Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Kein Grund zur Sorge, wir haben inzwischen so viel über das Coronavirus gelernt

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So ähnlich wird seit Wochen von der tückisch-grünen Regierung argumentiert, wenn sich medial angesichts von konstant hohen Zuwachsraten an PCR-Positiven ein unangenehmes Bauchgefühl ausbreitet.

Fast 406.000 Personen ohne Job, ein heute kolportiertes Minus an 17 Milliarden Staatseinnahmen seit Beginn der Krise sind zwar das wahre Problem, aber wie gestern bereits hier  angesprochen, ist Gelassenheit angesagt.

Vermutlich soll uns auch die aktuelle Statistik (nur 90 von 640 Intensivbetten belegt) gelassen machen, obwohl auch diese Zahl irrelevant ist, weil ein Intensivbett in Salzburg nicht viel bringt, wenn es in Wien knapp wird, außer wir haben schon jetzt eine funktionierende Verteilungslogistik überlegt, was mich angesichts der föderalen Alleingänge (Sperrstunden, Restaurant Registrierungen,…) wundern würd‘.

Aber was haben wir den wirklich jetzt  gelernt, was nicht schon im Frühjahr bekannt war?

Also das Eingrenzen von neuen Fällen kann es wohl kaum sein, sonst würden nicht die Weltmeister des Frühjahrs (Israel, Ungarn, Tschechien,…) in oder vor dem Lockdown stehen.

Die medikamentöse Therapie wird es wohl auch nicht sein, denn ein kurativ wirksames Medikament fehlt. Am ehesten wurden Fortschritte bei der supportiven (=unterstützenden) Therapie gemacht, nur kann ich mich an Diskussionen im Frühjahr erinnern, wo die damalige Beatmungseuphorie schon in der chinesischen Literatur kritisch hinterfragt werden konnte.

Nun trotz hektischem Verordnungswahn der Politik ist auch in Sachen Prophylaxe neben den alten Bekannten (Distanz, Maske, Händewaschen) nicht viel neues Kraut gewachsen. Ja, und auch wenn uns in absehbarer Zeit sicher viele Impfungen geben wird, gehen alle seriösen Analysen davon aus, dass es sicher viele Monate dauern wird, bis wir die Wirkung abschätzen können, insbesondere in Risikogruppen, weil die in den Phase 3 Studien unterrepräsentiert sind.

Was wir wirklich gelernt haben (Achtung jetzt bleibt es zwar faktenbasiert aber wird zynisch) sind folgende Erkenntnisse:

Der gefährlichste Mitmensch ist der asymptomatische, er könnte ein Superspreader sein.

Covid-19 ist so gefährlich, dass wir es aus allen Arztpraxen und Spitäler draußen halten müssen. Falls uns das misslingt, fahren wir den Betrieb dort schon prophylaktisch hinunter und lassen Privatkliniken etwas Geld verdienen, weil wir dort operieren.

Was da in den meisten Ländern mit freien Wahlen an Regierungen gewählt wurde hat bewiesen, dass ihr Krisenmanagement völlig insufficient ist. Wenn wir vom Virus was lernen könnten dann dass wir in Zukunft andere Politiker wählen sollten.

Written by medicus58

30. September 2020 at 17:27

Die Neue Paranormalität

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Mehr Gelassenheit fordert der Internist Weiss aus dem Beraterstab der Corona-Task force des Gesundheitsministers auf orf.at, vermutlich weil er sich in seinem Thinktank ebenso nicht damit durchsetzen konnte, wie Martin Sprenger. Eine „symptom basierte Diagnostik, statt Testing, Testing, Testing“ sollte betrieben werden, aber geh.

Klar, nachdem seit dem Frühjahr die Pandemie treffsicher mit Massengräber illustriert wurde und den Überlebenden medial mit Langzeitfolgen gedroht wurde, ungeachtet dass berühmte Sänger kurz danach open air Konzerte gaben.

Ist das Drahtkörbchen einer Champagnerflasche entfernt genügt ein kleiner Schubs und der Korken fliegt in weitem Bogen davon. Haben Sie schon mal versucht einen Champagnerkorken wieder in die Flasche zu kriegen?

Die Johns Hopkins Universität identifizierte schon eine Million Tote und hängte die WHO ab, die erst 991.000 Tote katalogisierte, aber jetzt rät orf.at von „überschießenden Ängsten wegzukommen

Corona ohne Exit schrieb ich hier schon vor ein paar Tagen und seither hat sich die Lage nur noch weiter in Richtung Absurdität gedreht.

Die PCR Testergebnisse dauern immer häufiger länger als die Quarantäne, die sie auch bei negativem Ausfall nicht verkürzen darf.

Die weniger sensitiven Schnelltests werden zur neuen Geheimwaffe, weil man glauben will, dass sie Superspreader identifizieren können. Das Contactracing kommt schon längst den täglich zusätzlich dazu kommenden Positiven nicht mehr nach, aber wir sollen uns entspannen.

Andererseits eskaliert die Politik (Vergleiche deutsche Pläne) ihr Krisenmemory aus Distanz, Maske, Feierverbot.

Es wäre schön viel erreicht, wenn man sich mal darauf einigen könnte, ob die Lebensgefahr jetzt so groß ist, dass wir jeden Blödsinn (Masken im Freien wie in Paris und Bologna) durchboxen müssen, um das letzte potentielle Promille an Risikoreduktion lukrieren zu können oder wir uns langsam wieder so sorglos verhalten können, wie seit Jahren, wo wir auf bereits erprobte Impfungen verzichteten und uns genüßlich in der U Bahn anhusteten.

Und wenn wir uns dann auf den Grad der Gesundheitsgefährdung geeinigt haben, dann sollten wir uns einmal mit der mindestens ebenso gefährlichen Pandemie der Wirtschafts-, Bildungs- und Demokratiekrise beschäftigen.

Seit dem Frühjahr fürchte ich die Therapie mehr als die Krankheit, denn Monothematisches Denken in der Krise gefährdet auch das Gesundheitssystem.

Written by medicus58

29. September 2020 at 18:44

Die Heute Show hat die Lösung

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um mit der Gegenwart umgehen zu lernen.

Written by medicus58

26. September 2020 at 15:22

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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Rettungsschirm für Beerdigungsinstitute

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Nachdem die tückisch-grüne Regierung gleich zu Beginn der SarsCov2 Pandemie den Paragraphen aufgehoben hat, der sie eigentlich verpflichtet hätte jeden Geschäftsausfall auszugleichen, den ihre Verordnungen verursachten, wirft sie seit damals mit Geld herum, als gäbe morgen kein Budget.

Die beklatschten Helden der Krise warten zwar noch auf die Überlebensprämie, aber allen anderen verspricht man den Umsatzausfall zu ersetzen.

Nur an eine Berufsgruppe denkt niemand: Die Totengräber.

Blickt man nach Bergamo dann wird rasch klar, welcher Umsatz diesem Gewerbe entgangen ist, weil Ischgl nicht bis Ostern weitermachen durften, weil die Corona-App im Playstore lauerte und der Innenminister die Parkbankerl leer flexte.

Reich hätten sie werden können die Beerdigungsinstitute und niemand denkt an sie, nur weil der Kanzler nicht mehr schwarz sondern Türkis trägt.

Written by medicus58

25. September 2020 at 18:43

Das Ende der Welt wie wir sie fotografieren: virtuell-virtueller-without virtue

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https://youtu.be/K_jWJ7Z-tKI

Bei manchen Aufnahmen war es gar nicht so schwer den Himmel auszumaskieren und einen neuen reinzukriegen. Der Anfänger hat sich meist dadurch verraten, dass er den Rest des Fotos nicht an die neue Lichtstimmung angepasst hat.

Jeder digitale Fotograf hat schon an ausgebleichten, überbelichteten oder dem Wetter geschuldet scheußlichem Himmel herumgespielt.

Adobe hat nun ein Feature in seine Creative Cloud gepackt, das das alles mittels AI automatisiert.

Klass, bei dem miesen Familienfoto hat man nun im Handumdrehen einen dramatischen Himmel drinnen. Jetzt warte ich nur auf die nächste App, die auch den Vordergrund austauscht.

Written by medicus58

25. September 2020 at 10:43

Sterbehilfe erlauben wir nur dem Virus

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In einem Plädoyer für das Leben spricht sich Ex-Gesundheitsstadträtin Pittermann im aktuellen Standard gegen die Sterbehilfe aus und mischt verlässlich den Holocaust mit einer ohnehin nirgends verlangten Verpflichtung der Ärzte zur Tötung.

Vor dem Verfassungsgerichtshof argumentierte der Paliativmediziner Watzge ernsthaft (zitiert im heutigen Ö1 Abendjournal), dass schwer Kranke ohnehin häufig Infektionen entwickeln und dann das Recht hätten Antibiotika zu verweigern.

Und nach der ersten Welle der SarsCov2 Pandemie bezeichnete die Volksanwaltschaft die Regeln für Seniorenheime, die zum Schutz der am stärksten an Leib und Leben gefährdeten Personen erlassen wurden als gesetzwidrig und dem Selbstbestimmungsrecht der Menschen widersprechend. Natürlich verwies heute auch Patientenanwältin Pilz darauf, dass man doch die Betroffenen fragen sollte, bei Corona, nicht bei der Sterbehilfe.

Natürlich ist das Thema moralisch und praktisch nicht ganz einfach zu beurteilen, aber die heute geäußerten Gegenstimmen richten sich meines Erachtens selbst.

Written by medicus58

24. September 2020 at 19:20

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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72 Länder und das war es?

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72 Länder waren es bis jetzt, in die Ihr Medicus gefahren ist, manche mehrfach, manche nur einmal.

Für die UNO gibt es 195 Staaten, 193 irgendwie richtige und, erraten Sie es? Darüber hinaus noch den Vatikan und Palästina.

Da gäbe es noch viel zu tun, nur ist seit Anfang 2020 damit Schluß und höchstwahrscheinlich anders als der Bundesministrant und sein Volkschullehrer uns glauben machen, wahrscheinlich auch das nächste Jahr.

Für eine wirkliche Reise, muss man aus dem eigenen Land kommen, in ein anderes kommen und dort rein und wieder raus kommen.

Was schon früher schwierig war, wie 1988 für ein individuelles Visum für die VR China zu bekommen, wird langsam zum Spießrutenlauf.

Das amerikanische CDC kam grad drauf, dass man im Flugzeug, für die richtige Schlagzeile spricht mal gleich mal von Tausenden Fluggäste, mit dem Coronavirus in Kontakt kommen kann. Medien erklären uns täglich wer grad mehr Tote mit oder ohne oder trotz Corona hat.

Gehen wir davon aus, dass ich es zu meinen Lebzeiten nicht schaffen werde, alle Länder dieser Welt zu besuchen. Aber OK, Vatikan und Palästina kenne ich schon.

Written by medicus58

23. September 2020 at 22:31

Veröffentlicht in Reisen

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Corona ohne Exit

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Es ist erfahrungsgemäß leichter Menschen aufzuregen als sie wieder zu beruhigen.

Die Fehler des Frühjahrs rächen sich im Herbst und sowohl die vorhergesagten aber nicht eingetretenen Weltuntergänge (Maya-Kalender) und Wiederauferstehungen (Kurz vor Ostern für nach Ostern) hinterlassen eine unangenehme Leere, leider keine Lehre.

Es ist müßig nachzuweisen, dass der Ablauf der Pandemie aus medizinischer Sicht im Groben absehbar war (Infektiosität, Risikogruppen, Sterbewahrscheinlichkeit,… ) und trotz politisch motivierter und medial verstärkten Heißluftballons zu Therapie (Chloroquin, Remdesivir,…) und Impfung, diese beiden Optionen nicht so bald das Problem beenden werden.

Hätte man (Schweden hat) von Anfang an kommuniziert, dass es sich um einen Marathon handeln wird, oder wie beim triviale Schnupfen um ein bis heute nicht kurativ behandelbar Phänomen handelt, und die Menschen nicht versucht durch Angstmache zu regieren, müssten wir jetzt die Infektionszahlen des Frühjahrs nachholen.

Durch mediale Dauerfeuer täglicher Opfer an der Front, herausstellen der hot spots (Bergamo, Madrid) ist die Bevölkerung unversöhnlich in die Scharfmacher und Totalnegierer gespalten.

Den einen kann es im guten abrahimitischen Sinn nicht genug purgatorische Einschränkungen (Fegefeuer) geben, die anderen empfinden die Mund-Nasen-Maske als Fortsetzung Metternichscher Diktatur.

Wird spannend, wie man da den Druck wieder herausbekommt. Nur die Kirchen schaffen es mit, allerdings in der Neuzeit nicht mehr terminlich festgelegten Weltuntergänge und Auferstehungen auf ewig zu bestehen.

Regierungen sind schlecht beraten, wenn sie sich zu weit von der Realität entfernen.

Dass das aktuell im Schulsystem crasht, ist auch kein Zufall, denn hier prallen mit Pandemie und Schulstruktur auch zwei politisch und nicht evidenzbasiert gesteuerte Bereiche aneinander.

Written by medicus58

23. September 2020 at 09:19

Thinking, Thinking statt Testing, Testing?

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Wir halten seit dem Sommer, mit wenigen Ausnahmen bei einer ca. 1 prozentigen Rate bei PCR positiv Getesteten.

Mit anderen Worten brauchen wir 100 Teste um einen PCR Positiven zu finden ohne weiterhin zu wissen, ob der dann symptomatisch ist, weil wir diese Daten nicht lückenlos erheben.

Für diese Erkenntnis zählen wir rund 8.00010.000 Euro pro positiv Getestetem.

Da die Tests meist nicht quantitativ ausgewertet werden, wissen wir weder, ob der für das Geld Identifizierte auf immer asymptomatisch, leicht symptomatisch, Hospitalisierungs- oder intensivpflichtig werden wird, noch ob er der Superspreader ist, dessen Quarantäne ein paar Dutzend andere Infizierte verhindert hat oder er nichtmal seine Mitbewohner angesteckt hätte.

Wenn Anschober (grad im Radiointerview) schon von drei Prognosen– gestern waren es noch 2, nämlich so wie bisher oder 1.500 positive Tests/Tag- spricht, dann kann er einem nur mehr leid tun.

Sehr plump hoch gerechnet heisst das für das Kontakt-Tracing bei täglich

800 (neuen Personen) x 14 (Tage Infektiosität)  x 10 (längeren und näheren Kontakten pro Tag) =

täglich zusätzlich 112.000 Kontaktpersonen ausfindig machen zu müssen .

Damit wären selbst Gestapo oder KGB überfordert gewesen.

Die seit Monaten aufgebaute Schimäre, dass ein more of the same die Lösung wäre, zeigt inzwischen seine Absurdität. Wenn der Schwedische Weg in Wahrheit weniger Agitprop, wenige aber konsequente Regeln und eine Gesundheitsversorgung so gut wie eben möglich heißt, dann sollten wir uns doch langsam daran orientieren.

Zugegeben, die noch immer vergleichsweise massiv höheren Todesfälle in Schweden sprechen dagegen, aber glauben wir wirklich, dass uns unser Weg davor auf lange Sicht bewahren wird? Solange wir nicht die unterschiedlichen Verläufe in verschiedenen Gesellschaften erklären können, sollten wir auch nicht glauben, dass unser Aktionismus etwas anderes bewirkt hat als ein Verschieben der Krankheiten auf später.

Written by medicus58

19. September 2020 at 12:36

Testing, testing, testing

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Man hüte sich von monokausalen Erklärungen in einer komplexen Situation, OK. Aber weil seit Monaten immer behauptet wird, dass mehr Testen die Explosion der SarsCov2 Infektionen verhindert.

In den letzten zwei Monaten testete Israel in Relation zu seiner Bevölkerung deutlich mehr als andere.

Erklärung?

Written by medicus58

18. September 2020 at 20:15

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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