Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for the ‘Herrgottswinkerl’ Category

Der Bundesmaturant: Wenn endlich Inhalt und Ton übereinstimmen

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Written by medicus58

14. November 2020 at 20:04

Veröffentlicht in Herrgottswinkerl

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Was wir von Churchill für die Corona Pandemie lernen können

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Written by medicus58

13. November 2020 at 10:28

Es gibt sie noch, die Beamtenehre: Erich Neuwirth ins Herrgottswinkerl

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Ich kenne Prof. Neuwirth nicht und umgekehrt wird es sich wohl auch so verhalten.

Wie viele folge ich seinem „Gezwitscher“ und lese regelmäßig seinen Blog wo er akribisch Just the facts aus den Daten zur Coronapandemie aufarbeitet und zeigt, welche Einsichten grafisch gescheit gemachte „deskriptive Statistik“ erlaubt.

Als einer der wenigen Silberrücken, der sich die statistische Analyse der meisten seiner >90 wissenschaftlichen Peer-reviewed Papers selbst gemacht hat und als Reviewer von rund einem Dutzen wissenschaftlicher Journal weiß ich den Unterschied zwischen der Black Box von SIMS Geschwurbel und einfach sauberer Datenanalyse der zu schätzen. Ich denke, ich hätte ihn gerne als Lehrer gehabt, das hätte viel Autoditaktik erspart:

Was Neuwirth aber grad twittert, katapultiert ihn ins Herrgottswinkerl dieses Blog am Rande des WWW.

Das hinterlässt einen sprachlos

Written by medicus58

25. Oktober 2020 at 20:37

Liebe (verbliebene) Leser dieses Blogs

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leset das Dekamaron (oder Decamarone, wenn Sie so wollen).

Die Geschichten, die sich vor der Pest Geflohene hier zur Erheiterung, Erbauung und Tröstung erzählen, sagen viel über Menschen aus, die von einer Gefahr wissen, ohne sie zu erleben.

Nichts könnte besser zu unserer Situation passen als dieses Werk.

Natürlich hat man seit Beginn der Covid-19 Pandemie sofort und immer wieder an Camus Pest gedacht und überraschenderweise nicht an Ionescos Nashörner, was näher an den politischen Implikationen Camus war als Camus an der Epidemiologie.

Heute dröhnen wir unsere Ängste mit Streaming Diensten und Sozialen Medien nieder, niemand erzählt sich mehr Geschichten.

Wäre aber g’scheit.

Written by medicus58

22. Oktober 2020 at 10:38

Veröffentlicht in Herrgottswinkerl, Psychopathologie der Medizin

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Das Phantom der U Bahn

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Irgendwie spooky. Da hat mich doch grad wer in der U Bahn gegrüßt und ich habe keine Ahnung wer das war, denn er trug eine FFP2.

Stammt ja nicht von mir, aber Herr Kurz wird u. a. in die Österreichische Gesetzgebung eingehen, dass er es gleichzeitig geschafft hat uns ein Vermummungsverbot und eine Maskenberordnung zu verpassen.

A propos Phantom. In miesen Zeiten wie diesen sollte wieder was ins hiesige Herrgottswinkerl gestellt werden, also diesen Teil meines Blogs, wo das verträumt wird was wichtig und gut ist.

Als Fan guter Musicals, abseits des Tonleitergejaules aus dem Hause Disney ist Stephen Sondheim schon längst Bewohner des hiesigen Herrgottswinkerl, so wie Tim Rice der Librettist der ersten Erfolge Andrew Lloyd Webers. Letzterer hat es bislang nicht ins Winkel geschafft, was heute nachgeholt wird. Sondheim und Webber haben am selben Tag, dem 23.3.,Geburtstag, nur trennen sie 18 Jahre. Was sie aber vereint, beide gehören der Covid-Risikogruppe an und beide hocken, einer in UK, der andere auf der anderen Seite des Teiches in Selbstisolation.

Wie die beiden vor ein paar Tagen Alles Gute zum Geburtstag wünschten und Sondheim uns gleich mal das ausreichend lange Händewaschen-Ritual demonstrierte, ist einer der wenigen Lichtblicke in dieser ver-virten Zeit:

Link on Youtube

Written by medicus58

1. April 2020 at 17:00

Veröffentlicht in Herrgottswinkerl

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Max-imale Musik

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Auch wenn Österreich im Ausland heute eher mit Red Bull assoziiert wird, traditionell und in unserem Selbstbildnis sind wir das Land der Musik und Musiker.

Sie kennen ja den heuer besonders aktuellen Kalauer:

Das wesentliche Verdienst der Österreicher war es der Welt einzureden Hitler wäre Deutscher und Beethoven Österreicher gewesen.

Und wenn wir schon von Oberösterreich reden, dort würde vor 59 Jahren ein gewisser Max Nagl geboren, und der tut mehr für Österreichs Ruf als Musikland als so mancher weiß, also ab ins Herrgottswinkerl mit ihm.

Ich glaube zum ersten mal bin ich über eine Komposition Nagls gestolpert, als ich Cellivio, auch so eine unbekanntes Kleinod der österreichischen Musikszene, entdeckte, wie sie Nagls Kirtag spielten:

https://www.youtube.com/watch?v=jkKvfQjvgRI (ab 0:29)

Dieses Beispiel zeigt schon viel von dem was Nagls Musik so besonders macht. Einmal denkt man an Blasmusiker auf zu viel Gras oder Free Jazz am Schuachbandl, dann schaut Philip Reich und Steve Reich auf ein bisschen Minimalmusik, dann jazzt es plötzlich ein paar Takte dahin und man erinnert sich an Terry Rileys Jam Sessions eben auch im Porgy & Bess. Auf seiner aktuellsten CD läast „Moped“ an Erektionssstörungen bei „Deep Purple“ denken, und ist trotzdem höchst hörenswert.

Eben dort, in Wiens intimsten Jazzclub, wo einst das Rondell (Raucherkino – Riemergasse), kann man auch immer wieder die Naglprobe machen, wie Nagl seine Kompositionen so meint.

Kürzlich trat der Komponist und Eigeninterpret auf allerhand Saxophonen, umringt von neun kongenialen Partnern auf mehr oder weniger konventionellem Musikgerät (Theremin) lässt dort die Ohren wackeln zusammengehalten und getaktet durch einen (wie im Hörbeispiel https://youtu.be/JYPkTcZJF44) nachvollziehbar genialen Herbert Pirker an den „Fellen“.

Was Sie natürlich von der Konserve nicht hören, sind Max Nagls minimalistischen Ansagen der einzelnen Nummern, wo man sich schon mal fragen kann, ob die verbale Reduktion ein Abbild seiner minimalistischen Musik ist, oder er mit gewissem Recht davon ausgeht, dass man seiner Musik ohnehin nur zuhören muss, um sie zu verstehen.

Kompositorisch wirkt vieles aus der Minimal Music kommend, als Hörerlebnis wird es sehr rasch zur Maximal Music.

Max Nagl Trio „Bleistift“ – official video

Bemerkenswert für ein angeblich so musikalisch interessiertes Land wie Österreich, dass einer wie Max Nagl nicht bekannter geworden ist.

“ICH SEH MICH NICHT ALS JAZZER” – MICA-INTERVIEW MIT MAX NAGL

Written by medicus58

2. Februar 2020 at 15:23

Veröffentlicht in Herrgottswinkerl

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Liederlich

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Als ich jung war, galt das gruppenhafte Liedersingen in meinem Umfeld schon eher als zwanghaft, trotzdem erklärte man auch uns noch mit Johann Gottfried Seumes:

„Wo man singet, laß dich ruhig nieder, / Ohne Furcht, was man im Lande glaubt; / Wo man singet, wird kein Mensch beraubt; / Bösewichter haben keine Lieder.“

Seit Monaten poppen – meist vor Wahlen – im Eck der Burschenschafter nun Dinge hoch wie:

Da trat in ihre Mitte der Jude Ben Gurion: ,Gebt Gas, ihr alten Germanen, wir schaffen die siebte Million.

Rothschild hat das meiste Geld, schließlich muss in jedem Fache einer doch der Größte sein und so ist auch ohne Zweifel festgestellt das größte Schwein.

Entlastet ist der Nazipimmel, der frei blieb stets vom Rassenfimmel.

Jetzt mag die Justiz rasch entscheiden, ob derartige Ergüsse strafrechtlich relevant sind, oder „nur“ vulgärer und gefährlicher Müll sind. Wenn das alles (nach der Wahl) vermutlich rechtlich wieder im Sande verläuft, ohne dass ein Bösewicht gestellt wird, dann bleibt aber schon noch – losgelöst von allen rechtlichen und politischen Aspekten – die Frage offen, ob es den Verfassern und Sängern nicht aufgefallen ist, welch grottenschlechte und holpernde Reimchen das sind.

Da wird dem Deutschtum mit Versen gehuldigt, die Goethe und Schiller nichtmal im Vollrausch aus Feder und vermutlich auch nicht aus dem Mund gegwollen wären.

Auf einem Niveau, für das sich ein Taferlklassler schämen müsste, haben sich selbsternannte Eliten offenbar vor gar nicht langer Zeit mit sowas Mut zugesungen oder sich zumindest ohne Furcht, was man im Lande glaubt erheitert.

Sollte die Justiz entscheiden, dass das keine Bösewichter waren, die diesen liederlichen Lieder gesungen haben, so sind sie aber allemal strunzdumme Deppen, die die deutschen Sprache verhunzt haben.

Written by medicus58

6. November 2019 at 20:02

Faket die Faker oder die weiche Birne der Populisten

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Zufällig finden sich diese Woche zwei köstliche Beweise, wie weich die Birne jener ist, die uns stets mit großem Getöse versprechen die Wahrheit und nichts als die Wahrheit zu berichten, während sie selbst auf jeden dummen Fake reinfallen und wie diese Erkenntnis ins Volk zu bringen ist. Nein, es geht nicht primär um das Ibiza-Video, mit dem sich offensichtlich die FPÖ selbst in die Luft gesprengt hat, so wie ich es mir bereits 2013 in meiner kranken Fantasie ausgemalt habe (Der FPÖ Wähler). Aber irgendwie dann doch auch.

Die sich thematisch und stilistisch noch im Selbstfindungsprozess befindliche ORF SendungGute Nacht Österreich“ demonstrierte wie schnell der mit Steuergeldern gefütterte Boulevard auf billige Fakes rein fällt, wenn die Quote winkt: https://www.derstandard.at/story/2000109484431/peter-klien-zeigt-mit-fake-skorpion-panikmache-von-krone-oesterreich (ab 10:30)

Den Vogel schoss aber am Freitag die ZDF Heute Show ab, die uns bildlich vor Augen führte, dass auch die Rest-FPÖ auch ohne Strache und Gudenus sich zum Narren machen, wenn man glaubt unter sich zu sein.
Man schickte einfach einen gefakten Reporter des „Alternativen Fernsehen Deutschlands (AfD TV)„, den genialen Fabian Köster, zu den Blauen.
(Für die mit der AfD und dem running Gag der Heute Show nicht so vertauten Ösis: Der AfD Politiker, den sie auf Aufforderung Kösters so anfeuern heißt natürlich Björn Höcke, aber:
Im März 2015 gab die Thüringer Allgemeine Höckes Vornamen irrtümlich mit „Bernd“ an. Nachdem Höcke sich darüber öffentlich empört hatte, benutzte Oliver Welke in der heute-show absichtlich den falschen Vornamen. Andere Satiriker taten es ihm nach. Später benutzten auch Sprecher der Tagesschau, das heute-journal, B.Z.DWDL.deFAZNeue Osnabrücker ZeitungNordwest-ZeitungSpiegel TV, Hamburger MorgenpostHuffpostMünchner MerkurSüdwestrundfunk und weitere absichtlich oder versehentlich den falschen Vornamen. Auch der FDP-Politiker Hans-Ulrich Rülke nannte im Oktober 2017 in einer Landtagsrede mehrfach den falschen Vornamen und bekräftigte auf Nachfrage: „Der Mann heißt Bernd. Ich weiß es definitiv aus der heute-show.“ Am 25. Januar 2018 erschien der Name „Bernd Höcke“ sogar in einer Pressemitteilung des Bundestages, die noch am selben Tag korrigiert wurde. Oliver Welke feierte dies in der heute-show als ultimativen Erfolg seines running gags.

Unsere Blauen, die sich dem deutschen Gast gegenüber natürlich bewundernd über den brauen Bruder AfD äußerten, vorzuführen, dass sie in Wirklichkeit keine Ahnung haben, wer dort das sagen hat, in dem sie gröllend „Bernd, Bernd“ skandieren und dass sie selbst genauso in eine plumpe Falle tappen wie ihr Ex-Heiliger Strache, ist schon ein Höhepunkt dessen, was aufklärerische Satire leisten kann.

Bei mir verdichtet es den Glauben, dass im 21.Jahrhunderte Erkenntnisse nicht mehr über (wissenschaftliche) Argumentation sondern zunehmend über Bilder zu betreiben ist:

Bitte, bitte ansehen

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Ihr Medicus spielte sich als 17-Jähriger und einige Jahre danach mit irgendwas wie einem literarischen Kabarett herum, also einer Tradition für die niemand geringerer als z.B. Arnold Schönberg komponiert hat.

In Zeiten der Wuchtldrucker scheinbar abhanden gekommen, war das eine Form der Satire, die auf hohem intellektuellem und künstlerischem Niveau Zusammenhänge klar macht, die über eine andere Schiene nur sehr mühsam zu vermitteln sind. Irgendwann gab Ihr Medicus diese Versuche auf und frustet sich nun mit zwei Facharzttitel und einer Lehrbefugnis im öffentlichen Gesundheitssystem in Richtung Ruhestand.

Max Uthof und Claus von Wagner beweisen aber nun seit 2014, dass das geht und beweisen grenzgenial, dass das Konzept nicht nur machbar, sondern möglicherweise die einzige Möglichkeit darstellt, eine komplexe Welt an den Pranger zu stellen.

Bitte, bitte schau’n Sie sich das an:

Die Anstalt vom 28. Mai 2019

Ihr Medicus hätt‘ es nicht besser hingekriegt, sorry to say

Written by medicus58

29. Mai 2019 at 17:36

Heinz R. Unger: Zwei Fragen blieben unbeantwortet

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Am 12. Februar starb der gelernte Schriftsetzer Heinz R. Unger. Jenen, die die 70er nicht mehr miterlebt haben, wird er wohl kaum mehr etwas gesagt haben und der Verweis auf seine Textbeiträger zur Proletenpassion der Schmetterlingen lassen vermutlich auch viele jüngere Willi Resetarits Fans eher ratlos zurück. Kein Wunder, zu Kurt Ostbahn lässt es sich auch besser grölen und sich alternativ fühlen, ohne mit Informationen über die Pariser Kommune belästigt zu werden.
Erinnerte man Unger an seinen vermutlich erfolgreichsten Text, wurde er immer etwas unrund, denn mit Falter im Wind erreichten die Milestones 1972 beim Grand Prix Eurovision de la Chanson den fünften Platz! Mit dem von Willi Resetarits getexteten Boom Boom Boomerang kamen die Schmetterlinge 1977 nur auf den vorletzten Platz!

Ich lernte Heinz, der damals aus seinem zweiten Vornamen ein kleines Geheimnis machte, irgendwann Ende der 70 Jahre im Umfeld von Dieter Haspels Ensembletheater kennen und verbrachte einige wenige Abende mit Unger um gegen Brecht zu argumentieren. Überraschenderweise traf ich bei ihm auf weniger Gegenwehr als ich erwartet habe!
Nachdem Unger herausgefunden hat, dass ich Medizin studierte wechselte er plötzlich das Thema und begann mir zwei Fragen zu stellen, die ihn nach eigener Aussage schon länger beschäftigten:

1.) Wie halten es die Frauenärzte mit den Frauen und
2.) Wie halten es die Ärzte mit dem Tod.

Ich war etwas verblüfft und murmelte irgendetwas von, er möge mich das nach ein paar Jahrzehnten Berufspraxis fragen und nicht jetzt, wo ich mit dem Auswendiglernen von Knochenvorsprüngen und Gefäßverzweigungen beschäftigt bin.
Lächelnd gab er sich damit zufrieden. Wenige Monate später verlor ich meinen damaligen Bekanntenkreis und somit auch Heinz Rudolf Unger völlig aus den Augen.
Seit Montag ist ein Treffen unmöglich geworden, und das ist irgendwie gut so,denn:
Auf die erste Frage könnte ich nur eine sehr unkollegiale Antwort geben und auf seine zweite Frage wüsste ich auch heute keine allgemein gültige Antwort. Möglicherweise kann sie aber nun der Heinz selbst beantworten …

Written by medicus58

14. Februar 2018 at 22:57

Veröffentlicht in Herrgottswinkerl

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