Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Warum Political Correctness so unpolitisch ist

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Nun ist schon wieder was passiert.
Ein Schwarzer glaubt im Nationalrat „sein Österreich verteidigen“ zu müssen und
erinnert eine Liste Pilz Abgeordnete daran, dass hier nicht Zustände wie in ihrem Geburtsland Bosnien herrschen.

Ex-Kanzler Kern twittert erbost,
die Betroffene bedankt sich artig

die Opposition verlangt geschlossen eine Entschuldigung, die wortreich verweigert wird, Geschnatter erhebt sich.

Bald wird uns wieder die damals unmissverständliche Aufforderung zum Oralverkehr im nicht ganz so „Hohen Haus“ ins Gedächtnis zurückgerufen werden.
Das alles ehe noch die Taskforce begonnen hat den „Fall Sigi Maurer und der PC eines Gastronomen“ aufzuarbeiten.

Natürlich sind diese und viele andere verbale Übergriffe völlig indiskutabel und die Urheber werden nicht zu Unrecht medial verurteilt, nur beschleicht mich da immer das Gefühl, dass es sich die aktuell Guten etwas zu leicht machen, um gut dazustehen und es auch den Bösen leicht gemacht wird sich zu solidarisieren. Losgelöst von allfälligen moralischen Überlegungen geht es nur um Klientelpflege, nicht um politische Inhalte.

Auch die Wähler der jeweiligen Gruppen fühlen sich gut dabei, oder glaubt denn jemand ernsthaft, dass ein überzeugter Rechtsnationaler plötzlich Grün wählt, nur weil der Falter wieder ein schmuddeliges Liederbuch zugespielt bekommen hat?

PC (=Der diskursive Reflexbogen oder PC = das Ende der Aufklärung) ist weniger ein Appell für einen fairen Umgang im politischen und privaten Umgang, er wurde zum Ersatz für eine politische Absicht, eine Richtung, den Willen für eine wirkliche Veränderung; zum Aufplustern über Nebenschauplätze.
Einen Shitstorm wirbel die Scheiße bloß hoch und verteilt sie. Los sind wir sie dadurch nicht.

Wenn das Ende der Tumulte in der Liste Pilz ein zutiefst feministischer Akt sein soll, dann vergeht sogar den Hühnern das Lachen.

Es ist natürlich viel einfacher und für das jeweilige politische Klientel scheinbar befriedigender sich auf „Binnen-Is“ und „Gruppencodes“ einzuschwören als sich als Opposition zu Themen wie dem Klimawandel, WohlfahrtsstaatSteuerleistung für Großkonzerne, Bedrohung der persönlichen Freiheit durch eigene und fremde Geheimdienste, Sozialstaat, Gesundheitsversorgung, …zu einigen, wenn man schon dann, als man an der Macht war diesbezüglich Ähnliches begonnen hat, was nun die Regierung fortsetzt.

Statt Mindestlohn verhandeln wir Formalismen,
die Berittene Polizei scheint schon wichtiger als die Razzia im BVT durch bewaffnete Polizisten,
wir vergessen auf unsere Pensionssicherung, wenn wir uns über ein paar Sündenböcke aufregen können.

Ich frage mich immer wieder, weshalb selbst diejenigen Gruppen in der Gesellschaft, denen ich mich ideologisch näher fühle als den Anhängern der tückisch-blauen Regierung,
sich mit derartigen Spiegelfechterei zufrieden geben und glauben, dass das was ihnen vorgesetzt wird ein sinnvoller politischer Prozess ist.

Das ist alles so reformwirksam wie ein Ave Maria in Mariazell, eine gleichgeschlechtliche Umarmung auf der Gay Parade oder der Wolfsgruß unter Grauen Wölfen.
Es verfestigt die Zusammengehörigkeit Gleichgesinnter auf beiden Seiten und bringt die Welt keinen Millimeter weiter.

Politik zwischen Onanie und Egomanie

Written by medicus58

13. Juni 2018 at 16:48

3 Jahre Blogging: Weltverbesserung durch Selbstbefriedigung? O, na, nie!

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 Blogs

Es ist heute exakt drei Jahre her, da ich zum Blogger wurde, also verzeihen Sie ein paar Worte in eigener Sache.

 Rückblick:
Auf der Suche nach einer „Heimstatt“ für meine Hervorbringungen stolperte ich über www.meinblog.at. Der Blog www.sprechstunde.meinblog.at hat seither über 60.000 Aufrufe erlebt, wobei ich mir über den Unterschied zwischen Klicks und Leser keine Illusion mache.
Vielleicht nicht ganz typisch für ein Blogportal, sieht www.meinblog.at vor, dass jeder Beitrag mit einem Bild (fakultativ auch einem Fotoalbum) illustriert wird. Einerseits läuft man früher oder später dadurch in das immer größer werdende Problem des Copyrights, andererseits erlauben Bilder auch das Geschriebene zu vertiefen oder konterkarieren.

Dass ich ab Jänner 2011 begann, ernsthaft ab Februar 2012 diesen Blog parallel auch auf www.medicus58.wordpress.com aufzubauen, hat mehrere Gründe. Die zwei wichtigsten sind eine Art Sicherheitsspeicher, der andere, dass WordPress zum Teil schon sehr professionelle Werkzeuge anbietet, die Herkunft der Besucher zu analysieren bzw. besser mit den Social Media verlinkbar ist. Diese Dependance meines Blogs hat es bisher zu über 34.000 Aufrufen gebracht.

Warum ich blogge:
Googeln Sie einmal diese Wortfolge und sie werden sich über die Dürftigkeit der Antworten wundern; also erwarten Sie auch von mir keine tiefschürfenden Erklärungen. Das überrascht, weil kaum zu erwarten ist, dass sich irgendwer völlig absichtslos in mehr oder wenig regelmäßigen Abständen die Anonymität des WWW anbellt, insbesondere wenn man weder die Zuschauerzahlen seines wirklichen Medienauftritts, die Verkaufszahlen seiner Seminare oder Bücher oder kurz den Bekanntheitsgrad „seiner Marke“ zu maximieren sucht.
Da die hier angeführten Begründungen für meinen Blog nicht zutreffen, fand ich in der Selbstbeschau zu folgenden Antworten:

Ich schreibe die „Sprechstunde“, weil ich über Dinge, die ich für falsch erachte gerne den Mund aufmache.
Ich sehe in der „Sprechstunde“ ein Werkzeug um meinen diffusen Frust zu konkretisieren.
Ich hoffe mit der „Sprechstunde“ in einen Dialog mit anderen einzutreten, um meine Sicht einer kritischen Wertung zu unterziehen und im dialektischen Sinn weiterzuentwickeln.

Was ich völlig unterschätzt habe, ist, dass man in diesem Prozess zu einem aufmerksameren Beobachter der Entwicklungen wird. Das Schreiben der Sektion „Satanswinkerl“ brachte mir damals z.B. einen besseren Überblick über Zusammenhänge als die jeweiligen Einzelartikel in den Medien. Auch zeigte es, wie oft dieselbe Sau durchs Dorf gejagt werden kann, weil der Überblick der Leser-, Hörer- und Seherschaft schön längst verloren gegangen war.
Während ich naturgemäß nicht objektiv beurteilen kann, ob die ersten beiden der oben genannten Beweggründe einen Blog zu führen, zu einem positiven Ergebnis geführt haben, kann ich leicht feststellen, dass der dritte Punkt, trotz der bald 100.000 Klicks, klar verfehlt wurde. Im Gegensatz zu Twitter ist ein Blog, oder zumindest mein Blog, nicht das geeignete Dialogwerkzeug. Das Verhältnis zwischen Spam und echtem Kommentar liegt bei mir irgendwo bei 1000:1.

Anonymität:

Dieser Blog ist auf den ersten Blick hin anonym, was in der Vergangenheit von manchen als Begründung benutzt wurde einen begonnen Dialog zu beenden.

Ich habe bereits früher unter „Warum pfeifen die Spatzen nicht oder pfeifen sie schon drauf?“

(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=63465) versucht auszuführen, dass es sehr handfeste Gründe gibt, weshalb gerade im öffentlichen Gesundheitswesen die meisten Kritiker gezwungen sind nach außen anonym zu bleiben. (siehe auch: Whistleblowing im Gesundheitswesen erlaubt, aber: Altenpflege http://wp.me/p1kfuX-j6) Dass niemand von uns in der vermeintlichen Freiheit des WWW wirklich anonym ist, dass selbstverständlich für Blog- und Forumbetreiber die Identität der gehosteten Autoren nachvollziehbar ist, war auch schon vor Snowdons Enthüllungen klar, d.h. auch ein Pseudonym schützt letztendlich nicht vor der gerechtfertigten Verfolgung einer strafbaren Behauptung; es schützt aber davor aus formalen Gründen mundtot gemacht zu werden.

Andererseits scheint mir die Beibehaltung eines Pseudonyms über doch schon drei Jahre einen gangbaren Zwischenweg darzustellen, zumal ich jede Kritik anderer auf den Blogs freischalte und diese bei Bedarf auch beantworte.
Ich sehe die Blogosphere (http://en.wikipedia.org/wiki/Blogosphere) als elektronisches Pendant zu Londons „Speakers Corner“ in der auch das Argument und nicht der Ausweis im Vordergrund steht.

Quintessenz:

Es mag schon auch etwas mit der Herbstdepression zu tung gehabt haben, als ich mich vor drei Jahren entschloss einer der damals ca. 148 Millionen weltweit erscheinenden Blogs zu schreiben. Inzwischen bin ich vermutlich nur mehr einer der ca. 180 Millionen weltweiten Blogs. Allein dieser Vergleich nimmt jede Hoffnung auf eine erzielbare Außenwirkung.
Lange Zeit war ein Bericht über Fukushima einer der am häufigsten aufgerufenen Beiträge, aber offenkundig nur, weil ich hier das gute alte PC Game „Simcity“ erwähnt habe, für das es eine überwältigende Fangemeinde gibt.
Eines der am häufigsten auf meinen Blog führenden Keywords ist „Schwanzparade“ weil ich unter „Ranking: Die zwanghafte Schwanzparade für alle“ (http://wp.me/p1kfuX-pr) weniger Sex als meinen Unmut über den überbordenden Vergleichszwang thematisierte; ich bezweifle aber, dass das die Intention der Googlenutzer war, als sie mich hier besuchten.
Genug der Nabelschau, ich kann nach drei Jahren für mich nur den Schluss ziehen, dass ein Blog, wie das alte Tagebuch in erster Linie einem selbst hilft, um Gedanken zu ordnen und Unmut auszusprechen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Wenn dann ein Beitrag sogar den Weg in die Österr. Krankenhauszeitung findet, dann freut das ( siehe Schlusspunkt auf: http://www.schaffler-verlag.com/medien/oekz/54-jg-2013/54-jg-2013-6-7/#23682).
Wenn die liebe Frau Kainz auf http://www.christine2.meinblog.at/ von Anbeginn meine Beiträge fleissig kommentierte, dann führt das mitunter auch zur Renovierung eines Gedenksteins am Europaplatz und (siehe Kommentare am Ende des Beitrags: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=51389 ) zu einer kleine österreischischen Realsatire.

Und, jetzt wollen wir uns zum Abschluss noch einmal in die Tiefen der Blogosphere begeben:
Studien und Statistiken haben überraschende Ergebnisse über die Masturbation offengelegt. Wer einen höheren Bildungsgrad besitzt, masturbiert öfters. Am häufigsten masturbieren Doktoren, Studenten und Abiturienten.
Wer masturbiert, baut Stress ab. Deshalb kann bereits wenige Minuten nach dem Masturbieren schnell und zufrieden eingeschlafen werden. Empfehlenswert ist eine zweimalige Masturbation pro Woche, so die Wissenschaftler. Diese sorgt dann auch schon für eine verbesserte Durchblutung der Prostata, eine Verbesserung des Sekrets und einen optimalen Stressabbau.
Zitat nach:  http://www.dbna.de/lieben/sex/131008-masturbieren-ist-gesund.php , auf das ich via Twitter von Ralf Brenner (@ PhoenixX_Weg) aufmerksam gemacht wurde, dem immerhin aktuell 17.700 Leute folgen!!
Da könnt einem der Neid fressen.

Written by medicus58

22. Oktober 2013 at 07:30

Veröffentlicht in Allgemein

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Masturbation oder Bloganie? Jahresrückblick 4

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2012

Wer den Unterschied zwischen Masturbation und Onanie nicht kennt,
entlarvt sein dürftiges Allgemeinwissen, jedenfalls aber schwere Lücken in seiner Bibelexpertise.
Während Masturbation, also die klassische Selbstbefriedigung, frei nach Woody Allen Sex mit einem Menschen ist, den man wirklich liebt,
hat Onan in 1.Mose 38,1-11 in der von Gott befohlenen Schwagerehe einen Coitus interuptus vollführte.
http://www.bibleserver.com/index.php?ref=1+Mos38%2C1%E2%88%9211&trl_desig=EU&language=de&gw=go#/text/EU/1.Mose38

Nach etwas mehr als 2 Jahren auf www.sprechstunde.meinblog.at und fast 2 Jahren auf www.medicus58.wordpress.com erreichten nun meine Ergüsse 40.796 bzw. 22.239 also in Summe 63.035 Klicks ….

Könnte man diese Zugriffe als aufmerksame Leser interpretieren, dann könnte man sich für den österreichischen Markt schon fast erfolgreicher Autor fühlen. Da inzwischen jedes Kind weiß, dass dem nicht der Fall ist, schaut die Angelegenheit wieder ziemlich mau aus …. Auf WordPress lassen sich die Zugriffe auf die einzelnen Einträge statistisch besser analysieren und da erzielte der Eintrag:
Wer schmückt sich da mit fremden Papayas https://medicus58.wordpress.com/2012/08/28/wer-schmuckt-sich-da-mit-fremden-papayas/
die höchste Zugriffszahl.
Noch vor Karl Heinz Grasser – eine österreichische Biografie im Aufbau https://medicus58.wordpress.com/2011/01/30/karl-heinz-grasser-eine-osterreichische-biografie-im-aufbau/

Auf www.sprechstunde.meinblog.at hat aber HOCHEGGER PETER und seine Unschuldsvermutung http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33573

den glattrasierten Grasser in den Schatten gestellt.

Aber so ist das mit den Vorlesungen.
Eine der für mich befriedigendsten Vorlesungen habe ich vor vielen Jahren über einige Wochen hindurch für zwei Hörer gehalten.
Unentgeltlich, selbstverständlich, weil für zwei zahlt die Uni natürlich nix.
Es ging hier um „Clinical Decision Making„, also den Versuch den Entscheidungsablauf in der klinischen Medizin kritisch zu analysieren. EBM (http://de.wikipedia.org/wiki/Evidenzbasierte_Medizin) und HTA (http://de.wikipedia.org/wiki/Health_Technology_Assessment) waren damals noch für die meisten Fremdworte und die Bücher von Beck-Bornholdt und Dubben waren zum Teil noch nicht erschienen (http://www.beck-bornholdt.de/2.html ; übrigens noch immer dringende Leseempfehlung!!!)

Befriedigend war das Erlebnis für mich nicht zuletzt dadurch, weil ich einerseits dabei selbst was gelernt habe, andererseits nach Jahren von einem der damalifen Hörer eine Karte aus den USA bekommen habe, in dem er mir für die Vorlesung dankte und bestätigte, dass er nun im klinischen Alltag viele der von mir vorausgesagten Situationen erlebt.

Nun verstehen Sie vielleicht, weshalb ich meine Blogs als Online-Vorlesung definiert habe .. Wenn ich 100.000 Klicks mein Eigen nennen kann, reden wir weiter …

Written by medicus58

30. Dezember 2012 at 12:22

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