Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for November 2021

Von den Schrauben der Pandemiebekämpfung

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Bemerkenswert wieviele Experten über relativ wenig so oft und so viel zu sagen wissen.

Gegen Infektionen mit SarsCov2 kann man prinzipiell fünf Dinge in zwei Dimensionen  tun, die aber alle nie 100%-ig erreichbar sein werden:

Schrauben:

Kontaktbeschränkung (=Alleinsein), Aerosolbeschränkung (=Masken, Lüften), Immunisierung (=Impfung, Durchseuchung), Therapie (= aktuell subopti), Contactracing

Dimensionen:

Lokal – Weltweit

Da keine der Interventionsmöglichkeiten jeh zu annähernd 100% erreichbar sind, weder wird eine Impfpflicht alle erreichen noch, können wir uns in einer globalisierten Welt komplett distanzieren, oder hat uns Contactracing zu sinnhaften Konsequenzen (Schule ist/ist nicht Treiber, Virus fährt Auto, Familie ist Infektionsherd) für die Pandemiebekämpfung verholfen, wurde sinnlos heiße Luft produziert, in dem zahllose Experten ihre Kritik und Empfehlung immer nur auf eine der Schrauben konzentrierten und ihre Lösungen nur für ein lokales Publikum formulierten. Gut für zahllose TV Diskussionen, 10 Minuten Ruhm, sinnlos in der Sache.

Das Spiel können wir endlos fortsetzen, anagitieren, ausgrenzen, Schuld zuweisen und Scheiterhaufen für jede abweichende Meinung errichten. Zu viele verfolgten eine Agenda, die ganz etwas anderes im Sinne hatte, als die Bekämpfung der Pandemie.

Ohne dass ich es bedauere, aber es wird leichter sein die Türkisen zu stürzen als zur epidemiologischen Normalität zurück zu kommen.

Es wäre Zeit zu erkennen, dass nur eine über viele Monate aufrechtzuerhaltene Kombination der Maßnahmen sinnvoll ist, also keine Durchhalteparolen, jetzt einmal noch impfen und alles wird gut, sondern die unbequeme Wahrheit, dass der Musterschüler von gestern (Israel, Island,..) bald wieder der Problembär sein wird, weil es sich hier um eine Weltmeistetschaft und nicht die Regionalliga handelt.

Wenigstens einmal hatte die WHO 100%-ig recht, eine wesentliche Dimension, die in unserer ego-zentrierten Diskussion völlig fehlt, ist das Schraubendrehen auf globaler Ebene, um finanziell und logistisch insbesondere afrikanische Länder in ihrer Pandemiebekämpfung zu unterstützen (mit Impfstoff, Nadeln, Masken,…).

B1.1.529 sollte als hier endlich zum Umdenken führen, während sich in unserem kleinen Dorf noch versprengte Zero-Covidianer, Kinderdurchseuchungswarner und Verschwörungstheoretiker ins gegenüberliegende Bein verbeissen.

Sorry, wie es derzeit aussieht sollten wir uns für viele Monate auf eine an die lokale Situation abgestimmte Kombination aller Maßnahmen (Kontaktreduktion plus Maske plus Impfung plus Therapie) und auf die weltweite Situation abgestimmte Kooperation außerhalb unseres Schrebergartens einstellen.

Die Erstimpfung eines Gesundheitsdienstkeisters in Botswana hilft vermutlich unseren Kindern auf lange Sicht mehr als die Durchimpfung im Döblinger Kindergarten.

Written by medicus58

26. November 2021 at 10:11

Warum inzwischen immer irgendwer recht hat

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Die vier Hexen

Was auch immer in det Covid-19 Pandemie noch passiert, irgend ein Experte hat es vorausgesagt.

Was heutzutage als wissenschaftlich gilt, verdient seinen Namen nicht, weil inzwischen für jede Meinung unx auch ihr Gegenteil eine Zitat eines namhaften Experten zu finden ist.

Das ist nicht primär Schuld der Wissenschaft, sie lebt von der Synthese aus verschiedenen Standpunkten, es ist Schuld derer, die mitten im Diskurs sich das herauspicken, was ihnen grad passt.

Das finden eines Drosten-Zitats, das sich als richtig herausgestellt hat, beweist weder dessen Expertise, noch das Unwissen der anderen. Wer dauernt warnt, hat meistens recht, wer immer das Ende der Pandemie verkündet, wird am Ende recht behalten haben . Mitten drinn, hilft beides nix.

Written by medicus58

21. November 2021 at 21:49

Veröffentlicht in Allgemein

Zentralmatura 2021: Charakterisieren Sie den Wissenschaftsminister mit einem Bild

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news.orf.at 20.11.2021

Written by medicus58

20. November 2021 at 10:48

Lesenswerter Artikel: Sehenden Auges in die Corona-Misere: Das Protokoll des Scheiterns ?

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Detailierte Recherche im Standard vom 20.12.21 über die Väter (Mütter gab es nicht) des kollektiven Versagens der tückisch-grünen Regierung in der Pandemiebekämpfung.

Written by medicus58

20. November 2021 at 09:40

Distance learning

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Written by medicus58

19. November 2021 at 17:39

Pandemie Bingo: Vokabel, um alles und das Gegenteil zu plausibilisieren

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Die Schützengräben sind besetzt und die Bullen und Bären, die Verharmloser und Endzeitpropheten sowie Wissenschafter und Googler beschießen sich mit Worthülsen. Um Sie aufzumunitionieren hier ein paar Geschoße:

Durchseuchung: grad hoch im Kurs im Zusammenhang mit „unseren Kindern,“ unseren Alten“,… und von beiden Seiten eingesetzt, weil von mittelalterlicher Kraft. Man wirft es entweder den Verharmlosern vor oder denen, die prinzipiell richtig, darauf hinweisen, dass über die Luft verbreitete Infektionen letztlich jeden treffen können und werden, wenn sie nicht gänzlich ausgerottet werden. D. h. das Geschoß brandmarkt auch jeden als Verharmloser.

Experte: Jeder hat einen, jeder kennt einen und nach Bedarf fördert Google für jede Meinung einen zutage.

Studie: allein zum Suchbegriff Covid findet Pubmed 200.000 Einträge und dabei handelt es sich fast ausschließlich um die wissenschaftlich hochwertigeren Publikationen. Irgendeine in vitro Studie, zB, dass man Viren auch durch Antiwurmmittel „ersticken“ kann, findet sich wohl für jeden Blödsinn.

Long Covid: für die Warner scheinbar besser verwendbar als für Verharmloser und wissenschaftlich gesichert, lässt sich der Begriff durch seine inflationäre Verwendung und seine naturgemäß nicht so einfach an einem Parameter wie dem Blutdruck festzumachende Diagnose sowohl dazu verwenden unser aller Ende zu prophezeien als auch Betroffene lächerlich zu machen.

Betroffene, Kinder, Alte,.. : Dritte vor seine Argumente zu spannen lässt jede Aussage altruistisch erscheinen. Kirchen leben seit Jahrtausenden davon. Jedes Gegenargument lässt sich als gegen so die paternalistisch Geschützten umlenken.

Wirtschaft: drei Jahrzehnte kapitalistisch-neoliberaler Gehirnwäsche führten dazu, dass inzwischen jede Diskussion über die Maßnahmen zur Gesundheitserhaltung zur Warnung vor einer Erkrankung der Wirtschaft führt. Das Mantra Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut wird sehr selten von hinten nach vorne gelesen.

Als ich gestern (allein aber geimpft, getestet und hungrig) in einem Beisl mein Surschnitzerl mampfte, lauschte ich notgedrungen einem Gespräch am Nebentisch, mutmaßlich unter Lehrern aus der nahen HTL. Beinahe hätte ich schamerfüllt meine universitäre Lehrbefugnis rüberreichen willen, so virtuos wurde das Covid Bingo dort gespielt.

Written by medicus58

19. November 2021 at 08:21

Wien gurgelt und säuft langsam ab

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Vorab, Wien macht weniger falsch als andere Bundesländer, aber zur aktuell in Medien abgefeierter Selbstbeweihräucherung, heute im Mittagsjournal vom WK Stadortanwalt Biach ist relativ wenig Anlass.

Dass Wien aktuell (war nicht immer so) gut in der Pandemie dasteht, liegt an der uneitlen Pragmatik von Bürgermeister Ludwig und seinem Gesundheitsstadtrat Hacker, denen man beiden (!) kein besonderes Interesse an Gesundheitsfragen unterstellen sollte, aber sehr wohl ein die eigene Neigung übersteigendes Pflichtgefühl, schon irgendwie auch dafür zu sorgen, dass die Wähler sowas verdienen, wie eine Regierung.

Unter der Orchestrierung der Wirtschaftskammer (Biach) hat Wien mit lifebrain ein Testsystem Wien gurgelt etabliert und bezahlt, dass monatelang vor sich hindümpelte und sich gegen Anzeigen der Ärztekammer wehrte. Die Verträge sind auch nicht öffentlich einsehbar, was die Opposition schon mehrfach und zu Recht kritisierte. Finanzierbar, angeblich zahlt Wien 5€/Test, während PCRs unter Brüdern erst so ab 35-40€ zu kriegen waren.

Möglich wurde das durch Poolen, das darauf setzte, dass die Mehrheit der Proben ohnehin negativ sind und man d. h. mehrer gleichzeitig testen konnte (Pooling) und somit rasch viele negative Befunde raushauen konnte.

Klar, dass das bei einer niedrigen Inzidenz gut funtioniert, weil man nur wenige positive Pools auseinander dividieren muss.

Wie schon früher hier (Wien gurgelt, aber wozu?, Wien gurgelt, grad nicht) angesprochen, wartete man (offenbar in den Spitälern länger als via Bipa) schin bisher sehr lange bis das Ergebnis am Handy war. Da die 48h Gültigkeit aber trickreich vom Eintreffen im Labor und nicht vom Abnahmezeitpunkt lief, hatte man immer noch ein paar Stunden Nachtgastronomie offen.

Diese Woche wartete ich erstmals über 48h,bus das Ergebnis da war und auch mein Impfnachweis für den Booster brauchte per SMS über 5 Tage, in ELGA und e-Impfpass ist er bis heute nicht.

Wir schließen also daraus, dass die elektronischen Einträge, mit denen diverse Prognosegruppen rechnen auf ziemlich dünnen Eis beruhen und selbst in Wien, dass offenbar weniger Sch.. baute als andere Bundesländer, vieles im Argen liegt.

Die meisten von uns werden auch die vierte Welle überleben, nur sollten sich die Verantwortlichen (auch in Wien) endlich klar machen, dass Taktiken (Testen, Tracen, Optimismus versprühen und das Blamen anderer), die im Honeymoon einer Pandemie funtionieren, jetzt absaufen und ein more of the same (Österreich gurgelt) nur eine Antwort für die Wirtschaftskammer ist.

PS: ab sofort muss man im Wiener Gesundheitsverband auch als Geimpfter 2x pro Woche gurgeln. Es benötigt wenig Phantasie was dad für die Turn around Zeiten der Teste bedeutet.

Written by medicus58

18. November 2021 at 16:53

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Sowas will mitten in einer Pandemie niemand lesen

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Nach Jahrzehnten im öffentlichen Gesundheitssystem hat man schon manches erlebt, das einem inzwischen im Schwall hochkommt. Wenn jetzt Spitäler wieder Alarm schlagen, das hässliche Wort Triage im Boulvarde hoch kommt und WissenschafterInnen und ExpertInnen warnen, dass wieder was an der Kippe steht, es grad noch geht, aber bald und man schon vor Wochen Warnungen erhoben hat grüßt das Murmeltier.

Nein, ich bin nicht so blöd jetzt zu verlangen, dass wir eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt für eine zwei Jahre andauernde Grippewelle auslegen hätte sollen. Und nein, ich vergleiche jetzt nicht SarsCov2 mit den Influenza-Viren, nur standen wir fast jährlich zum Jahreswechsel an der Kippe und wurden nur durch die Saisonalität der konventionellen Grippe vorm Kollaps bewahrt.

Aber nichteinmal für eine kräftige Influenzawelle waren extra- und intramurale Gesundheitsversorgung so ausgelegt, um nicht zu Gangbetten, stiller Triage und Erschöpfung von Personal, Kranken und deren Angehörigen zu führen. Niemand hat das gekümmert von den universitären Experten. (Shit, bin ja auch so einer, aber…. andere Geschichte)

2015 gab es die Schützen wir unsere Spitäler Kampagne der Ärztekammer, die unser Titelbild zeigt und da schnupften wir die damals zirkulierenden Coronaviren einfach weg.

Die Kampagne wurde geführt, weil seit 2-3 Jahrzehnte externe Berater Effizienz ins System brachten. Qualitäts-, OP-, Hygienemanager und Heerscharen von IT-Spezialisten gemeinsam mit aufgeblähten Verwaltungsstrukturen  Posten aus der Primärvsrsorgung abzogen.

Der Pflegeberuf war seit Jahrzehnten unattraktiv, sonst hätten wir nicht seit Jahrzehnten in Wellen Pflegekräfte aus dem Osten, Nahen Osten und Fernen Osten importieren müssen. Die jenigen, die halbwegs fehlerfrei tippen konnten, wurden mit sinnentleehrten Dokumentationspflichten vom Patienten ferngehalten. Und kommen Sie mir jetzt nicht, dass die Millionen Vermerke, die die elekteonischen Krankenakten vollmüllen (Patient hat gut geschlafen, Krankengeschichte angelegt und abgelegt, Medikamente nach Schema verabreicht,…) nur einen Deut zur Verbesserung der Pflegeleistung führten.

Als Lösung wurde die Akademisierung der Pflege verlangt, was den praktischen Nebeneffekt hatte, dass sich Interessenten ihre FH Ausbildung selbst zahlen mussten, während die alten Schwesternschulen aus dem Spitalsbudget abgedeckt wurden. Seither finden sich immer mehr akademisierte Krankenschwestern patientenfern im Qualitätsmanagement.

Ärzte schlagen sich mit insuffizienter Software und Spracherkennung (einen € für jede Verwechslung von ein und kein) herum.

Wir dokumentieren dass wir was tun müssen, tun was und müssen dokumentieren, dass und was wir getan haben.

Der Zustrom von Ärzten wurde durch die Kontigentierungen im Studuen gedrosselt und jeder der später konnte entwich in Privat- und Wahlarztordinationen, Kassenverträge wurden zurück gegeben.

Diese Prozesse liefen seit vielen Jahren, Betten wurden gestrichen, Räume enger gemacht. Ich erinnere mich an stundenlange Diskussionen mit einem der meistbeschäftigten Berater des Wiener Gesundheitsverbundes, dass ein ambulanter Untersuchungsraum in einer Spezialambulanz so groß sein muss, dass auch eine Patientenliege Platz hat, auch wenn das die Errichtungskosten des Krankenhauses um weniger verteuert, als er für seine Schwachsinnigkeiten abzieht. Ja, das ist der, der auch Bücherregale und Aufenthaltsräume im Krankenhaus Nord wegrationalisierte, weil Ärzte ja Bildschirmarbeitsplätze haben…

All das und vieles mehr ist seit vielen Jahren Thema dieses Blogs und wird weder durch Impfungen noch durch Lockdowns gebessert, bedingt diese aber nicht zu einem unbeträchtlichen Teil.

Written by medicus58

16. November 2021 at 19:56

Wissenschaft ohne Evidenz ist jetzt was gerade?

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Dass die binäre Pandemiebekämpfung der tückisch-grünen Bundesregierung, also die   Shut down Shut up Taktik, uns bei 2/3 Geimpfter 2021 höhere Panik als im letzten Jahr ohne Impfung und ohne damals (nach den veröffentlichten Zahlen) nennenswerter Hintergrundimmunität bringt, ist schon ein schlagender Beweis dafür, dass das alles nicht ganz opti lief.

Etwas weniger Evidenz haben oder verlangen wir für das was sonst noch so an Heilslehren herumschwirrt:

Kickln für alle: Jeder weiß es besser

Krisenbewältigung im 21.Jahrhundert: Jeder weiß was der andere tun muss

Wie der Grüne Covid Pass zum Altpapier gemacht wird

Über die Grundlagen, des auf manchen (a) sozialen Kanälen fast herbeigesehnten Lockdowns für alle, habe ich mir schon vor fast einem Jahr (Erbsünde Lockdown oder das Werk Gottes und Kurz’ens Beitrag) Gedanken gemacht, denen nichts hinzuzufügen ist und nur der damalige Bundeskanzler gehört rausgestrichen.

Da uns die Erfahrung lehrte, dass nur der erste Lockdown wirkte, weil die erste Welle in Österreich eigentlich keine war und er auch die konsequente Kontaktbeschränkung am Arbeitsplatz der Baustellen umfasste, darf bezweifelt werden, dass der vom Bundeskanzler Stv. gegen seinen Gesundheitsminister ausgerufene landesweite Lockdown für Ungeimpfte viel bewirken wird. Evidenz haben wir dafür keine, nur den Glauben.

Ja warum wirkt der Lockdown nicht, ihr schlimmen Bürger?

Eine lokale Pandemiebekämpfung, erinnern Sie sich noch an die Pläne und Ampeln, Kommissionen und Fleckerlteppiche, die ist trotz wissenschaftlicher Evidenz grad wieder von einem ungewählten Bundeskanzler beendet worden. Gary Glitter hätte dazu gesagt: I’m the leader of the Gang, und scheiß auf die Verfassung.

Zeit endlich auf Experten zu hören, die nach den Haslauerschen Watschen nun zurück schlugen?

Die 30%-ige Kontaktbeschränkung, die modellbasiert gefordert wird, ist eine Binsenweisheit der Infektiologie, 100% wär besser, aber dann gilt das Haslauersche Diktum.

Die zweite Forderung des Testing-Testing-Testing wurde ja seit Beginn sehr zur Freude der beteiligten Firmen massiv durchgeführt. Ob mit dem Geld am Konto der Gesundheitsberufe in den letzten zwei Jahren nicht einige weniger gekündigt hätten und manche Ressourcen noch vorhanden wären, lassen wir mal unhinterfragt. Aber wo bleibt die Evidenz, dass das und das Kontaktracing einen modifizierenden Effekt auf das pandemische Geschehen hatte? Als es im Sommer 20 und 21 kaum positive Tests gab, hätten die Tracer ja genug Zeit gehabt, die dann ab Oktober steigenden Zahlen zu dämpfen. Aber außer Reiserückkehrerbashing gab es 20 nix und 21 noch weniger.

Jeder kennt inzwischen jemanden, den die Behörde nie, zu spät oder unsinnig angerufen hat. BTW fließen auch hier Millionen hinein, so dass man sich etwas Evidenz wünschen dürfte, nicht?

AG Teste waren rasch aber relativ insensitiv, PCR Teste sind sensitiv aber es dauert zu lange, bis man seinen Status erfährt. Dieser ist dann für alle 3G, 2,5G und 2G plus Etiketten zu spät.

Wären Sie im Supermarkt über ein Ablaufdatum in der Art Gestern war es noch mit größter Wahrscheinlichkeit gut zufrieden?

Liest man bei der AGES nach, nährt das die Zweifel:

12.11.21 Derzeit nehmen die Cluster-Analysen mindestens zwei Wochen nach Beendigung der untersuchten Kalenderwoche in Anspruch.

Mit anderen Worten, die Kontaktpersknen sind entweder noch oder schon wieder gesund, oder haben längst im Spital eingecheckt.

Fassen wir also zusammen:

Totale Kontaktvermeidung ist das einzige Mittel, das gegen Ansteckung hilft, dazu brauchen wir keine Experten.

Lockdowns bringen was, wenn sie alle Lebensbereiche umfassen, nur ist das in der Praxis halt nicht so einfach: Intensivpfleger im Homeoffice?

Die dzt. Impfungen schützen relativ kurz das Individuum und werden das Spiel nicht verändern.

Ungezieltes Testen bindet Kräfte und hat selbst bei niedriger Inzidenz nicht gezeigt, dass es etwas bringt.

Die Gängelung der Bevölkerung ohne klare Evidenz führt zu einer Spaltung in Inquisitoren und Teufelsanbetern. Beides ist kontraproduktiv.

Wenn die nach zahllosen Medienauftritten nun gekränkten Virologen, Immunulogen, Infektiologen, Modellierer und Rot Kreuz Lobbyisten noch ernst genommen werden wollen, sollten sie die Evidenz (und allf. ökonomische Befangenheit) ihrer Empfehlungen offen legen, wie in jeder ordentlichen wissenschaftlichen Meinungsäußerung.

Und angesichts der vielen Unterschriften auf dem Papier fällt mir noch etwas anderes auf: I. d. R. sind Arbeiten mit sehr vielen Co-Autoren immer hinterfragbar, so dass jedes gute Journal inzwischen verlangt, den Beitrag aller Co-Autoren anzugeben. Wäre für so Unterstützungslisten auch zu überlegen.

Lösungsvorschläge:

Testen und forcierte Impfaufforderung auf Risikogruppen beschränken, dort aber konsequent.

Da uns Covid-19 noch Jahre nicht verlassen wird, brauchen wir ein (schwedisches?) Konzept, das über Jahre funktioniert und finanzierbar ist.

Nach Jahrzehnten an Schulversuchen im Gesundheitssystem ist dieses (extra und intramural) resilient zu gestalten, wenn Grippewellen einmal nicht nach 2 Monaten vorbei sind. Das auch all den aufgeregten Journalisten ins Stammbuch geschrieben, die zwar jeden Winter über Gangbetten schrieben, aber sonst nicht um die politische Durchlöcherung der gesundheitlichen Versorgung recherchierten.

Und akut wird es halt zu, wie die Politik zu sagen pflegt, unschönen Bildern kommen, wenn man zu lange ein Problem durchzutauchen versucht.

Written by medicus58

14. November 2021 at 13:41

Besser kann man die Dominanz des Geldes im Kapitalismus nicht darstellen, als die Presse

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Ob sich die Presse der Doppelbödigkeit ihrer Werbung bewusst war, oder einfach mal Klartext im Sinne ihrer Sponsoren reden wollte?

Written by medicus58

14. November 2021 at 11:09

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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