Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for April 2019

Medizinische Sensationen am laufenden Band

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Wir haben uns hier schon früher mit der medialen Verarbeitung von scheinbaren medizinischen Sensationen beschäftigt:

Neues Organ entdeckt, nein, nicht das Großhirn

Aber ein paar Gustostückerln aus der letzten Zeit, möchte ich Ihnen auch nicht vorenthalten:

Medizinische Sensation in Köln Mädchen kam drei Monate nach Zwillingsschwester zur Welt

Medizinische Sensation: Zweiter HIV Patient geheilt:
Der zweite HIV-Patient ist nach einer Stammzellen-Transplantation virenfrei. Ihm wurden Stammzellen eines Knochenmark-Spenders mit einer seltenen genetischen Veränderung transplantiert.

Weltpremiere in Linz: Erstmals Stent in Herz von Ungeborenem gesetzt

Medizinische Sensation: Diese Zwillinge sind weder eineiig noch zweieiig
Einen Fall wie diesen gab es weltweit bisher nur ein einziges Mal: Zwillinge aus Australien sind mütterlicherseits identisch, also eineiig: Sie teilen 100 % der DNA ihrer Mutter. Aber sie teilen gleichzeitig nur einen Bruchteil der DNA des Vaters und sind daher „halb-identisch“.

und einen Nachschlag zu Bluttest ersetzt Mammografie, wo offenbar der beste aller unserer Finanzminister (Karl Heinz Grasser – eine österreichische Biografie im Aufbau) irgendwie auch ganz sauber blieb:
Grasser soll in Brustkrebstest-Flop verwickelt sein

Die Medizin ist in medialer Sicht entweder eine Sensation oder ein Skandal.

Dass sie durch Ressourcen- und Personalknappheit, falsche politische Versprechungen und Missbrauch aber für Patienten und Gesundheitsdienstleister zunehmend nur mehr frustrierend ist, dem widersprechen immer weniger, aber taugt als medialer Inhalt immer weniger.

Written by medicus58

27. April 2019 at 15:05

Girls Day beim Bundesheer cont.

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Am 1. September 2018 wurden bei so einer Werbeveranstaltung zwei junge Frauen, eine zum Unfall Zeitpunkt noch nicht 18 Jahre alt, lebensbedrohlich verletzt und für den Rest ihres Leben schwerstens invalidisiert. Nur auf den verständlichen Wunsch der Angehörigen verschweigen die Medien die ganze Tragödie.

Wie auf diesem Blog hier im Detail zitiert haben einige Medien, vorallem Kurier und ORF NÖ schwere Bedenken dokumentiert, dass der tragische Ausgang nicht zuletzt durch organisatorische Unzulänglichkeiten im Bundesheer mitverursacht wurde.

Jetzt ist mir der Unterschied zwischen Girls‘ Day und dem damaligen Girls‘ Camp schon klar, aber solange unklar ist, weshalb bei letzterem zwei „schnuppern“ Teilnehmerinnen so schwer zu Schaden kamen, halte ich ein „more of the same“ für mehr als hinterfragenswert.

Das BH hat nach dem Bootsunfall bei Hainburg davon gesprochen, diese Werbeveranstaltungen einzustellen, der Bundesminister ist ja immer praktischerweise gerade nicht verfügbar, wenn es mediale Neuigkeiten gibt, weil ohnehin alles nur ein Fahrfehler war. Inzwischen erhebt auch die Staatsanwaltschaft ausschließlich gegen den Bootsführer Anklage und in der Wien Extra der Kronen Zeitung erscheint heute (25.4.19) der abgebildete Artikel, in dem die Werbeaktion Girls Day offenbar fortgesetzt wird, als ob nix passiert wäre.

Einfach unglaublich.

Link: https://medicus58.wordpress.com/2018/12/01/falsche-spuren-im-nebel-der-endbericht-des-bundesheeres-kann-noch-nicht-das-ende-sein/

Written by medicus58

25. April 2019 at 18:15

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Adieu, Durchleucht

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Nicht dass ich das damals angestrebt habe, aber als ich mit dem Medizinstudium fertig war, war die Radiologie eine Goldgrube.

Klar, wer da mitspielen wollte, musste einmal einen Haufen Spielgeld investieren, weil die Einrichtung so einer Röntgenordination war nicht billig und das erforderliche Personal auch nicht, nur dann rollte der Rubel bei all den unnötigen „Cor-Pulmos“ und „Wirbelsäule AP, seitlich„. Ja, und wer sich überhaupt in ein Institut einkaufen konnte, in dem ein CT von früh bis spät „glühte“, für den waren Garagenplätze und Lieferzeiten ein größeres Problem, als die Frage welche Luxuslimousine er sich noch zulegen sollte.

OK, war für einen kleinen Klinik-Internisten vielleicht schon damals etwas zu blau-äugig, aber die Durchleuchter zählten auch international zu den Top-Verdienern.

Für alle, die aber heute glauben, dass das Gejammere über den Ärztemangel nur lokale Standespolitik wäre, dem sei der aktuelle Annual Radiology Worforce Report des Royal College of Radiologists zur Lektüre empfohlen:
75% der Spitalsmanager in UK gaben an, dass das NHS nicht mehr genügend Radiologen hat, um die Patientensicherheit zu garantieren.
2018 konnten in Großbritannien 279 offene Stellen für Radiologen nicht mehr besetzt werden und 61% blieben für mehr als ein Jahr vakant.

Die Spitäler des NHS mussten 187,5 Millionen Euro aufwenden um die entsprechenden Leistungen zuzukaufen, das waren 57,5 Millionen Euro mehr als in 2017.

Nur eine von fünf Einrichtungen hat genügend interventionelle Radiologen, um eine 24/7 Versorgung sicher zu stellen.

Ganz schlimm werden die Verhältnisse, wenn man von England (9% nicht zu besetzender Stellen) in weniger attraktive Regionen, wie Nordirland schaut, wo 18% der Stellen nicht besetzbar waren.

Ist übrigens in den US ebenso, wie Merritt Hawkins, eine Rekruitment Firma mit 24 jähriger Erfahrung berichtete, wo sich 2017 die Zahl der gesuchten Radiologen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte.

Merrit Hawkins und andere Recruiter wie Medicus Firm hielten trocken fest, dass es unterhalb eines Bruttoeinkommens von 400 – 450.000 US $ inzwischen unmöglich ist einen vernünftigen Bewerber zu finden.

Klar setzt man dort schon längst auf Teleradiologie, um die fehlenden in-house Leistungen durch Outsourcing zu kompensieren:
“Really over the last 15 months, the teleradiology business has gone bonkers,” Travis Singleton, a senior vice president at Merritt Hawkins

Wenn Sie übrigens wieder einmal einen Artikel lesen, in dem die Segnungen der Artificial Intelligence in der Radiologie lesen (Künstliche Intelligenz oder AI my ass) wissen Sie woher der Wind wirklich weht.

Written by medicus58

12. April 2019 at 21:55

Anonym

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Befragt man Google, was denn anonym so bedeutet, so bekommt man neben der Hauptbedeutung ohne Namensnennung bemerkenswerter Weise, auch die Bedeutung unpersönlich und durch Fremdheit geprägt präsentiert.

Unsere FPÖVP Regierung, die ihre finanziellen Unterstützer ungern offen legt, will nun die Hassposter verhindern, in dem die Provider der Foren und Blogs zur Identifizierung ihrer User verpflichtet werden.

Eh, OK, Wordpesss und das Standard Forum haben mich trotz anonymisierter Mail nom_de_guerre@gmx.at schon längst identifiziert, eine Erwähnung des dubiosen Vereins Praevenire unseres HJ Schelling führt postwendend zu einer Twitter Verfolgung, will heißen, wirklich anonym sind nur mehr die wirklich Bösen in dieser Welt.

Ich blicke der Revierungsvorlage also mit gewisser Gelassenheit entgegen, möchte aber nur eines für den MEDICUS58 in Anspruch nehmen.

Fremd sollte ich nach all den Jahren wohl niemandem sein und angesichts der „verfolgenden Usern“ scheint auch hier die Anonymität gegenüber der Dienstgeberin nicht sehr dicht zu sein. Na und fremd bin ich ihr wohl kaum….

Written by medicus58

11. April 2019 at 18:17

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Micks große Klappe

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Wenig Logos sind so einprägsam wie die große Klappe Mick Jaggers, dem Leadsänger der unkaputtbaren Rolling Stones.Den schreibt man übrigens nicht so wie im Online Standard, wo ein gestresste Mitarbeiter etwas zu rasch die Mitteilung rausklickte, dass der Alte ins Spital musste.

Später wurde dann die Info nachgereicht dass Micks Aortenklappe minimal invasive (TAVR) getauscht werden musste.

Goldman Sachs schrieb noch kurz davor, dass dieses Verfahren den Herstellern der kleinen Wunderwerke, die man über einen Gefäßzugang und nicht mehr über eine Öffnung des Brustkorbes am offenen Herzen einführen kann, weltweit Einnahmen von 10 Milliarden US$ bescheren wird. Jetzt schwärmen Analysten darüber, dass den Herstellern (Edwards, Medtronic, Abbott Laboratories, Boston Scientific) gar nichts besseres passieren konnte, als dass das Jugendidol der Zielgruppe den Eingriff überstanden hat.

Oder mit den Worten des Analysten von Wells Fargo:

When celebrities like Mick Jagger undergo a surgical procedure, it tends to shine a light on the underlying disease and raise awareness of the procedure itself because of the publicity it generates.

Mick Klappe

Written by medicus58

9. April 2019 at 17:00

Die Ostermärkte haben geöffnet

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was das jetzt mit Ostern genau zu tun hat?

Ach ja, Eierlikör jetzt pur und ohne Punsch, bis zum Adventmarkt.

Written by medicus58

6. April 2019 at 15:28

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Zu Gast bei den Zuhältern in Ludendorf, dann über Mösendorf nach Tittenkofen

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Written by medicus58

5. April 2019 at 14:21

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