Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Zuwenig Pflege, Ärzte, Lehrer, Richter, Handwerker, LKW Fahrer,…

leave a comment »


aber genug Berater*innen, PR-Experten*innen, Zertifizierer*innen, Gütesiegelverteiler*innen, NGOs, Aktivist*innen, Lebensberater*innen und Optimierer*innen, die uns allen erklärt haben, wie alles effizienter und besser geht.

Das alles vor dem Hintergrund von importiertem Bevölkerungswachstum.

Finde die Fehler.

Written by medicus58

24. Mai 2022 at 20:08

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

Tagged with ,

Männliche Stereotypen regen niemand auf, warum eigentlich

leave a comment »


Wir verknoten unsere Zungen, um Bi(e)n(n)en Is und Stern*innen stotterfrei über die Zahnreihe zu würgen, feiern die eine Automechanikerin und Kernphysikerin ab, die es anders als ihre Geschlechtsgenossinen geschafft hat, angebliche Männerdomänen zu erobern und crashen kaum noch Beziehungen, um zum Weihnachtsfest oder Muttertag Mixer und Waschmaschinen den weiblichen Hälften vor verbissenes Lächeln zu halten.

Jede Anrede dupliziert mehrere genetische und psychiatrische Lehrbücher, um niemand mehr in unerwünschte Rollenbilder zu pressen, zum Vatertag, geht’s aber eh wieder.

Und wenn Sie nun überlegen kontern, dass es die ja auch selber so wollen, das Bierdosenleeren bei der CO2-Produktion am Hochleistungsgrill, wechseln Sie das Subjekt gegen ein anderes (Mädchen, Mütter, Diverse,…) und prüfen dann ihr Argument erneut.

Written by medicus58

18. Mai 2022 at 09:17

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

Tagged with , ,

Pflegepaket abzuholen

leave a comment »


Knapp zwei Monate im Amt und (nach Eigendefinition) und schon ein großer Wurf des Gesundheits- und Sozialministers, der die Vorarlberger Landesregierung verlassen hat, ehe ihm peinliche Fragen zur Mitwisserschaft über die Finanzströme seines Koalitionspartners stellen konnte.

Die Politik war säumig„, nicht seine zwei Vorgänger in dieser Regierung, natürlich nicht.

War es das nun wirklich? Der seit Jahresbeginn immer Regierungs-unkritischere ORF jubelt, verweist auf zufriedene Gewerkschaften und läßt den ebenfalls zufriedenen Wiener Gesundheitsstadtrat ausführlich zu Wort kommen.

1 Milliarde Euronen und alles paletti?

Gesundheitsminister Rauch passt in diese Bundesregierung genau so gut wie in das saubere Ländle, wo es mehr um den kurzfristigen Gewinn als ein längerfristiges Planen geht. Diese Regierung hat erst kürzlich 6,6 Milliarden für das Auffüllen der Gasspeicher beschlossen, von der sie nicht weiß woher sie kommen sollen, da ist es auch egal, woher die Pflegemilliarde kommen soll.

Klar müssen die Gewerkschaften erst einmal jubeln, wenn sie für heute Demonstrationen am Tag der Pflege veranstalten und schon rennt der Rubel, und Stadtrat Hacker hat jahrelang als Chef des FSW auch primär Geld verteilt, mal an diese mal an jene Hilfsorganisation, die natürlich heute auch einmal positiv gestimmt sein müssen, wenn ihr Geschäftsmodel querfinanziert wird, aber

Der Pflegenotstand hat eine jahrelange Entstehungsgeschichte, die mit ein paar Zuckerln für zwei Jahre (zusätzliches Monatsgehalt, Zuschuss für Ausbildung, Tätigkeiten auf Pflegeassistenz abwälzen…) nicht gelöst.

Erstens verlangen erwartungsgemäß jetzt alle einen weiteren Schritt, dessen Finanzierung noch unklarer sein wird.

Zweitens wird das Problem der Ausbildung nicht gelöst. Zuerst hat man sich unter dem Deckmantel der Akademisierung die an Krankenhäuser angeschlossen Schwesternschulen aus den Budgets geschossen und auf Fachhochschulen mit Schulgeld gesetzt, jetzt muss man Stipendien zahlen, hat nicht ausreichend Lehrpersonal, weder für die akademisierte Pflege noch die frisch erfundene Pflegeassistenz.

Wenn nun die Sprachprüfung für ausländische Pflege fällt, kann ich nur sagen: я не можу в це повірити

Drittens ist es schon nett jetzt den über 43-jährigen, die noch im Job sind, eine zusätzliche Ruhewoche zu geben, nur haben wir jetzt schon zuwenig Personal um alle Stationen zu betreiben, jede zusätzliche Woche Absenz tragen in Wirklichkeit die anderen. Gleiches gilt für die 2 Gutstunden pro Nachtdienst.

Viertens ist das Hauptproblem der komplizierten Verantwortlichkeiten im Gesundheitssystem nur vertieft worden, denn letztendlich betrifft das alles nur die Pflege in privaten und den Einrichtungen des Bundes.

Also doch wieder mehr Rauch als Reformfeuer beim auch nicht mehr so neuen tückisch-grünen Minister.

Written by medicus58

12. Mai 2022 at 18:24

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

Tagged with , ,

Das Kleingedruckte hinter dem humanistischen Aktionismus

leave a comment »


Freie Grenzen, Frieren für den Frieden, Dekarbonisierung von allem außer dem Aperol Spritz, die Drittmittel-Finanzierte, Psychotherapie-auf-Krankenschein, 60%-des-Gases-kriegen-wir-von-anderswo-und-der-Rest-wird-sich-finden Generation weiß was zu tun ist, um unsere Lebensbedingungen zu verschlechtern und ihr Gewissen zu verbessern.

Gehen industrielle Arbeitsplätze verloren, sollen sie halt kellnern gehen, haben wir vor dem abgebrochenen Studium ja auch gemacht und den Rahmen unseres Luxusbikes kriegen wir eben aus Indien.

Dass C02 aus Putins Gas zwar letztendlich auch zu uns kommt, egal wo es verbrannt wird, die Elektromobilität aus Frankreichs AKWs oder aus polnischer Kohle abgesichert wird, ist egal, wir haber moralisch gesiegt und fühlen uns im Feldenkreis ohnehin am wohlsten.

Vergessen oder nie gelernt haben sie, dass unsere Vorgänger-Generation den 2.Weltkrieg erst beendete, als die Allierten in Berlin standen und das ganze Dritte Reich niedergebombt wurde. Dass Putin seinen Krieg verzweifelt einstellt, weil wir die Gasrechnung ein paar Monate nicht zahlen, ist so absurd, dass es schon eine ziemlich geschichtlich ungebildeter Generation bedarf, dass die politischen Drehbuchschreiber damit durchkamen.

Sinnvoller wäre es vermutlich gewesen, hätten wir mit den Milliarden, die wir jetzt unserer eigenen (sprich NATO) Rüstungsindustrie überweisen um Waffen in die Ukraine zu schicken, Putin direkt bestochen. Vielleicht hätte ihn das besänftigt und viele Leben gerettet. Hat aber noch niemand probiert, obwohl es bei Erdogan ja auch funktionierte. Darum ging es aber ohnehin nicht.

Unsere humanistischen Vordenker sollten aber einmal überlegen, ob nicht ihre eigenen Jobs die ersten sein werden, die wir uns nicht mehr leisten können, wenn sie das Geld ausgegeben ist, das andere erwirtschaftet haben. Wenn es hart auf hart geht, werden wir uns unsere Thinktanks, NGOs, Spendenkeiler, Berater und Besserwisser*innen nicht mehr leisten wollen und können. Nicht jede Dienstleistung ist durch Roboter ersetzbar und die, die den Müll wegbringen sind wichtiger als die die Ezzes geben.

Written by medicus58

5. Mai 2022 at 17:25

Veröffentlicht in Renaissance der Aufklärung

Tagged with , , , ,

Ukraine: gegen das Chaos hilft nur Vorsorge

leave a comment »


Wurde schon einmal versucht Sie in der Öffentlichkeit zu bestehlen? Ich erlebte diese Versuche mehrfach, bestohlen hat mich letztendlich aber noch keiner.

Ganz typisch verlief es in einer relativ stark besetzten Lissaboner U Bahn. Plötzlich scharten sich um mich mehr Fahrgäste als im Rest des Wagons und begannen immer heftiger zu diskutieren.

Ich wurde immer bedrängter, Körper begannen sich an mir und meiner Tragetasche zu reiben. Bei der nächsten Station verließen plötzlich alle die Fahrgäste die um mich Chaos veranstalteten den Wagon, und einer der verbliebenen verkündete mir jetzt (!) sehr bedauernd, dass man mich nun wohl beraubt hätte und ich die Polizei rufen sollte.

Beraubt hat man mich nicht, aber wirklich, der Zipp in der Außentasche meiner Tragetasche war offen: das einzige, was aber dort drinnen war, war immer noch drinnen, ein Papiertaschentuch. Geldbörse, Pass und Wertgegenstände waren so verstaut, dass sie mir nicht entwendet hätten werden können, ohne mir die Tasche wegzunehmen oder an die Innentaschen der Weste zu gelangen, die ich unter dem Mantel trug.

Und der Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg?

Wer jetzt bedauernd frägt, was man da noch machen kann, agiert wie der Mitreisende in der Lissaboner U-Bahn. Zuschauen, wie grundlos Chaos inszeniert wird, um dann eine Lösung zu suchen, ist naiv und fahrlässig. Die Lösung nicht bestohlen zu werden, musste davor gefunden werden.

Erstens muss ich mir klar machen was passieren kann:

An Signalen, dass sich in der Ukraine eine gewaltsame Auseinandersetzung anbahnt, hat es wahrlich nicht gefehlt:

Gleiche undemokratische Entwicklung nach 1990 (Oligarchen, Staatsstreiche, ausländische Interessen und Interventionen), Münchner Konferenz

Zwei im Korruptionsindex benachbart sehr tief stehende Länder.

Zwei Länder mit starker Waffenindustrie.

Zwei sehr nationalistisch bis rassistisch geprägte Länder.

Zweitens muss ich erkennen, was der Zweck des Chaos ist:

Streit um verschwundene Gasmengen.

Massive Interventionen der Russischen Föderation und der USA, die mal diese mal jene Marionette an die Macht brachten.

Russische Separatisten (grüne Männchen) in mehreren Regionen der ehemaligen UDSSR und Vorrücken der NATO.

Hätte man vorher mehr Geld in echte Diplomatie statt in Destabilisierung gesteckt, wären Kompromisse möglich gewesen und man hätte, wie in der U Bahn, das inszenierte Chaos ruhig abwarten können.

Jetzt scheint mir nur mehr ein Ausbrennen des Konfliktes möglich, wenn man nicht eine weltweite Afghanistanisierung, Irakisierung, Syrisierung oder Libyanisierung riskieren möchte. Die USA beabsichtigen dies scheinbar, Europa sollte da nicht mitgehen.

Mich erinnert das alles an das Ende des kalten Krieges in den 80er Jahren, wo die nicht unbegründete Angst in Mitteleuropa zum Schauplatz eines atomaren Stellvertreterkrieges zu werden, zu einer massive Friedensbewegung geführt hat. Einige politische Gruppen, die sich damals formiert haben, scheinen diese Lektion wieder vergessen zu haben.

Übrigens sieht man, wer Pazifist ist, nie im Frieden sondern immer erst im Krieg.

Written by medicus58

30. April 2022 at 14:49

Propagandakrieg gegen Gerhard Schröder

leave a comment »


Mit diesem Gruselfoto macht aktuell die NYT Stimmung gegen Ex Kanzler Schröder. Als dieser mit der Agenda 2010 das Sozial- und Rentensystem in treuer neoliberaler Gefolgschaft für die Kapitalmärkte aufbrach, hatte er in den USA und UK noch eine bessere Presse.

Wen wundert es da, dass das Deutsche Handelblatt sogar jetzt noch einen „sympatischeren Schröder“ ins Bild setzt, weil er (neben seinen persönlichen finanziellen Interessen) auch diese des Wirtschaftsstandortes zu retten verspricht.

Letztendlich versöhnlich, dass wir alle nur Salatblätter zwischen den Sandwichscheiben der Macht sind. Gelobt, solange wir parieren, verdammt wenn wir widersprechen. Der Unterschied liegt nur darin, mit wieviel Mayonnaise wir uns umgeben können.

Im Falle diese Totengräbers der Europäischen Sozialdemokratie spricht man von 20 Millionen €.

Written by medicus58

24. April 2022 at 10:23

Veröffentlicht in Renaissance der Aufklärung

Tagged with , , ,

Und wieder ein Jahr mit Covid-19 auf Reisen

leave a comment »


Vor nicht ganz einem Jahr verstieg ich mich hier zu einem Reisen am Ende der Pandemie, my ass.

Ich gebe ja zu, auch dazwischen etwas auf Achse gewesen zu sein, nur hätte ich mir damals kaum vorgestellt, wie Reisen in Europa 2022 ablaufen würde.

Grüner Pass

Auch wenn er in der Theorie von vielen Ländern noch angesprochen wird, interessiert den niemand mehr seit seine Gültigkeit mehr behördlicher Willkür als immunologischen Wissens folgt.

Einreiseformulare EU dPFL

Zwar verlangen bzw verlangten einige Länder die elektronische Voranmeldung, hochtrabend EUdPFL genannt, weder bei der Einreise noch sonst wo findet sich jemand, der diesen Wisch kontrolliert. Die Sinngaftigkeit des The European Digital Passenger Locator Form kämpft mit Loriots Jodeldiplom um die hintersten Plätze. Auch lokale Zugänge einzelner Länder dienen ausschließlich der Beschäftigung vor dem Abflug.

Masken

Ja, es gibt sie, ja sie werden getragen, drinnen wie draußen, nur scheinen die Trageweisen als Nasenblitzer, Bartschoner, Beisskorb und Kinnschoner überhand zu nehmen. Vermutlich gelten sie in erster Linie als Quersubvention für die Gastro, da sie dort ganz legal fallen, bei Gästen und am späteren Abend auch bei Kellnern.

Was sich sonst noch geändert hat?

Nix. Der elektronische Boardingpass stimmt weiterhin nicht mit dem wahren Abflugterminal überein. Die Preise stiegen weiterhin. Flughäfen sind wie eh und jeh ein Quell stetiger Verwirrung: So oft können sie dort gar nicht angekommen sein, dass sie sich nicht über immer längere Wege, Baustellen, Provisorien und Überraschungen wundern. Und wer im Frühjahr den Unkenrufen der Branche glaubt, dass noch immer viel weniger los ist als früher, der wird sich über ausgebuchte Museumsslots wundern, die einen in die Hände maßlos überteuerter Guided Tours zwingen. Von den Massen am Petersplatz mal ganz abgesehen.

Skip the Line, das fiese Versprechen mit seinem bezahlten VIP Status an all den wartenden Trotteln vor so ziemlich jeder halbwegs berühmten Sehenswürdigkeit vorbei ziehen zu können, führt zu einem gewaltigen Loch im Budget und früher oder später zur Frage, wer sich da mit wem arrangiert hat.

Die hochgezogen Augenbrauen des Kellners im halb leeren Bistro, wenn man verschämt nicht schon vor Monaten ein Bittgesuch für ein Plätzchen eingereicht zu haben.

Vielleicht sind es noch die verordneten Mindestabstände in vielen Locations, die die Slots beschränkt haben, aber overtourism rules, again.

Written by medicus58

23. April 2022 at 17:06

Veröffentlicht in Reisen

Tagged with ,

Wag the Dead

leave a comment »


Wer kennt sie nicht Berry Levingstons bitterböse 1997 Satire Wag the Dog über den inszenierten Krieg in Albanien, die dem US amerikanischen Präsidenten seine Wiederwahl sichern sollte. Der etwas schräge Titel zielte auf die mediale Machtmanipulation, die die wahren Verhältnisse auf den Kopf stellte, als ob es der Schwanz wäre, der den Hund wedeln würde.

Seit damals haben wir Ähnliches schon oft erlebt, vom zweiten Golfkrieg bis zur Lewinsky Affäre.

Wenn nun die Welt bewundernd auf einen ukrainischen Präsidenten blickt, der seine Wahl nicht zuletzt einer Politsatire (Diener des Volkes) verdankt, die die Ukraine in russischer Sprache für ein russisches Publikum als durch und durch korrupt und in der Hand ukrainischer Oligarchen porträtierte, kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass da erneut eine grausige Politsatire abläuft.

Selenskyjs Fernsehserie wurde u. a. von einem ukrainischen Oligarchen finanziert, gegen den sowohl in Russland als auch in der Ukraine Prozesse laufen, denen er sich durch Flucht entzogen hat.

The Guardian erinnert heute erneut daran, dass sich Selenskj mit den gleichen Beratern und Redenschreibern umgibt, die schon seine Fernsehserie schrieben.

Von Selenskyjs eigenen Finanzproblemen, Stichwort Pandora Papers ist nichts mehr zu hören, während dies noch letzten Herbst sogar im ORF Thema war.

Keine Frage, dass Russland die Ukraine völkerrechtswidrig angegriffen hat, nur ist der uns gebotene Plot, wenn wir in der Filmsprache bleiben, voller Löcher, Ungereimtheiten und Blendgranaten.

Wie schon so oft in der Geschichte werden das einzig Bleibende die Toten beider Seiten sein. Wofür sie auch immer geschlachtet wurden, für ihre Freiheit, für unsere Freiheit, für den Testfall aktueller und nicht mehr aktueller Waffensysteme, für EU und NATO Beitritt oder was auch immer, ob es das für sie wert war können wir sie nicht mehr fragen. Antworten werden uns vermutlich aber dieselben Drehbuchautoren, die sie in den Tod geschickt haben.

Written by medicus58

19. April 2022 at 11:44

Veröffentlicht in Renaissance der Aufklärung

Tagged with , , ,

MedUni brennt? Nein, aber der Steuerzahler

leave a comment »


Erinnern Sie sich noch an die Studentenproteste 2009/10: Uni brennt? Im Wesentlichen ging es damals um Studienbeschränkungen, um die Ausgaben der öffentlichen Hand für die staatlichen Universitäten zu senken.

Inzwischen regt es niemanden mehr auf, dass es kaum ein Studium ohne Knock-out Aufnahmeprüfung für beschränkte Studienplätze gibt. Diesen Wahnwitz an den Medizinischen Universitäten habe ich schon 2019 unter Es mangelt nicht nur an Ärzten, es mangelt auch an Ehrlichkeit und Verstand beschrieben.

Immer mehr private Medunis mit immer höheren Studiengebühren entstanden und wenn einem schon das Mitleid mit denen, die dort abgezockt werden, fehlt, könnte man sich wenigstens als Steuerzahler darüber freuen, dass man sich die Finanzierung dieser Studienplätze an den staatlichen Unis erspart, aber weit gefehlt.

All diese Privatunis benötigen den Spitalsbetrieb der öffentlichen Krankenhäuser für die praktische Ausbildung der Studierenden. Ja, sie zahlen auch etwas dafür, nur stehen die überwiesenen Summen in keiner Relation zu den Kosten, die eine selbst betriebene Universitätsklinik aufgeworfen hätte. Mit anderen Worten subventioniert so die öffentliche Hand die Ausbildung an den Privatunis.

Das ist aber nicht alles. Seit 2019 subventioniert das Land Burgenland 5 Studienplätze an der Donau Privatuniversität Krems (DPU) für burgenländische Medizinstudenten. Ab kommenden Herbst wird das Kontingent auf 55 aufgestockt und steht auch Nicht-Burgenländern frei, wenn sie danach im Bundesland bleiben.

In drei Jahren sponsert dann das Burgenland eine Metastase der DPU in Pinkafeld.

Noch teurer sind die Studiengebühren an der Sigmund Freud Universität (SFU). Das Land Steiermark übernimmt nun, ohne Rücksprache mit der Grazer Meduni, dort die Studiengebühren für 60 Studierende, 9.000.000 Euro.

2016 ergab überdies eine parlamentarische Abfrage, dass die meisten Privatuniversitäten gar nicht wirklich privat sind (Link). Damals galten aber zumindest die DPU und die SFU als nicht direkt von Bundesländern, Städten, Kammern, Kirchen oder öffentlichen Unis geführt. Zumindest für deren Medizinstudien fließt aber nun auch reichlich Steuergeld.

Es wäre mE längst an der Zeit nachzurechen, ob der jetzige Weg nicht dem Steuerzahler viel teurer kommt, als hätte man die staatlichen Unis, die übrigens auch die Vortragenden an den Peivatunis ausgebildet haben, nicht gleich ordentlicher dotiert und die offenbar fehlenden Ärzte dort ausgebildet hätte.

Und man kommt ins Grübeln ob der Wahnwitz nur passiert ist, oder sich da (frei nach W. Ambros) wer ins Fäustchen lacht.

Written by medicus58

3. April 2022 at 23:28

Hart geht`s weiter in der Wiener Ärztekammer, Steinhart

leave a comment »


Eine Reformkoalition kürt offenbar den bisherigen Stv. Wiener Ärztekammerpräsident Johannes Steinhart zum Wiener Ärztekammerpräsidenten und kippt Szekeres, den ersten SPÖ-nahen Präsidenten auch der Österr. Ärztekammer.

Die Mehrheit in Wien ist knapp. Von 90 Mandaten bringen

Steinharts Vereinigung 26, We4you 6, Turnusärzte für Turnusärzte 6, Grüne Ärzte 4, Asklepios 2,  Wahlärzten Wien 1 und die Liste Integrative Medizin 1 Mandate, also insgesamt 46 Mandate ein.

Wenn es, wie bei der letzten Wahl, nach der Wahl erneut zu einem Wechsel von Kandidaten in eine andere Liste kommt kippt diese Koalition, auch wenn die 6 Mandate der MfG, mit denen niemand zusammen arbeiten will, einen gewissen Stoßdämpfer bedeuten.

Weshalb 2017 die Grünen Ärzte unter dem damaligen Fraktionsführer Mückstein unbedingt Szekeres krönen wollten und nun Steinhart küren, zählt zu den vielen Unstimmigkeiten unserer Standesvertretung.

Ob Steinhart, der seit 1989 Kammerrat ist, nach 33 Jahren die Kammerstruktur reformieren kann und will, mag zumindest hinterfragt werden. Ob der ehemalige (1993-1999) Vorsitzende des Verwaltungsausschusses des Wohlfahrtsfonds, nun die Forderung seines neuen Koalitionspartners We4U Wohlfahrtsfond abschaffen umsetzen wird, mag ebenso bezweifelt werden, wie dass die Liste Integrative Medizin das richtige Signal auf da mediale Dauerfeuerwerk ist, die Ärztekamme würde paramedizinische Aktivitäten (Homöopathie, TCM, …) noch fördern.

Wir lehnen die Diffamierung einzelner bewährter komplementär-medizinischer Therapiemethoden ab. Wir unterstützen vielmehr die Referate für traditionelle und integrative Medizin in den Landes- Ärztekammern und betonen den Wert komplementärmedizinischer Zusatzausbildung für die tägliche Praxis und unser Recht auf einen respektvollen, wertschätzenden Umgangston gegenüber allen Diplominhaber*innen.

So wirklich weint in ersten Stellungnahmen in den (A)Sozialen Medien kaum jemand Szekeres eine Träne nach, aber ob die neue Koalition in Wien nicht erneut viel Kammerbeiträge verschlingen wird, um die unterschiedlichen Listen bei der Stange zu halten, darf nur gehofft werden. Möge sich mein Beitrag nach der Ärztekammerwahl 2017 Der Preis der Koalition nicht mit anderen Mitspielern auch 2022 wiederholen,

Ja, und was ich 2017 bezüglich einer gleichberechtigten Vertretung von Niedergelassenen und Angestellten KollegInnen unter WÄK Wahl Die Würfel scheinen gefallen geschrieben habe, scheint mir 2022 in der anderen Richtung eine Schieflage zu haben, zählt man die Ergebnisse beider Lager bei den Angestellten Ärzten zusammen: https://www.aekwien.at/wahlergebnis-2022

Written by medicus58

28. März 2022 at 18:40

%d Bloggern gefällt das: