Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for Mai 2014

Health Literacy auf brutal oder alles war schon einmal da …

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Keine Gesundheitsreform der letzten Jahre kommt ohne die Forderung nach Health Literacy aus.

Eingedeutscht spricht man gerne von Gesundheitskompetenz, also der Fähigkeit des Einzelnen gesundheitsrelevante Anweisungen und gegebene Informationen zu bekommen, sinnverstehend zu lesen und danach Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken.

Gemeinsam mit einer Vorsorgemedizin, also dem Versprechen durch geeignete Maßnahmen Krankheiten entweder nicht auftreten zu lassen oder so rechtzeitig zu erkennen und behandeln zu können, dass größere „Schäden“ vermieden wird, soll eine Steigerung der Health Literacy enorme Einsparungen im Gesundheitssystem bringen, wobei die Evidenz m.E. für beide Ansätze noch etwas dürftig ist, egal.

Noch vor seiner Wiederwahl hat das EU Parlament in diesem Sinne beschlossen, dass Rauchern, die trotz der schon länger verwendeten drohenden Aufschriften nicht von ihrem Laster abließen, nun mit abschreckenden pathologischen Bildern der Glimmstängel abgewöhnt werden soll.
http://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/rauchen/eu-parlament-stimmt-ueber-schockbilder-auf-zigaretten-packungen-ab-34845154.bild.html

Jetzt soll hier gar nicht die alte Platte vom „Selbstbestimmungsrecht“ abgespielt werden, denn natürlich ist wäre ein Lebenstil wünschenswert, der das Auftreten vermeidbarer Erkrankungen verhindert, aber ich bezweifle, dass dies bei so multifaktoriellen Prozessen durch das Drehen an einer einzigen Schraube funktionieren wird.
Viele von uns verhalten sich trotz besseren Wissens wenig gesundheitsfördernd, weil eben andere Faktoren (Überlastung, Frustration, Fehlen anderer Belohnungsroutinen, …. ) überwiegen und ich bezweifle, dass dieses Dilemma durch noch „brutalere Aufklärung“ zu lösen ist.

Mich erinnert das an eine chinesische Wandzeitung, die ich vor über einem Vierteljahrhundert immerhin in Qufu, der Geburtsstadt des Großen Konfuzius (http://de.wikipedia.org/wiki/Konfuzius) bemerkte.
Sehr viel brutaler lässt sich nicht für die Einhaltung geltender Verkehrsregeln wohl kaum werben.

Thailand: und dann gab es wieder einen Militärputsch

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Thailand zählt nicht gerade zu meinen vordringlichsten Interessensgebieten, so dass ich mir nicht anmaßen möchte, die augenblicklichen politischen Entwicklungen zu kommentieren.

Das Unverständnis vieller westlicher Reporter,weshalb sich die Bevölkerung offenbar gar nicht so Ich erinnere mich nur an meinen Aufenthalt 1985 und eine mögliche Erklärung dafür, weshalb die Bevölkerung den aktuelen Putsch mit gelassener Ruhe hinzunehmen scheint.

Am letzten Abend vor meiner Abreise aus Bangkok in den Norden, um dort das „Goldene Dreieck“ zu bewandern, davon vielleicht einmal später, wurde ich durch metallische Geräusche geweckt, die von der Straße herzukommen schienen. Als ich aus dem Fenster in die mäßig gut beleuchtete Straße blickte, sah ich eine Reihe gepanzerter Fahrzeuge vorbeifahren. Da sich niemand sonst für das Ereignis zu interessieren schien, setzte ich meinen Schlaf fort.
Erst im Norden verkündeten die thailandischen Medien, dass es sich dabei um einen erneuten Militärputsch gehandelt hätte und das einzige Opfer ein ein ausländischer Journalist war, der bei einem kurzen Schusswechsel nicht in Deckung gegangen war.

Den historischen Hintergund erfuhr ich erst später. Schon am 1. Apr. 1981 scheiterte ein Putschversuch der sogenannten „Jungtürken“ (April Fool’s coup), einer Gruppe der Chulachomklao-Militärakademie. Am 9. Sep. 1985 versuchte diese Gruppe erneut die Regierung Prem zu stürzen, jedoch verweigerten Infanteriedivisionen, mit deren Unterstützung die Putschisten gerechnet haben, ihre Teilnahme und nach 10-stündigen Verhandlungen war auch dieser Putschversuch, nicht zuletzt durch mahnende Worte des Königs, zu Ende.

Diesmal scheint aber der König jedoch auf Seiten der Putschisten zu stehen.
http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3810723/Thailand_Abgesetzte-Premierministerin-Yingluck-verhaftet


Zumindest 1985 beendeten die thailändischen Nachrichtensprecher ihre Sendung mit einer tiefen Verbeugung.

Written by medicus58

25. Mai 2014 at 10:08

Master-Betriebsorganisation im KAV: Da fährt die Eisenbahn drüber

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Master

Seit Tagen lacht die Welt über Frankreich, weil die von der staatlichen Eisenbahngesellschaft (SNCF) bestellten 2.000 neue Züge im Wert von 15 Milliarden Euro für einige Bahnhöfe etwas zu breit sind und nun die Bahnsteige für 50 Millionen Euro verkürzt werden müssen.

Wie in vielen Ländern wurde auch in Frankreich der EU Forderung nach allgemeiner Liberalisierung nachgegeben und getrennte Betreiber für Schienennetze (RFF) und Züge (SNCF) eingerichtet. Vielleicht auch durch diesen Flopp beschleunigt wird 2015 diese trennung wieder aufgehoben und Schienennetz und Betrieb einheitlich geführt werden, damit das Wissen um die Spurbreite der Züge und die Maße der Bahnsteige wieder in einer Hand ist.
http://orf.at/stories/2230836/2230837/

Jetzt fragen Sie sich vielleicht, weshalb sich dieser Beitrag, der in den Medien ohnehin rauf- und runtergeorgelt wurde, in der Rubrik „Österr. Gesundheitssystem“ findet?

Ganz einfach. Im Wiener krankenanstaltenverbunf (KAV) zirkuliert derzeit der seit Monaten erstellte Entwurf einer Master-Betriebsorganisation für alle KAV -Spitäler der als einen der wesentlichen „Betriebsorganisatorische Ansätze im Stationären Bereich“ eine

Trennung von organisatorischer und fachlicher Leitung

vorsieht. Konkret soll die ärztliche Führungskräft sich um die PatientInnenbehandlung kümmern und die „Verantwortung für das medizinische Outcome, die Ressourceninanspruchnahme und das wirtschaftliche Ergebnis“ behalten, die „stationären (Support)Bereiche“ übernehmen die Pflegeleitungen, die „den Fachabteilungen definierte Leistungsbündel in vereinbarter Qualität zur Verfügung (z.B. Ressourcen wie Betten-, Raum- und Gerätekapazität aber auch Leistungen wie z.B. Pflegeleistungen)“ stellen.

Also eigentlich genau das Managementkonzept, dessen Effizienz wir derzeit bei der Französischen Eisenbahn bewundern durften:
Ich trenne einen hoch interdependenten Prozess auf zwei unabhängige Verantwortungsträger auf, die unterschiedliche Zielvorgaben und Verantwortlichkeiten haben und bürde ihnen in einen zusätzlichen Abstimmungsprozess auf.

 Da sage noch einer, wir lernen aus den Fehlern der Vergangenheit.

Wie sich die Medunis auf Kosten der öffentlichen Spitäler abbürsten

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KPJ

Unter KPJ und so weiter: Das Chaos der Ärzteausbildung http://wp.me/p1kfuX-GQ habe ich bereits im September 2013 darauf hingewiesen, dass für das letzte Jahr der studentischen Ausbildung, eben das KlinischPraktischeJahr nicht im Hörsaal sondern einem wirklichen Spital, keinerlei organisatorische Grundlagen geschaffen wurden. Interne Berechnungen haben ergeben, dass das pro Jahr und Student den Spitalsträgern Kosten von 10.000-12.000 € anfallen.

In den Onlineforen wird augenblicklich polemisiert, dass man eigentlich den jungen Studenten noch was zahlen sollte, weil sie doch im Betrieb „mitarbeiten“. Das hat durchaus etwas für sich, wenn man den Vergleich mit „Schwesternschülerinnen“ oder „Lehrbuben“ heranzieht.
Andererseits benötigt dieser Strom an Studenten eine Organisation, also ein Sekretarit, zusätzliche Spinde und Garderoben und zusätzliche Dienstwäsche. Letztlich haben die Medunis ein ausführliches Lehrzielheft erstellt, von dem sie verlangen, dass nach diesem die Studenten ausgebildet werden sollen.
Mit anderen Worten hat man die Lehre, die eigentlich Aufgabe der Universitäten wäre, für ein ganzes Jahr einfach an das ärztliche Personal der Krankenhäuser ausgelagert.
Abgesehen davon, dass man in einer Zeit der überbordenden Qualitätssicherung, wo wir SOPs für Alles und Jedes verlangen, sich nicht darum kümmert, ob denn die Spitalsärzte auch dieerforderlichen didaktischen Fähigkeiten zur Lehre haben, scheint man auch keinen Gedanken daran zu verschwenden, dass die meisten schon jetzt in der Routine ersticken, d.h. selbst bei Wollen und Fähigkeiten zur Lehre, oft nicht die Zeit haben werden, neben Turnusärzten und Assistenzärzten, nun auch die KPJ Studenten anzuleiten.
Die Med-Uni Graz zahlt den steirischen Spitälern übrigens 4500 Euro pro Studierenden im KPJ, die größte Meduni des Landes, die Meduni Wien, will das gratis.
Nachdem der GD-Stv des KAV zuerst auf hart gespielt hat, berichten jetzt die Medien von einem typisch österreichischen Deal, nämlich, dass man heuer ab 1.August einmal loslegt und danach die Finanzverhandlungen führt.

Man glaubt in diesem Land, dass man dem Gesundheitssystem einfach alles aufbürden kann, weil wir uns dort ohnehin nur hochbezahlt langweilen.

Links:

http://derstandard.at/2000001469073/Spitaeler-wollen-Medizin-Praktika-vorfinanzieren
http://derstandard.at/2000001430449/Ausweg-fuer-Medizinpraktika

Written by medicus58

22. Mai 2014 at 19:25

Blaumilchkanal oder Schildbürger auf der Mahü

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Vielleicht erinnern Sie sich noch, dass ich am 15.8.2013 unter 

Maria, hilf: Ein Augenschein auf der Mahü http://wp.me/p1kfuX-FB
u.a. darüber meuterte, dass “G’scheit” und sicher von langer Hand “geplant” die Markierungen für die Schrägparker Schottenfeldgasse/Mariahilferstrasse an Stellen angebracht wurden, wo vor gar nicht langer Zeit eigentlich Fahrradständer in den Asphalt versenkt wurden.

Schrägparker_Radständer

Am 14.10.2013 habe ich dann unter
MaHü: Learning by doing http://wp.me/p1kfuX-Hz berichtet, dass im mindestens dritten Anlauf zwei Radständer aus der PKW Zone entfernt und vor den anderen Radständern in den Asphalt gebohrt wurden.

Nach der Mahü-Befragung habe ich mir eigentlich vorgenommen, dieses Thema nicht mehr anzusprechen, aber die aktuellen Ereignisse ließen mich meinen Vorsatz brechen:
Wie auf dem Foto deutlich zu erkennen ist, wurden nun sowohl Fahrradständer als auch die mehrfach umgepinselten Bodenmarkierungen weggefräst. 

Mahü Foot Locker small

So wie schon angesichts des verwirrenden Schilderwalds (Schilder in Schilda: Neues von der Mahü http://wp.me/p1kfuX-G6) angemerkt, denkt man bei diesen Maßnahmen unweigerlich an die Bürger von Schilda, auch wenn die augenblicklichen Grabungsarbeiten eher anEphraim Kishons Blaumilchkanal (http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Blaumilchkanal) erinnern.

Jedenfalls wird langsam klar, weshalb sich die Kosten des Projekts auf geplante 25 Millionen Euro belaufen (http://www.dialog-mariahilferstrasse.at/faq/).
Aber einen Teil der Kosten bekommt der Bezirk ja wieder dadurch herein, dass in diesem Abschnitt der Schottenfeldgasse kürzlich drei(DREI!!) Schanigärten aufgestellt wurden (Hurra, die Schanigärten werden aufgestellt http://wp.me/p1kfuX-Nn), von denen nun die Gäste ganz entspannt dem schweren Gerät zusehen können, das eben Aufgestelltes wieder platt macht.

Written by medicus58

20. Mai 2014 at 17:56

8:1 im Match Wunsch : Realität

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Arzt

Am 4. Juli werden sich 12.600 Bewerber um die 1.560 Studienplätze an den Medizinischen Universitäten Wien, Graz, Innsbruck und (LOL) Linz bewerben.

Das heisst also, dass der Berufswunsch Mediziner zu werden achtmal stärker ist, als der Realitätscheck, der zeigt, dass

den erfolgreichen Bewerbern ein eher chaotisches Studiumbevorsteht (siehe die noch immer fehlenden Vereinbarungen zwischen medizinischer Fakultät über das letzte Studienjahr (http://oe1.orf.at/artikel/375188)

Seit Jahren wird zwischen Kammer und Bundesministerium erfolglos über die Finanzierung der postpromotienelle Berufsausbildung (Stichwort: Lehrpraxis) diskutiert.

Auch dass das Berufsbild des Arztes als  freier Beruf nur mehr auf dem Papier existiert, bzw. zwar die Nachteile weiterbestehen, wir z.B. die Zwangsmitgliedschaft in einer teuren Standesvertretung (Ärztekammer) und einem ebenso teuren wie wenig suffizienten Versicherungssystem (Wohlfahrtsfond), lässt die Bewerber nicht zurückschrecken.

Vielleicht spekulieren sie ohnehin alle damit, sich nach der Ausbildung in das EU Ausland abzusetzen. Jedoch existieren da für viele Fachrichtungen eine Reihe praktischer Hürden. Innerhalb der EU exitieren z.B. 54 verschiedene Fachrichtungen, jedoch nur 18 davon sind in allen Ländern vertreten. Ein habilitierter und wissenschaftlich angesehener Endokrinologe musste z.B. bei seiner Berufung nach Deutschland die Facharztprüfung nachholen.

Letztendlich vollzieht sich – auch für viele Ärzte – weitgehend unbemerkt eine Entwicklung, die eine Reihe von dzt. Ärzten vorbehaltene Tätigkeiten an Pflege oder sogar an Lehrberufe delegiert.

Über die „operierenden Krankenschwestern“ haben wir schon berichtet (Was sich der Stöger hier wieder erlaubt hat … http://wp.me/p1kfuX-GM). Fragen Sie einmal ihren Augen- oder Ohrenarzt, was er davon denkt, dass allabendlich Herr Hartlauer im TV dafür wirbt sich seine Brillen oder Hörgeräte unter Umgehung dieser Fachrichtungen „von seinen Experten“ anpassen zu lassen. Natürlich geht es dau auch ums Geld, aber letztendlich gehen wir alle unseren Berufen nach, weil wir die Miete bezahlen müssen.

Verstehen Sie mich nicht falsch.
Als ich mit dem Medizinstudium begonnen habe, drohten mir mindestens vier Jahre „Taxifahren“, ehe in Wien eine Turnusstelle in Aussicht kam.
Ich bin auch weiterhin der festen Meinung, dass jeder, der sich für einen bestimmten Beruf wirklich interessiert, diesen entgegen aller Unkenrufe anstreben soll.
Über die falschen Unkenrufe zum Thema Ärztemangel, habe ich mich auch hier schon oft aufgeregt (Ärzteschwemme – Ärztemangel, aber geh … alles eine Tochter der Zeit http://wp.me/p1kfuX-Q).

Mich wundert nur, das sich all die – inzwischen auch in den Medien diskutierten – Entwicklungen des Arztberufes so wenige abzuhalten scheinen, sich um die Ausbildungsplätze zu balgen.

Aber vielleicht ist die Antwort viel einfacher.
Erstens ist der Beruf des Arztes einfach bekannt und
zweitens fehlt vielleicht vielen einen anderer Perspektive.

Weitere Links:
Die Diskussion über Ärztemangel nervt http://wp.me/p1kfuX-Bv
Ärztemangel und Dr. Frankenstein http://wp.me/p1kfuX-yt

Kriminelle und Juristen verarschen uns die Welt

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Juwelier

Heute betrat ich ein Uhren- und Juwelenfachgeschäft, um die Batterie meiner Armbanduhr fachmännisch wechseln zu lassen, so wie ich es mit dem guten Stück schon viele Jahre zu tun pflege. Nein, am Service der Firma hatte ich nichts auszusetzen, vielmehr bewegten mich zwei an sich banale Beobachtungen dazu, zum Keyboard zu greifen:

Erstens begrüßte mich am Eingang wie schon in den vergangenen Jahren ein Securitas Mitarbeiter mit fließenden Russischkenntnissen und gefülltem Pistolenhalfter. Kein Wunder bei den häufigen Überfällen auf vergleichbare Geschäfte dieser Branche. Ein kleinerer Laden in der selben Strasse, den ich vor Monaten zu betreten versuchte um einen dort gekauften Ring ändern zu lassen, hatte überhaupt die Türe verschlossen und die einzige Mitarbeiterin des Ladens, drehte erst den Schlüssel um, als sie sich durch Gesichtskontrolle sicher glaubte, dass ich ihr keine überziehen wollte.

Zweitens musste ich bei Übergabe meiner Uhr extra unterschreiben, dass ich das Geschäft explizit authorisierte, meinen Prater(=umgangssprachlich in Wien für Armbanduhr) aufschrauben zu dürfen. Ich bekam zwar keine Bestätigung, in die Hand, dass ich das -ehemals nicht ganz billige – Stück aus der Hand gegeben habe, was mir nicht so wichtig war, weil ich dem Geschäft eben seit Jahren vertaue, aber irgendein Rechtsgelehrter verlangt offenbar von einem Uhrmacher diesen unsinnigen Nachweis.
Mir erschließt sich jedoch keine Möglichkeit eine Batterie zu tauschen, ohne das Gehäuse der Uhr zu öffnen. Für mich ergäbe sich diese Berechtigung implizit aus der Formulierung des Auftrages, viel deutlicher noch als die – ebenfalls von einem kranken Rechtsverständnis getriebenen Hinweise, sein Meerschwein nicht in der Mikrowelle trocknen zu dürfen oder den Haarfön nicht gegen die Badeente zu tauschen.

Und wie, können Sie, sollten Sie bisher weitergelesen haben, fragen, passen die beiden Beobachtungen zusammen und gerade in diese Kolumne dieses Blogs?

In beiden Fällen fühle ich mich von kranken Kräften in meinem Umfeld zu Handlungen gezwungen, die mir widersinnig, absurd, nachgeradezu entwürdigend vorkommen.

Als ich, z.B. in Ciudad del Este, Paraguay, sah, dass dort jede Bank und jedes Geschäft von Bewaffneten bewacht wird, war das in Wien noch undenkbar.

Als ich, z.B. bei der Einreise in die USA, mich noch wunderte, welche absurde Fragen vor der Einreiseerlaubnis beantwortet werden mussten, trieb bei uns die Bürokratie zwar auch schon wirre Blüten, jedoch ersparte man sich noch derartige Unsinnigkeiten, man möge gefälligst angeben, ob man in der geheimen Absicht einzureisen wünschte, den Präsidenten des Landes umzubringen. Logisch gehört das für mich in die Rubrik:
„Wer nicht da ist, der möge die Hand heben!“ 

In einem Fall zwingen uns Kriminelle im anderen Fall Juristen eine Umwelt auf, die mir zutiefst zuwider ist und deren innere Notwendigkeit sich erst durch das Auftreten der jeweiligen Gruppierungen ergeben hat.

Written by medicus58

17. Mai 2014 at 13:49

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