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Archive for the ‘Reisen’ Category

Flammende Lamas, oder in Wien stehen die Revolutionäre nur mehr im Park …

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Wer durch Perus Hauptstadt Lima flaniert, kommt früher oder später auf die Plaza San Martin, die von einer überlebensgroßen Reiterstatue des Argentiniers José de San Martin dominiert wird.
Gemeinsam mit Simón Bolívar wird Martín bis heute als Befreier Südamerikas verehrt.
Während der glühende Republikaner Bolívar die Unabhängigkeitskriege gegen die spanische Kolonialherrschaft in Venezuela, Kolumbien, Panama und Ecuador anführte, hat der Monarchist San Martin federführend die Befreiungskriege in Chile und Peru angeführt. Als Peru den 100. Jahrestag seiner Unabhängigkeit (27. Juli 1921) feierte, war es klar, dass die Nation ihrem Befreiers und Protektors, General San Martin noch ein Denkmal widmen musste.
Er, oder besser das Land wurde zwar endgültig erst durch das Eingreifen des venezolanischen Generals Simón José Antonio de la Santísima Trinidad Bolívar Palacios y Blanco aus den Fängen der Spanier befreit, aber sei es drum. Der hatte schon früher einen eigenen Platz mit Standbild bekommen.

Im Sockel des geplanten Reiterdenkmals auf der Plaza San Martín sollte als Draufgabe auch Madre Patria als eine Art Freiheitsstatue mit Feuer, so in der Art von New Yorks Miss Liberty, verewigt werden. Keine Kosten und Mühen wurden gescheut und der Auftrag ging, wie immer wenn etwas wirklich gut gemacht werden soll, außer Landes. Die Spanischen Bildhauer dachten aber im Zusammenhang mit ihrer ehemaligen Kolonie weniger an das von Frédéric-Auguste Bartholdi gestaltete Monument, als an kuscheligen Andenbewohner.
Weit hergeholt, werden Sie nun denken, aber die spanische Sprache will es nun, dass sowohl „Flamme“ als auch „Lama“  eben „llama“ heißt und fanden es somit gar nicht so abwegig, der Madre Patria ein kleines Lama ins Haar zu stecken, wenn es schon so angeschafft wurde.

De facto abgesetzt verbrachte Martín übrigens seinen Lebensabend in Nordfrankreich und wurde in der Krypta der Basilika von Notre-Dame de Boulogne beigesetzt. Erst 1880 konnte seinem testamentarischen Wunsch entsprochen werden und er kehrte in sein Heimatland zurück.
Der vorsorglich einbalsamierte Leichnam wurde laut Wikipedia „in der Kathedrale von Buenos Aires in einem Mausoleum“ beigesetzt.
Wer schon dort war weiß, dass das auch ein bisschen missverständlich ist, denn formal liegt er dort „extra muros“, also außerhalb des Kirchenschiffes.
Dem katholischen Klerus war nicht ganz wohl dabei, dass der Freimaurer Martín (laut Freimaurer-Wiki war er war 1797 Mitglied der Loge „Lealidad“ in Cadix und 1812 Stuhlmeister der Loge „Lautaro“ in Buenos Aires) im Kirchenschiff beerdigt werden sollte, so dass sein „Mausoleum“ eine Art Seitenkapelle darstellt, die formal nicht so ganz zur Kathedrale gehört. Wenn Sie da näheres erfragen wollen, müssen Sie heute nach Rom pilgern, denn die Kathedrale war die Heimatkirche des jetzigen Papstes Franziskus.

Wenn Sie sich mit den anderen beiden Herren persönlich über all das unterhalten wollen, haben Sie es dafür nicht so weit, denn eines der unzähligen Denkmale des großen Simon Bolivar steht auch gleich um die Ecke im Wiener Donaupark, wo es u.a. auch vom bolivianischen Präsidenten Evo Morales besucht wurde. Ja, und natürlich gibt es im Donaupark auch ein Denkmal San Martíns, ganz schlicht ohne Lamas und Freiheitsstatue.

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Written by medicus58

24. Februar 2018 at 17:21

Nächstes Jahr in Jerusalem

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Am Vorabend von Pessach beenden gläubige Juden einen streng ritualisierten Ritus in dem die Legende vom Auszug aus Ägypten in Erinnerung gerufen wird mit dem Wunsch „Nächstes Jahr in Jerusalem“ zu sein. Kein Wunder, dass die Frage nach der Hauptstadt Israels eine irrationale Bedeutung gewonnen hat. Schließlich balgen sich auch die beiden anderen abrahamitischen Religionen um die Stadt in dem sie ihre dort jeden zweiten Stein oder Hügel mit ihrer Sagenwelt besetzen. Jedenfalls ein wirklich ranziges Fettnäpfchen in das nun der 45. Präsident der USA patzte: https://twitter.com/realdonaldtrump/status/938517073508163584Ehe ich vor über 24 Jahren endlich nach Jerusalem kam und dieses Foto schoss, stapfte ich als Jugendlicher selbst in dieses Fettnäpfchen, und darüber möchte ich heute berichten.
Es muss irgendwann in den frühen 70ern gewesen sein, vermutlich am 25. Jahrestag der Gründung des Staates Israel im Jahre 1973, als ich hier in Wien in eine Veranstaltung der jüdischen Gemeinde schneite. Zum ersten Mal Klezmer und Falafel war damals in Wien schon ziemlich exotisch, für diejenigen die sich durch die Gunst der späten Geburt nicht daran können.
Höhepunkt dieser Veranstaltung war ein Ratespiel, bei dem man ein paar Fragen zu Israel beantworten musste und seinen ausgefüllten Fragebogen abgeben musste, um eine Reise nach Israel gewinnen zu können. Ein der Fragen war auch die nach der Hauptstadt Israels.
Als dann die Gewinner gezogen wurden benötigte man gut ein halbes Dutzend Versuche um endlich einen Teilnehmer zu finden, der die Hauptstadt-Frage richtig beantwortet hat.
Auf den ersten gezogenen Fragebögen stand, wie natürlich auch auf meinem: Tel Aviv.

Ich dankte dem, an den ich nicht glaube, aus vollem Herzen, dass meine Karte nicht gezogen wurde, und ich somit nicht dem höhnischen Gelächter der Anwesenden ausgeliefert war, wie man denn so dumm sein konnte eine Stadt, deren Teile nach internationalem Gesetz als annektiert gelten, nicht als Hauptstadt Israels zu sehen.

Ein Hauptstadt, die selbst Israel erst zwei Jahre nach seiner Gründung offiziell zur Hauptstadt erklärte.
Jerusalem, in dem ich 1993 einen langen Abend lang hören musste, welche Parasiten denn diese Orthodoxen wären, die auf Kosten aller anderen leben, von Juden wohlgemerkt. Demonstrationen erlebte, in denen einander Juden als Nazis im Zusammenhang mit den gerade geleakten Oslo Verträgen als Nazis beschimpften, die Polizei Orthodoxe abführten, die mit Straßensperren verhindern wollten, dass weniger orthodoxe Juden am Sabbath mit dem Auto fahren. Eine Stadt in der beim Felsendom die blutigen Kleider der kürzlich von der Polizei erschossenen Israelis ausgestellt wurden, die mit schweren Steinen die an der Klagemauer betenden Israelis erschlagen wollten.

Natürlich gibt es gewichtigere Wortmeldungen zu Trumps Schritt als ein paar scheinbar voneinander unabhängige persönliche Erlebnisse, aber Sie hätten ja nicht bis hier weiterlesen müssen.

Written by medicus58

8. Dezember 2017 at 18:05

Veröffentlicht in Allgemein, Reisen

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Friedhöfe aus aller Welt

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Aufmerksame Leser wissen es und von einer Leserin wurde ich verlässlich daran erinnert, dass sich dieser Blog hier alljährlich um Allerheiligen mit den angeblich friedlichsten aller menschlichen Wohnstätten beschäftigt, den Friedhöfen.
2012 habe ich schon unter Letzte Reiseziel: Friedhöfe eine Art Studienreise durch einige Friedhöfe dieser Welt unternommen und dort wollen wir heut anschließen.
Das Bild oben entstand am Cementerio Municipal de Punta Arenas  lange bevor er 2012 zum Nationaldenkmal ernannt wurde. Punta Arenas ist die südlichste Stadt Chiles und  liegt direkt an der Magellanstrasse. Viele der Grabsteine tragen deutsche oder englische Beschriftungen, wie unser nachfolgendes Beispiel.

Die Einwohner Punta Arenas behaupten überhaupt, dass ihr Friedhof der schönste der welt wäre, was vielleicht etwas übertrieben ist, aber ein ziemliches Völkergemisch weist er allemal auf.

Darauf, dass zum Beispiel auf Recoletta in Buenos Aires oft nur das exakte Sterbedatum, nicht aber das Geburtsdatum vermerkt ist, habe ich schon in dem früheren Beitrag hingewiesen. Eine so exakte Dokumentation der Sterbestunde, wie hier in Punta Arenas, fand ich aber noch selten. Keine Ahnung, wer Graciela war, aber sie verschied offenbar exakt um halb zwei, wenn man die Kleine Ungenauigkeit der Stellung des Stundenzeigers mal außer Acht lässt.

Dass sich nach Ausrottung der Ureinwohner an der Südspitze Amerikas ein bunter Haufen von Einwanderern einfand und dann irgendwo bestattet werden musste, überrascht weniger, als dass es auch am anderen Ende der Welt Friedhöfe gibt, in denen viele Reisende ihre letzte Ruhestätte fanden, was vielleicht nur als Zwischenstation geplant war.

Hakodate auf Hokkaido  war einer der ersten Häfen Japans, der für den Handel mit Ausländern geöffnet wurde. Bekanntlich schottete sich das Alte Japan lange gegen fremde Einflüsse ab und versuchte den Kontakt mit Fremden auf ganz wenige Handelspunkte zu konzentrieren. Der Friedhof für Ausländer im Stadtteil Motomachi liegt deshalb auch unmittelbar an der Küste.

Und auch hier finden sich auf so manchem Grabstein „fremdsprachliche Beschriftungen“.


Als der Hafen von Hakodate 1859 auf amerikanischen Druck geöffnet wurde, war der in Schlesien geborene Ludwig Haber gerade mal 16 Jahre alt. Er war übrigens der Onkel des Nobelpreisträgers Fritz Haber. Er kam als 30-Jähriger nach Japan nachdem er vorher längere Zeit in London lebte und Reiseberichte aus Corfu, Ägypten, Indien, Ceylon, China und Niederländisch Oste-Indien (Indonesien) verfasst hatte. In West-Afrika erkrankte er an Malaria deren Rezidiven ihn immer wieder außer Gefecht setzten, so auch im August 1874. Am 11. August 1874 wurde er in einem fremdenfeindlichen Akt von einem Samurai ermordet, er war damals gerade einmal 31 Jahre alt. Seine Ernennung zum Konsul hat ihn nicht mehr erreicht. Wen die ganze Geschichte interessiert, der sei auf diesen interessanten Blog verwiesen: http://ludwighaber.blogspot.co.at/  

Für alle, deren Nekropolophilie noch nicht gestillt ist, hier nur einige Links:

Familie Engel 
Praktischerweise gedenken wir am besten der Toten

Ooops, bald hätte ich auf die heurigen Friedhofsfotos vergessen
Grabsteinvoyeurismus

 

Written by medicus58

1. November 2017 at 19:01

Veröffentlicht in Reisen

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Es ist billiger nach London zu fliegen als dorthin zu kommen

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Die aktuellen Vorgängen um die Air Berlin und die Niki werden medial überwiegend unter dem Gesichtspunkt der politischen Interventionitis zu Gunsten der Lufthansa betrachtet. Wie absurd dieser „Markt“ überhaupt schon wurde, stört kaum jemanden.
Wenn Sie im zB November nach London fliegen wollen (vernachlässigen wir mal Ihren Bedarf an Gepäck und Nachmitternachtsschlaf), dann zahlen Sie für den Hinflug knapp unter 51€.

CAT Airport Train und Einfachfahrschein der Wiener Linien kostet Sie 14€ alles nur für den Hinflug.

Von Stansted ins Zentrum und noch ein Tube-Ticket macht Sie leicht um 20€ ärmer.

Kopfrechner werden jetzt gleich triumphierend rausrufen, dass da noch immer eine Differenz von 17€ wäre, was nicht abgeleugnet werden kann, ABER

die stumme Hand des Marktes bringt Sie per Flugzeug für Ihre 51€ rund 1500 km weit und rund 10.000 m hoch, während sie Sie für die 34€ keine 100 km weit transportiert.

Das stinkt wahrlich mehr als  die Mille, die Merkel der Air Berlin nach wirft.

Written by medicus58

20. August 2017 at 22:44

Hurra, die Touristen kommen

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Tourismus in Deutschland boomt

Kroatien-Tourismus boomt

Tourismus: Nächtigungsrekord in Österreich

Auch wenn der Zusammenbruch der Air Berlin kurzfristig den Touristenstrom zu den genervten Mallorkesen einbremsen wird und in Barcelona irgendwann einmal ein paar Tapas vertrocknen, weil die Touristen von streikenden Flughafenbediensteten wieder in die Flugzeuge getrieben werden, unsere Tourismusverantwortlichen jubeln noch über die Zuwachsraten.

In Inner London (zB Bayswater/Queensway) war ohnehin schon in den 90er Jahren jedes Bürgerhaus in ein Mid-price Hotel umgebaut worden und in der umgebenden Restaurant-Szene war eine Sprache sicher nicht mehr geeignet, sich mit dem Kellner, Englisch.
Auch in Rom war es sehr praktisch, in Gehweite von Roma Termini ein Hotel zu buchen, nur konnte man ziemlich sicher sein auch hier eines nicht mehr anzutreffen, Römer.

Jetzt mag man einwenden, dass wir durch mangelndes Qualitätsbewusstsein hierzulande ohnehin nichts zu befürchten haben (Qualitätssicherung im Tourismus. Der Zug fährt an uns vorbei) nur bieten unsere Innenstädte (noch?) ein anderes Bild.

Dutzende Reisende ziehen in Straßen ihren Koffer hinter sich her, ohne dass den Anrainern in der Gegen ein offizielles Hotel bekannt wäre (Airbnb?).
Immer weniger Sehenswürdigkeiten, in denen der Eintritt eine schon Wochen vorher eine Online-Buchung voraussetzt; in Barcelona ist dies nicht nur bei der Sagrada Familia so, sondern in vielen etwas bekannteren Tapas-Bars und selbstverständlich im Park Güell. In New York musste man sich immer vor der Freiheitsstatue und auf Ellis Island anstellen, aber heute ist der spontane Entschluss für einen Besuch nahezu sicher zum Scheitern verurteilt,
wenn man nicht einige Wochen vorher online um ein Ticket gebettelt hat.

Mag sein, dass das der Generation Google.maps ohnehin ganz normal vorkommt, dass man bereits vor dem Hinflug auf die Minute genau festlegen muss, wann man sich unter Miss Libertys Stahlrock drängen darf,
mit Reisen, so wie das mal der jüngere Herr Humboldt vorgestellt hat, hat das genauso wenig mehr zu tun, wie unsere Bildungslandschaft den Vorstellungen seines älteren Bruders entsprechen….

PS: Die beiden Fotos hier zeigen, dass es auch ein Mallorca ohne Touristen gibt ….

Written by medicus58

16. August 2017 at 18:28

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Qualitätssicherung im Tourismus. Der Zug fährt an uns vorbei

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Unsere Alpenrepublik lebt nicht von Mozart Kugeln und Red Bull allein, unser Fremdenverkehr trägt durchaus sein Schärflein zu unserem Bruttonationalprodukt bei. Aber andere europäische Destinationen verdienen sich die Butter aufs Brot, weil sie dem außereuropäischen Gast eine lange Anreise wert scheinen. Und diese Gäste kommen nicht mehr nur aus den USA oder Japan, sondern immer häufiger aus den BRICS Staaten.

Rom ist ja sowieso ewig, London, Amsterdam und Paris sind allein schon wegen ihrer Monsterflughäfen naheliegende Ziele; und warum sich so viele Touris in Bratislava herumtreiben, weiß allein die dortige Fremdenverkehrswerbung.

Aber eh supi, wenn man fremde Länder nicht mehr vorzugsweise bewaffnet und in Uniform besucht.

Worauf ich aber als nicht ganz unhäufiges Rädchen in der europäischen Fremdenverkehrsindustrie hinaus will, ist das hier noch kaum ausgebildete Qualitätsbewusstsein.

Wer den Steffl hat, der braucht die Kaffeemaschine erst am Ende der Saison reinigen; rasch angelernte Studenten herden die Touris durch die Paläste und eiern bei der ersten historischen Zwischenfrage erbärmlich herum; das tschechische Bier ist so gut, da kann es dann auch etwas Convenience Food im historischen Beisl geben.

Wenn ich da vergleichsweise an meine rezente Erfahrungen in Ecuador, Bolivien, Tansania und den Seychellen denke, verfestigt sich bei mir der Gedanke, dass die dort in Sachen Qualität völlig unbemerkt an uns vorbeigezogen sind.

Reiseführer auf den Galapagos Inseln werden zB zur Schulung nach Europa geschickt, um die Namen von Flora und Fauna auch auf Deutsch zu lernen. Sie haben sich regelmäßigen Test zu unterziehen, um weiter entsprechend „ihrer Kategorie“ bezahlt zu werden.

Auf den Seychellen frägt einen nicht nur der Hotelmanager fast täglich, ob man zufrieden wäre, sondern auch die Rezeption und die Verantwortliche für das Reinigungspersonal.

Ein Safari-Guide in Tansania fährt natürlich nicht nur den Wagen von Lodge zu Lodge und stellt jeden „Universum“-Kommentator in den Schatten, sondern kann auf Anfrage auch die Unterschiede zwischen den 99.Varianten der schwarz-weißen Piepmätze erklären. Am Ende der Tour legt einem trotzdem der Manager des lokalen Reiseveranstalters einen umfangreichen Fragebogen vor. Aber auch der Guide verfasst einen Bericht, in dem er zB seinem Boss mitteilt, dass die billigen Bremsbeläge aus China nicht mehr verwendet werden sollen, weil sie bei def Abfahrt vom Ngorogoro Krater zu rauchen begannen.

Ja und selbstverständlich hat der Deutsch sprechende bolivianische Reiseleiter einige Zeit in Deutschland verbracht um in dieser Sprache sattelfest zu werden.

Natürlich hatten diese Reisen auch alle ihren Preis, nur kostet der kleine Braune im Sacher oder Tomaselli ja auch mehr als im McCafe …

Written by medicus58

29. Juli 2017 at 16:00

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Was für ein schräger Vogel

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Zwar muss man bisweilen aufpassen, um die fremde Welt nicht nur über den Sucher seiner Foto- u/o Videokamera zu sehen, aber auch für Ihren Medicus sind bildliche Urlaubserinnerungen Teil seiner Erholung.
Selbstverständlich gelten hier nicht die Anforderungen eines National Geographic Fotos oder einer Universum Folge aber einen gewissen Grad an technischer Perfektion muss so ein Urlaubsmitbringsel heute schon haben, um damit im realen Freundeskreis und den Sozialen Medien renommieren zu können.
Vielleicht eröffne ich hier einmal auch eine Rubrik über Videografie, um an die heroischen Frühzeiten zu erinnern, wo das verrauschte Urlaubsvideo nur durch das Überspielen von einem Gerät auf das andere möglich war. Auch wenn der Vergleich analoger mit digitaler Normen prinzipiell immer hinkt, löste die alte TV (PAL) Norm so ca. 450k Pixel pro Bild (allerdings interlaced) auf, von denen der VHS Standard ohnehin nur mehr weniger als 3/4 realisierte. Überspielungen machte das ganze nicht viel besser, so dass die stolzen Video-Erinnerungen aus den 80ern heute (ohne digitale Nachbearbeitung) kaum mehr herzeigbar scheinen.
(Für Versuche in Super 8 fehlte mir damals leider überhaupt das Geld und auch das analoge Dia(Film)material belastete das Urlaubsbudget schon ganz ordentlich. Andererseits, wer sich heute mit unkomprimiertem UHD oder echtem 4K Video spielt, legt für high-speed Speicherkarten auch schon einiges ab ….)
Egal was man sich diesbezüglich so antut, dem ambitionierten Urlaubsfilmer drohen auch noch ganz andere Probleme.
Trotz dem heute meist optimal funktionierenden Weißabgleich digitaler Aufnahmegeräte, den selbst Neonröhren oder hochalpine UV-Strahlung nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen, wird durch manche Erdbewohner bis ans äußerste gestresst. Ein Vertreter ist der Scharlachsichler ein quietschfarbener Piepser, dessen Signalfarbe selbst in freier Wildbahn irgendwie unwirklich wirkt.
Ein Blick auf Google zeigt, dass in den meisten seiner Abbildungen die Farbbalance irgendwie unnatürlich wirkt.
Als ich die Vögel zum ersten Mal erblickte glaubte ich kurzfristig einen Augenarzt zu benötigen, so knallte diese unwirkliche Farbe aus der Umgebung heraus.
Wenn Sie mir nicht glauben, der Zoo in Schönbrunn hat auch einige Exemplare zu bieten: https://www.zoovienna.at/tiere/voegel/roter-sichler/

Mein hier verwendetes Foto stammt aber nicht von dort 😉

Written by medicus58

27. Juli 2017 at 14:09

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