Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for Dezember 2019

Optimismus ist angesagt


Umfragen ergaben zuletzt großen Optimismus. Um welchen Zweck solche Umfragen angestellt werden und ob es sich dabei um Zweckoptimismus handelt, sollten Sie einen Pessimisten wie Ihren Medicus nicht fragen.

Kein Wunder, gibt es doch wenig Berufe deren Endzweck – Leben retten – so regelhaft scheitert, wie der des Arztes. Aber bemühen wir uns mal um einen guten Rutsch.

Wir bekommen eine neue Regierung, die so sicher wenige Wähler wollten. Schwer vorstellbar, dass es derartig schizoide Wähler gab, die Kurz’ens Wirtschaftshörigkeit strategisch durch Koglers Letztes Aufgebot konterkarieren wollten. Viel eher wollten die paar ihren Sozenhass, der inzwischen auch die SPÖ erfasst haben dürfte, durch ein Ökomäntelchen verstecken. Dass von allen Ökobemühungen der Grünlinge ohnehin nur ein paar Begegnungszone und Radwege durchsetzbar sein werden, dafür sorgte die Aufteilung der Ministerien.

Optimistisch mag einen stimmen, dass Kogler, der es als Spitzenkandidat der EU Wahlen vorzog sich in den Nationalrat wählen zu lassen, es nun HC Strache nach macht, Vizekanzler für Sport und Beamte zu werden, als auf eine Aufgabe zu bestehen, die seiner Qualifikation wirklich entspricht. Bequemer ist es so für ihn, aber ob Blümel für das Finanzministerium qualifizierter ist, mag bezweifelt werden. Ob er sich dadurch auch Valenzen für eine Spitzenkandidatur bei der Wien Wahl freihalten will? Irgendjemand muss ja Lobautunnel, Heumarkt und Chorherr wegreden ..

Wie schon früher befürchtet sucht man das Wort Gesundheit in der zukünftigen Regierung vergeblich und das kann ja wohl kaum dem Umstand geschuldet sein, dass wir hier so gut unterwegs wären: Parteipolitisch motivierte Kassenzusammenlegung und zusätzliche Bürokratie ohne Finanzierung aus einer Hand, wird uns wohl erhalten bleiben.

Dafür gibt es ein Integrationsministerium, weil das Problem durch den damaligen Integrationsstaatssekretär Kurz offenbar nicht nach haltig gelöst wurde, und zur Sicherheit hat man dann im Ministerrat eine Stimme mehr, um die Stadionbeleuchtung gegen die Insekten zu verteidigen.

Aber trotzdem wollen wir mit Optimismus das Jahr beschließen, nicht als Staatsbürger, da ist wenig Grund dazu, aber als Blogger:

Themen wird uns 2020 genug liefern.

Written by medicus58

31. Dezember 2019 at 11:47

Stadt Wien/KAV übernahm schon längst die Aufgaben der Krankenkasse, nun zahlen sich auch noch dafür

leave a comment »


Die Ambulanzen der Krankenhäuser sind seit Jahren überfüllt, weil die für die extramurale Versorgung zuständigen Krankenkassen ihren Job nicht machen, die Kassenverträge limitieren, die Tarife lächerlich gering halten und Arbeitsbedingungen so mies machten, dass sich niemand mehr findet unter diesen Bedingungen arbeiten zu wollen, was sich aus Sicht der Krankenversicherungen kostendämpfend auswirkt.

Die permissive Haltung den Wahlärzten gegenüber hat den Kassen noch mehr Geld gespart, das sie maximal 80% der normalen Tarife für eine i.d.R. zeitaufwendigere Leistungserbringung zahlen. Den Rest und mehr zahlen die Versicherten.

Wir sehen, dass in diesem Spiel immer die Pflichtversicherten die Geschädigten sind, entweder als Versicherte, als Selbstzahler oder als Steuerzahler.

Die 22 Millionen Euros, die Anfang Dezember von der Landeszielsteuerungskommission für Investitionen im niedergelassenen Bereich beschlossen worden und laut Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker u.a. in 16 neue medizinische Zentren in der Nähe und zur Entlasstung von Krankenhäusern fließen sollen, ist eigentlich ein alter Hut. So ein Gebäude hat man schon vor das KH Nord gestellt.

Laut Medienberichten werden dies gerade die beiden „Player“ umsetzen, Ärztekammer und Gebietskrankenkasse, die seit Jahren für die unzulängliche extramurale Versorgung verantwortlich sind, umsetzen. Well, done.

Jetzt kräht eh kein Hahn mehr danach, insbesondere wie man die fehlenden Mitarbeiter (Ärzte und Pflege) auftreiben kann, wie sich das mit den bestehenden Tarifen finanzieren lassen soll, wenn die 22 Mille alle sind und vor allem, weshalb das die Krankenhäuser entlasten soll.

Die in diesen Modellen immer angesprochene „enge Zusammenarbeit mit den Spitälern“ lässt Böses ahnen. Und wenn man in Ermangelung rekrutierbaren Personals sich dieses aus den Spitälern besorgen will, so wie im Wiener Rettungswesen, dann kann man den „Wiener Gesundheitsverbund“ 2020 gleich in einem Aufwaschen in Schilda m.b.H. umbenennen.

Vielleicht ist es doch ein größeres Problem, dass die politische Farbe einer Landesregierung meist auch jene der Krankenkasse ist.

Written by medicus58

27. Dezember 2019 at 20:39

Best of Böse

leave a comment »


Seit Jahren listet Der Falter die nach Meinung der Redaktion 100 wesentliche Bösewichter des Jahres auf. Die Inseratenpreise für 2020 stehen übrigens schon fest.

Wenig überraschend führte 2019 Der Heilige Christian Strache die Liste an, nur scheint dies ungerecht:

Wirklich Böse sind erfolgreich, vom Auftritt im Ibizavideo bis zur Auswahl seiner Leibwächter hatte Strache kein erfolgreiches Händchen und letztendlich selbst in die Bedeutungslosigkeit gesprengt. Ja, er hat seiner Partei und den Rechten geschadet, aber noch ist unklar, wie nachhaltig das war.

Wenn man in der österreichischen Politik einen Oberbösen sucht, dann würde ich einen anderen Christian vorschlagen: Christian Deutsch

Der gescheiterte Medizinstudent schafft es seit mindestens einem Jahrzehnt die SPÖ zu ruinieren.

Ob er als Konsulent für Marketing und Werbung der SPÖ-nahen Zentralsparkasse maßgeblich an deren Ende mitarbeitete, entzieht sich meiner Kenntnis, seine Beteiligung am Sturz von Bürgermeister Häupl (Wer nix ist und wer nix kann, der patzt den Bürgermeister an) ist amtsbekannt. Er brachte für seine Rache weniger als vier Jahre, dass er von Häupl 2014 abgesetzt wurde, nachdem er offenbar kein Interesse an einer Parteireform hatte.

Letztlich hat sich Ex-SP-Chef Kern im Oktober 2018 selbst in die Luft gesprengt, jedoch half Deutsch kräftig mit ihn sturmreif zu schießen.

Als Belohnung durfte Christian Deutsch dann für die SPÖ und Rendi-Wagner die Nationalratswahl 2019 versemmeln.

Was den Matura ten eines privaten katholischen Gymnasiums zu all seinen Jobs in der Zentralsparkasse, der ARWAG, Bezirks- und Gemeinderat und dazwischen der Mietervereinigung, fachlich befähigt, ist unklar, alle aufgelegten Elfer (Ibiza, ÖVP Schulden, Kurz Freundeskreis, FPÖ Zwistigkeit um HC,…) hat der Wahlkampfleiter der SPÖ verschossen.

Die Groteske um das Gehalt von SP Lercher hätte nichtmal einem Politik-Frischling do aus der Hand gleiten dürfen.

Hilflos den maroden Parteifinanzen gegenüber tappte er in den Spin „Kündigung per Mailund ließ Rendi-Wagner uninformierte Interviews über Verhandlungen geben, obwohl die Personen, die gekündigt werden sollen, schon hinter ihrem Rücken ausgemacht wurde.

Im Dezember überstand die SPÖ nur knapp einen offenen Putsch und das Betteln um Parteispenden wurde an die ZIB geleakt.

Sowas passiert nicht, sowas muss beabsichtigt sein. Sowas ist nicht dumm, sowas ist Best of Böse.

Wenn Bruno Aigner sagt: Deutsch ist Partei in der Partei, dann ist das euphemistisch, eher ist er ein Torpedo mit Umkehrschub: Es sprengt zielsicher seine Abschussbasis und überlebt das bereits mehrfach.

Legen Sie Machiavelli zur Seite und nehmen Sie das Deutsch-Buch zur Hand, da können Sie noch was lernen, das selbst den Borgia zu brutal gewesen wäre.

Written by medicus58

23. Dezember 2019 at 13:53

Personen kommen und gehen, was bleibt ist der Stil im KAV

leave a comment »


Vor vier Jahren haben wir hier unter dem Titel So funktioniert die Generaldirektion des KAV: Chronik der Unwahrheiten Kritik geübt.

War damals eine turbulente Zeit und die wesentlichen Mitspieler haben sich seither verlaufen, nur hat sich was geändert?

17.6.2019 Presse Wilhelminenspital: FPÖ fordert Rücktritt von KAV-Chefin
Erweiterung der Notaufnahme kann aus Personalmangel nicht in Betrieb gehen

27.9.2019 Kurier Krankenhaus Nord: „Von einem Vollbetrieb kann keine Rede sein“
Zwei OP-Säle wegen Personalmangels gesperrt.

26.11.2019 Gibt es im KH Nord einen akuten Ärztemangel?
Herwig Wetzlinger (AKH/KAV Direktor; Wer ist denn der Wetzlinger? ):
Dass wir bei den Ärzten einen Personalnotstand haben, ist schlichtweg falsch! …. Fakt ist, dass von 440 Stellen aktuell 20 nicht besetzt sind.

8.12.2019 Krone: Am Montag werden die Mitarbeiter ihre Arbeit niederlegen und eine Dienststellenversammlung abhalten. Damit soll dem Vernehmen nach neben der knappen Personalsituation auch gegen bauliche Probleme und mangelnde Einschulungen protestiert werden. 

9.12.2019 Prozesse evaluiert
70 neue Dienstposten im Krankenhaus Nord

14.12.19 KAV-Direktorin im Talk
Proteste im KH Nord „ganz normaler Prozess“ Wir haben am Montag 70 neue Dienstposten für Pflege, Medizin und Schreibkräfte angewiesen.

15.12.19 Die Presse: „Idioten“, „Tabubruch“: Gesundheits­stadtrat und Ärztekammer­präsident im Infight
Seit der Eröffnung des KH Nord im Sommer vergeht kaum eine Woche, in der Ärzte und Pfleger nicht auf den Personalmangel hinweisen. Sie, Herr Hacker, sprechen dennoch von einem „fulminanten Start“…

Peter Hacker:
 Und dabei bleibe ich auch …. Die Übersiedlung in die Klinik Floridsdorf war eine Meisterleistung des Krankenanstaltenverbundes. Das Herunterfahren des Äquivalents eines ganzen Spitals haben wir in der Gesundheitsversorgung der Stadt nicht gespürt. Diese großartige Leistung der Mitarbeiter sollte auch die Ärztekammer anerkennen, anstatt ihnen auf riesigen dunklen Plakaten auszurichten, was für Idioten sie sind.

Jetzt finden sind natürlich auch die Kritiker nicht ausschließlich von heeren Motiven bewegt und schreiben eben brav, was ihnen befreundete Oppositionspolitiker so einflüstern. Über vielleicht eben so große Probleme im Gesundheitsproblem anderer Bundesländer liest man deutlich weniger, nur entsprechen die aufgezeigten Probleme durchaus den Fakten. In der Wiener Gesundheitspolitik und im KAV Management hat man aber noch immer nicht gelernt damit konstruktiv um zu gehen.

Nichts hat sich am inadäquaten Konstanzverhalten geändert:

Ableugnen – partiell Nachgeben – Anpflaumen

Link: Addendum Hausgemachter Personalmangel

Written by medicus58

19. Dezember 2019 at 18:04

Der Hausarzt warnt zu Recht: zu wenig und zu viel ist den Narren ihr Ziel

with one comment


OK, der Spruch stammte von meiner Großmutter, aber die Salzburger Nachrichten umschrieben die Warnung der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin vor einem Zuviel an medizinischen Leistungen auch irgendwie reißerisch mit: Wenn der Arztbesuch krank macht …

Ärztehasser mag das Statement verwundern, da sprechen „Gesundheitsdienstleistungsanbieter“ scheinbar gegen ihren Umsatz. Haben wir nicht seit Jahren gehört, dass wir Ärzte geldgierig und nur die Vollstrecker der Pharmaindustrie sind und jetzt klagt ein Hausarzt darüber, dass die Patienten ungehalten werden, wenn er bei einem grippalen Infekt nicht gleicht zum Antibiotikum greift.

Man nahm sich die US Choose wisely Kampagne zum Vorbild, und Anna Glechner vom Ärzteinformationszentrum der Donau-Universität Krems warnte prinzipiell vor einem Zuviel an medizinischen Leistungen, die negative Effekte mit sich bringen können.

So weit so gut. Blöd ist nur, dass die angekündigte ÖGAM Patienten-Broschüre, die die Patienten auf die fünf größten Probleme dieses Phänomens hinweisen und u.a. zuviel Antibiotika, Röntgenaufnahmen und PSA-Bluttests weder auf der Homepage der Gesellschaft noch via Dr. Google zu finden ist.

Publizieren tut Frau Glechner das zwar schon: https://link.springer.com/article/10.1007/s00608-019-0650-5 aber die Broschüre konnte ich nicht auftreiben.

Also bitte liebe Leser, wenn Sie ein Exemplar haben, dann lassen Sie sie mir bitte zukommen, damit ich sie dem nächsten Kollegen vorlesen kann, der partout nicht einsehen will, dass eine Untersuchung sinnlos ist, obwohl er sie sich eingebildet hat …

Written by medicus58

18. Dezember 2019 at 20:22

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin

Tagged with , ,

Bildergeschichten

leave a comment »


Der Standard berichtete, dass ein seit längerem in Haft (!) befindlicher und zwei mutmaßliche Komplizen, die schon in U-Haft genommen wurden, terroristische Anschläge

zwischen Weihnachten und Neujahr den Weihnachtsmarkt am Stephansplatz, danach in Salzburg, Deutschland, Frankreich und Luxemburg beabsichtigten.

Sehr viel mehr als das wurde bislang nicht veröffentlicht, nur will ich dringend hoffen, dass die Ermittlungen zu dem beabsichtigten Ausbruch und den Anschlägen schon seit längerem laufen, sonst wäre die Bebilderung mit einem aktuellen Weihnachtsmarkt extrem spekulativ, die nicht nur der Standard sondern praktisch auch alle anderen Medien gewählt hätten, um den Lesern das Gruseln zu lehren.

Written by medicus58

17. Dezember 2019 at 08:40

Streichungen auf Wählerlisten: Lernte die ÖVP das von den USA

with one comment


In den USA nahmen gezielte Streichungen auf den Wählerlisten seit Jahren beängstigte Ausmaße an: Brennan Center for Justice.

Zwischen 2016 und 2018 betraf dies 17 Millionen Wähler.

Wenn man einem aktuellen Artikel auf ZackZack.at Glauben schenkt, will die ÖVP nun auch bei uns gezielt Bürger aus Wählerregister streichen https://zackzack.at/?p=17337

Zukunftsforschung ist in Österreich relativ leicht, denn unsere Zukunft ist woanders schon längst Vergangenheit.

Written by medicus58

17. Dezember 2019 at 00:19

Wer Flüchtling ist, bestimme ich… ein bisschen Polemik und etwas mehr Kritik

leave a comment »


Auch wenn das alles vordergründig nichts miteinander zu haben scheint, Österreich schafft es aktuell weder Glyphosat noch Afghanen außer Landes zu bringen.

Ob das alles schlicht Unfähigkeit oder das Resultat innerer Grabenkämpfe ist, dass wahlweise Beamtenkanzlerin oder (medienwirksam in der Presse verkündet) Bundespräsident einschreiten mussten/wollten, soll da nicht diskutiert werden, jedenfalls scheint nichts mehr ohne einen Deus Ex machina zu gehen, wenn der Rechtsstaat versagt.

Die Deutschen glauben Göring hätte es gesagt, die Österreicher glauben, dass es Lueger gesagt hätte, jedenfalls hält sich das feudalistisch, rechtsfeindliche Denken „Wer Jude ist bestimme ich“ bis zum heutigen Tag und erlaubt ein gutes Gewissen, wenn der Einzelne gerettet wurde.

Jetzt kann man ja darüber jubeln, dass da die Menschlichkeit den Sieg über Kurz & Kickl davongetragen hat und „Zia“ (Ziaulrahman Zaland) bleiben darf und das Gesetz, dass 800 Asylwerber die Lehre abschließen dürfen, ehe sie abgeschoben werden, als Zeichen unseres Humanismus sehen.

In meinen Augen zeigt es aber nur, dass die Caritas wieder das Recht ersetzt und versetzt uns hinter das Zeitalter der Aufklärung zurück.

Vorbei die Zeit, wo man für alle Menschen Rechte erkämpfen wollte, heute tröstet man sich mit dem Einzelfall und freut sich über billige Azubis.

Klar, diese Welt prinzipiell besser zu machen mag man aks gescheitert betrachten, da lassen wir wenigstens unsere Vorgärten mit LED-geschmückten Rentieren erstrahlen, setzen uns für den einen integrierten Asylwerber ein und irgendwann schaffen wir es dann auch noch das Glyphosat zu verbieten, Amen.

Jetzt fände ich es persönlich auch viel besser Zia für immer im Land und Glyphosat für immer draußen zu lassen, dazu wäre es aber neben dem Aktionismus der heute die Tat ersetzt hat, notwendig zu klären, weshalb unser Parlament keine gescheiten Gesetze mehr zusammen bringt und wem das nutzt?

Wer hat absichtlich oder unabsichtlich vergessen die EU vom beabsichtigten Beschluß in Kenntnis zu setzen, dass wir mehrheitlich das Gift nicht im Lande haben wollen?

Wer verschleiert absichtlich oder unabsichtlich Flüchtlings- und Asylwerber-Status?

Ich behaupte dass im Vergleich zu uns in Österreich mindestens ein Drittel der Menschheit als verfolgt gelten kann, zum Teil auch von unserem eigenen Wirtschaftssystem. Nur hat das mit dem Bild der „alten Flüchtlingskonvention“ wenig zu tun. Andererseits sollten wir doch in unser Rechtssystem so viel Vertrauen haben, dass ein letztinstanzlich abgelehnter Flüchtlingsstatus nicht per Intervention aufgehoben wird. Nur heißt das zwingend, dass der Bewerber sich halt verkalkuliert hat und deshalb zu bestrafen ist?

Warum finden sich so viele Rechtsanwälte, die Asylverfahren hinauszögern und niemand, der eine gesetzliche Möglichkeit schafft, dass abgelehnte, aber arbeitswillige Migranten in Mangelberufen arbeiten dürfen und sich, so sie sich selbst erhalten können und der Gesellschaft nützlich sind, selbstverständlich auf Einbürgerung hoffen dürfen.

Das wäre übrigens ein positiver Pullfaktor, der die Richtigen anzieht. Billige Azubis zum späteren Abschieben ist das nicht.

Written by medicus58

12. Dezember 2019 at 20:00

Veröffentlicht in Allgemein

Wiener Schmäh im Advent

leave a comment »


Nachdem Wien immer wieder als eine der beliebtesten Städte der Welt genannt wurde, kam der scheinbare backlash, Wien ist auch eine der unfreundlichen Städte der Welt.

Wie das zusammenpasst? Das lässt sich leicht erklären:

Heute die U-Bahn wieder gerammelt voll, Menschentrauben am Zuganfang und – ende, da tönte es freundlich mit typisch Wienerischem Zungenschlag aus den Lautsprechern:

Liebe Fahrgäste, benutzen Sie auch die anderen Einstieg. Dieser Zug ist kein Adventkalender, sie dürfen alle Türen gleichzeitig öffnen…

Manchmal liebe ich diese Stadt und die Wiener Verkehrsbetriebe,… scheine aber, wie immer, in der Minderheit.

Written by medicus58

11. Dezember 2019 at 08:47

Veröffentlicht in Reisen

Tagged with , , , , ,

So retten wir die Welt nachhaltig NICHT

leave a comment »


Millionen Usern teilt Kleinschlaff (Microsoft) gerade mit, dass es den Support für sein Win7 mit 14. Jänner 2020 einstellt und empfiehlt gleichzeitig „für die meisten Anwender“ nicht ein Update auf Win10 sondern gleich den Neukauf eines PCs mit vorinstalliertem Win10, am besten ein MS Surface pro….

Der Besitz eines PKWs ist böse, die Lösung ist Carsharing (Interview Prof Kromp-Kolb Oe1), am besten mit Elektroautos. Dass die Verkehrswege in den Ballungsräumen meist durch Pendler verstopft sind, die alle gleichzeitig zur Arbeit müssen und ein geshartes Auto kein Gramm CO2 weniger pro gefahrenem km raushaut als 10 Autos mit der gleichen Gesamtfahrleistung (und entsprechend weniger lang hält), wurscht.

Greta Thunberg segelt nachhaltig über den Ozean, 29.000 Teilnehmer reisen aus fast 200 Ländern nach Madrid zur Klimakonferenz.

Mit enormem PR-Geschick verlangt die Fridays for Future Bewegung, dass endlich die Politik handeln soll. Das bringt auch den Grünen einen politischen Höhenflug. Dass die Politik am Tropf des Kapitals hängt und auch flugs abgewählt würde, würde sie etwas ändern, hört man weniger deutlich.

Ebenfalls in Ö1 sagte ein Knirps auf die Frage, was er und seine Familie beitragen, um den CO2 Ausstoß zu verringern, dass sie ohnehin nur maximal 2x pro Jahr mehr in ein Flugzeug steigen. BTW, ich war fast 18, als ich zum erstenmal in ein Flugzeug stieg (London-Wien einfach, die Hinreise erfolgte per Zug und Fähre), der umweltbewegte Stammhalter grad acht.

Dass eine auf Wachstum, Überproduktion und weltweiter Produktverschiebung basierende Ökonomie nicht ohne massiven Strukturänderungen, die unsere bisherigen Lebensgewohnheiten massivst verändern würden, klimaneutral sein kann, wollen wir nicht hören, wenn wir immer mehr Kurzurlaube, elektronische Kurz-Zeit-Gadgets, billige Asia-Produkte und Streaming-Dienste nutzen, um von der Politik Handlungen zu fordern (wie zB ein Verbot an Microsoft für elektronischen Krempel zu werben).

Wir wählen ja eh die Grünen, fahren e-scooter und trinken unterm Heizschwammerl Bio-Tee, das muss reichen. Unsere Eltern-(und Großeltern -) Generation hat mit dieser Haltung gebeichtet oder (OK, Ur- Ur-Großeltern) Ablass gezahlt, um ins Paradies zu kommen.

Written by medicus58

5. Dezember 2019 at 18:57

%d Bloggern gefällt das: