Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for the ‘Allgemein’ Category

Soll er doch kündigen, der Primat

with 3 comments


Erst kürzlich haben wir hier thematisiert, dass den Vorstand des Wiener Krankenanstaltenverbund, pardon der heißt ja jetzt Gesundheitsverbund, Gefährdungsanzeigen nichtmal mehr zu Dutzenden so wirklich aufregt. Vermutlich auch deshalb die Umbenennung von Krankenanstalten- in Gesundheitsverbund, klingt einfach positiver, unaufgeregter.

Das war falsch.

Vor ein paar Tagen wurde klar, dass dem Vorstand Gefährdungsanzeigen doch wichtig sind und es war ihm eine langatmige Anweisung wert: Im Kern sind Gefährdungsanzeigen schon irgendwie wichtig, aber halt unter Berücksichtigung von allerhand drohend aufgezählter Vorschriften und i. d. R. im Dienstweg.

Heute schaffte es eine Meldung in die Medien, die zeigt, dass diesem Wunsch auch entsprochen wird:

Primar kündigt wegen Personalmangels

Der Ärztliche Abteilungsleiter, so heißt der ehemalige Primat heute, weil er schon längst zur dualen Führung degradiert und seines Sekretariats beraubt wurde und ihm Personalrekrutierung nur so weit erlaubt ist, wie weit ihn die Personalabteilung ins TalenLink lässt, zog die Konsequenzen, weil er einfach nicht mehr genug Personal hat, um seine Abteilung zu betreiben. Wie lange das schon ging, dass Personal ohne erforderliche Qualifikationen vor sich hinwerkte, konnte man aus dem Artikel nicht erfahren, aber die übliche Lösung des Problems: ein neues Doppelprimariat

Lücken werden bei uns geschlossen, indem man sie fusioniert.

Das Debakel hat sich übrigens schon längst abgezeichnet, als vor fast zwei Jahren die Kinderabteulung in Floridsdorf mitten in der Husten- und Schnupfen-Zeit im Jänner gesperrt wurde (Link).

Personalmangel hat man damals natürlich abgestritten, obwohl man parallel dringend nach Fachärzten suchte.

Es überrascht immer wieder, dass man noch immer glaubt durch Drohungen nach inben und punktuelles Abstreiten nach außen den Zustand der Patientenversorgung vernebeln zu können.

Wenn FP Nepp zur Lösung ein Köpferollen verlangt (Versagen Hackers gefährdet auch das Leben von Kindern), ist dies aber auch nur billige Polemik. Der aktuelle Zustand der Gesundheitsversorgung in Wien verlangt zuerst ein schonungsloses Eingeständnis des IST-Zustandes durch die Politik. Dazu gehört auch die Diskussion warum grad wer wo installiert wurde. Erst dann kann man neue Köpfe suchen, sonst dreht sich das Karussell von Wunderwuzzis und Ja-Sagern immer weiter, irgendwie so wie im Fußball.

Written by medicus58

6. November 2022 at 22:04

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 16

leave a comment »


Generated by SWISS Economy

15 Minuten Verspätung angekündigt, letztlich waren es 35 Minuten, eine Kleinigkeit gegen alles was in den letzten zwei Wochen so passierte.

Einmal pro Woche verirrt sich die SWISS auf die Azoren und, hurra, nahm uns wie gebucht an Bord. Man kann es den Eidgenossen, die längst schon unter der finanziellen Fuchtel der Lufthansa fliegen, nicht verdenken, dass sie nach Genf und nicht direkt in unser Heimatland fliegen, doch die Zeiten, wo man aus VIE viele Destinationen direkt anfliegen konnte, sind trotz Milliarden an Steuergeld und politischen Versprechen längst dahin.

Die SWISS fliegt übrigens nackt. Seit über zwei Jahren sitzen wir wieder maskenlos in einem Flieger. AUA, TAP und SATA bestehen weiterhin (Juli 22) auf den Mundbedeckungen (glücklicherweise nicht beim Essen und Trinken), die Schweiz hat sich hier, trotz hoher Ansteckungszahlen längst anders entschieden.

Selbstverständlich können Masken getragen werden, um uns herum tut es aber keiner, während Portugal aktuell noch auf allen Fahr- und Fluggeschäften zumindest eine OP Maske verlangt. Theoretisch auch im Taxi und Bus, praktisch wird das aber auch längst negiert.

Swiss Economy ist aber zu rund einem Drittel unbesetzt, was erklärt, warum im Bord Magazin, ja sowas anachronistisches haben die dort auch noch auf der Kurzstrecke, der aktuelle CEO kryptisch meint, dass man 20 Jahre nach der Gründung auf einem guten Weg seu wieder erfilgreich zu werden. Das haben vermutlich auch die anderen, im Schnitt alle 4 Jahre ausgetauschten CEOs, mal von sich gegeben.

Noch eine (Schweitzer?) Besonderheit fällt auf. Anders als viele andere Carrier verteilt die SWISS gratis Schweizer Alpenwasser aus dem Glarner Serenftal, was positiv hervorgehoben werden muss, auch wenn es, wie eh schon überall, Snacks dann nur gegen Bezahlung gibt. Dem schlug aber das mittelalterliche Pärchen neben mir ein Schnippchen und verzehrte mitgebrachten Lunch aus der  Frischhaltedose.

Da sich seit meinem letzten Aufenthalt die Preise am Genfer Flughäfen wohl kaum zum Schnäppchen gewandelt haben, vielleicht verständlich, angesichts eines 3,5h Fluges aber auch verwunderlich. Schließlich bestellte sie doch einen Becher Earl Gray (300ml um 3.90 CHF), um noch einen mitgebrachten Schokokuchen aus dem Handgepäck zu zaubern.

Gesättigt begann sie sich rote Wintersocken zu stricken. Der Frau traue ich zu als CEO die Fluglinie zu sanieren. Als Vielflieger könnte sie aber jede Linie in den Ruin treiben.

Ankunft in Genf zwischen sonnenbeschienenen Berggipfeln, AUA Anschlussflug kurz darauf gelandet, schaut mal gut aus.

Gesprächsfetzen der AUA Flugbegleiterinnen:

Na, auf Französisch hätt‘ i’s eh net verstaunden.

Na, Sandwiches san aus, want something from the Melangerie? Oimdudla?

We don’t accept cash, only cards. Have you cards?

Da half es garnicht, dass auf dem Flieger außen nur Staralliance stand, drinnen war AUA.

Eigentlich war jetzt eh alles Rodger, zumindest in Genf sollte mein Koffer noch dabei gewesen sein, denn beim Einstieg aufbden Azoren konnte ich ihn noch kurz sehen, wie er das Förderband hinauf ruckelte. Ob er es ausnahmsweise auch gemeinsam mit mir nach Wien geschafft hat? Soviel Cliffhanger muss noch sein.

Muss eigentlich nicht. Due Rückreise klappte wie als wäre alles in bester Ordnung mit der Fliegerei.

Written by medicus58

15. Juli 2022 at 21:57

Veröffentlicht in Allgemein, Reisen

Tagged with , , , ,

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 15

leave a comment »


Warten

Laur Plan wären wir längst in Pinra Delgado (Pico) und streiften durch die Altstadt, hätten SATA Airlines gestern nicht alle Nachmittagsflüge gestrichen.

Ob (wie am Gate versichert) wegen Motorschaden oder (wie auf den Essensgutscheinen angekreuzt) witterungsbedingt blieb unklar. Das Hotel war OK, das Abendessen sehr gut, nur rückt der morgige 12:00 Rückflug (via Genf nach Wien) immer näher und die Umbuchung gestern knapp vor Mitternacht von 15:35 auf 18:25 trug wenig zur Entspannung bei.

Inzwischen wurden von der SATA noch ein 19:00 Flug eingeschoben, so dass ein Hoffnungsschimmer bleibt noch heute die läppiscgen 50 Flugminuten zu schaffen und wenigstens eine der bezahlten Nächte im Grand Hotel Azores Atlantico zu konsumieren.

Das Informieren der Hotels über die verschobene Ankunft und das Ersuchen, das Zimmer nicht weiterzugeben, habe ich inzwischen drauf. Das Gefühl wieder mit ungwissem Ausgang gestrandet zu sein, auch.

Check out aus dem Hotel war 12:00, jetzt hängen wir in einer Hafenbar herum und schlagen die 4 Stunden bis zum Sammeltaxi zum Flughafen tot. Madalena (Pico) kenben wir inzwischen so gut, dass Spazierengehen wenig ergiebig erscheint. Außerdem ist es relativ schwül und, wenn sie mal durch die Wolken dringt, die Sonbe stechend.

Es bewahrheitet sich auch unter diesen Umständen die Erkenntnis, dass einen alle Reisen immer wieder zu sich selbst führen.

Written by medicus58

14. Juli 2022 at 15:30

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 11

leave a comment »


Sie steigen hier am vorläufigen Ende einer Odyssee unserer Gepäcks auf seiner und unserer Reise auf die Azoren ein, die hier begann.

Wenn es Sie interessiert, wie alles begann, dann seien Sie auf Teil 1 verwiesen.

Der sechste Tag unserer Individualreise auf die Azoren sollte uns von Ponta Delgada auf Terzeira bringen. Unsere Kalamitäten haben sich etwas gebessert, seit einer der beiden Koffer seit gestern uns erreicht hat, da er jeweils die Hälfte der Bekleidungsstücke des anderen enthielt, also ab sofort nicht jeden Abend Socken, Unterwäsche und T-Shirt Waschen angesagt war. Nachdem unsere Hotelrezeption über unsere nächsten Ziele instruiert wurde (die einzeln Inseln liegen ohnehin nur 100-200 km auseinander) meldete sich völlig überraschend (Anrufe und Mails blieben bislang unbeantwortet) am Handy und verkündete, dass der Koffer am Flughafen von Ponta Delgada auf uns wartete. Das ganze fand ca 5h vor unserem Weiterflug statt.

Eine kurze Autofahrt, eine Schrecksekunde als der gerade voll getankte Mietwagen einen halb leeren Tank anzeigte (Elektronik, 1l mehr, 2x starten und alles war wieder OK) und in der Ankunftshalle wartete wirklich der zweite unserer Reisebegleiter (Foto).

Das gute Stück hatte von Wien bis hierher geschlagene 144 Stunden benötigt und mich zur frustranen Suche nach den notwendigsten Bekleidungsstücken und bare necessities gezwungen.

Da jann man es nur als Hohn auffassen, wenn auf dem Gepäckanhänger Priority zu lesen ist.

Written by medicus58

6. Juli 2022 at 13:45

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 8

leave a comment »


Versöhnlich, das Foto von Sao Miguel auch selbst zu haben, mit dem wohl am häufigsten auf Reiseblogs und Reisekatalogen geprahlt wird. Der Trick liegt dabei weniger in der fotografischen Expertise des Fotografen als um Glück grad nicht in einer der regelmäßig hier drüberziehenden Wolkenbänken zu stehen.

Für Neueinsteiger, die ganze Geschichte begann hier. Den Rest im Bereich Reisen nachzulesen.

Weiterhin kein Hinweis, wo unsere Koffer wären. Einzig Terzeira Airport hat inzwischen strikt abgestritten unser Koffer mit all den Notwendigkeiten, wie Bekleidung, Medikamente, Kämme und Rasierzeug zu haben. Das Nachkaufen von Socken, Zeitschuhen und – Hosen gelingt mir wegen gewisser Bedürfnisse in Sachen Größe in Portugal ebensowenig wie dereinst in Rio. Immerhin schaffte ich es Badeschlapfen und eine Badehose zu finden, um vielleicht den Atlantik oder zumindest den Hotelpool nutzen zu können.

Jetzt suche ich eine kleine Puppe der TAP Verantwortlichen und sehr viele Nadeln.

Written by medicus58

3. Juli 2022 at 16:32

Veröffentlicht in Allgemein, Reisen

Tagged with , , ,

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 7

leave a comment »


Die Zores mit den Acores (sorry für das dumme Wortspiel) begann hier.

24 Stunden nach dem Aufstehen in Wien und fast 20 Stunden nach dem Eintreffen am Schwechater Flughafen haben wir es heute zu knapp 3 1/2 Stunden Schlaf und nur bis nach Lissabon gebracht.

Die Schlange vor dem Transferschalter war nur unwesentlich kürzer als gestern Abend und schon hagelte es erneute Absagen von Kurz- (Madrid, Barcelona, Paris) und Langstreckenflügen (zB in die USA oder Brasilien).

Was ich gestern vergessen habe zu berichten war die endzeitliche Stimmung bei den Luggage Belts, die wir gegen 2:30 früh sicherheitshalber checkten, ob TAP unsere Koffer nicht doch noch ausgeladen hat. Berge von herrenlosem Gepäck, dazwischen Schlafende und um diese Zeit noch eine Schlange am Lost and Found.

Danach abklappern der Flughafenhotels, fully booked, telefonieren mit verschlafenen Nachtportieren (Google Map sei Dank für die Telefonnummern), schließlich eun Treffer, Taxi, etwas Schlaf Frühstück, Taxi…

Kurz nach 11 ging es für uns endlich weiter auf die Azoren, aber wie berichtet nicht wie gewünscht und im Mai gebucht auf Sao Miguel sondern auf Terzeira, 30 Flugminuten entfernt. Das Foto zeigt übrigens die Stimmung bei der Ankunft. Dazwischen Telefonate mit Hotel und Mietwagenfirma, dass wir zwar einen Tag umsonst zahlen, aber beide Verträge einhalten werden.

Die folgenden Stunden auf Terzeira bis zum Weiterflug spazierten wir erstmals wieder in frischer Luft und hatten als Mittag/Abendessen frischen Fisch in einem sehr empfehlenswerten Fischlokal ganz in der Nähe des Flughafens.

Der Flug nach Ponta Delgado ging pünktlich um 17:55 ab und wir waren rund 24h später als geplant da, wo wir sein wollten. Wir, nicht aber unser Gepäck. Und nicht nur wir sondern, man trifft sich am Lost and Found Schalter, alle deren Direktflug aus Lissabon in der letzten Nacht so umgeplant wurde…

Jeder bekam einen QR Code und erfuhr mit freundlichen Worten, dass er seinen Gepäcksverlust dort selbst eingeben soll.

Mietauto, Hotel und die getragene Wäsche (bitte nicht verraten) im Handwaschbecken waschen, wie dereinst als man Interrail fuhr.

Written by medicus58

2. Juli 2022 at 23:51

Veröffentlicht in Allgemein, Reisen

Tagged with , , , ,

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 6

leave a comment »


Hier begann die Geschichte: Teil 1

In dieser Schlange verbrachten wir fast 5 Stunden, nachdem der Anschlussflug von Lissabon nach Ponta Delgada immer weiter nach hinten verschoben und nach drei Gate changes endgültig von der Anzeigentafel verschwand.

Natürlich kam niemand, wie von einem Flughafenmitarbeiter eigentlich versprochen, ein TAP Mitarbeiter zum letzten Gate, um mit uns zu sprechen und das Angebot per Mail, wir mögen erst am Montag (es war zu diesem Zeitpunkt ca 22:00) weiterfliegen, war angesichts der Tatsache, dass wir am Dienstag bereits einen Weiterflug nach Terzeira hatten, lächerlich.

Was dann kam war ein sagenhaftes Chaos mit sich vordrängenden Senegalesen, Wortgefechte mit Portugisen, deeskalierenden Polizeiauftritten und bald nur mehr zwei Mitarbeitern am Transferschalter.

Die beste uns angebotene Alternative, als wir nach 2:00 früh zu einem der Mitarbeiter vorgedrungen waren, übrigens nur so bald, weil wir eigentlich Business geflogen sind, war um 11:11 von Lissabon auf die Insel Terzeira, dort 7h zu warten und mit einem Flug am späten Nachmittag 24h nach dem ursprünglichen Ankunftstermin hoffentlich in Ponta Delgado anzukommen.

Mit dem gebuchten Hotel stehe ich in Kontakt, mit dem Mietautounternehmen noch nicht und wo unser Gepäck ist, man hat uns geraten es nicht auszuchecken, wissen wir nicht.

Niemand kümmert sich um ein Hotel für den Rest der Nacht, so dass man selbst herumtelefonieten muss, weil die Airport Hotels rammelvoll waren und in deren Lobby die Leute bereits campierten.

Beim vierten Versuch wurde ich fündig, knapp 4h Schlaf (Ersatzwäsche und Zahnbürsten waren vorsorglich im Handgepäck) und ein Frühstück später sassen wir erneut in der Abflughalle.

Offenbar hat portugiesische TAP von der Lauda Air gelernt, deren Service zwar ihr Success war, ihr das aber auch nicht geholfen hat. Deshalb verzichtet die TAP überhaupt auf irgendeine Kundenbetreuung.

Written by medicus58

2. Juli 2022 at 10:14

Veröffentlicht in Allgemein, Reisen

Tagged with , , , ,

Reisen mit Covid 2022: Teil 5

leave a comment »


Die Story begann hier.

Die Troubles am CAT City check-in.

Es saßen dort zwei Herren, die sich gegenseitig prächtig unterhielten aber unzuständig erklärten für AUA u/o TAP das Gepäck einzustecken (beide Flüge hatten übrigens einen TAP Code). Eigentlich begannen aber die Troubles schon vor ein paar Stunden, als die TAP mir eine ziemlich unverständliche SMS sandte:

You TAP flight is expected to depart on.

Am City check-in verwies man auf den Self check-in, um die Gepäcksanhänger auszudrucken. Wie immer misslangen die ersten Anmeldeversuche mit Namen+Buchungsnummer und Namen+Destination. Mit dem Pass klappte der dritte Versuch, jedoch verweigerte der Apparat das Ausdrucken der Gepäckanhänger, da der Abflug verschoben wurde. Man möge am Flughafen zum AUA Schalter gehen.

Am Flughafen wurde man vor dem Schalter abgefangen und nach Vorlage der ausgedruckten Boarding passes gefragt, weshalb man sich noch keine Gepäckanhänger ausgedruckt hätte.

Erklärungen, Palaver, überraschend druckte der Automat hier die Gepäckanhänger anstandslos aus, der Flug war aber weiterhin delayed, und es blieben dann in Lissabon gerade mal 30 Min Transferzeit….

In Lissabon angekommen, entspannte sich die Lage kurzfristig, da der Anschlussflug sich um fast 2h verspätet. Die Stimmung sank aber, als die erste versprochene Abflugzeit ungenützt verstrich und die nächste SMS einen Abflug nach weiteren 30 Min versprach was, aber auch nicht eingehalten wurde. Drei Stunden nach der Ankunft in Lissabon erklärte ein offiziell wirkender Typ, dass die Runway bis vor kurzem geschlossen werden musste und, es ist inzwischen nach 20:00, jetzt begonnen wird, den Flugbetrieb wieder aufzunehmen.

Auf der HP des Airports fand man dazu nichts.

Machen wir es kurz nach über 5h und drei gate changes wurde der Flug gestrichen und verschwand von der Anzeige. Ein Mitarbeiter flüchtete vom Gat und versprach es würde jemand kommen,…

Vor dem Transferschalter warteten bereits gut 400 Passagiere.

Diese Nacht wird lang…

Written by medicus58

1. Juli 2022 at 23:36

Veröffentlicht in Allgemein, Reisen

Tagged with , , , ,

World Elder Abuse Awareness Day: Behind the smokescreen of `all-is-well’ lies stories of neglect in Kashmir

leave a comment »


Altenpflege ist nicht nur mehr ein Problem der Ersten Welt

https://www.thekashmirmonitor.net/world-elder-abuse-awareness-day-behind-the-smokescreen-of-all-is-well-lies-stories-of-neglect-in-kashmir/

Written by medicus58

16. Juni 2022 at 12:46

Veröffentlicht in Allgemein

Nix geändert im Rettungswesen

leave a comment »


Ihr Medicus ist als Zivi vor Jahrzehnten mal als Sani beim Arbeitersamariterbund gewesen. Mal (nach dem Studium aber vor dem Turnus) als Hilfssani am Einsatzwagen, mal als Tragekuli am Sanka und immer wieder zur Strafverschärfung im PKW Krankenbeförderungsdienst, also als Taxler ohne Maut.

Das Schicksal wollte es heute, dass vor mir ein älterer Straßenbahnfahrgast vom Stuhl rutschte und in einen nicht ansprechbaren Zustand verfiel. Die Vitalparameter waren Ok, verletzt hat er sich nicht, die Pupillen isocor, auf Licht reaktiv und er bewegte sich zwar verlangsamt aber ohne merkbare Einschränkung.

Unsere Bim hielt an und im Laufe der nächsten 30 Minuten noch manch andere, die Rettung wurde verständigt und die Sanitäter trafen ein.

Unser Fahrgast hockte verwirrt, sicher nicht alkoholisiert, ketoazitotisch oder sonst sichtbar untoxikiert, am Boden zwischen zwei Sitzen und krallte sich panisch an allem fest, was er ergreifen konnte. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach hat er entweder eine cerebralen Durchblutungsstörung oder eine Epi-Äquivalent mit konsekutiv schwerem Verwirrungszustand. Er erinnerte mich auch an einen M. Fabry der mal in meinen Journaldienst reinschneite, aber vermutlich gibt es noch Dutzende Differenzialdiagnosen, nur geht es hier garnicht um die medizinische Seite.

Der Mann weigerte sich aus dem Wagen gebracht zu werden. Kaum hat man eine Hand gelöst, krallte er sich mit der anderen fest und war sichtlich hochgradig desorientiert.

Dazu die Zurufe aus dem voll besetzten Wagen und von draußen von der Straße:

Wos hot er denn, legts eam nieder.

Ich bin Krankenschwester, sprechen’s mit mir.

Setzt ihn wieder auf’n Sessel und weiter foahrn ma.

Der is jo b’soffn. Is der so zua?

Holt’s eam do auße. Mei Neffe trogat den allanig, der is an Meter fünfundneunzig.

Warum bringen’s eam net afoch weg?

Hot er krampft? Jo, i hob’s g’sehn. Nein, es war anfänglich nur ein Zittern des Oberkörpers, sicher kein Krampfanfall.

Der braucht an Oarzt.

Ein jüngerer Türke heftig zu dem Sanitäter, der ruhig auf den Patienten einsprach: Haben’S ihm überhaupt schon g’fragt wie es ihm geht?

Sanitäter: I waß wos i tua, aber waun Sie’s besser kenna.

Ein paar türkische Buben: De stellen se deppat an.

Der Sani bittet per Funk um die Polizei, weil Fahrgäste unseren Einsatz behindern. Später kommen zwei zarte aparte Polizistinnen und werden fragen was los ist.

Von der Straße geben Passanten Ezzes:

Messt’s eam wenigstens den Bluatdruck! Palpatorisch war der übrigens seit Beginn normal.

Gebt’s eam wos zum trinken.

Inzwischen ist der Fahrgast bis zu den geöffneten Türen des Nicht-Niederflur Wagens gerutscht und wollte sich mit einer Hand am Handlauf hochziehen, mit der anderen hielt er sich aber an einem der Sitze fest. So ging es hin und her.

Eine junge Türkin (sie erraten wohl langsam in welchem Bezirk sich das alles abspielt) lächelte spontan den Mann an und bot ihm die Hand an. Eine im Prinzip gute Idee, dass sich mal nicht nur Männer um den Fahrgast drängen, nur führte das letztlich auch zu nichts. Wie so oft half dann doch der Zufall. Der Mann zog sich wieder einmal hoch, ein Rautek war unmöglich, aber ich konnte seinen Brustkorb unter den Schultern umfassen und die Bewegung etwas verstärken. Als er so halb auf der ersten Stufe stand, schaffte es einer der Sanitäter seine Beine so zu lenken, dass er die zwei Stufen halb ging, halb gehoben wurde. Dann war er rasch auf der Liege und die Bim fuhr weiter.

Langsam verebbten die Diskussionen im Wagen. Es sind oft weniger die medizinischen Probleme, die solche Einsätzen mühsam machen und auch nicht immer der Patient selbst.

Leicht haben es die Kollegen im Rettungswesen nicht und manchmal ist ihre Selbstbeherrschung schon bewundernswert, wenn der Hilfe zu viel geleistet wird.

Written by medicus58

9. Juni 2022 at 22:41

%d Bloggern gefällt das: