Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Der Patient, den ich nie hatte

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Ich war noch Student, als ich für mich in der Wiener Wipplingerstrasse 24 das Graumann Theater entdeckte. Dort wo einst Baruch Pickers Café-Restaurant Hohe Brücke residierte, zog ein ursprünglich im 15. Bezirk gegründetes Theater mit angeschlossener Schauspielschule GAMES (Graumann Acting Musical Entertainment Studio) ein. Vielleicht war es auch eher eine Schauspielschule, die in einem schmalen Raum mit gerade einmal vier (?) Sitzreihen den Studierenden die Bretter bot, auf denen sie sich ausprobieren und in der Pause fürs Buffet Brote streichen konnten. Die Namen der Absolventen lesen sich jedoch heute wie ein Who is Who der österreichischen Szene:
Michael NiavaraniViktor GernotSigrid HauserNadja MalehRupert HenningHelmuth VavraChristoph Wagner-TrenkwitzReinhold G. MoritzNicolaus HaggArthur KlemtValerie BolzanoLaura Schneiderhan, …

Einige Jahre vorher trieb ich mich noch in Dieter Haspels (1949-1916) Ensemble Theater herum, zu diesem Zeitpunkt habe ich aber schon längst den Gedanken aufgegeben „irgendwas in Richtung Regie zu machen“ und war am Weg in den Zirkus Medizin.

Das Schöne am Graumann Theater war für michr, dass ich für sehr wenig Geld hingehen konnte ohne vorher einen Blick ins Programm zu werfen, ich wurde nie enttäuscht.
Ein damals völlig unbekannter und schüchterner Niavarani ulkte sich durch ein Stück von Woody Allen, während Sigrid Hauser selbstbewusst wie heute im Habit durch Nunsense fegte, einem damals hierorts kaum bekannten Off-Broadway Hit über die Kleinen Schwestern von Hoboken, …
als weitere Augenweide wurde eine der Nonnen damals von einer Ex-Miss Vienna gespielt, die vielleicht weniger gut singen konnte als Frau Hauser, aber dafür andere Qualitäten hatte …

Die beengten Raumverhältnisse im Graumann Theater machten das Theatererlebnis noch intensiver. Füsse ausstrecken in der ersten Reihe hätte bei manchen Inszenierungen den gesamten Cast zu Fall gebracht. Trotzdem vermittelte jede Aufführung das Gefühl absoluter Professionalität. Kein Wunder, hinter all dem stand Michael A. Mohapp, der seine Profession als Schauspieler und Regisseur von den Besten gelernt hat, der den Raum nicht nur durch seine massige Gestalt dominierte.

Von 1983 bis 1994 war er Intendant des Wiener Graumann-Theaters und Leiter der Schauspielschule. Als Empfänger seines Newsletters musste ich miterleben, wie ihn damals die Stadt Wien zwang, den Betrieb einzustellen, in dem sie ihm plötzlich die Subventionen abdrehte. In seinem letzten Newsletter schrieb Mohapp, dass man ihn seitens der Stadt vor die Alternative stellte Graumann zu schließen, das offenbar anderen im Weg war, und die angefallenen Schulden abzudecken, oder ihn als Privatperson komplett auf den Schulden sitzen zu lassen. Ich kann mich an den exakten Betrag nicht mehr erinnern, aber es war viel weniger als eine Reihe anderer deutlich weniger erfolgreicher Kleinbühnen damals kassierten.

Kurz danach rief mich ein befreundeter Arzt an und ersuchte, ob er seinen Jugendfreund Mohapp vorbeischicken dürfte, da dieser ein medizinisches Problem hätte, aber nicht zu bewegen wäre „zu einem normalen Arzt oder eine normale Ambulanz“ zu gehen.
Selbstverständlich willigte ich ein und freute mich darauf den Menschen, dem so schöne Theatererlebnisse verdankte, persönlich kennen zu lernen.
Ich vereinbarte mit meinem Freund, dass Mohapp nachmittags kurz nach 16 Uhr, nach meiner Vorlesung die bis kurz vor 16:00 dauern würde, also außerhalb der regulären Ambulanzzeiten, ins AKH kommen sollten. Ich war sogar einige Minuten vor vier am Anmeldeschalter um zu erfahren, dass gegen 15:30 ein großer massiger Mann nach mir gefragt hätte und mit den Worten „dann komme ich später“ wieder gegangen wäre.
Mohapp hat sich nie mehr bei mir gemeldet und unser gemeinsamer Freund entschuldigte ihn später damit, dass er doch keinen Arzt sehen wollte ….

In den nächsten Jahren trat er fallweise im Simpel auf, war Intendant der Sommerspiele Stift Altenburg und hatte er einen Lehrauftrag für Repertoire und Rollengestaltung sowie Musikdramatische Grundausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien am Institut für Gesang und Musiktheater. Er trat in Film- und TV-Produktionen auf und war ein beliebter Synchronsprecher.

In den letzten Monaten hörte ich nichts mehr von ihm. Vor wenigen Tagen teilte mir Google mit, dass er bereits 2015 verstorben ist.
Ich bin Mensch … geboren in eine Welt voll mit falschen Fragen, vielen Antworten und zuwenig Phantasie.
Am 19. März 2015 wurde er am Zentralfriedhof eingeäschert.
In wenigen Tagen, am 7. März wäre er heuer 60 geworden.

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Written by medicus58

9. Januar 2018 at 18:17

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Paul Frederic Simon

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Wenig lässt sich noch über den am 13. Oktober 1941 in Newark, New Jersey geborenen Sohn ungarischer Einwanderer schreiben, das nicht schon längst an anderer Stelle ausführlicher, fundierter und prominenter gesagt wurde.
Schon 1986 erhielt er vom Berklee College of Music einen Ehrendoktor. Insgesamt hortete er 16 Grammys davon 3 für ein Album des Jahres (Bridge Over Troubled Water, Still Crazy After All These Years, Graceland) und einen Lifetime Achievement Award.
2001 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, 2006 vom Time Magazin einer von 100 „People Who Shaped the World“ bezeichnet, 2011 vom Rolling Stone Magazine zu den „100 Greatest Guitarists“ gezählt und 2015 ebendort zu dem 100 Greatest Songwriters of All Time geadelt. 

Komponist, Musiker, Schriftsteller und Schauspieler, sein künstlerisches Werk ist so breit wie vielfältig. Nachdem seine Folk-, Pop- und Rocksongs zu Recht weltbekannt wurden, durchkämmte er seit seinem 1986 erschienen Album Graceland die Weltmusik und nutzte, Kritiker meinen auch benutzte, er deren Rhythmen und Harmonien für sein Werk. Natürlich könnte man darin auch ein Versiegen der eigenen Ideen vermuten, jedoch konnte man 1990 in ihrem Plattenladen wenige andere Gelegenheiten finden, die Drummer von Salvador Bahia (Brasilien) zu hören als in Simons Song Obvious Child auf  seinem Album Rhythm of the Saints. Ich weiß wovon ich rede, denn als ich zu dieser Zeit nach durchgetrommelten Tagen wieder nach Wien kam, hatten selbst Spezialgeschäfte keine Aufnahmen vorrätig. Daran sei nur mal so erinnert, auch wenn die meisten diese Rhythmen eher mit dem sechs Jahre später von Michael Jackson veröffentlichten They don’t care about us assoziieren werden.

Wenn wir schon bei den „persönlichen Verbindungen zu Paul Simon“ sind, möchte ich an einen der vermutlich größten finanziellen Flops erinnern, die Simon hingelegt hat, nicht zuletzt auch deshalb, weil es sich in Wirklichkeit um ein wirklich gutes Werk gehandelt hat, das aus verschiedensten Gründen zu seiner Zeit floppte.

Schon 1988 begann Simon den Stoff eines minderjährigen Mörders (Salvador Agron) zu bearbeiten. Während eines Bandenkrieges erstoch der damals knapp 16-Jährige Puertoricaner und ein Komplize im August 1959 zwei „weiße“ Teenager und wurde zum Tode verurteilt. Da er zu diesem Zeitpunkt einen auffälligen Umhang trug, nannte ihn die Presse Capeman. Im Gefängnis wandte er sich dem christlichen Glauben zu, holte seinen Schulabschluss nach und erhielt später sogar einen Bachelor in Soziologie und Philosophie. 1979 wurde er begnadigt und arbeitet in der Konfliktprävention mit Jugendlichen.

Time is an Ocean

Er starb 1986 im Alter von 42 Jahren an einer Lungenentzündung und inneren Blutungen. Die Geschichte wurde in den USA höchst kontrovers gesehen, zumal insbesondere Agrons frühere Äußerungen gegenüber der Presse ihn als verstockt und unsympathisch erscheinen ließen.

Als Simon nach vielen Workshops, Umarbeitungen und Veränderungen sowohl im Cast als auch im Produktionsteam das Stück 1998 auf dem Broadway herausbrachte, hatte ich das Glück eine der Previews zu sehen (und mit großer Wahrscheinlichkeit auch Simon himself, der fallweise im Zuschauerraum auftauchte um die Produktion aus verschiedenen Blickwinkeln zu prüfen. Leider existieren m.W. nur technisch sehr schlechte Videomitschnitte der Produktion, die zu den besten zählte, die ich jemals am Broadway gesehen habe (und das waren einige …).

The Capeman wurde zwar für drei Tony Awards nominiert (Best Original Score, Best Orchestrations, Best Scenic Design) wurde aber von den New Yorker Kritikern gnadenlos verrissen und schloss nach nur 68 Aufführungen ehe die Tonys vergeben wurden und die 11 Millionen $ Produktionskosten, ein nicht unerheblicher Teil wurde von Simon selbst aufgebracht, waren dahin. Auch das Album hielt sich nur 11 Wochen in den Billboard Charts und kam nicht über Platz 43 hinauf. Seither gab es zwei Versuche einer Art Wiederbelebung. Von einem kurzen Revival 2008 existieren nur wenige Clips:

2010 kam es zu drei Aufführungen im Delacorte Theatre in New Yorks Central Park. In unzähligen Interviews zu seinem Flop erklärte sich Simon immer häufiger den Durchfall damit, dass es eben einen Unterschied mache einzelne Lieder zu schreiben, oder mit seinen Liedern eine zusammenhängende Handlung erzählen zu müssen. Ich kann nur sagen, dass sich die Aufführung musikalisch und visuell sehr gut gefunden habe und noch immer mit einer berühmten Simon Zeile antworten würde:
Still crazy after all those Years

Links:
The Capeman on Broadway Doku

Written by medicus58

5. Dezember 2017 at 16:06

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Keine Laudatio aber noch vor dem Nachruf: Wolfgang Ambros

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Selbst seine größten Fans werden wohl zugeben, dass seine beste Zeit vorbei ist,
auch seinen letzten „runden Geburtstag„, es war der 65. am 19.März, ist hier unerwähnt verstrichen und
dass er im Februar erneut geheiratet hat habe ich ungenützt verstreichen lassen, ehe ich
Wolfgang Ambros nun endlich in mein Herrgottswinkerl stelle
.

Noch eine Laudatio über den „Godfather of Austropop“ zu schreiben, würde wohl kaum Neues zu Tage bringen und nicht nur den Leser langweilen.
Über den angesichts seiner komplexen Lebens- und Krankengeschichte schon Für’s Leben Gezeichneten

einen Nachruf zu schreiben wäre andererseits geschmacklos und könnte kaum toppen, was Ambros selbst dazu sagte:

Haben Sie Angst vor dem Ende?
Na! Überhaupt nicht. Wenn ich heute den Löffel abgeben müsste, könnte ich sagen: Ich hab g’macht, was ich können hab.

http://www.kleinezeitung.at/kultur/pop/5185871/Interview_Wolfgang-Ambros_Grandiose-Grantelei-zum-Geburtstag

Um nachvollziehbar zu machen, was die Texte des frühen Ambros in den 70er Jahren der Kreisky-Evolution (Copyright Andre Heller) bedeuteten,
müsste man an die brüchig aggressive Stimme erinnern, die 1972 die wärmende Poesie des Wiener Dialekts in der Kälte des Winters besungen hat und (mit den Worten seines Schulkameraden Prokopetz) am Höhepunkt der I haaß Kolaric, du haaßt Kolaric Integrationsbemühungen den ausgegrenzten Innländer (Hofa) im Rinnsal fand.
Man müsste mit ihm 1975 Knochenmark abbraten und sich an die grauen Stadtlauer Gemeindebauten erinnern, in denen er 1977 eine Blume fand.

Trotz aller Erfolge war Ambros damals für viele in so hohem Maße unangepasst, ja fast als revolutionär, dass man in der Schule, in der ich in diesem Jahrzehnt maturierte, komplett verschwieg, dass das Lehrerkind Ambros dort wenige Jahre vorher raus geflogen war!

Vielleicht lässt der nachfolgender Ausschnitt aus der Jugendsendung Spotlight das kulturelle Umfeld erahnen das Ambros damals aufmischte, insbesondere wenn man sich auch noch vor Augen führt, dass damals der nunmehrige Präsentator der Brieflos-Show, Peter Rapp, ein Jugendidol war!

Während inzwischen nahezu alle Fäkalausdrücke burgtheaterreif geworden sind, sah man sich damals offenbar gezwungen beim (grausig asynchronen) Playback(!)-Vortrag des Hits Zwickt’s mi, das O-Wort in den Zeilen

Die Jugend hat kein Ideal, kan Sinn für wohre Werte.
Den jungen Leuten geht’s zu gut, sie kennen keine Härte!
So reden de, de nur in Orsch kräul’n,
Schmiergeld nehman, packeln tan,
noch an Skandal daun pensioniert wer’n, kurz: a echtes Vurbüld san.

seltsam verschluckt, aufzunehmen. Im Radio lief überhaupt eine Version, die an der entscheidenden Stelle durch das heute noch im US-TV übliche „Pieps“ „zensuriert“ wurde.

Schwieriger wird es den Ambros danach einzuordnen, da er sich – trotz anderer Ankündigung – nicht wie die Rebellen des Klub 27 aus der Karriere nahm und wir ihn mit all seinen Hochs und Tiefs weiter beobachten konnten.

Für mich symptomatisch ist das letzte seiner Alben, das ich noch erstanden habe, Äquator aus 1992.

Neben textlich und musikalischen Eigenartigkeiten wie im Titelsong:

Rund um den Äquator
scheint immer die Sonne.
Palmen wiegen sich im Wind,
es ist eine Wonne!
Die Menschen sind fröhlich,
bunt und lebendig
rund um den Äquator,
obwohl es ihnen dreckig geht
oft ganz elendig,
abgesehen natürlich vom Diktator.

fand sich auch Der Nipper ein hinreißend interpretiertes Minidrama eines Anbandelversuches zwischen Lebemann und Bardame mit der entlarvenden Schlusszeile:

I kann dir zwar net vü nutz’n,
aber I kann dir sehr vü schad’n! 
https://www.golyr.de/wolfgang-ambros/songtext-der-nipper-36383.html

und im Song Wos is, wann nix is?, die kürzesten und klarsten Zeilen, die je über ein mögliches Leben nach dem Tod geschrieben wurden:

Sie sog’n, wann man tot is,

fangt das Leb’n erst an,
aber wos is, wann nix is,
wann nix is, wos is dann?
https://www.golyr.de/wolfgang-ambros/songtext-wos-is-wann-nix-is-201952.html

Ambros zählt zu den Künstlern, die im Scheitern noch mehr sagen, als andere am Höhepunkt ihres Schaffens.

Unruhe in Frieden!

Wolfgang Ambros (Liedermacher) in „Vordergründig-Hintergründig“

 

Written by medicus58

22. April 2017 at 18:15

höret was erfahrung spricht: hier ists so wie anderswo – nichts genaues weiß man nicht – dieses aber ebenso

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Nie werde ich das Gefühl vergessen, als Otto Grünmandl (* 4. Mai 1924 † 2. März 2000) in „Ich heiße nicht Oblomov“ einen virtuellen Zuschauer mit der Pistole bedrohte, ihn aus dem Zuschauerraum komplementierte und dann im off ein Schuss knallte.
Damals vielleicht eine Banalität in Dutzenden Aufführungen experimenteller Theateraufführungen aber bislang, als österreichische  Kabarettisten noch Kabarett machten und nicht ihre Geschichten als Theater ausgaben, ungehört.

Kürzlich von Andreas Vitasek wiederentdeckt, war es für mich aber erschreckend, dass Grünmandl bis jetzt noch nicht Einzug ins hiesige Herrgottswinkerl fand.
Danach war ich mir ganz sicher ihm hier eine angemessene Ruhestätte bereitet zu haben, so wie er damals seinem Hansi:

Aber irgendwie scheine ich es dann doch nicht getan zu haben, was also letztlich genauso unverständlich ist, wie dass ich die letzten Weihnachten nicht zum Anlass genommen zu haben, dies zu tun:

 

Auch viele andere passende Gelegenheiten, den Erfinder der Felsenzackenschleifundzuspitzmaschine und des Ein-Mann-Stammtisches,
sowie den Chefermittler des alpenländischen Inspektoreninspektorates zu ehren, ließ ich ungenützt verstreichen,
so wie ich es auch verabsäumte, bei Dutzenden Gelegenheiten an diese archetypische Darstellung eines Lokalpolitikers zu erinnern:

Beinahe hätte ich es so gemacht, wie Grünmandls Interviewer Theo Peer, der hier wirklich
unglaubliche Dinge auspackte …

Nur liegt mir nichts fremder, als nun meine intimsten Erlebnisse mit Otto Grünmandl auszupacken, aber eines muss jetzt noch wirklich sein.
Wie Grünmandel im Rahmen einer Pharmapräsentation im Wiener Konferenzzentrum, bei der er, also Grünmandel, nicht Peer, den ich nie gesehen habe, einen wissenschaftliche Vortrag hielt, der ebenso erschreckend echt wirkte, wie die nachfolgende Radiosendung mit Gerhart Polt und Professor Sonnblum:

Also in diesem Vortrag lotete Grünmandl, wir schrieben die 80er Jahre, die sieben falschen Möglichkeiten ein und dasselbe Diapositiv an die Wand zu werfen ebenso aus, wie die mannigfachen Möglichkeiten der missbräuchlichen Verwendung statistische Teste – er war schließlich gelernter Techniker – und endete mit dem Klassiker jedes wissenschaftlichen Vortrags, eben dass das alles noch präliminär wäre und weitere Studien erforderlich wären

Ich sollte jetzt wirklich einmal  Grünmandel in mein Herrgottswinkerl stellen …

 

 

Written by medicus58

15. April 2017 at 14:07

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Ein österreichischer Film: Eine meiner seltenen Empfehlungen

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Kennt wahrscheinlich kaum jemand Das Fest des Huhnes (https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Fest_des_Huhnes),
eine 1992 von Walter Wippersberg inszenierte Mockumentary, bei dem Marie Kreutzer an der Filmakademie studiert hat,
die nun für Drehbuch und Regie von Was hat uns bloß so ruiniert (http://www.thimfilm.at/filmdetail/was-hat-uns-bloss-so-ruiniert) verantwortlich zeichnet.

Kann man auch als Mockumentary auffassen, oder als Komödie, Tragödie, Zeitdokument, Abrechnung mit der Bobo-Kultur der inneren Bezirke,
zynischen Kommentar über zu Eltern-gewordener Noch-Kinder, oder in die Großstadt zugereister Möchte-Gern-Hipster oder
wie auch immer man sich unsere wirre Welt erklären will.

Nicht oft werden bei uns derartig intelligente und trotzdem unterhaltsame Drehbücher geschrieben.
Sehr selten werden Texte so gesprochen, als kämen sie wirklich „Mitten aus dem Sechsten, Siebenten oder Achten.
Viel seltener werden die Bilder so unauffällig und doch so cineastisch auf die Kamera gebracht.

Warten Sie nicht, bis der Film in den ORF kommt (der in mitproduziert hat), denn wenn das der Fall ist werden Sie sich freuen, dass sie ihn nochmals sehen können.

Der Film zeigt vieles, was ich an meiner Umgebung hasse und hält mir dann doch immer wieder mein eigenes Spiegelbild vor.

Nicht ich sondern ein anderer Kinobesucher meinte im ersten Drittel des Films:
Da lachen nur die Alten!“
Ich lachte gerade über eine der vielen treffenden Zeilen und fühlte mich ertappt.

Gegen Ende lachten immer weniger, aber nicht so sehr weil die Zeilen schlechter wurden,
sondern weil sie sich , jung oder alt, in einer der sechs Hauptpersonen wiederfanden und
dem Drehbuch gelang, was nur den allerbesten Büchern gelingt,
was einem Cervantes (Manche Gedenktafeln sind leicht zu übersehen https://medicus58.wordpress.com/2014/04/13/manche-gedenkafeln-sind-leicht-zu-ubersehen/) in seinem
Der scharfsinnige Ritter Don Quixote von der Mancha (Bücher, die Sie lesen sollten, ehe Sie den Löffel abgeben https://medicus58.wordpress.com/2015/09/07/buecher-die-sie-lesen-sollten-ehe-sie-den-loeffel-abgeben/) gelang:

Was als Satire begann, wird zur liebevollen und tiefsinnigen Charakterstudie.

Written by medicus58

3. Oktober 2016 at 18:25

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Eine Empfehlung reloaded

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Kletten

Auf „meinem alten Server“ (Gedanken am Ende eines Blogs http://wp.me/p1kfuX-Sf) hausen die Klettenheimers bereits im Herrgottswinkerl und am 10.2. 2011 konnte man da lesen:

Eine Empfehlung
Das Klettenheimers KleinKunstCafe http://www.klettenheimers.com
ist ein Kleinod im 8. Wiener Gemeindebezirk.
Zwei Vollblutschauspieler machen sich ihren intelligenten Reim auf klassische Stücke, führen Regie (?), gestalten das Bühnenbild und servieren ihren Gästen vor, (während?) und nach der Aufführung Getränke und kleine Knabberei … also eher GroßKunstHeuriger.
Wenn Sie wissen wollen, wieso sich Newsweek 1975 vor der drohenden Eiszeit gefürchtet hat und wir jetzt Glühbirnen nur mehr am Schwarzmarkt kaufen können, weil uns die globale Erwärmung droht ….
Hier wird Ihnen geholfen

Klett2

Leider hat der Eintrag die Portierung auf den hiesigen Server aus unerfindlichen Gründen bisher nicht geschafft.
Da sich die Klettenheimers selbst eine Auszeit vergönnt haben, war das zuletzt auch nicht so schlimm, nur sind sie jetzt wieder da und es wird Zeit,
dass sie erneut das Herrgottswinkerl 2.0 beziehen.

Marie Mandelbaum, „die Chefin“ und Jörg Klettenheimer  „der Mitarbeiter“ sind ausgebildete Schauspieler und noch einiges mehr,
die  in einem kleinen Theatercafé Selbstgeschriebenes und –komponiertes
sprechen, singen und spielen und daneben Ihre Gäste begrüssen, bewirten und schlussendlich abkassieren.

Dazwischen dekonstruieren Sie Texte anderer bis zur Erkenntlichkeit und brauen daraus eine Melange mit Eigenem,
würde sich ein professioneller Kulturkritiker aus der Affäre schreiben, wenn er das Etablissement ruinieren wollte,
d.h. die wenigen Sitzplätze zu leeren die Absicht hätte.

Der Eintrag hier sollte Sie aber eher motivieren die Klettenheimers zu besuchen,
um ihnen das Überleben fern ab von Subvention und medialer Dauerberichterstattung zu ermöglichen,
wobei es gar nicht so einfach ist zu beschreiben, was die dort so tun, außer hervorragenden Eiaufstrich unter die Leute bringen,
eine Kaffemaschine für wenige Tassen pro Abend anheizen und früher auch mal eine kleine Eisenbahn im Vorführraum installieren.

Vielleicht helfen ein paar Videoshttps://www.youtube.com/channel/UCwmjrDSKbBI2DniA42SxD3g

oder aber ein Blick in ihre bisherigen Programmehttp://www.klettenheimers.com/klettenheimers.html

 

Mehr von anderen:

2016: Die Klettenheimers sind wieder da
https://www.events.at/e/obskur#st-241523679

-2014 Auf alle Fälle sind die Aufführungen jeden Cent wert, man kann sich sicher sein, daß man nach der Vorstellung mehr als zufrieden nach Hause geht.
http://www.yelp.at/biz/klettenheimers-kleinkunstcaf%C3%A9-wien-3

2003 Geheimtipp im achten Bezirk:
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/buehne/161114_Geheimtipp-im-achten-Bezirk.html 

Written by medicus58

14. Februar 2016 at 15:14

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Harri Stojka Revisited

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Harri Stojka BW stil

Hier bei seinem grandiosen Konzert im Porgy am 30.12.2015,
zuletzt im Herrgottwinkerl im Februar 2013:
Harri Stojka http://wp.me/p1kfuX-Am

um ausnahmsweise wieder über etwas Erfreuliches zu berichten…

Written by medicus58

5. Januar 2016 at 18:03

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