Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for November 2016

(K)eine Wahlempfehlung oder die Wahl der Qual

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so-wahr

Da sich inzwischen jeder erdreistet dem angeblichen Souverän  eine Wahlempfehlung zu geben,
offenbar weil man dem mündigen Wähler sogar beim dritten Wahlgang noch immer keine eigene Entscheidung zutraut,
erlaubt sich auch Ihr Medicus seine unmaßgebliche Stimme zu erheben und Ihnen eine Entscheidungshilfe zu geben.

Also hoffen wir, dass diesmal wenigstens die „Sacklpicka“ ganze Arbeit geleistet haben und
wir den beiden Kandidaten und ihren Helfern weitere Selbstbeschädigungen ersparen.

Written by medicus58

27. November 2016 at 13:47

Der schwere Atem der Sozialdemokratie

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Das was die SPÖ für Ihre Mitglieder auf YouTube gestellt hat, weil die Zeiten wo man Parteimitglieder direkt erreichen konnte sind wohl vorbei, hat das Zeug zum Zeitdokument.

„…Genossinnen und Genossen, für die die das gerne hören ….“

Der die piepsende Worthülse „wir nehmen das mit“ von Frau Straubinger übertönende Atemgeräusche des Bürgermeisters.

Freundschaft“ als Abschluss einer Bestandsaufnahme,dass gerade das in der Wiener SPÖ verlustig geraten ist!

Fidel Castro (13.August 1926-25.November 2016) hätte das vom Totenbett besser hingekriegt und der war nie Soizialdemokrat.

 

Castros vermutlich letzte öffentliche Rede:

und noch ein Leckerbissen:

Written by medicus58

26. November 2016 at 13:44

ÄrzteRausbildung neu

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niedermoser_peter kopie

Augenblicklich echauffiert sich die Ärztekammer, dass die gerade zwischen Bund und Ländern paktierten 15a-Vereinbarungen u.a. den niedergelassenen Facharzt wegrationalisieren.

Zeit daran zu erinnern, wie sehr die Ärztekammer unter der Führung des OÖ Ärztekammerpräsidenten Niedermoser in diesem Prozess als Brandbeschleuniger agiert hat, nur damit die Arztakademie (https://www.arztakademie.at/home/wir-ueber-uns/facts/) unter Leitung Niedermosers mehr Personal anstellen kann.

Ich habe darauf bereits mehrfach hingewiesen:
3/2014 Niedermoser: Who’s side are you on https://medicus58.wordpress.com/2014/03/13/niedermoser-whos-side-are-you-on/
4
/2015 Wirkungsorientierte Folgenabschätzung der Ärzteausbildung: Geiz war geil https://medicus58.wordpress.com/2015/04/10/wirkungsorientierte-folgenabschatzung-der-arzteausbildung-geiz-war-geil/

An der zuletzt 2006 – also knapp vor einer „Fachärzte-Ausbildungsgeneration“ – erstellten Ausbildungsordnung ließ Niedermoser kein gutes Haar.
Die damals neu verhandelten Rasterzeugnisse waren seiner Meinung nach völlig weltfremd, die Ausbildung nicht mehr zeitgemäß und Schulter an Schulter mit dem Bundesministerium schritt er zur Tat.

Unter killendem Speed wurden die Vorgaben des Ministeriums erfüllt, Fächer eingestampft und zusammengelegt, die gesamte post-promotionelle Ausbildung „reformiert“, natürlich gleichzeitig mit einem neuen Curriculum an den Universitäten, rasenden Spitalsreformen in allen Bundesländern, mit einer Aushöhlung der fachärztlichen Präsenz außerhalb der Amtsstunden und einer Beschränkung der Ärztearbeitszeit, die sowohl die Anwesenheit der Auszubildenden als auch die der Ausbildner reduziert.

Seit 1. Juni 2015 beginnt mit das Ganze mit einer 9 monatigen Basisausbildung zur Vermittlung grundlegender Kenntnisse der Patienten- und Notfallversorgung, die alle früheren Gegenfächer ersetzen sollte. Das ursprünglich vielleicht nicht ganz sinnlose Konzept, diese 9 Monate zu annähernd gleichen Teilen in einer Allgemeinchirurgie und einer Allgemeinen Internen zu verbringen, wurde auf politischen Druck aufgeweicht und auf „irgendwas wo es blutet und irgendwas wo nicht“ reduziert.
Der zukünftige Allgemeinmediziner kann z.B. seine Basisausbildung, wenn ihn der Spitalserhalter dort braucht an einer Neurologie und Neurochirurgie abdienen und wieder hier noch dort lernen, eine kleine Fleischwunde zu versorgen. Aber natürlich muss er in eine Psychiatrie, als Arbeiter, nicht Patient, weil dort Personalnot herrscht!
Das Nähen von Schnittwunden lernt er halt am Ende in der Lehrpraxis oder von der akademischen Pflegeperson im PHC!

Natürlich mussten nun alle bestehenden Ausbildungsstellen neu zertifiziert werden und da hat sich die Kammer leider etwas übernommen, denn viele Anträge liegen noch unbearbeitet herum und viele Basisausgebildeten können noch nicht auf neu-zertifizierten Ausbildungsstellen ihre Ausbildung fortsetzen.

Nach allerlei Zahlenzauberei mit den geforderten Fallzahlen ist es nun ein eingestandenes Geheimnis, dass es zu einer Reduktion der Facharztausbildungsstellen im zweistelligen Prozentbereich kommen wird.

Nach meinen Informationen ist Niedermosers Position in der OÖ Ärztekammer weiterhin sicher, warum verstehe ich aber nicht ….

Ärzteausbildung: Selbst der Billa beruft sich auf den Meisterbäcker https://medicus58.wordpress.com/2015/06/21/arzteausbildung-selbst-der-billa-beruft-sich-auf-den-meisterbacker/

Written by medicus58

20. November 2016 at 09:00

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Gesundheitsreform: Wie wäre es mal mit der ganzen Wahrheit

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rotstift

Einer der wesentlichsten Beweggründe vor ziemlich genau sechs Jahren einen Blog zu beginnen (Gedanken am Ende eines Blogs https://medicus58.wordpress.com/2014/12/09/gedanken-am-ende-eines-blogs/) lag für mich darin, dass ich es satt hatte, dass Krankenhausportiere, Sprechstundenhilfen und Ambulanzpersonal einen immer größeren Teil ihrer Arbeitszeit damit zu verbringen hatten, die Patienten darüber aufzuklären, was sie für ihre Krankenversicherung und Steuern eben nicht erwarten dürfen, während ihnen die weiterhin Gesundheitspolitik das Paradies auf  Erden versprach.
Der gesellschaftspolitische Diskurs um unser Gesundheitssystem fand nicht an der Wahlurne sondern am Ambulanz- und Ordinationsschalter statt.

Spitzenmedizin für alle rund um die Uhr und überhaupt. 

Sechs Jahre lang schien die Phalanx der Gesundbeter in der Gesundheitspolitik dicht geschlossen und jede Systemkritik wurde von Gesundheitspolitikern, Gewerkschaftern und Interessenvertretern bestenfalls als Einzelproblem oder  Verfehlung einzelner schwarzer Schafe dargestellt.

Newcomer wie Team StrohsackNeos oder chronische Oppositionspolitiker wie viele FPler und die Wiener Schwarzen übten natürlich auch Kritik, aber eben immer nur an einzelnen Vorgängen. Wiener und Niederösterreichische Patientenanwälte rieben sich an einigen, angeblichen bösen Ärzten oder Landesärztekammerpräsidenten, stellten aber das System, das sie schließlich auch sehr gut nährte, natürlich nie in Frage.

Wenn es den Gewerkschaftern in den politischen Kram passte, dann sahen sie auch früher schon mal das Gesundheitssystem vor dem Kollaps (Dem Wiener Gesundheitssystem droht der Kollaps https://medicus58.wordpress.com/2015/09/16/dem-wiener-gesundheitssystem-droht-der-kollaps/), kurz danach sah man sich aber stets in angeblich sehr konstruktiven Gespräche wieder am Verhandlungstisch.

Als der damalige Sozialminister Hundstorfer nach 13 Jahren Bedenkzeit im Schnelldurchgang die Ärztearbeitszeit regelte (Da ist irgendwo der Hund drinnen, Herr Minister Hundstorfer! https://medicus58.wordpress.com/2015/03/10/da-ist-irgendwo-der-hund-drinnen-herr-minister-hundstorfer/) brodelte es in allen Ländern mehr oder weniger heftig, was aber nur als Arbeitskampf geldgieriger Ärzte dargestellt wurde. Dass die Arbeitsverdichtung in den Spitälern die Folge der seit vielen Jahren immer insuffizienteren extramuralen Versorgung war, weil die ebenfalls parteipolitisch kontrollierten Krankenkassen den Verpflichtungen gegenüber ihren Versicherten nicht nachkamen und darin von ihren meist politisch-gleichfärbigen Landes-Gesundheitspolitiker auf Kosten der Krankenhäuser gedeckt wurden, war natürlich kein Thema.

Als z.B. in Wien die KAV-angestellten Ärzte im Sommer 2016 endlich streikten, blieb die Unterstützung des Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer, eines Tiroler Praktikers ziemlich schaumgebremst, die Gewerkschaft war überhaupt offen feindselig.

In den vergangenen sechs Jahren habe ich hier zahllose Beispiele angeführt, wie die ehemals vielleicht teure, aber gute Gesundheitsversorgung in Österreich schrittweise löchrig geschossen wurde. Stichwort: Die Potemkinschen Spitäler https://medicus58.wordpress.com/2012/07/11/die-potemkinschen-spitaler

2012 Sommerloch Reprisen: Reform=Stillschweigen zur Errichtung eines Potemkinschen Dorfes https://medicus58.wordpress.com/2016/07/26/sommerloch-reprisen-reformstillschweigen-zur-errichtung-eines-potemkinschen-dorfes/)
2013 Nun gibt die Politik die Potemkinschen Spitäler langsam zu, schiebt aber Verantwortung auf Ärzte https://medicus58.wordpress.com/2013/03/21/nun-gibt-die-politik-die-potemkinschen-spitaler-langsam-zu-schiebt-aber-verantwortung-auf-arzte/

Das alles führte dazu, dass sich in einem der am wenigsten gelesenen Beiträge dieses Blogs kürzlich vergeblich die Frage aufwarf:
Fragt einmal, was der Staat für Euch tun muss … https://medicus58.wordpress.com/2016/10/29/fragt-einmal-was-der-staat-fuer-euch-tun-muss/
da mir scheint, dass sich viel zu viele Bürger in falscher Sicherheit wiegen, dass doch irgendwo festgehalten sein muss, dass der Staat, die Länder, … die Gesellschaft von Rechts wegen eine bestimmte Gesundheitsversorgung zu garantieren hätte.

Was sich aber nun seit einigen Tagen im Umfeld der 15a Vereinbarungen abspielt, lässt auf plötzlichen Gesinnungswandel schließen:

Dass der Präsident der Österr. Ärztekammer “ den brennenden Hut im Gesundheitssystem ausmacht“ (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161110_OTS0212/oeaek-wechselberger-im-gesundheitssystem-brennt-der-hut ), dass die Wiener Ärztekammer vorsorglich einen Generalstreik beschließt (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161116_OTS0027/aerztekammervorstand-beschliesst-resolution-gegen-15a-vereinbarung) und die NÖ Ärztekammer ein Volksbegehren gegen die Demontage des Gesundheitssystem initiert (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161110_OTS0033/einladung-pksos-medizin-noe-aerztekammer-initiiert-oesterreichweites-volksbegehren-gegen-demontage-des-gesundheitssystems) überrascht vielleicht in seiner Geschlossenheit, kann aber als Standespolitik aufgefasst werden.

Aber wenn am kommenden Montag der Gemeindebund zu einer Pressekonferenz „über medizinische Versorgung am Land“ lädt, dann scheint die Unruhe schon größere Kreise erfasst zu haben (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161116_OTS0161/einladung-zur-pressekonferenz-die-zukunft-der-medizinischen-versorgung-am-land).

Wenn die Gesundheitsministerin im NR versichert, gut auf unser Gesundheitssystem aufzupassen (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161110_OTS0196/nationalrat-oberhauser-versichert-gut-auf-unser-gesundheitssystem-aufzupassen) dann kommt leicht Panik auf und erinnert das verdächtig an das Mantra der Wiener Gesundheitsstadträtin Wehsely vor den Landtagswahlen, dass ja nur die SPÖ ein Grant für ein öffentliches Gesundheitssystem in Wien wäre, während seit Monaten am KAV for Sale gebastelt wird.

Die Wiener Ärztekammer „leakte“ den Entwurf zum VUG 17 (http://www.aekwien.at/aekmedia/161113_Umsetzungsgesetz.pdf), um zu zeigen, dass

Durch sogenannte „Kostendämpfungspfade“ dem Gesundheitssystem weitere 4,5 Milliarden Euro entzogen werden soll (was Schelling prompt dementierte)
Das Parlament (und die Ärzteschaft) in Gesundheitsversorgungsfragen umgangen werden soll (ist ja mal ganz was Neues).
Großkonzerne statt ärztliche Ordinationen
 die extramurale Versorgung übernehmen werden (hat bei diagnostischen Fächern (Labor) die Kämmerer bislang auch nicht gestört).

Gleichzeitig versicherte die Kammer ihren Ärzten:
Seien Sie unbesorgt: Die Verstaatlichung der Gesundheitsplanung ohne Einbeziehung ärztlichen Wissens und der Ersatz freiberuflicher Ärztinnen und Ärzte durch Großkonzerne kann und wird von uns nicht akzeptiert werden. (als ob sich im letzten Jahrzehnt um diese Akzeptanz noch irgendein Stakeholder  bemüht hätte)

In Wien rühren sich aber nun auch die Gewerkschaften!
Die Younion erinnerte am 10.11. den Bürgermeister verärgert, dass für ihn einst „die Gemeindebediensteten als Gladiatoren, als Speerspitze, als Fundament der Stadt“ waren, während er nun öffentlich über eine Ausgliederung des KAV nachdenkt und damit 30.000 Bedienstete verunsichert. (bis vor kurzem saßen sie nach eigenen Angaben ja noch selbst am Verhandlungstisch und tun plötzlich überrascht (Zieht sich da jemand rechtzeitig zurück um nicht dabei gewesen zu sein? http://wp.me/p1kfuX-1e8)

Was offenbar den KAV und den zum Abschuss freigegeben Generaldirektor und seine Mitdirektoren am 17.11. dazu veranlasste alle KAV Mitarbeiter wie folgt zu beruhigen:

Sehr geehrte Damen und Herren!
Geschätzte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

Es wird eine Studie in Auftrag gegeben, die prüft, welche Organisationsform für die künftigen Anforderungen an den KAV bestgeeignet ist und die notwendige Selbstständigkeit gibt. Unabhängig von der künftigen Organisationsform wird die Stadt Wien weiterhin 100-prozentige Eigentümerin des KAV bleiben.
Eine Entscheidung über einen Umsetzungsauftrag anhand dieser strategischen Schlüsselfragen soll Anfang 2017 fallen.

Ob es einen wirklich beruhigt, dass nach jahrelangem, nicht gerade erfolgreichem Umbau (Impulsprojekt, Spitalskonzept 2030, Master BO, …) eines der größten öffentlichen Krankenanstaltenbetreibers, dieser nun in zwei, drei Monate durch Projektleiter Mag. Richard Gauss (Abteilungsleiter der MA 24) und Stadträtin Wehsely in eine neue und erfolgreiche Organisationsform übergeführt werden kann, mag bezweifelt werden, aber eines wird langsam klar:

Da tut sich was und die Phase des Schönredens ist vorbei!

Jetzt wäre es auch einmal Zeit, die ganze Wahrheit anzusprechen:

Die Ärztekammern sind – trotz aller berechtigten Kritik – in erster Linie deshalb beunruhigt, weil ihnen durch den neuen politischen Kurs ihre einzige wirkliche Waffe weggenommen werden soll:
Das Verhandlungsrecht mit den Krankenkassen über die Kassenverträge/ -tarife und somit über die Ökonomie ihrer niedergelassenen Pflichtmitglieder zu entscheiden.
Ihre Berechtigung zu Kollektivverhandlungen ist erst im Zuge des Wiener Arbeitskampfes überhaupt thematisiert worden und war eigentlich irrelevant, so lange die Mehrheit der angestellten Ärzte beamtet waren, denn für Beamte existiert kein Kollektivvertrag!
Die dritte Säule allfälliger Machtausübung der Ärztekammern, die Verhandlungen über die Sonderklassetarife der Privatversicherungen steht auf wackeligen Beinen und existiert nicht in allen Bundesländern.

Die Wiener Gewerkschafter sind über die Auslagerungspläne des KAV beunruhigt, weil ihnen durch den neuen politischen Kurs ihre einzige wirkliche Waffe weggenommen werden soll:
Als Personalvertreter, im Gegensatz zur Rolle einer Gewerkschaft, sind sie sich alle KAV Mitarbeiter als Pflichtmitglieder sicher. Gewerkschaftsmitglied ist man freiwillig. In einer KAV  Ges.m.b.H. müsste man Kollektivverträge verhandeln und müsste sich irgendwann die Frage gefallen lassen, wie viele innerhalb einer bestimmten Berufsgruppe überhaupt noch Gewerkschaftsmitglieder der Younion wären. Vergessen wir nicht, es existieren schon reine Ärzte- und reine Pflegegewerkschaften!

Eine vielleicht überraschende Parallele zwischen Kammer und Younion, die vielleicht zu Synergien führt, aber keinen Grund für Jubel darstellt. Sie zeigt schließlich auf, dass die Aufregung der Interessenvertreter in erster Linie dann auftritt, wenn ihre eigenen Interessen in Gefahr sind und es weniger um die von ihr Vertretenen und erst ganz zum Schluss um die Qualität des Gesamtsystems geht.

Trotzdem, wäre es gut, würden beide in ihrer Kritik auch öffentlich dazu stehen, dass sie sich primär gegen ihre eigenen Marginalisierung wehren!
Zumindest sollte das die Ärztekammer tun.
Dieses Land hat ja tatenlos akzeptiert, dass Wirtschaftskammer und Gewerkschaft auf anachronistischen Strukturen wie der Gewerbeordnung des Alten Kaiser beharren , weil dieser ihnen Einfluss sichert. Die Metaller würden innerhalb von Sekunden den Generalstreik ausrufen, würde man ihnen das Recht auf Kollektivverhandlungen nehmen.
Seit Jahren werden Gesundheitsreformen durchgepeitscht, bei denen eh schon alle mehr Mitspracherecht haben, als die Ärzte(kammer).
Vielleicht wäre es einmal eine gute Strategie, sich nicht hinter irgendwelchen fadenscheinigen Argumenten zu verstecken und einfach dazu zu stehen, dass wir Ärzte neben Wissen auch Interessen haben.  

 

Written by medicus58

18. November 2016 at 00:03

Change

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change

Die Älteren denken dabei vielleicht noch an ein Theaterstück des Wolfgang Bauer (https://www.film.at/change) bei dem es nach meiner Erinnerung, so wie in vielen Bauer Stücken
scheinbar nur darum gegangen ist, dass die Protagonisten rasch die Kleider wechselten um zu saufen oder Körpersäfte zu tauschen oder wieder von sich zu geben.

Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur 1994
Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, Klasse I, 2000

Wer heute nachliest, weshalb fast die Hälfte der US-Wähler und eine satte Mehrheit der Wahlmänner denn Horror Kandidaten Trump zum President elect machten (Bitte, wählt Trump https://medicus58.wordpress.com/2016/11/07/bitte-waehlt-trump/), dem bieten die Experten sehr häufig den Wählerwunsch nach „Change“  als ausschlaggebendes Motiv an.

Damit meinten sie nicht die notorischen Meinungs-Wechsel Trumps zu fast allen politischen Themen (Lesenswert: http://www.nbcnews.com/politics/2016-election/full-list-donald-trump-s-rapidly-changing-policy-positions-n547801), sie meinten, dass die Wähler das Politische Establishment, die Politische Correctness, …. so  satt hatten, dass sie vermutlich jeden gewählt hätten, wenn er nur was anderes wäre, als „die da oben“, auch wenn er selbst von da oben kommt….

Wer frustriert ist, will da raus, koste es was es wolle!

Koste es Le Pen, Berlusconi, Putin, Erdogan, … koste es selbst die Freiheit irgendwann wieder einen Change verlangen zu dürfen. So sind wir halt!

Wer in diese Liste nun auch Norbert Hofer aufnehmen möchte, wie die Wahlkampfstrategen Van der Bellens, der macht einen großen Fehler.

Er macht einen sachlichen Fehler, denn was man von Chemtrails, Rechtsnationalismus und angeblichen Überraschungen alles N.H. vorwerfen kann, zwischen den bizarrsten Aussagen des Nationalratspräsidenten und den politischen Albträumen Trumps liegen Ozeane.

Er macht aber auch einen gewaltigen strategischen Fehler!

Wer sich durch all die WikiLeaks Dokumente wühlt, findet eine Mail, die, wenn sie wahr ist, die gescheiterte Strategie der Clinton Kampagne enthüllt:

https://wikileaks.org/podesta-emails/emailid/1120 dann auf Attachments und 150407 Strategy on GOP öffnen!

Dort wurde bereits am 7.April 2015 empfohlen, durch geeignete Medienarbeit unter all den republikanischen Kandidaten den schlimmsten Pied Piper (=Rattenfänger) hochzujazzen, also ganz klassischen schmutzigen Wahlkampf zu betreiben:

In this regard, any information on scandals or ethical lapses on the GOP candidates would serve well. We won’t be picky.

denn gegen ein so aufgebautes Ungeheuer, hätte man die besten Chancen bei der Wahl. Donald Trump war einer von drei Vorschlägen, den man durch diese Strategie in die Endwahl hieven hätte wollen….

Dies all den Gutmenschen ins Stammbuch geschrieben, die glauben, durch Überspitzung dem Guten zum Durchbruch verhelfen zu können, in dem sie die Gefühlslage breiter Bevölkerungsschichten negieren.

Kaum einer dieser Wähler hätte Wolfi Bauer eines Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst würdig gefunden!

Ich habe als Jugendlicher die Bauer Stücke ziemlich komplett gelesen und mich königlich amüsiert, mit wie wenig Substanz man damals einen Skandal herauf beschwören konnte.
Für mich ist es völlig unerheblich, wen diejenigen auszeichnen, die für sich in Anspruch nehmen „es zu wissen“, und es beeinflusst mein Wahlverhalten vermutlich nicht.
Ich hätte auch lieber endlich einem Lobo Antunes den Literatur-Nobelpreis verliehen als Herrn Dylan, aber WTF ….

Solange wir aber breiten Schichten erklären, dass sie bei Brotmangel eher Kuchen essen sollen,
sie einfach zu dumm, zu verbohrt, zu fremdenfeindlich, zu intolerant, zu frauenfeindlich, zu rechts, zu links (OK, dafür qualifiziert sich eh niemand mehr) sind,
wenn sie diejenigen nicht mehr wählen wollen, die sie nachweislich bereits betrogen haben,
und glauben, dass diese durch Dämonisierung der Gegner besser da stehen,
dann werden sie auch wie Hillary Clinton ihre Enkerln beaufsichtigen,
früher wären sie unter dem Fallbeil geendet (Marie Antoinette).

Der Wähler will Change, und wenn es das etablierte Politiker nicht einsehen, dann wählt er inzwischen ALLES ANDERE.

 

 

Written by medicus58

10. November 2016 at 22:22

Veröffentlicht in Allgemein, Renaissance der Aufklärung

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Der Sack ist aus der Katz

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Häupl und Brauner können sich urplötzlich Rausgliederung des KAV vorstellen.

Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

Zeit mal wieder den Unterschied zwischen „a Linke drahn“ & linke Pokitik auf den Lehrplan der Sonderschulen zu setzten …
http://mobil.derstandard.at/2000047188939/Haeupl-kann-sich-Ausgliederung-des-KAV-vorstellen

Written by medicus58

8. November 2016 at 22:24

Veröffentlicht in Allgemein

Sollte uns mehr beschäftigen als Hillary vs Trampl

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Bringt mir Stögers Skalp – http://wp.me/p3YvOX-xX

Written by medicus58

8. November 2016 at 08:53

Veröffentlicht in Allgemein

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