Sprechstunde

über alles was uns krank macht

3 Jahre Blogging: Weltverbesserung durch Selbstbefriedigung? O, na, nie!

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 Blogs

Es ist heute exakt drei Jahre her, da ich zum Blogger wurde, also verzeihen Sie ein paar Worte in eigener Sache.

 Rückblick:
Auf der Suche nach einer „Heimstatt“ für meine Hervorbringungen stolperte ich über www.meinblog.at. Der Blog www.sprechstunde.meinblog.at hat seither über 60.000 Aufrufe erlebt, wobei ich mir über den Unterschied zwischen Klicks und Leser keine Illusion mache.
Vielleicht nicht ganz typisch für ein Blogportal, sieht www.meinblog.at vor, dass jeder Beitrag mit einem Bild (fakultativ auch einem Fotoalbum) illustriert wird. Einerseits läuft man früher oder später dadurch in das immer größer werdende Problem des Copyrights, andererseits erlauben Bilder auch das Geschriebene zu vertiefen oder konterkarieren.

Dass ich ab Jänner 2011 begann, ernsthaft ab Februar 2012 diesen Blog parallel auch auf www.medicus58.wordpress.com aufzubauen, hat mehrere Gründe. Die zwei wichtigsten sind eine Art Sicherheitsspeicher, der andere, dass WordPress zum Teil schon sehr professionelle Werkzeuge anbietet, die Herkunft der Besucher zu analysieren bzw. besser mit den Social Media verlinkbar ist. Diese Dependance meines Blogs hat es bisher zu über 34.000 Aufrufen gebracht.

Warum ich blogge:
Googeln Sie einmal diese Wortfolge und sie werden sich über die Dürftigkeit der Antworten wundern; also erwarten Sie auch von mir keine tiefschürfenden Erklärungen. Das überrascht, weil kaum zu erwarten ist, dass sich irgendwer völlig absichtslos in mehr oder wenig regelmäßigen Abständen die Anonymität des WWW anbellt, insbesondere wenn man weder die Zuschauerzahlen seines wirklichen Medienauftritts, die Verkaufszahlen seiner Seminare oder Bücher oder kurz den Bekanntheitsgrad „seiner Marke“ zu maximieren sucht.
Da die hier angeführten Begründungen für meinen Blog nicht zutreffen, fand ich in der Selbstbeschau zu folgenden Antworten:

Ich schreibe die „Sprechstunde“, weil ich über Dinge, die ich für falsch erachte gerne den Mund aufmache.
Ich sehe in der „Sprechstunde“ ein Werkzeug um meinen diffusen Frust zu konkretisieren.
Ich hoffe mit der „Sprechstunde“ in einen Dialog mit anderen einzutreten, um meine Sicht einer kritischen Wertung zu unterziehen und im dialektischen Sinn weiterzuentwickeln.

Was ich völlig unterschätzt habe, ist, dass man in diesem Prozess zu einem aufmerksameren Beobachter der Entwicklungen wird. Das Schreiben der Sektion „Satanswinkerl“ brachte mir damals z.B. einen besseren Überblick über Zusammenhänge als die jeweiligen Einzelartikel in den Medien. Auch zeigte es, wie oft dieselbe Sau durchs Dorf gejagt werden kann, weil der Überblick der Leser-, Hörer- und Seherschaft schön längst verloren gegangen war.
Während ich naturgemäß nicht objektiv beurteilen kann, ob die ersten beiden der oben genannten Beweggründe einen Blog zu führen, zu einem positiven Ergebnis geführt haben, kann ich leicht feststellen, dass der dritte Punkt, trotz der bald 100.000 Klicks, klar verfehlt wurde. Im Gegensatz zu Twitter ist ein Blog, oder zumindest mein Blog, nicht das geeignete Dialogwerkzeug. Das Verhältnis zwischen Spam und echtem Kommentar liegt bei mir irgendwo bei 1000:1.

Anonymität:

Dieser Blog ist auf den ersten Blick hin anonym, was in der Vergangenheit von manchen als Begründung benutzt wurde einen begonnen Dialog zu beenden.

Ich habe bereits früher unter „Warum pfeifen die Spatzen nicht oder pfeifen sie schon drauf?“

(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=63465) versucht auszuführen, dass es sehr handfeste Gründe gibt, weshalb gerade im öffentlichen Gesundheitswesen die meisten Kritiker gezwungen sind nach außen anonym zu bleiben. (siehe auch: Whistleblowing im Gesundheitswesen erlaubt, aber: Altenpflege http://wp.me/p1kfuX-j6) Dass niemand von uns in der vermeintlichen Freiheit des WWW wirklich anonym ist, dass selbstverständlich für Blog- und Forumbetreiber die Identität der gehosteten Autoren nachvollziehbar ist, war auch schon vor Snowdons Enthüllungen klar, d.h. auch ein Pseudonym schützt letztendlich nicht vor der gerechtfertigten Verfolgung einer strafbaren Behauptung; es schützt aber davor aus formalen Gründen mundtot gemacht zu werden.

Andererseits scheint mir die Beibehaltung eines Pseudonyms über doch schon drei Jahre einen gangbaren Zwischenweg darzustellen, zumal ich jede Kritik anderer auf den Blogs freischalte und diese bei Bedarf auch beantworte.
Ich sehe die Blogosphere (http://en.wikipedia.org/wiki/Blogosphere) als elektronisches Pendant zu Londons „Speakers Corner“ in der auch das Argument und nicht der Ausweis im Vordergrund steht.

Quintessenz:

Es mag schon auch etwas mit der Herbstdepression zu tung gehabt haben, als ich mich vor drei Jahren entschloss einer der damals ca. 148 Millionen weltweit erscheinenden Blogs zu schreiben. Inzwischen bin ich vermutlich nur mehr einer der ca. 180 Millionen weltweiten Blogs. Allein dieser Vergleich nimmt jede Hoffnung auf eine erzielbare Außenwirkung.
Lange Zeit war ein Bericht über Fukushima einer der am häufigsten aufgerufenen Beiträge, aber offenkundig nur, weil ich hier das gute alte PC Game „Simcity“ erwähnt habe, für das es eine überwältigende Fangemeinde gibt.
Eines der am häufigsten auf meinen Blog führenden Keywords ist „Schwanzparade“ weil ich unter „Ranking: Die zwanghafte Schwanzparade für alle“ (http://wp.me/p1kfuX-pr) weniger Sex als meinen Unmut über den überbordenden Vergleichszwang thematisierte; ich bezweifle aber, dass das die Intention der Googlenutzer war, als sie mich hier besuchten.
Genug der Nabelschau, ich kann nach drei Jahren für mich nur den Schluss ziehen, dass ein Blog, wie das alte Tagebuch in erster Linie einem selbst hilft, um Gedanken zu ordnen und Unmut auszusprechen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Wenn dann ein Beitrag sogar den Weg in die Österr. Krankenhauszeitung findet, dann freut das ( siehe Schlusspunkt auf: http://www.schaffler-verlag.com/medien/oekz/54-jg-2013/54-jg-2013-6-7/#23682).
Wenn die liebe Frau Kainz auf http://www.christine2.meinblog.at/ von Anbeginn meine Beiträge fleissig kommentierte, dann führt das mitunter auch zur Renovierung eines Gedenksteins am Europaplatz und (siehe Kommentare am Ende des Beitrags: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=51389 ) zu einer kleine österreischischen Realsatire.

Und, jetzt wollen wir uns zum Abschluss noch einmal in die Tiefen der Blogosphere begeben:
Studien und Statistiken haben überraschende Ergebnisse über die Masturbation offengelegt. Wer einen höheren Bildungsgrad besitzt, masturbiert öfters. Am häufigsten masturbieren Doktoren, Studenten und Abiturienten.
Wer masturbiert, baut Stress ab. Deshalb kann bereits wenige Minuten nach dem Masturbieren schnell und zufrieden eingeschlafen werden. Empfehlenswert ist eine zweimalige Masturbation pro Woche, so die Wissenschaftler. Diese sorgt dann auch schon für eine verbesserte Durchblutung der Prostata, eine Verbesserung des Sekrets und einen optimalen Stressabbau.
Zitat nach:  http://www.dbna.de/lieben/sex/131008-masturbieren-ist-gesund.php , auf das ich via Twitter von Ralf Brenner (@ PhoenixX_Weg) aufmerksam gemacht wurde, dem immerhin aktuell 17.700 Leute folgen!!
Da könnt einem der Neid fressen.

Written by medicus58

22. Oktober 2013 um 07:30

Veröffentlicht in Allgemein

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