Sprechstunde

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Archive for März 2022

Hart geht`s weiter in der Wiener Ärztekammer, Steinhart

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Eine Reformkoalition kürt offenbar den bisherigen Stv. Wiener Ärztekammerpräsident Johannes Steinhart zum Wiener Ärztekammerpräsidenten und kippt Szekeres, den ersten SPÖ-nahen Präsidenten auch der Österr. Ärztekammer.

Die Mehrheit in Wien ist knapp. Von 90 Mandaten bringen

Steinharts Vereinigung 26, We4you 6, Turnusärzte für Turnusärzte 6, Grüne Ärzte 4, Asklepios 2,  Wahlärzten Wien 1 und die Liste Integrative Medizin 1 Mandate, also insgesamt 46 Mandate ein.

Wenn es, wie bei der letzten Wahl, nach der Wahl erneut zu einem Wechsel von Kandidaten in eine andere Liste kommt kippt diese Koalition, auch wenn die 6 Mandate der MfG, mit denen niemand zusammen arbeiten will, einen gewissen Stoßdämpfer bedeuten.

Weshalb 2017 die Grünen Ärzte unter dem damaligen Fraktionsführer Mückstein unbedingt Szekeres krönen wollten und nun Steinhart küren, zählt zu den vielen Unstimmigkeiten unserer Standesvertretung.

Ob Steinhart, der seit 1989 Kammerrat ist, nach 33 Jahren die Kammerstruktur reformieren kann und will, mag zumindest hinterfragt werden. Ob der ehemalige (1993-1999) Vorsitzende des Verwaltungsausschusses des Wohlfahrtsfonds, nun die Forderung seines neuen Koalitionspartners We4U Wohlfahrtsfond abschaffen umsetzen wird, mag ebenso bezweifelt werden, wie dass die Liste Integrative Medizin das richtige Signal auf da mediale Dauerfeuerwerk ist, die Ärztekamme würde paramedizinische Aktivitäten (Homöopathie, TCM, …) noch fördern.

Wir lehnen die Diffamierung einzelner bewährter komplementär-medizinischer Therapiemethoden ab. Wir unterstützen vielmehr die Referate für traditionelle und integrative Medizin in den Landes- Ärztekammern und betonen den Wert komplementärmedizinischer Zusatzausbildung für die tägliche Praxis und unser Recht auf einen respektvollen, wertschätzenden Umgangston gegenüber allen Diplominhaber*innen.

So wirklich weint in ersten Stellungnahmen in den (A)Sozialen Medien kaum jemand Szekeres eine Träne nach, aber ob die neue Koalition in Wien nicht erneut viel Kammerbeiträge verschlingen wird, um die unterschiedlichen Listen bei der Stange zu halten, darf nur gehofft werden. Möge sich mein Beitrag nach der Ärztekammerwahl 2017 Der Preis der Koalition nicht mit anderen Mitspielern auch 2022 wiederholen,

Ja, und was ich 2017 bezüglich einer gleichberechtigten Vertretung von Niedergelassenen und Angestellten KollegInnen unter WÄK Wahl Die Würfel scheinen gefallen geschrieben habe, scheint mir 2022 in der anderen Richtung eine Schieflage zu haben, zählt man die Ergebnisse beider Lager bei den Angestellten Ärzten zusammen: https://www.aekwien.at/wahlergebnis-2022

Written by medicus58

28. März 2022 at 18:40

Hat Wien das bessere Pandemie-Management? Ja, aber…

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Bild aus SN vom Wiener Derby 3/22

Ein volles Allianz Stadion, also 26.000 maskenbefreite, schulterreibende, gröhlende Fans, alles legal, aber nicht gescheit in Zeiten von Omikron.

Beim Ukraine Benefiz im Ernst Happel Stadion wurden lt Standard (von dort auch das Bild) zwar blau-gelbe FFP2 Masken an die 40.000 Besucher verteilt, getragen hat sie aber kaum wer, bemerkte der Standard.

So wirklich gegen den bundesweiten Strom schwimmt man halt auch in Wien nicht gern, wenn es um mediale Großereignisse geht.

Die Infektionszahlen hatten schon längst Rekordwerte erreicht, als sich der Gesundheitsverbund noch weigerte, die Anzahl der Besucher pro Patient und Tag wieder zu beschränken. Einige von uns berieten verzweifelt, wie das ohnehin numerisch dezimierte Personal während der Besuchszeiten noch zu Frischoperierten und Immunsupprimierten ins Zimmer kommen könnte, wenn jedes Bett von Angehörigen belagert wird.

Fairerweise muss man aber auch auf das Ukraine Benefiz in der Wiener Stadthalle hinweisen, wo Masken getragen wurden.

Screenshot ORF Tvthek

Da angenommen werden darf, dass die eigene stimmliche Beteiligung beim Derby oder Seiler&Speer etwas intensiver als beim Schönbergchor oder Ronaldo Villazon war, hätte man sich aus epidemiologischer Sicht die Masken wohl eher dort als da gewünscht.

Wie schon gesagt, alles legal gewesen, und manches funktionierte in der Pandemie in Wien etwas besser als in anderen Bundesländern, aber eben nur etwas.

Written by medicus58

22. März 2022 at 19:02

Wenn dieses Scheißvirus uns irgendwas gebracht hat, dann das

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Einen täglichen Pay-as-you-wish Livestream Jazz.

Ist übrigens ein Ausspruch von Christoph Huber, dem künstlerischen Leiter des Jazz- and Musicclub Porgy & Bess.

Dem ist nicht zu widersprechen.

Written by medicus58

12. März 2022 at 21:48

Veröffentlicht in Allgemein

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Just another Day in Pandemia

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Während wir im Standard lesen können, wie sich sogenannte Experten von der Politik gängeln lassen (Corona-Kommission rudert nach „Anruf“ mit Empfehlung zurück), die Intensivstationen nicht genug Luft haben, um das Ersticken der anderen Bereiche verhindern zu können, und der Politprofi im Gesundheitsministerium zu den Öffnungsschritten das tut, was Politprofis halt so können, wortreich schweigen, schaut das woanders nicht viel anders aus.

In UK hebt die Regierung die Impfpflicht für Gesundheitspersonal im staatlichen Gesundheitssystem auf, die Berufsvertretung bezweifelt, dass das die zurück bringt, die längst gekündigt haben. BA.2 ist nicht gefährlicher als BA.1, die Rate der täglich neuen positiv Getesteten ist um 24%, die Hospitalisierung aber trotzdem nur um 8% gefallen.

In Frankreich fiel die Anzahl der täglich neu gemeldeten Fälle sogar um 27% und die Hospitalisierung um 15%, der Prozentsatz der kritisch Kranken liegt aber noch 60% über der als kritisch angesehenen Marke, um mehr zu öffnen.

Deutschland und Österreich haben inzwischen Novavax, aber wenige wollen es.

In der Schweiz fielen wie in Österreich die meisten Einschränkungen, nach einem Abfall steigen die positiven Tests wieder und die Zahl der kritisch Kranken bleibt hoch.

Belgien und Italien zeigen bei allen Pandemieindikatoren eine günstige Entwicklung, nur scheint in Italien ein Plateau in der Impfwilligkeit (auf hohem Niveau) erreicht und hat vielleicht überraschend noch kaum BA.2 des Omicron.

Auch Portugal und Spanien entwickeln sich gut, von der Maske verabschieden will man sich noch nicht.

Die USA setzten vermehrt auf eine Test to Treat Strategie, was die Pharmaindustrie freut, da sie zuletzt sowohl bei den Impfungen für die unte 5-Jährigen,noch mit den an Omicron adaptierten Impfungen erfolgreich war.

Brasilien hofft auch das Schlimmste hinter sich zu haben fürchtet aber noch allfällige Nachwirkungen illegaler Karnevalfeiern.

In Afrika bessern sich die Indikatoren, außer in Lesotho, der VR Kongo und Ghana. Marokko sperrt erstmals nach 2 Jahren die Fußballstadien auf.

In Asien erleben gerade die Staaten, die bislang mit einer No Covid Strategie (Hongkong, Neuseeland,..) gut durch die Pandemie kamen, eine starke Omicronwelle. Indien sieht fallende Indikatoren, Delhi hebt viele Sanktionen auf, behält aber die Maske bei.

In The Lancet glaubt man mit enormen statistischem Aufwand nachweisen zu können, dass weltweit zwei Drittel aller Covid Toten nicht erfasst wurden, kann die großen Unterschiede zwischen einzelnen Ländern und Regionen auch nicht wirklich klären.

Und in der Ukraine sterben Menschen mit, an und trotz Corona vorzeitig.

Ein Teil der Meldungen stammen von hier, wo es auch weiterführende Links zu den Statements gibt.

Written by medicus58

11. März 2022 at 17:00

Woody Allens Bruder als Österreichs Gesundheitsminister

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Vergleiche:

Nachruf auf Mückstein a la Kronen Zeitung

Written by medicus58

8. März 2022 at 19:55

Die Ärztekammer informiert über Ärzte und Hühner

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Die Kammerwahl steht ins Haus und auch wenn wir nur unsere Landesärztekammern und nur indirekt die ÖÄK wählen, ist es nicht unsymptomatisch, was man uns für unsere Mitgliedsbeiträge bietet.

In der aktuellen Ausgabe der Österreichischen Ärztezeitung erfahren wir auf Seite 4, dass Ärzte aus Italien abwandern (übrigens aus Österreich auch) und dass in Italien 15 Millionen Hühner wegen der Vogelgrippe gekeult wurden.

Der einzige Zusammenhang zwischen beiden Meldungen besteht darin, dass beides im Land der blühenden Zitronen passierte.

Was das mit den Aufgaben einer Standesvertretung zu tun hat erschließt sich mir nicht. Und wenn ich an das Defizit  des Verlagshauses der Ärzte denke, dass wir mit unseren Kammerbeiträgen jährlich abdecken müssen, bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich mich eher den italienischen Ärzten oder den italienischen Hühnern anschließen will.

Written by medicus58

6. März 2022 at 17:16

Nachruf auf Mückstein a la Kronen Zeitung

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Flüchtenden schießt man nicht nach, aber genau das tut Herr Prommer von der Kronen Zeitung heute.

Die Krone hat (in welchem Auftrag auch immer) seit Anbeginn gegen den „Hausarzt in Turnschuhen“ aus all ihren Auspuffen geballert. Die Krone war es auch, die gestern Abend schon wusste, dass Mückstein zurücktreten wird und als letztes Aufgebot, der Sozialarbeiter aus dem Ländle gerufen wird, der sich im Paarlauf mit seinem VP Landesvogt und als treuer Vasall des Vizekanzlers bewährt hat.

Die Journaille (in Ö1) preist den gewiften Politiker und ist sich einschließlich der Vertreterin der Kronen Zeitung einig, dass dieses Ministerium einen Politiker und keinen Fachmann benötigt.

Keine Stimme hinterfrägt, ob ein Ministerium, das nachweislich keine widerspruchslose Verordnung, keine evidenzbasierte Strategie auch gegen die PR Profis der türkis-schwarzen Kamptruppe zusammenbringt, nicht auch ein strukturelles Problem hat.

Auch unter der Führung einer gelernten Hygienikerin (und nunmehrigen SP Vorsitzenden auf Zu- und Abruf) brachte man dort kein vorausschauendes Pandemiekonzept, keine vernünftige Ärzteausbildung, keine vernünftige Pflegeplanung,… zusammen! Kommt es da keinem in den Sinn, dass es vermutlich egal ist, wer sich dafür politisch die Ohrfeigen abholt.

Das Gesundheitsministerium, auf das sich die Grünen auch noch das Sozialministerium draufpappen haben lassen, weil die grüne Resttruppe so geil darauf war an den Trog zu kommen, hat weder die gesetzliche noch die politische und intellektuelle Fähigkeit seiner Aufgabe nachzukommen, d. h. werden wir dort bald in Paraphrase auf einen Vorarlberger Werbespruch sagen können :

Mit Rauch geht’s auch nicht.

Written by medicus58

3. März 2022 at 21:30

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