Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Parteifinanzen: Kugelschreiber my ass

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Der Steuerzahler finanzierte unser Parteiensystem 2017 mit über 200 Millionen Euro, wie die zusätzlichen Privatspender verschleiert wurden, hat uns der Heilige Christian auf Ibiza erklärt und vielleicht lichtet sich auch noch vor der Wahl, was die Vorfeldorganisationen von ÖVP und SPÖ zusätzlich zuschießen.

Bemerkenswert wie wenig darüber gesprochen wird, an wen das Geld dann fließt.

Inserate in Gratis Zeitungen und Kugelschreiber, von denen nach der ersten Falter Geschichte sehr viel die Rede war, kann es wohl nicht alleine sein. Eine Woche drauf schoss das Blatt die 30.000/Monat für einen Berater und die Friseurrechnung des jungen Altkanzler nach.
Da werden vielleicht noch ein paar Sushi Parties dazu kommen, aber trotzdem fehlt noch viel auf die ausgezahlten Steuergelder und per Kredit ( „Durch intensive Gespräche“ habe die Raiffeisen Bank den „Zinssatz für die Kreditmittel senken können“) aufgenommenen Summen.
Da stellt sich doch die Frage, ob diese Summen Statuten gemäß verwendet werden. Ja, auch Parteien und nicht nur ihre ausgelagerten Finanz-Vehikel sind rechtlich gesehen Vereine und unterliegen dem Vereinsgesetz.

Erst im Juli wurde das medial unbeachtet von Madeleine Petrovic, Ex-Grünen Chefin und jetzt Vereinspräsidentin des Tierschutzverein thematisiert: Offener Brief: Ein Verein ist ein Verein und eine Partei ist eine Partei

Warum stellt sich aber sonst niemand die Frage, ob die Unsummen, die Parteien verbraten dürfen nicht an sich schon eine Korruptionsgefahr darstellten, wenn man andererseits ganz offen darüber spricht, dass der letzte Wahlsieg der Türkisen auch durch höhere Wahlkampfausgaben sicher gestellt wurde.

Warum stört es uns Wähler offenbar überhaupt nicht mehr, dass man überzeugt scheint unsere Stimme via medialen Hype kaufen zu können? Weil wir das auch schon selbst wissen im Zeitalter der Gratiskultur im Netz, wo wir schon längst mit dem täglichen Mausklick unsere Privatsphäre an Gratisspielbetreiber, Google und andere verkauft haben? Was macht es da noch aus, wenn wir das auch alle paar Jahre auch analog mit einem Kugelschreiber in der Wahlzelle tun…

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Written by medicus58

17. September 2019 at 05:25

Veröffentlicht in Nationalratswahlen 2019

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Geld oder Leben oder fordern tun wir …

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Irgendwie hat man vor Wahlen das verstärkte Gefühl, immer wieder das Gleiche zu hören. Das Bild zeigt übrigens ein Plakat vom Maifest im Prater 2013 (!).

Weder ist die medizinische Versorgung seither besser geworden (Faymann II war noch bis zum 9.5.2016 im Amt) noch sind die Mieten sind seither gefallen (der damalige Wohnbaustadtrat ist heute Bürgermeister).

Da stellen die sogenannten Interessenvertretungen keine Ausnahme dar, da wird vor Wahlen forsch gefordert, was nachher eh nie kommen wird, weil die Gründe unverändert blieben, weshalb es vor der Wahl nicht kam und das was kam angeblich alternativlos war.

Letzte Woche hat die Ärztekammer so eine Liste (nach meiner medialen Beobachtung) weitgehend reaktionslos verkündet:

Erhöhung der Gesundheitsausgaben auf 12 Prozent des BIP (derzeit auf 10,3% gesunken).
Aufstockung des Spitalspersonals, mehr Freiberuflichkeit,+ 1.300 neue Kassenstellen für Einzel- und Gruppenpraxen, Hausapotheken.
Schutz vor privaten Investoren
(dort wo es lukrativ ist sind die längst drinnen, am Rest haben die wohl kaum Interesse)
eher keine Verdoppelung der Studienplätze wie Mikl-Leitner/Kurz in Aussicht stellten (als ob irgendjemand das ernst genommen hat), …

Die Apothekerkammer schloss sich dem sogleich an, will aber die Hausapotheken der Landärzte dann aber doch weniger… aber mehr Geld im System natürlich schon.

Dazu passt, dass in dieser Woche auch gleich die MedUni Wien gemeinsam mit der Ärztekammer „Mehr Klima- und Gesundheitsschutz“ verlangten. No na net, was die Pippi aus Schweden kann, können wir natürlich auch.

Ich bin überzeugt, dass sich danach alle zufrieden zurück gelehnt und das wohlige Gefühl ausgekostet haben, endlich wieder einmal für was Gutes eingetreten zu sein, und noch dazu völlig risikolos, weil ändern tut sich nix (siehe Plakat aus 2013).

Keines der genannten Themen kann für sich in Anspruch nehmen, nicht seit Jahrzehnten als wichtig und allgemein bekannt gegolten zu haben., also muss es Gründe gegeben haben, weshalb man sie nicht aufgegriffen und zumindest teilweise gelöst hat. Das Aufzeigen, Alarm schlagen, Fordern ist zu einer ärgerlichen Kategorie verkommen, wenn die Themen uralt und die Anläufe unverändert sind.

Wer es da ehrlich meint, der muss auch schon sagen,
wer daran schuld war, dass da nix weiter gegangen ist,
wo man einsparen will, um sich das Geforderte leisten zu können,
was man selbst bisher getan hat, um zu einer Lösung zu kommen.

Ich fordere übrigens ab sofort täglich 100 Klicks/Tag auf diesem Blog …

Written by medicus58

15. September 2019 at 17:11

Gottes Lohn und Teufels Beitrag

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Wie bei uns so auch beim deutschen Bruder spielen kirchennahe Krankenhausträger eine wesentliche Rolle im Gesundheitssystem.

Allein von den Katholen werden in Deutschland 400 Kliniken betrieben, wo 200.000 Beschäftigte 3.5 Millionen stationäre und 5 Millionen ambulante Patienten versorgen.

In 201 evangelischen Krankenhäusern versorgen 93.000 Beschäftigte über 2 Millionen stationäre und 3,5 Millionen ambulante Beschäftigte.

Die Gehälter liegen unter denen nicht konfessioneller Häuser und werden nicht mit der „Ärztegewerkschaft“ Marburger Bund verhandelt.

Mich würde mal ein Vergleich der Lohnniveaus zwischen konfessionellen und nicht konfessionellen Trägern in Österreich interessieren, vielleicht erklärt sich dann, weshalb die Gesundheitspolitik auch bei uns viele Leistungen (Geburten, Chirurgie,…) in die konfessionellen verschiebt.

Weshalb die Gesundheitspolitik (nicht zuletzt in Wien) es aber zulässt, dass teure und nicht lukrative Leistungen in den öffentlichen Bereich zurück verschoben werden, ist dann – zumindest ökonomisch – nicht mehr verständlich.

Written by medicus58

10. September 2019 at 23:03

80 Jahre 2. Weltkrieg aber nur 366 Tage Girls‘ Camp beim Bundesheer

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Am 1. September 2018, also heute vor einem Jahr, kam es im Rahmen einer Propagandaveranstaltung des Österreichischen Bundesheeres (Girls‘ Camp 2018 Hainburg) zu einem Bootsunfall. Nach tagelanger Vernebelungstaktik wurde klar, dass zwei Opfer lange (10, 20, 30, 40 Minuten) unter Wasser blieben, bis sie gerettet wurden.
Der ORF NÖ dokumentierte eindeutig, dass lange Zeit die zwei am schwersten betroffenen Opfer niemanden abgingen. Auch wenn das Bundesheer diese Dokumente immer in Frage gestellt hat wissen wir inzwischen u.a. durch die Aussage des Bootsführers, dass die Suche zwischenzeitlich eingestellt wurde, weil am Unfallsort jemand (niemand anderer als ein Bundesheerangehöriger kommt dafür in Frage und es war nicht der Bootsführer) behauptet hätte, dass alle Teilnehmerinnen schon gerettet wären.
Der damalige Chefredakteur und Herausgeber des Kurier, der hinter den sehr kritischen Berichte seiner Redaktion stand, wurde bald abgelöst und kandidiert heute für die Neos.
Nach einem medial dann überwiegend als Bootsunglück hätte verhindert werden können kommunizierten Gutachten, das sich ausschließlich mit den technischen Unfallursachen, nicht mit den katastrophalen Vorgänge danach befasst hat, trat der Bootsführer am 13. Mai 2019 vor den Richter:

Er bekannte sich der fahrlässigen Gemeingefährdung schuldig und kam mit einer sogenannten Diversion ohne förmliches Strafverfahrens  davon, in dem er 3.400 Euro Geldbuße zahlte. Er ist somit formal ohne Gerichtsurteil und unbescholten.

Daraufhin verzichtete das Gericht auf die Anhörung angereister Zeugen und die Abklärung, wer denn fälschlich am Unfallort dem Bootsführer und anderen Rettern des Bundesheers gesagt hat:
Es sind alle da,
was erst dazu geführt hat, die Suche am Unfallort abzubrechen und was den tragischen Ausgang für die beiden unter dem Boot eingeschlossenen Teilnehmerinnen verursacht hat.
Aus meiner Sicht liegt hier für die Hauptverantwortung, das das Leben von zwei Teilnehmerinnen (und das ihrer Familien) zerstört wurde.

Durch den Kunstgriff der Diversion, die explizit bei schwerwiegenden Straftaten die z.B. den Tod eines Menschen zur Folge haben aber offenbar für die Staatsanwaltschaft im Falle des Wachkomas anwendbar schien, ersparte Richterin und Staatsanwaltschaft am Bezirksgericht Bruck an der Leitha dem Bootsführer ein formales Urteil und sicherte dem Berufssoldaten seine weitere Berufslaufbahn, was noch menschlich nachvollziehbar ist, aber sie erlaubte es auch dem Bundesheer mit seiner Vernebelungstaktik durchzukommen: Gratulation

Am anschaulichsten zeigt sich das in der bis heute unkorrigierten offiziellen Stellungnahme (FAQ) des BH:

Wann hat man die Suche eingestellt? Die Suche wurde erst eingestellt, als die Bergung abgeschlossen war.
Nein, der fatale Fehler war, dass durch eine Falschmeldung am Unfallort die Suche zwischenzeitlich eingestellt wurde.

Wurden die Angehörigen rechtzeitig informiert? Angehörige einer unmittelbar betroffenen Frau wurde leider zu spät informiert.
Nein, die betreffende Familie wurde überhaupt nicht informiert!

Nach einem Jahr interessiert das alles niemanden mehr und die Betroffenen können bestenfalls privatrechtlich vorgehen. Für Justiz und Medien ist der Fall im wahrsten Sinn des Wortes erledigt ….

Heute gedenken wir des Beginns des II. Weltkriegs, was ja praktisch ist, weil wir da alle nur Opfer waren ….

Stand 15. September 2018:
Das war der Girls’ Day beim Bundesheer, eine Materialiensammlung für alle, die sich ein Urteil bilden wollen

Stand 27. September 2018:
Girls‘ Camp cont.; ORF NÖ verliert die Geduld

Stand 1. Dezember 2018:
Falsche Spuren im Nebel: Der Endbericht des Bundesheeres kann noch nicht das Ende sein

Stand 14. Mai 2019:
Bootsunglück Bundesheer: War’s das? Scheinbar nicht …

Stand 25. April 2019:
Girls Day beim Bundesheer cont.

Das Er

Written by medicus58

1. September 2019 at 08:38

Der Heilige Christian

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Ich habe das gestern mit der Heiligsprechung HCs schon ernst gemeint, denn das was Strache in den paar bekannt gewordenen Minuten Prahlerei auf Ibiza ausgelöst hat, haben selbst renommierten Aufdeckungsjournalisten in einem Jahr nicht geschafft. Dass er sich dabei selbst als koruptionsbereit offenbart hat, bringt ihn zu Recht ins Fegefeuer, aber so ein bisschen Purgatorium wartet wohl auf viele von uns.

Das soll seine Leistung nicht schmälern aufgedeckt zu haben, dass vieles was so scheinbar unvorsehbar passierte den Eingeweihten längst hinter ihrer Unschuldsmiene klar war:

Keine Zeitung hat vor Ibiza und seit der Türkisen Revolution so wirklich versucht zu recherchieren, woher das Geld für Kurz’ens Wahlkampf und Message Control kam. Jetzt plötzlich von der ÖVP (und anderer Parteien) zu erfahren, wer in die Politik (und somit in die Gesetzgebung) investiert zu haben, das verdanken wir dem Heiligen Christian.

Ja und das Wasser, das ja keine Partei und die Neos schon gar nie privatieren wollte: Dort und da wird das aber schon längst teilprivatisiert, Dank HC wissen wir das nun alle.

OK, nicht das russische Rehauge hat letztendlich Teile der Kronenzeitung gekauft sondern der Benko, aber dass da was läuft war offenbar allen klar.

All die Vereine und Thinktanks mit ihren ach so gemeinnützigen Zielen: Beim deutschen Nachbarn haben Kabaretts wie Die Anstalt schon längst Konstrukte wie z. B. Der „Bertelsmannstiftung“ oder „Atlantik Brücke“ kritisch untersucht, bei uns werden Wortmeldungen angeblich unabhängiger Experten noch wie Tafeln vom Berg Sinai gehandelt. Auch hier hat uns der Heilige Christian die Augen geöffnet.

Und sein offenes Bekenntnis, dass in staatsnahen Betrieben wie den Casinos Austria (auch wenn die größtenteils ohnehin schon privatisiert wurden) eben Regierungsparteien Posten besetzten ist in seiner Klarheit ebenso zu loben wie weiland der blauäugige Interviewbeitrag vom damaligen ÖVP Vizekanzler Spindelegger der Kanzler Faymann die Rede verschlagen hat: In Österreich wurden Posten doch immer nur nach Qualifikation und nie nach Parteibuch vergeben.

Bonmont am Rande, Spindelegger hatte den Josef Pröll abgelöst, der nun im Aufsichtsrat der Casinos Austria sitzt und ohne den Heiligen Christian hätten wir wohl nie erfahren, dass der dortige Aufsichtsrat die Qualifikation des FP Kandidaten per Beschluss gar nicht so genau wissen wollte.

All das gereicht dem übermenschlich gewordenen Zahntechniker zur Ehre und dafür sollten Sie ihm danken, nur wählen sollten Sie weder ihn noch die jetzigen Inhaber seiner FB Seite.

Zu dieser Auseinandersetzung zwischen dem Heiligen Christian und seinen strammeren Parteigenossen passt übrigens ein heute doch fast prophetische wirkendes Gespräch mit einem FPÖ Wähler, das wir hier vor 6 Jahren, auch knapp vor einer Wahl aufgezeichnet haben.

Written by medicus58

22. August 2019 at 15:30

Bumsti, ein österreichischer Held oder HC, der Heilige Christian

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Ihr werdet noch sehen, das einzige Problem das HC Strache bei seinem Videoauftritt auf Ibiza nicht hatte war, dass er übertrieben hätte. Damit hat er, unbewusst und unfreiwillig dieser Republik einen größeren Dienst erwiesen, als wenn er weiter Vizekanzler gespielt hätte.

Dazu passt die Bestandsaufnahme des Herrn Kappacher:

Das sind wir schon: Radioblog

Written by medicus58

21. August 2019 at 07:52

Generika und die bösen Ärzte

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Dutzende Medikamente, vor ein paar Tagen sprach der Kurier von 50, heute der ORF von 80 und der Standard von 1% von 13.000 Produkten, sind aktuell nicht lieferbar. Stand heute geht es um 210 Präparate.

Auch Ihr Medicus zählt zu denen, die schon stundenlang herumtelefonierten, um ein akut benötigtes und wirklich lebensnotwendiges Präparat herbeizuschaffen. Die Gründe sind komplex und finden sich alle irgendwo zwischen Globalisierung und Gewinnmaximierung der Pharma Industrie und dem Parallelhandel des Großhandels, was man zumindest ersterer, sorry politisch Gleichgesinnter, börsennotierten Unternehmen nicht wirklich verbieten kann ohne unser Wirtschaftssystem prinzipiell in Frage zu stellen. Wozu ja kaum jemand bereit zu sein scheint …

Warum man über den Parallelhandel nicht spricht ist mir unverständlich…

Wie immer wenn es ein für die Politik brisantes Problem gibt, taucht Patientenanwalt Bachinger auf und findet eine Lösung, die zwar denen hilft, die ihn eingesetzt haben, aber weniger den (berechtigten oder unberechtigten) Interessen der Patienten.

Vergleiche:
Wessen Anwalt ist denn ein Patientenanwalt?
Spitalsranking: Freut Euch nicht zu früh

Jurist Bachinger weiß natürlich sofort, dass die Lösung in der ärztlichen Verschreibung von Substanznamen statt der Verschreibung bestimmter Präparate die Lösung wäre und erntet natürlich das Wohlwollen der Apothekerkammer, während Ärztekammerpräsident Szekeres im Interview nur die Rolle des Bremsers bleibt, wenn er darauf hinweist, dass es schon noch Sache des Arztes wäre, Medikamente für ihre Patienten auszuwählen. Was er nicht anspricht, kommt (siehe unten) dann nach einer Schrecksekunde als APA-OTS, war aber im Ö1 Morgenjournal weder aus seinem Munde zu hören (politische Korrektheit?) noch Thema für die Moderatorin.

Jetzt ist die Frage, in welchem Ausmaß Generika den Originalpräparationen gleichwertig sind eine endlos diskutierte Frage und wird hier nicht zu beantworten sein. Wie die meisten ist auch Ihr Medicus der Meinung, dass es für viele Präparate wirklich egal ist, aber der Gesetzgeber misst bei der erleichterten Zulassung von gleichen Wirkstoffen mit unterschiedlicher Galenik mit zweierlei Maß (Beispiel Schilddrüsenhormone). Auch soll nicht unterschätzt werden, dass vor allem betagte Patienten oft schon durch eine andere Packungsfarbe verwirrt werden.

Wie so oft im Gesundheitssystem geht es aber den Mitspielern um anderes: So wie Bachinger eher der Anwalt politischer Interessen ist als der der Patienten, kommt häufig das Gute nicht aus sondern in die Apotheke (Vergleiche: Das Gute kommt aus der Apotheke ….).

Die Liebe der Apotheker zur E-Medikation in ELGA ist nicht ausschließlich der Sorge um medikamentöse Interferenzen geschuldet sondern einerseits, so wie der Wunsch einer Wirkstoffverschreibung, der vereinfachten Lagerhaltung (wie viele Generika des selben Wirkstoffs soll man sich den aufs Lager legen?) sondern auch der Abwehr von DM, BIPA et al, die schon längst (wie übrigens auch international sehr häufig) rezeptpflichtige Präparate abgeben. Da habe ich übrigens noch keinen Apotheker erlebt, der so wie jetzt bei der Wirkstoff-Verschreibung (aut-idem) auf internationale Beispiele verweist.

Da hilft es nur wenig, wenn die ÖÄK dann eine OTS-Aussendung nachschießt und auf die finanziellen Interessen der Apotheker in dieser Frage verweist. Das liest dann eh niemand mehr …

Aut-idem: Hier geht es nur um finanzielle Vorteile für die Apotheken

Verstehen Sie mich richtig, persönlich besorge ich mir die meisten Medikamente in der Apotheke auch über den Wirkstoff und nehme das Präparat, das gerade im Lager liegt, aber ich mache auch begründete Ausnahmen.

Was mich hier viel mehr ärgert, ist das Missverhältnis wie mit der beruflichen Qualifikation einzelner Berufsgruppen umgeht:

Nach meiner Erfahrung ist es in vielen Apotheken gängige Praxis, dass verschreibungspflichtige Medikamente ohne akuten Notfall nur auf Basis der diagnostischen Fähigkeiten des Apothekers abgegeben werden (Der Kunde ist König und der Patient Kaiser) und das wirkliche Geschäft im zusätzlichen Verkauf anderer Produkte (Homöopathika, Vitamine, Kosmetika, ….) liegt.

Wird beim üblichen Husten-Schnupfen-Heiserkeit-Magenschmerzen, Schlafstörungs-Patienten eh egal sein, nur wird die Qualifikation zur Diagnosestellung im Pharmaziestudium nicht annähernd so ausführlich vermittelt, wie im Medizinstudium. (Meine Ärztegeneration hat auch eine Pharmakologieprüfung absolviert, nur kenne ich keinen Arzt der auf die Idee käme sich nun als Apotheker zu betätigen.) Für die Apotheker ist hier die Hemmschwelle deutlich niedriger.

Oder ganz trivial: Was würde die Behörde sagen, wenn Sie auf die Dienste eines Architekten oder Statikers beim Bau Ihres Eigenheims verzichten wollten, weil schließlich der Maurer schon seit Jahren Häuser baut und schon wissen wird, wie das geht …..

Sollen sich die Apotheker was ersparen, aber dann sollen sie das eingesparte Geld an das öffentliche Gesundheitssystem zurück geben …

Written by medicus58

13. August 2019 at 16:25

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