besser von der Verlustabdeckung aus Steuergeld lebt.

Die von Anfang an sinnlosen Rotzrampen hat man erst im Herbst verboten, die vielen selbstgestrickten und schlecht sitzenden Nasenfetzen sind noch in Massenverkehrsmitteln Standard, obwohl hier zumindest ein mehrlagiger Mund-Nasenschutz Sinn machen würde. Für das Geld, das man sinnlos für die Massentests rauspulvert, sollte sich schon so eine OP Maske für jeden UBahn-Benützer ausgehen.

Ein anderes Mahnmal der unkoordinierten Pandemie-Politik sind Schulen, in denen nicht unterrichtet wird, die aber als Wärmestuben offen stehen.

Der schlimmste Flop der Regierungspolitik ist aber die viel langsamere Reaktion der Inzidenzen auf die Hunderten Maßnahmen und Verordnungen als wir es in den meisten anderen Ländern sehen.

Auch ein Blick auf den Straßenverkehr und der Vergleich mit dem ersten Lockdown zeigen, dass die Regierung die Reaktion der Bevölkerung trotz aller PKs, PR und Dauerberieselung mit Regierungsmitteilungen nicht mehr kontrollieren kann, weil sie offenbar das Vertrauen verloren hat.

Versuchen Sie jetzt am frühen Nachmittag so ein Foto von der Reichsbrücke zu schießen, wie ich es im ersten Lockdown geschafft habe:

Written by medicus58

28. November 2020 at 23:31

Aus dem Lockdown in die Gondel: das Kleingedruckte, das der Bundesmaturant verschweigt

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https://just-the-covid-facts.neuwirth.priv.at/2020/11/27/covid-19-oesterreich-aktuelle-daten

Während der Herbstferien zwischen 27. Oktober bis Allerheiligen am 1. November waren Österreichs Schulen geschlossen. Auf den geglätteten Verlauf der Inzidenzen hatte das ganz offensichtlich keinen entscheidenden Einfluss.

Das führte uns in den Lockdown light ab 3. November.
2 Wochen danach erlebten wir noch immer keinen Effekt sondern den bisherigen Peak der Inzidenzen.
Unter Wenn die nächtliche Ausgangskontrolle nicht funktioniert hat, was sagt uns das? habe ich damals eine Selbstreflexion der professionellen Hochrechnern eingefordert, die dann – nur scheinbar auf meinen Wunsch – vom einem internationalen Wissenschaftsteam rund um den Complexity Science Hub Vienna der Medizinischen Universität geliefert wurde:

6.068 Anti-Corona-Maßnahmen aus 79 Regionen weltweit hat diese Studie analysiert und festgestellt: Schulschließungen sind ganz weit oben mit dabei, was die Wirksamkeit angeht.

OK, eine Woche geschlossene Schule ist vielleicht zu wenig gewesen, aber auch viele Maßnahmen des Lockdown light (z.B. Beschränkung von Personenansammlungen Small gathering cancellation) haben einen überwältigenden Z-Score. Blöd nur, dass sich die Realität nicht an die prädiktive Statistik hält. Vermutlich war die Old School gar nicht so blöd, dass sie aus der Beobachtung Hypothesen generierte und diese nur einer statistischen Analyse unterwarf und nicht durch komplexe Rechnungen ihre Hypothesen generierte, aber vielleicht bin ich einfach zu blöd für sowas.

Ist aber scheinbar eh egal. Bundesmaturant Kurz und sein Volkschullehrer Anschober vertrauen auf den Komplexcity Forschern auch nicht und hören eher auf die westösterreichischen Tourismusmanager und verordneten ab 16. November, also 12 Tage vor dem Ende des lighten den harten Lockdown.

Schon am nächsten Tag fielen die Inzidenzen, obwohl inzwischen der letzte Hobby Virologe weiß, dass Effekte durch Inkubationszeiten und zusammengebrochenes Tracing erst verzögert messbar werden.

Aber eh egal, die Impfungen kommen, alles nur eine Frage ob vor Silvester (Kurz) oder danach (Anschober).

Und dazwischen
feiern wir Nikolo (ohne Krampus),
entladen die gebremste Kaufgier (so die Arbeitslose reicht) ab 8.12.,
feiern ein besinnliches Weihnachtsfest (ob wir wollen oder aus religiösen Gründen gar nicht müssen)
und stürmen die Gondeln, natürlich nicht in Venedig, weil den Italienern redet die Köstinger ja auch nicht in den Karneval sondern in die der einheimischen Seilbahnen.

Das Licht kommt also nicht vom Ende des Tunnels sondern schon von den weihnachtlichen Sternspuckern und den Tiroler Almhütten.

Was uns noch verschwiegen wird,

dass uns auch mit Impfung noch für Monate der Rotzfetzen im Gesicht und das Abstandhalten nicht erspart bleibt. Erstens weil es dauert, bis ein individueller Impfschutz aufgebaut wird, zweitens weil noch lange kein ausreichender Anteil an Geimpften vorliegen wird, drittens weil unklar ist, ob ein individueller Impfschutz das Spreaden verhindert und viertens weil die Durchimpfung mit großer Wahrscheinlichkeit durch Freiwilligkeit nicht erreichbar ist (siehe unten).

dass die Dosierung und die Wirksamkeit des AstraZeneca/Oxford University Impfstoffes durch Produktionsfehler irgendwo zwischen 62 und 90% liegt und erst durch eine weitere Studie geklärt werden kann und völlig unklar ist, wie er in älteren Risikogruppen wirkt. Egal, bestellt ist bestellt.

dass von Pfizer/Binotech und Modena, noch keinerlei Details über ihre mRNA Impfstoffe offen gelegt haben, obwohl beide behaupten, dass ihr Stoff auch bei Älteren gut wirkt.

dass die Studien aller drei Hersteller in dem Sinn nicht wirklich doppelblind waren, weil die Nebenwirkungen (bis 70% Schwellung an Einstichstelle, bis 40 % zum Teil schwere grippeähnliche Erscheinungen über wenige Tage) hatten.

Sehr still ist es um die Möglichkeit von autoimmunologischen Folgewirkungen (ähnlich einer MS) in der AstraZeneca Studie geworden,

Ob es unter all diesen Auspizien wirklich verantwortungsvoll ist, die Fremdenverkehrssaison anzuwerfen, darf ich heftig bezweifeln.

Die rasche Entwicklung der Impfstoffe ist vermutlich eine wissenschaftliche Großleistung, hat aber aktuell noch mehr offene Fragen als Antworten.
Eine Therapie der Erkrankung (aktuell werden – no na net – die größten Hoffnungen in Antikörper gesetzt) ist frühestens mit Herbst 2021 zu erwarten.
Unter diesen Aussichten führt die Strategie der Regierung in den nächsten Lockdown im Frühjahr, wird das Triageproblem um verunfallte Wintersportler und Influenzakranke erweitert und Österreich endgültig zum europäischen Schmuddelkind, das im Sommer alle mit Reisewarnungen eindeckte und jetzt wieder vor den Tiroler Adler Runde einknickt, koste es was es wolle.

Lesestoff:

SARS CoV2 Spiegel, CNBC, Nature, Science, Faktencheck Deutschlandfunk

Schweunegrippe: NTV

Written by medicus58

27. November 2020 at 21:54

Eine der interessantesten Artikel über die Geschichte der mRNA Impfstoffe, die ich bis jetzt gelesen habe

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The story of mRNA: How a once-dismissed idea became a leading technology in the Covid vaccine race

LINK zum Artikel

Written by medicus58

27. November 2020 at 13:41

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Früher hat man was gelernt, etwas getan, viel publiziert und wurde vielleicht Experte, heute reicht Kommunikationswissenschaft

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Written by medicus58

26. November 2020 at 19:55

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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Die neue S2k Leitlinie zur stationären Covid-19 Therapie ist auch für interessierte Laien lesenswert

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Der Text gibt einen klaren (völlig unaufgeregten und objektiven) Überblick über das derzeitige Wissen und auch viele Daten zu Prognose, Langzeitfolgen und Rehabilitationsmöglichkeiten von Covid-19.

In der Kakophonie zwischen Alarmismus und Leugnung, bzw. Über- und Unterbewertung bisher bekannter therapeutischer Maßnahmen und persönlicher Anekdoten tut es gut, empirisch abgesicherte und aktuelle (Erscheinungsdatum 23.11.) Daten lesen zu können.

LINK: S2K AWMF Leitlinie

Written by medicus58

25. November 2020 at 08:02

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Konzepte und andere Illusionen

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Ich weiß ja nicht, wie es in Ihrer Arbeitsumgebung vor Covid ausgesehen hat, aber in den letzten zwei Jahrzehnten beschlich mich das Gefühl, dass sich eine ganze Industrie etabliert hat, die ihre Existenzberechtigung daraus zieht, schriftliche Lösungen für mögliche aber noch nicht eingetretene Probleme auszuarbeiten.

Diese Pamphlete werden dann als Risikoanalysen, Sicherheitskonzepte, Krisenkonzepte, Hygienekonzepte, Strahlenschutzkonzepte,… ut sim an das P. T. Publikum verkauft. Ja, verkauft, nicht nur verbreitet, weil es parallel dazu immer gesetzliche Vorgaben gib, dass der weitere Betrieb der Welt ohne diese Papiere gar nicht mehr gestattet werden kann.

Spätestens seit in der Covid-19 Pandemie von jedem Beis’l ein (selbstverständlich) strenges Hygienekonzept von jedem Greißler eine Risikoanalyse verlangt wurde, darf ich davon ausgehen, dass der Konzeptwahn auch in der breiten Bevölkerung angekommen ist.

Entsprechend meiner beruflichen Qualifikation musste ich in der Vergangenheit an so manchem Konzept mitarbeiten und staunte über den Realitätsverlust mit dem hier unschuldiges Papier vernichtet wurde, in dem Szenarien mit Mitteln gelöst wurden, von denen alle am Tisch wußten, dass sie nicht zur Verfügung standen. Da aber ohnehin nur davon ausgegangen wurde, dass das alles nie eintreffen würde, verstummten kritische Stimmen, da die Deadline für die Abgabe des Werks unmittelbar vor der Türe stand, das Konzept spätestens in zwei Jahren ohnehin einer Revision unterzogen wird, oder einfach nicht erwähnt werden dürfte, dass allfällige Daten, personelle, finanzielle oder intellektuelle Ressourcen fehlten.

Ich war zwar daran nie beteiligt, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es bei dem Pandemiekonzept vor Corona ähnlich war. Man hatte es zufrieden in der Schublade und das verströmte Sicherheit.

Nach neun Monaten Pandemie und unzähliche Revisionen von Gesetzen und Konzepten, Dutzenden widersprüchlichen Verordnungen später, warte ich auf den ersten, der hinterfragt, ob wir uns den Aufwand, den wir in all diese Schreibtischkonzepte steckten, die sich einerseits als unbrauchbar entpuppten und andererseits von der Politik ohnehin negiert wurden, nicht ganz sparen hätten sollen.

Ob wir einfach zu dumm oder nur zu oberflächlich sind uns auf Katastrophen vorzubereiten ist letztlich egal.

Woran es in der Praxis scheitert, darf ich Ihnen an einem Beispiel aus meinem Umfeld illustrieren:

Selbstverständlich haben wir auch in unserem Spital für alles und jedes Notfallpläne. Als vor 2 Jahren zu kühlende Reagenzien für einige Tausend Euronen dadurch kaputt wurden, dass sich ein Kühlschrank defektbedingt als Backrohr verhalten hat, wurde er durch ein Modell ersetzt, das über das Netzwerk Alarm abgeben kann. Nachdem erneut Reagenzien kaputt gingen, weil der Kühlschrank überhitzt, stellte sich heraus, dass nicht ein Temperaturfühler den Alarm auslöst sondern die Geräte Elektronik.

Mit anderen Worten, im Falle eines Gerätedefektes vertraute man auf das Gerät, dass es seinen eigenen Defekt erkennen und melden sollte. Also irgendwie ein Konzept, bei dem sich der Patient mit Kammerflimmern selbst defibrilliert.

Beruhigend vermerkt aber unsere Risikoanalyse, dass die Kühlschränke für wichtige Medikamente und Reagenzien über das Netzwerk monitiert werden.

Nun legen wir das auf nationale Risikoanalysen und Lösungskonzepte um und hoffen gesund zu bleiben.

Written by medicus58

22. November 2020 at 12:48

Wenn alle ihre persönlichen Erfahrungen als allgemeingültig verbreiten, tu ich das auch mal, ausnahmsweise: Lockdown ist nicht Lockdown

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Unter Eminence based Medicine versteht man, im Gegensatz zur Evidenz basierten Medizin Entscheidungen, die primär auf persönlicher Erfahrung (Meinung) mehr oder weniger berühmter Leithammel (Ärzte, Pfleger, Gesundheitspolitiker,… Experten) beruht und nicht auf systematisch bewiesenen Nutzen, einer Entscheidung.

Auch wenn „Nutzen“ in der Medizin überraschend vielfältig interpretiert werden kann, und für viele notwendige Entscheidungen in der Medizin einfach keine ausreichende Evidenz (z. B. in Form von geeigneten Studien) vorliegt, hänge ich – wo geht – eher evidenzbasierten Entscheidungsprozesse an.

Wer sich da mehr vertiefen will, für den steht hier auf dem Blog eine entsprechende Online Vorlesung zur Verfügung (Links siehe unten).

Wenn ich aber ausnahmsweise meine persönlichen Erfahrungen in einem großen Spital für repräsentativ halten würde, dann würde ich davon ausgehen, dass sich die Patienten sich im zweiten Lockdown ganz anders als im ersten verhalten.

Im Frühjahr brachen in der Diagnostik, auch bereits terminlich vereinbarte, ambulante Kontrolluntersuchungen rasch auf ein sehr niedriges Niveau herunter und es verblieben überwiegend Patienten mit sehr schweren akuten Erkrankungen oder bereits laufenden Therapien. Geplante stationäre Aufnahmen für Spezialtherapien wurden überwiegend wahrgenommen, obwohl man sich im Spital oft nicht sicher fühlte. Zur Erinnerung, wir hatten damals viel weniger Virusträger im Lande als heute!

Applaus

Aktuell gibt es zwar vermehrte Anrufe, ob der Ambulanzbetrieb überhaupt aufrecht ist und vermehrte Umbuchungen durch Absagen und Neuanfragen, die Patientenzahl geht insgesamt aber kaum zurück.

Während im Frühjahr die ganzen „Ich möchte mir das mal anschauen lassen“ Selbstzuweiser mit einem Schlag von der Bildfläche verschwanden, ist es dazu bislang nicht gekommen.

Die Angst sich im Krankenhaus anzustecken scheint im Gegensatz zum Frühjahr aktuell kaum jemanden zu bekümmern.

Natürlich gilt das alles nur für geplante Termine und elektive (konservative) Therapien, jedoch scheint es mir plausibel, dass die Schützen wir die Spitäler Kampagne zu Jahresbeginn zu ganz anderem Patientenverhalten führte, als das jetzt im Vordergrund stehende Motiv der warnenden Intensivmediziner.
Da seit heute auch im Wiener Gesundheitsverbund (www.info.gesundheitsverbund.at vormals KAV) ein generelles Besuchsverbot und eine Aufforderung Ambulanzen nur bei medizinischem Erfordernis aufzusuchen (?!?) verkündet wurde wird sich das Verhalten ab heute auch wieder ändern.

Auf den ersten Blick könnte man die veränderte Reaktion der Patienten einfach als Ermüdungserscheinung abtun, ich finde aber das Experiment in dieser riesigen gesellschaftlichen Skinnerbox verdient aber eine eingehendere Analyse unter Einbeziehung verschiedener extra- und intramuraler Fächer, um vielleicht bei der nächsten Krise etwas zielgerichtetere PR zu betreiben.
Die Kollateralschäden der Kampagne im Frühjahr (COVID -19: Was hilft werden wir zu spät wissen, was schadet sehen wir gleich) sind ja schon einigermaßen aufgedeckt, ob die aktuell ausgelösten Reaktionen so viel weniger Kollateralschäden auslösen, mag bezweifelt werden.

Links zur Vorlesung Clinical Decision Making (zT aus den 90ern des vorherigen Jahrhunderts):

1 Am Anfang war die Diagnose – Clinical Decision making Not only for Dummies
2 Anamnese – aber
3 Anamnese – wer hat das Wort?
4 Wie denkt der Arzt, wenn er denkt? Daumenregeln
5 Die Pathognomie finden Sie nur im Lehrbuch
6 Erfahrung hat man immer zu spät
7 Der unverzeihende lineare Algorithmus
8 Information und Bias
9 Was ist schon normal
10 Regenwarnung und Rettung durch einen Presbyterianer
11 ROC around the clock
12 Quite mean, the Regression to the Mean
13 Symptoma – Symptom für eine falsche Entwicklung der Medizin
14 Zebras revisited

Der ökonomische Trugschluss mit der Überbefundung in der Medizin
Babylonische Zustände in der Medizin
Wie verhindern Sie unnötige Zuweisungen? Einfache Fragen statt komplexer Algorithmen
Dr. Google is a Liar: Falschmeldung über Gesundheitsthemen und typische Folgefehler
Ja was nun, oder was an der medizinischen Wissenschaft so verwirrt

Written by medicus58

18. November 2020 at 17:34

14:1

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Written by medicus58

17. November 2020 at 20:00

Veröffentlicht in Allgemein

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