Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for the ‘Schule Uni Bildung’ Category

Master, die Schüssel bitte

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Das Bildungssystem war dereinst eine planbare Karriereschiene für all diejenigen, die nicht über Geburt, Sport oder Hitparade den Aufstieg schafften.

Diesen Bypass von Seilschaften und ökonomischer Selbstabsicherung haben initial schon jene Linken abgeschafft, die Gymnasien und Universitäten zuerst für breite Schichten geöffnet haben, so sie sich dafür mit Leistung und nicht Protektion qualifizieren konnten. Aufnahmeprüfungen, Benotungen, differenzierte Ausbildungswege wurden als „nicht zeitgemäß“, „demoralisierend“ und „Druck ausübend“ weg nivelliert, weil die Wählerstimmen der Eltern sicher schienen, wenn deren Kinder mit dem scheinbaren Privileg „Maturanten“ einmal besser haben würden.

Eine unübersichtlich zersplitterte Aus- und Bildungslandschaft mit zahllosen Buchstabenkürzeln deren Bedeutung ohnehin niemand mehr kennt, hat man die entwertet, die ihre „Titel“ nicht via Fernstudium oder an ein paar Wochenendseminaren erworben haben.

Was „die Linke“ begonnen hat, wird nach Bologna und MBAs bzw. MScs in jedem Büro heute „vom Besten beider Welten“ vollendet.

Meister und Master san lei oans

OK, das war jetzt etwas übertrieben, nur der Bachelor wird dem Meisterbrief gleichgestellt, aber die Intention bleibt, wir verwischen praktische und wissenschaftliche Qualifikation.

Wobei, gleichgestellt waren diese Stufen gemeinsam mit dem Ingenieur ohnehin schon, angeblich im Sinne einer durchgängigen Qualifikationspyramide, nur soll der Bau- und Fleischermeister dadurch aufgewertet werden, dass er sich seinen Namen mit ein paar Buchstaben verlängern darf.

Ja und weil es so schön ist, predigt unser neuer Sozial- und Gesundheitsminister wie seine roten und blauen Vorgängerinnen auch, dass der Mangel an Pflegekräften durch eine noch differenzierter Akademisierung gelöst werden wird.

Mit den medizinisch technischen Diensten hat man das vor Jahren schon gemacht (und deren Ausbildungskosten so aus den Krankenhausbudgets entfernt). Ob sie nun ihr Kerngeschäft um so viel besser beherrschen, dass die gesteigerte Effizienz wett macht, was sie nun an Zeit in Projektbesprechungen und Qualitätszirkeln wett machen, mag hinterfragt werden.

Dass ich mich ausnahmsweise mit FP Berufskollegin Belakowitsch-Jenewein, in einem Boot befinde, ist Angst einflößend, die nun Anschober ebenso anpflaumt wie vormals andere „Alt-Marxisten“ Rendi-Wagner oder Stöger, aber was soll. Wir werden den Pflegenotstand, über den sich offenbar alle einig scheinen, nicht durch Schulversuche, Akademisierung und nach den Wünschen der jeweiligen Interessenvertretungen lösen.
Der seit Jahren laufende Tanz, der die Krankenpflege in Gesundheits- und Krankenpflege umetikettierte, die „Schwesternschulen“ in „FastHochschulen“ und nach Absolventen der „Pflegewissenschaft“ rief und immer mehr Kompetenzen übertrug, damit die Blutabnahme der fehlenden Turnusärzte kompensiert wird waren Mogelpackungen. (Nix gegen echte Pflegewissenschaften, aber die Unmenge an Abschreibübungen haben wenig mit dem Kerngeschäft zu tun). Die Lösung wäre wie in allen „Mangelsparten“ anständige Bezahlung und vernünftige Arbeitsbedingungen.

Und überhaupt Pflegenotstand, was da alles an hoch qualifizierter Pflege, 24-Pflegerinnen und Altenbetreuung in einen Topf geworfen ist, macht eine Lösung auch nicht einfacher …

Written by medicus58

15. Januar 2020 at 15:23

Lehrer am Todesstern

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Seit Jahren werden Spitzenköche mittels Sternchen, Hauben oder Gabeln benotet. Und Hotelsterne, so wenig sie auch aussagen, sind fixer Bestandteil jedes Reiseführers. Inzwischen wird jeder Würstelstand gerankt, selbst Sehenswürdigkeiten kriegen ihr Fett ab und sie können ihrem Hausarzt mittels Bewertung Ruhm oder Verderben bringen.

Nur wenn irgendjemand die Performance eines Lehrers außerhalb einer Matura Zeitung bewerten will, drehen Lehrer und Republik am Stand durch.

Erklär‘ mir das mal einer…

Lehrer, am Vormittag haben sie recht, am Nachmittag haben sie frei und abends ist ihr Himmel sternenfrei.

Written by medicus58

20. November 2019 at 08:51

Faket die Faker oder die weiche Birne der Populisten

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Zufällig finden sich diese Woche zwei köstliche Beweise, wie weich die Birne jener ist, die uns stets mit großem Getöse versprechen die Wahrheit und nichts als die Wahrheit zu berichten, während sie selbst auf jeden dummen Fake reinfallen und wie diese Erkenntnis ins Volk zu bringen ist. Nein, es geht nicht primär um das Ibiza-Video, mit dem sich offensichtlich die FPÖ selbst in die Luft gesprengt hat, so wie ich es mir bereits 2013 in meiner kranken Fantasie ausgemalt habe (Der FPÖ Wähler). Aber irgendwie dann doch auch.

Die sich thematisch und stilistisch noch im Selbstfindungsprozess befindliche ORF SendungGute Nacht Österreich“ demonstrierte wie schnell der mit Steuergeldern gefütterte Boulevard auf billige Fakes rein fällt, wenn die Quote winkt: https://www.derstandard.at/story/2000109484431/peter-klien-zeigt-mit-fake-skorpion-panikmache-von-krone-oesterreich (ab 10:30)

Den Vogel schoss aber am Freitag die ZDF Heute Show ab, die uns bildlich vor Augen führte, dass auch die Rest-FPÖ auch ohne Strache und Gudenus sich zum Narren machen, wenn man glaubt unter sich zu sein.
Man schickte einfach einen gefakten Reporter des „Alternativen Fernsehen Deutschlands (AfD TV)„, den genialen Fabian Köster, zu den Blauen.
(Für die mit der AfD und dem running Gag der Heute Show nicht so vertauten Ösis: Der AfD Politiker, den sie auf Aufforderung Kösters so anfeuern heißt natürlich Björn Höcke, aber:
Im März 2015 gab die Thüringer Allgemeine Höckes Vornamen irrtümlich mit „Bernd“ an. Nachdem Höcke sich darüber öffentlich empört hatte, benutzte Oliver Welke in der heute-show absichtlich den falschen Vornamen. Andere Satiriker taten es ihm nach. Später benutzten auch Sprecher der Tagesschau, das heute-journal, B.Z.DWDL.deFAZNeue Osnabrücker ZeitungNordwest-ZeitungSpiegel TV, Hamburger MorgenpostHuffpostMünchner MerkurSüdwestrundfunk und weitere absichtlich oder versehentlich den falschen Vornamen. Auch der FDP-Politiker Hans-Ulrich Rülke nannte im Oktober 2017 in einer Landtagsrede mehrfach den falschen Vornamen und bekräftigte auf Nachfrage: „Der Mann heißt Bernd. Ich weiß es definitiv aus der heute-show.“ Am 25. Januar 2018 erschien der Name „Bernd Höcke“ sogar in einer Pressemitteilung des Bundestages, die noch am selben Tag korrigiert wurde. Oliver Welke feierte dies in der heute-show als ultimativen Erfolg seines running gags.

Unsere Blauen, die sich dem deutschen Gast gegenüber natürlich bewundernd über den brauen Bruder AfD äußerten, vorzuführen, dass sie in Wirklichkeit keine Ahnung haben, wer dort das sagen hat, in dem sie gröllend „Bernd, Bernd“ skandieren und dass sie selbst genauso in eine plumpe Falle tappen wie ihr Ex-Heiliger Strache, ist schon ein Höhepunkt dessen, was aufklärerische Satire leisten kann.

Bei mir verdichtet es den Glauben, dass im 21.Jahrhunderte Erkenntnisse nicht mehr über (wissenschaftliche) Argumentation sondern zunehmend über Bilder zu betreiben ist:

Schafft die Matura endlich ab, nachdem ihr sie schon längst abgeschafft habt

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Alle Jahre wieder sitzt eine Generation von Gymnasiasten mehr oder weniger abgeschnitten von Schummelzetteln, Schmierer und seit einiger Zeit auch WLANs in mehr oder weniger gut bewachten Klassenzimmern und schreiben ihre schriftliche Matura. In etwa einem Monat sprudeln oder stammeln sie dann Antworten auf mehr oder weniger vorbekannte Fragen bei der mündlichen Matura.

In all den Jahrzehnten in denen ich nach meiner eigenen Reifung dieses Treiben – mehr oder weniger persönlich engagiert – beobachte, hat sich viel geändert. Nein, nicht die jetzt so oft besprochene vorwissenschaftliche Arbeit, die gab es unter anderem Namen auch schon bei meiner Matura, aber Zentralmatura, Benotungssysteme, …. all das hat sich zumindest stark verkompliziert, ob verbessert mag jemand anderer beurteilen.

Aber was ich mir erlaube zu beurteilen ist die bedrückende Erkenntnis, dass all der Aufwand für die Katz ist, weil der Zettel weitgehend bedeutungslos wurde:

Noch ist in der Wikipedia zu lesen:

Mit dem Maturazeugnis (oder Maturitätszeugnis) besitzt der Maturant (in Österreich) bzw. Maturand (so die in der Deutschschweiz übliche Bezeichnung) die Hochschulreife und damit die Berechtigung für ein Studium an einer Universität oder sonstigen Hochschule.

Unser hoffnungsvoller Nachwuchs, dem durch die primär Matura-zentrierte Vorbereitung in der letzten Schulstufe sehr viel produktive Lehrzeit gestohlen wurde, in der Neues gelehrt werden hätte können, von all den Maturabällen, Maturastreichen und vorverlegten Maturareisen und –ausflügen rede ich gar nicht, wird aber schmerzhaft erfahren, dass sie das Maturazeugnis zu immer weniger Inskriptionen berechtigt. Auch sind die Zeiten längst vorbei, wo sich ganze Sektoren (Banken, Pharma, ..) noch gerne mit Maturanten geschmückt haben.

Das ganze wird noch absurder, weil man schließlich über eine Studienberechtigungsprüfung schon längst auch ohne Matura studieren kann.

Wozu all der Aufwand weiter betrieben wird, erschließt sich mir nicht, zumal es auch mit dem staatlich attestiertem Reifungsgrad, nach eigener Erfahrung, nicht weit her ist.

Also schlechte Nachrichten an alle (zu Recht) stolzen Maturanten und ihre Eltern:
Unser Bildungssystem wurde (beabsichtigt ?) so durchlöchert und verquert, dass ihr euch mit viel Aufwand durch die Matura keinen besseren Startplatz im Leben mehr erarbeiten konntet, so wie das noch zu meiner Zeit der Fall war.

Aber immerhin seid ihr berechtigt nun viel Geld in Vorbereitungskurse, Paukerkurse und letztendlich in Studiengebühren an dubiosen Privatuniversitäten und FHs zu stecken um zu erkennen, dass Euch auch diese Papierln weniger bringen als ein paar gute Freunde zum richtigen Zeitpunkt, jedenfalls in diesem Land.

Written by medicus58

12. Mai 2019 at 18:18

Veröffentlicht in Generationen, Schule Uni Bildung

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Nach Humbold nur mehr Humbug: Med-unis

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Bis zu 13.000 €/Semester und Du kannst auf die staatlichen Unis pfeifen ….

http://derstandard.at/2000053030649/Privatunis-Vorbehalte-gegen-Med-Unis-light

Written by medicus58

23. Februar 2017 at 07:24

Jetzt machen wir uns wegen der vorwissenschaftlichen Arbeit ins Hemd

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Was jetzt als modern verkauft wird, die vorwissenschaftliche Arbeit im Rahmen der Matura, war für mich vor (murmel-murmel) etwa einem Vierteljahrhundert schon Standard.
Für meine Matura in Biologie arbeitete ich über „Kybernetik in der Biologie mit dem Schwerpunkt Chemotaxie der Bakterien“, in Philo/Psych/Soziologie über „Literatursoziologie nach Georg von Lukacs“, „Traumdeutung nach S. Freud“ und „Psychologie der Populärkultur“, sowie in Deutsch über die „Parallelen zwischen Shakespeares Hamlet und Cervantes Don Quichote“. Zu letzterem darf als bekannt vorausgesetzt werden, dass beide im selben Jahr verstorben (1616) ihre Werke aber höchstwahrscheinlich nicht kannten. Auf die wesentlichen Parallelen hat Turgenjew hingewiesen, ich habe das einfach weitergedacht und mit Zitaten belegt…
Wir machten uns mit unseren Professoren die Themen irgendwann in der Pause aus und gaben unsere Ausarbeitung (20-70 Seiten) dann etwa 4 Wochen vor der mündlichen Matura ab. Wir hatten keine extra Vorbereitungsstunden oder große Hilfe.
Es war eine echte Herausforderung aber, im Gegensatz zur Matura an sich eher eine Erleichterung, da wir schon eine Frage der eigentlichen Matura wussten. Und natürlich mussten wir unsere Arbeit vorstellen und darüber Fragen beantworten …
Ganz einfach so, im Rahmen eines Schulversuches.
Bedenklich, dass das österreichische Bildungssystem nach einem Vierteljahrhundert nicht weiter ist und selbst damit enormen Diskussionsbedarf entfesselt. …

Written by medicus58

5. Februar 2015 at 19:35

Warum die Wissenschaft manchmal stinkt

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Es ist im Tourismus ein offenes Geheimnis,  dass außerhalb der Ferienzeiten das Geschäft nur brummt,  weil es den wissenschftlichen Kongresstourismus gibt.
Genau so wie der Herr Karl einst bei seinem Wirten anfragte, „wos krieg i, wenn ich Euch an Sparverein bring“, leben heute unzählige Firmen davon, die nationalen und internationalen wissenschaftlichen Kongresse auf die danach hechelnden Kongresszentren zu verteilen.
Formal entscheiden zwar die jeweiligen wissenschaftlichen Gesellschaften (im Prinzip auch nur Vereine, die sich mal mit mehr mal mit weniger Recht einer wissenschaftlichen Expertise rühmen) wohin die Reise geht, in Wahrheit hängen sie jedoch längst am Gängelband der Pharma- und Geräteindustrie und sind den Profibetreuern hilflos ausgeliefert. Ein ziemlich großes Geschäft von der die immer wieder angesprochen „Einladungskorruption“ durch die Industrie bestenfalls die Spitze des Eisbergs darstellt.
Für den wissenschaftlich Tätigen ist es ohnehin ein Muss zur Gesichtswäsche zur jeweiligen Jahrestagung anzureisen.
Auch wenn in unserer schnelllebigen Zeit der alte Zyklus
1. Posterpräsentation
2. Vortrag
3. Manuskript an den Editor schicken
immer häufiger durchbrochen wird, ohne „sozialisierendes Netzwerken“ geht nix. Das „Servus Grüß Dich“ ist die Duftmarke des dazu zugehören. Die Vortragseinladung des Organisationskomitees der Ritterschlag der jeweiligen Community.

Man weiß zwar,  dass die Forschungsgelder in UK knapp sind, aber wenn man von einem durchaus renommierten britischen Emeritus darauf angesprochen wird, dass er den zuletzt bei seinem nationalen Kongress gehaltenen geschichtlichen Rückblick über unser Fach auch gerne bei der nächsten Tagung in Österreich gehalten hätte (gegen Teilersatz der Reisekosten, versteht sich), dann bringe ich es nicht übers Herz ihm zu gestehen, dass ich nicht Teil dieses Organisationskomitees bin…. aber das nur so zur Abrundung des Themas.

Ja, und nirgendwo bekommt man so viele der geforderten CME (Fortbildungspunkte) wie bei einem großen Kongreß. Also brummt das Geschäft und die Flieger über den Herbsthimmel.

Das alles würde zur gewählten Überschrift passen, jedoch wollte ich auf etwas anderes hinaus.

Früher, im Goldenen Zeitalter der Fliegerei, schaffte man es zumindest von Wien aus meist mit einem Direktflug zu den typischen Kongresslokalisationen Europas zu gelangen. Wenn man sich heute am Flughafen trifft weiß man natürlich,  dass es auch die KollegInnenschaft nach X zieht.  Trotzdem hat man eine gute Chance, dass man auf sehr verscheiedenen Wegen dorthin gelangen wird. Code-Sharing und Hub-Denken führen dazu, dass sich der Tross über ganz Europa verstreuen wird, ehe man sich abends bei der Kongresseröffnung wieder zu sehen hofft.
Immer unter der Voraussetzung,  dass es zu keinen überlangen Delays oder unangekündigten Streiks gekommen ist. Sonst sieht man sich frühestens am nächsten Tag UND nun kommen wir auf den Punkt:
Immer häufiger berichtet dann ein Subgrüppchen, dass es zwar selbst, nicht aber ihre Koffer auf den (oder zum) Olymp des akademischen Austausches geschafft haben und sie deshalb seit 24, 48 oder mehr Stunden in ihren Klamotten stecken.
Was am Badestrand im Sommerurlaub nicht so auffällt,  weil sich eine passende Badehose dort überall erstehen lässt,  ist in den überhitzten Kongresszentren des herbstlichen Europa exht ein olfaktorisches Problem.

Habe  selbst übrigens Glück gehabt, dass ich eine andere Route gebucht habe. Das nur so am Rande. Der heutige Blog ist wirklich ganz selbstlos.

Written by medicus58

19. Oktober 2014 at 17:28

Ansturm zum Medizinstudium als gäb’s kein Morgen

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Für die agierenden GesundheitspolitikerInnen erfreulich ist der Zustrom zum Medizinstudium ungebrochen:
Nur jeder Achte kommt durch: 12.600 traten zum härtesten Ausleseverfahren einer Uni an
http://kurier.at/politik/inland/ansturm-aufs-medizin-studium/73.379.071

Ganz aktuell setzt die Medistart (Kennen Sie Medistart der UNIRAG?
http://wp.me/p1kfuX-O3
noch nach und trommelt via APA:

Medizin-Studium: Studienbeginn im Oktober 2014 jetzt noch möglich
Unis in Bratislava, Valencia, Vilnius etc. bieten europaweit anerkanntes Studium ohne NC & Wartezeit

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140706_OTS0021/medizin-studium-studienbeginn-im-oktober-2014-jetzt-noch-moeglich

Das ist gut so, weil immer mehr von uns, die seit Jahren in diesem Beruf stehen, sich in verschiedene Nischen (Ausland, Wahlarzt im Innland, Alterna(t)ivmedizin, Wissenschaft, Pharmaindustrie, Beratungsleistung, Gesundheitsökonomie, …) wegstehlen.

Wenn ich mich aber frage, ob ich unter den herrschenden Bedingungen erneut als wissenschaftlich und praktisch Arbeitender in die Humanmedizin gehen würde, dann wäre die Antwort eindeutig:

Sicher nicht.

Nein, nicht die Arbeitsbelastung, die in meinem bisherigen Leben zwischen 60 und 120 Wochenstunden oszillierte.

Nein, nicht die Bezahlung, die zwischen einer lächerlichen Null und kurzfristig durchaus überadäquat oszillierte.

Nein, nicht die zunehmend fordernden und bisweilen aggressiven Patienten, denen von ihren Gesundheitspolitikerinnen und Versicherungen vorgegaukelt wird, dass für alle ihre Forderungen genügend Ressourcen vorhanden wären.

Nein, nicht die Verantwortung, die zu tragen nie das Problem darstellte, sondern die Endverantwortung für einen Gesamtprozess, die Ärzten aufgebürdet wird, während sie aus allen organisatorischen und finanziellen Entscheidungen über den Gesamtprozess gedrängt werden.

Das habe ich satt, und deshalb würde ich heute einen anderen Beruf ergreifen.

Kennen Sie Medistart der UNIRAG?

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NEOS

 

Ob die EU nun ein Friedensprojekt ist oder man sich ein derartig fehlkonstruiertes Gebilde nur in friedlichen Zeiten leisten kann, sei einmal beiseite gelassen. Gerade den Jüngeren wird immer wieder in Erinnerung gerufen, dass sie es der EU zu verdanken haben, Teile oder ihr ganzes Studium überall in Europa absolvieren zu können.

Selbstverständlich ist das Kennenlernen anderer Mentalitäten  am besten dadurch möglich, dass man eine gewisse Zeit in anderen Ländern lebt, so dass ein einheitlicher europäischer Studienraum im Prinzip eine gute Sache darstellt, jedoch zeigt sich auch hier ein Konstruktionsfehler der gegenwärtigen EU.

Die Möglichkeit zum Studium in anderen Ländern wird zentral verordnet, die Bezahlung und die Durchführungsbestimmungen bleiben Ländersache: 

Auf dem Deutschen Ärztetag in Düsseldorf am 29.05.2014 hat sich der
Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, bei der
Auslandsagentur MediStart über das Medizin-Studium im Ausland informiert.
Der Ärztepräsident zeigte sich beeindruckt von den Möglichkeiten des
Auslandsstudiums ohne Numerus Clausus und Wartezeit
. Mit MediStart ist für deutsche und österreichische Studienbewerber ohne Rücksicht auf die Abiturnote bereits der Studienbeginn zum Oktober 2014 an einer EU-Universität in englischer Sprache möglich, z.B. in Valencia,
Budapest, Bratislava oder Riga.
MediStart berät in Deutschland und Österreich Abiturienten, Studenten
und ihre Eltern zum Studium in Humanmedizin, Zahnmedizin und
Tiermedizin an EU-Universitäten ohne Numerus clausus und Wartezeit.
Zu den MediStart-Beratern zählen renommierte Hochschullehrer und
erfahrene Studienplatzberater mit vielfältigen Kontakten im In- und
Ausland. Als 100%iges Tochter-Unternehmen der UNIRAG
Aktiengesellschaft mit Sitz in Hamburg ist MediStart unabhängig von
den Interessen in- und ausländischer Hochschulen und damit
ausschließlich dem Abiturienten selbst verpflichtet.
UNIRAG ist übrigens die „Akademische Prozessfinanzierungs Aktiengesellschaft“
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140601_OTS0008/medizin-studium-im-ausland-aerztepraesident-montgomery-informiert-sich-bei-medistart-auf-dem-deutschen-aerztetag-zum-auslandsstudium-ohne-nc-wartezeit-bild

Fassen wir also zusammen:

Von oben wird ein einheitlicher Studienraum verordnet ohne für die finanzielle Bedeckung zu sorgen.
Bezahlt werden die Universitäten natürlich weiterhin von den Steuerzahlern der einzelnen Länder.
Privatwirschaftlich agierende Beraterfirmen entstehen und lenken die Studentenströme dorthin, wo die Hürden (Numerus Clausus, Sprachbarriere, Anerkennung, …) am geringsten sind.
Die finanziell ausgehungerten Universitäten helfen sich dadurch, dass sie Teile ihrer Lehrverpflichtung (und die entstehenden Kosten) auf die öffentlichen Spitäler überwälzen (Wie sich die Medunis auf Kosten der öffentlichen Spitäler abbürsten http://wp.me/p1kfuX-NQ).

Irgendwann wird man sich dann kopfschüttelnd beschweren, dass die Steuerzahler die Politik wieder hin zu mehr Nationalität drängen.

Weniger Leistungen vom Staat ist die neuen Steuererhöhung, Herr Spindelegger

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Bundesregierung

Ganztägiger Unterrricht ist in Europa der Normallfall. 
Grundsätzlich Unterricht und Betreuung sowohl vormittags als auch nachmittags findet in Belgien, Finnland, Großbritannien, Irland, Island, Malta, die Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Spanien und Tschechien statt. Teilweise ganztägig, d.h. nicht flächendeckend im ganzen Land (z.B. wegen föderaler Zuständigkeiten wie in Frankreich) wird in Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Griechenland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Polen, Rumänien, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Ungarn und Zypern unterrichtet.

2006 warb Alfred Gusenbauer (SPÖ) im Nationalratswahlkampf dieflächendeckende Ganztagsschule und die SPÖ wurde damals stimmenstärkste Partei.

2013 dröhnte Ministerin Schmied (SPÖ) zum Thema Ganztagsschule
„100 Jahre Debatte sind genug“ und versprach die Hälfte der Pflichtschulen in Ganztagsschulen umzuwandeln.
http://derstandard.at/1376535138630/Schmied-will-Haelfte-der-Pflichtschulen-in-Ganztagsschulen-umwandeln

2014 verschiebt Ministerin Heinisch-Hosek (SPÖ) auf Druck der Bundesländer den weiteren Ausbau in Österreich, um ihr Budgetloch zu stopfen.

„Die Länder, egal ob SPÖ- oder ÖVP-geführt, zeigten sich mit diesem Vorschlag zufrieden. Auch die niederösterreichische Bildungslandesrätin Barbara Schwarz (ÖVP) zeigte sich zuversichtlich: „Ich denke, es ist das passiert, was wir uns alle gewünscht haben. Wir müssen nicht bei den Kindern, bei der Bildungsqualität oder bei den Lehrern sparen.“
http://noe.orf.at/news/stories/2643523/

Die Länder können weiter Lehrer anstellen und dem Bund die Kosten umhängen, was dzt. allein 30 Millionen gebracht hätte. (http://www.tt.com/politik/8286862-91/heinisch-hosek-will-sich-geld-bei-ganztagsschule-holen.csp)

Noch lesen wir auf der Homepage der AK NÖ:

Wieviel kostet die Umstellung auf ganztägige Schulen?
Um eine echte verschränkte Ganztagsschule in Österreich zu realisieren, braucht es vor allem bauliche Adaptierungen an den Schulgebäuden und zusätzliche Lehr- und Betreuungskräfte. Diese Kosten ammortisieren sich jedoch nach 5 Jahren bereits wiederdurch den Effekt aus Baumaßnahmen, den Abgaben der neu beschäftigten Lehr- und Betreuungskräfte und wegen der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf der neu beschäftigten Elternteile (v.a. Mütter).

http://noe.arbeiterkammer.at/interessenvertretung/bildung/Infos-verschraenkte-Ganztagsschule.html

Sind wir so reich, um auf dieses Win-Win-Modell verzichten zu können?

Nein, aber unsere Politiker setzen einfach ein riesiges Umverteilungssystem zuungunsten der steuerzahlenenden Bürger um:

Zuerst schaut die Politik zu bzw. macht kräftig dabei mit, wenn die Finanzwirtschaft mit Geldern spekuliert, die sie nicht hat, dann „rettet“ sie den Sektor, d.h. zahlt mit unserem Steuergeld die Zeche und macht uns glauben, dass uns das ohnehin nichts kosten wird. Augenblicklich bejubeln sie einander, dass sie mit einem Handstreich das Budgetloch gestopft haben, indem sie jeder einzelnen Familie mit berufstätigen Eltern das organisatorische und finanzielle Problem umgehängt haben, wie die denn ihren minderjährigem Nachwuchs versorgt, wenn sie selbst Überstunden machen, um das Geld für diesen Wahnsinn aufzustellen.

OK, das alles in EINEM Resort um dieses Jahr relative lächerliche 50 Millionen aufzustellen. Vor einer Woche berichtetet der Hypo-Chef Picker aber, dass die Hypo auf faulen Krediten von 9,2 Millionen Euro sitzt.

http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/1595590/HypoChef_Mehr-Leichen-im-Keller-als-gedacht?

Ich stehe nach wie vor dazu, dass wir weniger Steuern haben und keine neuen Steuern einführen.
Michael Spindelegger

http://www.oevp.at/themen/Keine-Substanzsteuern.psp

Wie lange dauert es noch, bis der Letzte Steuerzahler realisiert, dass es für ihn auf das Gleiche hinausläuft, ob er mehr Steuern an den Staat zahlt oder weniger Leistungen vom Staat erhält.

Written by medicus58

24. April 2014 at 07:19

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