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Die stillste Zeit im KAV: revisited

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So wirklich still ist es UM den Wiener Krankenanstaltenverbund ja nie, der heißt übrigens noch immer so und nicht Wien Kliniken, trotz Preisausschreiben und Medienkampagne. Ob er schon 2019 so heißen wird, mag übrigens augenblicklich auch bezweifelt werden.

Da für den Boulevard ohnehin nur der „KH Nord Skandal“ und von allem der skurrile Energetiker interessant scheinen
„Quelle der Liebe“: Das steht im Protokoll des KH Nord-Energetikers
(als ob diese 95.000 € bei einem Bauprojekt dieser Größe im Endergebnis einen Unterschied machen) lenkt das die Öffentlichkeit wohltuend von anderen Dingen ab.
Die strukturellen Probleme, wie das Missverhältnis zwischen letztendlich dort einziehenden Schwerpunkten und dem geplanten Layout, kommen auch im Untersuchungsausschuss kaum zur Sprache, vermutlich weil die Materie den Beteiligten zu komplex ist. Gerade solche Planungsfehler sind es aber, die den laufenden Betrieb unnötig verteuern; dies gilt für das KH Nord aber auch für die anderen Häuser, die sich nicht wie geplant von manchen Leistungen freispielen können. Von den Spitalspärchen mit ihren geplanten Regionaldirektionen aber immer mehr Doppelprimariaten zwischen den Pärchen, wollen wir gar nicht erst anfangen zu reden.
Die (nächstes Jahr sind Personalvertretungswahlen !) aufgezeigten Personalprobleme (unrealistisch hohe Arbeitszeiten und unrealistisch niedrige Ausfallszeiten, um den Personalmangel wegzurechnen) interessieren die Öffentlichkeit ohnehin nicht nachhaltig, so dass die Notlügen gar nicht von Nöten gewesen wären.

Aber auch wenn es UM den KAV ohnehin nie still ist, und Wetten abgeschlossen werden, wann die erste APA Meldung über einen Grippepatienten am Gang daher kommen wird (noch husten die meisten in den öffentlichen Verkehrsmitteln), ist es IM KAV seit einigen Monaten wirklich relativ ruhig.
Wenn wir uns an den 20.12.2015 erinnern, dann jagen uns allein die damaligen Protagonisten wahre Schauer über den Rücken:

Weihnachten im KAV: Leise rieselt das Vertrauen

Inhaltlich hat sich an den damaligen Problemen wenig geändert, aber nach Abgang einiger rücksichtsloser Egomanen und der weitgehenden Ermattung der noch nicht in Teilzeit oder Frühpension entschwundener Mitarbeiter, ist der interne Geräuschpegel, nicht nur jetzt im Advent, wohltuend geringer geworden. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir Lösungen noch immer nicht näher gekommen sind. Das werden auch die absehbaren Jubelmeldungen, wenn der erste Patient im KH Nord seine Blutabnahme hinter sich gebracht hat und in der Gastronomie des Eingangsbereichs die Kasse klingelt, nicht überdecken.

Written by medicus58

20. Dezember 2018 at 21:50

KAV: Wo bleibt die Informationspflicht der Bevölkerung, wenn Spitäler still stehen?

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kav

Dass die Gemeinde Wien Steuergeld mit vollen Händen hinauswirft, um im Boulevard Eigenwerbung zu betreiben, wurde hier schon oft kritisiert (Stoppt die Impertinenz http://wp.me/p1kfuX-97 ).

Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) stand da nie nach und inserierte ganzseitig „seine Krankenhäuser“ (http://www.wienkav.at/kav/ZeigeAktuell.asp?ID=23603) und jede Wortspende seiner Führung (Hurra, Terminambulanz! Ein Geschenk vom frisch gebackenen KAV Chef http://wp.me/p1kfuX-RP).

Argumentiert wird diese Querfinanzierung befreundeter Medien immer mit der Informationspflicht der Bevölkerung.

Wenn nun am kommenden Wochenende EDV Wartungsarbeiten das
Wilhelminenspital und das Otto-Wagner-Spital lahm legen
(http://www.wienkav.at/kav/ZeigeAktuell.asp?id=25430), versteckt das der KAV auf seiner Homepage.

Es wird für diese Zeit eine Rettungssperre ausgerufen und selbst für ambulante Patienten, die zum Beispiel kein Röntgen oder Labor benötigen (weil entsprechende Anforderungen in dieser Zeit eben nicht elektronisch funktionieren), …. kann es zu längeren Wartezeiten kommen.

PatientInnen, die sich bereits im Wilhelminenspital oder im Otto-Wagner-Spital stationär aufhalten, werden im Bedarfsfall für Untersuchungen an diesem Wochenende in andere Häuser gebracht

(weil für die rezent installierte Krankenhaus-EDV ganz offensichtlich keine praktikablen Ausfallskonzepte existieren!
KAV-IT: Die Problemverursacher übernehmen die Macht http://wp.me/p1kfuX-B4
Meine Paranoia mit der Spitals-EDV oder wenn alles steht, geht’s weiter wie bisher http://wp.me/p1kfuX-NF).

Für Patienten, die wegen einer akuten Fragestellung in diesem Zeitraum eines dieser Spitäler aufsuchen, verrät der KAV zwar auf seiner Homepage, welche Ausweichmöglichkeiten existieren, aber es mag bezweifelt werden, dass die Patienten sich im Notfall dort informieren.

Eine Presseinformation, eine APA Aussendung, geschweige ein ganzseitiges Inserat in HEUTE und ÖSTERREICH findet sich bis zur Stunde nicht. (Bitte Nachtrag unten beachten)

Während man die Sprengung eines Schornsteins am Gelände des Krankenhaus Nord zum Medienereignis mit Pressekonferenz machte
https://www.wien.gv.at/rk/msg/2011/05/04015.html

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110503_OTS0071/erinnerung-43-meter-schornstein-am-kh-nord-gelaende-wird-gesprengt

von dem Stadträtin Wehsely sogar auf ihrer Homepage schwärmte
http://www.sonja-wehsely.at/turm-fallt-schornsteinsprengung-am-gelande-des-kh-nord/

regiert hier die „Augen-zu-und-durch-Mentalität“ und die „Aufklärungspflicht der Bevölkerung“ wird den Verantwortlichen erst wieder in den Sinn kommen, wenn es darum geht mit großem Getöse einen Blumentopf einzuweihen.

Nachtrag: Wie ich dankenswerterweise von einigen Lesern (siehe Kommentare) aufmerksam gemacht wurde, gibt es in der Druckversion einiger Zeitungen heute eine kurze Meldung dazu.
Im Falle des Kuriers handelt es sich dabei um eine kleine Nachricht (10 Zeilen) im Chronikteil, die von eingeschränktem Betrieb und möglichen Wartezeiten nur das oben genannte zitiert. Es handelt sich dabei um einen Text der Redaktion und nicht um eine Mitteilung des KAV. Meine Kritik bleibt daher aufrecht, dass zwar in ganzseitigen Inseraten PR gemacht wird aber wirklich wichtige Informationen nicht in vergleichbarer Weise mitgeteilt werden. Die Begründung, öffentliche Inserate würden der Information  der Bürger zuliebe geschaltet werden, ist für mich somit endgültig widerlegt.

Die Leere nach dem Sturm bzw. die Lehre aus dem Sturm

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smile

Nachdem Stadträtin Wehsely
sowohl den Wiener Ärztekammerpräsidenten als auch seinen Stellvertreter ausmanövriert, abgefotzt (Lohn der Genossen: ÄK Chef Szekeres zum Abschuss freigegeben http://wp.me/p1kfuX-UT) und zuletzt einseitig der politischen Arena verwiesen hat (http://wien.orf.at/news/stories/2709529/), ist das öffentliche Interesse am Dienst- und Besoldungspaket für die angestellten Ärzte im Wiener Krankenanstaltenverbund gegen Null gesunken. Damit hat die Gesundheitsstadträtin und ihre trojanischen (Berater)Pferde die Grundlagen geschaffen, die Krankenhäuser des KAV auf eine reine Akut- und Basisversorgung herunter zu fahren ohne dass es der wählenden Bevölkerung überhaupt bewusst wird, was da gespielt wird.

Die Durchschnittsverdiener (Proleten kommt so schlecht) vor dem Anmeldeschalter pöbeln bestenfalls ihresgleichen hinter der Scheibe an, wenn die Wartezeiten auf medizinische Versorgung nicht mehr in Tagen und Wochen, sondern in Monaten und Jahren gemessen wird, durchschauen aber die politische Absicht nicht, wenn gleichzeitig „ihre“ Stadträtin (http://wien.orf.at/news/stories/2707273/) den Plänen eines Privatspitals neben dem AKH ostentativ offen gegenüber steht.
Die „Ösi Roten“ haben von Blairs „New Labour“ gelernt und Wehsely ist nicht die einzige die hier in Österreich, das öffentliche Krankenanstaltensystem für die Privatisierung freischießen möchte. LH Voves, versucht dies seit Jahren (http://wp.me/p1kfuX-lV,  http://www.kpoe-steiermark.at/steirische-spitaeler-droht-neuerliche-schliessungswelle.phtml), schließlich hat er nicht nur Eishockey gespielt sondern auch bei der Merkurversicherung seine Brötchen verdient.
Anders als Voves, der aus seinen Plänen öffentlich nie ein Hehl gemacht hat, umgab sich Wehsely vorsorglich mit Berater, die die Privatisierung als alternativlos vorbereiten:

Reich wird, wer das Seine jedem verkauft: Die Gesundheitsberater http://wp.me/p1kfuX-P7
Dr. Ebner – Die “objektive” Krake im Gesundheitssystem http://wp.me/p1kfuX-xw
Warum wir die Medizin nicht Ökonomen überlassen dürfen, auch wenn es schon zu spät isthttp://wp.me/p1kfuX-lq
Nach dem Köck auch den Bock zum Gärtner … http://wp.me/p1kfuX-cy
Wer macht da den Köck zum Gärtner? http://wp.me/p1kfuX-cs

Als Wehsely Ende Jänner einseitig eine Einigung zwischen Gewerkschaft, Personalvertretung und Ärztekammer verkündete, in Wahrheit haben alle Verhandler nur vorbehaltlich der Unterstützung ihrer Gremien unterzeichnet (http://wien.orf.at/news/stories/2691951/), hat sie bereits den nächsten Etappensieg eingefahren.
Dass sie es darüberhinaus für notwendig hielt, den Boulevard noch mit der sachlich völlig falschen Schlagzeile „25% mehr Geld für weniger Arbeitszeit“ (Wir werden alle reich: Ob an Geld oder Erfahrung ist noch offen http://wp.me/p1kfuX-Tm) zu bedienen, entsprang mehr ihrer politischen Sozialisierung in Faymanns Tradition als einer echten Notwendigkeit.
(Für die Uneingeweihten, für die überwiegende Mehrheit der Ärzte bedeutet diese „Reform“ eine Minimierung der Verluste und keine Gehaltserhöhung; die Abteilungsvorstände verdienen dann weniger als ihre langgedienten Fachärzte und das augenblicklich vom Komplizen Meidlinger kolportierte Primarärztegehalt von 8793€ für 48h Arbeitszeit (http://kurier.at/chronik/oesterreich/wer-im-spital-wie-viel-verdienen-soll/129.539.783) ist sachlich falsch:
PÄ haben eine rund um die Uhr Bereitschaft und keine 48h Tätigkeit und keiner, der von extern (z.B. nach einer universitären Karriere) in den KAV wechselt, schafft es in diese Gehaltstufe zu kommen (Wenn Kollege Meidlinger mir gegenüber sein Brutto-Jahresgehalt offenlegt, das übrigens ausschließlich vom Steuerzahler bezahlt wird (bemerkenswerten Karriere des 51-Jährigen Meidlingerhttp://wp.me/p1kfuX-UX) bin ich gerne bereit meinen Jahresausgleich öffentlich zu machen, in Schweden müssten wir das beide ohnehin!)

Wer sich fragt, warum der Druck in Richtung Posten- und Dienstradstreichungen und verlängerten Tagespräsenzen augenblicklich nachgelassen hat, während in den ersten Workshops Generaldirektion und EHC-Berater Schulter an Schulter massiv die Ärztlichen Direktoren und Abteilungsvorstände zu Konzessionen gedrängt haben, hat noch immer nicht begriffen, dass es Wehsely ohnehin geschafft hat ihren Plan zum Selbstläufer zu machen und bereits ihre politischen Ziele erreicht hat.
Der Rest ist Schweigen und alternativlos.

Schließlich hat der Gemeinderat mit den Stimmen der Grünen das Besoldungsschema durchgewinkt (Das rote Osterei für den KAV http://wp.me/p1kfuX-Wd), obwohl die Rot-Grüne Koalition in dieser Sitzung durch frechen Abgeordneten“raub“ (Wer glaubte, Ärzte wären nur wehleidig, möge sich Demokratieverständnis der Wiener SPÖ im Gemeinde… http://wp.me/p1kfuX-W0) eigentlich zu Grabe getragen wurde.
Wehselys Wunschpaket ist durch. 
Nachträgliche Geplänkel, pardon Nachschärfung, nahmen ohnehin nur mehr einige unverbesserlich Gutmeinende ernst und vielleicht zieren sich noch einige Personalvertreter, die politisch massiv von ehemaligen und noch aktiven Gewerkschaftsgranden eingeforderte Kapitulation, pardon Betriebsvereinbarung, zu unterzeichnen (Da ist irgendwo der Hund drinnen, Herr Minister Hundstorfer! http://wp.me/p1kfuX-UXÄrzte wissen nicht was sie wollen http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4724168/Hundstorfer_Aerzte-wissen-selber-nicht-was-sie-wollen). In Wirklichkeit ist der Zug abgefahren. Der politische Aal (und Ex-Stadt Wien Gewerkschafter und Ex-ÖGB Chef) Hundstorfer war sich seiner Sache, schließlich hat er das Gesetz formuliert, bereits vor einen Jahr sicher („Einigkeit“ statt Beschluss  http://orf.at/stories/2232676/).

ÖGB Präsi Foglar, dem zwar für andere Berufsgruppen im öffentlichen Dienst selbst die 40 Stundenwoche zu viel scheint (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1348521/Foglar_Weg-mit-40StundenWoche-im-Staatsdienst) hat keinerlei gewerkschaftliche Probleme, wenn die g’stopften Ärzte mit Opt out, dank Hundstorfers Gesetz bis zu 60 Stunden (max 72h/Woche) arbeiten und sorgt sich nun ausschließlich um die Pflege,  in deren Arbeitszeiten übrigens nicht am 1.1.2015 gesetzlich eingegriffen wurde (http://www.springermedizin.at/artikel/47092-spitalsaerzte-foglar-sieht-pfleger-benachteiligt).

Ja und GD „Prof“ Janßen hat zwar sein strahlend weißes Macher-Image gegen eine bisweilen hektische Blässe getauscht,  seit er sich mit seinen geförderten Wohnverhältnissen, Gerüchten um das KH Nord (Sonnenfinsternis über dem KAV http://wp.me/p1kfuX-Vo) und aufmüpfigen Turnusärztevertretern herumschlagen muss, er kann sich aber sicher sein, seine Zielvereinbarungen einfahren zu können:

Unter den nunmehrigen Rahmenbedingungen, kann sich die Stadt Wien sicher sein, dass sich die gewünschten Personalreduktionen durch Kündigungen und fehlende Bewerbungen von selbst einstellen werden.

Eine Zustimmung der Personalvertretung hat sich erübrigt …

Das Downsizing auf eine reine Akut- und Basisversorgung wird sich unter den herrschenden Budget- und Personalplanungen automatisch einstellen und
der Ausbau der Privatmedizin wird letztendlich als alternativlos darstellbar sein,
weil die öffentliche Hand, das einfach nicht auf die Reihe kriegt.

OK, und die Omi ohne Zusatzversicherung wird mit dem diabetischen Fuß halt in den PHCs abliegen.

Unverhohlene Kooperationen mit privaten Investoren sind da nur der Anfang (Zur Quadratur des Primärversorgungszentrum im 22. Wiener Bezirk http://wp.me/p1kfuX-Vz).

Wer so blöd war, sein ganzes Berufsleben lukrativere Angebote auszuschlagen, weil er sich überwiegend der wissenschaftlichen Lehre einer öffentlichen Universität und der öffentlichen Gesundheitsversorgung verbunden gefühlt hat, der hat einfach auf’s falsche Pferd gesetzt.

Wer aber mit seinem Kreuzerl am Wahltag diesem Gesocks verhilft an der Macht zu bleiben, der sollte entweder wohlhabend sein oder wenigstens nicht Seinesgleichen am Schalter anpöbeln und dem Boulevard zu mehr Inseraten verhelfen.

 

Die Privatisierung von Gesundheitseinrichtungen und ihre Folgen
http://www.beigewum.at/wordpress/wp-content/uploads/036_martin_rammele.pdf
Haben Sie die Revolution verpasst? Die lautlose Diktatur des globalisierten und deregulierten… http://wp.me/p1kfuX-l1

Nordlichter, weshalb der Stadt für Ärzte und Pflege kein Geld mehr bleibt

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Wir bauen ein Spital im Norden,
wissen aber nicht wo (Heeresspital, ÖBB Gründe, …) ,
bauen aber in jedem Fall auf belastetem Untergrund,
Verschieben stetig Baubeginn (2010, 2011, ) und Betriebsbeginn (2011, 2015, 2017, ..) vor uns hin,
wissen nicht für wie viele Betten (450, 750, 785, 800, 850),

und haben kein Geld dafür und
suchen daher unter befreundeten Konsortien
jemand der uns das Geld vorstreckt (PPP),
suchen einen Generalplaner und machen es dann doch selbst ….

Welche Abteilungen wir aus anderen Spitälern abgesiedeln ändern wir je nachdem,
ob welche Immobilien (Steinhof, KH Hietzing, Gersthof…) wir wie verwerten wollen und  können
und auf diesem Weg gehen uns immer wieder ein paar Leute verloren

Wenn das aktuelle Profil titelt: 

Das Wiener Bauprojekt Krankenhaus Nord gerät aus den Fugen
http://www.profil.at/wirtschaft/wiener-bauprojekt-krankenhaus-nord-fugen-5625753

fehlt dem Uneingeweihten die Historie. Das soll hier kursorisch nachgetragen werden: 

KH NOrd

Copyright: http://visualbox.at/PDF/KHN.pdf

8.2.2005
In Wien-Floridsdorf wird bis zum Jahr 2011 ein neues Krankenhaus Nord mit 450 Betten entstehen. Das hat Sozial- und Gesundheitsstadträtin Renate Brauner (S) am Freitag im Rahmen der Klubtagung der Wiener SPÖ in Rust bekannt gegeben.
Nach 2011 könnte eine zweite Ausbaustufe mit weiteren 250 bis 300 Betten entstehen. Finanzieren will Brauner das Krankenhaus unter Einbindung privater Partner. In die ambulante Versorgung sollen die niedergelassenen Ärzte in Kooperation mit der Wiener Ärztekammer eingebunden werden.
Kosten: 250 bis 300 Mio. Euro
Wo genau es in Floridsdorf errichtet wird, ist noch offen. Das Heeresspital sei einer der möglichen Standorte, so die Stadträtin.
http://www.news.at/a/wiener-spitaeler-neues-krankenhaus-floridsdorf-2011-105577

2006 hat der KAV ein Auswahlverfahren zur Standortsuche durchgeführt, bei dem sich Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer gemeinsam mit Projektbetreiberinnen und Projektbetreibern um den Zuschlag bewerben konnten.

12. 2006
Im Dezember 2006 wurde die Eröffnung des Krankenhauses Nord für 2011/2012 projektiert, ein Jahr später revidierte man die Eröffnung auf 2013/2014. Laut Kontrollamt wird nun aktuell Mitte bis Ende 2015 mit der Inbetriebnahme gerechnet. Ein realistischer Zeitpunkt für die Inbetriebnahme des KH-Nord ist wohl eher Anfang der 20er Jahre angesiedelt.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100527_OTS0259/vp-korosec-ad-wehsely-emergency-room-ist-der-kav-auf-dem-weg-dorthin

aber greifen wir nicht vor

7.12.2007
Am 5. 5. 2006 wurde die EU-weite Ausschreibung des Krankenhauses Nord veröffentlicht. Inhalt der Ausschreibung ist die Suche eines Partners, der über ein geeignetes Grundstück verfügt, Kenntnisse zur Errichtung eines Krankenhauses besitzt und ein Finanzierungskonzept vorlegen kannDerzeit ist das Verhandlungsverfahren in der 2. Phase. Im März 2008 wird eine Vergabeentscheidung über einen Standort erwartet.
http://www.wienkav.at/kav/ZeigeAktuell.asp?ID=11325

21.2.2008
„Der Standort für das neue Spitzenspital, das ab 2010 im Norden Wiens entstehen wird, ist fix„, erklärten heute Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag. Renate Brauner und Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag. Sonja Wehsely im Rahmen der SPÖ-Klubklausur in Rust. Das neue Spital im Norden Wiens wird rund 850 Betten zählen und neue Standards setzen.
http://www.wien.gv.at/rk/msg/2008/0221/017.html

Kritik, dass die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ungenügend wäre, wurde lange schroff vom Tisch gewischt, aber

Ende November nahm der Gemeinderat völlig überraschend mit den Stimmen der SPÖ- Gemeinderäte einen Antrag der ÖVP an, in dem einmal mehr die Verlängerung der U6 nach Norden verlangt wurde, zumindest bis zum Krankenhaus. Die SPÖ-Stadtregierung reagierte darauf verhaltenDie Stadt hatte die U6-Verlängerung entlang der Brünner Straße bereits 2003 geprüft und zeitlich nach hinten verschoben, da das Gebiet zu dünn besiedelt ist. Stattdessen soll die auf der Brünner Straße fahrende Straßenbahnlinie 31 beschleunigt werden. Mit dem Antrag wird die Variante jetzt zumindest noch einmal überprüft werden.
http://wiener-untergrund.at/planungen-u6nord.shtml

Im Jahr 2008 wurde vom Wiener Krankenanstaltenverbund in Kooperation mit der Architektenkammer ein offener, EU-weiter, zweistufiger Realisierungswettbewerb ausgeschrieben. Im Auswahlverfahren setzte sich ein Konsortium aus Porr/Siemens/Vamed mit einem Grundstück an der Brünner Straße nördlich der B3 durch.  Den Architekturwettbewerb gewann das Team um Architekt Albert Wimmer.
https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/projekte/krankenhausnord/

Aber …..

31.3.2010
Bisher wurde mit dem Bieterkonsortium Porr/Siemens/Vamed verhandelt – Nun wird doch nach einem Generalunternehmer gesucht
Kosten, Zeitplan, Qualität – an diesen drei Faktoren werde sich beim Bau des Krankenhauses Nord nichts ändern, versprachen Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SP) und der Generaldirektor des Krankenanstaltenverbundes (KAV), Wilhelm Marhold.
Sie präsentierten am Mittwoch überraschend eine neue Finanzierungsvariante für den Spitalsneubau in Floridsdorf:
Die Europäische Investitionsbank (EIB) gewährt der Stadt einen Kredit in der Höhe von 300 Millionen Euro, auch der Rest der für den Krankenhausbau veranschlagten 825 Millionen Euro soll über Kredite finanziert werden.
Das sogenannte PPP-Modell – also eine Public Private Partnership – ist damit vom Tisch.
Bisher hatte der KAV mit dem Bieterkonsortium Porr/Siemens/Vamed verhandelt, das das Krankenhaus bauen hätte sollen. Die Stadt hätte das fixfertige Spital dann geleast.
Warum genau es keine Einigung mit dem Konsortium gab, dazu wollten sich die Stadträtin und der KAV-Direktor nicht äußern. Man habe aber von Anfang an zwei Varianten verfolgt und sich jetzt eben für den Generalunternehmer entschieden. ‚
Die bisher von Porr/Siemens/Vamed erbrachten Leistungen wie Probebohrungen, Grundwasseruntersuchungen und diverse Planungsleistungen würden mit 9,2 Millionen Euro abgegolten. Eine Schadenersatzklage des Konsortiums sei vertraglich ausgeschlossen.
Ab Jahresende 2010 wird dann der Generalunternehmer EU-weit gesucht, bis Mitte 2011 soll das Millionenprojekt vergeben werden. Am Zeitplan ändere das nichts, 2015 wird der Teilbetrieb starten, ist Marhold optimistisch.
Auch an den Gesamtkosten von 825 Millionen Euro soll sich nichts ändern – diese Kalkulation erfolgte freilich auf der Preisbasis 2007.
Was die Kosten für den Krankenhausbau betrifft, rechnet Korosec (VP) mit einer bis 1,3 Milliarden Euro.

Die Grünen sind froh, dass die Europäische Investitionsbank die Stadträtin „zur Vernunft gebracht“ habe, schließlich sei deren Finanzierungszusage an eine korrekte EU-weite Ausschreibung gebunden.
http://derstandard.at/1269448663185/Wien-Krankenhaus-Nord-wird-neu-ausgeschrieben

Zwischenzeitlich bedienten wir den Boulevard mit Anklängen an „Nespresso-George„:

27.5.2010
Weniger Warten, kein Kompetenzwirrwarr: Das soll die Notaufnahme des Krankenhauses Nord bieten, österreichweit als einziges Spital mit echtem „Emergency Room“ „Sie kennen das vielleicht aus dem Fernsehen“, sagt Wilhelm Behringer, wenn er das Konzept der Notaufnahme erklärt, die im Krankenhaus Nord eingerichtet werden soll.
http://derstandard.at/1271377653162/Mai-2010-Der-Emergency-Room-am-Nordrand

Auch 2011 wird Prof. Behringer noch „über die Planung einer innovativen und effizienten Erstversorgung im Krankenhaus Nord in Form einer zentralen Notfallabteilung“ sprechen (http://www.medmedia.at/das-medizinprodukt/management-emergency-room/).
Intern war es eine ausgemachte Sache, dass Behringer („In Österreich dauert alles immer etwas länger“, beklagte Behringer) das Modell vorerst im neuen Spital in Floridsdorf umsetzen wird (KAV-Sprecherin: „Das ist mehr als eine Empfehlung.“ http://www.krone.at/Wien/KH_Nord_will_neue_Wege_in_Notfall-Versorgung_gehen-Vorbild_USA_und_Co.-Story-201896)

Im „Doktor in Wien“ vermeldet noch am 4/2015 die Ernennung Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Behringer als Primarius im SMZ Floridsdorf (Abteilung für Notfallmedizin)
(http://www.progipark.com/AEK/DIW042015/HTML/files/assets/common/downloads/publication.pdf) jedoch hat er zu diesem Zeitpunkt den KAV schon längst wieder verlassen: http://www.wienkav.at/kav/flo/medstellen_anzeigen.asp?ID=3310

In den letzten Jahren haben aber auch eine Reihe anderer Personen (frei-)willig oder unwillig das Handtuch geworfen:
der für die Finanzen und für die Umsetzung des Neubaus zuständige StV-GD Dr. Maximilian Koblmüller wurde 2013 nicht mehr verlängert
Projektleiterin Mag. Alexandra Loidl-Kocher ließ sich karenzieren, verließ im Dezember 2013 den KAV, um inzwischen in der Wiener Standortentwicklung WSE (einem Teil der Wienholding) zu wirken (http://www.wse.at/#Team/424)
GDir. Wilhelm Marhold hat sich im Mai 2014 eher plötzlich in den Ruhestand versetzen lassen (Warum ordiniert der Generaldirektor wieder? http://wp.me/p1kfuX-Jg)
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140724_OTS0134/fp-lasar-pannenserie-im-kh-nord-reisst-nicht-ab

2.7.2014
Die aktuellen Prognosen der Wiener Stadtregierung belaufen sich für den Neubau in Floridsdorf auf 954 Millionen €. In der ersten Planungsphase war noch von 300 Millionen € die Rede – allerdings für eine geringere Bettenzahl.
Zehn Firmen haben zu ihrer Absicherung eine Beweissicherung des Status quo auf der Baustelle beantragt. Die beauftragte Rechtsanwaltskanzlei Willheim Müller bestätigt entsprechende Berichte der Presse und der Bauzeitschrift A3. Es handelt sich um die Unternehmen Bacon Gebäudetechnik GmbH & Co. KG, Cofely Gebäudetechnik GmbH, Elin GmbH & Co. KG, Klenk & Meder GmbH, Herbsthofer GmbH, Ortner GmbH, Caliqua Anlagentechnik GmbH, Wieselthaler GmbH, Markus Stolz GmbH und LSG Building Solutions GmbH.
Parallel dazu laufen Gespräche mit dem Bauherrn KAV (Krankenanstaltenverbund) zur Verbesserung der Baustellenkoordination, so die Auskunft der Kanzlei gegenüber dem WirtschaftsBlatt. Bei der Baustelle Krankenhaus Nord wurde kein Generalplaner im eigentlichen Sinn eingesetzt, sondern man hat viele einzelne Firmen beauftragt, was zu einem besonders hohen Koordinationsaufwand führt. Die von der Kanzlei vertretenen Unternehmen wollten sichergehen, dass sie nicht für Dinge haften müssen, für die sie nichts können.
http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/oesterreich/wien/3829942/-Beweissicherung-auf-der-Baustelle-Krankenhaus-Nord

20.8.2014
Ein „Wohlfühlspital“ soll es werden. Ein „Spital der Zukunft“, Vorbild für alle anderen europäischen Länder. Ein „Kempinski, in dem die Patienten wie in einem Hotel ein- und auschecken“. Die vorläufige ärztliche Direktorin des seit 2012 im Bau befindlichen Wiener Krankenhaus Nord, Sylvia Schwarz, kann ihre Begeisterung nur schwer verbergen. Man wolle weg vom „Rund-um-die-Uhr-Betrieb“. Die Behandlungszeiten sollen zukünftig tagsüber sein.

und für  Eingeweihte wurde damals schon klar, was seit dem 1.1.2015 im KAV explodieren wird ….

Das werde zwangsläufig auch eine Veränderung der Dienstzeiten zur Folge haben. Die Abschaffung der 25-Stunden-Schichten für medizinisches Personal sei denkbar, so Schwarz.
http://derstandard.at/2000004566541/Krankenhaus-Nord-koennte-ueber-eine-Milliarde-Euro-kosten

21.8.2014
Probleme mit der Statik
Einerseits mussten Statikpläne nachträglich korrigiert werden, andererseits schlitterte die mit dem Fassadenbau beauftragte Firma in Insolvenz, was zu Zeitverzögerungen geführt hat.
Um Zwischenfälle künftig zu vermeiden, holt sich der KAV als Bauherr externe Unterstützung. Mit drei Partnerunternehmen wurden Rahmenverträge geschlossen, um Koordinationsleistungen punktuell zukaufen zu können, berichtete Balazs.
Voll funktionstüchtig soll das Krankenhaus – gerechnet wird mit 46.000 stationären Aufnahmen und 250.000 Ambulanzbesuchen pro Jahr – noch im Laufe des Jahres 2016 sein.

Marhold geht und sein Nachfolger weiß, wie man ein Spital führt:

1.11.2014
Hurra, Terminambulanz! Ein Geschenk vom frisch gebackenen KAV Chef http://wp.me/p1kfuX-RP

14.1.2015
Wien: Prüfbericht kritisiert Spital Nord
Das Spital Wien-Nord wird 2016 nicht in Vollbetrieb gehen, der Kostenrahmen hält nicht. Das zeigt der Prüfbericht des Wiener Stadtrechnungshofes auf, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.
http://diepresse.com/home/panorama/wien/4638593/Wien_Prufbericht-kritisiert-Spital-Nord

3,6 Steuermillionen bei Spitalsbau verschwunden
wie der aktuelle Stadtrechnungshofbericht zum Krankenhaus Nord zeigt. Unter anderem wurden hier bei knapp einer Milliarde Gesamtkosten 3,6 Millionen Euro versenkt.
http://www.krone.at/Wien/3.6_Steuermillionen_bei_Spitalsbau_verschwunden-Aufgedeckt-Story-434832

 

25. 4 2015

Aus Sicht des KAV bleibt es dabei, dass das Krankenhaus Nord im Jahr 2017 in Betrieb gehen wird, das ist gemeinsames Ziel des KAV und der Firmen und Arbeitsgemeinschaften, die an der Errichtung beteiligt sind.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150425_OTS0044/krankenhaus-nord-groesstes-infrastrukturprojekt-in-wien-gut-aufgestellt

und da war dann noch:

Die Einschau zeigte, dass von der Unternehmung „Wiener Krankenanstaltenverbund“ die Entscheidung hinsichtlich der Realisierung eines Unit-Dose-Systems insbesondere auf Basis einer von Unwägbarkeiten geprägten Machbarkeitsstudie getroffen wurde. Das mit der Realisierung eines Unit-Dose-Systems verbundene Projekt wurde nach einer fünfjährigen Projektabwicklung eingestellt bzw. nicht weiterverfolgt. Dies resultierte vor allem daraus, dass die Entwicklung einer Verordnungssoftware als integrierendes Segment des Unit-Dose-Systems scheiterte.
http://www.stadtrechnungshof.wien.at/ausschuss/01/01-07-StRH-V-KAV-1-14.pdf

 

Unwahrscheinlich, dass Sie bis hierher durchgehalten haben, also hören wir auf …

Sonnenfinsternis über dem KAV

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Sonnenfinsternis

Wien: Prüfbericht kritisiert Spital Nord

http://diepresse.com/home/panorama/wien/4638593/Wien_Prufbericht-kritisiert-Spital-Nord

Janßen: Mieterhöhung erst nach RH-Prüfung

http://wien.orf.at/news/stories/2700094/

96 Euro Miete: Nächster Direktor in Sozialwohnung

http://diepresse.com/home/panorama/wien/4687680/96-Euro-Miete_Naechster-Direktor-in-Sozialwohnung

 

Ärztedemo auf der Ringstraße

http://wien.orf.at/news/stories/2700352/

 

Langsam täte mir die Stadträtin ja fast leid, wenn ich nicht genau wüsste, dass das alles als Kollateralschaden eingeplant ist, um endlich uns Ärzte aus der Medizin zu drängen, weil wir ohne hin „nur für’s Schlafen im Nachdienst bezahlt“ werden.

Written by medicus58

20. März 2015 at 10:00

Mail-Salat: Man muss den Mut Wiens bewundern angesichts des Unmuts im KAV

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In der Steiermark haben über 1.000 Spitalsärzte haben einer Opt-Out-Lösung zugestimmt, damit sie befristet (über einen bestimmten Durchschnittszeitraum) über 48 Wochenstunden arbeiten dürfen, was auch das novellierte Ärztearbeitsgesetz gestattet. Im Universitätsklinikum Graz haben anteilsmäßig weniger als in den Peripheriehäusern (26 % vs. 61 %) herausoptiert, dort wurden aber auch 57 zusätzliche Ärztedienstposten ausgeschrieben.
In Tirol soll eine zweite Arbeitsgruppe die Auswirkungen des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes erheben und bis März 2015 evaluieren.
Der Arbeitsk(r)ampf der Ärzte in Oberösterreich und Kärnten beherrschte zuletzt die mediale Berichterstattung.
In OÖ sprachen Landeshauptmann und Ärztekammerpräsident zuletzt von Einigung (wobei über „spekulative Berechnungen“ (OÖÄK-Präsident Niedermoser) weiterdiskutiert wird) und in Kärnten bemüht sich die Politik einseitig ein Ende der Debatte auszurufen.

Nachdem in Wien anfänglich von Politik und Ärztekammer der Eindruck erweckt werden sollte, dass im Wiener Krankenanstaltenverbund „überhaupt kein Problem“ bestünde und man nur noch für das AKH eine Lösung finden müsste, (die spinnen, die Ärzte: Mehr Geld für weniger Arbeitszeit http://wp.me/p1kfuX-SY) werden die internen Diskussionen immer schriller und man wundert sich, wie ruhig das Rathaus der Entwicklung im Hinblick auf die kommenden Wahl begegnet.

Die vorauseilende Verlängerung der alten Betriebsvereinbarung bis zum Juni 2015 durch die Personalvertretung lässt die Verantwortlichen praktischerweise auch bis zum jetzt wahrscheinlichsten Termin für die Gemeinderatswahl Luft!

Natürlich ist die Gruppe der angestellten Ärzten in Wien als Wähler für das Gesamtergebnis der Rathaus-Mehrheit völlig irrelevant und nötigenfalls hätte man den Vorstand des KAV als Sündenbock zur Hand. Trotzdem bewundert man den Mut der Verantwortlichen angesichts des enormen Unmuts innerhalb des Krankenanstaltenverbundes.  Sollten die bereits eingetretenen Einsparungen und Leistungsreduktionen den anderen Wählern bewusst werden, wären da durchaus relevante Folgewirkungen möglich, die sich letztendlich als für das Wahlergebnis der Wiener SPÖ als schwerwiegender herausstellen könnten als die endlose Kosmetik am Wiener Wahlrecht (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4647808/Wiener-Wahlrecht_Naechster-Termin-geplatzt).

Seit Wochen zirkulieren Dutzende Mails „an alle Ärzte im KAV“ und ich erlaube mir zur Illustration der oben gemachten Ausführungen einige anonymisierte Textauszüge zusammenzustellen. Texte wurden gekürzt, aber nicht verändert. Inhalte, die nicht auch über andere Kanäle bereits öffentlich gemacht wurden, habe ich ebenfalls gelöscht, weil es hier nicht um die Darstellung einer internen Diskussion sondern um eine Darstellung der Gemengelage geht, die hoffentlich auch für Außenstehende klar machen, was sich in „unserem Gesundheitssystem“ tut.

18.12.2014 GdG-KMSfB: Wir schaffen Rechtssicherheit für ÄrztInnen
Utl.: Erster Entwurf für Dienstvereinbarung über verlängerte Dienste liegt auf dem Tisch
„Wir dürfen die ÄrztInnen nicht im rechtsfreien Raum lassen. Mit einem Entwurf für eine Dienstvereinbarung über die verlängerten Dienste wurde der erste Schritt gesetzt“, sagt Christian Meidlinger, Vorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten – Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (GdG-KMSfB) und Verhandlungsführer auf Seiten der Wiener Spitalsärzte gegenüber dem Wiener Krankenanstaltenverbund. Ziel ist es, die Änderungen im Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz betreffend der verlängerten Dienste noch dieses Jahr mit dem Dienstgeber zu unterzeichnen. „Damit wird erst einmal die Dienstplanerstellung für die ersten Monate des nächsten Jahres sichergestellt. Über alles weitere wird ab Jänner verhandelt„, so Meidlinger. Die Dienstvereinbarung zwischen dem Krankenanstaltenverbund und der Gewerkschaft soll mit 1. Jänner 2015 in Kraft treten und als Überbrückung dienen, bis die Verhandlungen abgeschlossen sind. 

21.12. Die Ärzteliste informiert
wir haben die Betriebsvereinbarung für verlängerte Dienste (Nachtdienste), die eine Überschreitung der täglichen Maximalarbeitszeit von 13 auf 25 Stunden erst möglich macht, mit 01.01.2015 bis 30. 06.2015 verlängert und an die veränderten Bestimmungen des KA-AZG angepasst. Die Verlängerung der Betriebsvereinbarung war notwendig, da durch den bis jetzt bestehenden Durchrechnungszeitraum (Februar bis Juli) der Jänner 2015 noch zum heurigen 2. Halbjahr gezählt hätte und es dadurch im Jänner auf Grund der neuen gesetzlichen Bestimmungen zu massiven Dienstzeitüberschreitungen gekommen wäre. Dadurch wäre an vielen Abteilungen kein gesetzeskonformes Arbeiten mehr möglich gewesen.
Der Abschluss dieser Vereinbarung gibt uns die Möglichkeit, die nächsten Monate für intensive Verhandlungen über eine nachhaltige Besoldungs- und Arbeitszeitreform zu nützen, wir behalten uns aber vor, abhängig vom Verlauf der Gespräche, von der Möglichkeit diese Betriebsvereinbarung unter Einhaltung einer zweimonatigen Kündigungsfrist zu kündigen, Gebrauch zu machen.

22.12. Einzelmeinung
Man fragt sich warum bei der letzten MB Sitzung Herr XXXXXX erklärt, es gäbe keine Angebote, wenn man am Wochenenden in allen Medien lesen kann, dass der KAV nicht mehr Geld ins System bringt, die Arbeitszeit angeblich ohnehin nie überschritten wird und die Dienstzeiten auf die Tagespräsenz verlegt werden. Von wem werden wir hier eigentlich vertreten??

22.12. GdG-KMSfB fordert Start der Ärzte-Gehaltsverhandlungen im Jänner (zur Erinnerung, die neue Gesetzeslage trat am 1.1.2015 in Kraft!)

25.12. Einzelmeinung
Ein Rechtsanwalt, geschweige denn Installateur hebt wahrscheinlich nicht einmal um einen solchen Tarif das Telefon ab.
Aber wir sind teils selbst schuld, mit der depperten ärztlichen Selbststilisierung als HeldInnen der Arbeit à la „wia ma jung woan, hamma von Donnerstag bis Dienstag durchg´hacklt, und de Jungan brauchn si wegen der paar Dienste die die noch machen nicht ins Hemd machen“ oder so. Nichts Besseres konnte unseren Arbeitgebern passieren. Jetzt wachen wir langsam auf und sehen dass wir die Gelackmeierten sind. Aber es ist noch nicht völlig zu spät. Nur würde es einmal ein halbwegs geeintes Vorgehen erfordern.

26.12. Einzelmeinung
Meine Frage an politisch/rechtlich versiertere: steht uns ärztlicherseits dann das Instrument der Selbstanzeige zur Verfügung ? (wie dies die Pflege ja auch verwendet?). Dass ein sorgfältiges Arbeiten so nicht mehr möglich sein wird, ist ja klar. Uns zumindest.

29.12. Aussendung
die FSG Ärzte (ein großes KAV Spital) ist bestürzt über die Entwicklung, die die Gespräche in Wien bezüglich KA-AZG und Veränderungen im Dienstzeit- und Besoldungsschema nehmen. Besonders stören uns die Abläufe im eigenen Verhandlungsteam, die gekennzeichnet sind durch Alleingänge der Verhandler, mangelnde Information, Ignorieren der Basis und Akzeptieren der Hinhaltetaktik des Dienstgebers.

30.12. Einzelmeinung
Was hier mit uns passiert, spottet ja wirklich jeder Beschreibung.
Ich habe am 22.12. in der Personalstelle angerufen, um mich betreffend neuen Berechnungsmodus der Arbeitszeit ab 1.1.2015 zu erkundigen
auch nach Rücksprache mit der GD (=Generaldirektion; Anmerkung) konnte mir keine klare Auskunft gegeben werden!
Auch nach den Verhandlungen, deren unbefriedigendes Ergebnis am Wochenende vor Weihnachten bekanntgegeben wurde, weiß anscheinend niemand, wie was berechnet werden soll oder muss !? Wie kann man dann so etwas verhandeln?

30.12. 2014 Einzelmeinung

In diesem Zusammenhang finde ich es auch völlig unverständlich, dass die „vorübergehende Betriebsvereinbarung“ (die in den Medien ja mit „im KAV ist alles gut und geregelt“ reflektiert wird) den Passus des Opt-outs für einzelne Abteilungen beinhaltet !??

2.1. 2015 Einzelmeinung als Antwort auf eine Aussendung der Wiener ÄK
Sehr geehrter Herr Szekeres (=ÄK Präsident Wien; Anmerkung),
Leider bringen Sie das in den Medien nicht so rüber. Immer wieder werden wir, die im KAV arbeiten als diejenogen hingestellt, für die ohnehin alles problemlos läuft: siehe die völlig unkorrekte Gegenüberstellung neulich in den Fernsehnachrichten (Wien Aktuell). Es entsteht durch Ihre öffentlichen Äußerungen leider immer wieder der Eindruck, dass die Vorgänge im KAV keine Priorität in der Wiener Ärztekammer haben.
Eine eindeutige öffentliche Positionierung ist unumgänglich !!!

2.1. ÄK Wien
liebe Kolleginnen und Kollegen,
Es gibt seitens der Wiener Ärztekammer klare öffentliche Statements, dass es sich im KAV nur um eine vorübergehende „Lösung“ handelt. Im AKH (MedUni) gibt es gar keine Lösung- dies war Inhalt des erwähnten Interviews.
Die Wiener Ärztekammer vertritt die Interesssen Aller!

2.1. Einzelmeinung
Die „Kultur“ dass ÄrztInnen – im Spitals- wie im niedergelassenen Bereich – Gratisarbeit leisten, muss ein Ende haben.

5.1. Einzelmeinung
Liebe Kollegen,
trotz vieler Emails, die ich in den letzten Wochen und Monaten gelesen habe, ist mir noch nicht klar geworden, was meine Kollegen konkret wünschen. Wenn man in Verhandlungen keinen Katalog an Wünschen bereit hat, wird man nichts erreichen.

7.1. Einzelmeinung
1. Der frühestmögliche Beginn der Turnusarzttätigkeit ließ sich bis vor kurzem noch mit vollendetem 27. bis 28. Lebensjahr (!) datieren und ohne jegliche Wartezeit auf den Turnus mit dem 24. bis 25. Lebensjahr. Wahrlich ein später Eintritt ins Geldverdienen.
1. Nichtakademische Berufsgruppen beginnen bereits viel früher Geld zu verdienen und haben demnach – und auch weil ihre Ausbildungszeit für die Pension angerechnet wird – wesentlich mehr Pensionsjahre.
Verglichen mit anderen akademischen Berufsgruppen, stellt das Medizinstudium meines Wissens nach eine unvergleichbar lange Studiendauer dar und somit sind wir erneut beim Punkt des späteren Eintritts ins Berufsleben und Geldverdienens.
2. Von dem Gehalt, welches wir beziehen, müssen wir unsere
– Fortbildungen
– Lernunterlagen
– Arbeitsmittel
– berufsbezogene Versicherungen
– Prüfungsgebühren entrichten.
5. Das Lernen für die Prüfung zum Allgemeinmediziner wie auch für die Facharztprüfung erfolgt zu großem Teil in unserer Freizeit.
6. Es darf nicht vergessen werden, daß die Gründung einer Ordination – auf die die Ausbildung zum Allgemeinmediziner hauptsächlich hinzielt – vollständig von den Kollegen selbst getragen wird.
Ebenso gilt dies natürlich für Ordinationen von Fachärzten.
Wo soll also bitte das Geld für solch eine Ordinationsgründung herkommen, wenn nicht genug Gehalt zum Ansparen der finanziellen Mittel zur Verfügung steht?
Es existieren aber auch Fachrichtungen, welche so gut wie keine oder gar keine Möglichkeit zur Ordinationsgründung aufweisen. Es kann nicht sein, daß diese Fachrichtungen an Attraktivität verlieren, nur weil die Entlohnung keinem internationalen Standard entspricht.
7. Von der Verantwortung und der Arbeitsbelastung in der heutigen Zeit (überbordende Administration, Anstieg der Patientenkontakte, berufsfremde Tätigkeiten, etc.) ganz zu schweigen.

Meiner Meinung nach üben wir einen Beruf aus, den nicht jeder ergreifen / erlernen und ausüben kann. Einen Beruf, der an Dauer der Ausbildungszeit vor und nach dem Erreichen der akademischen Würde des Dr. med. univ. seines Gleichen sucht.
Mediziner sein bedeutet hochausgebildet zu sein (auch wenn manch einer an unserer Ausbildung Kritik üben möge) und eine Vielzahl von Prüfungen, nicht nur vor Kommissionen und Fragebögen, abgelegt zu haben.
Die Verantwortung die wir tagtäglich gegenüber dem Menschen (Patienten) tragen und tragen wollen verdient es adäquat entlohnt zu werden.
Vor Allem ist eine entsprechende Entlohnung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen (kürzere und planbarere Dienstzeiten, berufsspezifische Tätigkeiten und dadurch effektivere Ausbildung der Ärzte und Versorgung der Patienten) Voraussetzung dafür, daß dieser Beruf nebst der Freude an der medizinischen Tätigkeit (auch im internationalen Vergleich) eine Attraktivität aufweisen kann.
Es ist aber wichtig die oben erwähnten Punkte der breiten Öffentlichkeit mitzuteilen, da sich – so glaube ich – die wenigsten Bürger vorstellen können, daß wir von unserem Gehalt substantielle Ausgaben zu bestreiten haben, auch Ausgaben, welche die medizinische Versorgung der Bevölkerung (siehe Ordinationen und Fortbildung) sicherstellen.

9.1. Einzelmeinung
Warum hat es fast 30 Jahre gedauert, bis wir Spitalsärzte in Wien zu unserm Recht auf einen Ausgleichstag für geleistete Samstagsdienste gekommen sind???? Warum haben Kollegen in anderen Bundesländern diesen Ausgleichstag schon seit vielen Jahren bekommen??? Wo waren die Gewerkschaft und die Ärztekammer in Wien in dieser langen Zeit???  War ihnen das entsprechende Bundesgesetz unbekannt???  Wer hat sich diesbezüglich für die Interessen der Ärzteschaft in Wien eingesetzt??? Die Gewerkschaft?? Die Ärztekammer??  An welchem Strang wurde 30 Jahre (nicht) gezogen???

13.1. Aussendung FSG Verhandlungsteam
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
wir, das FSG-Verhandlungsteam der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten – Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (GdG-KMSfB), möchten Ihnen nach unserem heutigen Treffen über die weitere Vorgehensweise im Zuge der Verhandlungen über die ÄrztInnen-Gehälter informieren.
Morgen, am 14.1.2015 ist der erste offizielle Verhandlungstermin mit der Dienstgeberin.

26.1. Antwortmail, um klar zu stellen, wie die Ärztearbeitszeit im KAV berechnet wird

Ihre durchschnittlich geleistete Wochenarbeitszeit wird wie folgt gerechnet:
Alle Ihre im Durchrechnungszeitraum 1.1. bis 30.6. geleisteten Stunden werden addiert und durch 26 (Wochen pro Durchrechnungszeitraum) dividiert. Sollten Sie in diesem Zeitraum z.B. 4  Wochen Urlaub genommen haben, verringert sich der Divisor auf 22 (pro Woche Urlaub eine Woche weniger Durchrechnungszeitraum, pro Tag 0,2 Wochen) und erhöht dadurch Ihre durchschnittlich geleistete Wochenarbeitszeit.
Wenn Sie nach einem Monat wissen möchten, wo Sie in etwa mit Ihrer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit liegen, können Sie die in diesem Monat geleisteten Stunden durch 4,3 (Wochen pro Monat) dividieren. In Ihrem Fall also 200/4,3 = 46,51. (ohne etwaige Urlaubstage). Hätten Sie z.B. 3 Tage Urlaub genommen wäre die Rechnung 200/3,7 (4,3-3×0,2) = 54,05.

Heute, Mittwoch, wird wieder verhandelt ….

SPÖ Wien: stellt richtig …

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Solange das Gesundheitssystem, ebenso wie das Pensions-, Schul- und Altenpflegesystem nur Spielball politischer Propaganda ist, können wir jede Hoffnung auf eine evolutionäre Veränderung vergessen und werden schließlich einen Punkt erreichen, den uns wieder unsere Politiker als alternativlos darstellen können.
Zwischen Panikmache und Schönfärberrei, scheint es im veröffentlichten Diskurs keinen Mittelweg zu geben.

In seine APA Aussendung vom 9.8. (12:19) nahm FP-Gesundheitssprecher LAbg. Univ.-Prof. Dr. Peter Frigo die durch akuten Personalmangel bedingte Schließung der Unfallabteilung des KH Baden zu Anlass Stadträtin Wehsely aufzufordern, die drohende Abwanderung von Wiener Jungärzten durch eine Aufwertung des Ausbildungsbedingungen im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) abzufangen.

Regelmäßigen Lesern dieses Blogs gegenüber muss ich kaum betonen, dass die FP „außerhalb meines Ideologiebogens“ steht, jedoch entspricht es durchaus meiner persönlichen Wahrnehmung, dass die Anzahl derer, die im KAV auf eine Turnusausbildung warten drastisch reduziert hat. Aktuell gibt es praktisch keine Wartezeiten mehr, wenn jemand seine promotionelle Ausbildung im KAV beginnen will. In anderen Bundesländern werden bereits zusätzliche „Goodies“ angeboten, um auch in kleinere Spitäler gelots zu werden.

Prompt schlug jedoch am 9.8. um 14:31 die Wiener SPÖ mit ihrer typischen „Eh ollas leiwand Keile“ zurück und zwar in mit den Worten ihres Abgeordneten Kurt Wagner:
SPÖ-Gemeinderat Kurt Wagner stellt die heutige Aussagen von FP-Gesundheitssprecher Peter Frigo richtig:“ Im KAV sind keine TurnusärztInnendienstposten oder Ausbildungsstellen zur FachärztInnenausbildung vakant.“
Was übrigens nie behauptet wurde, im Originaltext hieß es:
„In Wien hat es immer eine jahrelange Wartezeit für Jungärzte, die in Wiener KAV-Spitälern tätig sein wollten, gegeben. Nun ist das Gegenteil der Fall. Bereits ab Mitte Herbst ist mit einem Mangel an Turnusärzten in den Wiener KAV-Spitälern zu rechnen.“

Darüber hinaus ist Wagners Aussendung zwar richtig:

Jetzt gibt es keinen Mangel … vom Herbst redet er ja nicht

Auch die Arbeitsteilung zwischen Pflege und Ärzten
hat GenDirStv Janßen in einer Hau-ruck Aktion – also per Erlass – zuungunsten der Pflege verschoben (Hier kann man das nachlesen: http://www.rezeptblog.at/revolution-im-kav-zusammenarbeit-von-pflege-und-medizin-neu/ ), nur ist noch völlig offen, wie das umgesetzt werden soll, jede Menge Pflegekräfte erklären bereits, das sie für diese Tätigkeiten weder Zeit noch die Fertigkeiten hätten.

„Damit wird der KAV nicht nur fit für das neue Ärzteausbildungsgesetz (das übrigens noch gar nicht beschlossen ist sondern sich aktuell nur in Begutachtung befindet), sondern auch ein attraktiver Arbeitgeber für künftige JungärztInnen.
Wien macht seine medizinische Versorgung zukunftsfit.
Deshalb baut Wien die Seestadt für über 20.000 Personen ohne dafür im Spitalskonzept 2030 vorzusorgen…
Das ist unser politischer Anspruch, den Stadträtin Sonja Wehsely umsichtig umsetzt. Und die Wienerinnen und Wiener wissen, dass sie sich auf die Stadt und ihre Stadträtin verlassen können. Eine Panikmache seitens der FPÖ ist somit völlig unangebracht“, so Wagner abschließend.

Jetzt haben die beiden Aussendung m.W. nicht den Weg in die Medien geschafft, sie sind aber meines Erachtens ein typisches Beispiel für die unproduktive Art, wie bei uns Gesundheitspolitik betrieben wird.

Glauben Sie mir, es gibt ein seit Jahren zunehmend größer werdendes Problem, Ärzte zu finden, die im bisherigen Kassen- oder Spitalsystem arbeiten wollen. In vielen Fächern überdecken Wahl- oder Privatärztedas Problem, so lange es sich bei den „Gesundheitsproblemen“ um kurzfristige (Geburtshelfer) oder einfache Probleme (einmal pro Jahr zum Dermatologen, schnell mal ein privates Knie MR, damit der Orthopäde weiter tut, …) handelt.

Die meisten, die schwerwiegend oder chronisch erkranken, bedürfen eines solidarischen Gesundheitssystems, weil sich dann rasch existenzbedrohend hohe Kosten anlaufen können, wenn man sich weiterhin in der „Privatmedizin“ behandeln lassen möchte.
Dieses System ist in Östereich noch sehr gut entwickelt, aber wenn die politisch Verantwortlichen die evidenten Probleme losgelöst von den Fakten nur für politisches Kleingeld benutzen, werden die Probleme bald so unlösbar, dass die Privatisierung des Systems „alternativlos“ wird.

Letztendlich verliert dann die Mehrheit, die finanziell weniger betuchten Patienten und die weniger prominenten Ärzte …

PS: Das Bild zeigt die Messingschilder einiger prominenter Freiberufler in Penang, Malaysia

Links:

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140809_OTS0012/fp-frigo-aerztemangel-in-wien-wird-immer-dramatischer

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140809_OTS0020/spoe-wagner-kein-turnusaerztemangel-im-kav

Written by medicus58

10. August 2014 at 21:46

Wie lange kann sich die Gesundheitspolitik noch hinter Zertifikaten verschanzen?

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Arzt

Am 15. September hat Quality Austria GmbH dem Wiener Krankenanstaltenverbund das Zertifikat „Committed to Excellence“ im Donauspital Wien überreicht. Die Bewertungsgrundlage für das Zertifikat ist das international anerkannte EFQM-Excellence-Modell, das eine ganzheitliche Sicht auf Unternehmen und Organisationen ermöglicht. Mit dem Erhalt des Zertifikats befindet sich der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) unter den Pionieren der Spitalsverbünde Österreichs. www.qualityaustria.com/index.php

Ich freue mich, obwohl gleichzeitig die seit Monaten geplante Softwareumstellung auf eine neue Abteilungssoftware um 4 Monate verschoben wurde und alles still steht, weil die Umstellung von Windows XP auf Windows 7 alles lahm legt.

Um den hohen Stellenwert der Gesundheitsförderung im Krankenhaus zu unterstreichen, hat das Österreichische Netzwerk Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen (ONGKG) einen Preis für herausragende Gesundheitsförderungsmaßnahmen in seinen Mitgliedseinrichtungen ins Leben gerufen.

Selbstverständlich sind auch einige KAV Häuser von der ONGKG ausgezeichnet worden, ich wage mir aber gar nicht vorzustellen, was denn die andere Spitäler fördern, wenn es nicht die Gesundheit ihrer Patienten ist.

Im Juli 2012 habe ich bereits unter Im Wiener Gesundheitswesen sind Zertifizierungen wie Totenscheine (wp.me/p1kfuX-mB) ausgeführt, dass es die meistzertifizierten Krankenhäuser sind, die geschlossen werden und bereits im Juni 2011 habe ich unter Die Qualität der Zertifizierung der Qualität (sprechstunde.meinblog.at/) darauf hingewiesen, dass in einer boomenden Zertifizierungsindustrie arbeitslose fachfremde Akademiker Tonnen von Papier produzieren, die die Verantwortlichen als Feigenblatt benutzen können um die ganz augenfälligen Probleme überdekcen zu können.

Bürgermeister Häupl weiss, dass er mit landesfürstlicher Mißgunstbezeugung die Kritik Prof. Hussleins am Personalengpass im AKH vom Tisch wischen kann (wien.orf.at/news/stories/2610608/), weil der Maulkorberlass der bei der Gemeinde Wien angestellten Ärzte (Husslein ist Bundesbediensteter) eine ähnliche „Medienarbeit“ verhindert.

Trotzdem ist vermutlich die Zeit vorbei, in de sich die Gesundheitspoltik die wahren Probleme hinter ein paar bunten und meist auch nicht ganz billigen Zertifikaten verstecken kann.

Wie die FAZ im Artikel Ärzte der Generation Y schreibt (www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/aerzte-und-kliniken/aerzte-der-generation-y-selbstbewusst-gut-bezahlt-und-gern-in-teilzeit-12622408.html), stirbt auch die genussvoll Selbstausbeutung betreibenden Ärzte langsam aus, die für ein paar Kröten und ein bißchen Egopolitur viele Defizite des Gesundheitssystems überspielen hilft.

„Babyboomer sind Workaholics, die alles ausdiskutieren müssen und immer gerecht sein wollen“, glauben die jungen Ärzte etwa, und die Generation X jammert ihnen schlicht zu viel.

Die Frage aus dem Titel dieses Blogbeitrags paraphrasierend stellt sich die Frage:
Wie lange glauben wir denn, dass Qualitätszertifikate einen gut ausgebildeten und motivierten Arzt ersetzen können?

Eine große Familie baut sich viele Häuser

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Wie gestern (gemeinsam mit www.heute.at) berichtet,
sieht sich  der Wiener KAV augenblicklich mehr als Bauherr als als Krankenanstaltenverbund.

Das Krankenhaus Nord wird gebaut und jeder Ziegelstein wird gerne ins mediale Bewusstsein gerückt:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=37585

Direktor Marhold hat das Haus, in dem er als ärztlicher Direktor „groß“ wurde, die Rudolfstiftung in eine Riesenbaustelle verwandelt, was per Webcam in die Welt getragen wird:
http://www.wienkav.at/kav/ZeigeText.asp?ID=39721

Das Kaiser Franz Josef Spital ist eine Baustelle:
http://www.vienna.at/1100-wien-dachgleiche-im-kaiser-franz-josef-spital/news-20110428-11503929

Das Geriatriezentrum Donaustadt wird dem Erdboden gleich gemacht:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=67609

Diese Reihe ließe sich beliebig mit dem Pflegeheim Innerfavoriten, Simmering, Liesing, Baumgarten, Kaiserin Elisabethspital, … fortführen (http://www.wien.gv.at/gesundheit-soziales/investitionen-gesundheit.html).
Wobei schon vor einem Jahr die Kassen leer waren
und überfallsartig den Häusern Einsparungen abverlangt wurden (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=43022), was danach sogar die Gewerkschaft auf den Plan gerufen hat
(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=43184).

Der nunmehr verkündete Neubau des Wilhelminenspital (WSP), im Zuge dessen auch ganz neu errichtete Gebäudeteile geschliffen werden ist da nur ein Pünktchen mehr.
Die Architects.Collective AC freute sich auf ihrer Homepage, dass dort zwischen 1998 und 2010 58 Millionen € zu verbauen war (http://www.ac.co.at/projects/all/20/),
aber das ist nun alles „Schnee von gestern“.
Dieses Haus muss komplett neu gebaut werden.

Es spricht ja nur für den bösen Zynismus des Bloggers,
dass er die „Herkunft“ des Herrn Generaldirektors aus der Rudolfstiftung mit den dortigen Ausbauaktivitäten (und den hier noch nicht kommentierten Personalzuwächsen) im Verbindung bringt.
Es ist daher auch ein klassisches Argumentum ad hominem (http://de.wikipedia.org/wiki/Argumentum_ad_hominem),
wenn hier erinnert wird,
dass die ärztliche Direktorin des Wilhelminenspitals mit unserem Herrn Bürgermeister verheiratet ist.
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=38290

Die Stadt Wien will nur das Beste für Patienten

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schreibt heute www.heute.at.
Das klingt doch ganz anders als hier im Mai, als ich die Wiener Gesundheitspolitik als „planlose Planwirtschaft“ (http://wp.me/p1kfuX-jr ) charakterisierte.
Liest man aber den Artikel weiter erfährt man, dass
das gesamte Wilhelminenspital bis 2024 völlig neu gebaut werden soll.

Nicht nur, dass man davon im lautstark verkündeten Wiener Spitalskonzept 2030 nichts erfahren hat, sondern der Neubau schließt auch die 2003 (!) um 15 Millionen € errichtete Spitalsküche, die im Frühjahr eröffnete Herzstation und die aktuell eröffnete Palliativstation ein. Na wenn schon, denn schon …. es geschieht ja nur zum Besten der Patienten!
Dass andererseits Millionen € in den Reinvestitions- und Sachaufwandbudgets fehlen interressiert ja niemand.

Aber, der heute-Bericht verschweigt, dass das ja alles System hat:

Im Kaiserin Elisabeth Spital, dessen Schließung im Vorjahr im Rahmen des Wiener Spitalskonzeptes 2030 verkündet wurde, aber schon seit vielen Jahren in Diskussion stand, wurden erst 2003 mit großem Getöse und für 12,2 Millionen Euro ein OP-Trakt errichtet, den man sich gegen Jahresende schenken kann:
Am 27. Juni 2003 eröffnete Stadträtin Prim. Dr. Pittermann in Anwesenheit hochkarätiger Prominenz aus dem Krankenanstaltenverbund und der Gemeindepolitik offiziell das neue OP-Gebäude, das Platz für drei hochmoderne OP-Säle sowie einen Aufwachraum mit 4 Plätzen und eine Zentralsterilisation bietet. Ein verglaster Gang verbindet 3 der 5 Bettenpavillons mit dem OP-Neubau.
http://www.wienkav.at/kav/kes/texte_anzeigen.asp?id=2042

Neben dem Donauspital wird augenblicklich das 1982 eröffnete Geriatriezentrum nicht, wie noch 2008 berichtet (http://www.krone.at/Wien/Geriatriezentrum_Donaustadt_wird_voellig_umgebaut-Senioren_zittern-Story-116374) umgebaut
sondern nach 30 Jahren großteils abgerissen und neugebaut, auch wenn im Siegerprojekt erklärt wird, dass „das Objekt zu jung zum Abriss“ wäre (http://www.vasko-partner.at/news/media/pdf/185.pdf).
Das Bild läßt aber wohl etwas anderes vermuten, oder?


„Bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode im Jahr 2015 investiert die Stadt Wien rund 1,8 Milliarden Euro in den Gesundheits- und Pflegebereich“ frohlockt http://www.wien.gv.at/gesundheit-soziales/investitionen-gesundheit.html noch immer. Das Datum dieser Meldung ist unklar, aber offenkundig vor 2011 ins Netz gestellt …
wenn der Link nimmer funktioniert, weil das doch jemand gelesen hat, habe ich sicherheitshalber ein PDF angefertigt 😉

Ehrlicher wäre es zuzugeben, dass man mit diesem Geld Bauunternehmen, Medizintechnikunternehmen, etc. fördert NICHT den Gesundheits- und Pflegebereich.

Relativ junge Gebäude abzureissen, frisch eröffnete Stationen dem Erdboden gleich zu machen und daneben diplomiertes Pflegepersonal gegen Abteilungshelferinnen zu ersetzen, Ausbildungsplätze für Ärzte einzusparen, das sind keine Investitionen, die Patienten spüren, das ist
Planlose Planlosigkeit

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