Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Wer Flüchtling ist, bestimme ich… ein bisschen Polemik und etwas mehr Kritik

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Auch wenn das alles vordergründig nichts miteinander zu haben scheint, Österreich schafft es aktuell weder Glyphosat noch Afghanen außer Landes zu bringen.

Ob das alles schlicht Unfähigkeit oder das Resultat innerer Grabenkämpfe ist, dass wahlweise Beamtenkanzlerin oder (medienwirksam in der Presse verkündet) Bundespräsident einschreiten mussten/wollten, soll da nicht diskutiert werden, jedenfalls scheint nichts mehr ohne einen Deus Ex machina zu gehen, wenn der Rechtsstaat versagt.

Die Deutschen glauben Göring hätte es gesagt, die Österreicher glauben, dass es Lueger gesagt hätte, jedenfalls hält sich das feudalistisch, rechtsfeindliche Denken „Wer Jude ist bestimme ich“ bis zum heutigen Tag und erlaubt ein gutes Gewissen, wenn der Einzelne gerettet wurde.

Jetzt kann man ja darüber jubeln, dass da die Menschlichkeit den Sieg über Kurz & Kickl davongetragen hat und „Zia“ (Ziaulrahman Zaland) bleiben darf und das Gesetz, dass 800 Asylwerber die Lehre abschließen dürfen, ehe sie abgeschoben werden, als Zeichen unseres Humanismus sehen.

In meinen Augen zeigt es aber nur, dass die Caritas wieder das Recht ersetzt und versetzt uns hinter das Zeitalter der Aufklärung zurück.

Vorbei die Zeit, wo man für alle Menschen Rechte erkämpfen wollte, heute tröstet man sich mit dem Einzelfall und freut sich über billige Azubis.

Klar, diese Welt prinzipiell besser zu machen mag man aks gescheitert betrachten, da lassen wir wenigstens unsere Vorgärten mit LED-geschmückten Rentieren erstrahlen, setzen uns für den einen integrierten Asylwerber ein und irgendwann schaffen wir es dann auch noch das Glyphosat zu verbieten, Amen.

Jetzt fände ich es persönlich auch viel besser Zia für immer im Land und Glyphosat für immer draußen zu lassen, dazu wäre es aber neben dem Aktionismus der heute die Tat ersetzt hat, notwendig zu klären, weshalb unser Parlament keine gescheiten Gesetze mehr zusammen bringt und wem das nutzt?

Wer hat absichtlich oder unabsichtlich vergessen die EU vom beabsichtigten Beschluß in Kenntnis zu setzen, dass wir mehrheitlich das Gift nicht im Lande haben wollen?

Wer verschleiert absichtlich oder unabsichtlich Flüchtlings- und Asylwerber-Status?

Ich behaupte dass im Vergleich zu uns in Österreich mindestens ein Drittel der Menschheit als verfolgt gelten kann, zum Teil auch von unserem eigenen Wirtschaftssystem. Nur hat das mit dem Bild der „alten Flüchtlingskonvention“ wenig zu tun. Andererseits sollten wir doch in unser Rechtssystem so viel Vertrauen haben, dass ein letztinstanzlich abgelehnter Flüchtlingsstatus nicht per Intervention aufgehoben wird. Nur heißt das zwingend, dass der Bewerber sich halt verkalkuliert hat und deshalb zu bestrafen ist?

Warum finden sich so viele Rechtsanwälte, die Asylverfahren hinauszögern und niemand, der eine gesetzliche Möglichkeit schafft, dass abgelehnte, aber arbeitswillige Migranten in Mangelberufen arbeiten dürfen und sich, so sie sich selbst erhalten können und der Gesellschaft nützlich sind, selbstverständlich auf Einbürgerung hoffen dürfen.

Das wäre übrigens ein positiver Pullfaktor, der die Richtigen anzieht. Billige Azubis zum späteren Abschieben ist das nicht.

Written by medicus58

12. Dezember 2019 at 20:00

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Doskozil kann das Wort Narrativ nicht mehr hören

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Dank dem Online Standard für die geniale Montage und bitte erklärt dem Doskozil den Begriff mal, dass er sich nicht mehr weiter aufregen muss.

Written by medicus58

29. November 2019 at 08:53

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Ist hier Niemand oder Rot im Dunkel oder eh schon alles scheißegal

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Radioblogger Kappacher und Ziegen-f… Böhmermann bringen einerseits das Dilemma von SPÖ und SPD aber andererseits auch jenes unserer anderen Parteien ziemlich auf den Punkt.

Eine absolute Lese- (Kappacher) und Seh-Empfehlung (Böhmermann) jenseits aller süffisanten Politberater-Wuchteln von The Filz und Co.

Nicht nur aber auch den Niemanden reicht es, dass die Diskrepanz zwischen Sein und Schein in unserer Politik bis ins Wahllokal stinkt.

Die Gratwanderung von Werner Kogler, Sigrid Maurer & Co. ist in vollem Gange findet Kappacher so beiläufig, aus eigener Erfahrung kann ich ihm als Ex-Grünwähler und Rot-Grün-regierter Wiener nur zustimmen. Mein Optimismus hält sich in Grenzen. Egal, genießen Sie die Lese-Hör-und Denkempfehlung, sie löst rein gar nix, aber man fühlt sich verstanden – und das könnte doch ein Anfang sein?

Written by medicus58

28. November 2019 at 11:41

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Kerngeölt, das steirische Wahlsystem

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Oder wie Peter Pilz’en ZackZack es formuliert:

Trump-Land Steiermark – Das seltsame Grundmandat

Written by medicus58

24. November 2019 at 12:29

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Mehr Begegnungszonen braucht die Stadt

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Unter Deja vu versteht man eine Erinnerungstäuschung, bei der man glaubt, ein gegenwärtiges Ereignis früher schon einmal erlebt zu haben.

Ein aktueller Blick auf die Mahü schaut irgendwie anders aus, als die schönen Werbefotos, die die Befürworter verteilen und hätte vor all den Millionen, die dort verbaut, wieder abgebaut und dann erneut gebaut wurden, auch nicht anders ausgeschaut.

OK, ich habe wieder Futter geliefert für all die Kampf-Schönredner, deren Feuchtträume hier verwirklicht werden und die nun auch in der benachbarten Otto-Bauer-Gasse die Bauindustrie mit Steuergeldern querfinanzieren.

Ein sichtlich um Objektivität bemühter Artikel in der Wiener Zeitung ist hier eine empfehlenswerte Lektüre:

Zwei Jahre Mariahilfer Straße neu – und die Meinungen darüber könnten noch immer unterschiedlicher kaum sein.

Klar kriegen kritische Leserbriefe im Forum gleich die pflichtschuldigen „thumbs down„, auch wenn oder vielleicht weil sie gerade meine Erfahrungen beitragen:

Ich bin als Anrainer unmittelbar betroffen von diesen ideo(un)logischen Schwachsinn. Meine Wohnqualität ist deutlich gesunken, da dank der Grünen jetzt der Verkehr in meiner Strasse deutlich angestiegen ist gegenüber der Zeit vor dem Verkehrsmurks. Selbst an Sonntagen ist jetzt kein freier Parkplatz mehr vorhanden. Da durch die umgedrehten Einbahnen im 7. nahezu alle Parallelwege zerstört wurden, gibt es meistens nur mehr eine einzige Möglichkeit den Bezirk zu durchqueren, bzw. aus- und einzufahren. … Auf der Mariahilfer Straße habe ich jetzt doppelt so oft die Möglichkeit von Hausieren, Bettlern, Punks und anderen Asozialen belästigt zu werden, zwischendurch wird man beinahe von Radfahrern über den Haufen geführt, da diese ja überall und auch auf den Gehsteigen fahren.

Sorry, ganz so locker sehe ich es nichts, das man die Auto verbannt hat ist eines, das es keine vernünftiges alternatives Konzept gibt und sich naheliegende Lösungen systematisch verwehrt etwas anders. Und die Mobilitätssituation in der MaHü ist mit Verlaub beschämend, eine Katastrophe und einer Metropole wie Wien absolut unwürdig!

Links, die Sie lesen sollten, ehe Sie meine negative Einstellung zu dem Projekt als destruktiv abtun und das Projekt schön-klicken:

Mahü: Der Blaumilchkanal ist fertig
Mahü: Grünes Paradies in der Nussschale
Mahü: Anrainer sind den Grünen nicht grün
WYSIWYG Nicht auf der Mahü
Mahü: Kampf um den Boulevard koste es was es wolle
Schmutziger Stein statt schönem Schein: Die Mahü nimmt Gestalt an Blaumilchkanal oder Schildbürger auf der Mahü
Mahü und kein Hott
Die Verkehrsberuhigung wirkt … auf der Mahü
MaHü: Learning by doing
MaHü: Stau wie eh und …. eh wurscht

Written by medicus58

22. November 2019 at 18:49

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Im Gedenken an Christine Kainz

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Lange ist es her, als ich mich entschlossen habe zu bloggen.
Inhaltlich ganz falsch, wenn auch grammatikalisch neben der Spur, hat das Ernest Pichlbauer auf seinem Rezeptblog so kommentiert:

Sprechstunde für alles was uns krank macht
Ein Blog eines Arztes, der neben der psychopathologie des Medizinsystems auch über vieles andere Luft abläßt“

Angefangen hat das aber nicht hier auf WordPress sondern auf einem 2014 eingestellten Portal namens meinBlog.at. Als ich dort begonnen habe, war der Blog von Christine Kainz schon unter den Top 3 der meistgelesenen Portale. Bald zählte Sie zu meinen treuesten Leserinnen und hat der damaligen Truppe auch auf Ihrem nachfolgenden Blog ein „Denkmal“ gesetzt: https://www.christinekainz.at/das-waren-wir-bei-meinblog-at/

Auch auf meinem Folgeblog hier auf WordPress blieb Sie mir „treu“ und verlinkte manche Beiträge, u.a. auch den:
1000. Beitrag von MEDICUS auf wordpress https://medicus58.wordpress.com/2016/09/16/das-erste-kilo-zwischenbilanz-eines-blogs/

Auch wenn Sie sich fallweise unfreiwillig mit den Unzulänglichkeiten des Österr. Gesundheitssystems auseinandersetzen musste, zielte Ihr Blog eher darauf auf künstlerische und gesellschaftspolitisch relevante Veranstaltungen und Strömungen aufmerksam zu machen.

Ich habe Frau Kainz, wie einige andere Personen, mit denen mich das WWW bekannt gemacht hat, nie in der Realwelt getroffen, kennen gelernt habe ich sie vermutlich durch Ihren Blog besser als viele andere Menschen in meinem direkten Umfeld.

Aus einigen direkten Mails wusste ich von Ihrer Krankheit und sehr selten fragte Sie mich auch dazu um Rat, meist ging es aber um ganz andere Dinge, wie in ihren beiden letzten Kommentaren am 12.1.2019: einerseits um den AKH Skandal und andererseits um das Musical Cats.

Auf Ihrer Homepage erfuhr ich, dass Frau Christine Kainz am 4.März 2019 im 70. Lebensjahr verstorben ist, da die Todesnachricht, die diesem Blogbeitrag voranging, dort eingestellt wurde.
Am heutigen Allerseelentag möchte ich meiner „Blog-Freundin“ mit der Aktion dem

Am 15.2.2012 beschrieb ich unter Ein Bahnhof ist ein Bahnhof soll ein Bahnhof sein, dass man die Inschrift des Gedenksteins am Europaplatz vor dem Westbahnhof kaum mehr lesen kann, obwohl sich doch (fast) alle bei uns damit brüsten so glühende Europäer zu sein.

EINEM  PP  L DES EUROPA
RATES FOLGEND UND ALS
BEKENNTNIS ZUR IDEE DER
EINHEIT EUROPAS G BT DIE
BUNDESHAUPTSTADT WIEN
DIESEM PLATZ DEN NAMEN
EUROPAPL TZ  21.6.1958

Leider ist die Dokumentation der nachfolgenden Ereignisse auch mit meinblog.at zu Grabe getragen worden, so dass Sie sich auf meine Erzählung nun verlassen müssen bzw. auf den Europaplatz zu einem Lokalaugenschein gehen müssen.

Jedenfalls hat Frau Kainz damals den Kampf mit den Behörden aufgenommen und erreicht, dass der Gedenkstein so halbwegs restauriert wurde:

Frau Kainz am 26.4.2016 8:38 hier auf wordpress:

Schade, dass unsere Kommentare von „meinblog“ hier noch nicht Eingang gefunden haben. Vielleicht ergibt es sich ja einmal.
Jedenfalls scheint sich um Inschriften nie jemand zu kümmern, denn: Unlängst führte mich mein Weg durch den „Bruno Kreisky Park“ in Wien-Margareten. Bei der dortigen Kreisky-Büste ist die Inschrift überhaupt nicht mehr zu lesen. Da musste ich natürlich … 
Folgende rasche Antwort erreichte mich:
Guten Morgen Frau Kainz!
Meine Kollegen von der Gebietsbetreuung 5/12 informierten Bezirksvorsteherin Mag.a Schaefer-Wiery über Ihre – die Büste von Bruno-Kreisky betreffende – Nachricht.
Vielen Dank für die Übermittlung Ihrer Wahrnehmung.
Ich möchte Sie darüber informieren, dass ich soeben die Kulturabteilung der Stadt Wien (MA7) ersucht habe, die Inschrift sanieren zu lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Ing. Thomas Stähler
Büroleiter
Büro der Bezirksvorsteherin für Margareten

Meine Antwort 29. April 2016 21:14: HiHi

Frau Kainz am 29.April 2016 21:57:
Ja, ja, Sie haben leicht lachen. WEGEN IHNEN ist ja sogar der Gedenkstein beim Westbahnhof instand gesetzt worden.
Meine Antwort 29. April 2016 22:37: Und jetzt schon wieder devastiert. Dauerhaftes haben wir leider nicht erreicht

Aber Frau Kainz hat sich auch bei der Kreisky Büste durchgesetzt, wie sie am 3.Mai 2016 hier mitteilte:

Guten Morgen Frau Kainz!
Wie von mir versprochen, habe ich mit der Kulturabteilung der Stadt Wien Kontakt aufgenommen. Aus deren Rückmeldung darf ich kurz zitieren:

„Die Inschrift am Denkmal „Bruno Kreisky“ wurde seitens der Errichter leider in dieser schwer lesbaren Form angebracht (siehe Foto kurz danach).
Die Kulturabteilung hat die Tafel bereits im Vorjahr gereinigt.
Die schwere Lesbarkeit liegt aber nicht an einer Verschmutzung, sondern an der ursprünglichen Material- und Gravur-Auswahl. „
Das Foto der Büste, kurz nach der Fertigstellung aufgenommen, habe ich Ihnen ebenso mitgeschickt.
Mit freundlichen Grüßen
Ing. Thomas Stähler
Büroleiter
Büro der Bezirksvorsteherin für Margareten

Ich vermisse die Bloggerin Christine Kainz, sie scheint auch im wirklichen Leben ein ganz feiner Mensch gewesen zu sein.

Zum Abschluss Ihr Eintrag zum 28. Oktober 2011: In Liebe vergessen

Ich werde sie hier Lügen strafen und nicht vergessen.

Written by medicus58

2. November 2019 at 10:15

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Vergelt’s Gott oder Doskozil, bzw. ziemlich beste Brüder

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Unter dem Titel KH Eisenstadt: Millionenklage gegen Land fasst der ORF eine bizarre Geschichte über die ohnehin bizarre Gesundheitsversorgung des Burgenlands zusammen.

Es geht im Kern um den Vorwurf, die Barmherzigen Brüder würden sich über eine intransparente Spitalsapotheke ein Körberlgeld verschafft, das sich nun das Land weigert nachzuzahlen.

Written by medicus58

30. Oktober 2019 at 08:37

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