Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for the ‘Reisen’ Category

Heute einmal die Dunkle Seite des Tourismus

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Das Programm der klassischen europäischen Bildungsreise beginnt bei irgendwelchen altertümlichen Ausgrabungen,
führt zu allerlei klerikalen und monarchistischen Gebäuden, um je nach Gegend mit einem Museumsbesuch bei einer Venus ohne Arme oder einer lächelnden Unbekannten seinen Höhepunkt zu finden.
Seit 1974 das London Dungeon in den U-Bahnbögen für touristisches Gruseln sorgt, ist der Reisende auch nicht mehr auf Kapuzinergruft  und das eine oder andere Ossarium angewiesen, wenn er einen dosierten Adrenalinkick benötigt.

Die nächste Stufe bedeuteten aber diejenigen Orte, in denen der Horror noch kürzlich gewütet hat.
Abgesehen davon, dass ein Besuch in der Glaubenskongregation des Vatikans nicht gestattet wird, wäre auch der dort archivierte Horror schon ziemlich in Vergessenheit geraten, da der letzte Scheiterhaufen auch schon vor einige Zeit verglost ist.

Reisen zu den Killing Fields sind beschwerlich und die klassische Verdun Tour hat man vielleicht auch schon hinter sich.
Besuche in den ehemaligen Konzentrationslagern des Dritten Reiches eignen sich auch weniger zum Massengruseln, da sie zu Recht eher die Schuldfrage aufwerfen.

Da eignen sich Orte an denen „die anderen“ gewütet haben viel eher und eines dieser Ziele liegt in Tartu, Estland.

Die Stätten des KGB Terrors werden dort als Sehenswürdigkeit vermarktet.
Mein Foto oben zeigt den unscheinbaren Eingang zu einem Privathaus im Jahre 2004, in dessen Kellern der KGB zwischen 1940 und 1954 Folterzellen betrieb.
Auf Flickr für die Ewigkeit erhalten, hat der Tourist die Möglichkeit sich als Gefangener zu fühlen oder ein halblustiges Videos zu drehen:

KGB Horror ist überhaupt ein Tourismusmagnet im Baltikum.
Auch in der Hauptstadt Tallin findet sich ein KGB Museum
https://www.visitestonia.com/de/museum-hotel-viru-und-kgb

und auch im nahen Litauen findet sich Ähnliches

und das KGB Museum in Vilnius interessiert offenbar auch den ostasiatischen Reisenden:

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis Touren durch Abu-Ghuraib angeboten werden.

Written by medicus58

22. Juli 2017 at 18:27

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Kennen Sie Zhengzhou? mal wieder Reiseerinnerungen

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Heute breche ich ein Versprechen, dass ich vor 29 Jahren einem verschreckten Hotelmanager gegeben habe und hoffe,
dass dieser schon längst in Pension ist und nicht nachträglich belangt wird.

Kennen Sie
Zhengzou?

Zhengzou ist die Hauptstadt der Provinz Henan in der Volksrepublik China und beherbergt heute in seinem Kerngebiet rund 3,5 Millionen Menschen, im gesamten Verwaltungsgebiet leben über 8,6 Millionen. Keine Ahnung wie viele Menschen 1988 dort wohnten, aber ich erinnere mich an endlose Wohnsilos und wenig mehr. Eigentlich gab es keinen Grund als Individualreisende dort Halt zu machen, hätte die Schaffnerin, die uns beim Einsteigen die Pässe abgenommen hat, nicht schlicht und einfach vor über 100 km vergessen, uns rechtzeitig aus dem Zug zu werfen.
Unser Ziel waren eigentlich eigentlich die buddhistischen Longmen-Grotten bei Luoyang und der dortige Bahnhof, nur waren damals die wenigsten Bahnhöfe Chinas in für „Langnasen lesbarer Schrift“ gekennzeichnet, so dass man vor GPS und Google Map darauf vertrauen musste, dass die reschen Damen der Bahnverwaltung sich merkten, wo man aussteigen musste. In all den 6 Wochen hat das auch immer mehr odder weniger gut geklappt, nicht aber hier und wir zwei standen ziemlich verlassen inmitten einer völlig anonymen Millionenstadt, von der auch der Lonely Planet nicht allzu viel zu berichten wusste.

Touristenbüro? Vorerst Fehlanzeige?

Ein paar mühevoll hervorgewürgte Brocken Mandarin ernteten bei den zur Arbeit laufenden Einwohnern nur Kopfschütteln.
Nun gut, den Rucksack geschultert und darauf vertraut, dass doch innerhalb einer Tagesreise rundum den Bahnhof irgendwas wie ein Hotel zu finden sein müsste.

Es war damals gerade möglich sich in den meisten Gegenden Chinas ohne große Probleme frei zu bewegen, nur in Grenzregionen, z.B. in der Inneren Mongolei nördlich der Provinzhauptstadt, musste man sich der Dienste des staatlichen Reisebüros bedienen.
Nur war man außerhalb der typischen Touristendestinationen wie Peking, Shanghai oder Xian noch in keiner Weise auf unangemeldet aufkreuzende Individualtouristen eingestellt.
Entsprechend perplex reagierte der Portier, als wir in das erste Hotel stapften.

„Full“ schien das einzig englische Wort, das der Bewacher eines zig-stöckigen Beherbergungsbetriebes heraus brachte, obwohl der riesige Parkplatz vor dem Hotel nahezu leer gefegt schien.
Unmöglich, dass all die vielen Zimmer auf all den vielen Etagen ausgebucht waren, nur war der Mann offensichtlich bemüht Schwierigkeiten zu vermeiden und sagte „Full“.

Auch im nächsten Hotel spielte sich diese Szene ab, nur war ich jetzt, mit der Aussicht nach einer endlosen Zugfahrt müde und verschwitzt irgendwann von der chinesischen Polizei wegen Landstreicherei festgenommen zu werden, schon etwas bestimmter und verlangte nach dem Manager. Irgendwann kam dann auch wirklich ein Herr im Anzug, der gestenreich versicherte, dass sein Hotel bis Neujahr rammelvoll gebucht wäre.
Irgendwie kam die Diskussion aber dann auf das staatliche Touristenbüro und ob es in dieser Stadt eine Filiale gäbe.

„Wait“, war das nächste klar verständliche Wort, das das System für uns übrig hatte.

Nach einer längeren Wartezeit, betrat plötzlich ein anderer Herr im Einheitsanzug die Lobby, nein, nicht mehr im Mao-blau, sondern undefinierbar anthrazith-grau-blau und schlecht sitzend,
verständigte sich kurz mit der Rezeption, die ihn mit Fingerzeit zu uns schickte.
Nur zur Erklärung, wir waren selbstverständlich die einzelnen Europäer dort. Überhaupt, sahen wir während unserer Wartezeit keine 10 Hotelgäste in der Lobby, und wir verbrachten dort gut zwei Stunden!
Dass wir das Ziel seines Einsatzes waren, hätte er auch ohne Kindergartenabschluss herausfinden können.

Der Koffer-Mann entpuppte sich als die hiesige Verkörperung des staatlichen Touristenbüros,
versicherte uns des rettungslosen Füllungszustandes gerade dieses Hotels, versprach uns aber ein Zimmer in einem Gewerkschaftshotel ganz in der Nähe.
Er begleitete uns auch dorthin und  übergab uns der ebenfalls perplexen Rezeption.

Es war noch relativ früh am Vormittag und unsere Zimmer müssten noch gemacht werden, jedoch könnten wir doch noch ein Frühstück einnehmen.
Das Frühstück bestand, wie damals in den meisten chinesischen Hotels in denen wir unterkamen aus einer großen Schale Nudelsuppe mit verschiedensten Einlage.
Es dauerte ziemlich lange, bis uns die zwei dampfenden Schüsseln vor die lange Nase gestellt wurden, aber schließlich war man ja nicht auf uns gefasst, und überhaupt.
Nein, nach gut eineinhalb Stunden verzichteten wir auf die angeboten zweite Schüssel und verlangten schon etwas intensiver nach unserem Zimmer.

„Wait“

Das Hotelrestaurant war landestypisch riesig und kitschig, aber sichtlich erst kürzlich eingerichtet worden. Auch die Rezeption war neu und glänzte.
Das alles konnten wir lange bewundern, nur waren unser Zimmer noch immer nicht beziehbar. Jetzt ging der Lift nicht!

Diese scheinbare Notlüge des Managements nützte ich, um wenigstens einen Zimmerschlüssel zu ergattern, weil wir waren noch jung und würden natürlich mit der Aussicht auf eine kühle Dusche gerne die zehn, zwölf Stockwerke hinauf gehen.
Wir überwanden die hektischen Bemühungen der Rezeption uns davon abzuhalten, was gut war, weil auch in den nächsten Tagen der Lift nie in Betrieb war, denn …. das sahen wir irgendwo so ab Stockwerk zwei:
Die mittleren Etagen des Hotels waren noch eine Baustelle (siehe Bild),
die Zimmer dort, soweit ersichtlich noch ohne Putz. Auf den Treppenabsätzen lag Bauschutt, und die Betonwände harrten einer Bemalung.
Ich war so verblüfft, dass ich zur Kamera griff und das Stillleben abbildete.

Als wir schwer keuchend in „unsere Etage“ gelangten, überraschten wir eine Filmcrew, die in einem der dort schon fertig gestellten Zimmer offensichtlich einen Werbefilm über das bald gänzlich eröffnete Hotel drehten.
Unser Zimmer, also das, wo unser Schlüssel passte, war dafür bis auf zwei Betten, völlig leer. Noch ahnten wir nicht, dass alle beweglichen Einrichtungsgegenstände dieser Etage an den Ort der Dreharbeiten gebracht wurden.

Neben den Betten enthielt unser Zimmer nur noch eine fest verbaute die Klimaanlage. Leider passte ihr Stecker nicht in die daneben verbaute Dose.
Kein Problem für den Bastler! Den Stecker aufgeschraubt und die blanken Drähte in die Dose gesteckt, mit Zahnstocher fixiert und schon blies das Ding relativ kühle Luft in den stickigen, heißen Raum.
Die Dusche funktionierte zwar auf Anhieb, selbst der Wasserdruck war doch der hohen Etage ausreichend, nur läutete es nun alle paar Minuten an der Türe und die Hotelangestellten brachten wieder Stück für Stück der Einrichtung in unser Zimmer.
Ich kann mich noch an einen riesigen, bock-hässlichen, schwarz lackierten Ast erinnern, der offenbar eine Art Skulptur darstellen sollte.

Als wir endlich geduscht waren und das inzwischen mit Kästchen, Statuen und Ästen vollgerammelte Zimmer bestaunten klopfte es und draußen stand der Manager.
Zerknirscht berichtete er in stotterndem Englisch, dass ihm seine Mitarbeiter berichtet hätten, dass ich Fotos vom Stiegenhaus gemacht hätte und dass er mich um den Film bitten würde, denn schließlich hat er mit dem Hotel noch viel vor und wollte schlechte Werbung vermeiden. Wenn seine Vorgesetzten die Fotos zu Gesicht bekämen, wäre seine eben begonnene Karriere vorbei.
Das Hotel wäre noch gar nicht offiziell eröffnet und das Touristenbüro hätte in auch nicht kontaktiert – offensichtlich wussten die gar nicht, dass das Hotel noch nicht fertiggebaut war!
Man habe sich doch bemüht uns ein Frühstück zu servieren, obwohl er dafür gar keine Zuteilung bekommen habe, denn ohne Gäste gibt es keine Lieferung.
Das ganze trug er völlig zerknirscht ohne offensichtlich ehrlich besorgt vor.
Ich versprach ihm mit kräftigen Händedruck, dass ich das Foto nur meinen Freunde daheim zeigen werde und selbstverständlich niemals ein schlechtes Wort über „sein Hotel“ verlieren werde.
Also bitte, erzählen Sie niemanden diese Geschichte, denn das Personal war die nächsten zwei Tage dort wirklich rührend um unser Wohlergehen bemüht, am nächsten Morgen gab es wieder Suppe zum Frühstück, und die Verabschiedung vor unser weiterreise war herzlich.

 

 

Written by medicus58

27. Juni 2017 at 23:04

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Mampfurbastion – ein Trend der durch den Magen geht

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Nix, gegen gute Nahrung, aber irgendwie kommt mir der Grad an Aufmerksamkeit, den viele der Art ihrer Kalorienzufuhr widmen, schon etwas pathologisch vor.
Pizza war gestern, heute belegt man Naan.
Bekämpfte man in unseren Breiten noch bis vor einer halben Generation die Grün- und Rotalgen ausschließlich im heimischen Aquarium, gelten Grün- Rot- und Braunalgen inzwischen als unumgängliches Powerfood.

Pulverisierte Früchte des Affenbrotbaums binden unsere die Saucen,
Die Jackfruit ersetzt das gequälte Huhn aus der Massentierhaltung,
ja, eh gut.
Wer sich an den Meriten einheimischer Körndeln satt gegessen hat, greift ungeniert zu Quinoa, das in den letzten Jahren eine solche Preissteigerung hingelegt hat, dass es für den Indio vor Ort kaum mehr zu bezahlen ist.

Ich entsinne mich noch des abschätzigen Blicks, den man früher für die Erwähnung von Kokosfett erntete, so von wegen Amazonas-Abholzen und so.
Heute schwärmen die Propheten gehobener oraler Befriedigung von seinem Gehalt an Eiweiß, Kalium, Kalzium, Magnesium, Zink, Eisen, Selen, Kupfer, Phosphor, sowie den Vitamine A, B1, B2, B6, C und E,
es muss natürlich natürliches Kokosfett sein, nicht dieses raffinierte.

Die Fokussierung auf die eigenen Ernährung war schon immer als der Sex des Alters verschrien, jedoch ist die besessene Beschäftigung mit immer neuen Brain- und Superfruits heute das Hobby der Jüngeren, zumindest in Bobo-affinen Land- und Stadtstrichen.
Liefen früher die gesellschaftliche Trennlinien zwischen Marcuse und Spengler, trennen uns heute Burger und Baobab.
Die Aufmerksamkeit, die dem eigenen Gemampfe, also letztendlich dem eigenen Körper gegenüber gegenüber aufgewandt wird, erinnert in seiner Ich-Bezogenheit schon daran,
wie Woody Allen einmal die Selbstbefriedigung definiert hat:

Sex mit einem Menschen den man wirklich liebt.
Also im vorliegenden Fall: Mampfurbastion

Und kommen Sie mir jetzt nicht mit Onan, dem Gatten der Tamar, denn dass war, wie Otto Grünmandl gesagt hätte, etwas ganz anderes.

PS: Das Bild zeigt übrigens eine Brotfrucht, nur falls Sie Ihren Gemüsehändler in den Wahnsinn treiben wollen.

Written by medicus58

8. April 2017 at 17:43

Studiosusreisen: Herr Lehrer, ich muss mal

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afrika

Sich weit weg zu bewegen war früher synonym mit Abenteuer und Mut des Reisenden.
Es dauerte lange, bis man endlich am Ziel war, war sich nie so ganz sicher,
wer einem da gegenüber stand (Dr. Livingstone, I presume„) und musste sich den Inhalt seiner späteren Erzählungen mühsam erkämpfen.

Als Maureen und Tony Wheeler dann 1973 ihre Reiseerlebnisse in Südost-Asien sozusagen zum Nachmachen veröffentlichten und damit die Travel Survival Packs des Lonely Planet Verlages erfanden,
wurden individuelle Fernreisen fast zum Kinderspiel.
OK, Ihr alte Werbespruch, wer es schafft seinen Rucksack vom Förderband des Flughafens zu hieven, kann mit ihren Reiseführern überall hin fahren, mag etwas übertrieben gewesen sein,
aber als ich 1984 versuchte auf eigene Faust durch Indien zu trampen, realisierte ich bald,  dass der Große Polyglott kaum zu einem preiswerten Hotel brachte und ich begann jede Gelegenheit zu nützen,
bei anderen Backpackern einen Blick in den drei Jahre vorher veröffentlichten LP India zu werfen …
Ihre besten Zeiten haben die LP-Guides längst vorbei, bzw. haben andere Verlage das Konzept übernommen oft verbessert.

Auch lassen sich Bücher, die in einer Gesamtauflage von über 55 Millionen Exemplaren erscheinen, nicht mehr so erfrischend frei von der Leber weg schreiben, wie in der Anfangszeit.
Unvergessen bleibt für mich das Vorwort zu einem LP China der späten 80-er Jahre, in dem der Autor meinte, dass er – sich eingeschlossen – viele Reisende kennt, die zu dieser Zeit einen Individualtrip durch die VR China als sehr interessant empfanden,
aber niemandem, der ihn als uneingeschränkt schön bezeichnete. Die, die damals von einer China-Reise nur begeistert waren, haben das Land mit einem westlichen Reisebüro bereist.

Das bringt uns zum wirklichen Thema: Der organisierten Studienreise 

Das Urgestein aus deutschen Landen ist hier Studiosus Reisen.

Eine eingeschworene Gruppe prä- und postpensionärer Lehrer wird (meist von einem Expat) in wenigen Tagen durch exotische Gefilde gehordet,
zur Völkerverständigung in die Häuser immer der selben Bauernfamilie geführt und mit einer Mischung an persönlicher Meinung und Lehrplan gefüttert.
Beim abendlichen Dinner bewundert man pflichtschuldig die von seinen Mitreisenden bereits „absolvierten“ Destinationen, klarerweise mit Studiosus und erfährt vom unerträglichen Wackelkontakt der Nachttischlampe im Hotelzimmer.

Reiseleiter und Busfahrer kennen sämtliche öffentlich zugängliche Toiletten des Landes und versäumen es auch nicht vor und nach jeder neuen Etappe auf diese Möglichkeit hinzuweisen.
Im Hinblick auf das Durchschnittsalter der Gruppe ist diese Fürsorglichkeit nicht grundlos, wenn auch bisweilen etwas Befremdlich.

Studienreisen sind letztendlich eine Regression auf die Klassenfahrten der eigenen Schulzeit, als diese noch nicht Sprachreisen in andere europäische Länder waren, sondern noch bestenfalls Wanderungen durch das noch nicht restaurierte Carnuntum.
Keine Rede davon, dass man sich auf irgendetwas in der Art der früheren Forschungsreisen von Wissenschaftlern oder bildenden Künstlern begibt, der heutige Kulturtourismus ist eine mehr oder weniger wohlorganisiertes Abenteuer auf Vorbestellung (https://medicus58.wordpress.com/2016/11/02/abenteuer-auf-vorbestellung/ ).
Die Zeiten, wo man einfach mal so weg war (http://wp.me/p1kfuX-19z) sind vorbei, eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch Wien, heute oft exotischer als eine organisierte Durchquerung Tibets.

Hat mir die Reise mit Studiosus damals gefallen? Ja, schon.
Werde ich nochmals eine organisierte Gruppenreise buchen? Wenn es sich vermeiden lässt, nein.

PS: Das Foto entstand NICHT im Rahmen einer Studiosusreise …

Written by medicus58

18. Dezember 2016 at 14:42

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Punsching Ball

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punsch

Vor vier Jahren fanden sich hier noch weihnachtliche Impressionen aus Paris: Ein wenig Weihnachtsmarkt und ein etwas deplazierter Löwe
https://medicus58.wordpress.com/2012/12/02/paris-2012-ein-wenig-weihnachtsmarkt-und-ein-etwas-deplazierter-lowe/
Seither ist viel in Paris passiert. Heuer blieb ich im Lande und knipste im Wiener Museumsquartier, Bratapfelpunsch statt Champagner ….

Paris mag seine Qualitäten haben, aber so richtig ohne schlechtes Gewissen saufen können Sie halt nur in Wien!

Der Urlaubshamster hat übrigens einen nicht uninteressanten Preis-Check auf den unzähligen Alkohol-Tankstellen der Stadt gemacht:
http://www.urlaubshamster.at/christkindlmarkt-wien/

Am günstigsten kommen Sie zu Ihrer Alkohol-Leber im Türkenschanzpark,  im Alten AKH gibt es die teuersten Ofenerdäpfel.
https://kurier.at/genuss/wien-christkindlmarkt-preisvergleich-wo-es-den-billigsten-punsch-am-christkindlmarkt-gibt/233.265.060

Um sich mit gutem Gewissen besinnungslos zu saufen, wenden Sie sich an die zahllosen karitativen Organisationen, von der Ute Bock bis zur Gruft.
Wenn Sie den Mahü Marathon durchstehen, haben Sie den Iron-Advent-Man geschafft und morgen hat Ihr Hausarzt ja wieder offen, um Sie in den Krankenstand zu schicken …

Ja, und für die meisten von uns ist das auch die einzige Zeit im Jahr, um zu wissen, was der Lion’s Club so treibt …

Und bald beginnt ohnehin die richtige Ball Saison, da ist der Alk so teuer, dass die Leber aufatmen kann.

Written by medicus58

14. Dezember 2016 at 18:31

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Abenteuer auf Vorbestellung

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Als ich 1992 dieses Foto am Dashashwamedh Ghat von Varanasi aufnahm, wütete die Tage vorher der Monsun so stark,
dass er mich in meinem Reiseplan schon zwei Tage zurückgeworfen hat. Natürlich hatte ich bei der Ankunft aus Patna
keine Hotelreservierung, wie auch in einem Land in dem damals Telefonverbindungen selbst zwischen den großen Städten
mehr einer Lotterie als einer Form geregelter Kommunikation glichen, denn
Damals war man noch einfach mal weg (https://medicus58.wordpress.com/2016/07/26/damals-war-man-noch-einfach-mal-weg/).

Ein wirkliches Problem war die Verspätung aber nicht, denn Hotelzimmer gab es genug und die Sehenswürdigkeiten besuchte man dann,
wenn man wirklich dazu Lust hatte.

Hatte man das Glück einige Tage in Florenz verweilen zu können, dann stellte man sich vor den Uffizien in Florenz dann an,
wenn die Schlange gerade nicht bis zum Ufer des Arno reichte.

Schon vor einigen Jahren hörte ich; Ich, der in den 80er und 90er Jahren mindestens einmal jährlich den Big Apple am Hudson River
besucht hatte, dass man inzwischen bereits Wochen vor der Anreise ein Online-Ticket für die Freiheitsstatue (man beachte den inneren Witz von wegen Freiheit)
buchen musste und sich selbstverständlich exakt an den dort gewährten time slot zu halten hätte.
Noch dachte ich, dass das halt mit der Regelwut der US-Amerikaner nach 9/11 zu tun hätte, aber weit gefehlt.

Ob man einen Lift auf den Eiffelturm, ein Ticket für Versailles, die Baustelle der Sagrada Familia  besichtigen oder einfach mal in Barcelona den Park Güell schauen möchte,
nichts geht mehr ohne elektronischer Voranmeldung. Das Versprechen, dass dadurch einfach alles schneller gänge, ist spätestens dann entlarvt,
wenn man sich trotz eines elektronisch erworbene Tickets die Beine vor dem Schloß des Sonnenkönigs in den Bauch steht.

Da ja jeder sich so ein Ticket ausdrucken kann, ist es inzwischen selbstverständlich geworden, immer einen Lichtbildausweis dabei zu haben, von wegen Schengen und so.

Täglich besichtigen in 43 stets ausgebuchten Durchgängen maximal 1075 Besucher Leonardos Letztes Abendmahl im klimatisierten Refektorium des Dominikanerklosters S. Maria delle Grazie, Corso Magenta, Milano. Sollten Sie gerade Lust auf einen Abstecher nach Mailand haben, steht Ihnen für 19€ als frühester Termin eine Besichtigung in 10 Tagen zur Verfügung und klarerweise nur in den Randzeiten (8:15, 8:45 und 18:00). Für andere Optionen berappen Sie rasch ein kleines Vermögen, da offenbar alle touristenfreundlichen Termine bereits an Reisebüros verkauft sind, die Ihnen dann aber schon ein kleines Vermögen abknöpfen.

Aber, hallo!

Wenn ich schon Monate im vorhinein festlegen muss, wann ich wo zu sein habe, dann kann ich mich ja gleich einer Reisegruppe anschließen!
Auch dort  gehe ich auf die Toilette, wenn es der Reiseleiter erlaubt und genieße meinen Espresso, wenn es die anderen tun.

Jetzt komme mir keiner mit Sicherheit. Vor 9:00 pfeift sich im Park Güell keiner der gähnenden Wärter, wer da mit oder ohne Ticket hineingeht, da man beim hinausgehen dann ohnehin registriert wird. Und dem Selbstmordattentäter wird es nachträglich auch ziemlich egal sein, dass er vorher E-Mail-Adresse und Mobil-Nummer angeben musste.

Mich beschleicht einfach der Verdacht, dass man nun eine Technologie anwenden möchte, weil man sie hat und irgendwer im Hintergrund gerne Stricherlisten führt und Daten zusammen führt.
Klar, Google, Tripadviser und Co. wissen nun ganz genau und teilen uns das auch im Browser mit, dass sich Besucher zB. bis zu 1,5h im Park Güell aufhalten und dass die beliebteste Besuchszeit um die Mittagszeit liegt – Big Data!

Wenn Sie die Anlage kennen, hätten es Sie aber wohl verwundert, wenn jemand 7€ berappt hätte und nach 10 Minuten wieder das Weite gesucht hätte oder dort drei Stunden für die gerade mal drei fertiggestellten Gebäude benötigt hätte. Eben, wie so oft bei den Big Data handelt es sich um Informationen, die sich mit Menschenverstand auch ohne EDV gewinnen hätten lassen, sorry IT-Freaks.

Übrigens beträgt die Wartezeit auf den Zutritt zu Gaudis Fliesenparadies augenblicklich nur 2 Tage, wenn Sie früh aufstehen wollen oder können!
Einfach spontan nach der letzten Tapas vorbeischauen war gestern, in den Zeiten, wo man noch wirklich reiste und nicht am Gängelband der Regulierungswut hing. ….

 

Written by medicus58

2. November 2016 at 13:46

Copacabana – eh klar

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Spätestens seit dem Beginn der Olympischen Spiele, scheint ohnehin jedem klar zu sein, dass Copacabana in Rio liegt.

Copaca

Aber Irrtum, Copacabana ist eine Landstadt im Departamento La Paz in Bolivien und liegt auf der Copacabana-Halbinsel direkt am Ufer des 3.810 m hoch gelegenen Titicaca-Sees.

Wenn Sie es nicht glauben, schauen Sie doch mal vorbei:
https://www.google.at/maps/place/Municipio+Copacabana,+Bolivien/@-16.1745316,-69.1056958,15z/data=!3m1!4b1!4m13!1m7!3m6!1s0x9105d43b5070c60f:0x1fd3e344ed638829!2sCopacabana,+Ventanilla,+Peru!3b1!8m2!3d-11.8364018!4d-77.1152902!3m4!1s0x915dcd7e020a5f2f:0x5ff56029fdb79a4a!8m2!3d-16.1662953!4d-69.0861565?hl=de

Wie Sie an den Stickern erkennen können, waren auch schon andere da ….

PS: ich bin mir wohl bewusst, dass es auch noch „andere Copacabanas“ gibt, nur habe ich von dort keinen Schnappschuss 😉

Written by medicus58

10. August 2016 at 20:44

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