Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Covid-19: Sollen wir uns wieder fürchten?

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60 neue Corona-Fälle über Nacht in Oberösterreich teilt uns Heute heute mit und und der OÖ Landeshauptman schreitet zur Pressekonferenz. Ob Innenminister Nehmammer seinen Parteikollegen auch seine Einsatztruppen zum Flexen anbieten wird, wie er das in Wien gemacht hat, ist noch unbekannt. Grund dazu hätte er, weil mit (Stand 9:30) der „Löwenanteil der mehr als 100 Neuinfektionen, nämlich 61 auf OÖ, 24 auf Wien, 9 auf die Steiermark, 7 auf NÖ, 3 auf Tirol, 2 auf Salzburg und nur 1 auf das Bgld entfallen.

Im Neunkirchner Spital zählte man heute früh schon (kumulativ) 12 positive Mitarbeiter und einen Patienten.

Alles ziemliche Spaßverderber gerade heute, wo Kontaktsport erlaubt und die Bedienung im Gasthaus demaskiert wird während die Kleine Zeitung schon gestern national und international die zweite Welle ausgerufen hat und heute die Regierung eine Reisewarnung für den Westbalkan ausspricht.

Stellen wir uns also darauf ein, dass die Medien, nachdem sie kurzfristig wieder die „Gefährlichkeit des Virus hinterfragt“ haben (ZIB2: Wolf, Thür), zur klassischen Frager des „müssen wir uns fürchten“ zurück kehren, die flugs wieder in die „Aufforderung zu drastischen Maßnahmen“ münden wird. Dazu passt, dass auch der OÖ LH prompt wieder ein paar Schulen (vor Ferienbeginn) und Kindergärten schließt.

In der österreichischen Nabelschau ging da praktisch unter, dass die WHO nun auch noch vor einer neuen Schweinegrippe mit Pandemie-Potential warnt.

Nach der Innsbrucker Uni, die in Ischgl in 42,4 Prozent der Bewohner Antikörper gefunden haben, schießt auch die Danube Private University (DPU) Krems nach und identifizierte in Weißenkirchen (Krems) in 101/ 884 der Bewohner Antikörper gegen das Virus, was 11,4% ergeben würde, obwohl Bürgermeister Christian Geppner (ÖVP-WG) von „mehr als 12%“ spricht. In jedem Fall ist es mehr als in Reichenau mit 6,5 Prozent und passt dort schon eher zu den bisherigen Prävalenzstudien des Wissenschaftsministeriums:
Rund 4,71 Prozent der Menschen ab 16 Jahren, die in diesen Gemeinden in einem Privathaushalt leben, besitzen Antikörper.

Nach zahllosen Experteninterviews und noch zahlloseren Pressekonferenzen unserer Regierung ergibt das ein sehr verwirrendes Bild bzw. wie andernorts bezeichnet eine Doppelbotschaft von Lockerung und Warnung.

Wenn wir es positiv sehen wollen, Optimismus ist ja inzwischen verpflichtend, dann hat bei uns die Flatten-the-Curve Bewegung gesiegt und uns ein vorhersehbares, Problem für viele Monate beschert. Ob Sie das nun beruht, mag ich bezweifeln.

So gesehen, schiene ja der schwedische Weg (Augen (fast) zu und durch) nachträglich attraktiver als unser Lockdown mit anschließender Zitterpartie, wenn da nicht kaum wegzuleugnende Tatsache wäre, dass aktuell in Schweden 528 Menschen/Million Einwohner verstorben sind, während das bei uns 78 waren. Oder wie es Kollege Weidinger in Ö3 gestern früh zusammenfasste, Fußball können wir weniger aber beim Virus sind wir Österreicher Wödmaster.

So gesehen müssen wir uns zwar weniger als die Schweden fürchten, aber ob das beruhigt?

Sollten Sie bis hier weitergelesenen haben, muss ich Sie enttäuschen, dass das was ich hier am 24.April sagte (Wussten wir über das neue Coronavirus wirklich so wenig, dass wir das den Regierungen durchgehen lassen müssten?) weiterhin richtig ist, aber ich Ihnen auch nicht sagen kann, ob Sie sich nun mehr oder weniger fürchten sollen.

Was ich aber schon beitragen kann: Sie sollten sich vor Covid-19 nicht mehr fürchten, als vor Ihrer ökonomischen und gesundheitlicher Zukunft:
27.3.2020: Monothematisches Denken in der Krise gefährdet auch das Gesundheitssystem

Sie sollten sich aber davor fürchten, dass wir auf einige der Kernfragen in der COVID-19 Pandemie trotz all der Expertenmeinungen keine konsistente Meinung haben:

Wie erklären wir uns die drastisch unterschiedlichen Zahlen an verifzierten Fällen?
Die etwas unterschiedlichen Verifzierungsregeln und unterschiedliche offizielle Beginnzeiten der lokalen Epidemie sind keine ausreichende Erklärung dafür, dass ökonomisch und strukturell nicht völlig unähnliche europäische Staaten sehr unterschiedliche Fälle/1 Mill EW haben

Schweden 6778
UK 4628
Spanien 5331
Italien 3979
Schweiz 3664
Frankreich 3096
Deutschland 2332
Österreich 1985

Noch unerklärlicher sind die Diskrepanzen zwischen anderen Staaten, über die aber in ganz unterschiedlicher medialer Dichte berichtet wird.

USA 7962
Brasilien 6596
Iran 2710
Mexico 1754
China 59

Noch erklärungsbedürftiger wären auch die unterschiedlichen Verläufe über die Zeit:
In Schweden und Brasilien finden wir kontinuierliche Anstiege bis heute:
Am 30.6. zählte man in Brasilien 172,14 tägliche Neuerkrankungen/Mill EW, während diese Zahl in Schweden mit 102,56 fast so schlimm sind und eher seit ein paar Wochen noch steiler ansteigen.

Definitiv zweigipfelige Kurfen zeigen die US und der Iran.
In den USA fand sich beim ersten Gipfel am 10.4. ein täglicher Anstieg (95,56 täglich neue Fälle /Mill EW) und aktuell noch höher (124,27).
Im Iran lagen diese Zahlen beim ersten Gipfel (2.4.) bei 35,82 während er beim zweiten Gipfel (10.6.) 29,33 betrug.

Völlig anders sind die Zahlen aus China, wo, trotz medial immer wieder berichteter Cluster, die Epidemie scheinbar vorbei ist (15.5. noch 0,01 Neuerkrankungen/1 Mill EW), in den letzten Tagen noch niedriger).

Solange wir uns diese Diskrepanzen nicht annähernd erklären können, sollte Erklärungsversuche, die den Schuldigen immer woanders suchen, der Schweigefuchs (nicht der Wolfsgruß) gezeigt werden:

OÖ Legende 1: Der steigende Trend könne mit den Lockerungen der Beschränkungen, vermehrter Reisetätigkeit von Menschen und mit vereinzelt bisher bekannten Clustern erklärt werden, hieß es in der Aussendung. So geht ein Teil der Neuinfektionen auf Treffen der „Pfingstkirche – Freie Christengemeinde“ zurück.

NÖ Legende 1: Nach möglichen Begründungen für die extrem hohe Zahl an „unbemerkt“ Erkrankten befragt, verwies der Gemeindechef (Weißenbach) auf die Rückkehr einer Reisegruppe aus Israel am 6. März.

NÖ Legende 2: Gekuschelt wurde bei den Sitzungen in Ternitz und Neunkirchen definitiv nicht, wie ich weiß. Sollten Mandatare dieser Städte vom Coronavirus befallen worden sein, haben sie es sicherlich nicht von den Gemeinderatssitzungen auf Abstand, sondern wohl eher von einer Großdemo in Wien oder ähnlichen Massenereignissen.

Mutationen des Virus scheinen nicht die Ursache sein, die Demoskopie und der Gesundheitszustand beeinflusst sicher die Todesraten, aber kaum die Infektionsraten, die Qualität des Gesundheitssystems kann es wohl auch nicht sein.
Wenn es die seit Beginn der Krise immer wieder angeprangerte fehlende Eigenveranwortung der Bevölkerung insbesondere in Ballungszentren wäre, ist schwer vorstellbar, weshalb die disziplinierte Schweiz im Vergleich zu Österreich schlechter da steht.

Sollten Sie sich also fürchten wollen, was aber immer eine schlechte Reaktion auf Unsicherheit ist, sollten Sie sich weniger davor fürchten, dass Sie an Covid-19 schwer erkranken, aber dass trotz zahlloser Sondersendungen, Sonderartikel, Experteninterviews in den meisten Ländern wie in Österreich keine Daten zugänglich sind, die vielleicht Evidenz für zielgerichte Maßnahmen ermöglichen.

Die Zuckerbrot und Peitschen Taktik unserer Regierung ist übrigens schon zum Fürchten.

Robert Wiesner @robertwiesner
Originelle Erinnerung an die Notfallnummer: Strafe bis zu € 1450, wenn wer ohne Test nach Ö einreist oder Quarantäne nicht einhält. Ö1 Mittagsjournal, 1.7.
https://oe1.orf.at/player/20200701/602216/1593597712000

Written by medicus58

1. Juli 2020 at 16:10

Personalvertretung Younion: zwischen Tragödie und Komödie

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Was da gestern ins Postfach flatterte erheiterte und erzürnte. Mit großer Geste (Dank gepaart mit Eigenlob) versandte das Team Gesundheit eine Stoffmaske, deren Sitz in etwa so passt wie der Zeitpunkt ihres Eintreffens: einfach nur daneben.

Als es in den Einrichtungen des KAV, vulgo Wiener GV, zu Beginn der Pandemie kaum genug Schutzbekleidung gab, verschickte die  lokale Personalvertretung Fresspakete mit Knabbergebäck und Süßigkeiten, nun, nachdem in öffentlichen Bereichen die Maskenpflicht bis auf wenige Ausnahmen aufgehoben wurde, bekommen wir Masken nach Hause geliefert, die ausdrücklich nicht im Spital sondern in der Öffentlichkeit getragen werden sollen. Sie sollen auch kein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, obwohl sie uns für mehr Sicherheit in der Öffentlichkeit verhelfen sollen…

Verstehe diesen Koan wer kann.

Also irgendwie ist das Großes Theater, das wir da für unseren Mitgliedsbeitrag bekommen. Die Entscheidung fällt aber mit Sicherheit schwer, ob das noch komisch oder nur noch tragisch ist, wie sehr die Genossen neben der Spur sind.

Written by medicus58

28. Juni 2020 at 08:54

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Political Correctness: der Jungfernspieß

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Aus einer Tripadviser Kritik über ein „gutbürgerliche Restaurant“ :

The Jungfernspiess which was pork medallions wrapped in bacon in mushroom sauce which was delicious.

So weit so gut.

Sitze grad in Bobotown, wo vor lauter politischer Korrektheit der öffentliche Raum von parkenden PKWs geräumt und mit Schanigärten zugerammelt wird und frage mich, ob dieses Gericht nicht gemeinsam mit den kürzlich noch angebotenen Mohren im Hemd (die Autokorrektur will mich hier zu Möhren zwingen) und schon längst gestrichenem Zigeunerschnitzel (wohlgemerkt ein Gericht der und nicht aus dieser Volksgruppe) irgendwen kränkt.

Eine Googelsuche bringt auf Wikipedia et al. keine etymologische Erklärung, außer eine Liste der Restaurants, in denen das Gericht auf der Karte steht.

Der Duden online kennt den Begriff auch nicht und lässt mich grübeln zurück:

Ist es korrekt ein Gericht anzubieten, dem per definitionem noch niemand beigewohnt hat?

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26. Juni 2020 at 14:29

Das Recht auf Desinteresse

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Irgendwie scheint es sich die Autorin der Potter Bücher mit den Transgendern verdorben zu haben.

Irgendwo trägt ein indigene Volk seinen Häuptling zu Grab, der an Covid-19 verstarb.

Das für seine Feinfühligkeit bekannte Gratisblatt Heute ereifert sich gemeinsam mit „entsetzten Eltern“ , dass in einer Grazer Volksschule die Türken als eine der drei Landplagen bezeichnet werden, die 1480 (neben Heuschrecken und Pest) die Stadt Graz vor über 500 Jahren heimgesucht haben. (Dass es 1480 zwar Osmanen, aber keine Türken waren, entgeht übrigens den Hyperventilierern.)

Irgendwann wird irgendwer uns irgendwas erklären, warum wir in der Krise alles richtig gemacht haben, obwohl jetzt alles irgendwie falsch lief.

Als gebildeter Westeuropäer sollte man das wissen, sollte dazu Stellung nehmen, abwägen, sich für die richtige Seite stark machen, aber was, wenn einem das alles wegen eigener Probleme nur noch am Pürzel vorbei schrammt?

Hat man ein Recht auf Desinteresse, weil sich die anderen das Recht nehmen Ihre Themen zu platzieren? Ich denke schon. Und wenn nicht, dann egal.

Written by medicus58

23. Juni 2020 at 08:01

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Rashomon oder das Lustwäldchen in Linz

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Auch viele, die Kurosawas Meisterwerk nie gesehen haben, kennen vielleicht die Geschichte von Rashomon, dem Lustwäldchen.

Das ganze hat wenig mit Lust zu tun (lost in translation) sondern mit einem undurchdringlichen Dickicht, in dem irgendwo die Wahrheit sein müsste, obwohl sich die Zeugenaussagen massiv widersprechen. Ich kenne den nachfolgenden Vorfall auch nur aus den Medien, aber darum geht es vielleicht gar nicht.

Version eins:

Arzt verließ während OP Linzer Spital und ging in Privatordination, Patient tot

Diese Version lief im Mai durch die Medien und erhärtete den Verdacht, dass Ärzte gewissenlose Gesellen wären, die von mehreren Kirtagen immer ihre Privatpatienten bevorzugen. Darüber finden Sie zahlreiche Links und atemlose Berichte.

Version zwei:

Nach anfänglicher Kündigung lösen Krankenhaus und Arzt das Dienstverhältnis doch einvernehmlich

Da sieht man’s wieder, wir gewissenlose Ärzte könne machen was wir wollen, wir kommen damit fast ungeschoren davon. Dazu finden Sie wenig in den News.

Version drei:

Der Operateur war gar nicht im Dienst sondern ist nur ins Spital gekommen, da keiner der Dienstmannschaft diesen Eingriff durchführen hätte können. Der Tod des Patienten hat laut Obduktion nichts mit dem frühen Abgang des eingesprungenen Operateurs zu tun.

Diese Informationen waren kürzlich den Nachrichten zu entnehmen. Aktuell finde ich aber nur einen Link.

Der Ärztliche Direktor begründete die Entlassung seines Oberarzt es wegen grober Fahrlässigkeit. Dass an den meisten (auch großen) Kliniken dieses Landes die ärztliche Mannschaft so ausgedünnt ist, dass nicht immer garantiert werden kann, dass das geliefert wird, was außen drauf steht, dafür wurde noch niemand entlassen.

Einen Zusammenhang mit dem bewusst hervor gerufenen Mangel an klinisch tätigen Ärzten, Doppelprimariaten, Abteilungszusammenlegungen zwischen weit auseinanderliegenden Krankenhäusern, der Delegation von Entscheidungen an wenig qualifizierte Mitarbeiter, Berufsgruppen oder überhaupt an Verwaltungen, Politik oder Drittfirmen, all das wäre eine vierte Version, über die sie noch weniger Infos bekommen als über die dritte Version, in diesem Unlustwäldchen, zu dem unser Gesundheitssystem wurde.

PS: Die HEUTE Ausgabe stammt aus 2017 und bejubelt die ärztlichen Bereitschaftsdiensten.

Written by medicus58

20. Juni 2020 at 14:47

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Grüne Schizophrenie, die dritte

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Wenn es eine Partei gibt, die politische Korrektheit (PC) wie eine Monstranz vor sich her trägt, dann sind es die Grünen, aber primär bei den anderen, oder wie Bundespräsident VdB sagen würde
„WIR sind nicht SO!
Außer er versitzt sich nach der Sperrstunde, nachdem er die Bevölkerung mehrmals via TV zum Ernstnehmen der Regierungsverordnungen eingemahnt hat.

Da hat er ja mit seiner Nachfolgerin als Parteisprecherin (Superkalifragilistigexpialigetisch – Märchen mit Glawischnig) würdige Nachfolgerin gefunden, die rasch bei Novomatic untergekommen ist, während die Parteifreunde den Glückspielkonzern mit Klagen eingedeckt haben und der beim aktuellen Ibiza-Ausschuss auch keine geringe Rolle spielt.
Woher wissen wir, wer die Guten sind? 

Die Grünen haben es inzwischen zu einer ganzen Reihe gut verdienender Polit-Apparatschiks gebracht (Sigrid Pilz: Von Traumjobs kann man nie genug kriegen), deren Kritik an anderen akut verstummt, wenn die gerade erklommenen Pfründe in Gefahr sind:
In Wien verstummte die Kritik an der seit Jahren angeprangerten Inseraten-Querfinanzierung des Boulevard der Rathaus-Roten (Inserate: Unter Rot Grün wird alles anders?) ebenso schnell wie die Kritik am türkisen Koalitionspartner in Tirol, wenn Dritte als widerwärtiges Luder beschimpft werden, man bleibt und fordert scheinheilig eine Debatte.

Links:
Grüne Schizophrenie, die erste
Grüne Schizophrenie, die zweite


Nicht nur ich seh‘ ROT für die Grünen
Vassilakou untergräbt Glaubwürdigkeit der Grünen
Ich sehe ROT für die GRÜNEN

Written by medicus58

18. Juni 2020 at 07:22

Grüne Schizophrenie, die zweite

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Wie ist es erklärlich, dass sich ein Grüner Sportminister (Kogler) dafür einsetzt, dass sein Heimatbundesland das angebliche Ende der Coronakrise mit zwei Formel 1 Rennen feiert, während eine Grüne Verkehrsstadträtin (Hebein) den normalen PKW Verkehr behindert wo sie kann?

Link: Grüne Schizophrenie, die erste

Written by medicus58

17. Juni 2020 at 07:43

Grüne Schizophrenie, die erste

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Politische Positionen sollen ja vielfältig sein, aber tunlichst nicht in einer Partei, sonst kann man sich des Eindrucks nicht erwähnen, dass es der weniger um die Sache als um sich selbst geht:

Wie kann man gleichzeitig die „AUA retten“ und damit die Investitionen in die dritte Piste am Flughafen Schwechat (Gewessler) und vorgeben das Weltklima zu retten, indem in klammheimlichen Verhandlungen (Hebein) die Autos aus der Wiener Innenstadt verbannt?

So viele Kübel kriegst Du gar nicht in die engen Gassen, was ein Flugzeugstart an Kohlenwasserstoffe verbraucht.

Written by medicus58

16. Juni 2020 at 07:33

Die Ermächtigung zur Maske

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Es gibt wohl kaum noch was, was nicht über die MuNaMaske gesagt wurde. Anfangs Mangelware, also die simplen, nicht die echten, dann Selbstverwirklichungswerkzeug im textilen Werken und schließlich massiv rabattiert in jedem zweiten Fetzenshop der Einkaufsstraßen.

Und jetzt soll alles vorbei sein? Bei uns in Türkis-grünen Landen halt.

Als Amulett als in den Krankenhäusern die Schutzanzüge und FFP2/3 Masken fehlten, war es uns Ersatz für echten Schutz. Auch wenn wiederaufbereitet.

Wehe, wenn da einer in der fast leeren U Bahn seinen Riechkolben blicken ließ, da winkte sehr schnell das Leichentuch und die Frage wurde gellend gestellt, wen der Ungehorsame denn gedenke an den Respirator zu bringen. Memento Bergamo.

Wenn sich die Polizei nicht grad die Urlaubssperre mit Radarpistolen in der 30er Zone vertrieb, dann flexte sie in jede Freundesgruppe, um das Vermummungsverbot durchzusetzen.

Außer in den Öffis und beim Friseur ist jetzt mit all dem Schluss, außer, und da johlen doch die Hühner nach Wochen der Bevormundung, wir zeigen Eigenverantwortung. In einem Kurz Kommentar findet die Wiener Zeitung dass die Masken noch nicht out wären.

Wenn wir tief in uns gehen und „merken, dass es für einen maskenlosen Auftritt zu eng wird“ dann müssen/sollen/dürfen wir uns wieder maskieren.

Klingt ja eh gut und passt in die heute so geschätzte Selbstermächtigung, wenn wir plötzlich entscheiden dürfen, was uns davor nicht gestattet würde, als es sicher ebensoviel Sinn gemacht hätte.

Oder erschoss sich Ihnen der Sinn, weshalb Sie ohne Masken zum Wirten, mit Maske zum Tisch und dann wieder ohne auf das Essen warten mussten?

War Ihnen klar, weshalb die Maskenpflicht für Patienten erst sehr spät eingeführt wurde, für Politiker vor TV Kameras nie und für Polizistengruppen hinter Radarpistolen kaum galt?

Liegt vermutlich an mir, wenn ich mich nach Monaten der zT sinnlosen Gängelung nicht selbstermächtigen will und mich schon jetzt auf die strafenden Blicke frühpensionierter Lehrerinnen im Park freue, wenn mir virusfrei die Sommerhitze den Schweiß auf die Stirn treibt, die Gräserpollen meine Nase reizen und ich dann keine Maske trage. Das mindeste was ich mir erwarte, ist dass sie mich mit der Wiener Zeitung abfotzt.

Written by medicus58

15. Juni 2020 at 16:20

So wird das nix mehr, und das freut die Macht

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The Times of India, eine der größten Zeitungen des Subkontinent, der sich größtenteils durch passiven Widerstand vom Kolonialismus befreit hat, wundert sich über den weltweiten Bilder Sturm, mit dem angeblich Rassismus bekämpft wird.

Es gibt verschiedene Wege, wie die zu Unrecht Mächtigen gestürzt werden können, aber wer glaubt, dass das Zertrümmert von Statuen (oder das Umbenennen von Orten und Plätzen) an den Machtverhältnisse etwas ändert, der verdient keine andere Welt als die unsere.

Written by medicus58

13. Juni 2020 at 14:16

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