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Grandios gescheitert oder einfach gescheiter: Reinhard Gerer

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Man kann mit guten Gründen am Verstand eines Menschen zweifeln, der Mitte der 80er Jahre für ein Menü umgerechnet fast  70 € bezahlte und damit nicht einmal noch die Weinbegleitung bezahlt hat, aber zu seinen Spleens muß man stehen.
Soweit es die Finanzen eines unterbezahlten Universitätsassistenten zuließen, also maximal einmal im Jahr, erlebte ich im Restaurant Korso im Wiener Hotel Bristol den „Aufstieg“ des Reinhard Gerer (http://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Gerer ) lang bevor er vom Guide Michelin bis zu drei Sterne und 1993 vom Restaurantführer Gault Millau zum Koch des Jahres geadelt wurde.
Ob er noch für die köstliche Hummersuppe im Restaurant „Prinz Eugen“ verantwortlich war, als dieses Etablissement von Werner Matt angeführt wurde, weiß ich natürlich nicht, aber an sein himmlisches Champagner-Aspik um die Gänseleber, das er im Korso hinstellte, kann ich mich bis heute erinnern. Jedes Würfelchen des Gelees zauberte den Eindruck eines vollmundigen Schlucks eines Jahrgangschampagners auf den Gaumen.
Fragen Sie mich nicht wie viele Flaschen Sekt ich in Aspik verschwendete ohne nur annähernd diesen Effekt nachahmen zu können …
Unvergesslich auch sein Rotkraut, das so süß, so kräftig, so „rotweinig“ war, wie es sich bis heute keiner der „jungen Wilden“ trauen würde.
OK, sein vielgerühmtes Rieslingsbeuscherl war mir zu brav, aber ein Trüffelmenü, das ich mir selbst (und meiner Begleitung) zu meinem Geburtstag schenkte bleibt bis heute für mich der Gipfel kulinarischer Dekadenz.
Im Gegensatz zu manch anderen Genusstempeln, sorgte die über Jahre personell weitgehend unveränderte „Kellnertruppe“ für eine Wienerische Erdung:

In lokaltypischer Art wurde die Tageskarte bis zur dritten Zeile vorgelesen, um sich danach selbst zu unterbrechen und verschmitzt hinzuzufügen: Lesen können’s ja a selber, aber „der Gerer“ hat da noch …. was nicht auf der Karte steht …

Zum Jungspund, der sich (das waren noch Zeiten !!) pardout weigerte wenigstens ein Sakko zu tragen: „Darf ich dem jungen Hern eines meiner Jackets borgen?“

Und nicht zuletzt der unbezahlbare Eindrucks auf die Begleitung, wenn man (trotz des seltenen Besuchs) sofort wiedererkannt wurde.

Kurz und gut, ich verdankte Reinhard Gerers Korso einige der erfreulichsten kulinarischen Augenblicke, die ich jemals vor dem nachfolgenden Schrecken über die Rechnung erleben durfte.

Den Niedergang des Lokals (http://www.oe24.at/lifestyle/Gault-Millau-Drama-um-Starkoch-Gerer/193420) habe ich, da ich die diskreten Vorzeichen verspürte, nicht vor Ort miterlebt.
Als Gerer bei seinem Abgang 2008 verkündete, dass er plane ein richtiges Wirtshaus führen zu wollen, er der vor seinen Höhenflügen das Wiener Schnitzel in der Bierinsel im Wiener Prater „herausgebacken“ hat, schien das alles irgendwie aufgesetzt (http://derstandard.at/3411123). Andererseits gefiel mir in all seinen Kochbüchern gerade die Anweisung zunm Wiener Schnitzel immer am besten: Es müsse außen so fettfrei serviert werden, dass man sich auch draufsetzten können muss, ohne dass nachher die Hose einen Fettfleck hätte.
Die Eventgastronomie des Palazzo (https://www.wien.gv.at/vadb/internet/AdvPrSrv.asp?Layout=VAErgebnis_neu&Type=K&ID=301738&return) in das sich Gerer vor zehn Jahren  (wie schon sein Lehrer Witzigmann in Deutschland) eingekauft hat, ist auch nicht so das meine und über die Eröffnung seines 2009 von der Stadt Wien gepachteten „Ausflugsgasthauses Magdalenenberg“ (http://www.reinhard-gerer.at/), habe ich auch nur in der Zeitung gelesen. Die Kritiken schienen durchwachsen …

Kürzlich ergab sich jedoch mein erster Besuch und im ersten Augenblick staunte ich nicht schlecht, „den Meister persönlich“ dort in der kleinen Küche in den Töpfen rühren zu sehen. Alt schaute er aus, aber na ja, die Herrentoilette hatte auch einen Spiegel über dem Handwaschbecken.

Das Brot im Brotkörberl war sensationell gut (OK, nicht der Brotwagen der Meierei im Stadtpark ….nur zwei Sorten, aber frisch, knackig, so wie es sich gehört.
Die jahreszeitentypische Kürbissuppe war so kräftig, dass sie auch als Gulaschsuppe durchgehen konnte.
Im Gulasch vom Alpenochsen befand sich das seit langem beste Stück Rind, das ich in einem Wiener Wirtshaus vorgesetzt bekommen habe und in der „Sarde süßsauer – eine venezianische Verführung“ blitzte fast soetwas wie die alte Exotik auf.
Natürlich kein Vergleich zu seinem „Butterfisch auf Glasnudelsalat„, den er im Korso immer wieder als Amuse gueule servierte -vermute mal, da das außer seine japanischen Gäste ohnehin keiner als reguläre Vorspeise bestellte – ein Butterfisch von einer Qualität, die ich außer in Japan und im Korso nirgends wieder genießen konnte und kein Vergleich mit dem glasig, wässrigen Dingern in heimischen Sushi Bars.‘

Keine Frage, das Essen war im Magdalenenhof sehr befriedigend mit kleinen Auslenkern zum erstaunlich Guten, nur stellte ich mir später vor den Resten des gesprengten Sender Bisamberg (http://de.wikipedia.org/wiki/Sender_Bisamberg ; Bild) die Frage, ob Reinhard Gerer als Koch grandios gescheitert ist, weil er hier oben kocht, oder ob er, wie viele seiner Berufskollegen nur einfach gescheiter geworden ist, einfach erkannt hat, dass es am Ende darauf ankommt, dass Essen gut sein muss.

Wir denken an einen von Gerers Lehrmeistern, den genialen Eckart Witzigmann (http://de.wikipedia.org/wiki/Eckart_Witzigmann), den Koch des Jahrhunderts, der seit einer Verurteilung wegen Kokainhandels primär publizistisch und beratend tätig ist.

Wir denken an einen anderen von Gerers Lehrern, den Werner Matt, der mit seinem „Prinz Eugen“ den ersten Michelin-Stern nach Österreich geholt hat und was er über die jetzige „Hochküche“ denkt: Es gibt keinen Luxus mehr. Und dass auch er einen der „Aussteiger“ versteht: Ich verstehe Christian Petz. Und ich finde es ganz toll, was er gemacht hat, und dass er sich traut. Er hat mir gesagt, er wollte von keinen Hauben etwas wissen, er war ganz überrascht, als er sie bekam.
http://diepresse.com/home/leben/ausgehen/734651/Werner-Matt_Es-gibt-keinen-Luxus-mehr

Die Wiederbegnung mit Reinhard Gerer hat mich sehr berührt, obwohl ich nie ein Wort mit ihm gewechselt habe, aber „er hat früher für mich gekocht“ und das vergesse ich ihm nie.

Der Anblick des gefallenen Sendemastes passte da dazu. Der Sender Bisamberg war ein Mittelwellensender und wir sehen und hören, wie es uns täglich die GIS einbleut „ja mit allem Möglichen„, (UKW, Kabel, DigitalTV, WLAN, …) nur halt nicht mehr so sehr auf Mittelwelle.
Nur, seien wir uns gegenüber doch ehrlich, was für uns wirklich zählt ist nicht das Trägermedium, das Schäumchen, das Stäubchen, die Stickstoffflaschen der Molekularküche ….
Was zählt ist, dass das was auf den Tisch (in den Lautsprecher oder auf den Bildschirm) kommt handwerklich gut gemacht ist und schmeckt …

Ich werde wieder einmal im Magdalenenhof vorbeischauen ….

Written by medicus58

11. Oktober 2012 at 20:12

Es ist wieder Frühling حل الربيع

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Das Leben des Pessimisten ist scheinbar leicht: Er hat fast immer Recht!

Es ist wieder Frühling in Arabien (das für diesen Begriff weit über seine geografischen Grenzen definiert wurde) und man blickt zurück, was aus der angeblich Twitter- und Facebook-gepowerten Revolution geworden ist:

Vor einem Jahr ritt mich schon der Pessimismus
als ich am 4.2.2011 eine Prophezeihung abgab
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=34235
mich am 13.2. fragte, wer wohl in Ägypten gesiegt hätte
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=34374
am 21.2. hinterfragte ob die Triebfeder der Umstürze nicht viel mehr die westliche Wirtschaftskrise als der autochtone Wille zur Demokratie wäre
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=34574
und am 10.5. bemerkte, dass in Libyen die NATO mit dem Segen der UNO hinschiesst, wo sie Gaddafi vermutet (http://derstandard.at/1304551428559/Laut-Augenzeugen-NATO-griff-wieder-Unterkunft-Gaddafis-an) und in Syrien das Regime auf alles schiesst was sich bewegt (http://www.fr-online.de/politik/spezials/aufruhr-in-arabien/syrien-glaubt-schon-an-das-ende-des-aufstands/-/7151782/8430364/-/index.html).

Eine Reihe der – auch vom Ausland aus massiv unterstützten (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=34631) „Führer“ sind abgesetzt oder getötet worden und auch mein Ratespiel „Who’s next“
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=34630 habe ich nach dem Abgang der europäischen Bunga-Bunga Variante eines undemokratischen Duce gewonnen.

Blicken wir nun erneut in die Region (und das kann nur schlaglichtartig sein, denn es „brennt“ an zu vielen Orten gleichzeitig, die Interessen des Auslandes sind in den einzelnen Ländern zu unterschiedlich) dann verfestigt sich das Mißtrauen, dass es

a) zu einer Verfestigung der Demokratie gekommen wäre,
b) andere als mehr oder weniger religiös motivierte Gruppen die Oberhand gewonnen haben und
c) die Länder meilenweit von der angestrebeten Stabilität entfert sind:

Libyien:
Unzufriedene Revolutionäre verlangen Geld von der Übergangsregierung, diese spricht von Korruption (engl.)
http://youtube.googleapis.com/v/78OjmtTiveo

Ägypten:
Auseinandersetzungen zwischen den Muslimbrüdern und Vertretern der Mubarak-Ära im Zusammenhang mit den kommenden Präsidentschaftswahlen (engl.)

http://youtube.googleapis.com/v/78OjmtTiveo

Jemen:: 100e Tote bei Gefechten mit al-Qaida
http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/747455/Jemen_Ueber-40-Tote-bei-Gefechten-mit-alQaida?

Frankfurter Rundschau: Aus dem arabischen wird ein islamischer Frühling
http://www.fr-online.de/aufruhr-in-arabien/interview-aus-dem-arabischen-wird-ein-islamischer-fruehling,7151782,14813080.html

Greenpeace: Folgen des Arabischen Frühlings: Afrikas Islamisten in der Offensive
http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=55&tx_ttnews%5Btt_news%5D=135701&cHash=9bb62eb0216b424a16e12677cd39a991

Die Presse vermutet einen Zusammenhang zwischen den Umstürzen und dem Ölpreis:
http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/741971/Der-Preis-des-Arabischen-Fruehlings_Teureres-Oel?_vl_backlink=/home/wirtschaft/international/index.do
Die Petro-Staaten haben im Gefolge des Arabischen Frühlings versucht, ihre Bürger mit verbesserten Sozialleistungen zufriedenzustellen. Doch diese erhöhten Ausgaben belasten die Budgets der Ölförderländer. Die Lösung der Budgetmisere liegt in einem höheren Ölpreis. Saudiarabien peilt zwar nach öffentlichen Aussagen einen Ölpreis um die 100 Dollar an, wird aber ab 2015 einen Ölpreis von 110 Dollar brauchen, um ein ausgeglichenes Budget vorlegen zu können.

Gudrun Harrer hat die Ausgangslage der Probleme auf den Punkt gebracht: Autoritäre Regime produzieren Extremisten – und halten sie gleichzeitig in Schach
http://derstandard.at/1333528398202/Die-Stunde-der-Islamisten?

aber im Gegensatz zu mir, scheint sie auf Optimismus zu setzen:

Es stimmt schon, was zu Beginn der Revolten gebetsmühlenartig wiederholt wurde, nämlich, dass bei den Demonstrationen nicht die Scharia, sondern Freiheit und Würde verlangt wurden. Daraus die Absage der Menschen an islamistische Parteien abzulesen war jedoch kühn. Sie sollten bei freien Wahlen nach dem Umsturz ausgerechnet das wählen, wofür ihre gestürzten Regime gestanden waren – Repression der Religion und an den US-Wünschen orientierte Sicherheits-, Außen und Wirtschaftspolitik?

Als in Algerien 1991 die Islamisten die Wahlen zu gewinnen drohten, wurde die Uhr in der Region durch einen Putsch angehalten – jetzt läuft sie weiter. Die gefürchteten Muslimbrüder sind inzwischen bürgerlich geworden, “ moderat-islamisch“, wie sie medial heißen. Das Wort „Salafist“ hingegen ist aus dem Experten- in den normalen Sprachgebrauch gewandert. Es wird auch wieder verschwinden – historisch wird es einmal ein postrevolutionäres Phänomen gewesen sein -, aber das wird noch dauern.

Wie heißt es so schön im anglikanischen Raum: STAY TUNED

Written by medicus58

14. April 2012 at 09:38

Veröffentlicht in Allgemein, Rückblick

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21.12.2011: Florian Pilz gegen Peter Klenk

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Weitgehend unbemerkt vom Skandalgetriebe der Republik verhaken sich derzeit zwei ihrer erfolgreichsten Aufdecker in einen nur schwer verständlichen Privatkrieg.

Peter Pilz (www.peterpilz.at) Grünabgeordneter, Buchautor und politisches Enfant terrible der seit Jahrzehnten Wiener Bauskandale, Kurdenmorde und Eurofighter beleuchtet und -allein dies ist ein gewisser Beweis seiner Integrität – trotz Millionenklagen seiner Gegner in keinem relevanten Punkt der Lüge überführt bzw. verurteilt wurde, besteht auf einer parlamentarischen Untersuchung der staatsanwältlicher Handlungen in der Affäre Kampusch und spricht von 1. die Vertuschung: Wie die ÖVP-Beamten und Kabinettssekretäre nach der Selbstbefreiung von Kampusch alle Fehler vertuscht und alle Mitwisser mundtot gemacht haben; 2. die Entführung: die Vorgeschichte – wie Sonderkommissionen der Polizei von 1998 bis 2006 der Aufklärung verpfuscht haben; 3. die Abwürgung: wie die Untersuchung der Affäre „Kampusch“ von 2006 bis heute in Parlament und Justiz manipuliert und abgewürgt worden ist.

http://www.peterpilz.at/die-affaere-kampusch-1.htm?PHPSESSID=840aae48ba0b4fbcdc5208be8e24c940

Florian Klenk (www.florianklenk.com) preisüberhäufter Aufdeckungsjournalist beim Falter, studierter Jurist und u.a. Mastermind der Veröffentlichung der „Wos woar mei Leistung“ Abhörprotokolle, stellt sich vor die Staatsanwaltschaft und wirft Peter Pilz und der FPÖ vor, mit einem Untersuchungsausschuss nur ploitisches Kleingeld wechseln zu wollen.
http://www.florianklenk.com/2011/12/06/das-kampusch-komplott/

Nur der Vollständigkeit halber soll darauf hingewiesen werden, dass andere Persönlichkeiten, wie die pensionierten Höchstgerichtspräsidenten Johann Rzeszut (Oberster Gerichsthof) und Ludwig Adamovich (VfGH) seit Jahren massive Zweifel an der „offiziellen Sicht“ der Affäre äußern und sogar gerichtliche Verurteilungen auf sich nahmen.

Mein persönliches Interesse am „Fall Kampusch“ ist, da ich noch immer hoffe, dass es sich um einen extremen Einzefall handelt, nahezu Null.
Es ist aber was faul im Staate, wenn Menschen, die sich beweisbar um die rechtliche Sauberkeit der Gesellschaft bemühen, zu keiner zumindest ansatzweisen gemeinsamen Sicht der Vorgänge kommen können. OK, beim Februar 34 haben wir das in Österreich auch noch nicht geschafft, aber zumindest die Fakten werden von den meisten anerkannt.

Es entspricht meiner tiefen Überzeugnis, dass Derartiges nur durch zwei mögliche Ursachen erklärt werden kann:

1.)  Entweder ein gravierendes Mißverhältnis in die Dateneinsicht oder

2.) ein gravierender, aber Dritten gegenüber nicht bekannter, Konflikt in einem ganz anderen Bereich.

Liest man die Hompages von Pilz und Klenk, könnte man mit Klenk glauben, dass es zwischen den beiden um die unterschiedliche Einschätzung der „Tierschützer-Prozesse“ bzw. „Klenks Abhängigkeit von Informationen aus der Staatsanwaltschaft“ geht, aber das erklärt wohl kaum die Persistenz der beiden „Alten“ (Rzeszut, Adamovich).

Viel schrecklicher als die Vorstellung was Frau Kampusch angetan wurde, ist die Befürchtung, dass die versteckten Bruchlinien unseres Staates inzwischen Personen entzweien, die eigentlich auf der selben Seite stehen.
Freuen wird das nur diejenigen, die definitiv auf der anderen Seite stehen, im Satanswinkerl: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33473

Written by medicus58

24. Februar 2012 at 18:41

14.8.2011: Natürlich kann mein Foto

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der köstlichen Beobachtung auf: http://denkmoment.meinblog.at/?blogId=40208 nicht das Wasser reichen, aber zum Thema „kann uns der Supermarkt zu denken geben“ reicht es hoffentlich.

Samstag vor einer Woche: Billa im Gerngross, Wien Mariahilf

Seit Jahren wird dort mit einer scheinbaren Videothek der Eindruck erweckt, hier gäbe es, abseits des Wein-Mainstream im Regal, die wirklich edlen Tropfen.

Ich weiß ja nicht, wie die Maresi dort ins Weinkisterln gekommen ist. Ob ein Blick ins Börserl dem eiligen Einkäufer signalisierte, dass sich dieser Einkauf nun nimmer ausgeht, ob es ein Schelm der Anonymen Alkoholiker war, oder es die Rache eines Mitarbeiters für die schlechte Bezahlung war, einerlei: unter den „Reservas“, war sie thematisch nichteinmal so fehlgereiht. Der Eindruck der Luxusware Wein war weg, mir zauberte es ein Lächeln ins Gesicht und mein Blog für heute war gerettet ….

Written by medicus58

24. Februar 2012 at 18:38

Veröffentlicht in Rückblick

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17.6.2011: Gott sei Dank Google

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Als ich so in ein paar blogs geschmöckert habe (nicht hier auf „meinblog“ sondern auf einem anderen Server), da stolperte ich über diese Google Anzeigen.

Die Werbeeinschaltungen sind in der Regel vom Kontext abhängig. Da es in dem Beitrag um Zionismus und Antisemitismus ging, sind die ersten beiden Einschaltung ja irgendwie erklärlich.

Den Konnex zur dritten Anzeige möchte ich gar nicht hinterfragen.

Und das Institut gibt’s wirklich als „Medizinisches Versorgungszentrum München„, also wer’s braucht ….

Da lobe ich mir doch dieses Portal …

Über ähnliche unfreiwillige Komik der kontextsensitiven Werbung vergleiche auch: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32139

Written by medicus58

24. Februar 2012 at 18:36

9.6.2011: KLIMA-WANDEL

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Gestern hat es in Wien geregnet: http://www.wetter.at/wetter/news/Regen-und-teils-heftige-Gewitter/30278197

Im Mai 2010, war es aber auch schon so: http://wien.orf.at/stories/442743/

Ich weiß noch, wie ich in den frühen 80er Jahren erstmals in Indien erlebt habe, wie innerhalb weniger Minuten das Wasser zentimenterhoch stehen konnte: MONSUN

Die Kanäle konnten die Wassermassen nicht fassen. Der Verkehr kam völlig zum Stillstand. Selbst die Pferdefuhrwerke kamen nicht weiter.
Das war für mich damals neu, daheim habe ich sowas nicht erlebt. Heute erleben wir das in Wien.

Massive Regenfälle, kurz danach wieder blauer Himmel … anders als das sprichwörtlich instabile „April-Wetter“ der alten Kinderlieder.

Meteorologisch möglichwerweise völlig daneben, gefühlt heißt das aber für mich:
Subtropisches Klima in Wien

Written by medicus58

24. Februar 2012 at 18:34

2.6.2011: Das vorige Jahrhundert

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Wie vermutlich die meisten Leser stamme auch ich aus dem vorigen Jahrhundert.

Trotzdem, oder vielleicht deshalb, weil es mir über Jahrzehnte eingebleut wurde, war das 20. Jahrhundert zum Synonym für die Moderne geworden. Der Versuch irgendwann danach den Begriff der Postmoderne einzuführen, fand ich immer etwas lächerlich.
In der Kunst war das 20. Jahrhundert für viele ein Synonym für Schockierendes und Abstossendes, und seine Ausstellung im Museum des 20. Jahrhunderts, gleich neben dem Südbahnhof, verursachte manchem Unbehagen.

Seit 2002 ist das 20er Haus geschlossen und seit Monaten ist der Bereich des Bahnhofs eine Riesenbaustelle, eigentlich eine G’stettn.

http://de.wikipedia.org/wiki/20er_Haus

Erst vor kurzem bemerkte ich, dass das alte Hinweisschild noch an der Kreuzung Gürtel/Arsenalstrasse hängt.

Was sagt es uns?
Das 20.Jahrhundert ist offenkundig vorbei und modern wirkt das kaum mehr.

DAS SCHILD IST INZWISCHEN ABMONTIERT WORDEN, WEIL DAS MUSEUM INZWISCHEN ALS MUSEUM DES 21. JAHRHUNDERTS ERÖFFNET WURDE (Stand Februar 2012)

Written by medicus58

24. Februar 2012 at 18:31

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