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Das Lachen am Weltenrand über Fukushima in fünf Bänden über den ersten offiziellen Toten

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Gerade beschäftigen sich die Kulturnachrichten ausführlich mit dem ersten großen Roman des Wiener Schriftstellers Philipp Weiss:
Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen
Nach eigener Aussage war der Auslöser für seine Beschäftigung mit der zentralen gestaltenden Kraft des Menschen zwischen dem 19. und dem 21. Jahrhundert, die Nuklearkatastrophe von Fukushima aus dem Jahre 2011.
Ich habe die rund 1000 Seiten der fünf Bände nicht gelesen und werde das vermutlich auch nicht tun, jedoch juckt es mich zu all den anderen hier schon erschienen Beiträgen noch einen aktuellen Nachschlag abzuliefern,
der wohl weniger literarische als sehr praktische und jedenfalls erschreckende Einblicke erlaubt und
wenn Sie wollen können Sie vom Weltenrand darüber lachen..

Am 5. September 2018 verbreitete die Nachrichtenagentur Reuters: Japan acknowledges first radiation death among Fukushima workers 
Konkret hat gerade das japanische Ministerium für Arbeits-, Gesundheits- und Sozialministerium beschlossen der Familie eines ehemaligen AKW Mitarbeiters eine Kompensation zu zahlen, der inzwischen an seinem im Februar 2016 diagnostizierten Lungenkarzinom verstorben ist. Die Lebenszeitdosis, die er bei seiner Arbeit in Fukushima und anderen AKWs erhalten hat wird mit 195 mSv angegeben.
Um für die Größenordnung einen Begriff zu geben: Das entspricht etwas der Lebenszeitdosis eines alten Waldviertlers durch die natürliche Strahlung  in seiner Heimat bzw. in der Annahme einer linearen Beziehung zwischen Exposition und Krebsrisko (100 mSv = 0,5% zusätzliches Krebsrisiko) einem Zuwachs des etwa 20%-igen Krebsrisikos der japanischen Allgemeinbevölkerung auf ca. 11%.

Jedenfalls wurde die behördlich in Japan festgesetzte Expositionsgrenze für beruflich strahlenexponierte Personen im Rahmen einer „radiologischen Notfallsituation“ in seinem Fall nicht überschritten.
Egal, er ist verstorben und seine Angehörigen bekommen eine finanzielle Entschädigung, zwar nicht vom Betreiber des AKW Fukushima Daiichi sondern offenbar vom japanischen Staat, aber davon später.

Aktuell verlangten laut einem von der NYT zitierten Bericht der japanischen Zeitung Asahi Shimbun 17 ehemalige Arbeiter des AKWs eine Kompensation.
5 Fälle wurden zurückgewiesen und 2 haben ihren Antrag zurückgezogen.
In insgesamt in vier Fällen wurde ein Zusammenhang zwischen den Arbeitsplatzbedingungen in dem 2011 havarierten AKW und der malignen Erkrankung (zumindest in 3 Fällen Leukämie) anerkannt, ein direkter Zusammenhang mit der Strahlenexposition jedoch offen gelassen.
2017 übersetzte das die BBC so:
„While the causal link between his exposure to radiation and his illness is unclear, we certified him from the standpoint of worker compensation. „

Der Artikel der Nachrichtenagentur Reuters schloss dann mit der Erwähnung der über 160.000 Personen, die nach dem AKW Unfall evakuiert wurden und den daraus folgenden, vor allem psychischen Traumata, die bislang nicht von der Regierung als „Strahlenfolgen“ aber in einigen Fällen vor Gericht als entschädigungspflichtig anerkannt wurden (2017: TEPCO ordered to pay evacuees of Fukushima nuclear disaster). Schätzungen sprechen allein von über 2.000 Menschen, die an den Folgen der Evakuierungsmaßnahmen nach der Naturkatastrophe (unabhängig vom AKW Unfall) durch Stress, Infektionserkrankungen und eingeschränkte Versorgung verursacht wurden. Selbstverständlich sind die beiden Größen vernünftigerweise nicht in Relation zu setzen, jedoch müssen sie mitbedacht werden, zumal vergleichbare Entschädigungen für diese Gruppe in jedem Fall ein Vielfaches der Summe ausmachen würden, die an Krebs erkrankte AKW Mitarbeiter bezahlt werden.

Die New York Times übernahm am selben Tag das Thema des „anerkannten Krebstoten“ und ergänzte, dass der betreffende Mann seit über 28 Jahren, also schon vor dem Unfall, in Fukushima Daiichi gearbeitet hat. Bereits 2015 hat die japanische Regierung zusätzliche Gesundheitskosten eines Mannes übernommen, der zwischen 10/12 und 12/13 an den Aufräumungsarbeiten beteiligt war und an Leukämie erkrankt ist.

Der Unterschied zu dem rezenten Fall besteht aber darin, dass damals mit der Kompensation der Zusammenhang mit der Strahlenbelastung nicht ausdrücklich anerkannt wurde, das aber nun – wider besseres naturwissenschaftliches Wissen – ein Prejudiz geschaffen wurde.
Schon 2015 hat die NYT auf das prinzipielle Problem solcher Entscheidungen hingewiesen, weil ein Zusammenhang zwischen Strahlenexposition und Folgeerkrankungen immer nur auf Basis von Wahrscheinlichkeiten gezogen werden kann, aber in der Regel im Einzelfall nicht zwischen einem durch Strahlung oder durch andere (genetische, Verhaltens- oder Umweltfaktoren) differenziert werden kann. Es gibt zwar erste wissenschaftliche Erkenntnisse, dass sich die Genetik von strahleniduzierten Schilddrüsenkarzinomen nach Tschernobyl und spontanen papillären Schilddrüsenkarzinomen nicht nur im klinischen Verlauf sondern evtl. auch genetisch differenzieren lassen. Ganz abgesichert ist dies mW jedoch noch nicht.

Auch in dem dem Fall mit Leukämie eines AKW Arbeiters hatte dieser sogar eine geringere Strahlenexposition erhalten hat als andere, nicht erkrankte Mitarbeiter (15.7 millisieverts of radiation during his 14 months), was die Schwierigkeiten eines Kausalzusammenhanges in diesen Fällen deutlich macht.

In diese Kerbe schlug auch Dr. James Conca auf Forbes eine Tag später:
Why The Cancer Death Of A Fukushima Worker Was Likely Not Due To Fukushima 

Obwohl auch seine Argumentation Widerspruch hervorruft:

Lungenkrebs ist kein “typischer” Organkrebs für eine Exposition, die während des Unfalls auftraten
; was mE so nicht ganz haltbar ist, weil jede Exposition gegenüber ionisierender Strahlung prinzipiell das allgemeine Risiko der Krebsentstehung erhöht.
Nur ganz wenige Expositionen, i.d. Regel dort, wo das „strahlende Material“ ganz spezifisch in bestimmten Geweben angereichert wird (z.B. Jod > Schilddrüse) lässt sich darüber hinaus einen Zusammenhang zwischen Exposition und bestimmtem Organ-Karzinomen annehmen.

Es benötigte Jahre, bis in den Überlebenden der A-Bomben-Abwürfe im II. WK die ersten Lungenkarzinome auftraten.
Das ist so nach den neuesten Auswertungen der Life-Span-Study (Lit 1, Lit2) ebenfalls nicht richtig.
Es stimmt zwar, dass es 5 Jahre dauerte, bis statistisch gesichert mehr Organkrebse (i, Ggs. zu Leukämien, „sogenanntem Blutkrebs“) erkennbar waren, als es dem Erwartungswert in dieser Bevölkerung entsprochen hätte (Excess Cases/Death). Für Leukämien war das bereits deutlich früher nach der Exposition der Fall war, nur heißt das nicht, dass keines der früher aufgetretenen Karzinome nicht doch strahleninduziert war, man konnte dies mit statistischen Methoden eben nicht von den „anderen“ Karzinomen unterscheiden, die spontan oder auf Grund anderer Risikofaktoren entstanden sind.

Die Geschichte verbreitete sich dann durch viele Kanäle und kam bei uns verkürzt so an:
Krebserkrankungen durch Fukushima-GAU: Erster offizieller Todesfall
Todesfall bestätigt Nach Fukushima-GAU: Arbeiter erlag Lungenkrebs
Offiziell erster Strahlentoter nach Fukushima-Havarie

Keine Ahnung, welche Schlüsse Herr Weiss auf 1000 Seiten zum Lachen brachten, es darf jedoch aus seinen Interviews und dem pointierten Titel geschlossen werden, dass ihm das Lachen ebenso im Halse stecken bleibt wie mir, wenn man sich mit der offensichtlichen Unfähigkeit von Politik, Justiz, Medien und Gesellschaft beschäftigt, mit einer Katastrophe wie in Japan 2011 umzugehen.
Ohne zu große Parallelen zur Nuklearkatastrophe von Tschernobly ziehen zu wollen, Ursache und Verlauf der beiden Ereignisse unterscheiden sich doch sehr, reichten die über 32 Jahre offenbar nicht aus, um zu erkennen,
dass es hier (medizinisch) nicht nur um die Strahlenwirkung geht,
dass (wie im Finanzwesen und (vermutlich) der privatisierten italienischen Autobahn) die privaten Betreiber zwar die Gewinne einstreifen, aber für die Gesamthaftung nicht gerade stehen, um
letztendlich im Hinblick auf Haftung und Entschädigungen zu einem ausgewogeneren Bild zu kommen.

Natürlich ist aber sonst Herrn Dr. Conca zuzustimmen, dass niemand gegen die Entschädigung für Menschen ist, die Leid erlitten haben, aber es vergeht einem das Lachen, dass naturwissenschaftliche Erkenntnisse offenbar negiert werden, wenn der entschädigt wird, der mit einem Dosimeter einen „spontanen oder strahleninduzierten Krebs“ bekam und der nicht, dessen Gesundheitsgefährdung im Rahmen der Evakuierungsmaßnahmen nicht im mSv ausgedrückt werden kann, vielleicht weil das so billiger kommt und der Boulevard dann zur nächsten Headline hastet.

Written by medicus58

11. September 2018 at 17:00

Wien Digital – Qual ohne Wahl

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Dass Ihr Medicus den Segnungen der EDV im Gesundheitswesen nicht ganz vorbehaltslos gegenüber steht, darf als ausreichend dokumentiert gelten:

Krankenhaus EDV: erfassten Widerspruch im Anlassfall
KAV-IT: Ohne Worte
KAV-IT: Die Problemverursacher übernehmen die Macht
und da war da noch ELGA
Meine Paranoia mit der Spitals-EDV oder wenn alles steht, geht’s weiter wie bisher

Was die Wiener Zeitung pointiert wie immer als Die digitale Auferstehung der „1er“ umschrieb, also die Herauslösung der IT-Abteilungen des Allgemeinen Krankenhauses und des Krankenanstaltenverbunds und ihre Vereinigung mit der IT des Magistrats zur MA 1, lässt eine nachhaltige Verböserung der Situation erwarten:
1100 IT-Mitarbeiter überwachen über knapp 86.000 IT-Nutzer, betreuen 931 Breitbandstandorte, 70 Telekommunikationsanlagen mit 69.000 Nebenstellen, knapp 23.000 mobile Endgeräte, 5100 Server, 5400 Datenbanken, 9460 Terabyte Speicher und 113.800 Arbeitsplatz-Endgeräte

Zwar konnte das auf dringlichen Wunsch (?!?) von Ex-Finanz-Stadträtin Brauner bebaute Areal an der Stadtlauerstraße nun auch ausgelastet werden und der Magistratsdirektor konnte durchsetzten, dass er durch eine letztendlich unabwendbare personelle Ausgliederung des KAV nicht die Oberhoheit über all zu viele Personalakten verliert, aber ob das Monster Sinn macht, daran darf täglich gezweifelt werden, wenn man an der IT-Helpline hängt, wenn man wieder mal nicht in seinen PC kommt oder eine Telefonverbindung hakt.

Hat sich nicht Bürgermeister Häupl noch Ende 2016 rhetorisch echauffiert, was denn ein KAV Generaldirektor so für sein Geld macht, wenn er weder Finanz- noch Personalhoheit hat und dies auch noch kurz vor seinem Abgang 2018 bekräftigt:
Umgestaltung des Wiener Spitalsträgers in eine Anstalt öffentlichen Rechts mit eigener Personal- und Budgethoheit

Kann mir irgendjemand einen 30.000 Mitarbeiter Konzern zeigen, der keine eigene IT-Abteilung mehr hat?

Written by medicus58

20. Juli 2018 at 19:12

Just Bad Weibs um das KH Nord oder das Ende des Roten Konsenses?

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Als im Vorwahlkampf 2015 Renate Brauner, Sonja Wehsely, Sandra Frauenberger und Ulli Sima durch die Fotomonage der Londoner Abbey Road quasi den Beatles nachtrotteten, wollten sie auf ihrer Good Weibs Kampagne aufmerksam machen.  Drei Jahre danach kann man die damals etwas missglückte Kampagne fast schon als Prophezeiung auffassen:

Sollte es ein verstecktes Signal sein oder war es der Kampagne dar nicht bewusst, dass sich die Beatles
– als das berühmte Cover erschien –
schon längst innerlich aufgelöst
haben?

Was wir seit zwei Wochen in dem von der Kronenzeitung  genüsslich rauf und runter gespielten
Energetikerskandal um das KH Nord erleben

ist weder ein Lebenszeichen der inneren Kontrolle, wie es uns David Ellensohn, die Grüne Eminenz im Rathaus, weis machen will:
  KH Nord. Grüne und SPÖ beantragen Untersuchungskommission. (Nachdem Opposition ein halbes Jahr nur davon geredet hat.) ots.at/presseaussendu… 20. März 2018 4:53 pm

noch das beruhigende Zeichen, dass starke Medien die Politik kontrollieren, wie es uns   ebenfalls auf Twitter einreden möchte:

Guten Morgen. Eine Untersuchungskommission zum Milliardenskandal #khnord kommt. Auch das zeigt, wie wichtig starke Medien sind.
21.März 2018 6:10 am 

Der Wahnwitz um Energetiker und Geowaves,
die nur mühsam dementierte SP-Absage an Frauenbergers Spitalskonzept (das sie in Wahrheit noch von Wehsely und ihrem Beraterklüngel geerbt hat),

der von allen kommentarlos angenommenen Rücktritt einer der willigsten und mächtigsten SP Speerspitzen im Wiener Gesundheitssystem, der man noch ihre Pensionierung mit einem Beratervertrag versüßt hat, was nur dem innersten Kreis genehmigt wird (Gegenbeispiele auf Anfrage),

monatelange Vakanz an der Spitze des KAV (jetzt Wien Kliniken), der von einer Stellvertreterin des Generaldirektors ohne Generaldirektor geleitet wird, vielleicht auch vom Direktor des AKH, der auch mal in der Generaldirektion in Town Town vorbeischaut, …

ein SPÖ Vorsitzender der kaum Zweifel daran lässt, dass er die Weibs lieber früher als später „entsorgen“ würde, während der Noch-Bürgermeister vor einer Ablöse warnt und der 69-jährige Landtagspräsident und Donauinselfest-Erfinder Harry Kopietz offenbar ein Gutachten bestellt hat, dass es ihm verbietet für Brauner Platz zu machen!

All diese Schmiere ist nichts anderes als das höchst beunruhigende Zeichen, dass in der Wiener SPÖ ein Machtkampf abläuft, bei dem ohne Rücksicht auf Kollateralschäden alles gefährdet wird, was diese Stadt einst menschlich und lebenswert gemacht hat.
Der Grundkonsens, dass es bei all den persönlichen Karriereabsichten und gegenseitigen Animositäten doch noch auch um diese Stadt und ihre Bewohner geht, wurde endgültig beerdigt.

Offensichtlich geht es nicht mehr um Richtungskämpfe sondern um einen Endkampf jeder gegen jeden, in dem allen eines völlig egal scheint:
Was dabei alles endgültig zu Bruch geht. Verbrannte Erde, Führerbunker sind die Bilder die einem hier einfallen …

Boulevard-Medien (haben wir noch andere?) greifen die zugesteckten Infos begierig auf und inszenieren die auflagenstärkenden Aufregung sogar noch als demokratisch. 95.000 € Energetiker-Rechnung verursachen zwei Wochen lang höchste Aufregung, während die durch missglückte Tricks verlorenen 30 Millionen € fast unbeachtet im mediale Dorf blieben.
Wie sehr die Strukturen der Stadt bereits in Gefahr sind wird kaum thematisiert:
Change und hin zu neuen, vielleicht auch nur umbenannten und umgefärbten Machthabern,
Wien muss Bund werden,
auch wenn ein dort gerade vorgeführt wird, wie erbittert auch hier hinter einer scheinbar konsensualen Fassade gegeneinander agiert wird.
Bemerkenswert, dass das im Post-Pröll’schen Niederösterreich ganz anders läuft!

Die SPÖ kennt das Spiel Freund-Feind-Parteifreund seit Jahrzehnten und benutzt den alten Gruß (Freundschaft) kaum mehr.
Wenn sie sich aber wie jetzt in Wien völlig von jeglichem Solidaritätsgefühl mit anderen Genossen und mit dieser Stadt entfernt wird viel mehr als nur der Wiener Krankenanstalten Verbund an die Wand gefahren und dann ist es völlig belanglos, wer zum Herrscher der rauchenden Trümmer wurde.
Traurig genug für eine einstmals große Stadtpartei , aber wirklich tragisch, weil es alle Bürger dieser Stadt mitreißt!

Was mir da noch einfällt hat nur scheinbar mit all dem nichts zu tun:
Hofer hatte im Präsidentschaftswahlkampf schon recht, dass man sich noch wundern würde, was in diesem Land alles möglich sein wird.
Es war ein Fehler zu glauben, dass sich das NUR auf die FPÖ bezieht.

 

Written by medicus58

23. März 2018 at 17:36

An das Publikum (Eine Collage)

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1931

O hochverehrtes Publikum,
sag mal: Bist du wirklich so dumm,
wie uns das an allen Tagen
alle Unternehmer sagen?
Jeder Direktor mit dickem Popo
spricht: „Das Publikum will es so!“
Jeder Filmfritze sagt: „Was soll ich machen?
Das Publikum wünscht diese zuckrigen Sachen!“
Jeder Verleger zuckt die Achseln und spricht:
„Gute Bücher gehn eben nicht!“
Sag mal, verehrtes Publikum:
Bist du wirklich so dumm?

So dumm, daß in Zeitungen, früh und spät,
immer weniger zu lesen steht?
Aus lauter Furcht, du könntest verletzt sein;
aus lauter Angst, es soll niemand verhetzt sein;
aus lauter Besorgnis, Müller und Cohn
könnten mit Abbestellung drohn?
Aus Bangigkeit, es käme am Ende
einer der zahllosen Reichsverbände
und protestierte und denunzierte
und demonstrierte und prozessierte…
Sag mal, verehrtes Publikum:
Bist du wirklich so dumm?

Ja dann…
Es lastet auf dieser Zeit
der Fluch der Mittelmässigkeit.
Hast du so einen schwachen Magen?
Kannst du keine Wahrheit vertragen?
Bist also nur ein Griesbrei-Fresser-?
Ja, dann…
Ja, dann verdienst dus nicht besser

(Kurt Tucholsky)

14.6.2004 (!)

Molterer: „Anstand“ verpflichtet Gusenbauer zu Rücktritt

19.7.2008

Das Netzwerk des Werner Faymann: Wie Freunde ihn ins Kanzleramt bringen wollen

13.4.2011

Rücktritt von Josef Pröll Scheitern einer Zukunftshoffnung

5.6.2011

Spindeleggers Netzwerk besteht aus Cartellverband und sozialliberalen Christen

9.5.2016:
Faymann ist Geschichte – Der Fahrplan für die nächsten Wochen

13.5.2017

„Mitterlehner nach allen Regeln der Kunst abmontiert“

1977 Heroes

I, I will be king
And you, you will be queen
Though nothing, will drive them away
We can beat them, just for one day
We can be heroes, just for one day

We’re nothing, and nothing will help us
Maybe we’re lying, then you better not stay
But we could be safer, just for one day
Oh-oh-oh-ohh, oh-oh-oh-ohh, just for one day

(David Bowie)

Mehr Security als Lösung für ein Totalversagen der Patientenversorgung?

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Der Boulevard rastet aus:

Täglich Gewalt-Exzesse in den Wiener Spitälern

So brutal geht es in Wiens Spitälern zu

Man hat nun beschlossen, im Wilhelminenspital einen zusätzlichen Security-Dienstposten (24 Stunden) für den Personenschutz zu beschäftigen.
Der Security sollte in kurzer Zeit verfügbar sein„, heißt es aus dem Krankenanstaltenverbund (KAV)
.

Wird aber nix bringen!

Wir erleben einfach den multidimensionalen Kollaps in der Patientenversorgung als Folge gesundheitspolitischer Fehler seit Jahrzehnten:

  • Die Politik versprach den Wählern ein medizinisches Schlaraffenland (Wehsely: Wir sind rund um die Uhr für Sie da), obwohl seit Jahren ein extra- und intramuraler Rückbau eingeleitet wurde.
  • Der Anteil der Patienten, die sich ein Ausweichen in den privaten Sektor nicht leisten kann. nahm in Wien drastisch zu (Unterschicht).
  • Viele dieser Patienten kennen aus ihrer Heimat nur das Krankenhaus als Primärversorgung.
  • Die extramurale Patientenversorgung beim Hausarzt und im Bedarfsfall beim niedergelassenen Facharzt wurde von den Krankenversicherungen ausgehungert, die Wartezeiten -auch für gesundheitliche Banalitäten – sind unzumutbar.
    Den Kassen waren beschränkte Öffnungszeiten und rasche Überweisungen in die Spitalsambulanzen nur Recht, weil für sie kostenschonend.
  • Die intramurale Patientenversorgung war von ihren Ressourcen nur für schwer kranke, aufnahmepflichtige Patienten ausgelegt, musste aber immer mehr die offensichtlichen Defizite der extramuralen Versorgung abdecken.
  • Die Reform der Ärztearbeitszeit (inklusive der von WÄK und Personalvertretung akzeptierten Postenreduktionen) führten zu einer starken Verdichtung im Kerngeschäft und Schließungen von Spitalsambulanzen und -abteilungen, so dass noch weniger Ressourcen für die Versorgung von Selbstzuweisern zur Verfügung stehen.

Gemeinsam mit einem an allen Ecken und Enden zunehmenden Aggressivität in der Gesellschaft fliegt uns das nun allen um die Ohren.

Als Sofortmaßnahme kann so ein bulliger Security in der Notaufnahme schon kurzfristig helfen, wenn man aber das Problem ausschließlich so lösen will, freue ich mich schon auf Flughafen-ähnliche Verhältnisse in unseren Spitälern.
Dann wird ein Berater aufstehen und stolz vorrechnen, dass es vielleicht billiger gewesen wäre:

  • Den Wählern die Wahrheit zu sagen.
  • Bevölkerungswachstum als Begründung für die Verschuldung zu fördern, ohne für die notwendige Infrastruktur vorzusorgen.
  • Die bestehenden Primärversorgungssystem adäquat zu finanzieren und nicht viel Geld in ein paar politik-nahe PVZ zu pumpen und zu glauben, dass das kurzfristig die Versorgung verbessert.
  • Politisch und rechtlich hinter den im Gesundheitssystem Tätigen zu stehen, wenn diese rasch triagieren und Patienten mitteilen, dass ihr Problem nicht lebensbedrohlich ist und nicht akut im Spital gelöst werden muss!

Weiters greife ich Informationen vor, die ich noch nicht Zeit hatte hier zu diskutieren:

  • Dem Wahnwitz im aktuellen ÖSG Entwurf abschwören, in dem noch mehr Primärversorgung in die Spitalsambulanzen verschoben werden soll, ohne dass es hier zu einer adäquaten Raum- und Personalaufstockung kommt.
  • Aufhören Beratern zu glauben, die behaupten, dass der deutschen Sprache kaum fähige Patientengruppen durch Telefon-Hotlines (TEWEB) oder Health Literacy Aktionen abgehalten werden können, in die Spitäler zu laufen.

Written by medicus58

5. Mai 2017 at 18:46

Krankenhaus EDV: erfassten Widerspruch im Anlassfall

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Ohne Worte, weil die ohnehin unverständlich sind …

EDV

also, geschätzte Patienten, freuen Sie sich auf die Transparenz Ihrer Krankenakte,
vielleicht verstehen wenigstens Sie was da drinnen steht, aus unserer Sicht wirkt das alles sehr, sehr WIRR ….

im Verlaufe des Tages kam dann noch das:

die in der Zwischenzeit angefallenen -Widerspruch im Anlassfall SOO- zu erfassen

EFV2

Also für jeden Liebhaber des Dadaismus eh klar, …

Links:

KAV-IT: Ohne Worte https://medicus58.wordpress.com/2015/06/25/kav-it-ohne-worte/ 
KAV-IT: Die Problemverursacher übernehmen die Macht https://medicus58.wordpress.com/2013/03/15/kav-it-die-problemverursacher-ubernehmen-die-macht/
und da war da noch ELGA https://medicus58.wordpress.com/2015/03/06/und-da-war-da-noch-elga/

Written by medicus58

17. Mai 2016 at 17:10

So funktioniert die Generaldirektion des KAV: Chronik der Unwahrheiten

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KAV

16.12. – Erste Informationen machen die Runde, dass der KAV eine externe Firma beauftragt hat die Tätigkeiten der Ärzte im Nachtdienst elektronisch zu monitieren.
19.12. Die Informationen erreichen die Ärztekammerhttp://schuetzenwirunserespitaeler.at/einsparungen-ueberwachung-und-neue-ideen-um-aerzte-zu-frustrieren/

21.12.: Die Medien berichten flächendeckend:
http://kurier.at/chronik/wien/wiener-spitalsaerzte-sollen-sich-kuenftig-selbst-ueberwachen/170.741.427
http://derstandard.at/2000027875965/Wiener-Spitaeler-Aerzte-fuerchten-Ueberwachung-und-Einsparungen
http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/4892158/Gesundheit_Aerzteprotest-gegen-Ueberwachung?_vl_backlink=/home/leben/gesundheit/index.do
http://wien.orf.at/news/stories/2748600/

21.12. 20:52 Resolution des PGA ÄrztInnen

Die Vertreterinnen und Vertreter der Ärztinnen und Ärzte im Wiener Krankenanstaltenverbund protestieren auf das heftigste gegen elektronische Kontroll- und Überwachungssysteme der Patientenbetreuung von Ärztinnen und Ärzten. 
Die Ärztinnen und Ärzte im Wiener KAV arbeiten schon jetzt am Limit und verwehren sich gegen eine weitere Erschwerung der Patientenbetreuung durch patientenferne Administration. 
Erschwerend kommt hinzu dass diese Maßnahme ohne Absprache mit den betroffenen Ärztinnen und Ärzten hätte umgesetzt werden sollen. Diese Vorgangsweise des KAV ist absolut inakzeptabel und zeugt von einer nicht zu tolerierenden Unternehmenskultur. 
Für den PGA ÄrztInnen
Wolfgang Weismüller, Vorsitzender

Trotz dieser klaren Faktenlage, der KAV wollte wieder einmal mit Hilfe externer Berater ein Projekt gegen seine Mitarbeiter durchpeitschen, dementiert der Pressedienst der Stadt Wien im Namen des Generaldirektors des KAV und beschuldigt anderer der Lüge!

22.12. 13:25 KAV zur Messung der Arbeitsbelastung im Nachtdienst: Ärztekammer verbreitet Falschinformation
Aufgrund der Medienberichterstattung der vergangenen Tage zum Thema Tätigkeits- und Belastungsanalyse der Nachtdienste in zwei Wiener Gemeindespitälern hält der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) fest, dass diese Studie explizit auf Wunsch der Ärzteschaft und der Interessensvertretung geplant wurde. „Hier verbreitet die Ärztekammer wider besseren Wissens ganz bewusst Falschinformationen. Damit führt sie leider ihren unsachlichen Kurs des vergangenen Jahres weiter“, so
KAV-Generaldirektor Udo Janßen.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151222_OTS0098/kav-zur-messung-der-arbeitsbelastung-im-nachtdienst-aerztekammer-verbreitet-falschinformation

22.12. 17:42 Überwachung der Arbeitsbelastung im Nachtdienst: Ärztekammer korrigiert KAV
Weder Personalvertretung noch Ärztekammer waren eingebunden
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151222_OTS0125/ueberwachung-der-arbeitsbelastung-im-nachtdienst-aerztekammer-korrigiert-kav

Hier geht es nicht um die berechtigten Wünsche einer Arbeitgeberin den eigenen Personaleinsatz zu überprüfen. Erst kürzlich wurden mehrere Abteilungen hinsichtlich des Personalsbedarfes von einer externen Firma überprüft, das – vermutlich dem KAV nicht genehme – Ergebnis aber unter Verschluss gehalten. Hier geht es um einen mit Steuergeldern finanzierten Versuch der Orwell’schen Umdeutung der Fakten. Das ist unerträglich!

Wie die Vertragsverlängerung des Generaldirektors, der derartige Managementfehler begeht, politisch schön geredet werden wird, werden wir bald erleben.

Written by medicus58

23. Dezember 2015 at 12:31

Dem Wiener Gesundheitssystem droht der Kollaps

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pic

Wien kämpft Wahl,
aber dieser hier zitierte Ausspruch kommt nicht von der „revolutionstrunkenen“ blauen Opposition sondern aus der SPÖ-dominierten HGII der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten und aus 2011. Der Folder lässt sich augenblicklich noch immer auf deren Server finden (http://www.hg2.at/files/262/) wie lange noch, hängt vermutlich davon ab, wie viele Rote diesen Blog lesen.

Damals erhob die Gewerkschaft die Streikbereitschaft ihrer Mitglieder, und Kurt Felber, Personalvertreter aus dem Donauspital – Sozialmedizinisches Zentrum Ost wurde zitiert:
„Ich denke, dass alle Bediensteten die Protest-Befragung nutzen werden.
Der nicht endende Kürzungswahn und die damit einhergehenden Gefahren für Belegschaft und Patienten lassen gar nichts anderes zu“.

Als sich im Frühsommer 2015 die Mehrheit der KAV Ärzte für einen Streik aussprach, weil sich all das, was die Gewerkschaft noch 2011 vollmundig kritisiert hat, fortgesetzt und verschlimmert hat, machten die Kollegen rasch Mauer und man hörte:

Ein Streik im Gesundheitsbereich kommt für die Gewerkschaft nicht in Frage
Ärztearbeitszeiten oder die Welt des ÖGB (http://wp.me/p1kfuX-Z7Genossen )

Schweigen sogar im ureigensten Bereich der Gewerkschaft, dass es kaum wo die seit Juli (!) notwendigen Vereinbarungen mit der Personalvertretungen zum neuen Arbeitszeitmodell gibt …

Wien kämpft Wahl,
und da wird notfalls geknebelt, gedroht und mit Klage gedroht, um den scheinbaren Glanz des Potemkinsche Spitalssystems dem Wähler noch eine Regierungsperiode vorzuspielen:

Die Potemkinschen Spitäler
http://wp.me/p1kfuX-n8
Nun gibt die Politik die Potemkinschen Spitäler langsam zu, schiebt aber Verantwortung auf Ärzte http://wp.me/p1kfuX-Br

Im Hintergrund entpuppt sich das Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration“ (http://wp.me/p1kfuX-K9) als reiner Kahlschlag mit Abteilungsschließungen, Personal- und Leistungsreduktion.

Der letzte große Coup, das neue Dienstzeitmodell, von dem (Noch?-)Stadträtin Wehsely und (Noch?-)Generaldirektor Janßen unermüdlich trommelten, dass es
zu mehr Tagespräsenz und ausgeweiteter Leistungsbereitschaft untertags führen wird, hat sich offenbar zum Megabauchfleck entwickelt.

Die Überstunden explodierten,
die Kosten sind höher als angenommen,
die Tagespräsenz ist zum Teil geringer als vorher,weil das System so unflexibel ist, dass arbeitswillige und arbeitsfähige Ärzte in den Zwangsurlaub geschickt werden müssen, um den Vorgaben zu folgen und allein die Diensteinteilung mehr als doppelt so lange dauert als bisher, weil vernünftige Softwaretools erst für 2016 angekündigt sind.

Verkürzt kann man sagen, dort wo arbeitstäglich mehr Ärzte anwesend sind, beschäftigen sie sich mit der Diensteinteilung und allen Fallstricken und nicht mit der Patientenversorgung, bravo!

Und wie reagieren die Verantwortliche?
Erkennen Sie, dass all die Berechnungen ihrer teuer eingekauften Beraterfirmen falsch waren, was ihnen übrigens mehrfach vorausgesagt wurde?

Natürlich nicht.

Dass ich in den Kollaps laufe,
wenn ich gleichzeitig eine Studienreform, eine Spitalsreform, eine Dienstrechtsreform und eine Reform der postpromotionellen Ausbildung ausrolle,
die jungen Ärzte durch eine miserable Ausbildung und unklare Zukunftsaussichten und die älteren Ärzte durch unerträgliche Arbeitsbedingungen (Oberärzte schlafen eh nur im Nachtdienst) verjage und
ein Dienstzeitmodell austüftle, dessen erste Prämisse ist die ärztliche Arbeitsleistung weiterhin so billig wie möglich zu bekommen und deshalb wahlweise in Arbeitsstunden, Arbeitstagen und Durchrechnungszeiträumen rechne,
leuchtet nicht zuletzt dem sprichwörtlichen Milchmädchen ein.

Wien kämpft Wahl

Nach außen wird gemauert und wie wild Inserate geschaltet, nach innen hört man nur Gebrüll aus dem Stadträtinnenbüro, vernimmt unverhohlene Drohungen vom Generaldirektor, wenn man ihn auf diese inneren Widersprüche aufmerksam macht und hat an der Basis völlig den Überblick verloren, wie viele Labors, Bettenstationen und Fächer im KAV geschlossen werden. Weisungen werden mündlich mitgeteilt, weil man weiß ja nicht, ob und wer letztendlich dazu stehen muss.

Es werden fieberhaft Schuldige für das eigene Managementersagen gesucht, weil es natürlich ein Organisationsversagen Nachgeordneter darstellt,
wenn sich zwar die gesetzlich maximal mögliche Ärztearbeitszeit von 72h auf 48h reduziert,
freiwerdende Stellen von der Zentrale nicht nachbesetzt werden,
Diensträder gestrichen werden,
die versprochenen flankierenden Maßnahmen (PHCs, Notaufnahmen, ….) Hirngespinste bleiben,
und die bisherige Leistungen nicht mehr erbracht werden können.

Schuld sind die Soldaten, niemals die Generäle.

Wer zum chaotischen Rückzug nicht Frontbegradigung, pardon Schwerpunktbildung, sagt, der baumelt.

PS: Ich habe hier kürzlich einen Schulterschluss zwischen Ärzten und einer neuen Vertretung der Pflege verlangt und darf nun vermelden, dass genau das Asklepios plant:

Wir planen daher mit CareRevolution unter dem Motto „Gemeinsam für Transparenz und Mitbestimmung, bessere Arbeitsbedingungen, mehr Personal sowiegerechte Löhne“ eine gemeinsame Demonstration von Ärzten und Pflege am 5.10. 2015 16 Uhr (Treffpunkt MQ) um auf die Auswirkungen der aktuellen Veränderungen im Gesundheitswesen aufmerksam zu machen.

Written by medicus58

16. September 2015 at 18:54

Die Ärztekammer hat schon den Maulkorb übergestreift

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Wie gestern vorhergesagt (So verlor die Ärztekammer jede Glaubwürdigkeit vor den Patienten und vermutlich auch vor den Ärzten http://wp.me/p1kfuX-ZR) schauen die kürzlich mit hohem Aufwand von der Wiener Ärztekammer errichteten Sites, auf denen aufgefordert wurden über Missstände in den Spitälern zu berichten, heute so aus:

http://gemeindespitaelerstreik2015.at/

gemstreik

http://schuetzenwirunserespitaeler.at/

schuetzenwir

http://notstandspital.at/

notstand

Alle abwiegelnden Stellungnahmen der Wiener Kammerfunktionäre in den letzten 24 Stunden, dass der geschlossene Pakt mit dem Rathaus keinen Maulkorberlass beinhaltete, werden dadurch als Lügen entlarvt. Und dass seit gestern der strukturelle Notstand der Gemeindespitäler mirakulös gelöst wurde und sich dadurch die entsprechenden Internetauftritte erübrigt hätten, glaubt wohl nicht einmal der eifrigste Spritzwein-Konsument.

 

 

Written by medicus58

3. Juli 2015 at 19:19

So verlor die Ärztekammer jede Glaubwürdigkeit vor den Patienten und vermutlich auch vor den Ärzten

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Vor wenigen Tagen erklärte Stadträtin Wehsely erneut, dass die Ärztekammer KEIN Verhandlungspartner mehr ist, und sie sie nicht am verhandlungstisch benötige, da die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten ohnehin von Anfang bis zur rechtzeitigen Verlängerung der Betriebsvereinbarung alles freudig abgenickte, was vom Rathaus gewünscht wurde.

Kurz vor der Abstimmung über die Streikbereitschaft, zu der sich über 90% der Ärzte vor wenigen Tagen bekannt haben, erhört Wehsely aber überraschend die Eigeninitiative von drei Kammerfunktionären (Wahlgemeinschaft: Felke; Frohner Facharzt- und Turnusliste WSP; Hofmann Vereinigung) und legt kurz mit Sitzungsbeginn einen neuen Vorschlag vor, der (vorbehaltlich der Teile, in denen die Stadt Wien ihrer eigenen Dienstordnung widerspricht) „mit großer Mehrheit“ angenommen wird.
http://derstandard.at/2000018371401/Spitalsaerzte-Wehsely-sieht-Last-Minute-Einigung-Szekeres-Wollen-nicht-streiken

Damit akzeptiert die Standesvertretung aber

ein „Stillhalten zu Gehaltsfragen bis 2017“ (obwohl z.B. Teile des Pakets wie das Paket für Primarärzte noch gar nicht vorliegen),
den „Verzicht auf weitere Urabstimmungen zum vorliegenden Verhandlungspaket“ sowie
die „Einstellung sämtlicher Kampagnen zu einzelnen Punkten der Vereinbarung“.

http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4767192/Aerztekammer-nimmt-ArbeitszeitAngebot-mit-Vorbehalt-an

Dass das offenbar ein abgekartetes Spiel war, wird allein schon dadurch deutlich, dass noch vor Sitzungsbeginn sich Stadträtin Wehsely von den Grünen (!) im Gemeinderat zum Stand der Verhandlungen befragen ließ, damit sie die freudige Botschaft einer Einigung verkünden konnte und der Wien heute Beitrag pünktlich um 19:00 fertig war: http://tvthek.orf.at/program/Wien-heute/70018/Wien-heute/10107951/Kein-Streik-keine-Entscheidung/10110888

Der Bericht benennt auch ganz klar, dass sich das Rathaus mit dem Plan Nachtdiensträder zu streichen bereits durchgesetzt hat:
Über hundert Nachtdiensträder wurden gestrichen.

Wie man auch immer zu den finanziellen Teilen des Paktes steht, hat die Ärztekammer in den letzten Monaten sehr viel Geld (ihrer Zwangsmitglieder) ausgegeben, um auf die für Ärzte und Patienten unerträglichen Zustände in den Wiener Gemeindespitälern hinzuweisen:

Da Sie diese Seiten bald nicht mehr sehen werden, gibt’s hier noch die Screenshots

Streik

http://gemeindespitaelerstreik2015.at/

AKHStreik

http://akhstreik2015.at/

schuetzen wir

http://schuetzenwirunserespitaeler.at/

Notstandspital

http://notstandspital.at/

Wenn diese „Kampagnen“ nun sang- und klanglos geschlossen werden müssen, ohne dass sich durch den Besoldungspakt an den Gangbetten, Ambulanzwartezeiten, … etc. , die die Patienten (völlig zu Recht) ärgerten, etwas strukturell geändert hat, könnten sich die Patienten etwas missbraucht vorkommen, so wie diejenigen, die 11719, die auf Gesundheit Ist Mehr Wert (https://gesundheitistmehrwert.at/) protestierten.

gesundheitwert

Wenn nun die Wiener Ärztekammer innerhalb weniger Tage sowohl mit den Krankenkassen als auch mit dem Rathaus ihren Frieden gefunden hat und sich brav einen Maulkorb umhängt, der ihre standespolitischen Möglichkeiten bis 2017 deutlich einschränkt, dann könnten sich auch einige Ärzte verschaukelt vorkommen und bis 2017 keine Kammerbeiträge mehr einzahlen wollen.

Wer jedenfalls verdient hat waren diejenigen, die in den letzten Wochen all die schönen bunten Internetauftritte gebastelt haben, aber auch für die kommt noch das dicke Ende.
Nochmals werden sie wohl kaum zum Zug kommen, denn
nach dieser Vollbremsung mit Salto rückwärts braucht die Ärztekammer in Zukunft wohl kaum mehr im Internet um Unterstützung bei unseren Patienten werben, das nehmen ihr die Patienten kaum ein zweites mal ab.

Nachtrag 3.7.2015: 
Wie vorhergesagt schauen folgende Sites schon heute so aus:
http://gemeindespitaelerstreik2015.at/

gemstreik

 

http://schuetzenwirunserespitaeler.at/

schuetzenwir

 

http://notstandspital.at/

notstand

 

 

Written by medicus58

2. Juli 2015 at 16:30

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