Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for the ‘Strahlen – Risikokommunikation’ Category

Anti-Corona Demonstranten und Raver sind sowas wie die Mudschaheddin der Coronakrise

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In gewisser Weise haben wir uns das Erstarken dieser Gruppen selbst zuzuschreiben.

Einen gewissen Bodensatz von allem gibt es in jeder Gesellschaft. An einem Ende der Glockenkurve finden wir die handvoll Überdurchschnittlichen, die uns weiterhelfen, auf der anderen Seite, die denen nicht zu helfen ist.

Welche diese beiden Gruppen gesellschaftlich dauerhaft wirksam werden, bestimmen aber die Mächtigen dazwischen, die selbst höchst selten zu den intellektuell oder spirituell Überdurchschnittlichen gehören. Marc Aurel, Gandhi,… sind leider Ausnahmen.

Nun zur Erklärung der Überschrift:

In der Operation Cylone haben die USA, Saudiarabien und Pakistan fundamentalistische Widerstandskämpfer gegen den sowjetischen Einfluß der Sowjets unterstützt, um seit dem Rückzug der Sowjetunion in einem endlosen Kampf mit Al Qaida und Taliban weltweit eine Welle religiösen Fundamentalismus (auch in christlichen und hinduistischen Kreisen) auszulösen.

So wie die Mehrheit religiöser Menschen die Forderungen ihrer fundamentalistischen Glaubensgenossen mit Kopfschütteln quittieren, sind brüllende Anti-CoronaDemos und Schulter-reibende Rave-Parties für Menschen, die selbst manchen staatlichen Zwangsmaßnahmen in der Pandemiebekämpfung kritisch gegenüber stehen, kein Kampf um Freiheitsrechte sondern schlicht und einfach hirnlos blöd.

Ich stelle nun aber die Behauptung in den Raum, dass eine sachliche Krisenbekämpfung mit ganz wenigen evidenzbasierten Regeln statt mit einem Bulkshitbingo aus mal 1 m, mal 1.5 m, 2 Menschen aus 3 Haushalten mit oder ohne Kinder, keine Familienfeier aber Masken-freies Hackeln auf Baustellen und Großraumbüros,… zu einer größeren Nachvollziehbarkeit der Maßnahmen der breiten Masse geführt hätte und den verbliebenen Rest der Religiösen oder Allesleugner einfach weggelacht hätte.

Anti-Corona Demonstranten und Raver sind sowas wie die Mudschaheddin der Coronakrise

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In gewisser Weise haben wir uns das Erstarken dieser Gruppen selbst zuzuschreiben.

Einen gewissen Bodensatz von allem gibt es in jeder Gesellschaft. An einem Ende der Glockenkurve finden wir die handvoll Überdurchschnittlichen, die uns weiterhelfen, auf der anderen Seite, die denen nicht zu helfen ist.

Welche diese beiden Gruppen gesellschaftlich dauerhaft wirksam werden, bestimmen aber die Mächtigen dazwischen, die selbst höchst selten zu den intellektuell oder spirituell Überdurchschnittlichen gehören. Marc Aurel, Gandhi,… sind leider Ausnahmen.

Nun zur Erklärung der Überschrift:

In der Operation Cylone haben die USA, Saudiarabien und Pakistan fundamentalistische Widerstandskämpfer gegen den sowjetischen Einfluß der Sowjets unterstützt, um seit dem Rückzug der Sowjetunion in einem endlosen Kampf mit Al Qaida und Taliban weltweit eine Welle religiösen Fundamentalismus (auch in christlichen und hinduistischen Kreisen) auszulösen.

So wie die Mehrheit religiöser Menschen die Forderungen ihrer fundamentalistischen Glaubensgenossen mit Kopfschütteln quittieren, sind brüllende Anti-CoronaDemos und Schulter-reibende Rave-Parties für Menschen, die selbst manchen staatlichen Zwangsmaßnahmen in der Pandemiebekämpfung kritisch gegenüber stehen, kein Kampf um Freiheitsrechte sondern schlicht und einfach hirnlos blöd.

Ich stelle nun aber die Behauptung in den Raum, dass eine sachliche Krisenbekämpfung mit ganz wenigen evidenzbasierten Regeln statt mit einem Bulkshitbingo aus mal 1 m, mal 1.5 m, 2 Menschen aus 3 Haushalten mit oder ohne Kinder, keine Familienfeier aber Masken-freies Hackeln auf Baustellen und Großraumbüros,… zu einer größeren Nachvollziehbarkeit der Maßnahmen der breiten Masse geführt hätte und den verbliebenen Rest der Religiösen oder Allesleugner einfach weggelacht hätte.

Das Virus schaffte, was mehrere Wahlkämpfe nicht schafften, und die Wähler noch immer nicht wahrhaben wollen

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Das was wir Regierung nennen, regiert nicht, es reagiert auf PR-Berater und Sponsoren.

Selbst in einer weltweiten Krise, nein nicht dem Weltuntergang, es ist der Welt schon Schlimmeres als SarsCov2 passiert, aber addiert man die epidemiologischen, ökonomischen und bildungspolitischen Auswirkungen der Pandemie so darf man schon von einer Krise reden; aber diese tückisch-grüne Regierung schaffte es in keiner Phase einen vorausschauenden Plan vorzulegen.

Statt, wie man es in jedem Buch über Krisenmanagement lesen kann, einen oder mehrere Sprecher zu designieren, der für die Menschen dann das Gesicht für objektive Information ist, drängte man sich selbst von PK zu PK und ZIB zu ZIB Spezial. Dabei meine ich explizit weder die Drostens und Faucis, denn auch die stehen innerhalb des Diskurses.

Zu Beginn verschoss man einen Großteil der Munition, obwohl schon früh klar wurde, dass die erste Welle Österreich weitgehend veschont. Mit absurden Vorhersagen gewann man kurzfristig Aufmerksamkeit und verlor langfristig das Vertrauen.

Danach sonnte man sich in den guten Statistiken und verteilte bis zum Herbst Zensuren an andere (Reisewarnungen für Inländer, detailverliebte Verordnungen ohne Evidenz,…).

Im Herbst verschlief man die erste wirkliche Welle ohne sich andere Konzepte als Schließungen zu überlegen.

Das Publikum wurde mit Erleuchtungen, wie Corona-Apps, Ampeln und Aufrufen zur Serumspende (dzt. übrigens eine der Theorien zur Entstehung der britischen Mutation) in Atem gehalten, bis zu den nächsten Schulschließungen.

Zu keinem Zeitpunkt hat man klar gestellt, wie lange die neue Normalität dauern wird, denn dann hätten sich ja viele aus dem Ärmel geschüttelte Regeln als auf diese Dauer unbrauchbar herausgestellt.

Jetzt haben sich die Widersprüche in unserer Pandemiebekämpfung bis zur New York Times (Austrian Lockdown covers Schools and Stores but Not Ski Hills) herumgesprochen.

Wie zum Beginn der Krise, Stichwort Ischgl, können sich Liftbetreiber und Hoteliers des gütigen Wegschauens der Regierung sicher sein. Lebensgefährten von positiv Getesteten, die trotz gültiger Meldung die gemeinsame Wohnung nicht verlassen werden erbarmungslos abgestraft.

Planlos, autoritär und PR-getrieben und einflussreichen Gruppen willig, so präsentiert sich diese Regierung am Ende eines schweren Jahres.

Wenn im kommenden Jahr zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Pandemie erst die ökonomischen Auswirkungen kommen und wir den Konkurs nicht länger durch noch mehr Verschuldung unsichtbar machen können, dann wird dies die Unfähigkeit der Regierung noch viel deutlicher machen.

Wenn aber zwei Jahrgänge von jungen Menschen, von der Volksschule bis zu Uni ihre Defizite in ihr Erwachsenenalter mitgenommen haben, dann werden sich die meisten Mitglieder der jetzigen Regierung längst auf lukrative Versorgungsposten davon gestihlen haben.

In diesem Sinn, Prosit Neujahr.

Würden nicht Menschen dran sterben, dann müsste man der tückisch-grünen Regierung und uns zu unserem Humor in der Pandemie gratulieren.

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Es ist schon absurd, wie Ösi-Land der Pandemie einen KURZen Prozess macht.

Während der ORF das Verimpfen der ersten Impfdosen auf Wagnerische Dimensionen dehnt und Kanzler Kurz mehr Airtime zugesteht, als der Aufklärung über die Impfung an sich, drängen sich Tausende im harten Lockdown vor den Liften, weil das von Anschober so erlaubt wurde. Würdige Weihnacht eben.

Im Frühjahr schickte der ORF seine Journos in Quarantäne als man die täglichen Covid-19 Todesfälle an einer Tischlerhand abzählen konnte, jetzt kündigt die genesene Nadja Bernhard die Operübertragung mit der genesenen Netrebko ebenso an, wie den Gesang des von Covid-19 genesenen Jonas Kaufmann. Also wer sich da noch vor Long Covid fürchtet, der muss schon schwer schreckhaft sein.

Der Herr Außenminister warf seit dem Sommer mit Reisewarnungen nur so um sich, zwischenzeitlich hat es Ösi-Land an die Weltspitze der täglichen Todesfälle gebracht, trotzdem hoffen die Tiroler Adler auf den fremden Gast. Da sind wir Ösis unsern Schweizer Nachbarn fast so ähnlich wie beim Geldwaschen. Wie weiland in Ischgl nehmen es auch die Eidgenossen mit der Quarantäne nicht so ernst und lassen Briten im Scharen abhauen. Würde es jemand wundern, wenn einige von denen in Privatunterkünften bei uns Aufnahme fänden?

Die tückisch-grüne Regierung hat das Stakkato von weichem und harten Lockdown und seine Regeln mit dem Ermöglichen eines würdigen (christlichen) Weihnachtsfests begründet, obwohl man dadurch eher 2020 Chanukka (10.-18.12) ermöglicht und das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest (7.1.) verunmöglicht hat.

Egal, wen kümmert meine Pressekonferenz von gestern.

Beschlossen hat man auch, dass alle über 65-Jährigen 10 FFP2-Masken kriegen sollen. Soll so 24 Millionen Euronen kosten. Während über die durchschnittliche Verwendbarkeit sehr unterschiedliche Angaben gemacht werden, sind sich die meisten darüber einig, dass diese Masken nur einmal getragen werden sollen, was die Frage aufwirft, ob man mit 10 Masken bis zum Ende der Pandemie durchkommen soll, oder iv das der PR Abteilung der Regierung ohnehin egal ist. Die Frage, ob man dieses Geld nicht sinnvoller in andere Initiativen zum Schutz älterer Bürger investieten hätte sollen, wären mir nicht aufgefallen.

Wir retten, koste es was es wolle:

Eine vergeigte App, eine verschwurbelde Ampel, eine weitere für die Schulen, die auch nichts wirklich regelte, leere Massentests und Gedränge danach,…. es ist schon großes (absurdes) Theater, was uns da geboten wird.

Da passte das Saxophon Solo von Corona Erklärer Günther Mayr gegen Ende des Interviews schon ganz gut, um dieses Jahr ausklingen zu lassen

Corona-Erklärer Günther Mayr

Konzepte und andere Illusionen

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Ich weiß ja nicht, wie es in Ihrer Arbeitsumgebung vor Covid ausgesehen hat, aber in den letzten zwei Jahrzehnten beschlich mich das Gefühl, dass sich eine ganze Industrie etabliert hat, die ihre Existenzberechtigung daraus zieht, schriftliche Lösungen für mögliche aber noch nicht eingetretene Probleme auszuarbeiten.

Diese Pamphlete werden dann als Risikoanalysen, Sicherheitskonzepte, Krisenkonzepte, Hygienekonzepte, Strahlenschutzkonzepte,… ut sim an das P. T. Publikum verkauft. Ja, verkauft, nicht nur verbreitet, weil es parallel dazu immer gesetzliche Vorgaben gib, dass der weitere Betrieb der Welt ohne diese Papiere gar nicht mehr gestattet werden kann.

Spätestens seit in der Covid-19 Pandemie von jedem Beis’l ein (selbstverständlich) strenges Hygienekonzept von jedem Greißler eine Risikoanalyse verlangt wurde, darf ich davon ausgehen, dass der Konzeptwahn auch in der breiten Bevölkerung angekommen ist.

Entsprechend meiner beruflichen Qualifikation musste ich in der Vergangenheit an so manchem Konzept mitarbeiten und staunte über den Realitätsverlust mit dem hier unschuldiges Papier vernichtet wurde, in dem Szenarien mit Mitteln gelöst wurden, von denen alle am Tisch wußten, dass sie nicht zur Verfügung standen. Da aber ohnehin nur davon ausgegangen wurde, dass das alles nie eintreffen würde, verstummten kritische Stimmen, da die Deadline für die Abgabe des Werks unmittelbar vor der Türe stand, das Konzept spätestens in zwei Jahren ohnehin einer Revision unterzogen wird, oder einfach nicht erwähnt werden dürfte, dass allfällige Daten, personelle, finanzielle oder intellektuelle Ressourcen fehlten.

Ich war zwar daran nie beteiligt, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es bei dem Pandemiekonzept vor Corona ähnlich war. Man hatte es zufrieden in der Schublade und das verströmte Sicherheit.

Nach neun Monaten Pandemie und unzähliche Revisionen von Gesetzen und Konzepten, Dutzenden widersprüchlichen Verordnungen später, warte ich auf den ersten, der hinterfragt, ob wir uns den Aufwand, den wir in all diese Schreibtischkonzepte steckten, die sich einerseits als unbrauchbar entpuppten und andererseits von der Politik ohnehin negiert wurden, nicht ganz sparen hätten sollen.

Ob wir einfach zu dumm oder nur zu oberflächlich sind uns auf Katastrophen vorzubereiten ist letztlich egal.

Woran es in der Praxis scheitert, darf ich Ihnen an einem Beispiel aus meinem Umfeld illustrieren:

Selbstverständlich haben wir auch in unserem Spital für alles und jedes Notfallpläne. Als vor 2 Jahren zu kühlende Reagenzien für einige Tausend Euronen dadurch kaputt wurden, dass sich ein Kühlschrank defektbedingt als Backrohr verhalten hat, wurde er durch ein Modell ersetzt, das über das Netzwerk Alarm abgeben kann. Nachdem erneut Reagenzien kaputt gingen, weil der Kühlschrank überhitzt, stellte sich heraus, dass nicht ein Temperaturfühler den Alarm auslöst sondern die Geräte Elektronik.

Mit anderen Worten, im Falle eines Gerätedefektes vertraute man auf das Gerät, dass es seinen eigenen Defekt erkennen und melden sollte. Also irgendwie ein Konzept, bei dem sich der Patient mit Kammerflimmern selbst defibrilliert.

Beruhigend vermerkt aber unsere Risikoanalyse, dass die Kühlschränke für wichtige Medikamente und Reagenzien über das Netzwerk monitiert werden.

Nun legen wir das auf nationale Risikoanalysen und Lösungskonzepte um und hoffen gesund zu bleiben.

Written by medicus58

22. November 2020 at 12:48

Actio est Reactio, oder Politik ist nicht Physik

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Für Newton war es klar, je größer die angewandte Kraft, je stärker die Gegenkraft oder die ausgelöste Reaktion. Auch wenn viele von uns Probleme mit der Vorstellung haben, dass wir die Erde genauso anziehen, wie sie uns, aber egal.

So ungefähr scheint das Denken von Politik und Wahlvolk zu laufen, wenn im Tagesschnitt nach immer schärferen Maßnahmen gerufen wird, wenn das Virus seine Spikes zeigt.

Nur leider reagieren biologische (und gesellschaftliche) Systeme anders als die konventionelle Physik es vorhergesehen hat. Übrigens herrechen auch in atomaren Dimensionen andere, als die von Newton postulierten Gesetze.

Mulitparametrische biologische und Gesellschaftssysteme reagieren elastisch, oft entlang einer Hysteresis Schleife und zeigen auf Hammer and Dance mitunter sehr unvorhersehbare Reaktionen.

Warum geht das in die Gehirne unserer Regierenden aber auch der Regierten nicht hinein?

Written by medicus58

29. Oktober 2020 at 17:17

Veröffentlicht in Strahlen - Risikokommunikation

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Covid Quarantäne: auch Nebenwirkungen lassen sich behandeln

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In den letzten Stunden hat die Bundesregierung massive Freiheitsbeschränkungen beschlossen, über deren Effekt (im Gs. zu aktuellen Aussagen) meiner Meinung nach nicht in ein zwei Wochen sondern aus einer Reihe von Gründen frühestens in einem Monat, eventuell erst später beurteilen zu können. Sie aktuell zu kritisieren wäre aber kontraproduktiv, jedoch sollte man, wie bei jeder schweren Therapie, über die Nebenwirkungen informieren. Nicht um Panik zu verbreiten, sondern um rechtzeitig den Betroffenen Mittel in die Hand zu geben, die Nebenwirkungen gering zu halten.

Aktuell ruft The Lancet, eine der renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften, in Erinnerung, dass Quarantäne zu einer Reihe von psychologischen Nebenwirkungen führt, wenn die Menschen nicht Sinn und Zweck teilen und nicht erfolgreich an ihren Altruismus appelliert wird („Schützen wir die Alten“).

Von jeder anderen großräumigen Katastrophe in der Neuzeit liegen genügend Berichte vor, dass neben den psychologischen Nebenwirkungen auch somatische Nebenwirkungen auftreten. Auch die großen AKW Unfälle in Chernobyl und Fukushima haben nachweislich neben psychiatrischen Erkrankungen und Suiziden zu Diabetes und Hypertonie geführt. Nach Chernobyl fand man auch eine signifikante Zunahme kardiovaskulärer Folgeerkrankungen, die nicht durch die Strahlendosis erklärt werden kann, ganz aktuelle Studien aus Japan bestätigten das nicht.

Aus China liegen zunehmend Daten vor, dass die Quarantäne (und wohl der damit verbundene Stress) zu einer Zunahme der häuslichen Gewalt geführt hat.

Es ist also höchste Zeit, den Menschen klare Hilfen zu geben, um all die genannten Nebenwirkungen nicht überhand nehmen zu lassen.

Mir (und ich will da nicht als Psychologe dilettieren, nur fand ich manche bisherige mediale Auftritte wenig hilfreich) scheinen ein paar Tipps sinnvoll:

Geben Sie ihrem Leben weiter eine Struktur (Zeitplan).

Denken Sie an den nächsten Augenblick und nicht „an das was wäre wenn“. Die jetzige Situation wird nehrer Wochen dauern, Sie brauchen ihre Energie nicht nur bis Ostern.

Gönnen Sie sich innerhalb des Zeitplans bewusst Dinge, die Sie positiv stimmen, auch das tun Sie für andere, die gerade in einer gestressteren Situation sind.

Gehen Sie mit den Menschen in Ihrer Umgebung bewusst viel vorsichtiger um, als sonst. Wirken Sie auf andere in Ihrem Umfeld mäßigend ein.

Informieren Sie sich regelmäßig in glaubhaften Medien aber limitieren Sie das auch zeitlich sonst geraten Sie in ein gefährliches Spiegelkabinett.

Gehen Sie nicht davon aus, dass alles überall so schlimm wird, wie Ihnen Medien zeigen (die zeigen immer das, was zu Einschaltquoten und Klicks führt) aber befolgen Sie die von einer breiten Mehrheit unterstützen Maßnahmen.

Und lassen Sie sich nicht dadurch verunsichern, dass auch diejenigen vor den Kameras nicht immer die Zukunft voraussagen können. In manchen Fällen kann das sogar positiv sein 😉

Written by medicus58

15. März 2020 at 22:59

Coronavirus: Künstliche Intelligenz vs. Menschenverstand

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Wie schon die Alten Chinesen, nein, nicht unsere gerade stotternde Werkbank, wussten: Wünsche Deinen Feinden sie mögen in interessanten Zeiten leben.

Wir erleben gerade wieder einen gigantischen Selbstversuch, wie sich die Menschheit gegen eine plötzlich auftauchende Gefahr zu wehren versucht.

Waren es in der Antike die Philosophen, während der Pest noch die Priesterkaste, in der Neuzeit die Fachleute, zuletzt die Influenzer, erleben wir augenblicklich, dass wir den Handlungsanweisungen der Algorithmenschmiede der Technik folgen.

Haben Sie sich schon gefragt, warum plötzlich alle wissen, dass eine Reduktion der Sozial-Kontakte um ein Viertel, die Infektionen halbieren? Eben, ein einfacher Algorithmus, der das an einer genügend großen Fall Zahl durchspielt (Monte Carlo, heißt sowas in manchen Bereichen, die nicht einfach linear darstellbar sind).

Ist ja im Prinzip nichts Schlechtes und brachte uns in der Wettervorhersage auch schon viel Nutzen, hat uns aber bei so manchem Börsencrash seine Limits aufgezeigt.

Die Ursachen dafür sind meist in zwei Schwachstellen zu sehen: Einerseits ist es in hoch komplexen Systemen nicht leicht, alle Einflussfaktoren zu modellieren und für jeden Parameter die geeignete Gewichtung zu finden.

Wir probieren aber augenblicklich auch hier das Primat der Algorithmen über den gesunden Menschenverstand aus. Spannende Zeiten eben.

Einfacher ausgedrückt ist es natürlich sinnvoll in den Öffis nicht die Haltegriffe zu berühren, aber je nachdem, wie hoch ich die Viruslast am Haltegriff, die Fähigkeit des Virus auch überzuspringen und den Prozentsatz der Infizierten abschätzen, gleich zu sterben, krank zu werden und in Quarantäne zu gehen oder als Gesunder das Virus weiterzugeben einschätze, kann es am Ende durchaus sein, dass eine Notbremsung mehr Leuten das Genick bricht, als dass sie das Coronavirus zum Niesen bringt.

Link zum Statistik spielen.

Und ein parallel damals erschienene Artikel über die statistischen Unsicherheiten der Prognosen, den ich beim Abfassen meines Textes nicht kannte, der aber gut zum Thema passt:

A fiasco in the making? As the coronavirus pandemic takes hold, we are making decisions without reliable data Link

Das Lachen am Weltenrand über Fukushima in fünf Bänden über den ersten offiziellen Toten

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Gerade beschäftigen sich die Kulturnachrichten ausführlich mit dem ersten großen Roman des Wiener Schriftstellers Philipp Weiss:
Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen
Nach eigener Aussage war der Auslöser für seine Beschäftigung mit der zentralen gestaltenden Kraft des Menschen zwischen dem 19. und dem 21. Jahrhundert, die Nuklearkatastrophe von Fukushima aus dem Jahre 2011.
Ich habe die rund 1000 Seiten der fünf Bände nicht gelesen und werde das vermutlich auch nicht tun, jedoch juckt es mich zu all den anderen hier schon erschienen Beiträgen noch einen aktuellen Nachschlag abzuliefern,
der wohl weniger literarische als sehr praktische und jedenfalls erschreckende Einblicke erlaubt und
wenn Sie wollen können Sie vom Weltenrand darüber lachen..

Am 5. September 2018 verbreitete die Nachrichtenagentur Reuters: Japan acknowledges first radiation death among Fukushima workers 
Konkret hat gerade das japanische Ministerium für Arbeits-, Gesundheits- und Sozialministerium beschlossen der Familie eines ehemaligen AKW Mitarbeiters eine Kompensation zu zahlen, der inzwischen an seinem im Februar 2016 diagnostizierten Lungenkarzinom verstorben ist. Die Lebenszeitdosis, die er bei seiner Arbeit in Fukushima und anderen AKWs erhalten hat wird mit 195 mSv angegeben.
Um für die Größenordnung einen Begriff zu geben: Das entspricht etwas der Lebenszeitdosis eines alten Waldviertlers durch die natürliche Strahlung  in seiner Heimat bzw. in der Annahme einer linearen Beziehung zwischen Exposition und Krebsrisko (100 mSv = 0,5% zusätzliches Krebsrisiko) einem Zuwachs des etwa 20%-igen Krebsrisikos der japanischen Allgemeinbevölkerung auf ca. 11%.

Jedenfalls wurde die behördlich in Japan festgesetzte Expositionsgrenze für beruflich strahlenexponierte Personen im Rahmen einer „radiologischen Notfallsituation“ in seinem Fall nicht überschritten.
Egal, er ist verstorben und seine Angehörigen bekommen eine finanzielle Entschädigung, zwar nicht vom Betreiber des AKW Fukushima Daiichi sondern offenbar vom japanischen Staat, aber davon später.

Aktuell verlangten laut einem von der NYT zitierten Bericht der japanischen Zeitung Asahi Shimbun 17 ehemalige Arbeiter des AKWs eine Kompensation.
5 Fälle wurden zurückgewiesen und 2 haben ihren Antrag zurückgezogen.
In insgesamt in vier Fällen wurde ein Zusammenhang zwischen den Arbeitsplatzbedingungen in dem 2011 havarierten AKW und der malignen Erkrankung (zumindest in 3 Fällen Leukämie) anerkannt, ein direkter Zusammenhang mit der Strahlenexposition jedoch offen gelassen.
2017 übersetzte das die BBC so:
„While the causal link between his exposure to radiation and his illness is unclear, we certified him from the standpoint of worker compensation. „

Der Artikel der Nachrichtenagentur Reuters schloss dann mit der Erwähnung der über 160.000 Personen, die nach dem AKW Unfall evakuiert wurden und den daraus folgenden, vor allem psychischen Traumata, die bislang nicht von der Regierung als „Strahlenfolgen“ aber in einigen Fällen vor Gericht als entschädigungspflichtig anerkannt wurden (2017: TEPCO ordered to pay evacuees of Fukushima nuclear disaster). Schätzungen sprechen allein von über 2.000 Menschen, die an den Folgen der Evakuierungsmaßnahmen nach der Naturkatastrophe (unabhängig vom AKW Unfall) durch Stress, Infektionserkrankungen und eingeschränkte Versorgung verursacht wurden. Selbstverständlich sind die beiden Größen vernünftigerweise nicht in Relation zu setzen, jedoch müssen sie mitbedacht werden, zumal vergleichbare Entschädigungen für diese Gruppe in jedem Fall ein Vielfaches der Summe ausmachen würden, die an Krebs erkrankte AKW Mitarbeiter bezahlt werden.

Die New York Times übernahm am selben Tag das Thema des „anerkannten Krebstoten“ und ergänzte, dass der betreffende Mann seit über 28 Jahren, also schon vor dem Unfall, in Fukushima Daiichi gearbeitet hat. Bereits 2015 hat die japanische Regierung zusätzliche Gesundheitskosten eines Mannes übernommen, der zwischen 10/12 und 12/13 an den Aufräumungsarbeiten beteiligt war und an Leukämie erkrankt ist.

Der Unterschied zu dem rezenten Fall besteht aber darin, dass damals mit der Kompensation der Zusammenhang mit der Strahlenbelastung nicht ausdrücklich anerkannt wurde, das aber nun – wider besseres naturwissenschaftliches Wissen – ein Prejudiz geschaffen wurde.
Schon 2015 hat die NYT auf das prinzipielle Problem solcher Entscheidungen hingewiesen, weil ein Zusammenhang zwischen Strahlenexposition und Folgeerkrankungen immer nur auf Basis von Wahrscheinlichkeiten gezogen werden kann, aber in der Regel im Einzelfall nicht zwischen einem durch Strahlung oder durch andere (genetische, Verhaltens- oder Umweltfaktoren) differenziert werden kann. Es gibt zwar erste wissenschaftliche Erkenntnisse, dass sich die Genetik von strahleniduzierten Schilddrüsenkarzinomen nach Tschernobyl und spontanen papillären Schilddrüsenkarzinomen nicht nur im klinischen Verlauf sondern evtl. auch genetisch differenzieren lassen. Ganz abgesichert ist dies mW jedoch noch nicht.

Auch in dem dem Fall mit Leukämie eines AKW Arbeiters hatte dieser sogar eine geringere Strahlenexposition erhalten hat als andere, nicht erkrankte Mitarbeiter (15.7 millisieverts of radiation during his 14 months), was die Schwierigkeiten eines Kausalzusammenhanges in diesen Fällen deutlich macht.

In diese Kerbe schlug auch Dr. James Conca auf Forbes eine Tag später:
Why The Cancer Death Of A Fukushima Worker Was Likely Not Due To Fukushima 

Obwohl auch seine Argumentation Widerspruch hervorruft:

Lungenkrebs ist kein “typischer” Organkrebs für eine Exposition, die während des Unfalls auftraten
; was mE so nicht ganz haltbar ist, weil jede Exposition gegenüber ionisierender Strahlung prinzipiell das allgemeine Risiko der Krebsentstehung erhöht.
Nur ganz wenige Expositionen, i.d. Regel dort, wo das „strahlende Material“ ganz spezifisch in bestimmten Geweben angereichert wird (z.B. Jod > Schilddrüse) lässt sich darüber hinaus einen Zusammenhang zwischen Exposition und bestimmtem Organ-Karzinomen annehmen.

Es benötigte Jahre, bis in den Überlebenden der A-Bomben-Abwürfe im II. WK die ersten Lungenkarzinome auftraten.
Das ist so nach den neuesten Auswertungen der Life-Span-Study (Lit 1, Lit2) ebenfalls nicht richtig.
Es stimmt zwar, dass es 5 Jahre dauerte, bis statistisch gesichert mehr Organkrebse (i, Ggs. zu Leukämien, „sogenanntem Blutkrebs“) erkennbar waren, als es dem Erwartungswert in dieser Bevölkerung entsprochen hätte (Excess Cases/Death). Für Leukämien war das bereits deutlich früher nach der Exposition der Fall war, nur heißt das nicht, dass keines der früher aufgetretenen Karzinome nicht doch strahleninduziert war, man konnte dies mit statistischen Methoden eben nicht von den „anderen“ Karzinomen unterscheiden, die spontan oder auf Grund anderer Risikofaktoren entstanden sind.

Die Geschichte verbreitete sich dann durch viele Kanäle und kam bei uns verkürzt so an:
Krebserkrankungen durch Fukushima-GAU: Erster offizieller Todesfall
Todesfall bestätigt Nach Fukushima-GAU: Arbeiter erlag Lungenkrebs
Offiziell erster Strahlentoter nach Fukushima-Havarie

Keine Ahnung, welche Schlüsse Herr Weiss auf 1000 Seiten zum Lachen brachten, es darf jedoch aus seinen Interviews und dem pointierten Titel geschlossen werden, dass ihm das Lachen ebenso im Halse stecken bleibt wie mir, wenn man sich mit der offensichtlichen Unfähigkeit von Politik, Justiz, Medien und Gesellschaft beschäftigt, mit einer Katastrophe wie in Japan 2011 umzugehen.
Ohne zu große Parallelen zur Nuklearkatastrophe von Tschernobly ziehen zu wollen, Ursache und Verlauf der beiden Ereignisse unterscheiden sich doch sehr, reichten die über 32 Jahre offenbar nicht aus, um zu erkennen,
dass es hier (medizinisch) nicht nur um die Strahlenwirkung geht,
dass (wie im Finanzwesen und (vermutlich) der privatisierten italienischen Autobahn) die privaten Betreiber zwar die Gewinne einstreifen, aber für die Gesamthaftung nicht gerade stehen, um
letztendlich im Hinblick auf Haftung und Entschädigungen zu einem ausgewogeneren Bild zu kommen.

Natürlich ist aber sonst Herrn Dr. Conca zuzustimmen, dass niemand gegen die Entschädigung für Menschen ist, die Leid erlitten haben, aber es vergeht einem das Lachen, dass naturwissenschaftliche Erkenntnisse offenbar negiert werden, wenn der entschädigt wird, der mit einem Dosimeter einen „spontanen oder strahleninduzierten Krebs“ bekam und der nicht, dessen Gesundheitsgefährdung im Rahmen der Evakuierungsmaßnahmen nicht im mSv ausgedrückt werden kann, vielleicht weil das so billiger kommt und der Boulevard dann zur nächsten Headline hastet.

Written by medicus58

11. September 2018 at 17:00

Im Nebel der Öffentlichkeitsarbeit oder die Grenze zwischen selektiver Information und Lüge

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Die heutigen Überlegungen haben zwar einen konkreten Anlass, sind aber letztendlich völlig unabhängig davon und in gewisser Weise die Fortsetzung dessen, was hier schon unter dem Titel Risikokommunikation abgehandelt wurde. Exemplarisch eben an Strahlenunfällen: Ruthenium Slow burn

Wir leben in einer Zeit der scheinbaren Voll-Information.
Keine Firma, kein Betrieb kann es sich mehr leisten, sich nicht permanent der Öffentlichkeit zu erklären.
In der gewinnorientierten Privatwirtschaft nennt man das schlicht Werbung, wenn auf die eigenen Vorzüge hingewiesen wird und allfällige Risiken verschwiegen werden, oder das im Schnell-Sprech-Modus nachgestellte „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“gelöst wird.

Längst scheint es aber auch dem im nicht gewinnorientierten Bereich bei NGOs und öffentlichen Einrichtungen unumgänglich, alle immer gleich und direkt zu informieren. Wir finden keine Katastrophen-Handbuch mehr, dass nicht detaillierte Anweisungen gibt, wie diese permanente Öffentlichkeitsarbeit abzulaufen hat; nicht zuletzt deshalb, um die Informationshoheit nicht an andere (Medien, Opposition oder Trolle) zu verlieren. Vermutlich lässt sich das auch nicht mehr in andere Bahnen lenken, es wird aber dort zum Problem, wo die Öffentlichkeitsarbeit perfekter scheint, als die geleistete Arbeit an sich.

Während früher den „lästigen Fragestellern“ einfach die Türe vor der Nase zugeschlagen wurde, beantworten heute designierte Sprecher scheinbar objektiv die Fragen und veröffentlichen oft im Minutentakt die Untersuchungsergebnisse. Problematisch wird das, wenn in der Fülle an Informationen selektiv gerade die Teile ausgespart werden, die einerseits für das Verständnis des Geschehenen essentiell wären, um die ganze Tragweite abschätzen zu können.

Wir werden oft mit Meldungen beruhigt, wie viele Helfer im Einsatz waren, ohne uns mitzuteilen, ob diese auch dort waren, wo sie gebraucht wurden.
Wir hören von oft übermenschlichen Anstrengungen einzelner, um die Frage nicht aufkommen zu lassen, ob man sich diese nicht ersparen hätte können, wenn davor etwas anders gehandelt worden wäre.
Mit großer Geste werden falsche Mutmaßungen mancher Medien von sich gewiesen, ohne zu erklären, dass zwar die erste Mutmaßung falsch war, aber die eigene selektive Öffentlichkeitsarbeit Mutmaßungen herausgefordert hat, weil sich die Dinge so wie sie dargestellt wurden sicher nicht zugetragen haben können.

Wenn in einem Risikobereich gearbeitet wird haben Fehler oft schreckliche Folgen und Einzelpersonen steht das Recht zu sich nicht selbst zu belasten.
Wenn aber Institutionen Öffentlichkeitsarbeit leisten, dann sollten (selbstverständlich unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten) alles offen legen oder nichts.

Die selektive Auslassung von bereits vorliegenden Informationen schrammt ebenso messerscharf an der offen Lüge vorbei, wie ein Limited Hangout (Unentschieden, oder was?).

Letztendlich stellt sich dann oft die Frage, ob man nicht mehr Sorgfalt in die Kernarbeit als in die Öffentlichkeitsarbeit stecken hätte sollen.

Written by medicus58

4. September 2018 at 17:00

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