Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for Januar 2022

Verlust der Unkontrolliertheit

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Seit drei Tagen schafft es das Gesundheitsministerium nicht Doppelmeldungen und Nachmeldungen aus seinem EDV System zu klauben und vom Statistiker bis zur Epidemiologin kommen Warnungen, dass das Infektionsgeschehen bald (sic!) unkontrolliert überrollen wird.

Panik in der Bürokratie, Zittern im Volk. Metternich rotiert.

Nur ernsthaft, was hat es denn gebracht, als die Pandemie scheinbar kontrolliert ablief ?

Klar, der Burgarten wurde geschlossen und zahllose Kommissionen tagten, ließen Ampeln blinken, überwiesen dem Roten Kreuz Unsummen für sinnlose Apps, erdachten Strategien und betrieben Contacttracing.

Die Gondeln in den Schigebieten blieben offen, zahllose Kommissionen tagten, Ampeln zeigten meist konsequenzlos rot, die RK App hat kaum jemand verwendet, Strategien (Reproduktionszahl, Sputals- oder Intensivbetten, 7-Tagesschnitt,..) wurden verworfen, sobald sie benötigt wurden und das Contactracing hat seit zwei Jahren mit zwei Wochen Verspätung ergeben, dass das Virus entweder aus dem Ausland kam oder in der Familie entstand.

Zig Millionen verpulvern wir in Testungen von Gesunden, die früher symptomatisch werden, als ihr Testergebnis zu erfahren.

Würde mir irgendwer beweisen, dass aus den lückenhaften Gesundheitsdaten irgendwann während der letzten beiden Jahren jemals mehr als Schlagzeilen, Pressekonferenzen und Streitgespräche am Arbeitsplatz enrstanden, würde ich much vor dem behördlichen Kontrollverlust fürchten.

Bis dahin versuche ich mein persönliches Risiko gering zu halten und versuche eine medizinische Abteilung am Laufen zu halten, wie übrigens alle anderen sogenannten Gesundheitsdienstleister die ich kenne.

Written by medicus58

22. Januar 2022 at 20:01

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Das Ende der Grünen Alternative für Österreich

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Der krause Auftritt der ehemaligen Grünen Bundessprecherin MMag. Dr. Madeleine Petrovic bei der Anticorona-Demo am 15.1.22 (Redeausschnitt) zeigt einmal mehr auf, was, auch aus meiner, einstigen Hoffnung auf eine politische Erneuerung dieses Landes geworden ist, ein Sammelsurium aus schrägen Personen, die ihre persönlichen Überlegungen völlig kritiklos zur allgemeinen Wahrheit erklären. Mit anderen Worten eine diktatorische Kaderpartei mit dem Anspruch auf die alleinige Deutungshoheit komplexer gesellschaftspolitische Vorgänge.

Petrovic war zwischen 94 und 96 Bundessprecherin, dann etwas in der Versenkung und von 2002 bis 2015 Landessprecherin der Grünen in NÖ.

Wäre sie ein Einzelfall, der irgendwo politisch falsch abgebogen ist, dann wäre das keine besondere Sache, aber wir erinnern uns an Eva Glawischnig (Bundessprecherin zwischen 2008 und 2017), die sich beim von der eigenen Partei bekämpften Glückspielkonzern Novomatic verwirklichte.

Oder Petrovics Nachfolger als Bundesspreche zw. 1996 und 1997, Mag. Christoph Chorherr, der sich nun schon länger mit der Unachuldsvermutung herumschlägt. Bekannt wurde er auch als Fahrer eines Hochrades. Seine Fallhöhe war also nicht unbeträchtlich.

Mag. Ingrid Felipe war nur vom 26. Juni 2017 bis 17. Oktober 2017 Bundessprecherin der Grünen, was aber zu einer tiefen Erkenntnis genügte:

Grundsätzlich ist unsere Besserwisserei ein Problem.

Der längstdienendste Bundessprecher und zwar von 1997 und 2008, war unser jetzige Bundespräsident Univ. Prof. Dr. Alexander Van der Bellen, jetzt parteilos.

Während seiner Zeit als Bundessprecher schien er zwar seine auf eine rationale Position zu steuern (vom arroganten Antikapitalisten zum großzügigen Linksliberalen), nur hat er genauso wie seine Vor- und Nachgänger mehr die persönliche Taktik (als Wiener Lokalpolitiker) als die politische Vision perfektioniert.

Intellektuelle, ökologisch und humanistische Menschen, wie die erste Parteivorsitzende Frieda Meissner-Blau fehlen dieser Partei und es hat schon einen Grund, dass diese zwei Jahre vor ihrem Tod eine andere Partei als die Grünen unterstützte.

Written by medicus58

16. Januar 2022 at 17:30

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Die behavioristische Begründung der PCR Manie

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Wenn inzwischen selbst Kollege Drosten, der Moses des virologischen Untergangs, an der der schwierigen Doppelbotschaft sich die Zähne ausbricht, wie man die pandemische Kurve in die Endemie kommunikativ hinkriegt, stellt sich immer dringlicher die Frage, die uns hier schon einmal beschäftigt hat: Warum verdoppeln wir die Anstrengung, wenn wir ein Ziel verloren haben?

Mit anderen Worten, warum verpulvern wir Milliarden in Teste, die bei Asymptomatischen zu wenig sensitiv sind, im Falle der PCRs bei kurzen Inkubationszeiten zu spät kommen und bei den gegebenen Fallzahlen kein Contactracing mehr ermöglichen ?

Generell lässt sich die Frage auch als, warum reagieren wir gesellschaftlich immer zu spät und dann überschießend auf Bedrohungen?

Viel ließe sich hier anführen, wobei die Unbedarftheit der Entscheidungsträger, die hysterisierende Wirkung der Medien, weniger der Sozialen Medien als der traditionellen, und die politisch motivierte Doppel- und Mehrgleisigkeit der Entscheidungshirarchien, die sich wechselseitig bis zum Dammbruch blockieren mE die wichtigsten Punkte darstellen.

Warum macht aber ein bestimmter Teil der Bevölkerung so eifrig bei der Testmanie mit? Salzwasser gurgeln, Nasenbohren ist ja nicht ganz angenehm.

Da hilft uns eine längst wieder aus dem psychologischen Mainstream verschwundene psycholigische Disziplin weiter, der Behaviorismus. Eysenck verwendet dessen Logik z. B. um zu erklären, weshalb viele von uns jeden Morgen zur Haustüre zurückkehren um sich zu versichern, dass sie wirklich versperrt ist, um dann glücklich mit dem gewonnenen Sicherheitsgefühl in den Tag gehen zu können. Leider ist das Sicherheitsgefühl nur kurzfristig wirksam und zwingt am nächsten Morgen zur Wiederholung.

So ähnlich scheint mir die Fesselung an die Covid-Tests zu laufen. Die Verunsicherung durch die täglichen Schreckensmeldungen versuchen wir durch den Ritus der Testung und das fast immer beruhigende Endergebnis kurzfristig zu vertreiben. Blöd nur, dass diese Sicherheit eine vermeintliche ist und dafür sehr viel Geld aus der Gesundheirsversorgung abfließt, das man besser verwenden könnte.

Bin neugierig, bis das Stadtrat Hacker begreift und wie er das dann politisch verkauft.

Die Lösung des Wiederholungszwanges an der Eingangstüre besteht übrigens darin sich zu zwingen ihn zu unterbrechen, um auch ohne das bißchen Glücksgefühl in den Amygdala weiterleben zu können.

Written by medicus58

15. Januar 2022 at 12:51

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Wurde das Ziel aus den Augen verloren, werden die Anstrengungen verdoppelt

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Vor über einem Jahr (Dez 2020) wurde hier unter Testen macht frei darüber geklagt, dass dem ungehorsamen Bürger, der bei den Massentests bei uns nicht wie im Corona Musterland Israel mitgespielt hat, die Alternativen Impfen oder Hausarrest angedroht wurden. Das geschah vor dem Hintergrund einer seit 11 Monaten von der WHO getrommelten Parole des Testen, Testen, Testen als Erlösungsmantra der Pandemie.

Unter Thinking, Thinking statt Testing, Testing?  aber ich angesichts der damaligen (Sept 2020) Pandemiesituation in Israel meine Bedenken gegen das Kreuz-und-Quer-Testen artikuliert.

Es gähnt das Murmeltier, wenn man vor diesem Hintergrund die aktuelle Diskussion des Raustesten aus der Pandemie verfolgt.

Für Israel stellt sich die Frage nach Massentests ohnehin nicht, weil die Ressourcen knapp sind, aber eine Reihe anderer Länder und Institutionen (WHO, CDC,..) hinterfrägt das ungerichtete Testen Asymptomatischer u. a. aus Gründen, die hier im September 21 unter Wien gurgelt, aber wozu?  angesprochen wurden, noch ehe wir bei Omikron angekommen waren.

Der Wiener Gesundheitsstadtrat verdoppelt aber die Anstrengungen (im Gesundheitsverbund müssen ab nächster Woche auch alle 3-fach geimpften Maskenträger 3x/Woche gurgeln) und im heutigen Radiodoktor auf Ö1 begründet die AKH Epidemiologin das Beibehalten der Testerei von Asymptomatischen mit dem Argument, das wir die Infektionen noch nicht unkontrolliert durchlaufen lassen dürfen, und uns dagegen stemmen müssen.

Welchen Hebel uns denn das Testergebnis nach 24h in die Hand gibt, wenn angesichts der kurzen Inkubationszeit von Omikron der Patient mit gewisser Wahrscheinlichkeit seit 12h schon symptomatisch ist, erklärt sie uns nicht.

Da beschleicht einem irgendwie das Gefühl, dass es weiterhin bei vielen Entscheidungen in der Pandemiebekämpfung mehr um den Erziehungseffekt als um eine evidenzbasierte Notwendigkeit geht.

Nur ein paar Wortmeldungen, die nach zwei Jahren Pandemie die Bandbreite der Zugänge zum selben Problem zeigen:

Biden kauft 500 Millionen Tests

Keine PCR-Tests mehr für Engländer ohne Covid-Symptome

„Die Frage ist aber, ob man selbst bei dreimaligem Testen noch eine einigermaßen sichere Umgebung herstellen kann„, sagt Komplexitätsforscher Peter Klimek

Gerald Gartlehner, Professor für Evidenzbasierte Medizin der Donau-Universität Krems: „Eine Teststrategie neu müsste sich auf die vulnerabelsten Gruppen, auf Personen mit Symptomen und stark betroffene Berufsfelder, wie Spitals- und Pflegepersonal sowie Altenheime, konzentrieren, und diese Personengruppen sollten PCR-Ergebnisse schneller als derzeit erhalten

Wien behält Teststrategie bei
Gesundheitsstadtrat Peter Hacker widerspricht Top-Virologin

Angesichts der gesteigerten Gurgelfrequenz bleibt einem langsam die Spucke weg. Am 14.1.21 hinterfrägt inzwischen sogar Laborbetreiber DDr Mustafa die Sinnhaftigkeit der Massen PCTs und thematisiert im Ö1 Mittagsjournal die Qualitätsunterschiede österreichweit.

Und dann kommt dann ja noch die Impfpflicht. Auch dazu habe ich mir schon vor über einem Monat (Dez 2021) ein paar Gedanken gemacht: Wie schaffen wir denn die Impfpflicht wieder ab?

Written by medicus58

13. Januar 2022 at 19:12

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Burschen, ihr seid’s so lächerlich

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Allzeit bereit das bekannte Motto der Pfadfinder wurde dort durch eine besondere Handhaltung signalisiert.

In der Pandemie macht sich nun eine etwas weniger subtile Signalgebung breit, die die Dramatik der eigenen Person durch den Zauber der Montur, also der Berufskleidung signalisiert.

Der Co-Gecko Vorsitzende COO GenMjr Mag Striedinger mag darauf verweisen, dass er als Berufsmilitär zur Uniform gezwungen wird, aber warum er zur Pressekonferenz in Tarnuniform erscheint verwundert. Weshalb der Bundesrettungskommandant routinemäßig in der knallroten Thermojacke unter den Scheinwerfern des TV Studios seine Weisheiten verkündet ist nur mehr absurd. Sollte er mit dieser Jacke aber wirklich Kontakt zu Infizierten gehabt haben, ist es fahrlässig, mit und ohne Mundmaske.

Wenigstens muss man sich um den Testosteron Spiegel der Herren wenig Sorgen machen.

Written by medicus58

7. Januar 2022 at 12:13

Omikron, jetzt wird wieder reagiert

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Nicht völlig überraschend, wenn man vor Weihnachten mal in eine Zeitung geschaut hat, verbreitet sich Omikron auch unter Österreichischern so ungehemmt wie in den Atemwegen Farbiger und anderer Bleicher.

Das hatten sogar unsere komplexen Algorithmen unserer Prognostiker vorher berechnet und, nachdem in den USA der Flugverkehr krankenstandsbedingt zusammengebrochen ist, sah auch der Bundesrettungskommandant hellsichtug wie immer ein Problem auf uns zukommen.

Ja, da müssen neue Regeln her.

Nachdem die Quarantäne für Omikron – Befallene zuerst erbarmungslos verlängert wurde, wurde sie jetzt (für Asymptomatische) verkürzt und das ohnehin von Behörden, Pandemieärzten und Schuldirektoren sehr kreativ interpretierte K1 und K2 Schema brauchen wir plötzlich nicht mehr. Capiche?

Der Babyelefant ist längst vergessen, dafür heißt es nun auch im Freien Maske rauf, wenn sich dsr Feind auf 2 Meter genähert hat. Wird das ein dauerndes Herumfingern an der potentiell außen kontaminierte FFP2.

Ja und die Gültigkeit des Grünen Passes überholt inzwischen die Euro-Inflation um mehrer Nasenlängen.

Da beneidest ja langsam die Ungeimpften. Deren Leben ist wirklich einfacher. Daheimbleiben, außer zum Hackeln und Demonstrieren. Blöd ist es nur, wenn’st grad Weltranglistenerster im Tennis bist und sie dich nicht ein paar Millionen Preisgeld einstreifen lassen down under.

Der tiefere Sinn einzelner Maßnahmen erschließt sich längst nicht mehr, aber die Regierenden haben reagiert.

Weil sonst könnte man ja meinen, sie ließen das Virus so einfach durchlaufen, was es letztlich aber seit zwei Jahren weltweit macht. Aber nein, Österreich hat seinen AstraZeneca Überschuß ja grad gespendet, weil den hier niemand wollte. Blöd halt, dass der gegen Omikron schon so wenig half, wie gegen frühere Varianten. Aber reagiert wurde.

Written by medicus58

6. Januar 2022 at 22:34

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin, Reisen

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