Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for November 2013

Wäre ich Künstler, wär ich’s nimmer

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Heute, Freitag abends, Theater in der Drachengasse:
Oder nicht sein, Joshua Sobols neuestes Stück in einer dichten Inszenierung von vier Schauspielern mit großer Spiellust und mitreißendender Spielfreude dargebracht …

VOR WENIGER ALS 20 ZUSCHAUERN!

an den Eintrittspreisen kann es wohl kaum gelegen haben (max. 18 €) …

an den bisherigen Produktionen wohl auch nicht, seit Jahren wurde ich an diesem Standort noch nie enttäuscht …

am Autor wohl auch nicht, zu Sobols „Alma Mahler“ pilgern ja auch genug,  aber dort wird gevögelt und danach gibt’s was zu beißen …

Wär ich Dichter, Regisseur oder Schauspieler (zwei der Jobs habe ich mir wirklich mal überlegt)
ich würde mich freiwillig in die Medizin umschulen lassen ….
auch dort scheißt sich keiner darum, ob man Qualität liefert, nur kommen mehr als 20 Leute zu dir …

Written by medicus58

29. November 2013 at 23:49

Deshalb brennen noch wir und nicht die Paläste, pardon Unis.

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Krems 

Natürlich bestimmt, wie hier schon öfters festgestellt (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33160) die Position des Sprechenden seine Haltung zur Lage der medizinischen Universitäten.

Auch dass die Med-Unis eine beliebte Spielwiese von Provinzpolitikersind (http://wp.me/p1kfuX-l5) darf als sattsam bekannt vorausgesetzt zu werden.

Auch wie diese Inflationierung der Wissenschaft vom Plagiat über dieMeduni OÖ zu gesellschaftlichen Seilschaften führt, hat uns hier (http://wp.me/p1kfuX-A4) schon beschäftigt.

Auch wenn die Ärzteausbildung aktuell eine enorme Baustelle darstellt (Das Chaos der Ärzteausbildung http://wp.me/p1kfuX-GQ;Ärzteausbildung revisited oder leckt’s mich am 15ahttp://wp.me/p1kfuX-IC) verwirklichen sich unsere Politiker auch so gerne mit neuen Medunis, weil wir dafür ohnehin nicht nur über die sehr hohe Steuerquote brennen (für nicht Wiener = bezahlen) sondern zusätzlich auch aus unserem Privatportemonnaie dazuzahlen.

An Erwin Prölls Prestigeobjekt, nein nicht die Eliteuni Guggingsondern die Landsteiner Privatuniversität in Krems werdenStudiengebühren von bis zu 14.000 Euro erwartet, wie der Standard berichtet (http://derstandard.at/1385169166321/Krems-Landsteiner-Privatuni-akkreditiert).

Wieso Lehrgänge in „Neurorehabilitationswissenschaften“, sowie „Psychotherapie- und Beratungswissenschaften“ laut Pröll die „Nahversorgung im Gesundheitswesen“ verbessern sollen, bleibt zwar unklar, klingt aber gut und hat in Linz ja auch funktioniert …

Klar winkt der Landesvater mit üppigen Stipendien für die Landeskinder, aber (siehe die zunehmende Finanzierungslücke der FastHochschulen =Fachhochschulen) wie das nach der „Anschubfinanzierung“ in einigen Jahren weitergeht, weiß man natürlich noch nicht.

Und wieder ein Schritt in Richtung eines medizinischen Jodeldiploms
(http://youtu.be/zNRSp9M3b0g), den wir uns zahlen müssen, damit die gesellschaftspolitische Schimäre einer zunehmenden akademischen Elite, die wir unserer Politik zu verdanken haben, aufrecht erhalten bleibt….
oder mit anderen Worten, keiner hinterfragt was man denn mit all den Qualifikationen, Doktorrollen und schönen Namenszusätzen denn anfangen werden.

Auf dem Klavier unserer Eitelkeiten lässt sich trefflich spielen.

Wir zahlen gerne zusätzlich für die hohlen Versprechungen der Politik, statt dass wir für die bereits zu leistenden Abgaben etwas fordern.

Deshalb brennen noch wir und nicht die Paläste, pardon Unis.

Written by medicus58

29. November 2013 at 07:28

Wien entledigt sich der Unbequemen an der Front

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Kav

Kürzlich habe ich hier unter Weg mit den Primarii! (http://wp.me/p1kfuX-HX) darauf hingewiesen, dass seit Jahren der Trend dahin geht, die (in sehr bescheidenem Rahmen) eigenständigen ärztlichen Abteilungsleiter zu demontieren und mich keiner Illusion darüber hingegeben, dass die allgemeine Trauer darüber ihre Grenzen haben wird.
Auch in Wien hat dieser Trend – insbesondere bei den „kleinen Fächern“ schon vor über einem Jahrzehnt eingesetzt, als z.B. vakant gewordene Primariate nur supplierend durch ehemalige Oberärzte weitergeführt wurden. Intensive Versuche der Zusammenlegung mit anderen Abteilungen, schließlich findet sich immer ein Eitler, der sich so die Klassegelder mehrer Abteilungen zu sichern glaubt und weniger an der aktiven Mitarbeit im eigenen Team als am Antechambrieren bei den politischen Entscheidungsträgern interessiert ist. Wer sich erfolgreich von der Beschäftigung mit den lästigen Details der Ebene freimacht, genießt das „Master-of-the- Universe-Feeling“ des Machers, wie es Michael Douglas so eindrucksvoll in Wallstreet 1 vorgeführt hat; zwar mit letztendlich doch weniger Knete aber nicht minderem Größenwahn.

Die auf den niedergelassenen Bereich fokusierte Ärztekammer hat erst vor etwa 2 Jahren den Trend begriffen (Spitalsreform: Ärztekammer strikt gegen Mehrfachprimariate http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110406_OTS0150/spitalsreform-aerztekammer-strikt-gegen-mehrfachprimariate). Wie nicht anders so erwarten, war auch von juirostoscher Seite nicht mehr als Gemeinplätze dazu zu hören: „Die Übernahme zweier oder mehrerer Primariate ist nur dann zulässig, wenn die mit der Abteilungsführung verbundenen Verpflichtungen von ein und derselben Person auch tatsächlich wahrgenommen werden können“, informiert Univ.-Prof. Dr. Helmut Ofner, LL.M., von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Uni Wien.

(http://www.medmedia.at/starkere-mitsprache-fur-leitende-krankenhausarzte-osterreichs/ )

Während entsprechende Entwicklungen in anderen Bundesländern (NÖ, Steiermark!) schon weit fortgeschritten sind, geht nun auch Wien, im Zuge der Umstrukturierung des KAV deutlich diesen Weg.

Als Gesundheitsstadträtin Wehsely am 17.3.2011 ihr Wiener Spitalskonzept 2030 präsentierte (http://www.wien.gv.at/gesundheit-soziales/spitalskonzept.html), war das das alles noch unter den Nebelbänken von „Schwerpunktbildung“ versteckt, vermutlich politisch auch noch gar nicht explizit beabsichtigt, nun geht es aber plötzlich völlig eindeutig in die Richtung:

Jeweils zwei Spitäler (WIL+KHL, KFJ+RUD, DSP+KHN) werden organisatorisch zunehmend als eine Einheit gesehen und sollen zentral gesteuert werden.

Es ist absehbar, dass das das Ende der lokalen Kollegialen Führungen (Ärztliche, Verwaltungs-, Pflege- und technische Direktion) bedeutet. Unter dem Titel der Schwerpunktbildungen werden zum Teil rezent für nicht gerade wenig Geld Großgeräte nicht weiterbetrieben oder zwischen zwei Häusern „geteilt“. Gleichnamige Abteilungen werden vermutlich so lange in Mehrfachprimariate übergeführt, bis man zum Schluss nur noch einen „Primar“ rauswerfen muss, um endlich vor Ort nur mehr einem Heer von „medizinischen Arbeitern“ zu haben, die mit den zugeordneten Produktionsmitteln den Anschein einer Prozess- und Ergebnisqualität aufrecht erhalten müssen. Einsprüche von unten sind dann endgültig eliminiert, zumal das „gestrige Modell eines lokalen Chefs“ den hochfliegenden Managementplänen eloquenter Manager nicht mehr in die Suppe spucken mag. Die Entsolidarisierung des Ärztestandes ist auch schon so hoch, dass kaum zu befürchten ist, dass es zu einem akkordierten Widerstand kommen wird. Selbst die ungleich besser organisierte Pflege schaut derzeit mehr oder weniger untätig zu, wie auch an ihrer ehemals unangreifbaren Eigenständigkeit gesägt wird.
Im Prinzip kann man ja jede Organisation sowohl zentral als auch dezentral strukturieren. Mir scheint aber, dass nun die gesamte Entscheidungsgewalt zentralisiert und die Verantwortung an die Front dezentralisiert wird.

Written by medicus58

28. November 2013 at 18:37

Was sagt uns Diskrepanz zwischen erzielbarem Einkommen und Therapiekosten?

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Malignom

Gegenrechnungen im Pensionssystem haben bislang noch niemanden wirklich aufgeschreckt, dass wir weniger Jahre erwerbstätig und abgabenpflichtig sind, als wir uns Zuwendungen aus dem Sozial- und Pensionssystem wird von den politischen Entscheidungsträgern noch kaum, mit jedoch einem gewissen Links-zu-Rechts-Gradienten, den Wahlberechtigten offen mitgeteilt. Ehe sich nun die rechtskonservativen Recken auf die Brust schlagen, die haben in den letzten Jahrzehnten das zwar dem p.t. Publikum wirklich deutlicher kommuniziert, jedoch eher um an noch brach liegendes Geld zu kommen, um das Spekulationskasino der Finanzindustrie (Stichwort: steuerbegünstigte Pensionsversicherungen) zu beleben.
Hier soll es aber um eine andere Gegenrechnung gehen: die Diskrepanz zwischen versprochener „Gesundheitsvorsorge“ und dem „Mindestlohn“.
Mindestlöhne wurden seit Ende des 19. Jahrhunderts erkämpft, um in Zeiten großer Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt eine gegenseitige Kanibalisierung der unselbstständig Erwerbstätigen zu verhindern. Heute existieren entsprechende Regelungen in 21 der 28 Länder der EU, wobei die Tücke im Detail liegt. In Österreich gelten Mindestlöhne nur für jene Branchen, für die Kollektivverträge verhandelt werden, Organisationen, die kein Mitglied der Wirtschaftskammer sind (NGOs, Ich-AGs,  atypische Dienstverhältnisse, …) unterliegen keinen Kollektivverträgen und die dort Beschäftigten haben somit kein Anrecht auf einen Mindestlohn. Bisherige Vorschläge oszillieren um 1.000€ Monatsbruttolohn für Vollbeschäftigte. In den deutschen Koalitionsverhandlungen sprach man zuletzt von einem Mindeststundenlohn von 8,50 €. Das entspricht bei einer durchschnittlichen monatlichen Arbeitsleistung von 174 h einem Monatsbruttolohn von etwa 1400€. Für die weitere Diskussion sind hier Cents unerheblich.

Wenn wir uns die neuen Therapeutika in der Onkologie ansehen, die monatliche Therapiekosten von 4000€ für neue targeted therapies umfassen und additiv noch die Kosten für die Begleitmedikation und Diagnostik dazu kommen, zeigt sich die enorme Diskrepanz sehr deutlich.
Im Gesundheitssystem versprechen wir den Menschen moderne Therapien, die das Mehrfache von dem kosten, was sie mit ihrer beruflichen Tätigkeit verdienen können. Da die Beiträge für das Gesundheitssystem an das monatliche Erwerbseinkommen gebunden sind (für ASVG Versicherte nur bis zu einer Höchstbemessungsgrundlage, für die viel gescholtenen Beamten jedoch ohne Höchstbeitragsgrenze!) kann sich das nicht ausgehen.
Bei all den aktuellen politischen Mietmäulern wird diese Diskrepanz stets dahingehend aufgelöst, dass sie trommeln, dass unser Gesundheitssystem (für die geleisteten Beiträge) zu teuer ist.

Mich wundert, dass noch niemand gesagt hat, dass man uns einfach zu geringe Löhne zahlt, um mit zumutbaren Beiträgen unsere Sozialsysteme finanzieren zu können.

Fragen Sie einmal die Politiker, die Sie gewählt haben, wieso Sie Ihnen versprechen, dass für Ihre Behandlung mehr Geld vorhanden sein soll, als Sie vor Ihrer Erkrankung mit Vollbeschäftigung verdienen können!

Written by medicus58

27. November 2013 at 20:29

Amtsgeheimnis weg? Die Welt liebt den Verrat und hasst den Verräter!

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Kappl

 

Ein Polizist wendet sich an die Kronen Zeitung und teilt dieser mit, dass es Wiener Polizisten vorgegeben wurde mindestens 7 Verkehrsstrafen pro Monat auszustellen.

Ein Sprecher der Wiener Polizei verteidigt diese Maßnahme wortreich im ORF Interview. Danach streitet der Wiener Polizeipräsident ab, dass es eine derartige Vorgabe überhaupt gab, dann wird sie offiziell aufgehoben und der Polizist (angeblich auch wegen „sehr konkreter Hinweise, aber noch ohne Anzeige“) suspendiert und mit bis zu 3 Jahren Haft wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses bedroht.
http://www.krone.at/Nachrichten/Amtsgeheimnis_verletzt_Bis_zu_3_Jahre_Haft_drohen-Polizist_suspendiert-Story-384090

Wie viel faul im Staate Österreich ist, wurde auch hier immer wieder thematisiert.
Dass sich der Staat beehende vor jeglicher kritik aus den eigenen Reihen zu schützen sucht, wurde auch schon thematisiert:

Warum pfeifen die Spatzen nicht oder pfeifen sie schon drauf?http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=63465/

Was noch zu sagen bleibt:

Die Geschichte leakte Anfang Oktober, die mediale Begleitung ist greifbar zurückhaltend, googeln Sie mal nach Artikel zu dem Thema.
Der ZIB 2 war die Sache gestern erst kurz vor der Abmoderation eine Erwähnung wert.

Kein Mensch fordert den Rücktritt eines Polizeipräsidenten, der die Wahrheit abstreitet.
Auch die Medien, die letztlich auf Informanten angewiesen sind, stellen sich nicht wirklich hinter den Beamten, der letztendlich unbestritten die Wahrheit gesagt hat.
Kein fragt sich, weshalb die Polizei an die Daten der Überwachungskamera kommen konnte, die letztendlich den Beamten überführten …

Weg mit dem Amtsgeheimnis, es schützt die Falschen!

Written by medicus58

26. November 2013 at 07:49

Praktischerweise gedenken wir am besten der Toten

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Prag Altjüdischer Friedhof 2

Die Stadt Wien hat kürzlich mit der Jüdischen Kultusgemeinde eine Unterstützung von 860.000 Euro für die Instandsetzung der jüdischen Friedhöfe in Wien zugesagt  (wien.orf.at/news/stories/2605811/).
Nahezu gleichzeitig vermeldete man einen „Sensationsfund“ auf dem Jüdischen Friedhof in Alsergrund und sprach von einer neuen Touristenattraktion (wien.orf.at/news/stories/2592255/).
Bekanntlich verbietet der jüdische Glaube die Auflösung von Gräbern, da die Toten nur so ungestört auf die Ankunft des Erlösers warten können und erwartet von den Nachgeborenen die Erhaltung der Friedhöfe. Im christlichen Glauben sieht man das weniger eng, auch wenn man sich z.B. mehrheitlich gegen eine Feuerbestattung aussprach. Ein Blick auf christliche Friedhöfe zeigt aber, dass – abgesehen von den Grüften und Mausoleen Prominenter – das durchschnittliche Grab nicht viel länger als 150 Jahre zu existierten scheint. Trptzdem wäre es unpassend über unsere moralische Verpflichtung zu diskutieren, die jüdischen Gräber und Friedhöfe zu erhalten nachdem diejenigen jüdischen Generationen, die sich um die Erhaltung der Gräber kümmern hätten können erschlagen, vergast oder zumindest vertrieben wurden. Weshalb ich überhaupt das Thema anspreche, ist das eigenartige Gefühl, dass mich auch schon in Krakau oder Prag befallen hat, wo – im Gegensatz zu Wien – schon länger das jüdische Erbe der Städte aggressiv touristisch vermarktet wird. Hier besteht doch ein erklärungsbedürftiges Mißverhältnis: In all diesen Städten wurden die Juden, als sie noch in großer Zahl die Straßen bevölkerten, von diesen in eigene Ghettos vertrieben. Das erste, noch nicht so genannte, wurde im 11. Jahrhundert in Speyer errichtet, angeblich zum Schutz der Insassen . In Venedig befanden sich ursprünglich Gießerein im Stadtteil Cannaregio und die Abschottung des Gettore diente dem Brandschutz 1516 beschloss die Republik dort alle jüdische Gemeinden hinzuverfrachten. Dass diese dort vor allfälligen Bränden nicht geschützt waren, schien man billigend in Kauf zu nehmen. Nachdem Papst Paul der IV. auch in Rom ein Ghetto errichtete folgten immer mehr Städte seinem christlichen Vorbild. Wenn wir zu den beiden touristisch erfolgreichen jüdischen Friedhöfen in Krakau (Kazimierz) und Prag (Josefov)  zurückkehren, dann fällt auf, dass die Städte heute praktisch „judenfrei“ sind.
Krakau_Kazimierz

Krakau_Kazimierz 2
Lebten vor dem 2. Weltkrieg in Krakau ca 70.000 Juden so hat die jüdische Gemeinde heute nur mehr rund 120 Mitglieder. Kraukau hatte 2013 übrigens 758.940 Einwohner!

Prag altjüdischer Friedhof
Ähnliches kann man von Prag sagen: Unter insgesamt 1.246.780 Pragern, bekennen sich derzeit 1600 zum jüdischen Glauben.
Es würde zu weit führen hier noch über die in Chile errichteten Denkmäler für die indianischen Ureinwohner zu berichten, die ebenfalls weitgehend ausgerottet wurden, …
Jedenfalls scheint es leichter sich anderer Gruppen zu erinnern, wenn diese bereits außer Reichweite sind. In diesem Sinne sollte die touristische Nutzung jüdischer Friedhöfe sehr krritisch gesehen werde.

Written by medicus58

22. November 2013 at 13:28

Grenzen

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Man versucht uns so manches Ungemach der EU mit der anscheinend durch sie erlangten grenzenlosen Bewegungsfreiheit schön zu reden, zumindest so lange wir uns im Umkreis von Schengen herumtreiben.
Für den Flugverkehr ist das natürlich gelogen. Auch wenn beim Einchecken die Kreditkarte reicht, solange wir mit ihr den Flug gebucht haben. Wenn wir uns dann mit etwas anderem als einem Reisepass gegenüber Fluglinien, Grenzern oder sonstigen Amtskappelherumträgern ausweisen wollen ist Stunk vorprogrammiert. Bahnreisen sind da anders. Auch wenn der Ankauf der Bahnkarten schon mal einem Spießrutenlauf gleichen mag (es wurde hier darüber lamentiert) auf der Reise pfeift sich keiner den auf den Tickets ausdrücklich erwähnten Identifikationszwang auszuüben.
Sowohl der österreichische als auch der tschechische Schaffner begnügen sich mit einem Zangenabdruck auf dem Fahrausweis.
Wäre irgendwie sympathisch zeugte es von bürgerlichen Rechten und nicht von der Gleichgültigkeit eines altmodisch gewordenen Fahrgeschäfts. Oder geht’s doch um was anderes.

Es sind aus terroristischer Absicht sicher schon mehr Züge als Flugzeuge gesprengt worden.
Schmuggeln lassen sich im Zug sicher mehr Waren als im auf 20kg  beschränkten Flugepäck. Und wenn man es wirklich will, kann man im einem geschickt gesprengten Zug mehr Menschen umbringen als durch den mutwillig herbeigeführten Ansturzes eines Flugzeugs.
Weshalb greifen sie uns auf den Flughäfen immer unverschämter aus, nehmen immer größerer Warteschlangen in Kauf und wollen in immer kürzeren Abständen unsere Reisepässe befingern ( zu Letzt in zB 2x innerhalb von 10 m !! ), wenn es anders, siehe Bahn, auch geht?
Denen die sagen, dass es wohl sensiblere Grenzen gibt als die zwischen Tschechien und Österreich kann entgegengehalten werden, dass sich das Geschilderte tendenziell auch an kritischeren Grenzen weltweit beobachten lässt.
Vielleicht geht es gar nicht um Recht, Ordnung und bürgerliche Sicherheit,  sondern um den ungleich höheren Kapitaleinsatz den eine B747 im Vergleich zu einer ÖBB Garnitur darstellt.
Wiedereinmal geht es in Europa um den Schutz des Kapitals und nicht so sehr um den Bürger.

Written by medicus58

20. November 2013 at 15:41

Veröffentlicht in Reisen

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