Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for März 2011

WEGWERF-ARBEITER

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Unsere mediale Hysterie hat für die verbliebenen Arbeiter im Kernkraftwerk Fukushima, nachdem sie von der NY Times und anderen Medien zu Helden der Neuzeit erklärt wurden und wahlweise von „Strahlenexperten“ als „verheizt„, „sinnloses Menschenopfer„, „dem Tode geweiht„, also Dead Man Walking, erklärt wurden, nun ein neues Attribut ausgedacht:

WEGWERF-ARBEITER

auf YouTube scheint der Begriff zuerst (17.3.) in einem WDR Bericht auf: http://www.youtube.com/watch?v=GmwSpyX8n_Q  

In unseren Zeitungen (z.B. Gratisblatt Heute vom 21.) wird das mit Verspätung wiederholt: http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/japan/2704379/wegwerf-arbeiter-japan.story  http://www.bild.de/BILD/news/2011/03/21/japan-beben-schwere-vorwuerfe/schicken-japaner-obdachlose-ins-horror-akw.html http://deutschlandwelle.com/index.php/2011/03/wegwerf-arbeiter-in-japan/ http://www.aargauerzeitung.ch/international/schickt-tepco-wegwerfarbeiter-ins-strahlengebiet-106154394 http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article12901818/Schickt-Tepco-Obdachlose-ins-AKW.html

Natürlich habe ich keine Ahnung, ob der Vorwurf stimmt, dass die Betreiberfirma „Obdachlose und Minderjährige“ auch schon vor der jetzigen Katastophe in ihrem Werk arbeiten ließ, nur kommen mir halt Zweifel, ob ungelerntes Personal ünerhaupt eine Hilfe bei der Arbeit im Normalbetrieb sein kann, und ob die japanischen Aufsichtsbehörden sich derartig an der Nase vorbeiführen lassen. Beruflich Strahlenexponierte Personen (vom Spital bis zum AKW) sind zumindest bei uns in Mitteleuroper namentlich den Behörden bekannt und messtechnisch und gesundheitlich monitiert. M.W. ist das auch in Japan so, so dass mir der Vorwurf eines moderne Sklaventums etwas unwahrscheinlich vorkommt, ABER
Wenn wir uns schon über Arbeitsbedingungen im Zusammenhang mit der AKW-Industrie den Kopf zerbrechen wollen, dann hätt’ ich schon einen Vorschlag, DENKEN WIR ÜBER DIE ARBEITER IN DEN URANBERGWERKEN NACH! Hoffen wir, dass das Monitoring in Kanada, Australien und den USA in Ordnung geht, aber in Kasachstan, Russland, Niger, Namibia und Usbekistan?
Und wieder das Bild der 300 Kämpfer in der Schlacht an den Thermopylen: http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_den_Thermopylen_(Perserkriege)  

Wir können offenbar Leid nur transportieren, wenn wir es auf 50 „versklavten Obdachlosen und Minderjährigen“ oder „300 letzten Kämpfern“ projizieren. Tausende Tote durch zwei Naturkatastrophen (Erdbeben, Tsunami) und eine Technologiekatastrophe (mehrere Reaktoren und Zwischenlager in der Präfektur Fukushima) scheint uns unbegreiflich. Ob die Medien aber das mit ihren Gruselstories lösen können, bezweifle ich.

Written by medicus58

22. März 2011 at 16:48

Copy and Paste ist kein Journalismus

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In einer Krisensituation sind verläßliche Informationen essentiell um lokal richtig handeln zu können.

Gestern fand ich, eher zufällig, wieder einmal den Beweis, dass selbst Qualitätsmedien völlig unkritisch EVIDENTE Falschmeldungen übernehmen und verbreiten.

DAS KANN IN EINER BEDROHUNGSSITUATION, DIE NICHT TAUSENDE KILOMETER ENTFERNT STATTFINDET, SONDERN VOR UNSERER HAUSTÜRE FATAL WERDEN.

Beispiel gefällig? Die Onlineportale den angeführten Printmedien am 19.3. so kurz nach 19:00. Ein kurzer Blick auf die Texte zeigt, dass sie mit unterschiedlicher Headline fast ident sind und offenbar alle direkt aus der APA kamen:

Standard:
18.52: Uhr:
Aktuelle Daten über die radioaktive Strahlen-Belastung in einigen japanischen Städten legte der darauf spezialisierte Wissenschafter Gerhard Proehl vor. Demnach ergab sich am Samstagvormittag (Ortszeit) an mehreren Messstellen in Tokio ein Maximalwert von 0,13 Millisievert pro Stunde. Im 110 Kilometer von Tokio entfernten Kamikochi lag der Wert bei 0,18, in Nasukogen – 170 Kilometer von der japanischen Hauptstadt entfernt gelegen – 2,9 Millisievert pro Stunde.
Diese Werte liegen laut IAEO-Vorstand Andrews deutlich unter der Grenze zur Gesundheitsgefährdung. Es sei aber „zu früh, um die Daten abschließend beurteilen zu können“.

Krone:
Radioaktivität in der Luft weit unter Gefährdungslevel
Aktuelle Daten über die radioaktive Strahlenbelastung in Japan legte in Wien der darauf spezialisierte Wissenschafter Gerhard Proehl vor. Demnach ergab sich am Samstagvormittag (Ortszeit) an mehreren Messstellen in Tokio ein Maximalwert von 0,13 Millisievert pro Stunde. Im 110 Kilometer von Tokio entfernten Kamikochi lag der Wert bei 0,18, in Nasukogen – 170 Kilometer von der japanischen Hauptstadt entfernt gelegen – 2,9 Millisievert pro Stunde.
Diese Werte liegen laut IAEO- Vorstand Andrews deutlich unter der Grenze zur Gesundheitsgefährdung. Es sei aber „zu früh, um die Daten abschließend beurteilen zu können“. 

Presse:
19.00 Uhr – Daten über Strahlenbelastung
Aktuelle Daten über die radioaktive Strahlen-Belastung in einigen japanischen Städten legte im Rahmen einer Pressekonferenz der IAEA der Wissenschafter Gerhard Proehl vor. Demnach ergab sich am Samstagvormittag (Ortszeit) an mehreren Messstellen in Tokio ein Maximalwert von 0,13 Millisievert pro Stunde. Im 110 Kilometer von Tokio entfernten Kamikochi lag der Wert bei 0,18, in Nasukogen – 170 Kilometer von der japanischen Hauptstadt entfernt gelegen – 2,9 Millisievert pro Stunde.
Diese Werte liegen laut IAEO-Vorstand Andrews deutlich unter der Grenze zur Gesundheitsgefährdung. Es sei aber „zu früh, um die Daten abschließend beurteilen zu können“.

KLEINE ZEITUNG
Aktuelle Daten über die radioaktive Strahlen-Belastung in einigen japanischen Städten legte im Anschluss der darauf spezialisierte Wissenschafter Gerhard Proehl vor. Demnach ergab sich am Samstagvormittag (Ortszeit) an mehreren Messstellen in Tokio ein Maximalwert von 0,13 Millisievert pro Stunde. Im 110 Kilometer von Tokio entfernten Kamikochi lag der Wert bei 0,18, in Nasukogen – 170 Kilometer von der japanischen Hauptstadt entfernt gelegen – 2,9 Millisievert pro Stunde.
Diese Werte liegen laut IAEO-Vorstand Andrews deutlich unter der Grenze zur Gesundheitsgefährdung. Es sei aber „zu früh, um die Daten abschließend beurteilen zu können“.

Tiroler Tageszeitung
Aktuelle Daten über die radioaktive Strahlen-Belastung in einigen japanischen Städten legte im Anschluss der darauf spezialisierte Wissenschafter Gerhard Proehl vor. Demnach ergab sich am Samstagvormittag (Ortszeit) an mehreren Messstellen in Tokio ein Maximalwert von 0,13 Millisievert pro Stunde. Im 110 Kilometer von Tokio entfernten Kamikochi lag der Wert bei 0,18, in Nasukogen – 170 Kilometer von der japanischen Hauptstadt entfernt gelegen – 2,9 Millisievert pro Stunde.
Diese Werte liegen laut IAEO-Vorstand Andrews deutlich unter der Grenze zur Gesundheitsgefährdung. Es sei aber „zu früh, um die Daten abschließend beurteilen zu können“.

Nicht nur, dass ein kurzes Googeln gezeigt hätte, dass es sich um 
Dr. Gerhard Pröhl (nicht Proehl) gehandelt hat, führt eine Dosisleistung von 2,9 Millisievert/Stunde in weniger als 100 Tagen sicher zum Tod.
Ganz offenkundig hat man sich hier zwischen Nano-Mikro-Milli wieder einmal um Zehnerpotenzen verheddert.

Ich beziehe meine Infos über aktuelle Messungen übrigens derzeit u.a. von:
www.grs.de (Deutsch)
www.mext.go.jp (auch Englisch)
http://www.pref.miyagi.jp/ (Messungen um Sendai nur Japanisch, Zahlen aber selbsterklärend)

Written by medicus58

20. März 2011 at 08:44

Methodenloser Wahnsinn

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Am 11.03.2011 kam es in Japan, nahe der Küste vor Sendai um 14:46 Uhr (06:46 Uhr MEZ) zu einem schweren Erdbeben.
Hierdurch und durch die darauffolgende Flutwelle waren auch die Kernkraftwerksstandorte Fukushima I (Daiichi), Fukushima II (Daini), Onagawa und Tokai betroffen.
Unter den zahllosen Seiten, die darüber berichten, scheint mir die Geschichte und die aktuellen Ergebnisse in deutscher Sprache am besten und (soweit beurteilbar objektivsten) auf der Seite der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (www.grs.de) zusammengefasst.

Über meine persönlichen Erlebnisse der medialen Aufbereitung in den ersten acht Tagen nach dem Ereignis, werde ich hier wohl noch mehrfach reflektieren, ehe ich für mich eine abschließende Beurteilung finden kann.

Auch wenn augenblicklich das Medieninteresse wieder merklich nachläßt, muss klar festgestellt werden, dass es keinen Grund zur Entwarnung gibt. 

Eigentlich ist dieses Nachlassen des medialen Interesses ein weiteres Symptom dieses methodenlosen Wahnsinns.

Wenn wir kurz zusammenfassen: 
Als es für Europa aus rein naturwissenschaftlichen Gründen absolut keine Möglichkeit gab, mit der ausgetretenen Radioaktivität in Berührung zu kommen, weil 

  • die Menge in den ersten Tagen relativ gering war
  • nach allen vorliegenden Informationen im Ggs. zu Tschernobyl nicht so hoch ausgeworfen wurde, dass damals eine Verfrachtung in hohen Luftschichten zu befürchten war
  • das Ereignis tausende Kilometer entfernt ist, d.h. eine mögliche Verfrachtung nach Europa mindestens 2 Wochen benötigt hätte

erreichte der Medienhype solche Ausmaße,

  • dass um Kaliumjodidtabellten gekämpft wurde,
  • politische Parteien ihre Mitgliedern per Mail aufforderten sich die Tabletten von ihnen abzuholen
  • offizielle Stellen mit sinnlosen Messungen am Flughafen den Betrieb lahm legten
  • Messgeräte ausverkauft waren
  • auch angeblich seriöse Medien wie der ORF unter dem Vorwand der Information schamlos Quote machte („und welche verheerenden Folgen wären noch möglich“, „Sind die 50 Arbeiter nicht ohnehin dem Tode geweiht“, …)
  • dass AKW Gegner (Kromp, et al.) und AKW Befürworter (Atominstitut et al.) statt Information Stimmung für ihre Sicht machten
  • und unvermeidlich auch Politiker (Stress-Test-Berlakovitsch, Volksabstimmungs-Feymann, …).

ICH WILL DAMIT NICHT DIE GEFAHR VERHARMLOSEN, ABER DARAUF HINWEISEN, DASS PANIK GESCHÜRT WURDE, ALS ES DENKUNMÖGLICH WAR, DASS ZU DIESEM ZEITPUNKT IN ÖSTERREICH EINE GESUNDHEITLICHE GEFAHR BESTAND.

Nachdem die üblichen Epen des kollektiven Unbewußten abgearbeitet wurden:

In den ersten Tagen
CHINA SYNDROM:  
http://de.wikipedia.org/wiki/China-Syndrom
ab Mittwoch
DIE LETZTEN KÄMPFER: 300, Schlacht bei den Thermopylen
http://de.wikipedia.org/wiki/300_(Film)
ab Donnerstag
48 Stunden entscheiden: 
wie in Hollywood: 
http://www.imdb.de/title/tt0083511/
http://www.imdb.de/title/tt0099044/

wie schon bei der Ölpest
http://www.abendblatt.de/vermischtes/article1570584/48-Stunden-entscheiden-ueber-Erfolg-im-Kampf-gegen-Oelpest.html

so auch beim AKW
http://www.focus.de/panorama/welt/tsunami-in-japan/ungluecks-akw-fukushima-die-kommenden-48-stunden-entscheiden_aid_609483.html

erlahmt das Interesse, 
kam es noch immer nicht zum Super, Super, Super-GAU 
und den GAU haben wir doch schon eine Woche überlebt, also was solls, was macht Libyen eigentlich …

Wie bei allen großen Zwischenfällen mit offenen Radionukliden, sollte sinnvollerweise die Erregungskurve nicht aussehen, wie bei den evolutionär eingeübten Katastrophen:

Löwe sieht mich, ich benötige rasch maximale Aufmerksamkeit, um evtl. zu flüchten, gelingt es mir, kann ich mich wieder abregen.

Sondern sich der Halbwertszeit der involvierten Radionuklide anpassen, und die liegt z.T. im Bereich mehrerer tausend Jahre!

Wenn die Kaliumjodidtablette geschluckt wurde, ist der Spuk nicht gegessen, nun muss gemessen, dekontaminiert und hoch gerechnet werden. 
Wer das begriffen hat, der schätzt die Gefahren eines AKWs richtig ein, Herr Chefredakteur. Alles andere ist methodenloser Wahnsinn.

Written by medicus58

19. März 2011 at 12:14

Fremdfürchten

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Wir sehen derzeit in Japan eine der schwersten Naturkatsatrophen der Neuzeit, die in der Folge zu einer der schwersten Technologiekatastophen der Neuzeit führte.

Wenn ich aber verfolge, welche Meldungen hier in Euopa und in den USA, also Gesellschaften, die weit vom Ort der Katastrophe entfernt sind und im schlimmsten Fall ihr eigenes Gesundheitsrisiko um den selben Prozentsatz haben, wie sie es durch regelmäßiges Rauchen oder eine Risikosportart täten, durch die Medien gehen, wird mir übel.

Allein wenn weltweit diskutiert wird, ob die verbliebenen AKW Arbeiter sterben werden oder nicht, ist das für mich pornografisch.

Experten ohne Zahl werden vor das Mikrofon gebeten, Prognosen werden abgegeben auf der Basis von gegoogelten Informationen.

Abartig und zynisch ist unser Umgang mit diesem Problem.

Fremdfürchten, so wie fremdschämen ist Mode.

Ich habe mir einige Regeln für meine Kommunikation auferlegt und würde vorschlagen, dass sich dies so mancher Journalist, so mancher Experte, so mancher Lobbyist auch beherzigen sollte.

Reden nur über Themen, die man auch versteht.

Keine Möglichkeitsformen (Konjunktiv), sondern Fakten oder ggf. das Zugeben des eigenen Nichtwissens.

Keine suggestiven Fragen („welche verheerende Folgen wären noch denkbar…?“)

Kein Edutainment sondern brauchbare Informationen, mit denen der betroffene Kreis auch etwas anfangen kann.

Demut.

Eine unsortierte Beispielsammlung, weshalb ich das so sehe:

Medienberichterstattung über die 50 Arbeiter in Fukushima, denen euroäische Experten ausrichten lassen, dass sie „eh verheizt werden“.

http://www.n-tv.de/Spezial/Viele-der-50-Arbeiter-werden-sterben-article2857281.html

http://www.news.at/articles/1111/17/291697/tapfere-helden-geopfert-50-arbeiter-einsatz-leben

http://www.bz-berlin.de/aktuell/welt/50-arbeiter-kaempfen-gegen-den-gau-article1140824.html

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,751070,00.html

Written by medicus58

16. März 2011 at 20:12

Chronologie der Ereignisse II

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Wie schon gestern ( http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35157 ) bietet die Homepage der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien auch heute wieder ein Beispiel unfreiwilliger Komik.

Japan Earthquake Update (14 March 2011, 05:15 CET)
Based on information provided by Japanese authorities, the IAEA can confirm the following information about the status of Units 1, 2, 3 and 4 at Fukushima Daini nuclear power plant.

All four units automatically shut down on 11 March. All units have off-site power and water levels in all units are stable.  ……

Japan Earthquake Update (14 March 2011, 07:00 CET)

Japan´s Nuclear and Industrial Safety Agency (NISA) has provided the IAEA with further information about the hydrogen explosion that occurred today at the Unit 3 reactor at the Fukushima Daiichi nuclear plant. 
A hydrogen explosion occurred at unit 3 on 14 March at 11:01 am local Japan time. …….

Written by medicus58

15. März 2011 at 07:37

Chronologie der Ereignisse

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Copy and Past von der IAEA Homepage:
http://www.iaea.org/newscenter/news/tsunamiupdate01.html

Japan Earthquake Update (13 March 2011, 02:35 CET) 
Japanese authorities have informed the IAEA that Units 1, 2 and 4 at the Fukushima Daini retain off-site power. Daini Unit 3 is in a safe, cold shutdown, according to Japanese officials.

Japan Earthquake Update (14 March 2011, 01:30 CET
The containment building is intact at Unit 3.

Japan Earthquake Update (14 March, 2011, 04:00 CET)
Japan´s Nuclear and Industrial Safety Agency (NISA) has informed the IAEA that there has been an explosion at the Unit 3 reactor at the Fukushima Daiichi nuclear plant.
 

Japan Earthquake Update (14 March 2011, 07:00 CET)
Japan´s Nuclear and Industrial Safety Agency (NISA) has provided the IAEA with further information about the hydrogen explosion that occurred today at the Unit 3 reactor at the Fukushima Daiichi nuclear plant. A hydrogen explosion occurred at unit 3 on 14 March at 11:01 am local Japan time.

All personnel at the site are accounted for. Six people have been injured.

The reactor building exploded but the primary containment vessel was not damaged. The control room of Unit 3 remains operational.

The IAEA continues to liaise with the Japanese authorities and is monitoring the situation as it evolves.

Letztstand der IAEA HP am 14.3.2011 14:35

Written by medicus58

14. März 2011 at 17:33

Ein kurzer Zwischenbericht: Ein paar Gedanken zu Fukushima

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Es ist der 14.3. und  kurz nach 18:00. Ich sitze in Österreich und es ist mir ein Bedürfnis aus den letzten Tagen Medienbeobachtung über die Berichterstatung über das AKW bei Fukushima ein paar Lehren zu ziehen:

Die Kombination aus zögerlicher Berichterstattung öffentlicher Stellen in Japan und der IAEA, dem Informationsbedürfnis des Publikums und dem Zwang unserer Medien dieses mit den nicht vorhanden Informationen zu füllen ist brandgefährlich!

siehe auch: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35157
Versuche dieses Gemenge durch sachlich durchaus richtige Informationen zu durchbrechen, werden als Beschwichtigung interpretiert.

Die an sich richtige Information, dass man wenig weiß (weil die vor Ort Betroffenen vermutlich etwas anderes zu tun haben, als Interviews zu geben), ist nicht zu vermitteln.

Man sollte dazu übergehen, das zu sagen was man weiß, also im konkreten Beispiel, dass auch im maximal denkbaren Katastophenfall bei den AKWs in Japan, trotz möglicher Kontamination der Atmosphäre in Europa keine Schutzmaßnahmen (Kaliumjodidtabletten, andere Antidote, Bunker, ….) erforderlich sein werden.

Die maximal anzunehmende Gesundheitsrisiko für uns in Europa wird sicher niedriger sein als bei einer durchschnittlichen Grippewelle.

Was könnten wir akut verbessern?

Keine Suggestivfragen: „… zu welchen verheerenden Folgen kann das führen …“ (O-Ton Abendjournal)

Fragen an die richtigen Leute stellen:
medizinische Fragen an Ärzte (hier Nuklearmediziner, Radioonkologen), technische Fragen an AKW Techniker, 
physikalische Fragen an Kernphysiker, …. etc.

Vermeidung des Konjunktivs! 
Jede Aussage und jede Frage, die nur im Konjunktiv möglich ist, verwirrt mehr als sie informiert.

Keine mutwillige Ausweitung des Kontexts
Wenn im Anschluss an eine der schwersten Naturkatastrophen der Neuzeit auch schwere technische Probleme auftreten ist das kein Grund politisches Kleingeld zu wechseln und einen „(O-Ton Min. Berlakovitsch) Stresstest für AKWs zu fordern“. Das klingt gut, ist aber schwachsinnig, weil es in Europa wenig sinnvoll ist, sich gegen ein derartig schweres Erdbeben zu wappnen. Andere Risken (z.B. Sabotage, Terrorismus) sind wahrscheinlicher als ein Tsunami …

Ich meine dies nicht einmal zynisch: 
Verunsicherten Menschen sollte eher geraten werden zu beten! 

Ritualisierte Handlungen scheinen eine gute Alternative zu atemloser Suche nach immer mehr – sinnloser – Information.

Ich nehme übrigens jede Wette an, dass wir in sechs Monaten keinen Gedanken mehr daran verschwenden Energie zu sparen, um ein paar AKWs einzusparen.

Vergleiche auch: 
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35106
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35155

Written by medicus58

14. März 2011 at 17:32

AKW-Besorgnis-Castor: Das ABC der Strahlenangst

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Ich muss wohl irgendwann was über Strahlenangst schreiben, vorerst möchte ich aus aktuellem Anlass auf einen Artikel aus 2003 verweisen, den ich auch literarisch hervorragend finde und auf den ich in einem Forum aufmerksam gemacht wurde:
http://www.zeit.de./2003/48/Gorleben

Fazit: es ist nicht so, wie man glaubt, dass es ist …

Written by medicus58

14. März 2011 at 11:08

Wer Angst hat, den ängstigt jede Information

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Warum können wir uns über die Einschätzung der Gefahren ionisierender Strahlen so wenig einigen?

Teil 1: Ein Test
Kennen wir etwas, dann werden wir sorglos und unterschätzen das Risiko.
Ist uns etwas unbekannt, dann fürchten wir uns und überschätzen das Risiko.
In beiden Situationen ist unsere Einschätzung im Hinblick auf das „wahre“ Bedrohungspotential einer Gefahr inadäquat. 
Im konkreten Fall der Bedrohung durch ionisierende Strahlen (Röntgen, Nuklearmedizin, Strahlentherapie, AKW, Atombomben, … UFOs) führt dies entweder zur Verharmlosung oder zum Weltuntergangsszenario, bzw. zu jeglichem Kommunikationsverlust zwischen „Befürwortern“ und „Gegnern“.

Ich möchte hier eine einfache Anleitung geben, wie man sich seine persönliche Meinung bilden kann. Ob jemand dafür oder dagegen ist, hängt, wie wir sehen werden, nicht nur von der Faktenlage ab, sondern auch von der persönlichen Gewichtung anderer Faktoren.

Ein Beispiel: Nehmen Sie an, der Wetterbericht spricht für morgen Nachmittag von einer 20%-igen, 40%-igen, 60%-igen oder 80%-igen Niederschlagswahrscheinlichkeit und Sie in Urlaubsbekleidung (T-Shirt, Shorts) sollen entscheiden, ob Sie morgens einen Schirm mitnehmen. Die sehr Ängstlichen, die jede „Gefahr“ ausschließen wollen, packen den Schirm in jedem Fall ein, den „Berufsoptimisten“ ist der Wetterbericht sowieso egal; die Mehrheit wird ab einer bestimmten Wahrscheinlichkeit den Schirm dabei haben. Tauschen wir in unserem Beispiel die leichte Sommerbekleidung gegen ein Designerkleid / einen Designeranzug aus edlem Tuch, das wir wegwerfen können, wenn es nass wird, wette ich, wofür jede(r) sich auch immer entschieden hat, in diesem Fall schon früher zum Schirm greifen.

Merke: Die objektive Beurteilung einer Gefahr kann auch für rationale Menschen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen, je nachdem wie sie Zusatzfaktoren gewichten.

Teil 2: Nur ein Begriff, dann geht’s weiter im Programm
Um eine Gefahr werten zu können, muss sie quantifiziert werden können. 
Für die Wirkung ionisierender Strahlen gibt es sehr viele Einheiten, die selbst „Experten“ manchmal verwechseln. Einigen wir uns hier nur über Millisievert (mSv) zu sprechen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sievert_(Einheit)

Zur Erklärung: Treffen ionisierender Strahlen auf Gewebe wird ein Teil ihrer Energie absorbiert. Um unterschiedliche Formen ionisierender Strahlung in ihrer unterschiedlichen biologischen Wirkung vergleichen und quantifizieren zu können, bedient man sich des Begriffes der Äquivalentdosis und der Einheit Sievert (1 Sv=1000 mSv).
Zur Veranschaulichung: Halten Sie sich 1 Jahr im Grazer Becken auf, so führt die natürliche Strahlenexposition (Radon, Erdstrahlung, kosmische Strahlung…) zu einer Exposition von 2 mSv. Durch die höhere natürliche Strahlung der alten Gebirgsstöcke im Waldviertel, würden Sie dort 4 mSv pro Jahr abkriegen. Je nach Technik führt eine Computertomografie des Brustkorbs zu 5-8 mSv.
Teil 3: Wovor sollen wir uns fürchten
Trifft ionisierende Strahlung auf belebter Materie so kann das zum Auftreten chemisch aggressiver Moleküle und Mutation der Erbsubstanz führen.
Wenn wir uns also vor den Folgen ionisierender Strahlung fürchten wollen, dann können wir uns vor prinzipiell drei Dingen fürchten:

  • Wir erleiden einen Organschaden (von Hautrötung bis zu raschem „Organzerfall“).
  • Wir entwickeln einen bösartigen Tumor (z.B. manche Leukämieformen).
  • Unsere Nachkommen sind geschädigt (z.B. Missbildungen).

Da Organismen stets ionisierender Strahlen ausgesetzt sind, haben Sie für diese Schäden Reparaturmechanismen entwickelt. Tritt ein Schaden auf, war entweder die Stärke der ionisierenden Strahlung zu stark oder die Reparaturmechanismen zu schwach.

Teil 4: Welche Wirkungen ionisierender Strahlen kennen wir?
Wir unterscheiden zwischen deterministischen und stochastischen Wirkungen.
Für deterministische Wirkungen besteht, wie für Medikamente und Gifte eine Dosis-Wirkungs-Beziehung, d.h. eine Verdopplung der Dosis führt zu einer Verdopplung der Wirkung bei allen Organismen. Nachweisbare deterministische Wirkungen (z.B. Blutbildveränderungen) treten jedoch erst über einer Schwelle von etwa 100 mSv auf, 7000–1000 Sv sind tödlich.
Woher weiß man das?
Für Expositionen oberhalb der Schwellendosis weiß man das aus Messungen an Strahlentherapiepatienten, dokumentierten Strahlenunfällen und den Atombombenversuche und –abwürfen.
Die verständliche Analogie für deterministische Wirkungen wäre z.B. für das bekannte Medikament Aspirin (Acetylsalicylsäure):
Für z.B. 1 mg/Tag sind keine Wirkungen nachweisbar, 100 mg verhindern nachweislich die Entstehung von durch Bluttplättchen verursachten Blutgerinnseln, 500–1000 mg wirken als Schmerzmittel, mehrere Gramm sind tödlich.

Für die öffentliche Diskussion sind aber die deterministischen Wirkungen von geringer Bedeutung, da die entsprechenden Expositionen weder im Rahmen von Castor-Transporten noch im Umfeld von AKWs erreicht werden. Wenn wir von den alltäglichen Gefahren ionisierender Strahlen sprechen, meinen wir die stochastischen Wirkungen.

Stochastischen Wirkungen sind Strahlenwirkungen, die auf Vorgängen zufälliger (=stochastischer) Art beruhen.
Im Gegensatz zu den deterministischen Wirkungen gelten für stochastischen Wirkungen andere Regeln, die – soviel darf vorgegriffen werden – mit dafür verantwortlich sind, dass verschieden Menschen zu so unterschiedlichen Bewertung der Gefahren durch ionisierende Strahlen kommen:
 

  • Die Dosis-Wirkungsbeziehung gilt nicht. 
  • Wir können keinen Schwellenwert angeben, unter dem „ganz sicher“ keine Wirkung eintritt.
  • Der Eintritt stochastischer Wirkungen kann nur mit den Mitteln der Wahrscheinlichkeitsrechnung vorausgesagt werden.
     http://de.wikipedia.org/wiki/Wahrscheinlichkeitsrechnung
  • Aussagen über Wahrscheinlichkeiten gelten nur für unendlich viele Ereignisse.
    Nur wenn ich unendlich oft würfle, werde ich am Ende wirklich in 1/6 aller Würfe einen Sechser gewürfelt haben. Es entspricht aber unserer leidvollen Erfahrung beim Würfelspiel, dass der Gegner an einem Abend durchaus auch häufiger einen Sechser würfeln kann.
    Für eine endliche Anzahl an Beobachtungen kann für alle Aussagen somit immer nur ein Vertrauensbereich angegeben werden, innerhalb dessen die beobachteten Ergebnisse liegen werden. 
    Für normal verteilte Ereignisse (http://de.wikipedia.org/wiki/Normalverteilung) kann dann mit 95% Sicherheit ausgesagt werden, dass die beobachteten Ergebnisse nicht niedriger als der Mittelwert (http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelwert ) minus 2 Standardabweichungen (http://de.wikipedia.org/wiki/Standardabweichung), aber auch nicht höher als der Mittelwert plus 2 Standardabweichungen liegen werden.
  • In Ermangelung statistisch sicherer Daten für Expositionen, die < 100 mSv bewirken, wurde festgelegt, dass das Risiko über eine lineare Extrapolation aus den Daten höherer Expositionen berechnet wird. Das ist zwar angreifbar, jedoch wäre auch jede andere Festlegung angreifbar! (siehe Teil 6)

Teil 5: Weshalb ist es so schwierig, harte Daten für stochastische Wirkungen „niedriger“ Strahlenexpositionen anzugeben?

Für Expositionen über 100 mSv bestehen ausreichende Daten aus den oben genannten Quellen (Strahlentherapie, Strahlenunfälle, Atombombenversuche, …), um die statistische Eintrittswahrscheinlichkeit bestimmter Effekte mit geringer Streuung zu berechnen.
Für Expositionen unter 100 mSv streuen die Daten über einen weiten Bereich: Egal ob Studien an Zellen, Tieren oder Menschen durchgeführt wurden, fanden sich sowohl Hinweise, dass niedrige Expositionen im Sinne einer Hormesis ( http://de.wikipedia.org/wiki/Hormesis) zu verminderter „Krebsrate“ führen, als auch dafür das sie die „Krebsrate“ steigern. Es ist falsch dahintergleich eine wissenschaftliche Verschwörung der AKW-Lobby zu vermuten
Der Grund ist auch ein statistisches Problem:
Je niedriger der Schaden einer Exposition ist und je mehr andere Einflussfaktoren (Genetik, life style, Rauchen, …) zum gleichen Effekt führen, desto größere „Versuchspopulationen“ benötigt man:
Derzeit versterben 25% der Österreicher an „Krebs“. Um zum Beispiel einen statistisch harten Beweis zu führen, dass eine niedrige Strahlenexposition weniger als 1% zusätzliche „Krebstote“ verursacht, müsste man die Strahlenexposition von ein paar Hunderttausend Menschen im Rahmen einer kontrollierten Studie über viele Jahre studieren und dabei auch alle anderen relevanten Einflussfaktoren (individuelles genetisches Risiko, Änderung der Rauchgewohnheiten, berufliche Expositionen, Begleiterkrankungen, …..) messen und berücksichtigen.
Auch die auf den ersten Blick für viele vielleicht absurd erscheinenden Ergebnisse der Hormesis, lassen sich auch durch die hohe statistische Streuung der Ergebnisse im „Niedrigdosisbereich“ erklären.

Teil 6: 100 mSv führen zu einer 0,5%-igen Erhöhung der Karzinomhäufigkeit, oder? 
Aus sicheren Daten, wie:

  • 7000 -10.000 mSv fürhen zum akuten Strahlentod
  • 4500 mSv sind für 50% der Opfer tötlich
  • 1000-2000 mSv führen zu schweren Blutbildveränderungen
  • 500-1000 mSv fürhen zu nachweisbarenBlutbildveränderungen
  • 1000 mSv führen zum Abort

ergibt sich durch lineare Extrapolation, dass ein Mensch, der eine Äquivalentdosis von 100 mSv erhält ein 0,5% höheres Risiko hat, ein Karzinom zu entwickeln.

Ein zweiter Test:
Ob Sie das für sinnvoll erachten können, können Sie leicht feststellen:

Statistisch ist es ziemlich sicher, dass unter 200 Männern, die 8000 Zigaretten pro Jahr rauchen, einer pro Jahr an den Folgen sterben wird. 
Daraus folgt bei linearer Extrapolation, dass von 20.000 Männern, die 80 Zigaretten pro Jahr rauchen, einer pro Jahr an den Folgen sterben wird und  unter 1,600.000 Männern, die 1 Zigarette pro Jahr rauchen (entspricht im Risiko einer Äquivalentdosis von 0,05 mSv/Jahr), einer pro Jahr dadurch ins Grab marschiert.

Können Sie mit dieser Analogie leben, dann ist für Sie die lineare Extrapolation der Folgen hoher Strahlenwirkungen auf den Niedrigdosisbereich sicher auch nachvollziehbar. 
Haben Sie Zweifel über die Sinnhaftigkeit des Vorgehens, dann bin ich bei Ihnen, aber falsch, d.h. widerlegbar ist die Rechnung nicht.
Finden Sie eine bessere Lösung, ist Ihnen ein Nobelpreis gewiss ….

Teil 7: Persönliche Gewichtung
Wie wir in Teil 1 gesehen haben, können bestimmte Risken (Niederschlagswahrscheinlichkeit laut Wetterbericht) von uns in Abhängigkeit anderer (durchaus objektiver) Gründe (Designerkleid) unterschiedlich gewichtet werden. 
Wenn wir uns für oder gegen ein Risiko aussprechen, müssen wir auch immer angeben, welches Risiko im Hinblick auf welchen Nutzen wir bereit sind zu akzeptieren und über welche Zeiträume wir sprechen. 

Beispiele: 
Wenn Sie mit dem Auto zu einer Demo gegen ein AKW fahren, ist das Risiko dabei bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen viel höher, als dass während dieser Zeit das AKW einen GAU erlebt.
Wenn Sie zu ihrem 80. Geburtstag eine Röntgenuntersuchung ablehnen, weil Sie sich vor den „Strahlen“ fürchten, ist die Wahrscheinlichkeit höher bald an der unerkannten Erkrankung zu sterben, als nach 15 Jahren an einem strahleninduzierten Karzinom.
Wenn Sie für Ihr 7-jähriges Enkelkind bei jedem Husten ein Lungenröntgen fordern, ist das Nutzen-zu-Risiko-Verhältnis umgekehrt.

ich persönlich habe gegen den Betrieb des AKW Zwentendorf gestimmt, nich weil ich davon ausging, dass das Risiko des Werkes um so viel höher ist als viele andere Technologien, sondern u.a. weil ich das sehr geringe Risiko, dass der radioaktive Abfall innerhalb eines Jahres aus der Lagerstätte ins Grundwasser gelangt, mit der Anzahl der Jahre multipliziert habe, die es dauert, bis dieser Abfall radioaktiv zerfallen ist. Überdies, und das ist nun weder ein physikalisches noch ein statistisches Argument, weil ich es als unstatthaft empfinde ein Risiko einzugehen, dass für spätere Generationen schlagend wird!

ZUSAMMENFASSUNG:

Wir können uns in der öffentlichen Diskussion so schlecht auf eine gemeinsame Wertung der Gefahren ionisierender Strahlen einigen, weil
1. wir nicht zwischen deterministischen und stochastischen Wirkungen differenzieren
2. wir nicht wahr haben wollen, dass es aus statistischen Gründen praktisch unmöglich ist den potentiell zusätzlichen Schaden im Bereich niedrige Dosen innerhalb eines engen Vertrauensbereiches zu quantifizieren
3. wir nicht klar sagen, welche Gewichtung wir als Person den einzelnen Begleitfaktoren zubilligen.

Written by medicus58

14. März 2011 at 11:06

Fukushima FF

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Das Internet und seine Blogs brodeln mit Expertenmeinungen zu den Vorgängen in Japans AKWs.
Die Medien haben schon mehr „Kernschmelzen“ vermeldet, als Raktoren im Land sind ….

Da sich offenbar kaum jemand, erschreckenderweise auch nicht die IAEA, im Besitz harter Informationen ist, blüht der Unsinn.

Hier sollen nicht noch mehr Mutmaßungen verbreitet werden, jedoch ein paar Gedanken, die nur scheinbar mit der Angelegenheit nichts zu tun haben …

1) SIMCITY:
Jeder, der wie ich vor vielen Jahren mit den ersten Versionen dieser Simulation seine CPU glühen ließ weiß, dass er irgendwann einmal vor die Alternative gestellt war: Ende des Wachstums, weil der Energiebedarf der Stadt zu groß wurde, um es ökologisch zu decken, oder ein AKW hin stellen, das im Störfall ein paar Felder unbrauchbar machen kann.
Gute PC Games haben noch selten einen der Grundkonflikte moderner Gesellschaften so einfach nachvollziehbar gemacht.

2) HILFSMANNSCHAFTEN MACHEN SICH AUF DEN WEG
Als Ausdruck unserer Solidarität mit den Menschen in Naturkatastrophen, machen sich sofort Gruppen (in Begleitung einiger Reporter) Sanitäter ohne Grenzen (RK, Samariterbunf, Ärzte ohne Grenzen, ….) und Hundestaffeln auf, um Hilfe zu bringen.
Aber hallo, Japan ist einer der am weitesten entwickelten Ländern der Welt! Kann es sein, dass die dort ein paar unserer Katastrophentouristen nötiger brauchen, als Energieträger und den Ersatz zerstörter Gegenstände (Medikamente, Maschinen, …..)?

3) WIE WÄRE DAS „Raus aus Euratom“ VOLKSBEGEHREN AUSGEGANGEN, WEN ES DIESE WOCHE BEGONNEN HÄTTE?

4) DENKT AUGENBLICKLICH NOCH JEMAND AN HAITI, CHILE, … oder die offenbar nun siegreichen Truppen des Herrn Gaddafi?

Wie gesagt, das hat alles scheinbar nichts mit der Katastrophe in Fukushima zu tun, deshalb einen noch ernstgemeinten Rat gegen die umhergreifende Paranoia …. bitte schlucken Sie in Österreich keine Kaliumjodidtabletten, sie lösen damit nur schlimmstenfalls eine Schilddrüsenüberfunktion aus ….

Siehe auch: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35106

Written by medicus58

14. März 2011 at 11:01

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