Sprechstunde

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Die Toten Seelen des PV-Gesetzes und des ÖSG

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Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen von meiner Verehrung für Gogols Roman Die Tote Seelen, in dem mit schon längst verstorbenen Leibeigenen noch gute Geschäfte gemacht werden.
Auch in der Gesundheitspolitik wird gerne mit Parametern jongliert, die eigentlich gar nicht mehr existieren.

Blättert man die aktuellen Entwürfe des PVG (Primärversorgung) und des ÖSG (Österr. Strukturplan Gesundheit) durch, dann zieht sich durch beide ein Denkansatz:
Die Versorgung der Patienten muss weg von den Facharzt dominierten Spitälern hin zu den Allgemeinmedizinern:
Aufwertung des Berufsbildes Allgemeinmedizin 

Wäre man wohlmeinend könnte man auch die (explizit im ÖSG) angeführte Möglichkeit immer mehr Tätigkeiten des Arztes an andere Gesundheitsberufe abzutreten, in diesem Sinne verstehen:
Teambasierte Primärversorgung

Eine ambulante Fachversorgung sollte nur mehr dort stattfinden, wo es keinesfalls mehr ohne Fachärzte geht.

Jetzt könnte ich meine Vorwürfe erneut erheben, dass jedem anderen Beruf immer mehr Spezialisierung zugebilligt wird, nur in der Heilkunde soll der Allgemeinmediziner mit dem Großteil der medizinischen Probleme allein zurecht kommen,
nur verstehe ich schon das Diktat der leeren Kassen, wo ein Besuch beim PA (einschließlich der Folgebesuche) halt billiger ist als beim Facharzt, nur geht es mir gar nicht mehr darum.
Ich sehe augenblicklich die größte Sollbruchstelle all dieser Versorgungsphantasien darin, dass es die Dreh-und Angelpunkte all der politischen Bemühungen gar nicht mehr gibt!

Fachärzte stellen schon seit längerer Zeit die Mehrheit aller Ärzte!
Umfragen bei Medizinstudenten ergeben regelmäßig, dass sich die Mehrheit spezialisieren und außerhalb des österreichischen Pflichtversicherungssystems agieren möchte!

Soviel medizinische Leistungen kann man (fachlich und gesetzlich) gar nicht zu den anderen Teilnehmern der teambasierten Versorgung verschieben, dass man für das beabsichtigte System noch genügend einheimische Ärzte finden wird.
Niemand hat noch erklärt, welche der neuen Versorgungsformen denn um so viel interessanter als das Bisherige wären, damit es zu einem Boom in die Allgemeinmedizin kommt.

Dort wo das anläuft, wie in der grünen Gruppenpraxis in Mariahilf, läuft es nur wegen massiver zusätzlicher Subventionen.
All die Telefonhotlines und zusätzlichen nicht-ärztlichen Teammitglieder kosten Geld und gerade daran scheiterte es ja bisher.

Klar war das Überreichen einer Broschüre bisher keine adäquate Ernährungstherapie für den Diabetiker, aber wie der Hausarzt die nun beigezogenen Diätassistentin von den bisherigen Kassentarifen bezahlen soll,
erschließt sich mir nicht. Und wenn nun plötzlich mehr Geld ins System fließt, wie im kleinen Kreis so mancher Sektionschef anmurmelt, frage ich mich, weshalb man damit nicht gleich das bisherige System aufgewertet hat.

Da aber die Gesundheitsökonomie (und ein Rattenschwanz von Interessensvertretungen, IT-Konzernen, …. ) der Gesundheitspolitik vorgaukelt, dass das alles nur Anschub- also einmal Finanzierungen sind,
wird für den so dringend benötigten Allgemeinmediziner, der freudig von der kleinen Handchirurgie bis zur abschließenden Behandlung unkomplizierter Infektionen alles anbietet, wenig von der Knete übrig bleiben,
um gemeinsam mit seinem Team all das (das Folgende ist nur ein Auszug aus dem ÖSG) leisten zu können:

Planung, Koordination und Monitoring des erforderlichen Versorgungsprozesses
Informationsaustausch durch standardisierte Dokumentation und Kommunikation inkl. Team-  und Fallbesprechungen
Information über Selbsthilfegruppen und Opferschutzgruppen einschließlich Vermittlung
Telefonberatung entsprechend den rechtlichen Rahmenbedingungen
Zielgruppenspezifische und populationsbezogene Aufgaben
Aktives Zugehen auf und Unterstützung im Zugang zur Versorgung für vulnerable Gruppen wie z.B. Personen mit Migrationshintergrund, sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen, Risikogruppen
Administrative Aufgaben zur Unterstützung der Lotsenfunktion
Verwaltung, Organisation & Wartezeitenmanagement, Führen von Erinnerungssystemen
Erheben, Nutzen und Bereitstellen von Daten und Informationen für den jeweils erforderlichen Versorgungspartner unter Berücksichtigung des Datenschutzes
Elektronische, multiprofessionell zu nutzende Patientendokumentation (kompatible IT-Systeme, ELGA) unter Berücksichtigung des Datenschutzes (z.B. Zugangsberechtigungen)
Qualitätsmanagement als Grundlage für Versorgung „state of the art“ mit Fokus auf Teamarbeit
Regelung der Kommunikation im Team Führen eines teambezogenen Qualitäts- und Fehlermanagementsystems einschließlich Bereitschaft zur begleitenden Evaluierung
Teilnahme an/ Organisation von Qualitätszirkeln
Regelmäßige Fortbildung
Berücksichtigung evidenzbasierter Leitlinien
Erfüllen der Kriterien zur Aus- und Weiterbildungstätigkeit (Lehrpraxis und Praktika)
Erheben, Nutzen und Bereitstellen von Daten und Informationen zur Wissens- generierung als Grundlage zur evidenzbasierten Analyse und Steuerung des Gesundheitssystems

Ob das die Jungen motiviert in die Ausbildung zum Allgemeinmediziner zu strömen oder die noch im System Arbeitenden anspornt?

Hier belehnt man die Toten Seelen der österreichischen Allgmeinmediziner wie sich einst Pawel Iwanowitsch Tschitschiko auf den Namen längst verstorbener Leibeigener verschuldete.
Oder glaubt man das System zukünftig ohnehin mit der Verpflichtung externer Kräfte bespielen zu können?

PS: Ich lege Wert auf die Feststellung, dass der schriftliche Zusatz rechts von der oben abgebildeten Tafel NICHT von mir stammt!

 

 

Written by medicus58

23. April 2017 at 16:55

Mampfurbastion – ein Trend der durch den Magen geht

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Nix, gegen gute Nahrung, aber irgendwie kommt mir der Grad an Aufmerksamkeit, den viele der Art ihrer Kalorienzufuhr widmen, schon etwas pathologisch vor.
Pizza war gestern, heute belegt man Naan.
Bekämpfte man in unseren Breiten noch bis vor einer halben Generation die Grün- und Rotalgen ausschließlich im heimischen Aquarium, gelten Grün- Rot- und Braunalgen inzwischen als unumgängliches Powerfood.

Pulverisierte Früchte des Affenbrotbaums binden unsere die Saucen,
Die Jackfruit ersetzt das gequälte Huhn aus der Massentierhaltung,
ja, eh gut.
Wer sich an den Meriten einheimischer Körndeln satt gegessen hat, greift ungeniert zu Quinoa, das in den letzten Jahren eine solche Preissteigerung hingelegt hat, dass es für den Indio vor Ort kaum mehr zu bezahlen ist.

Ich entsinne mich noch des abschätzigen Blicks, den man früher für die Erwähnung von Kokosfett erntete, so von wegen Amazonas-Abholzen und so.
Heute schwärmen die Propheten gehobener oraler Befriedigung von seinem Gehalt an Eiweiß, Kalium, Kalzium, Magnesium, Zink, Eisen, Selen, Kupfer, Phosphor, sowie den Vitamine A, B1, B2, B6, C und E,
es muss natürlich natürliches Kokosfett sein, nicht dieses raffinierte.

Die Fokussierung auf die eigenen Ernährung war schon immer als der Sex des Alters verschrien, jedoch ist die besessene Beschäftigung mit immer neuen Brain- und Superfruits heute das Hobby der Jüngeren, zumindest in Bobo-affinen Land- und Stadtstrichen.
Liefen früher die gesellschaftliche Trennlinien zwischen Marcuse und Spengler, trennen uns heute Burger und Baobab.
Die Aufmerksamkeit, die dem eigenen Gemampfe, also letztendlich dem eigenen Körper gegenüber gegenüber aufgewandt wird, erinnert in seiner Ich-Bezogenheit schon daran,
wie Woody Allen einmal die Selbstbefriedigung definiert hat:

Sex mit einem Menschen den man wirklich liebt.
Also im vorliegenden Fall: Mampfurbastion

Und kommen Sie mir jetzt nicht mit Onan, dem Gatten der Tamar, denn dass war, wie Otto Grünmandl gesagt hätte, etwas ganz anderes.

PS: Das Bild zeigt übrigens eine Brotfrucht, nur falls Sie Ihren Gemüsehändler in den Wahnsinn treiben wollen.

Written by medicus58

8. April 2017 at 17:43

Der schwere Atem der Sozialdemokratie

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Das was die SPÖ für Ihre Mitglieder auf YouTube gestellt hat, weil die Zeiten wo man Parteimitglieder direkt erreichen konnte sind wohl vorbei, hat das Zeug zum Zeitdokument.

„…Genossinnen und Genossen, für die die das gerne hören ….“

Der die piepsende Worthülse „wir nehmen das mit“ von Frau Straubinger übertönende Atemgeräusche des Bürgermeisters.

Freundschaft“ als Abschluss einer Bestandsaufnahme,dass gerade das in der Wiener SPÖ verlustig geraten ist!

Fidel Castro (13.August 1926-25.November 2016) hätte das vom Totenbett besser hingekriegt und der war nie Soizialdemokrat.

 

Castros vermutlich letzte öffentliche Rede:

und noch ein Leckerbissen:

Written by medicus58

26. November 2016 at 13:44

Gendern muss HEUTE noch üben

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Aber bemühen tun sie sich wenigstens ….

 

Link: Meine Dienstgeberin gendert: KarteireiterInnen http://wp.me/p1kfuX-OD

Written by medicus58

15. Juni 2015 at 13:59

Jedes Kind hat Talent: Gut gemeint kann auch ziemlich gemein sein

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#Talent

Obenstehendes Bild kam via Twitter von @AlevKorun, Nationalratsabgeordnete der Grünen und verbreitet einen scheinbar zutiefst humanistischen Grundsatz:

Jedes Kind hat Talent & will lernen & persönlich wachsen. Kein Kind zurücklassen!

Jetzt ist die Förderung des Nachwuchs keineswegs eine Erfindung der alternativen Linken:
Schon der keineswegs linksstehende Winston Churchill stellte fest, dass es keine bessere Investition gibt als die Milch die eine Gesellschaft in ihre Kinder gießt.
Und mir liegt es selbstverständlich fern, gegen die Förderung unseres Nachwuchs zu argumentieren, mich stört nur die eigenartige moralische Position, die hier eingenommen wird.
Statt das zu verlangen, wovon man überzeugt ist, verschanzt man sich hinter einem Postulat, das durch das erste Gegenbeispiel (und jeder kennt ein solches), falsifiziert werden kann,
und gefährdet dadurch eine an sich richtige Forderung.

Während die Aufklärer so viel Selbstbewusstsein aufbrachten, Lernen und Wissen als einen Wert an sich zu definieren und konsequent forderten, dass allen Menschen ein Zugang zu Wissen und Bildung zu ermöglichen ist,
wird hier – ganz materialistisch –  die Berechtigung zur Förderung durch das Vorhandensein eines Talents begründet. Mit anderen Worten getraut man sich nicht, es als seine persönliche Überzeugung darzustellen, dass eine Gesellschaft ihren Nachwuchs zu fördern hat, sondern generiert sich scheinbar nur zum Sprachrohr des Talents (übrigens im Wortstamm die Bezeichnung einer Menge an Silbermünzen !!) , das sich seine Förderung verdient hat. Um die Kurve am Elitarismus vorbei zu kriegen, schiebt man die Behauptung voran, dass ohnehin jedes Kind Talent hätte, so dass ja eh alles, jede, jeder & jedes „mitzunehmen“ ist.

Gesellschaftspolitik im 21. Jahrhundert tut nur mehr, als wäre nichts mehr Überzeugung (Ideologie) sondern alles nur mehr alternativlose Logik.

Damit steht sie aber auf ziemlich wackeligen Füssen, denn es negiert die Unterschiedlichkeit von Menschen.
Klar, eine unmotivierter Lehrerin, ein mieser Kindergärtner demontiert den Lernwillen jedes Kindes und gute Kräfte holen auch noch viele Außenseiter und Minderbegabte ins Boot, nur vermutlich nicht alle.
Die postulierte Gleichheit führt konsequenterweise zu Absurdität (Achtung jetzt wird’s zynisch), dass letztendlich Rollstuhlfahrer verpflichtend an der Neigungsgruppe Hürdenlauf teilzunehmen haben und wir alle im Theater Hamlets Monologe nur mehr in Gebärdensprache sehen werden.
Selbstverständlich ist es unerwünscht, Kinder mit besonderen Bedürfnissen in „Hilfsschulen“ abzuschieben, jedoch bin ich davon überzeugt, dass es Grenzfälle gibt, in denen ein gemeinsamer Unterricht aller zu Benachteiligung aller wird, also ziemlich gemein wird.
Selbstverständlich ist es wünschenswert, dass allen Kindern alle Möglichkeiten eröffnet werden, um das Beste aus Ihren Wünschen und Anlagen zu machen, jedoch verweigere ich mich der Verpflichtung jeden radegebrochenen Text als Literatur, jedes quälende Geklimper als musikalische Talentprobe und jedes bekritzelte Stück Lehm als Lehrstück künftiger Michelangelos zu akzeptieren.

Jeder Mensch hat als Mensch geachtet, gefördert, -schlicht ermöglicht zu werden, wenn er will, eben weil er Mensch ist.
Wer hierzu eine weitere Begründung benötigt, sollte seinen geistigen Standpunkt hinterfragen.
Jeder Mensch hat alle Chancen verdient- auch wenn er – wie die meisten von uns – talentlos ist, weil er Teil der menschlichen Gesellschaft ist. Jede andere Position wäre ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Wir haben unsere Politiker ja auch gewählt, auch wenn sie uns immer wieder ihre Talentlosigkeit und ihr Unverständnis der europäischen Geistesgeschichte beweisen.
Wenn Sie aber keinen Mumm mehr haben, einfach zu sagen, was sie durchsetzen wollen sondern sich nur hinter gut klingenden, selbstimmunisierenden Bildern verstecken, drängt sich die Frage auf, ob man nicht zumindest derartige Geisteskinder zurücklassen sollte.

 

Written by medicus58

23. Dezember 2014 at 16:44

USA: Ist Ihre Arzt korrupt, muss nicht immer die Pharmaindustrie dahinter stehen

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costeffective

Vor zwei Tagen brachte die New York Times einen Beitrag unter dem Titel:
How Medical Care Is Being Corrupted
den sich unser Versorgungsspezialisten auf’s Nachtkasterl legen sollten.

Kurz zur Einleitung:

Es scheint nahezu allen Stakeholders im Gesundheitssystem, also diejenigen, die früher als Strippenzieher bezeichnet wurden, unerträglich, dass Ärzte entscheiden dürfen, welche Therapie für ihre Patienten die beste ist.

Zugegeben, wie in jedem anderen Bereich, fanden sich auch in der KollegenInnenschaft genügend Subjekte, die bei ihren Entscheidungen nicht frei vom Blick auf den eigenen Vorteil waren und gerade das auf den Rezeptblock kritzelten, was Ihnen als Operateur oder Medikamentenverschreiber nützte, bzw. die teuer erstandene Ausrüstung ihrer Ordination amortisierte.

Da sich direkte Eingriffe medial nicht so gut machen, obwohl sie in Form von diagnostischen Pfaden und Deckelungen ohnehin en masse bestehen, enschloss man sich in fast homoöpathischer Tradition die angebliche Krankheit (Ärztekorruption) mit einer in hoher Dosierung krankmachenden Substanz auszutreiben, indem man sich sogenannte Incentives bediente.
Medial publik und sogleich mit dem Sessel des Hauptverbandes belohnt wurde bei uns Peter McDonald von der SVA-Versicherten, der seinen Versicherten einen Bonus für einen gesundheitsbewussten Lebensstil versprach. Weniger publik wird der enorme Druck des Hauptverbandes auf die niedergelassenen Ärzte, um in ihren Verschreibungen stets die kleinste Packungsgrösse und da das günstigste Genericum zu verschreiben…

In den USA ist man da schon längst weiter und versucht nicht nur den sich scheinbar wohlverhaltenden Patienten „Zuckerln“ zu zahlen, sondern auch Vertragsärzte durch „Boni“ zur Verschreibung bestimmter Therapien gebracht werden.
Die NYT holt z.B. WellPoint, eine der größten privaten Krankenversicherungen, vor den Vorhang, der seinen Ärzten monatlich (!) 350$ zahlt, wenn sie zu einer bestimmten Krebstherapie greifen. Dass die dadurch für die Versicherer erzielte Ersparnis größer als 350$ sein wird, erklärt sich wohl von selbst.

Während es in den US selbstverständlich geworden ist (Physician Payments Sunshine Act) allfällige vertragliche Bindungen von Ärzten an die Pharmaindustrie offen zu legen, werden umgekehrt die Versicherungen nicht gezwungen, ihre Druckmittel auf ihre Vertragsärzte offen zu legen.

Auch bei uns sehen immer mehr das Heil in Versicherungssystemen in denen der Patient innerhalb eines geschlossenen Systems versorgt wird, weil dann der einzelne Arzt nicht mehr in Versuchung kommt, durch vermehrte Überweisungen und Verschreibungen sein Einkommen zu steigern. Was da aber völlig ausgeblendet wird, ist dass es beileibe nicht nur die Ärzte sind, die in dem System korruptionsanfällig sind. Der Nachfolgende Leserkommentar zeigt die Problematisch exemplarisch und gibt mir wieder etwas länger Mut, weiterhin im öffentlichen Gesundheitswesen zu arbenten, trotz allem….

Roger Savannah, Georgia
Ich bin so glücklich, dass meine medizinische Karriere vorbei ist. Meine letzten 8 Jahren arbeitete ich als Geburtshelfer und Gynäkologe im der Choctaw Nation of Oklahoma (einem selbstverwalteten indigenen Gebiet).
Das waren die besten Jahre einer 40 -jährigen Karriere , weil ich nicht mit den in dem Artikel erwähnt Versicherungsangelegenheiten befassen musste. Ich war angestellt und meine Entlohnung blieb die gleiche, ob ich nun 5 Operationen pro Woche oder gar keine durchführte. Es gab keine Anreize etwas zu tun oder nicht zu tun. Jeder Patient wurde ein Individuum und sein Behandlungsplan war auf seine Bedürfnisse zugeschnitten.
Vergangene Woche war ich jedoch auf der anderen seite der medizinischen Versorgung.
Eine Hautärztin, den ich konsultierte, diagnostizierte in meinem Gesicht und am Hals viele kleine präkanzeröse Läsionen . Sie behandelte 7 davon mit flüssigem Stickstoff. Warum behandelte sie nur 7, obwohl sie etwa18 gefunden hat?
Da Medicare nur die Behandlung von 7 Läsionen in einer Sitzung zahlt! Es hätte sie nur ca. 5 Minuten mehr gekostet, um den Rest zu behandeln, aber sie würde dafür nicht bezahlt werden. Wäre sie eine angestellte Ärztin gewesen, hätte ich nicht zwei weitere Male in ihre ordination machen müssen.

I am so happy that my medical career is over. My last 8 years I worked as an OB-GYN for The Choctaw Nation of Oklahoma. Those were the best years of a 40 year career because I did not have to deal with some of the insurance issues mentioned in the article. I was salaried and my pay remained the same whether I performed 5 surgeries a week or none at all. There were no incentives to do or not do. Each patient was an individual and each had a treatment plan tailored to her needs.
I was on the receiving end of care this past week. A dermatologist that I saw diagnosed many precancerous small lesions on my face and neck. She treated 7 of these with liquid nitrogen. Why treat only 7 when she found about 18? Because Medicare will only pay for 7 lesions at a time! It would have taken her about 5 more minutes to treat the rest but she would not have been paid for it. Had she been salaried I would not have to make two more trips to her office.

Zum Nachlesenhttp://www.nytimes.com/2014/11/19/opinion/how-medical-care-is-being-corrupted.html?

Written by medicus58

20. November 2014 at 19:39

Dann doch verblüffend, wenn man’s erlebt

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Spätestens seit der (gesponserten) Selfi-Orgie bei der letzten Oscarverleihung wurde die Portrait-Fotografie mittels Mobile zu sozialen Verpflichtung erhoben.
Kürzlich in einem – früher hätte man Kaffeehaus zu einem Lokal gesagt, dessen wesentliches Produkt eben dieses Methylxanthin darstellt, heute ist es ein stylischer, voll ökologischer Hangout mit Zimtgeruch und geschäumter Milch – nippte ich an meinem Espresso als ein Grüppchen junger Mädels den Nebentisch okkupierten. Statt belanglosem Tratsch oder selbstüberschätzender Weltverbesserung, wie dies zu meiner Jugend üblich war, beschränkte sich die Kommunikation auf das gegenseitige Abfotografieren, nachdem das eigene Make-up upgedatet war.
Mutmaßlich handelte es sich um Klassenkameraden,  die bereits den ganzen Tag zusammen verbracht haben und vermutlich auch die nächsten Monate ihre Schultern aneinander reiben werden, so dass es keinen für Dritte erkennbaren Grund gab, weshalb der Augenblick verewigt werden sollte. Wenn der einzige Grund jedoch darin bestand, das Konterfei ins Internet zu bringen, dann war ich hiermit behilflich.

Written by medicus58

22. Oktober 2014 at 09:52

Veröffentlicht in Generationen

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