Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for Februar 2013

ÖVP Wahlkampf in NÖ: Was ein Plakat alles sagt

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AntiStronachOEVPWahlwerbung

Aktuell betreibt die NÖ ÖVP mit einem nicht unwitzigen Plakat einen Negativwahlkampf gegen Stronach.
In der im Internet (z.B. in den Niederösterreichischen Nachrichten) verbreiteten Version ist das sogar animiert:
Zuerst fliegt das Flugzeug über den Tower von Schwechat und man liest dass hier die Wählerstimme in den Wolken verschwindet, dann erscheint für die schwer von Begriff seienden noch der Name Stronach ..
(hier sind zwei Screenshots ineinander kopiert.)
Klar hier wird darauf angespielt, dass der Spitzenkandidat des Team Stronach angeblich schon gleich nach der Wahl seinen Learjet besteigen wird, um sich wieder nach Kanada, oder in sein Schweizer Steuerparadies abzusetzen …
Witzige Umsetzung 
Nur beweist das Team um Pröll Mut, denn vielleicht denkt irgendein Wähler beim Anblick des charakteristischen Towers an das Skylink-Debakel, bei dem Pröll und Häupl Millionen versenkt haben:
Flughafen Wien: Das ist das Skylink-Millionengrab http://www.heute.at/news/wirtschaft/art23662,722912
Skylink: Der rot-schwarze Millionenskandal http://diepresse.com/home/panorama/wien/763175/Skylink_Der-rotschwarze-Millionenskandal
Aber eigentlich hat der Skylink schon bei den letzten Wahlen niemand interessiert. So gesehen, haben die Wahlwerber schon recht, wenn sie auf die Vergesslichkeit der Wähler setzen.

PS:
Stronach zu wählen halte ich übrigens um die absurdeste Variante …

Written by medicus58

27. Februar 2013 at 22:49

Veröffentlicht in Allgemein

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12 Quite mean, the Regression to the Mean

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Regressiontothemean
Ehe wir uns mit den „höheren Weihen“ der medizinischen Diagnostik (EBEM et al.) auseinandersetzen, wollen wir uns noch etwas länger mit den Eigentümlichkeiten von Testverfahren auseinandersetzen, wobei nochmals in Erinnerung gerufen werden muss, dass Test in diesem Zusammenhang jedes Verfahren (Anamnese, körperliche Untersuchung, Labor, Bildgebung, bis zu diagnostisch invasiven Verfahren) bedeutet.

Aus dem bisher gesagten sollte eigentlich schon klar geworden sein,
dass jeder Test nur dann gerechtfertigt ist, wenn er die nachfolgende klinische Entscheidung sicherer, d.h. weniger fehlerbehaftet macht.

Im Hinblick auf eine – nicht zuletzt von der US-amerikanischen Rechtssprechung forcierten – Absicherungsmedizin muss aber stehts klar bleiben, dass der diagnostische Zugewinn in einem Diagnosegang absolut immer geringer werden wird, was die im letzten Kapitel vorgestellten ROC Kurven m.E. wunderschön verdeutlichen.

Vor diesem Hintergrund müsste jeder naturwissenschaftlich geschulte Arzt auf die Frage seines Patienten oder Richters, ob er sich absolut (100%) sicher wäre, mit einem deutlichen NEIN antworten. 

Jeder weitere diagnostische Schritt führt im besten Fall zu einer asymptotischen Annäherung an die „richtige Diagnose“.

Ein Test macht nur Sinn, wenn die Nachtestwahrscheinlichkeit sich gegenüber der Vortestwahrscheinlichkeit ändert.

Der größte diagnostische Zugewinn ist immer bei mittlerer Vortestwahrscheinlichkeit zu erwarten.
Im Umkehrschluss sagt dieser Satz auch, dass es in der klinsichen Diagnostik nur mit enorm großen Aufwand möglich ist, eine Krankehit gänzich auszuschließen oder ganz sicher z ubeweisen. Wie wir ebenfalls gesehen haben ist es in dieser Situation viel wahrscheinlicher, das ein falsch positiver oder negativer Testbefund verwirrt.

Regression to the Mean
http://de.wikipedia.org/wiki/Regression_zur_Mitte 
Einer meiner klinischen Lehrer empfahl stets die Wiederholung von abnormen Testergebnissen, die so gar nicht zu den bisherigen Verdachtsdiagnosen passten: 

Wiederholung führt zur Normalisierung abnormer Laborergebnisse.

und er behielt meistens recht.

Man muss sich nur vor Augen halten, dass die nachträgliche Beruhigung von Arzt und Patient eine trügerische ist. in Wirklichkeit zeigt sie weder die Gesundhung des Patienten noch die Aufdeckung eines (zuerst) falschen Laborbefundes an, sondern reflektiert einfach die Streubreite jedes Testverfahrens. 
Bemühen Sie sich mit geschlossenen Augen mit einem Bleistift einen Punkt in einem Kreis auf einem vor Ihnen liegenden Blatt Papier zu machen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie den Kreismittelpunkt treffen. Wenn sie den Versuch aber 100x wiederholen, wird die Punktwolke um den Mittelpunkt liegen. Wenn nicht besuchen Sie Ihren Neurologen.
Dieses Phänomen tritt auch sehr häufig bei Therapiestudien auf, wo einer Befundnormalisierung auch in der Placebogruppe bemerkt wird. Neben einer reihe anderer Faktoren ist dafür auch verantwortlich, dass Wiederholungen von TEsten mit einer gewissen Streubreite dazu führen, dass die Werte hin zu einem Mittelwert konvergieren. 
Andere Effekte, die sich in erster Linie auf die Ergebnisse medizinischer Vergleichstudien auswirken sind
Hawthorne-Effekt: Ändern Studienteilnehmer aufgrund der Studienteilnahme
ihr natürliches Verhalten, kann das – insbesondere in der Kontrollgruppe
– zu einer Überschätzung von Behandlungseffekten führen. 
Simpson-Paradox: Wenn (un)bekannte Einflussfaktoren (Confounder)
auf das Studienergebnis einwirken, kann das Gesamtergebnis einer (Fallkontroll-) Studie durch Subgruppenanalysen auf den Kopf gestellt werden.
und das Will-Rogers-Phänomen: Verbessern sich die diagnostischen Möglichkeiten oder wird die Prävalenz einer Erkrankung künstlich angehoben, kann sich die Prognose eines Patienten verbessern, ohne dass sich an seinen Messwerten irgendetwas geändert hat.

Da es hier i.e.L. um den Diagnosegang des individuellen Patienten geht und nicht um eine Kritik klinischer Studien, werden wir uns hier nicht weiter verbreiten. Interessierten sei aber ein sehr leicht verständlicher Artikel dazu ans Herz und Hirn gelegt: 
http://www.medicalforum.ch/pdf/pdf_d/2006/2006-46/2006-46-194.PDF

EDV: Was einen auf die Palme bringt und wie man den Palm wieder runterholt

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Palm
Regelmäßige Leser dieses Blog, sollten sie denn existieren, wissen, dass es hier immer wieder um die Fallstricke geht, die uns die EDV spannt und ich fürchte, dass man mich schon als „einfach zu blöd“ für unsere schöne elektronische Welt hält.

Auch gut, aber es ist wieder einmal so weit, es geht um das Hamsterrad, in das wir alle gesperrt werden, seit wir immer größere Teile unseres Lebens in bits und bytes speichern. Diesmal nicht um den Bereich des Gesundheitssystems, das ich überlasse ich gerne der NYT, die kürzlich treffend schrieb: A Digital Shift on Health Data Swells Profits in an Industry (http://nyti.ms/1339WMl), nein es geht um mein urpersönlichstes Problem, dass mich letzte Woche in Trab gehalten hat.

Vorgeschichte:

Bis Anfang der 90er Jahre hatte ich meine persönlichen Termine mit einem Faltkalender organisiert. Dann wurde mir von Mitarbeitern ein Casio Organizer geschenkt. Nach heutigem Maßstab ein Spielzeug, mit dem man in jedem Montessori Kindergarten garantiert zur Lachnummer würde, aber damals durchaus high tech, Selbstverständlich war ich es den edlen Spendern schuldig, das gute Stück nun auch sichtbar bei Visiten und Besprechungen zu verwenden und ich gewöhnte mich schnell an die positiven Seiten einer elektronischen Datenspeicherung:
jederzeit griffbereiter Terminkalender und Telefonbuch To do Listen vom Einreichtermin für den nächten Kongress bis zur Einkaufsliste nach Dienstschluss Wecker auf Reisen und bald eine unüberblickbare Fülle an Passwörtern, Zugangsdaten, Bankverbindungen etc.

Auch einen indischen Monsun überstand das Ding mit einem 48h-igen Ausfall.
Was folgte, als die Andprüche stiegen war ein Organizer von TI der mit Lotos-1-2-3 synchronisierbar war, ein stylischer Handspring Organizer (der Palm für Arme), und schließlich ein Palm Tungsten T3 und ein T5, jeweils synchronisiert mit dem Palm Desktop, weil Outlook zu teuer war bzw. vom Dienstgeber eingesehen wurde ….

Gegenwart:
Der Palmdesktop lief auf einem Windows XP Rechner, der früher oder später wohl auch upgedated werden muss. Der Handheld machte auch immer wieder Mucken (Reset nach Sync) und die Abdeckung wurde auch nur mehr von dickem Klebeband zusammengehalten. Bisherige Organizer am Handy waren definitiv für meine Zwecke unbrauchbar, zu schlecht leserlich, zu wenig Möglichkeiten auch Dokumente zu verlinken, … etc. Nun mit einem Samsung Galaxy S3 und einem entsprechend großen Bildschirm und halbwegs vernünftige Screens wollte ich den Absprung schaffen, meine letzten 17 Jahre Leben, so lange lebe ich in der Palm OS Welt auf Outlook zu portieren.
Theoretisch sollte das leicht gehen, aber ging nicht. Die Synchronisationssoftware auf meinem Arbeitsplatzrechner, auf dem der Palm Desktop lief, weigerte sich auf das dort installierte Outlook 2003 zu synchronisieren, weil sie mich als Nutzer nicht akzeptierte. Ich gebe zu, dass an diesem Rechner im letzten Jahrzehnt ziemlich viel herumgedoktert, reinstalliert, synchronisiert und verbunden wurde. Dass da die Berechtigungsverwaltung konfus wurde, mag schon sein, jedenfalls war nix mit dem synchronisieren. Auf meinem aktuellen Laptop läuft Windows 8 (64 bit), weshalb schon der USB Treiber für den PALM nicht mehr funktioniert. Kein Problem, Dr. Google findet die neuseeländische Firma ACEECA (http://www.palminfocenter.com/news/10119/aceeca-releases-64bit-palm-os-hotsync-drivers/), die für ihren Nachbau PALM einen USB Treiber geschrieben hat, der auch auf 64bit Systemen funkt. (Als ich für diesen Blogeintrag den direkten Link checkte, wurde der Zugriff zwar verweigert, aber letzte Woche funktionierte er. Synchronisation mit Outlook war aber trotzdem nciht möglich … Somit hatte ich wenigsten eines aktuelle PALM Datei auf einem Windows 8 Rechner und musste diese nur noch ins Outlook 2010 bringen, das dort lief.
Dafür exisiteren eine Reihe von kostenpflichtigen Programmen, die zumindest in der Demoversion bei mir nicht funktionierten.
Da brachte mich Dr. Google zu http://www.palm2csv.com/, ein Kim Moser hat dort eine im Browser laufender Conversion der PALM Kalenderdatei in eine Outlook.CSV Datei geschrieben, die nach ein paar Einstellungen auch wirklich funktioniert …Siehe Dankschreiben: http://www.palm2csv.com/testimonials/  Schlimstenfalls hat er zwar jetzt eine Kopie meines digitalen Lebens, da aber im Kalender (Kontakte und Notizen lassen sich viel leichter portieren) weniger sensitive Informationen stehen, kann ich damit leben, hoffe ich.
Jetzt glaube ich mich am Ziel und musste nur noch Outlook mittels der SAMSUNG Software Kies auf mein Handy synchronisieren …. Zweit Tage und ein Dutzend Abstürze später gab ich auf und frequentierte wieder die Wehklagen in Dutzenden Online Foren.
Da wurde es bald klar, dass die meisten ihr Samsung Galaxy S3 nicht mit der von Samsung andauernd aktualisierten Software synchronisieren, weil das irgendwo zwischen schlecht und überhaupt-gar-nicht funktionierte. Man benützt die Freeware MyPhoneExplorer: http://www.fjsoft.at/de/

Mission accomplished – What have we learnt?

Was gestern funktionierte, funktioniert bald nicht mehr.

Wer sich und das digitale Abbild seine Existenz nicht regelmäßig an die aktuelle Hard- und Software anpasst, sollte sich warm anziehen.

Die Firma PALM ist vor Jahren in Konkurs gegangen und der Nachbesitzer HP hat sich aus der Sparte der PIM (Personal Information Manager) zurückgezogen. Weshalb große Konzerne nicht schaffen, dass die ihren Geräten beigelegte Software funktioniert (Ähnliches kann ich von Sony, Panasonic und Canon für den Bereich der Bildbearbeitung (Foto, Video) berichten) wird mir immer ein Rätsel bleiben.
Wir leben vom persönlichen Engagement einiger Freelance Programmierer und Googles Fähigkeiten, die entsprechenden Verweise aus den Nutzerforen zu filtern.

Und wenn der Akku ausfällt, … dann brauche ich meinen Zugangskcode für das Onlinebanking ohnehin nicht … Nur dann können Sie das auch nicht mehr lesen EOF

Harri Stojka

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Nach einem bombastischen Beginn

Harri Stojka (* 22. Juli 1957 in Wien) ist ein österreichischer Gitarrist, Komponist, Arrangeur, Bandleader und Sänger, der als einer der bedeutendsten österreichischen Jazz-Musiker der Gegenwart gilt.

findet sich auf Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Harri_Stojka) relativ wenig über ihn.

Etwas mehr Biografie findet sich auf seiner professionellen Homepage(http://www.harristojka.at/hs/), deren Design noch an sein Projekt aus 2005 erinnert (Garude Apsa (verborgene Tränen)). Neben einigen Soundbits aus seinen verschiedenen Schaffensperioden findet sich dort auch ein treffendes Zitat des unübertrefflichen Walter Richard Langer  über Harri Stojka: „Viel Bluesfeeling, immense gitarristische Technik, die mit soviel spielerischer Souveränität dargeboten wird, dass man sie fast für selbstverständlich nimmt.

Aktuell tourt er mit seinem Projekt Harri Stojka India Express, dessen Entstehung auch in einem der nettesten österreichischen Filme der letzten Jahre dokumentiert ist (Gypsy Spirit, Harri Stojka eine Reise
http://www.gypsyspirit.at/).
Stojka ist ein Rom der Lovara (http://romani.uni-graz.at/rombase/cgi-bin/art.cgi?src=data/ethn/groupsat/at-lov.de.xml) Gruppe, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Ungarn und der Slowakei ins heutige Österreich emigrierte (http://romani.uni-graz.at/rombase/cgi-bin/art.cgi?src=data/pers/stojkas.de.xml). Wie alle Roma wird vermutet, dass sie ursprünglich aus dem Norden Indiens Richtung Europa gewandert sind. Harris Suche nach seinen Wurzeln, die ihn mit dem Geiger Mosa Sisic 2010 nach Rajasthan führte hat der genannte Film festgehalten. Bei einem Wien-Besuch der indischen Musiker entstandein Album und nun tourt die Truppe mit dem Harri Stojka India Express (namentlich eine Homage an die frühere Stojka Formation Harri Stojka Express).

Das Bild zu diesem Eintrag entstand beim Konzert vom 22.2.2013.
Harri Stojka

Es gibt wenig Musiker mit einer derartigen Bandbreite. Bei einem legendären Konzert (HARRI STOJKA HISTORY) 2010 in der Szene Wien spielte er sich mit atemberaubendem Gefühl durch seine popigen, psychodelischen und rockigen Anfänge bis zum Gipsy Swing. Legendär seine Entschuldigung im ersten Teil des Konzerts, dass er seit über zehn Jahren keine E-Gitarre mehr in die Hand genommen habe, um darauf seine Finger über die Seiten fliegen zu lassen, als hätte er sein ganzes Leben nie etwasanderes gemacht als auf das Wah-Wah-Pedal getreten …

Mein erster Kontakt war eine Hommage der Hallucination Company (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=84460) an die 70er, wo Adam meinte, dass man selbstverständlich auch eine Nummer von Jimi Hendrix (dieser starb erst im Septembr 1970; Anmerkung also war das schon OK) im Programm hätte, die ein Gast, eben Harri Stojka geben würde …
Ich – großer Hendrix Fan (weshalb gibt’s den hier noch nicht im Herrgottswinkerl?)- dachte bei mir, dass sich da jemand einiges vorgenommen hätte, um dann mit offenem Mund einen Stojka (ich glaube mit) Voodoo Chile zu erleben …

Es gibt nur einen Punkt, über den ich mich mit ihm nie einigen werde können, zumal ich es auch nie ansprechen würde, weil ich weiß, wie sehr ihn das verletzen würde. Er hat gemeinsam mit dem Verein Gipsy Music Association die Foto-Aktion „Ich bin gegen das Wort Zigeuner“  ins Leben gerufen und dazu auch in Interviews mehrfach Stellung genommen: http://derstandard.at/1334796527881/Anti-Rassismus-Aktion-Das-Wort-Zigeuner-hat-mir-meine-Jugend-versaut

Ich kann ihn persönlich gut verstehen, glaube aber trotzdem nicht, dass das „Verbot“ des Wortes der richtige Weg ist, um mit der Diskriminierung der Volksgruppe richtig umzugehen …

Vergast wurde dieses Volk eben nicht als „Roma und Sinti“ sondern als „Zigeuner„, ebenso wie die verschleppten Afrikaner als „Neger“ und nicht als „was-auch-immer-aktuell-als-korrekt-empfunden-wird„.

Ich hielte es für beide, für uns und die diskriminierten Volksgruppen, ehrlicher aber auch heilsamer, wenn wir die Begriffe beibehalten würden aber ihren Kontext verändern …

Egal, dieser Gedankengang, so überzeugt ich von seiner Richtigkeit bin, ist offenbar für Harri Stojka zu verletzend, als dass er ihm folgen könnte. Gerade das wäre aber nicht im Sinne dieses Herrgottswinkels.

Deshalb:
Gestern wieder ein wunderschönes Konzert eines der begnadetsten  Künstler Österreichs erlebt, der immer wieder zeigt, dass es (zumindest in der Kunst) weder Nationen noch Völker noch Grenzen gibt, wenn wer wirklich gut ist …..  

Written by medicus58

23. Februar 2013 at 14:50

Pferd im Kärntner Würstel, OK, aber was hat das mit Radioaktivität zu tun?

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radioaktiv2
Nachdem der aktuelle Pferdefleisch-Skandal mit dem wir uns hier 2013  (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=87757) ca. ein Jahr nach dem Gammelfleischskandal aus 2011 (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=38730) beschäftigten, immer buntere Blüten treibt:

Jetzt haben sie sogar Pferd in Kärntner Würstel gefunden (http://orf.at/stories/2167743/2167745/) , na hoffentlich war es wenigstens aus Slowenien …. 

wundert mich, dass uns das alle noch so sehr wundert.

In Österreich weitgehend negiert, kommt es immer wieder zu medialen Berichten von radioaktiv verunreinigtem Stahl, der zuerst auf unseren Schrottplätzen und dann in unseren Höchhäusern, Autokarosserien und Kochtöpfen landet:

SACHSEN.DE – Strahlenschutz
Aktuelle Informationen zu mit Co – 60 kontaminierten Edelstählen aus Indien
http://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/strahlenschutz/16935.htm

SPIEGEL 2/2011
Strahlende Metalle aus aller Welt landen auf deutschen Schrottplätzen. 
http://www.spiegel.de/spiegel/a-745555.html 

Recyclingmagazin 2009
Radioaktiver Stahl aus Indien ist in Deutschland aufgetaucht
http://www.recyclingmagazin.de/rm/news_detail.asp?ID=10590&NS=1

Tagesspiegel 2004
In China wurde giftiges Cäsium versehentlich eingeschmolzen

http://www.tagesspiegel.de/politik/atommacht-ohne-kontrolle/492240.html 

Schön und gut, aber was hat das alles mit dem Fohlen in der Lasagne zu tun?

Die Warenströme in einer für das Kapital globalisierten Welt sind unkontrollierbar geworden.
Je mehr der Preis das ausschlaggebende Kriterium wird, desto besser ist es gar nicht so genau nachzufragen, wieso eine Ware so billig ist kann.

Ja un wer nun auf die Idee kommt, dass Pferdewürstel und radiaktiver Stahl auch noch etwas mit der Finanzkrise zu tun haben kann,

der kann hier weiterlesen:

Haben Sie die Revolution verpasst?
Die lautlose Diktatur des globalisierten und deregulierten Kapitals http://wp.me/p1kfuX-l1

Was haben billige Birnen mit den Pferden in der Lasagne zu tun?

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Birnen Billig

Europa vergeht der Appetit angesichts des aktuellen Skandals um Pferdefleisch in Conveniencespeisen, die eigentlich Rindfleisch versprachen.
Und wieder haben wir es ja eh schon seit 2011 gewusst, wie aktuell die Times (Zitat aus dem der Spiegel http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/pferdefleisch-skandal-britische-firma-warnte-schon-2011-vor-betrug-a-883907.html) aufdeckte, dass da betrogen wurde.
Nicht unlustig, dass ich auch hier auf diesem Blog mir Gedanken über die verschiedenen Lebensmittelskandale gemacht habe, als es den Deutschen vor ihrem Gammelfleisch grauste:
Ich verzichte http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=38730
pic

Dabei ist doch Ursachenforschung so einfach:
Aktuell ködert uns BILLA (aber natürlich könnte auch hier jede andere Kette stehen) mit
frisch geernteten Williams Birnen aus Argentinien zu 1,79 € das Kilo
Nach dem Tarifrechner der Österreichischen Post (http://www.post.at/tarifrechner.php), kostet die Beförderung eines
ein Kilogramm schweren Paket nach Argentinien: 21.80 €

Jetzt kommt sicher wieder jemand damit,
dass ja nicht jedes Kilo Birnen extra verschickt wurde,
dass es hier auch um Gegengeschäfte, Währungsparitäten, Lockangebote (-40%) und
was-weiss-der Teufel-noch-alles geht ….
und hat mit allem recht
und wird wie wir alle immer wieder mit Übelkeit kämpfen,
wenn sich ab und an nicht mehr verheimlichen läßt, was alles passiert, damit das alles möglich ist.

Patagonien hat übrigens auch große Pferdeherden
und Schluß

Written by medicus58

17. Februar 2013 at 19:10

30 Jahre braucht der KAV um ein Gesetz zu lesen – muss nun der Generaldirektor gehen?

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marhold_heute

Wir haben es hier schon einmal geschafft, den Abgang eines Stv. Generaldirektors im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) richtig vorherzusagen, als der ungeliebte Dr. Kobelmüller plötzlich nicht mehr verlängert wurde (Bombenstimmung im KAV http://wp.me/p1kfuX-w1) . Versuchen wir’s wieder, einige sich bedeckt haltenden, vielversprechende Nachfolger für den aktuellen Generaldirektor Marhold (http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wissen/mensch/144653_Neue-Fuehrung-fuer-den-KAV.html) hätten wir ja.
Der rezent aufgetretene und einige Stunden lang anhaltende Totalausfall der EDV aller KAV Spitäler kann man ihm schlecht anhängen, aber der aktuelle Wirbel um das
Arbeitsruhegesetz wär naturgemäß dafür geeignet den Generaldirektor los zu werden, der seinen Aufstieg natürlich nicht seiner Herkunft aus der Gewerkschaft verdankt …

Aber zuerst einmal zur Erklärung:

Die Arbeitszeit der Ärzte wird vom KA-AZG 1997, das durch geeignete Ausnahmen „praxistauglich“ gemacht wurde und dem ARG 1983 geregelt.
Blöd ist nur, dass das Arbeitszeitruhegesetz (Jeder hat Anspruch auf ununterbrochene Ruhezeit von 36 Stunden pro Kalenderwoche)
diese Ausnahmeregelungen nicht kennt und
auch die öffentliche Hand (im Gegensatz zum KA-AZG) für seine Einhaltung haftet und
man 30 Jahre (bzw. einen Kontrollamtsbericht http://www.kontrollamt.wien.at/ausschuss/03/03-11-KA-II-KAV-5-12.pdf) benötigte,
um draufzukommen.

Vereinfacht heißt das nun, dass ein Arzt, der einen Wochenenddienst (entweder den ganzen Samstag oder häufiger von Sa 8:00 bis Mo 9:00) ableistet in der vorangegangenen Woche einen ganzen Tag freibekommen MUSS.

Viel ließe sich nun zu den Ärztedienstzeiten in den Spitälern sagen …

Ich kann mich noch gut an die Überraschung meines Vaters (kein Arzt aber lange Betriebsrat) erinnern, als ich ihm als junger Assistentsarzt der Klinik mitteilte, dass „ich habe morgen Dienst“, nicht heißt, dass ich morgen, so wie er, „in die Arbeit gehen werde“, sondern bis übermorgen 19:00 nicht mehr daheim sein werde …

Auch, das Phänomen, dass niemand hinterfragt, das ein Feuerwehrmann natürlich auch in den Nächten, in denen es nicht brennt, voll bezahlt wird, während der Ärztenachtdienst ein komplexes Geflecht aus Arbeitszeit, Ruhezeit, die aber jederzeit durch einen Notfall unterbrochen werden kann und anderen Sonderlichkeiten darstellt, nur damit sich das gesetzlich irgendwie ausgeht, damit die Dienstgeberin weniger Geld benötigt und die Spitalsärzte sich nachmittags in ihrer Ordination oder im Ärztenotdienst etwas dazuverdienen können. Nicht weil sie so geldgierig sind, sondern weil ihre Leistung so schlecht bezahlt wird.
Das mit diesen Nebenbeschäftigungen die Arbeitsgesetze noch viel mehr umgangen werden, das will ohnehin niemand so genau wissen.
Es könnte dann der Turnusarzt nicht mehr 8 Nachtdienste im Monat „schieben“ und würde sich fragen, weshalb sein Gehalt für den Grunddienst so mickrig ist.

Fragen über Fragen, die alle beantwortet wären, wenn man den Generaldirektor Marhold austauscht.

Dass es mir hier wenig um die Person geht, wissen Leser dieses Blogs wohl ohnehin: 
Nebelgranaten mit Steuergeld im Gesundheitssystem oder wie uns Gen.Dir. Marhold mit unserem Geld die Welt erklärt
http://wp.me/p1kfuX-1h
Gangbetten gibt’s net
http://wp.me/p1kfuX-fC
Reform=Stillschweigen zur Errichtung eines Potemkinschen Dorfes
http://wp.me/p1kfuX-8V

Auch die nun losbrechenden Mailorgien von Ärztekammer ( http://www2.aekwien.at/news_p.py?Page=1&id_news=8052), Gewerkschaft (die einer Zwischenlösung bis 31.7.2013 zugestimmt hat, was nun aber anders klingt) und Kollegialen Führungen sind mir egal.
Dass die klinisch tätigen Ärzte mit dem Problem allein gelassen werden sollen (Lösung ab 1.3.2013 gefordert !) macht die Arbeit nicht gerade leichter …
Der Gedanke, dass sich da ein paar freuen weil das alles gerade jetzt auch losbricht, weil man damit Personalschacher betreiben kann ist beängstigend.

Mein Mitleid mit Marhold hält sich in Grenzen:
Als er und die damalige Führungsriege 2004 Eugen Hauke nachfolgte, wusste jeder, dass der KAV mit den vorhandenen Geldreserven bis zum nächsten Budget nicht auskommen wurde.
Vorausgehende Aussagen der Gesundheitsstadträtin Pittermann kosteten schon der ihr Amt. Trotzem versicherte Marhold den Medien eloquent, dass alles in bester Ordnung wäre …. 
 

Written by medicus58

16. Februar 2013 at 20:44

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