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über alles was uns krank macht

Archive for Oktober 2020

Covid-19: Letzte Rettung Intensivbett? Beitrag zur Diskussion

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Auch wenn die Gesundheitspolitik gerade schmerzhaft realisiert, dass es auch da große Unterschiede zwischen verschiedene „Betten“ gibt, sind Intensivstationen wie der Name schon sagt Orte, in denen ein Maximum an technischem, pflegerischen und medizinischem Aufwand angeboten wird. Wunder darf man sich aber auch keine erwarten.
In der aktuellen Phase der Covid-19 Pandemie starren alle auf die naturgemäß begrenzten und quantitativ nur mit gewisse Unschärfe einzuschätzende Ressource Intensivbett. Das war schon dumm, als sich die gesamte Gesundheitökonomie nur um die Anzahl an Spitalsbetten drehte, übrigens mit ein Grund, weshalb wir so unterschiedliche Definitionen von „offenen Betten“ haben.

In dieser Kakophonie – je nach Standpunkt – befürchtet oder droht man damit, dass die Menschen hilflos sterben, wenn wir nicht jedem Kranken einen Intensivplatz anbieten können, wir also triagieren müssen. Damit wird eine medial befeuerte Spirale der Verschärfungen begründet (Actio est Reactio, oder Politik ist nicht Physik),
koste es was es wolle, wir retten Leben, obwohl wir das naturgemäß nicht in allen Fällen können und implizit andere Patienten mit einer besseren Chance, verlieren, wenn wir uns zu sehr auf Covid-19 konzentrieren.

Selbstverständlich ist die Rettung von rettbarem Leben (idealerweise unter Beibehaltung der Lebensqualität (QUALY) eine der vordringlichsten Aufgaben der Medizin, ganz sollte man aber dabei die Relationen auch nicht außer Acht lassen:

Wir gehen (betrachtet man große Gruppen und nicht nur z.B. die Verhältnisse in Bergamo zu Begin ndes Jahres) dzt. davon aus, dass
etwa 1 von 5 Covid-19 Positiven hospitalisiert werden muss, weil seine Betreuung ambulant nicht mehr möglich ist und
etwa 1(-2) von 5 hospitalisierten Covid-19 Patienten (anders als Trump meist für > 1 Woche) ein Intensivbett benötigen.
Die Zahlen gelten für die Gesamtbevölkerung und Gesundheitssysteme wie unseres. Mit zunehmendem Alter der Betroffenen sind die Zahlen höher, mit abnehmendem Alter niedriger, also bitte keine Erbsenzählerei (Link, Link, Link).

Die Überlebenschancen von Covid-19 Patienten auf der Intensivstation wurden seit dem Frühjahr in allen Studien besser, aber eine große Metaanalyse in PLoS One (Rate of Intensive Care Unit admission and outcomes among patients with coronavirus: A systematic review and Meta-analysis) kam zu dem Schluss:

The Meta-Analysis revealed that approximately one-third of patients admitted to ICU with severe Coronavirus disease and more than thirty percent of patients admitted to ICU with a severe form of COVID-19 for better care died
which warns the health care stakeholders to give attention to intensive care patients.

Eine andere Metaanalyse kommt zu ganz ähnlichen Ergebnissen:

In patients with completed ICU admissions with COVID-19 infection, combined ICU mortality (95%CI) was 41.6% (34.0–49.7%), I2 = 93.2%). Sub-group analysis by continent showed that mortality is broadly consistent across the globe. As the pandemic has progressed, the reported mortality rates have fallen from above 50% to close to 40%. The in-ICU mortality from COVID-19 is higher than usually seen in ICU admissions with other viral pneumonias.

Den Menschen (Ärzten wie Patienten) nun mit der Keule Intensivbett Angst einzujagen halte ich für wenig evidenzbasiert:

warns the health care stakeholders to give attention to intensive care patients

Ab einer größeren Anzahl an Erkrankten entscheidet sich, was wir erzielen können, vor der Intensivstation, nicht mehr so sehr da drinnen.

IMHO ist auch die Zeit des Contact-Tracing, sorry Pam, vorbei und unsere verbliebenen Ressourcen sollten in die bestmögliche Betreuung der Covid-19 Patienten AUSSERHALB der Spitäler gesteckt werden (tägl. telefonische Kontrollanrufe, gezielte Hausbesuche durch spezifisch geschulte (und geschützte) Teams, ….). Werden die Menschen dort allein gelassen, dann stürmen sie in die Spitäler.
Warum im Frühjahr die Messe Wien um viel Geld mit Betten angerammelt wurde, jetzt aber m.W. solche zwischengeschalteten Auffangsysteme nicht öffentlich diskutiert werden, entzieht sich meines Verständnisses.

Die Gesundheitspolitik (koste es was es wolle) tut so, als wäre alles nur eine Frage der Kraftanstrengung an der Spitze eines pyramidenartigen Systems. Die Qualität der sozialen und medizinischen Versorgung entscheidet sich aber an der Basis, oder hat bisher irgendwer verlangt jeden Herzinsuffizienten mit einer Herztransplantation zu versorgen?

Written by medicus58

30. Oktober 2020 at 10:04

Actio est Reactio, oder Politik ist nicht Physik

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Für Newton war es klar, je größer die angewandte Kraft, je stärker die Gegenkraft oder die ausgelöste Reaktion. Auch wenn viele von uns Probleme mit der Vorstellung haben, dass wir die Erde genauso anziehen, wie sie uns, aber egal.

So ungefähr scheint das Denken von Politik und Wahlvolk zu laufen, wenn im Tagesschnitt nach immer schärferen Maßnahmen gerufen wird, wenn das Virus seine Spikes zeigt.

Nur leider reagieren biologische (und gesellschaftliche) Systeme anders als die konventionelle Physik es vorhergesehen hat. Übrigens herrechen auch in atomaren Dimensionen andere, als die von Newton postulierten Gesetze.

Mulitparametrische biologische und Gesellschaftssysteme reagieren elastisch, oft entlang einer Hysteresis Schleife und zeigen auf Hammer and Dance mitunter sehr unvorhersehbare Reaktionen.

Warum geht das in die Gehirne unserer Regierenden aber auch der Regierten nicht hinein?

Written by medicus58

29. Oktober 2020 at 17:17

Veröffentlicht in Strahlen - Risikokommunikation

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Verhüllungen sind immer eine Glaubensfragen, vom Niqab zum Mund-Nasenschutz

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Ob der Koran das Verhüllen (von Frauen) nun explizit fordert oder es sich dabei mehr um eine Tradition handelt ist unter Imamen offenbar umstritten. Papst haben sie ja keinen, der das wie die jungfräulich Geburt per Weisung außer Streit stellt.

Der immer wieder, aktuell zwischen Allerberger (AGES) und Puchhammer (Meduni Wien), bricht auch der Streit über die Sinnhaftigkeit des Mund-Nasen-Schutzes, vulgo der Maske, aus. Auch hier gibt es viele Gegenpäpste und der Kampf wurde zuletzt auch durch das Verbrennen von Masken ganz demonstrativ geführt.

Dass verbrannte Masken definitiv nicht schützen sollte ebenso einleuchten, wie dass jede Barriere zwischen Atemwege und Umgebung etwas schützt.

Was mich seit Monaten so ärgert, ist die klassisch abrahamitische (da schließt sich der Kreis zum Niqab) Dogmatik des alles oder nichts.

Eine frische, optimal sitzende und mehrlagiger Maske hat eine Filterwirkung, sie ist nie 100% aber auch nicht 0%. Soviel zu denen, für jene, für die Maske das Allheilmittel scheint und die sie ebenso stolz „immer dabei haben“.

In der Praxis wird die Maske immer wieder abgenommen, befingert, feuchtet bd durch und steckt zwischen zwei Gebrauchsphasen im Hosensack. Ob das was hilft, erlaube auch ich mir zu bezweifeln, ohne als Covidiot gelten zu wollen.

Es gibt, trotz all der Fauci’s und Drosdens auch hier keinen Papst, aber vielleicht trotz Pandemie Stress etwas verbliebenen Verstand:

Dort wo kein Abstand möglich ist, die Ventilation der Innenräume suboptimal und das Risiko eine Ansteckung (wie aktuell) hoch, ist die Maske vielleicht das Letzte, jedenfalls das Einzige was wir haben, ehe wir uns alle in Quarantäne begeben.

Und jetzt höre ich auf zu tippen, weil meine Brille über der Maske beschlägt und die U-Bahn mich ans Ziel gebracht hat.

Written by medicus58

28. Oktober 2020 at 07:56

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Es gibt sie noch, die Beamtenehre: Erich Neuwirth ins Herrgottswinkerl

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Ich kenne Prof. Neuwirth nicht und umgekehrt wird es sich wohl auch so verhalten.

Wie viele folge ich seinem „Gezwitscher“ und lese regelmäßig seinen Blog wo er akribisch Just the facts aus den Daten zur Coronapandemie aufarbeitet und zeigt, welche Einsichten grafisch gescheit gemachte „deskriptive Statistik“ erlaubt.

Als einer der wenigen Silberrücken, der sich die statistische Analyse der meisten seiner >90 wissenschaftlichen Peer-reviewed Papers selbst gemacht hat und als Reviewer von rund einem Dutzen wissenschaftlicher Journal weiß ich den Unterschied zwischen der Black Box von SIMS Geschwurbel und einfach sauberer Datenanalyse der zu schätzen. Ich denke, ich hätte ihn gerne als Lehrer gehabt, das hätte viel Autoditaktik erspart:

Was Neuwirth aber grad twittert, katapultiert ihn ins Herrgottswinkerl dieses Blog am Rande des WWW.

Das hinterlässt einen sprachlos

Written by medicus58

25. Oktober 2020 at 20:37

Macht die FDA Remdesivir zum neuen Tamiflu?

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Erinnern wir uns.

Roche entwickelte das Mittel Tamiflu (Oseltamivir) gegen Influenza, also die echte Grippe.

Im Zuge der Vogelgrippe– (2005) und der Schweinegrippe– (2009) Pandemie empfahl die WHO den Staaten Vorräte des Mittels anzulegen, obwohl wissenschaftliche Zweifel an der Wirksamkeit bestanden.

Eine Metaanalyse der Cochrane Collaboration nur eine geringe Wirkung, die Krankheitdauer verkützte sich zwar von 7 auf 6,3 Tage, jedoch hatte die Substanz keinen Einfluss auf die Häufigkeit schwerer Verlaufsformen wie Pneumonie oder Bronchitis.

Roche bescherte die WHO Empfehlung über Jahre Milliarden Gewinne.

Gilead entwickelte Veklury (Remdesivir) u. a. gegen das Ebola Virus, wo es sich aber trotz einer gewissen Wirksamkeit als Standardtherapie nicht durchsetzen konnte. Seit längerer Zeit wird es nun auch in der SarsCov2 Pandemie eingesetzt und ist in der EU im Juli 2020 zugelassen worden und große Mengen der Substanz wurden dem Hersteller abgekauft (Link) obwohl die Studienlage über seine Wirksamkeit unklar war.

Im Oktober 2020 veröffentlichte die WHO eine große Vergleichsstudie mehrere Therapie Ansätze und fand für Remdesivir für schwere Verläufe zwar eine Verkürzung der Hospitalisierungsdauer von 15 auf 11 Tage zum Preis von 3. 120 $ pro Therapiezyklus, jedoch keinen Reduktion tötliche Ausgänge. Im selben Monat ließ aber die US Behörde FDA das Medikament zu.

U. a. Reuters fasst die Vorgänge gut zusammen und die Washington Post titelte:

Remdesivir may not cure Coronavirus, but is on the track to make billions for Gilead.

Es irrt wer glaubt, dass sich in der Medizin Geld mit Heilung verdienen lässt, viel wesentlicher ist der Bedarf danach.

Written by medicus58

24. Oktober 2020 at 08:25

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Corona: Kann man nun endlich von einer zweiten Welle sprechen?

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Seit dem Sommer deuteln da Politiker und ihre Experten um den heißen Brei herum. Das hat sich scheinbar erübrigt, aber in dem Zusammenhang darf ich erneut auf meinen Blogeintrag vom 16.April verweisen:

Zumindest für Österreich und Deutschland wird immer klarer, dass uns die Covid-19 Epedemie noch gar nicht erreicht hat.

Das Stilllegen der Medizin in Erwartung der Horrorzahlen, die medienwirksame Quarantäne der ORF Reporter, all die Kollegen, die sich ins Homeoffice zurück gezogen haben und von dort befundet, krank geschrieben und mit den mühsamen Bugs von Online-Meetings nervten, das ganze Pulver wurde wahrscheinlich zu früh verschossen.

Ich kann die Argumente mit dem Präventionsparadoxon nicht gelten lassen, denn sonst wäre der Anstieg der Fallzahlen nach dem Lockdown rascher erfolgt. Der hektische Aktionismus war größtenteils für nix und wieder nix, aber jetzt sollten wir beginnen Sinnvolles zu tun.

Die größte Evidenz für eine Reduktion von Neuansteckungen ist die Reduktion von nahen Kontakten, insbesondere zwischen wechselnden Personen, denn wer kann sich immer aussuchen mit wem er am Arbeitsplatz zusammenarbeitet. Der 1m ist auch im int. Vergleich zu gering, aber offenbar ein politischer Kompromiss.

Masken, je dichter, je mehrlagiger desto gut, sind in der Praxis (mehrmalige Verwendung, antappen, Durchfeuchtung,..) ein relativ geringer Schutz, aber noch das Beste was wir nach dem Distanzieren haben, überall dort wo Distanzierung >1m nicht geht, in jedem öffentlichen Innenraum und vermutlich auch in enger Schlange draußen.

Jede laute Stimme (Singen, Schreien, …) ist ein überproportionales Risiko, also streiten wir leise.

An Händehygiene, obwohl wieder in der Theorie natürlich supi, glaube ich in der Praxis weniger, insbesondere weil sie jeder neue Griff zunichte machen kann. Essentiell ist sie aber vor allen Einkäufen oder Tätigkeiten, wo Dinge berührt und dann zurückgelassen werden (Supermarkt, Buchgeschäft, Mode,..).

Alles andere ist ein Glasperlenspiel (Hesse) aus Dingen, die vielleicht gescheit aber unrealistisch, nicht zu überprüfen oder schlicht nur ärgerlich sind.

So kommen wir durch die ‚erste echte‘ Welle.

Was die Politik sonst noch regulieren will, lesen Sie hier: Link

Written by medicus58

23. Oktober 2020 at 16:01

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Liebe (verbliebene) Leser dieses Blogs

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leset das Dekamaron (oder Decamarone, wenn Sie so wollen).

Die Geschichten, die sich vor der Pest Geflohene hier zur Erheiterung, Erbauung und Tröstung erzählen, sagen viel über Menschen aus, die von einer Gefahr wissen, ohne sie zu erleben.

Nichts könnte besser zu unserer Situation passen als dieses Werk.

Natürlich hat man seit Beginn der Covid-19 Pandemie sofort und immer wieder an Camus Pest gedacht und überraschenderweise nicht an Ionescos Nashörner, was näher an den politischen Implikationen Camus war als Camus an der Epidemiologie.

Heute dröhnen wir unsere Ängste mit Streaming Diensten und Sozialen Medien nieder, niemand erzählt sich mehr Geschichten.

Wäre aber g’scheit.

Written by medicus58

22. Oktober 2020 at 10:38

Veröffentlicht in Herrgottswinkerl, Psychopathologie der Medizin

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Ladenhüter: öffentlicher Dienst

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Im August wollte der Grüne Innsbrucker Bürgermeister einen der höchsten Posten den er zu vergeben hat, den Magistratsdirektor, ohne Ausschreibung an den Stellvertreter des Vorgängers vergeben.

Bemerkenswert für jemand einer vorgeblich so auf Transparenz eingeschworenen Partei. Dagegen protestierte die FPÖ und es erfolgte doch eine Ausschreibung und es langten im Oktober neun Bewerbungen ein.

Alles schien gut, aber nur bis heute, da sowohl „die Favoritin des Bürgermeisters“ ihre Bewerbung zurückgezogen hat, als auch 7 weitere Bewerber.

Innsbruck ist weit weg von Wien und was interessiert das Ihren Medicus?!

Nun auch im Bereich des KAV, pardon Wiener Gesundheitsverbundes, scheint die Besetzung von Posten immer schwieriger. Für viele Fächer ist es nur sehr schwer möglich Fachärzte zu finden, da Bezahlung und Arbeitsbedingungen woanders deutlich besser sind, aber auch Spitzenpositionen müssen immer häufiger mit ein und derselben Person (Doppelprimariate) besetzt werden und an auch Spitzenpositionen (Ärztliche Direktoren) sind schwer nachzubesetzen und zeigen eine hohe Personalfluktuation.

Punkte aus eigener Erfahrung:

Abteilungen wo es zuletzt noch sieben oder acht Bewerbungen, überwiegend von Habilitierten, gab, finden aktuell KEINEN Bewerber.

Große neue Abteilungen müssen nochmals ausgeschrieben werden, da alle Bewerberinnen aus der ersten Gruppe letztlich absagen.

Der Anteil der wissenschaftlich ausgewiesenen Führungskräfte bewegt sich gegen einen einstelligen Prozentsatz.

Interessiert das wen? Offenbar nicht.

Written by medicus58

21. Oktober 2020 at 08:31

Das Kreuz mit dem Roten Kreuz des Herrn Foitik

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Ist doch eine gute Idee gewesen vom Bundesrettungskommandanten Gerry Fotik, bei seinem Interviewtermin in der ZIB2 Werbung für den Mund-Nasen-Schutz zu machen, um Armin Wolf nicht anzustecken.
Schützt Sie, schützt mich, das ist ganz in unserem Sinne, sagte er noch.
Wenn, ja wenn die Aktion nicht so durchsichtig gewesen wäre.
Ehe Sie mich der Trollerei bezichtigen, darf ich erklären:

Gerry Foitik, der mit dem „Tiroler Rettungsdienst“ gegen den dänischen Mitbewerber Falck den Zuschlag für die 2012 (!) von der Tiroler ÖVP ausgeschriebene Rettungsversorgung gewonnen hat, kommentierte das damals mit Keine Kommerzialisierung des Sozialen. Andererseits kostet das Rote Kreuz dann in Tirol trotz Zivildienern und 4000 Freiwilligen fast so viel wie ein kommerzieller Rettungsdienst.
Das hat nichts mit Erpressung zu tun. Das Land Tirol wollte auf den Markt gehen. Jetzt bezahlt es den marktkonformen Preis.

Man kann dem Mann nicht nachsagen, dass er nicht auf’s Geld schaut, schließlich hat er seinen Magister auch an der Wirtschaftsuniversität gemach. All das brachte ihn im Juli 2019 auch in die neue Geschäftsleitung des RK. Dort hat er 1988 aus freiwilliger Rettungssanitäter angefangen und war seit 2012 (!) als kooptiertes Mitglied der Geschäftsleitung für Einsatz und den Blutspendedienst, eine wesentliche Einnahmequelle des Vereins veranwortlich und überdies für Beteiligungen und die Einkauf- und ServiceGmbH.

Zu Beginn der Coronakrise setzte die türkis-grüne Bundesregierung übliche Beschaffungsmechanismen und Ausschreibungsverfahren außer Kraft und das Rote Kreuz wurde zum „Hauptkanal“ aller Beschaffungen (Profil: Die 138 Millionen Euro Liste).
CoV: Rotes Kreuz kauft für Regierung ein

War vielleicht hilfreich, dass Gerry Foitik als Regierungsberater hier an der Quelle saß.
Es wird da auch kein Zufall gewesene sein, wenn er seine Maske mit Schützt Sie, schützt mich, das ist ganz in unserem (!) Sinne
verteidigt, denn die im April auf allen Kanälen georgelte Kampagne des Kurz-Vertrauten Philipp Maderthaner hieß ja auch
Schau auf dich, Schau auf mich, kostete 440.00 Euro und wurde für das Rote Kreuz entwickelt, von Raiffeisen und Erste Bank bezahlt und vom RK an die Bundesregierung weitergegeben.
Auch die ziemlich daneben gegangene Corona-App des RK wurde vom ehemaligen Arbeitgeber des Bundeskanzlers und Ex-Finanzminister Löger (Uniqa) bezahlt und der Regierung geschenkt (Link).

Das alles ist ja per se nicht ungesetzlich, nur scheint Foitik die Aufgaben des Roten Kreuzes, das sich schließlich auch durch Spenden finanziert, sehr weit zu fassen.

Genauso, wie er jetzt in einem von Falter und Standard geleakten Dokument für viele ziemlich eindeutig sich Gedanken machte, wie man den Wintertourismus retten könnte.


Frau Toth vom Falter sieht dann zwar plötzlich eine Rüge des schwarzen Kanzlers heraus, nur macht es das m.E. nicht viel besser, was da an weiteren Vorschlägen kommt:

komplette Digitalisierung der 1450-Gesundheitshilfe. Binnen drei Wochen ließe sich das umsetzen, Kosten: drei Millionen Euro

Wie offenbar bereits in Tirol, ein Online-Portal um seinen Kontaktpersonen anzugeben, um die Arbeit der Contact-tracer zu erleichtern (Datenschutz?, Missbrauch? so schicke ich meinen unliebsamen Nachbarn in die Quarantäne)

Tägliche Gratis FFP2 Masken für alle älteren Mitbürger, klingt zwar auch gut, die Frage ist aber auch hier, ob im Hintergrund nicht ein erneutes Beschaffungsprojekt gesehen wird.

Armin Wolf hat ihn zwar auf das Maskentragen angesprochen, nicht aber weshalb er heute nicht, wie praktisch bei allen öffentlichen Auftritten, seine rote Sanitäterschutzkleidung trägt.
Die ist nämlich bei Pressekonferenzen und im ORF Interview wirklich völlig sinnentleert und lässt darauf schließen, dass es ihm eben nicht vorrangig darum geht, irgendwen zu schützen.
Es handelte sich eben nicht um eine dumme Formulierung.
Was ist missverständlich an:

„Wintertourismus: Wenn Zahlen eine Zeit lang sinken, aber immer noch zu hoch sind für eine ‚grüne‘ Einschätzung der EU-Partner, könnten wir innerhalb weniger Tage aufhören, Kontaktpersonen ’1′ zu testen: Die Inzidenz sinkt dann sofort um 500 täglich (absolut – Zahlen der vergangenen Woche) bei gleichzeitigem leichten Sinken der Positivitätsrate (vermutlich).“

Armin Wolf verzichtete auf ein Hinterfragen.

Und auch die weitere Verteidigungslinie:
Das war nicht für die Öffentlichkeit gedacht auch nicht für die Medien. Fest steht, Sie sollten das jedenfalls nicht haben.
zeigt eher die wahren Absichten als dass sie zur Entschuldigung dient.

Es stimmt schon, dass nicht alle Länder K1 Personen testen und das darunter die Vergleichbarkeit von epidemiologischen Daten leidet, so wie durch unterschiedliche Definitionen des „an und mit COvid-19 verstorben„, das Fehlen von Informationen, wie viele positiv Getestete jetzt oder später symptomatisch werden, …etc.

Aber wenn das dem Bundesrettungskommandanten seit Anfang März, wo er als Sonderberater des Gesundheitsministers und Mitglied der Taskforce Corona installiert wurde, nicht aufgefallen ist, aber pünktlich am Beginn der Wintersaison in den Sinn kommt, dann gehöre ich nicht zu denen, für die seine Maske, seine Kleidung und seine Rolle nun geklärt ist.

Ach ja, noch ein Zitat aus dem März 2020:
„Ich trage dazu bei, mit meinen Kolleginnen und Kollegen die Welt zu retten – zumindest die Welt von einigen Menschen, die vielleicht noch gar nicht wissen, dass Rettung naht.“



Written by medicus58

20. Oktober 2020 at 13:57

Exlusiv: Das sind die Corona Verschärfungen der tückisch-grünen Regierung

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Die Regierung droht nächste Woche mit neuen Regeln, um die Kontrolle in der Pandemie nicht zu verlieren. Was denn die Kontrolle behalten in einer Pandemie bedeutet wird leider zu wenig diskutiert.

Die üblichen Antworten:

Keine exponentielle Entwicklung, obwohl diese längst da ist (Link)

Keinen Kollaps des Gesundheitssystems, die selbst in Norditalien nie stattgefunden hätte, wenn die Ressourcen gleichmäßig genutzt worden wären

sind kaum befriedigend, und sind wir der Meinung, dass die Politik den Brexit, die Wirtschaftskrise oder den Klimawandel noch im Griff hat?

Da wir in vielen Ländern erleben müssen, dass die, die wir gewählt haben krisenuntauglich sind, wollen wir hier ein paar Tipps geben, welche verschärfte Regeln der Politik noch zur Verfügung stehen:

Der Neigungswinkel von Gesichtsschildern des Kellner wird an die Anzahl der positiv Getesteten am Stammtisch gebunden.

Ab einer roten Coronaampel ist Gruppensex nur mehr für maximal zwei Personen gestattet.

Breitet sich der Volksaufstand von Kuchl auf ganz Salzburg aus, kommt zur Händewaschen Pflicht auch eine Verpflichtung zur Fußwaschung.

Der verpflichtende Mindestabstand wird arbeitstäglich vom jedem Bürgermeister individuell festgelegt.

Ab einer dunkel orange-roten Coronaampel finden Pressekonferenzen der Regierung nur mehr im Stephansdom statt und dafür steigen die Überweisungen an das Opus Dei.

Sollten alle Regeln nicht helfen und die Spitalsbetten voll belegt sein, dann halten alle Österreicher für 10 Minuten die Luft an, um die Aerosolbildung wieder zu reduzieren.

Written by medicus58

16. Oktober 2020 at 20:01

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