Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for the ‘Bundespräsidentenwahl 2022’ Category

Wir sind einfach so: Von Warmduschern, Innenrevisionisten und anderen Absonderlichkeiten

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Diese Woche lässt einen doch ziemlich ratlos zurück.

Da meldet sich inmitten einer weltweiten Energiekrise Christian Meidlinger, Stv. Vorsitzender der Wiener SPÖ, Vorsitzender der Gewerkschaft der Wiener Gemeindebediensteten „younion“ und Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter in Wien und 2. Landtagspräsident zu Wort und verkündet dem staunenden Publikum: Gemeindearbeiter*innen brauchen mehr als 19 Grad!
Der Multifunktionär hat uns hier schon 2017 (SPÖ/FSG: Ego sum lex) beschäftigt, als er die Ausgliederung des KAV (heute Wiener Gesundheitsverbundes) aus der Stadt Wien qua seiner Macht einfach absagte:
Wir wollen jetzt gar nicht mosern, dass seine Stadträtin und er damit auch das bequeme Konstrukt der Personalvertretung als Jobmöglichkeit und „Verhandlungspartner“  abgesichert hat, denn sonst kämen doch noch jemand auf die Idee, dass man sich durch neue Gewerkschaften vertreten lassen könnte!

Als Elektrotechniker für Schwachstrom ist er sich nun sicher, dass für viele Bedienstete in den Städten und Gemeinden 19 Grad eine Gefährdung der Gesundheit bedeutet um in seiner Presseaussendung der Ministerin Zuständigkeit und Vorstellungsvermögen einer stundenlangen Arbeit an einem kalten Wintertag in der Natur abzusprechen. Wo er selbst diese Erkenntnisse gewinnen konnte verriet er nicht. Denn weder während seiner Ausbildung und Tätigkeit (1979-1983) als Werkmeister bei den Wiener Verkehrsbetrieben, noch als Lehrer (-1989) am TGM für Berufstätige Nachrichtentechnik und Elektronik, oder in seiner politischen Tätigkeit (seit 1981), die ihn zum 2. Landtagspräsidenten machte, wurde er wohl ungeschützt den Naturgewalten ausgesetzt

Mindestens ebenso rat- und hoffnungslos lässt einen die Reaktion des Wiener Gesundheitsstadtrates Hacker (2018 Hacker spricht) zurück. Während wir hier uns unter Rund 50-mal jährlich gebe es solche „Gefährdungsanzeigen“, betonte die Generaldirektorin des Wiener Gesundheitsverbunds schon gewundert haben, wie all die Gefährdungsanzeigen von der Generaldirektion des WiGev gesehen werden, reagiert Hacker auf eine erneute Gefährdungsanzeige, diesmal aus der Urologie des AKH (Bizarrer Streit um Personalnotstand in der Urologie des AKH) mit einer Gegenoffensive und schickt die Innenrevison. Ob der so den dortigen Leiter mundtot machen kann, der ihm dienstrechtlich gar nicht unterstellt ist (Die meisten Ärzte des AKH sind Bundesangestellte oder -beamte), mag hinterfragt werden, nur geht es ja gar nicht darum. Es wird Tatkraft vorgetäuscht und gedroht, der Wiener Weg, halt.
Bei Bedarf liefere ich gerne all die jahrelange Korrespondenz nach, die wie in so vielen anderen Abteilungen auch zu nichts außer Druck von oben geführt hat.

Ja, und schlussendlich sah man gestern in ORF 2 einen Interviewmarathon vor der Präsidentenwahl und musste schon ein ziemlich unverbesserlicher Realitätsverweigerer sein, um nicht den letzten Zweifel am Zustand unseres politischen Systems zu verlieren:
Ein Amtsinhaber, der, wenn er sich in die Enge getrieben fühlt, einen an seinen Auftritt vor 6 Jahren gegen Hofer erinnert. Zumindest hat er sich gestern gegen Wolf einen „Autofahrergruß“ verzwickt (siehe Bild oben).
Einen auch innerparteilich autoritären agierenden Anwalt (MFG) mit Verschwörungsängsten, einen aalglatten Anwalt (Krone) und einen verhaltensoriginellen Blogger (Grosz), die mehr oder weniger sofort die Regierung stürzen wollen. Einen Burschenschafter und Volksanwalt (FPÖ), der die Homepage seiner Burschenschaft nicht kennt und die Regierung zumindest nicht gleich stürzen will, dafür aber die kriegsgeile EU. Ein Waldviertler Schuster (Heini), der es nicht z’am bringt Gesetze einzuhalten, und schließlich ein sympathischer Ex-Arzt, der kaum verbergen kann wie überrascht er ist, wenn man ihn mal etwas tiefer (und sehr tief hinterfragten weder Wolf noch Schnabl niemanden), zu seinen Parolen frägt.

Uns glurrt von überall und nicht erst seit Ibiza Machtrausch, Präpotenz und fachliche Ahnungslosigkeit an, so sind wir, und wer das abstreitet, tut es aus genau diesen Motiven.

Für viele waren bei der Präsidentschaftswahl 1998 die 9,9% für Richard Lugner ein scheinbar unüberbietbarer Tiefpunkt unseres politischen Systems. Das war übrigens vor Schüsssel/Haider/Grasser!

2016 kippte die Bundeswahlbehörde Lugners neuerlichen Versuch Unterstützungserklärungen zu sammeln, da er dafür gratis Kinokarten verteilt hatte. Lugner gab auf, obwohl die Staatsanwaltschaft später das Verfahren einstellte.

Bei manchen der gestrigen Kandidaten würde man sich wünschen, es wäre an seiner Stelle der Richi Lugner dort gesessen, der wäre vermutlich weniger demokratiegefährdend als so mancher der jetzigen Kandidaten.

Written by medicus58

7. Oktober 2022 at 18:53

Wer nimmt OE24 noch ernst? Bundespräsidentenwahl

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Innerhalb von drei Wochen hinterläßt einen das Fellner Tool fassungslos:

Erst Stichwahl, dann Kantersieg.

Written by medicus58

29. September 2022 at 16:42

Veröffentlicht in Bundespräsidentenwahl 2022

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Warum VdB unwählbar ist, ein Nachschlag

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Ich habe hier schon im Mai 2019, als Bundespräsident Van der Bellen von uns volle Unterstützung für Bundesmaturant Basti auf seinem Weg von schwarz-blau über einer Minderheits- in die tückisch-grüne Regierung verlangte, einige Bemerkungen zusammengestellt.

Auch wenn in diesem Artikel der Link zu dem entlarvenden Auszucken VdB im Duell mit Hofer nicht mehr funktioniert (Highlights hier) , stehe ich zu all den anderen dort angeführten Bausteinen, wie sich VdB von einer integrativen Person der Opposition zu einem Technokraten der Macht entwickelt hat, für den sachlicher Widerspruch Beleidigung ist und der zu einen großen Teil für die Laienspueltruppe verantwortlich ist, die bei den Grünen geblieben und groß geworden ist.

Seit damals hat sich meine Meinung verfestigt. Zu all den Rücktritten und Gesetzespannen dieser Regierung, kein Wort. Zu kritischen Rechnungshofberichten, ORF Karrieren (VdBs Wahlkampfleiter Lockl), Postenschacher und Bundesheer Skandalen, Beschwichtigung und Durchhalteparolen, das war VdB seither.

Wenn ein zu Beginn seiner zweiten Funktionsperiode 79-jähriger seine Wiederkanditatur auf Tik Tok ankündigt, dann mag ihm jemand gesagt haben, dass ihn das jung wirken lässt. Wenn er sich dort zuerst mit seinem Namen vorstellt, um dann ohne Begründung um unsere Stimme zu bitten, hat sich das so weit von einer ernstzunehmenden politischen Position entfernt, dass er dem bunten Haufen seiner Mitbewerber diesbezüglich nichts als ein größeres Wahlbudget voraus hat und die Unterstützung, die sich sich weiterhin von ihm exkulpieren lassen wollen, NICHT SO ZU SEIN.

Das politische Selbstverständnis und Selbsverleugnung von Leuten wie VdB hat Österreich zu dem gemacht was es ist und nicht das

Alles andere als eine Wiederwahl VdB scheint angesichts der rechts-rechten Mitbewerber unwahrscheinlich, aber halt im zweiten Wahlgang auch nicht ausgeschlossen. D.h. werde ich im ersten Wahlgang den ärztlichen Kollege unterstützen, auch wenn ich Wein lieber trinke als Bier.

Written by medicus58

20. August 2022 at 16:42

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