Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for Dezember 2015

Das plötzliche Ende fundierter Kritik

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Und das war’s? Neuer Rektor und alles wird gut?
Ich weiß nicht…..

IM WÜRGEGRIFF VON MACHT UND GIER (2008-2016)

Quelle: FROHES FEST UND EINEN GUTEN RUTSCH !

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Written by medicus58

31. Dezember 2015 at 19:26

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Happig, diese Hapos, net?

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Apotheke

Jeder Teen, was sage ich, jedes Kindergartenkind weiß, dass man erst dazu gehört, wenn man die Codes des Milieus versteht.
Nicht anders ist es im Gesundheitswesen. ÖSG, PHC, ELGA haben wir hier schon so oft im Text erwähnt, dass es gleichsam „Kredite nach Athen tragen“ bedeuten würde, sich mit ihrer Verwendung noch als Insider outen zu wollen.

Wer aber weiß, was eine Hapo ist, der möge sich gleich zum Ärztekammerpräsident wählen lassen.

ÖÄK-Präsident Artur Wechselberger fordere eine Regelung, die den Bestand der Hapos sichert.

Bei der Existenzgrundlage vieler ärztlichen Praxen in Randlagen, die unser Präsident hier sichern möchte, handelt es sich um die Hausapotheke,
also das Recht der praktischen Ärzte verordnete Medikamente auch gleich selbst ausgeben zu dürfen, wenn sich in der näheren Umgebung keine Apotheke befindet.
(Das Gute kommt aus der Apotheke ….  http://wp.me/p1kfuX-MA )

So problematisch dieses Prinzip natürlich ist, wer wird bei einer banalen Erkältung neben Tee und Wärmeflasche nicht auch noch etwas Schleimlösendes rezeptieren, wenn das das Einkommen positiv beeinflusst, so komplex wird es z.B. in Schwadorf (NÖ), wo sich die neue Apothekerin weigert, einen Antrag auf Schließung der Hapo der dort ansässigen Allgemeinmedizinerin zu stellen, weil ohne Arzt in ihrer Umgebung auch ein Teil ihrer Einnahmen wegfallen würde.

Der Kurier berichtet (http://kurier.at/chronik/niederoesterreich/pharmazeutin-will-dass-die-hausapotheke-erhalten-bleibt/172.023.192) in diesem Artikel aber über eine vergleichbare Situation in Altlengbach, wo durch die baldige Eröffnung einer Apotheke und den konsekutiven Wegfall der Hapo befürchtet wird, dass sich niemand mehr für den einzige Hausarztposten bewerben wird.

Eine Frage möchte ich aber noch an das Milieu stellen:

Wieso kann eine Apotheke in einem Einzugsgebiet eines einzigen Hausarztes offenbar ökonomisch überleben, wenn es für den Arzt nicht reicht?

Da es hier keine Preise zu gewinnen gibt, darf ich meine Antwort gleich dazu geben:
Ganz offenkundig verdient die Apotheke mit den nicht rezeptierten Waren, die sie trotz Gebietsschutz selbstverständlich zusätzlich anbieten und verkaufen darf, genug, um von früh bis spät offen zu haben. Der Kassenvertragsarzt ist viel stärker (und m.E. zu Recht) in seinem Angebot eingeschränkt und die refundierten Tarife sind einfach zu niedrig.
Nur leider darüber berichtet auch die Presse nicht!

Written by medicus58

29. Dezember 2015 at 16:51

Als die Sozialversicherung die Nation spaltete

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Lesenswert

Quelle: Als die Sozialversicherung die Nation spaltete

Written by medicus58

23. Dezember 2015 at 20:58

Veröffentlicht in Allgemein

So funktioniert die Generaldirektion des KAV: Chronik der Unwahrheiten

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KAV

16.12. – Erste Informationen machen die Runde, dass der KAV eine externe Firma beauftragt hat die Tätigkeiten der Ärzte im Nachtdienst elektronisch zu monitieren.
19.12. Die Informationen erreichen die Ärztekammerhttp://schuetzenwirunserespitaeler.at/einsparungen-ueberwachung-und-neue-ideen-um-aerzte-zu-frustrieren/

21.12.: Die Medien berichten flächendeckend:
http://kurier.at/chronik/wien/wiener-spitalsaerzte-sollen-sich-kuenftig-selbst-ueberwachen/170.741.427
http://derstandard.at/2000027875965/Wiener-Spitaeler-Aerzte-fuerchten-Ueberwachung-und-Einsparungen
http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/4892158/Gesundheit_Aerzteprotest-gegen-Ueberwachung?_vl_backlink=/home/leben/gesundheit/index.do
http://wien.orf.at/news/stories/2748600/

21.12. 20:52 Resolution des PGA ÄrztInnen

Die Vertreterinnen und Vertreter der Ärztinnen und Ärzte im Wiener Krankenanstaltenverbund protestieren auf das heftigste gegen elektronische Kontroll- und Überwachungssysteme der Patientenbetreuung von Ärztinnen und Ärzten. 
Die Ärztinnen und Ärzte im Wiener KAV arbeiten schon jetzt am Limit und verwehren sich gegen eine weitere Erschwerung der Patientenbetreuung durch patientenferne Administration. 
Erschwerend kommt hinzu dass diese Maßnahme ohne Absprache mit den betroffenen Ärztinnen und Ärzten hätte umgesetzt werden sollen. Diese Vorgangsweise des KAV ist absolut inakzeptabel und zeugt von einer nicht zu tolerierenden Unternehmenskultur. 
Für den PGA ÄrztInnen
Wolfgang Weismüller, Vorsitzender

Trotz dieser klaren Faktenlage, der KAV wollte wieder einmal mit Hilfe externer Berater ein Projekt gegen seine Mitarbeiter durchpeitschen, dementiert der Pressedienst der Stadt Wien im Namen des Generaldirektors des KAV und beschuldigt anderer der Lüge!

22.12. 13:25 KAV zur Messung der Arbeitsbelastung im Nachtdienst: Ärztekammer verbreitet Falschinformation
Aufgrund der Medienberichterstattung der vergangenen Tage zum Thema Tätigkeits- und Belastungsanalyse der Nachtdienste in zwei Wiener Gemeindespitälern hält der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) fest, dass diese Studie explizit auf Wunsch der Ärzteschaft und der Interessensvertretung geplant wurde. „Hier verbreitet die Ärztekammer wider besseren Wissens ganz bewusst Falschinformationen. Damit führt sie leider ihren unsachlichen Kurs des vergangenen Jahres weiter“, so
KAV-Generaldirektor Udo Janßen.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151222_OTS0098/kav-zur-messung-der-arbeitsbelastung-im-nachtdienst-aerztekammer-verbreitet-falschinformation

22.12. 17:42 Überwachung der Arbeitsbelastung im Nachtdienst: Ärztekammer korrigiert KAV
Weder Personalvertretung noch Ärztekammer waren eingebunden
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151222_OTS0125/ueberwachung-der-arbeitsbelastung-im-nachtdienst-aerztekammer-korrigiert-kav

Hier geht es nicht um die berechtigten Wünsche einer Arbeitgeberin den eigenen Personaleinsatz zu überprüfen. Erst kürzlich wurden mehrere Abteilungen hinsichtlich des Personalsbedarfes von einer externen Firma überprüft, das – vermutlich dem KAV nicht genehme – Ergebnis aber unter Verschluss gehalten. Hier geht es um einen mit Steuergeldern finanzierten Versuch der Orwell’schen Umdeutung der Fakten. Das ist unerträglich!

Wie die Vertragsverlängerung des Generaldirektors, der derartige Managementfehler begeht, politisch schön geredet werden wird, werden wir bald erleben.

Written by medicus58

23. Dezember 2015 at 12:31

Weihnachten im KAV: Leise rieselt das Vertrauen

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Trio

Eine ausgewogene Balance der Loyalität zwischen Führung und Belegschaft sowie eine enge Abstimmung zwischen Strategie der Führung und operativer Aufgabenerledigung der Basis ist für jeden Betrieb essentiell.

Im öffentlichen Dienst hat dies eine jahrhundertelange Tradition, als die Mächtigen sich noch bewusst waren, wie sehr sie auf die Expertise „Ihrer Beamten“ angwiesen waren und nicht glaubten, sich fehlende eigene Kompetenz von politisch befreundeten „Beratern“ zukaufen zu können. Für die Bundesverwaltung sah Clemens Jabloner, Universitätslehrer und der ehemalige Präsident des Verwaltungsgerichtshofs ,
das besondere Vertrauen, welche das Verhältnis zwischen der Beamtenschaft eines Ministeriums und dessen politischer Führung einst prägte, als weitgehend verloren an:
http://www.wienerzeitung.at/meinungen/analysen/775336_Was-schieflaeuft-in-Oesterreich.html

Die Führung des Wiener Krankenanstaltenverbundes könnte Jabloner als weiteres Beispiel dienen, wie man höchst professionell einen im Kern funktionierenden öffentlichen Bereich – aus welchen politischen Absichten auch immer – nachhaltig demoliert,
in dem Mitarbeitern systematisch über- und hintergeht.

Selbstverständlich könnte man mir, der sein Berufsleben überwiegend, aber nicht ausschließlich (!), im öffentlichen Bereich verbracht hat, hohe Subjektivität vorwerfen, geschenkt, ….
aber Gleiches könnte man dem hier abgebildeten Trio infernal mit mindestens eben soviel Recht vorwerfen:
Personen, die ihr ganzes Berufsleben ausschließlich im parteipolitischen Umfeld verbracht haben, oder selbst weder direkt ärztliche Verantwortung übernommen haben noch auf erfolgreiches Management im Gesundheitswesen verweisen können, haben nicht viel mehr Anspruch auf Objektivität als diejenigen, die in der täglichen Praxis der öffentlichen Gesundheitsversorgung stehen, also Einstand – mögen die Argumente sprechen.

Hier wurde ausführlich darüber berichtet, mit welchen PR-Tricks die Dienstgeberin versucht hat der Öffentlichkeit weiß zu machen, dass es in Wien möglich wäre:

  1. die EU-weiten Regeln zur ärztlichen Arbeitszeiten kurz vor einer Strafe aus Brüssel einzuhalten, trotzdem
  2. das ärztliche Einkommen auf international vergleichbares Niveau anzuheben (+30%, LOL), überdies
  3. die Nachtdiensträder im KAV einzusparen (112) und
  4. ohne mit immer weniger Turnusärzten das Leistungsspektrum der Spitäler für die Bevölkerung zu erhöhen.

Wien 2015: Wählen wir eigentlich Wehsely? http://wp.me/p1kfuX-121
Dem Wiener Gesundheitssystem droht der Kollaps http://wp.me/p1kfuX-11T
Dreimal NEIN bei der Urabstimmung http://wp.me/p1kfuX-UG 

Innerhalb der letzten Woche setzte die Dienstgeberin zwei weitere Maßnahmen, ohne jede Vorinformation, geschweige den Dialog mit den Betroffenen, die, würden das Vorgesetzte an der Basis ebenso machen, den täglichen Betrieb in der Sekunde lahmlegen.
Es gibt wohl nur mehr wenige Mitarbeiter, deren Burn-out nicht auch von kritischen Gutachtern attestiert würde. Soviel zur Aussage unseres GD, der zwar allen unter ihm Fehlende Managementfähigkeiten vorwirft, dessen Weisungen schon in der Vergangenheit überfallartig, mitten in den Sommerferien erfolgten und bis heute nicht wirklich umgesetzt wurden!

Nachdem in den letzten Monaten schon Dutzende Nachtdiensträder in den öffentlichen Spitälern teils durch direkten Druck auf die Abteilungsleitungen, teils indirekt durch fehlende Personalzuteilungen eingespart wurden, und die versprochenen Gehaltssteigerungen auf Basis der weiterhin innerhalb der neuen Dienstzeitregeln leistbaren Überstunden (10 Millionen € pro Monat und noch meutern, die Ärzte sind unersättlich http://wp.me/p1kfuX-Yn) endgültig als Farce entlarvt wurde, werden nun auch in den Pflegeheimen des KAV doppelte Diensträder gestrichen (http://diepresse.com/home/panorama/wien/4888939/Wien-kurzt-Aerztedienste-). Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob die doppelten Dienste in jedem Fall erforderlich waren, jedenfalls hat sie die Dienstgeberin und die Personalvertretung offenbar seit Jahrzehnten für notwendig erachtet. In jedem kollegial geführten Betrieb hätte man sich vor einer kommentarlosen Weisung mit den Betroffenen zusammen gesetzt und die offenbar neuen Erkenntnisse besprochen, die nun zu einer Reduktion Anlass geben. Da man sich aber traditionell auf die Parteidisziplin von Personalvertretung und Gewerkschaft verlassen kann, glaubt man seitens der Dienstgeberin zu Recht sich derlei Schnickschnack sparen zu können (Da ist irgendwo der Hund drinnen, Herr Minister Hundstorfer! http://wp.me/p1kfuX-UX).
ja und wenn auch die Gesundheitsministerin am Ticket der roten Gewerkschaft in die Regierung gesegelt ist, dann (wie wir für den Fall der Bereitschaftsdienste an Universitätskliniken gleich sehen werden) werden wir überhaupt kein Recht, ich meine natürlich keinen Richter brauchen; denn beides repräsentieren wir eh…

Die Übernahme der Infusionen durch die Pflege, so wie es das KAV nachträglich darstellte, kann es wohl kaum sein (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151217_OTS0101/wr-landtag-sp-wagner-aerztliche-versorgung-ist-in-allen-pflegewohnhaeusern-sichergestellt), da meiner – diesbezüglich zugegebenen eingeschränkten lokalen Wahrnehmung –  die Infusionstherapien in den Pflegeheimen kaum die Ausmaße eines Akutspitals erreichen und sich die ärztliche Tätigkeit wohl auf ganz andere Fragen konzentriert.
In Wirklichkeit handelt es sich dabei um ein seit Jahren verfolgtes System der Aushöhlung ärztlicher Versorgung während der Nachtstunden. Schon im ÖSG 2012 wurden „reduzierte Organisationsformen“ (Die Potemkinschen Spitäler http://wp.me/p1kfuX-n8 ) sanktioniert. Alle, die sich nun über den nächsten Streich einer mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP, NEOS und Team Stronach beschlossenen „Rufbereitschaft an Universitätsklinik“ (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151216_OTS0186/rufbereitschaft-von-fachaerztinnen-in-unikliniken-wird-ermoeglicht) wundern, hätten die letzten Jahre diesen Blog lesen sollen!

Wenige Tage nach dem Kahlschlag in den Pflegeheimen erkennt der KAV, der (siehe oben) auf Beratung von Ebner & Hohenauer (Dr. Ebner – Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem http://wp.me/p1kfuX-xw) schon vor einem Jahr wusste, dass er 112 Nachtdienste einsparen kann, weil die (Originalton Wehsely) „Ärzte nicht fürs Schlafen bezahlt werden„, plötzlich die Notwendigkeit einer „Tätigkeits- und Belastungsanalyse“ der Ärzte: 

Ein Mitarbeiter der Generaldirektion des Wiener Krankenanstaltenverbunds hat an Chirurgen iPhone-ähnliche Geräte ausgeteilt, die jeder Arzt ab 1.1.2016 im Nachtdienst mit sich zu führen hat. Dieses Gerät soll zwischen 5 und 15 Minuten, je nach Einstellung, piepsen und den Arzt auffordern, seine gerade durchgeführte Tätigkeit einzugeben. In Ruhephasen kann man es deaktivieren. Die betroffenen Kollegen wurden weder gefragt, noch wurde diese Überwachungs-Maßnahme angekündigt. Es gab keine Kommunikation. Nach meinem Wissensstand wusste außer der ärztlichen Direktorin (die auch in der Primarärztesitzung nichts davon erwähnte), niemand davon.
http://schuetzenwirunserespitaeler.at/einsparungen-ueberwachung-und-neue-ideen-um-aerzte-zu-frustrieren/

Natürlich ist es das Recht der Dienstgeberin festzustellen, ob die (vom Steuerzahler) bezahlte ärztliche Arbeitskraft ökonomisch eingesetzt wird! Das Entlarvende an diesen Vorgängen ist nur, dass stets zuerst das Downsizing beschlossen wird und nachträglich mit hochbezahlten Beratern eine Begründung für den Kahlschlag nachgeliefert werden muss, weil

  1. den Mitarbeitern prinzipiell misstraut wird,
  2. man seitens der Dienstgeberin keinen klaren Versorgungsauftrag formuliert, um sich einer Diskussion über dafür erforderlichen Ressourcen zu entziehen und
  3. am Ende den Ärzten nichts als die Gesamtverantwortung überlässt.

Das ging viele Jahre gut, weil man sich auf eine besondere Loyalität der im öffentlichen Gesundheitssystem Tätigen verlassen konnte und erfolgreich die verschiedenen Gruppen (Abteilungsleiter, Mittelbau, Pflege, MTDG, …) gegeneinander auszuspielen wusste.
Klar, einige Ärzte benutzen ihre Position im öffentlichen System zur Füllung der Privatordination oder Belegspitäler, jedoch die Mehrheit hat mehr oder weniger bewusst auf die höheren Einkommensmöglichkeiten in anderen in- und ausländischen Systemen verzichtet,
weil ihnen eine öffentliche Gesundheitsversorgung jenseits markt- und gewinngesteuerter Krankenhausbetreiber ein persönliches Anliegen ist.

Die anfänglich lächerlich geringen und auch gegen Karriereende im internationalen Vergleich meist nicht allzu hohen Einkommen im öffentlichen Dienst können kaum Motivation für eine Tätigkeit im KAV sein.
Die im Leitbild vollmundig angesprochene persönliche Wertschätzung kommt jetzt auch nicht gerade zwingen herüber, wenn der einzige Kontakt mit der Generaldirektion die Direktiven sind, die uns durch externe Berater ausgerichtet werden.
Und die Möglichkeiten der medizinischen (geschweige wissenschaftlichen) Entfaltung können es angesichts der seit einem Jahrzehnt auf minimalem Niveau eingefrorenen Reinvestitionsbudgets auch kaum sein.

Noch schwindelt man sich bei Abteilungsbesetzungen über das auf Null gesunkene Interesse durch Abteilungszusammenlegungen und –schließungen herum, jedoch würde eine Analyse des Bewerberkreises für Neuausschreibungen innerhalb des letzten Jahrzehntes schonungslos offenlegen, dass das öffentliche Gesundheitswesen kaum noch für „die Besten der Besten“ in ihren Fächer interessant ist.
Über das fehlende Interesse der Medizinabsolventen konnte man ohnehin in den letzten Wochen vieles lesen (Wie lange glaubt Ihr noch, dass das hineingeht? http://wp.me/p1kfuX-13d).

Es wird Zeit den Pflichtversicherten und Steuerzahlern schonungslos klar zu machen, welchen Grad an Gesundheitsversorgung die öffentliche Hand ihnen in Zukunft zur Verfügung zu stellen die Absicht hat und,
dass wir Ärzte (aber auch die Pflege) unter diesen Rahmenbedingungen nicht mehr das zu leisten im Stande sein werden, was uns eigentlich in den öffentlichen Dienst gebracht hat:
Hochqualitative Versorgung aller Menschen unabhängig ihrer Herkunft, ihres Geschlechtes, ihres sozialen Status, ihrer Religion und ihres Alters sowie ihrer besonderen Bedürfnisse.  

Und wenn die im öffentlichen Dienst Tätigen wirklich die von mir suspezierten altruistischen Motive haben, dann sollten sie sich ernsthaft fragen,
wie lange sie zu diesen Vorgängen stillschweigen dürfen, wenn sie zwar nach § 7. (1) Beamten-Dienstrechtsgesetz in ihrer Angelobungsformel  einst gelobten,
die Gesetze der Republik Österreich befolgen und alle mit ihrem Amte verbundenen Pflichten treu und gewissenhaft erfüllen werden“,
andererseits im Hippokratischen Eid (den zugegeben die wenigsten wirklich jemals ablegten) schworen
Verordnungen zu treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil“ und „sie bewahren vor Schaden und willkürlichem Unrecht.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Eid_des_Hippokrates

Written by medicus58

20. Dezember 2015 at 16:30

Das sogenannte Böse, oder hat es die Wiener Uni immer schon gewusst?

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50_Schilling_1998_Konrad_Lorenz

Die Uni Salzburg widerruft jetzt das Ehrendoktorat des Nobelpreisträgers Konrad Lorenz, denn man kam zur Erkenntnis, dass
Der weltbekannte Verhaltensbiologe und Forscher über Graugänse sich klar zur Nazi-Ideologie bekannt hat.
Dies lasse „Herrn Lorenz als unwürdig erscheinen, als Ehrendoktor der Universität Salzburg geführt zu werden.“ 
http://salzburg.orf.at/news/stories/2747997/

Nun ja, die inkriminierten Anbiederungen waren schon seit vielen Jahen bekannt und auch auf Wikipedia nachzulesen (https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Lorenz) und doch zog die Uni Salzburg erst jetzt, die ihrer Meinung nach moralisch und wissenschaftlich gebotene Konsequenz.

Meinen Lebensweg kreuzte Lorenz zweimal.
Das erste Mal war ich etwa 13 Jahre alt und las auf Empfehlung der Mutter eines Schulfreundes sein bereits 1963 erschienenes Buch „Das sogenannte Böse“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Das_sogenannte_B%C3%B6se). Die Familie meines Schulfreundes war sicher weit entfernt von rechter Rassenideologie und ihr Interesse an den populärwissenschaftlichen Büchern Lorenz erklärte sich eher aus einem damals durch einschlägige Fernsehsendungen (https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Koenig_(Verhaltensforscher)) angefachte Interesse an vergleichender Verhaltensforschung. Mich hat damals vor allem beeindruckt, wie differenziert man sich dem überwiegend negativ konnotierten Begriff der Aggression nähern kann.

Mein zweite Begegnung mit Konrad Lorenz fand viele Jahre später statt.
Die Rettung hatte einen alten Mann auf eine Tragbahre mitten am Gang einer Wiener Universitätsklinik abgestellt. Er trug die damals üblichen Spitalshemden und war nur notdürftig mit einer Rettungsdecke verhüllt. Dutzende Menschen, Patienten wie Spitalsmitarbeiter, zwängten sich links und rechts an ihm vorbei. Er nahm von all dem keine Notiz und lag regungslos, etwas zusammengekauert auf seiner Bahre. Trotz seines charakteristischen weißen Bartes und des markanten Gesichtes schien den Mann niemand zu erkennen. Ein Blick auf die neben ihm liegende Krankengeschichte, er war stationär an der Wiener Poliklinik aufgenommen und viel zu früh für eine Spezialuntersuchung an das AKH gebracht worden, identifizierte ihn als Konrad Zacharias Lorenz (* 7. November 1903).
Es mag bezweifelt werden, dass sich das offenkundiges Desinteresse, das die Universität Wien damals Lorenz entgegenbrachte, bereits eine erste akademische Distanzierung von dessen politischer Vergangenheit war und unsere Alma mater somit bereits 1989 vollzogen hat, wozu die Salzburger noch weitere 26 Jahre benötigten.
Da kurz vorher ein Lokalpolitiker ziemlich von allen „Granden der Klinik“ umschwänzelt wurde, konnte sich ein „kleiner Assistenzarzt“ nur wundern, wie dieses Land mit seinen Nobelpreisträgern und einem Autor der ihn Jahre früher sehr beeindruckt hat, umgeht.
Es fand sich einen leerstehendes Kämmerchen finden und bot Lorenz somit ein bisschen Privatsphäre. Er bedankte sich mit einem freundlichen Lächeln und wirke fast überrascht über diese „Sonderbehandlung“. Mir schien damals, dass er sich auch damit abgefunden hätte, wenn er die ganze Zeit auf einer „Gangbahre“ verbringen hätte müssen. Wenige Wochen später war Konrad Lorenz tot.

Wie gesagt, die Entscheidung der Salzburger Universität mag aus heutiger Sicht nachvollziehbar sein, mit meinen Erinnerungen an einen bescheidenen Menschen, der noch kurz vor seinem Tod eine stille Größe vermittelte, ist sie schwer kompatibel. Irgendwie musste ich das loswerden.

PS: Für die Nachgeborenen, 1989 existierte die Wiener Meduni noch nicht und „wir“ waren als Medizinische Fakultät Teil der Universität Wien

Bildnachweis: „50 Schilling 1998 Konrad Lorenz“ von Perseus1984 – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC-BY-SA 4.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:50_Schilling_1998_Konrad_Lorenz.jpg#/media/File:50_Schilling_1998_Konrad_Lorenz.jpg

Written by medicus58

17. Dezember 2015 at 19:45

Verdammt, den Jahrestag verpasst

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maus

Glaubt man den diversen und perversen Teenie- Serien im Vorabendprogramm, darf man alles, nur eben nicht einen Jahrestag vergessen.

Gerade das ist mir heuer passiert. Ich habe doch glatt den 5. Jahrestag meiner Bloggerei, er wäre am 22.10. gewesen (http://wp.me/p1kfuX-Sf), unkommentiert vorübergehen lassen.
Nebbich, werden die des Jiddischen mächtigen Leser meinen, und völlig zu Recht.

Nichts ist irrelevanter als die Bits und Bytes von gestern oder die etwa 222.000 Besucher (hoffentlich fallweise auch Leser) dieser Jahre.

Egal, vielleicht konnten ein paar Informationen an den Leser gebracht werden,
vielleicht wurden Entwicklungen vorhergesehen (Schwerpunktbildung ist das gesundheitspolitische Codewort für Einsparung http://wp.me/p1kfuX-13f v),
einige Blender etwas enttarnt: (Mann, ist der Mann gut, der nun im KAV aufräumt …. http://wp.me/p1kfuX-Kd) und ein paar der Strippenzieher vor den Vorhang geholt:
Dr. Ebner – Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem http://wp.me/p1kfuX-xw
Wer macht da den Köck zum Gärtner? http://wp.me/p1kfuX-cs

Dann war es vielleicht zu etwas gut …

 

Danke fürs Lesen und Folgen!

Written by medicus58

13. Dezember 2015 at 20:31

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