Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for the ‘Allgemein’ Category

Kurz rockt

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Kappacher lehrt uns das Gruseln

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Written by medicus58

24. September 2017 at 08:49

Veröffentlicht in Allgemein, Nationalratswahl 2017

#NRW17 So unauffällig verschwiegen, dass es völlig untergeht.

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In den inflationär auf allen Kanälen zum Gaudium des TV Publikums hereinbrechenden „Duellen der Spitzenkandidaten“ wird ein gesellschaftspolitisches Thema in seltsamer Einigkeit aller Beteiligter penibel ausgespart.

Neben dem scheinbar artabhebenden Merkmal „des Asylantenproblems“, das Gutund Bösmenschen verlässlich in jeder Diskussion zur Selbstdefinition nützen, wird grad noch darüber schwadroniert, dass die Pensionen sicher sind, die Lohnnebenkosten und die Mieten sinken und die Einkommen steigen müssen. Dass wir für die Sicherheit unserer persönliche Freiheit diese offenbar gänzlich aufgeben müssen, versteht sich offenbar ohnehin, ohne viele Worte …

Über den Bereich, der seit über einem Jahrzehnt das politische Spielfeld permanenter Reformen ist, das neben dem Bildungswesen und der Altersversorgung einer der wenigen Bereiche ist, für die eine gesamtgesellschaftliche Einigung unumgänglich scheint, herrscht flächendeckende und in besorgniserregender Einigkeit eingehaltene Funkstille:

Über das solidarisch finanzierte Gesundheitssystem schweigen wir beredt.

Wenn überhaupt kommt das Gesundheitssystem ins Spiel, wenn die einen Asylanten als aktueller Kostenfaktor, die anderen als zukünftiger Nettozahler ansprechen, aber alles andere scheint belanglos.

Die Diskrepanz zwischen politisch erweckter Erwartungshaltung und täglich erlebten Unzulänglichkeit, die undurchsichtigen Finanzierungsströme, die Widersprüche zwischen bundesweiter Planung und regionaler Umsetzung.

Es ist für den Durchschnittsbürger vielleicht nicht uninteressant, ob seine Versorgung zukünftig von einem Helpdesk, von einer Pflegekraft oder seinem Hausarzt übernommen wird. Ob er weiterhin einen freien Zugang zum Facharzt hat oder in ein managed care System gelotst wird.

Vielleicht sollte mal den Wähler fragen, ob er es schätzt, wenn er in einem Krankenhaus zwar Spezialabteilungen, aber phasenweise keine Spezialisten mehr vorfindet.

Wurde dem Wähler schon einmal die Wahl gegeben, ob er ELGA finanzieren will oder es zumindest geil findet, seine Blutbefunde im Netz suchen zu dürfen?

Ist der Wähler nicht ndig genug mit seinem Wahlzettel auch darüber zu entscheiden WELCHES Gesundheitssystem er denn gerne hätte?

Ich behaupte einmal, dass für die meisten die Gesundheitsversorgung ein weniger abstraktes Thema ist als viele anderen rauf und runter diskutierten Themen ist.
Es sollte uns doch etwas misstrauisch machen, wenn darüber nicht gesprochen wird. Auch vor der letzten Wiener Gemeinderatswahl war das Thema tabu und danach ist der KAV implodiert …

PS: Die Abbildung oben zeigt das Deckblatt des Arbeitsprogramms der Bundesregierung 2017/2018 nur mal so zur Erinnerung

Written by medicus58

19. September 2017 at 18:17

Rot bis in den Tod: Der SPÖ Wähler

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Wie vor der letzten Nationalratswahl versuchen wir auch heuer wieder mit den Stammwählern der kanditierenden Parteien ins Gespräch zu kommen.
Heute führte uns die Suche nach einem treuen SPÖ Wähler in das neu errichtete städtische Seniorenwohnheim „Zum frühpensionierten Straßenbahner“.
Unser Rotwähler aus 2013 stand uns nicht mehr zur Verfügung, da er sich augenblicklich auf Reha befindet.

Am Eingang wurden wir fast von einem slim fitten Pizzaboten über den Haufen gelaufen, so dass wir etwas echauffiert waren, als wir endlich Herrn W.V. gegenüber saßen, einem Parkinson-geschüttelten alten Herrn im Rollstuhl.
Es verbot sich also augenscheinlich zu fragen, ob er denn für den Christian Kern laufen würde

Herr V. B. wirkte etwas herausgeputzt, vor ihm auf dem Resopaltisch stand ein Schnabelhäferl auf einer übergroßen Platzdeckerl in rot.
Unpassend festlich wirkte die Szene in dem ansonsten eher kühlen Speisesaal, aber die Heimleitung bestand darauf, dass wir unseren Gesprächspartner hier treffen müssten.
Auf ein Hinterfragen reagierte man ausweichend.

I war imma scho rot, des g’wöhnt ma sie im Alter nimmer ob„, beantwortete der alte Herr die Frage, weshalb er Christian Kern wählen wird.
Er habe sogar schon Kreisky gewählt, als der den Pittermann weggeputscht hat.
Er blieb der Partei unter Sinowatz treu und als der Banker Vranitzky den Banker Androsch endgültig verhindert hat.
Sein Kreuzerl machte er bis 91 unter die in Sozialistische Partei umbenannte SPÖ, die sich davor als  Sozialdemokratische Arbeiterpartei (1918 bis 1934 Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschösterreichs) nannte
und blieb ihr treu, als sie Vranitzky wieder in Sozialdemokratische Partei umbenannte und dabei den Arbeiter unter den Tisch fallen ließ. Es war ihm nicht so wichtig, denn er war ohnehin Angestellter bei den Wiener Verkehrsbetrieben.
Sogar der niederösterreichische Juso Gusenbauer kriegte seine Stimme, als er der Partei wieder den Kanzler brachte, obwohl er verstand, dass er dann von der selbsternannten Basis in die Wüste geschickt und durch Faymann ersetzt wurde:
Da hatte Herr W. V. aber schon längst seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten. Mit all der Erfahrung hat ihn dann kaum überrascht, aber auch wenig interessiert, dass auch dieser durch einen Putsch der Basis hinweggefegt wurde.
Christian Kern findet er fesch, ja sportlich in seinen engen Anzügen, auch wenn er ihn weder auf Facebook, noch auf Instagram oder irgendeinem einem anderen sozialen Kanal begegnet ist, noch ihn im House of Cards Video bewundern konnte.

Hinter uns steht ein billiger Flach-TV auf dem, allerdings tonlos um unsere Unterhaltung nicht zu stören, Bundeskanzler Christian Kern am Admonter Stammtisch gerade gestikulierend versprach, dass auf der Kärnterstraße das Tragen der Burka verboten wurde. Herr W.V ist das ziemlich egal, er hat das Heim seit Jahren nicht mehr verlassen können, außerdem sitzt er mit dem Rücken zum Fernseher.

Er nimmt einen Schluck aus seinem Schnabelhäferl und ihm fällt zum ‚Basti Kurz nur ein verächtliches „der Bua?“ ein.
Auch zu Strache hielt er sich sehr kurz: „Der is ja net amoi a richtiger Nazi„.

Ich machte einen letzten Versuch aus ihm heraus zu bekommen, was ihn den so fest an die Partei bindet und er antwortete nach einer kurzen Überlegung:
Schau, unser Bezirksvorsteher hot mi bei die Verkehrsbetriebe unter’brocht, als i als Zuckerbäcka hocknstad wor!
Natürlich, war der Bezirksvorsteher von der Partei und natürlich erwartete man für die Gefälligkeit den Parteibeitritt. Der Kindergartenplatz für „den Buam„, später „a klane Gemeindewohnung“ und schließlich „da Heimplotz do“ für ihn selbst.
Er glaubte der Partei sehr viel verdankt zu haben und hat sich eigentlich immer nur bedanken wollen.

Erst jetzt fällt mir auf, dass in der Zwischenzeit immer mehr Reporter in den kleinen Speisesaal des Heims kamen und es draußen am Eingang immer lauter wurde.
Die Scheinwerfer gingen pünktlich an, als Bundeskanzler Christian Kern federnden Schritts auf Herrn W.V.B. zu schritt und ihm „Alles Gute zum Geburtstag“ wünschte.

OK, der Gute hatte also Geburtstag, deshalb hat man ihn etwas herausgeputzt, den Herrn W.V. natürlich, nicht den Kanzler, dessen slim fit Anzug spannte verlässlich wie immer.

Gut schaue er aus, meinte Kern zu unserem alten Herrn jovial, seine 90 Jahre sähe man ihm niemals an. Da sähe man eben, wie gut er hier gepflegt würde.
Die Botschaft kam rüber, Kern sorgt für seine Kernwähler, aber trotzdem schien Herr W. V. plötzlich unruhig und nutzte eine Atempause „seines Kanzlers“ um anzumerken,
dass er gerade einmal 70 Jahre alt wäre und auch das erst nächste Woche.

Christian Kern verlor plötzlich den Blickkontakt mit seinem Wähler und stotterte in Richtung seiner Entourage, dass man ihm da wohl etwas Falsches gesagt hätte ….
Böse, war Herr V.B. ihm aber ohnehin nicht, denn er war seiner Partei eben dankbar, auch für die nun etwas vorzeitig mitgebrachte Geburtstagstorte.

Written by medicus58

7. September 2017 at 19:29

Eine Mille Lehrgeld für die Stadt Wien

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​Unkommentiert erfuhr man gestern in Wien heute, dass sich die Stadt Wien entschlossen hat, den Generaldirektorposten im Wiener Krankenanstaltenverbund ersatzlos zu streichen und ab 2019 eine Führung mit mehreren Direktoren haben zu wollen. Irgendwann schreibt man das auch aus …

Udo Janßen war in dieser Position (Gehalt plus Entschädigung für die vorzeitige Vertragsbeendigung) eine Million Euro wert, ehe Häupl die Frage aufwarf, was dieser denn eigentlich den ganzen Tag so tun würde …

Gefeuert wurde Janßen aber erst, weil die neue Gesundheitsstadträtin „das Vertrauen verloren hat“. 

Wenn der Posten ohnehin unnötig war, wäre es ja egal, ob man seinem Inhaber vertrauen kann, zu hoch dotiert wäre er aber allemal gewesen. 

Die Frage stellte sich in all den Jahren einer Generaldirektion Marhold nicht, der aber über den Weg der FSG-Gewerkschaft/Personalvertretung in das Amt kam.

Nachhilfe kostet viel Geld, schön wenn die Kosten der Steuerzahler übernimmt.

Written by medicus58

6. September 2017 at 07:35

Veröffentlicht in Allgemein, Gesundheitssystem

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Denk-Zettel-Wahlen 2017

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Wahl
Sie haben uns Jahrzehnte gelehrt, dass jeder für seinen Erfolg selbst verantwortlich ist und appellieren nun an unsere Solidarität.
Sie thematisieren nur mehr den Gegner, verschweigen ihre eigenen Lösungsvorschläge und beklagen unsere Politikverdrossenheit.
Sie belügen uns wie gedruckt weil die wenigsten von uns nicht mehr sinnerfassend lesen können.
Sie hatten alle Zeit der Welt das umzusetzen, was sie uns jetzt wieder versprechen. 

Sie sind UNWÄHLBAR, auf die diese Aussagen zutreffen, denken Sie daran, wenn Sie demnächst wieder in der Wahlzelle Ihr Kreuz über die Demokratie machen dürfen.

Zur Erinnerung, vor der Nationalratswahl 2013 erschienen auf diesem Blog unter dem Titel Wir reden mit den Menschen Fake-Interviews, damals gab es den Begriff noch gar nicht deshalb nannte ich sie überrealistische Interviews, mit den Wählern der einzelnen damals kandidierenden Parteien.
Vielleicht belustigt es Sie, das nochmals oder erstmals nachzulesen …

Written by medicus58

3. September 2017 at 11:26

Häupl wird gehen, na und?

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Der Blätterwald rauscht, die SPÖ Kampagne zur Nationalratswahl strauchelt, der Wiener Bürgermeister hat am 26.8.2017 der APA mitgeteilt, dass er Ende Jänner 2018, also in 5 Monaten als Wiener SPÖ Chef zurücktreten wird, bald danach auch als Bürgermeister.
Überraschend kam das nicht, schließlich hat er schon im April verkündet, dass er spätestens drei Monate nach der Nationalratswahl die Ämter des SPÖ-Vorsitzenden und Bürgermeisters übergeben will.

Ja, so macht man es, rechtzeitige Ankündigung, Rücktritt erst nachdem ein Nachfolger, eine Nachfolgerin gefunden wurde
(sich durchgeboxt hat, überlebt hat, ….).
Ist einem das Schiff wichtig, dann lässt man es nicht führungslos, schließlich müssen doch täglich wichtige Entscheidungen getroffen werden, Weichen gestellt, Posten besetzt und Aufträge vergeben werden. Ist für all das kein Generaldirektor notwendig, kann man den Posten ja gleich einsparen.

Bemerkenswert, wenn diese Strategie andernorts in dieser Stadt nicht so gefahren wird.

Am 20.3.2017 trennte sich die Stadt vom Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes.

5 Monate, 1 Woche, 3 Tage bzw. 163 Tage oder 23 Wochen, 2 Tage später (heute ist der 29.8.2017) wurde die vakante Position noch nicht einmal ausgeschrieben!

Gesundheit ist unsere Stärke verspricht der KAV auf seiner Homepage, vorausschauende Führung scheint da weniger erforderlich, für eine der mit elf Spitälern, drei Geriatriezentren (und dem Sozialtherapeutischen Zentrum Ybbs) sowie acht Pflegewohnhäusern (KAV) größten Gesund­heitsein­richtungen in Europa. 

Kennen Sie einen Großkonzern der Welt, der es sich leisten konnte so lange ohne Führung zu sein?
oder will ohnehin niemand, dass der KAV geführt wird sondern ausschließlich Befehle ausführt?

Würden diese aber statutengemäß aus dem Gemeinderat kommen, dann ist das Zögern auch wieder unverständlich, denn wir haben einen gewählten Gemeinderat, der die Ausschreibung doch fordern könnte!
Wir haben auch eine zuständige Stadträtin, die doch ein großes Interesse haben sollte, den Posten zu besetzen, dessen wesentliche Aufgabe die Kommunikation mit der amtsführenden Stadträtin der Geschäftsgruppe für Soziales, Gesundheit und Frauen, der Magistratsdirektion und anderen Dienststellen des Magistrates ist, um im Rahmen dieser Zusammenarbeit allgemeine Strategien, Rahmenbedingungen und Richtlinien für den KAV zu erarbeiten und umzusetzen.

All die am Papier maßgeblichen Stellen sollten eigentlich arbeitsfähig sein und ein großes Interesse an einer raschen Nachbesetzung des Generaldirektorpostens im KAV haben. Es sei denn, der KAV würde als Vorfeldorganisation der Wiener SPÖ betrachten werden, dann macht es wiederum Sinn abzuwarten, wie das Spiel dort ausgeht ….

sieht das sonst niemand so?

 

Written by medicus58

29. August 2017 at 17:52

Es ist billiger nach London zu fliegen als dorthin zu kommen

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Die aktuellen Vorgängen um die Air Berlin und die Niki werden medial überwiegend unter dem Gesichtspunkt der politischen Interventionitis zu Gunsten der Lufthansa betrachtet. Wie absurd dieser „Markt“ überhaupt schon wurde, stört kaum jemanden.
Wenn Sie im zB November nach London fliegen wollen (vernachlässigen wir mal Ihren Bedarf an Gepäck und Nachmitternachtsschlaf), dann zahlen Sie für den Hinflug knapp unter 51€.

CAT Airport Train und Einfachfahrschein der Wiener Linien kostet Sie 14€ alles nur für den Hinflug.

Von Stansted ins Zentrum und noch ein Tube-Ticket macht Sie leicht um 20€ ärmer.

Kopfrechner werden jetzt gleich triumphierend rausrufen, dass da noch immer eine Differenz von 17€ wäre, was nicht abgeleugnet werden kann, ABER

die stumme Hand des Marktes bringt Sie per Flugzeug für Ihre 51€ rund 1500 km weit und rund 10.000 m hoch, während sie Sie für die 34€ keine 100 km weit transportiert.

Das stinkt wahrlich mehr als  die Mille, die Merkel der Air Berlin nach wirft.

Written by medicus58

20. August 2017 at 22:44

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