Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for Dezember 2021

Was hat uns 2021 getan?

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AP Foto: modified after Lynne Sladky

Erwarten Sie hier keinen umfassenden Jahresrückblick von A wie Afghanistan-Desaster bis Z wie Olaf Scholz.

Wenn man das, was mit uns allen in der sogenannten freien Welt geschah mit einem Bild zusammenfassen will, dann scheint mir das in dem AP Foto von Lynne Sladky zusammengefasst:

Ein maskierter Uniformierter sticht eine Nadel in eine maskierte Frau, die sich die Hand vor die Augen hält, um unerkannt zu bleiben oder ihren Schmerz zu verbergen. Rechts hinter den beiden hält ein weiterer Uniformierter drohend eine schwarze Schachtel hoch.

Das ganze könnte an Abu Ghuraib erinnern und den Impfgegner den lange gesuchten Beweis versprechen, dass wir alle mit Gewalt immunisiert würden.

Das Original des Fotos erschien jedoch im April 21 in The Conversation wo es um die Schuldgefühle derer ging, die als erste gegen Covid geimpft wurden:

Vaccine guilt – a feeling associated with getting immunized before others – is a phenomenon that has been reported in both the U.S. and overseas.

Die Autorin, nach Eigendefinition eine Medizinethikerin und Gesellschaftsphilisophikerin, spricht die mannigfaltigen Schwierigkeiten einer fairen Impfreihenfolge an, nahm aber bereits im Titel ihre Schlußfolgerung vorweg:

Vaccine guilt is good – as long it doesn’t stop you from getting a shot

Was hat uns 2021 also getan?

Es hat Hoffnungen zerstört. Die erste Impfung war auch für Dompfarrer und Bürgermeister, die zufälligerweise vor Ort waren, als Impfsers übrig war, nicht die Lösung.

Es hat uns immunisiert. Gegen ein Heer von Experten, aus deren Aussagen man sich inzwischen so ziemlich jede Ideologie festzimmern kann, die mit den eigenen Vorurteilen übereinstimmt.

Es hat uns hilflos gemacht. Und zwar alle Seiten, da es zeigte was alles geht und was man mit uns machen kann: Brülldemos im Lockdown, Polizisten vor Spitäler statt Gesundheitsberufe drinnen, Regeln, die keiner mehr kennt, be- oder verfolgt,…

Mich wundert, dass diese Konotationen im April 21 niemand in der Redaktion The Conversation aufgefallen ist. Damals schien man noch Illusionen gehabt zu haben, die einem Ende des Jahres abhanden gekommen sind.

Der uniformierte Impfer war offenbar als ein Zeichen eines gesellschaftlichen Zusammenhalts gesehen worden, während ich die hilflosen Aktionen unseres Bundesheeres bei der Einreise am Flughafen (Eine pandemische Farce: Bundesheer als Gesundheitsbehörde schaut sich QR Code an) als ärgerliches Zeichen des Staatsversagens empfunden haben.

2022 wird es nicht leicht haben, uns 2021 vergessen zu machen.

Written by medicus58

30. Dezember 2021 at 10:53

Coronaregeln einfach zusammen gefasst

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Ich kann’s Ihnen jetzt nicht auswendig sagen, weil ich mir da nicht ganz sicher bin, antwortete die Generaldirektorin für Öffentliche Gesundheit, Katharina Reich, das Kaninchen, dass der Ex-Gesundheitsminister aus dem Hut gezaubert hat und der Nachfolger des damaligen Bundeskanzlers gemeinsam mit einen befreundeten Bundesheerler zu den Obersten GECKOs gemacht hat.

Wenn Sie dieses System genauso wenig durchschauen wie die aktuellen Coronaregeln, dann sind Sie hier richtig.

Also, jetzt kommt Omikron, das altbekannte Coronavirus, dass sich ein paar neue Aminisäuren an den Hut, pardon Spike) gesteckt hat und dadurch infektiöser wurde. Aber eigentlich ist das falsch, denn das Ding ist längst da, in Europa, und u. a. am Innsbrucker Flughafen gelandet

Aber wir müssen was tun, und sei es nur wieder Zeit gewinnen, weil zwei Jahre Pandemie-Dauerübung war noch nicht genug Lehrzeit.

Kein Wunder, wenn wir dauern das Personal tauschen und noch eine Kommission dazu erfinden, meist mit den gleichen Leuten, weil soviele Experten haben wir dann doch nicht.

Fassen wir zusammen, seit zwei Jahren tagen Kommissionen in mehreren Ministerien um die Wette, interpretieren Landeshauptläute und Kammerpräsidenten schleissig gemachte Verordnungen und Gesetze klientelgerecht wie es ihnen beliebt und machen aus dem altbekannten drei Schrauben (Distanz, Maske, Impfung) ein pandemisches Pandemonium.

Bestiarium, also eine moralisierende Tierdichtung bzw eine Sammlung meist reich bebilderter, allegorischer Tiergeschichten, stabreimt zwar nicht so gut, wäre aber der Erfindung von GECKO (=gesamtstaatliche Covid-Krisenkoordination) adäquater, dem Reptilienzoo, der den Chor der bisherigen Debattierclubs vervollständigt.

Simon Rosner in der Wiener Zeitung hat das so zusammengefasst:

An Krisen- und Beraterstäben mangelt es während dieser Pandemie nicht: das Nationale Impfgremium, die Corona-Ampelkommission und das Prognose-Konsortium.

Auf Beamtenebene gibt es eine interministerielle Koordinierungsgruppe, dazu auch den Obersten Sanitätsrat, der im März neu konstituiert wurde. Das Innenministerium ist wiederum für das Staatliche Krisen- und Katastrophenschutzmanagement (SKKM) zuständig und auch die Bundesländer unterhalten Berater- und Krisenstäbe.

Übrigens die AGES hat er da noch nichteinmal erwähnt.

Um also der Überschrift gerecht zu werden, nun zur versprichenen Handlungsanleitung: Machen Sie was Sie wilken und suchen Sie sich einen Experten, der das so irgendwann, irgendwo einmal empfohlen hat.

Wenn es Ihnen in all dem Wahnwitz aber doch auch noch um Ihre Gesundheit und jene ihrer Umgebung geht, dann machen Sie das weiter, was Sie hoffentlich bisher schon getan haben (und wenn Sie es bisher nicht getan haben, nehme ich jede Wette an, dass Sie es in dieser Pandemie nie mehr tun werden!)

Treffen Sie sich mit möglichst wenig und möglichst immer mit denselben Personen.

Halten Sie in Innenräumen Abstand, lüften Sie und Tragen Sie Maske wo eine dieser Bedingungen im Umgang mit Haushaltsfremden nicht möglich ist.

Unterschätzen Sie weder den Schutz noch das statistisch geringe Risiko von Impfungen nicht, seien Sie sich aber dessen bewusst, dass alle bislang verfügbaren Impfungen ihren hohen Schutz nach ein paar Monaten wieder verlieren.

Unterschätzen Sie die von den meisten als bewiesen angesehene höhere Ansteckungskraft der Omikron Variante nicht, aber vertrauen Sie den bisherigen Daten, dass diese Variante klinisch nicht gefährlicher wurde.

Diskutieren Sie nach Möglichkeit mit keiner der verschiedenen Seiten über all die Maßnahmen, denn ehe Sie ausdiskutuert haben, haben sie sich schon wieder geändert.

Written by medicus58

23. Dezember 2021 at 10:16

Ehe wir die Köpfe darüber einschlagen, ob die Gesellschaft gespalten ist, sollten wir ein paar Kleinigkeiten klar stellen

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Überzuckerten Rum für irgendeinen guten Zweck am Graben zu trinken vermittelt einem rasch die innere Wärme unter Gleichgesinnten zu sein. Stimmt ja auch irgendwie, denn alle um einen herum haben offenbar den gemeinsamen Wunsch zu punschen. So, what?

Ob es da aber um den Tratsch mit alten oder neugefundenen Freunden geht, um die gesellschaftlich saisonal akzeptierte Berauschung, den gute Zweck (welcher denn? , egal, Lions wird es schon wissen) oder einfach der Wunsch an einem der schönsten Orte der Wiener Innenstadt innehalten zu können, bleibt unklar. Jeder der Gründe ist OK , ich bezweifle aber ein gemeinsames Ziel der Mittrinker.

Ebenso unklar ist die inhaltliche Klammer der demonstrierenden Horden, die den heurigen Advent stärker prägen als die meist geschlossenen Weihnachtsmärkte, Punschbuden oder Beisln.

Über die wirre Mischung an Verfassungsschützenden, EsoterikerInnen, NeoNaziInnen, ImpfgegnerInnen und Berufsrandalierern habe ich schon gebloggt (Ich versuch Euch ja zu verstehen, liebe Demonstranten, Weihnacht in Wien, wie w1812, w1212, w0612,… ) nur scheint mir die Gegendemo vom letzten Sonntag Yes we care mindestens ebenso für das Missverständnis zu stehen, dass die, die gemeinsam demonstrieren nicht in sich ebenso gespalten sind wie die Adressaten ihrer Demo.

Es wurde der Toten der Pandemie gedacht, als ob uns deren Zahl nicht seit Monaten auf allen Kanälen mehrfach täglich in Erinnerung gebracht würde.

Es wurde der Gesundheitsberufen gedacht, und? Schloss sich irgendjemand der Forderung nach mehr Personal, besserer Arbeitsbedingungen, alters- und familiengerechten Arbeitszeiten an? Beschloss irgendwer der Demonstranten für eine bessere extramurale Versorgung einzutreten, damit nicht alles sofort in den Spitälern aufschlägt oder zukünftig nicht in der Nacht die Notaufnahme aufzusuchen, weil das irgendwie einfacher ist als sich mit chronischen Beschwerden einen Hausarzt zu suchen.

Haben die anwesenden Bedenkenträger im Taumel des Ereignisses beschlossen freiwillig ihre Krankenversicherungsbeiträge zu erhöhen? Oder werden sie morgen (hallo, ÖVP, NEOS, FPÖ) genauso überzeugt wieder die Senkung der Lohnnebenkosten fordern? Sie werden.

Wir waren, sind und werden immer gespalten sein, weil niemand sich die Mühe macht Voraussetzungen und Folgen jeder Forderung mitzudenken, weil genau das das wohlige Gemeinschaftsgefühl jeder Demo gefährden würde.

Ehe wir (hallo, Ärztekammer) jede abweichende Meinung mit Flamme und Schwert verfolgen nur um die Illusion des Gemeinschaftsgefühl, einer einheitlichen wissenschaftlichen Antwort oder des Guten und des Bösen aufrecht zu halten, täte es allen gut mit kleinen und mittleren Widersprüchlichkeiten zu leben und uns nur mehr gegen wirklichen Wahnwitz auszusprechen.

Eine Pandemie ist nicht dazu um Wahlen zu gewinnen oder Regierungen zu stürzen, nicht dazu Geld zu verdienen und die Abstände zwischen uns im Zentimetertakt per Verordnung festzulegen.

Eine Pandemie wird bekämpft in dem man das wenige, das man beeinflussen kann, rechtzeitig und dosiert anwendet.

Auch wenn der Typ neben einem am Punschstand freundlich rüber grinst. Gehen wir davon aus, dass uns möglicherweise nichts anderes mit ihm verbindet als der Alkoholspiegel.

Written by medicus58

21. Dezember 2021 at 11:09

Weihnacht in Wien, wie w1812, w1212, w0612,…

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Selten hat man als Normalsterblicher die Gelegenheit in einem Stanley Kubrick Film mitzuspielen.

Grad jetzt (16:00) auf der Mahü kommt man dem jedoch beklemmend nahe.

Menschenmengen wälzen sich die Begegnungszone hinunter, die einen stehen Schlange um sich Sneakers über die Schweißfüsse zu stülpen um vielleicht auch mal Gesundheitsministet zu werden, die andern brüllen unter Österreichischer und Israelischer (!) Flagge Unverständliches; ob für oder gegen Impfung und Holocaust ist durch das Geknattere eines Polizeihubschraubers aus dem Dunkel der Dezembernacht nicht zu unterscheiden. Letztlich auch einerlei.

Mag sein, dass der Hubschrauber zu einer Miss Saigon Aufführung ins Raimundtheater fliegt, die grad wieder (oder auch nicht?) für Dreimal-Geimpfte und Getestete Grenzüberschreiter stattfindet.

Space Odyssey 1968, Saigon im Mai 1975, Full Metal Jacket 1987, Wien im Dezember 2012.

Der Plot wird immer enger: Scheint in Kubricks Film aus 1968 die Menschheit in einer Farb- und Klangorgie in ihrem Untergang ihre eigene Wiedergeburt zu erleben, beginnt 75 in Saigon der Untergang der westlichen Führungsmacht.

Auch wenn es sich in Kubricks Full Metal Jacket um den Vietnamkrieg handelt, spielt ein Großteil des Films nur im Ausbildungslager und selbst für die Kampfszenen ließ der Meister nur Londoner Fabrikshallen zerschießen und setzte keinen Fuß nach Südostasien. Dad Thema bleibt groß, der Radius wird enger.

Und was hat das alles mit heute auf der Mahü zu tun?

Zwar brechen bei uns auch reihenweise Regierungen zusammen, aber keinen kümmert es mehr, es sterben Menschen, aber nicht die Menschheit und bedeutend wenige als sonst wo in der Welt, aber ist Chaos.

Nichts Lebensbedrohliches, zumindest für die meisten, aber Geschrei, Hubschrauber, Blaulicht, ungeimpfte Polizei winkt ungeimpfte Demonstranten durch, damit sie sich noch Sneakers kaufen können.

Ja, Lichtermeer wird’s auch geben, so wie damals gegen Holocaustleugner, jetzt halt gegen Coronaleugner und für mich und all die anderen im Gesundheitssystem.

Und dann singen die einen vorm Thalia wieder von Jesus, der für uns starb, ehe wir noch seine Geburt hinter uns gebracht hat, gegenüber predigt der kleine Dicke auch von Jesus, mehrsprachig, und auch vor dem Footlocker steht eine Schlange, die fast so lang ist wie die vor Snipes.

Roll,… and Action

Schade, dass ich ihnen den Soundtrack nicht bieten kann

Written by medicus58

18. Dezember 2021 at 17:52

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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Foitik, unsere letzte Rettung?

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Dass Foitik im Studie mit Maske auftritt, mag ja epidemiologisch Sinn machen, dass er auch immer in seiner „Arbeitskleidung“ kommt ist unhygienisch oder einfach ein Zeichen dass es sich hier um einen selbsverliebten Egomanen handelt.

Vergleiche: Das Kreuz mit dem Roten Kreuz des Herrn Foitik

Written by medicus58

15. Dezember 2021 at 19:12

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin

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Was einem wirklich wichtig ist liest man am besten vom Zettel ab. #w1112

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#NOT

Written by medicus58

11. Dezember 2021 at 14:06

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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Wie schaffen wir denn die Impfpflicht wieder ab?

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Als 3x Geimpfter stellt sich die Frage für mich augenblicklich nicht, aber die Politik sollte sie sich stellen.

Wie es derzeit aussieht ist weder mit einer Ausrottung des Coronavirus zu rechnen, noch dass mit der dritten Impfung ein längerer Schutz zu erwarten ist.

Da die Pandemie nicht dort besiegt werden wird, wo man sich vielleicht einen vierteljährlichen Schutz leisten kann, sondern dort wo die Evolution neuer Varianten stattfindet, ist wohl mit kontinuierlichem Nachschub von Fluchtmutationen zu rechnen.

Zu welcher Impfung verpflichten wir denn in Zukunft?

Wenn wir Glück haben und es kommt zu extrem ansteckenden, aber klinisch milden Mutationen (Omicron versucht das möglicherweise), dann haben wir in einigen Monaten einen zusätzlichen Schnupfen. D.h. das Virus bleibt, aber das Kosten/Nutzen Verhältnis rechtfertigt die Impfung mit all ihren Kollateralschäden nicht mehr.

Stellt sich Omicron als gefährlicher heraus und entzieht sich den jetzt registrierten Impfungen, können wir uns den gültigen Impfnachweis im Februar schießen. Aktuell geht man in UK davon aus, dass Omicron noch heuer mind. 50% aller Infektionen verursachen wird.

Der Gesellschaft drohen dann Proteste mit verkehrten Vorzeichen.

Eine Impfpflicht war vor einem halben Jahr sicher einfacher zu argumentieren, (wirksamer gegen Delta) als jetzt und wenig scheint dafür zu sprechen, dass sich dieser Trend nicht noch bis zum Februar verstärken wird.

Selbst 3x mRNA (über andere Impfen schweigen wir) wird gegen Omicron nicht sehr gut wirken aber es ist besser als nichts. Kaum wer verspricht noch ernsthaft bei einer Durchimpfung von 90% bei uns das Ende der Pandemie, wenn die Evolution im Rest der Welt herumprobieren kann. Mit Strafen Menschen zu einer Impfung zu zwingen, die ihnen den weder Masken noch Distancing erspart ist gesellschaftspolitisches Harakiri.

D. h. es schiene mir sinnvoller und vielleicht politisch auch verträglicher eine Impfpflicht auf Zeit zu beschließen.

Keiner weiß wirklich welche Varianten an Viren, Impfungen und Medikamente in den nächsten zwei, drei Jahren kommen. Uns werden die Reevaluierungen nicht erspart bleiben, also in jedem Fall auch nicht eine Reevaluierung der Impfpflicht.

Written by medicus58

9. Dezember 2021 at 19:24

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Fragen wir mal, was wir vom Staat noch erwarten können.

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Erschüttert und erzürnt berichten Medien immer wieder über Reichsbürger oder andere Mitbürger, die sich außerhalb des Staats sehen.

Seit Kindesbeinen lehrt man uns, dass der Staat sein Gewaltmonopol u.a. auch deshalb hält, weil der Staat uns schützt.

Aktuelle Entscheide (der ersten Instanz) unserer Justiz offenbaren aber eine sehr befremdliche Sicht:

Ischgl hat alles richtig gemacht, und folgerichtig wurde auch eine Privatklage eines Infizierten abgelehnt, weil das Epidemiegesetz zwar die Allgemeinheit nicht aber den einzelnen schützt.

Eine Amtshaftungsklage nach dem Mord an einem  Amtleiter argumentiert das Gericht, dass Zivil- und Fremdenpolizeigesetz auf die öffentliche Sicherheit der Allgemeinheit abzielen aber nicht dazu da sind den einzelnen zu schützen.

Mag schon sein, dass ich als Arzt die Fein- und Schönheit der Jurisprudenz ebensowenig verstehe, wie die Juristen die Ärztliche Kunst, aber wenn wir so behandeln würden wie die urteilen, würden wir die Volksgesundheit erhalten indem wir die Menschen draufgehen lassen.

Aber hoppla, wenn ich an manche (politische) Entscheidungen in der Pandemiebekämpfung denke…

Vergleiche Peter Kolba:

https://twitter.com/KolbaPeter/status/1468287391593074693?

Written by medicus58

8. Dezember 2021 at 10:15

Ich versuch Euch ja zu verstehen, liebe Demonstranten

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Gegen die Art wie in den meisten Ländern Covid-19 vulgo Corona politisch bekämpft wird, fielen mir sehr viele Gründe ein zu demonstrieren.

Zu viel Widersprüchliches und Halbwahres wurde von oben verbreitet, Verbote und Strafen wurden angedroht und Standards in Wissenschaft, Politik und medialer Berichterstattung missachtet, so dass man sich mehr als Untertan und Stimmvieh statt als Bürger und Volk fühlen musste.

Nur sorry, was da heute durch Wien demonstrierte war doch auch ein Krampusumzug von Perchten und Esoterikern, Berufsrandalierern und Mir-san-mir Theoretikern, die weniger Gemeinsamkeiten hatten als alle bisher bekannten Varianten des Virus.

Weihrauch und Walhalla, Naturburschen und Neonazis, Rabiat-Darwinisten und Raufbolde marschieren für ganz Unterschiedliches mitten am Ring. Unter unter normalen Umständen würden sie sich wohl weigern den selben Gehsteig zu benutzen.

Es gibt kein Virus, gegen das geimpft werden muss und die Spitäler sind nur wegen der Impfschäden überfüllt, wie sinngemäß Frau Kollegin Berlakowitsch kreischt. Ob sich dieser Denke die Klangschalen-Hare-Krischna-Trommelfraktion vollinhaltlich anschließen würde mag bezweifelt werden, weil dort wohl eher die Meinung vorherrscht, dass ein TCM Tee schon ganz anderes bekämpft hat, als so einen stacheligen Virus.

Jesus war 0 G stand auf einem Plakat und auf Twitter wird gekreuzigt und gestorben zusammengezählt und das ergab dann doch 2G. Die Ex-Vizebürgermeisterin liebt bereits vor Demobeginn Wien und dankt den Kämpfern gegen den Antisemitismus.

Das wirklich Tragische an der Pandemie ist, dass zu viele sie nur verwenden um ihre eigene Agenda durchzubringen und hier wie da wenig Interesse zeigen sie zu bekämpfen.

Das Gute und Dumme an der Sache ist nur, dass so oder so die meisten von uns diese Pandemie überleben werden und dann mit den geschaffenen Fakten leben müssen:

mit den Verstorbenen, den nicht völlig Geheilten, den Budgetlöchern, den Gewinnern und Verlierern.

Ich bezweifle jedich auf das Schärfste, dass die heute in Wien aufmarschierten Gruppen, dann weiter Seite an Seite brüllen werden.

Written by medicus58

4. Dezember 2021 at 22:32

Die Reise nach Jerusalem oder das Kurze Ende der Neuen Volkspartei

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Als in die politischen und biologischen Jahre gekommener Österreicher glaubt man ohnehin nicht mehr an sehr viel, aber auch das hat das Opus Kurz einem erfolgreich genommen.

Seit Wolfgang Schüssel sich nach einer verloren gegangenen Nationalratswahl zum Kanzler gemacht hat, beschäftigen sich Medien und Gerichte mit der Art und Weise wie unter Führung der ÖVP der Verfassungsbogen auf das äußerste überspannt wurde.

Natürlich haben die Schwarzen kein Patent auf Bereicherung, Postenschacher, Korruption und Freunderlwirtschaft; kaum haben es die Grünen an den Trog geschafft, fanden sich auch in ibren Reihen gerichtlich bekannte Schwarze Schafe. Von den roten und blauen Skandalen der letzten Jahrzehnte ganz zu schweigen, aber was sich die Familie geleistet hat sticht allein dadurch hervor, dass da nicht nur die Amtsinhaber sondern inzwischen auch die Ämter nachhaltig beschädigt wurden.

Ex-Ex-Kanzler Kurz, der den Papamonat nun auf unbestimmte Zeit verlängert, liebte ja die Reise zu seinem politischen Intimfreund Netanjahu, so dass nicht verwundert, dass er die Reise nach Jerusalem der österreichischen Innenpolitik hinterlassen. Die Art und Weise wie wir seit Monaten nun den oder die zum Bundeskanzler(in) machen, die grad noch einen Sitz ergattern kann:

KURZ-LÖGER-BIERLEIN-KURZ-SCHALLENBERG-NEHAMMER

lässt sich kaum noch durch Willenskundgebungen der Wähler legitimieren. Das wirkt in der Politik wie Wurmmittel in der Pandemie.

Wir haben in Österreich inzwischen italienische Verhältnisse ohne das dort herrschende Schönwetter.

Es wäre ja vielleicht alles ganz lustig und trüge zur politischen Bildung bei, was alles möglich ist, wenn es da nicht noch ein paar klitzekleine Problemchen, wie Pandemie, Arbeitslosigkeit, Inflation, Klima, Bildung,…. gäbe.

Auch ein Bundespräsident, der inzwischen im Akkord neue Minister und Kanzler vereidigt und ihnen damit formal das Vertrauen ausspricht, verlor inzwischen jede Glaubwürdigkeit. Ihm nimmt doch niemand mehr ab, dass er mit seinen Beschwichtigungsreden kaum mehr als den Anschein von rechtsstaatlicher Normalität aufrecht erhalten will, um seine Ex-Parteikollegen im Amt zu halten.

Gewählten und auf diesen Staat vereidigte Amtsträger, die scharenweise die Lust an ihren Ämter verlieren wenn ihr Leithammel abgetreten wurde, sollten ebenso wie ihre Mutterpartei nie mehr wieder von Werten labern dürfen, ohne dass ihnen Gelächter entgegen schallt. Das wäre die Neue Normalität, die dieser Staat dringend benötigen würde.

Written by medicus58

3. Dezember 2021 at 18:08

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