Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Having a ball?

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Nur des Englischen Minderkundige halten diese Frage für eine nach den primären Geschlechtsmerkmalen des Mannes, aber irgendwie lägen sie damit auch nicht ganz falsch.
Eine nicht repräsentative Umfrage in meiner männlichen Umgebung ergab, dass die Ballsaison definitiv mehr Frauen als Männer anspricht. Oder um im Bild zu bleiben: Nein, nur wenige Männer unterhalten sich auf Ballveranstaltungen wirklich gut.

Das ist natürlich blödisch, denn zumindest bei den Standardtänzen ist es der Brauch als Pärchen anzutanzen.

Weshalb aber die Damen die Parade der Eitelkeiten so sehr schätzen bleibt mir unerklärlich, angesichts der Hektik (und Kosten) die die Aktion auslöst.

Hat man erst die überteuerten Karten ergattert, realisiert man, dass man in die Fetzen der Vorjahre nicht mehr hineinpasst (OK, gilt vielleicht ab einem gewissen Alter eher für uns Männer als unsere Begleiterinnen) und es muss schleunigst etwas Neues her. Nur dumm, dass das gerade in der sogenannten Ballsaison den meisten so geht, was die einschlägigen Geschäfte leer fegt und die Tauschbörsen zum Erliegen bringt.

Natürlich passt dann der mühsam ergatterte Traum in Polyester nicht zu all den Accessoires früherer Auftritte und die Jagd beginnt erneut nach Täschchen, Handschuhen, Schmuck und Make-up. Ist kurz vor dem Burn-out das alles zusammen gekauft, dann erkennt die böse Schwester Schneewittchens, dass nur drastische operative Eingriffe einen in die überpreisten und überhöhten Stöckelschuhe brächten, wozu man aber die laufende Blutverdünnung pausieren müsste, was einen unweigerlich in die Thrombose oder gar den Lungeninfarkt treiben würde, so dass man doch lieber nach neuen Tretern Ausschau hält.

Kein Wunder, dass nach all der Rennerei die Frisur sich mehr an der gängigen Wind- statt der aktuellen Moderichtung orientiert und dringend die Hilfe des Friseurs benötigt wird, zu dem auch alle anderen Ballbesucherinnen streben, die aber etwas cleverer waren und den Termin schon längst vereinbar haben.

Am Tag der Veranstaltung steigert sich die Panik zur grenzsuizidalen Erfahrung, da es regnet und der mühevoll auf toupierten Kopfschmuck willenlos in sich zusammenfällt, die Ohringe zwicken, die Strümpfe eine Laufmasche haben und der mittägliche Salat (eine echte Mahlzeit hätte den Traum in Polyester endgültig gesprengt) sich nun mit saurem Aufstoßen wieder ins Rampenlicht zwängt. OK, dann eben nur lateinamerikanische Tänze.

Die Ballkarten sind unauffindbar, die Tanzschulkenntnisse stärker verblasst als der Pythagoräische Lehrsatz und überhaupt geht einem der präsumptive Tanzpartner, der die ganze Dramatik der Situation nicht verstehen will schon jetzt ganz ordentlich auf den Geist.

Das Taxi verspätet sich, am Eingang wird so gedrängelt, dass irgendein Obertrottel auf den Saum des Kleides steigt und dieses in seiner Aussagekraft etwas verfremdet. Schließlich sitzen am Tisch wieder die unerträglichen Geschäftspartner und mokieren sich über jeden Patzer der Eröffnung, bis es endlich alles Waltzer heißt und gerade da der Begleiter dem dringlichen Bedürfnis sich seines Biers zu entschlagen Folge geleistet hat.

Mich interessiert ja Fussball auch nicht, der Sch.. ist aber wenigstens nach 90 Minuten vorbei …

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Written by medicus58

16. Januar 2019 at 15:53

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Das war 2019

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Kaum zwei Wochen ist 2019 alt und nichts wirkt so anachronistisch wie Aufnahmen des Silvesterfeuerwerks oder der schlappe Weihnachtsbaum in der Ecke.

Trotzdem haben sich die Medien schon wieder sehr ausführlich und verlässlich oberflächlich mit dem Gesundheitssystem beschäftigt und das wollen wir hier festhalten.

Während die ZIB am 13.2. daran erinnerte, dass es nirgends in Europa (außer in Island !) so viele Spitalsärzte gibt wie bei uns, hat Niederösterreich eine Neue Kampagne „Niederösterreich studiert Medizin“ ausgerufen.

Die Regierung hat bei ihrer Regierungsklausur eine Imagepolitur für die Pflege in Aussicht gestellt und Wien (tradiotionell in Ermangelung anderer artabhebender Merkmale kontradiktorisch zur Bundesregierung unterwegs) erfindet gleich einen Wien-Bonus im Pflegebereich.
„Ich bekenne mich dazu, dass wir die Wiener Stadtregierung sind und nicht der Kompensator für ganz Ost-Österreich.“
OK, der Bürgermeister hat kürzlich noch Gesundheit und Kinder vom Wien-Bonus ausgenommen, aber egal, mir san mir. Konkret wurden weder die Bundes- noch die Stadtregierung.

Der Mann hinter der SPÖ-Vorsitzenden deckte auf, dass die Kassenreform Millionen kostet (Kassenreform – Drozda: 48 neue Spitzenposten verursachen Millionenkosten), was aber pflichtschuldigst (selbstverständlich ohne Zahlen und Fakten) von der Bundesregierung dementiert wurde. Schließlich versprach man auch zum Thema Pflege erste Gesetzesentwürfe erst für das Ende des eben begonnenen Jahres.

Einem Mantra der Gesundheitspolitik (Entlastung der Spitalsambulanzen durch Primärversorgungszentren) widerspricht eine Studie der imh GmbH (Spitals-Ambulanzen: Keine Entlastung durch Primärversorgungszentren), was aber m.W. medial nicht aufgegriffen wurde. Wäre interessant, wer die Studie in Auftrag gegeben hat.

Aus einem Wiener Stadtrechnungshof– Bericht „Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen (!) in Abteilungen für Nuklearmedizin“ liest die Presse etwas off topic nur folgende Schlagzeile heraus Nuklearmedizin: Langes Warten auf Behandlungen und setzt einen Thread fort, der im Vorjahr mit einer Anfrage der Patientenanwaltschaft (!) los ging und von ÖVP (Korosec ad Stadtrechnungshof: Modernes und transparentes Nuklearmedizinkonzept nötig) und FPÖ (FPÖ-Koderhold: Rechnungshofkritik – viel zu wenig Betten für Krebspatienten). Was das alles mit einer Sicherheitsüberprüfung zu tun hat, entzieht sich meiner Phantasie. Auch hier stellt sich die Frage nach Auftrag und Absicht.

Noch abartiger wirken Presseaussendungen, die mehr zur MeToo -Debatte (im Sinne „lasst mich den Löwen auch spielen“) passen als zur aktuellen Diskussion:
SPÖ Verkehrssprecher Alois Stöger kritisiert die von Hofer geplante Aufhebung der nächtlichen 60 km/h Begrenzung für LKWs: Bundesregierung gefährdet Gesundheit der ÖsterreicherInnen: „Regierung ist Industriellen-Wurlitzer“
Jetzt bin ich ja auch nicht dafür, dass die LKWs durch die Ortschaften rasen, aber ob sie das am Tag oder in der Nacht tun, hat vermutlich weniger Auswirkungen auf die Gesundheit als die Feststellung, dass der Transit an sich, der uns Knoblauch aus Polen und Salat aus Spanien bringt, hinterfragbar wäre. Aber so ein Kapitalismuskritik ist selbst SP-Urgestein Alois Stöger zu kritisch.

Die B&K – Bettschart & Kofler Kommunikationsberatung tat auch was für ihre Kunden und vermeldete, vermutlich durch den Frust, wieder vom KAV in Sachen Neujahrsbaby abgehängt worden zu sein:
Bereits jedes 5. Kind kommt in Wien in einem Ordensspital zur Welt
Die Schlagzeile, jedes 5. Kind kommt ohne neonatologischem Stand-by auf die Welt, wäre auch weniger positiv.

Eher auf dem Punkt, war dar eine Pressemeldung des Umweltbundesamtes, das die Feuerwerk-induzierte Feinstaub-Panik relativierte: Die vorläufige Feinstaubbilanz des Umweltbundesamtes für das Jahr 2018 zeigt ein ähnliches niedriges Belastungsniveau wie in den Jahren 2014 bis 2017.

Und wenn sich noch irgendwer Sorgen macht, dass die politisch Verantwortlichen sich nicht um unser gesundheitliches Wohl sorgen, der bekam am 2.1.2019 um 8:00 Flgendes auf den Fernschreiber:
Strache und Hartinger-Klein: „Mach den ersten Schritt“ vom Neujahrsvorsatz zum gesunden Lebensstil“

Written by medicus58

13. Januar 2019 at 18:41

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Heute blogge ich nicht

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Written by medicus58

11. Januar 2019 at 12:03

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Intellektuelle Bescheidenheit

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Ein sehr empfehlenswerter Text über eine wichtige Voraussetzung für wissenschaftliches Denken jenseits p<0.05 und etwas Trump-Bashing

https://www.vox.com/science-and-health/2019/1/4/17989224/intellectual-humility-explained-psychology-replication

Written by medicus58

8. Januar 2019 at 08:50

Wenn die Gutmenschen zu gut sein wollen

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Sprachlos angesichts der eigenen Betroffenheit, sich hilflos fühlend gegenüber eines um sich greifenden Revisionismus aller Denkmodelle, die seit einem halben Jahrhundert (1968) mühsam in die öffentliche Diskussion eingebracht wurden, hing der letzte Rest Linksliberaler an den Lippen jener, die noch auf Kurs waren; die es dem rechten Boulevard noch richtig „rein sagten„, die Worte fanden gegen den fremden- und frauenfeindlichen Sumpf, die einem selbst nicht einfielen, die einem das wohlige Gefühl vermittelten, doch nicht allein gegen die Phalanx an Faschisten, Frauenverachtern und EU-Gegnern zu sein.

Als Festredner eingeladen warnten sie, kritisierten sie, rüttelten auf und klagten an als wäre alles die Dreyfuss Affäre.

Da kam es auch zu eigenartigen Schulterschlüssen mit traditionell konservativen Menschen und Einrichtungen, wenn sie nur im eigenen Sinn „gut“ schienen und „gegen das Richtige“ waren, ungeachtet anderer weltanschaulichen Differenzen. Kritik an der Regierung und der Wiener Erzbischof scheint ein Mitstreiter und sein Anti-Darwinismus kein Thema mehr.

Der Fall Menasse (https://www.nzz.ch/amp/feuilleton/wird-man-doch-so-sagen-duerfenrobert-menasse-wird-man-doch-so-sagen-duerfen-ld.1449192?) und die aktuelle Aufregung um die ökonomischen Seite der Caritas werden wohl nur deshalb so aufgewühlt diskutiert, weil es jene Instanzen betrifft, die einem das Gefühl gaben „wirklich gut“ zu sein, eine echte Antithese zu all dem Verkommenen und Korrupten im herrschenden System.

Dass das eine Welle war, auf der weiland auch Jörg Haider und viele rechtskonservative Heilsbringer segelten, ja letztlich einen Topos aller religiöser und politischer Heilsversprecher darstellte, das scheint den aufgeklärten Jüngern entgangen bei ihrem Jubel über all die geladenen Diskussionteilnehmer, Manifestersteller, Fest- und Eröffnungsredner.

Menasse hat ein bisschen geflunkert, um sein Thema griffiger zu machen, die Caritas ist halt auch ein ökonomischer Machtfaktor mit Eigeninteresse, so what.

Akzeptiert man das, macht das ihre „Werke und Taten“ ja nicht völlig wertlos, nur als Idole sind sie ein bisschen weniger wert, aber ich finde das eigentlich eh gut. Nur die Protagonisten und Ihre Verehrer beißen weiterhin argumentativ umher, als ginge es immer ums Ganze. Dabei ist das gerade der erste Schritt in den Totalitarismus.

Written by medicus58

6. Januar 2019 at 10:59

Einfach unerträglich die Leichtigkeit der Alternativen

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Nein, erwarten Sie sich jetzt keine Paraphrase auf Milan Kunderas Erfolgsroman. Worum es mir geht ist eine Phrase, die sich kaum mehr aus unzähligen unabgefragt gelieferten Wortspenden wegdenken lässt.
Nein, es geht mir auch nicht um die hohlen Versprechungen der Werbeindustrie sondern die unerträgliche Leichtigkeit der scheinbar Wissenden, die kurz den gleißenden Sonnenschein ihres alternativen Lebensstils verlassen, nur um uns Unerweckten den Weg ins Paradies zu weisen.

Egal, ob es um Komplementärmedizin oder die Segnungen veganen Lebensstils geht, ob es um das Anwerfen Ihres High-tech-Gerätes oder die Anfertigung unvergesslicher Hochzeitsfotos geht, um das Einschlafen Ihres Neugeborenen oder die Lernunwilligkeit Ihres bummelstudierenden Nachwuches, den Wechsel Ihres Strom- oder Handyanbieters oder Ihres Sexualpartners geht,
kurz immer wenn wir an der schieren Komplexität unseres Alltags verzweifeln, kommt irgendein ostentativ fröhlich gestimmter bester Freund, Moderator, Coach oder Guru und hat eine einfache Lösung zur Hand oder vielleicht nur in seinem rhetorischen Bauchladen.

Im Fokus meines Furors stehen da weniger die institutionellen Helfer, denen ja gar nix anderes übrig bleibt als uns in Ihr Geschäftsmodell zu lotsen:

Digitalisierung ganz einfach: Digitale Prozesse für Vertrieb …

An- und Abmeldung ganz einfach Alpenverein

Klinikum Klagenfurt: Anmelden ganz einfach

Besonders ärgerlich scheinen mir die alternativen Helfer, die Selbsthilfeforen und einschlägige Lebenshilferubriken in Funk (Ö1) und Print bevölkern und uns dort fröhlich gestimmt und offenbar bar jedweder (naturwissenschaftlichen) Vorbildung versichern, wie sich durch die eine TCM- (traditionelle chinesische Medizin) oder die andere TEM- (traditionelle europäische Medizin) Technik, also durch die Anwendung von unseren Vorvätern und -müttern wohlbekannten Geheimnissen, die ihre dekadenten Nachkommen, also wir, eben erst wiederentdecken müssen, alles ganz einfach lösen lässt. Für TEM/TCM mögen Sie auch Familienaufstellung, Paleo-Diät, Familienaufstellung oder was weiß ich einsetzen.

Verstehen Sie mich richtig, hier geht es nicht darum, jedem Kind beim Anfiebern die Essigpatscherln vorzuhalten und ihm NSAPs (nichtsteroidale Antiphlogistika) einzuflößen und als ehemaliger „Kurarzt“ ist mir die sinnvolle Anwendung „kalter Umschläge“ und „Kochsalzinhalationen“ bekannt. Es mag auch Sinn haben, wenn sich das Bundesministerium bei der UNESCO bemüht hat traditionelle Heilverfahren als „immaterielles Kulturgut“ vor einer rein kommerziellen Nutzung zu schützen, aber wenn sogar auf Science.ORF.at solcher Schwachsinn zu lesen ist:

Ernährung kann Krebszellen aushungern

da wundert es nicht, dass z.B. auch auf der Homepage einer Innsbrucker Apotheke völlig unkommentiert zu lesen ist:
Vor über 100 Jahren entdeckte der Arzt Dr. Wilhelm Heinrich Schüssler, dass fast jede Krankheit auf Störungen im Mineralhaushalt der Zellen zurück zu führen ist. 

So gesehen ist es ja kaum mehr verwunderlich, wer sich da aller bemüssigt fühlt uns zu beraten:

Über die Schilddrüse:
Endlich kenne ich seit über 20 Jahren Leiden meinen Weg und weiß mehr als meine Ärzte über die Einstellung. Link

Über die „Notwendigkeit“ zur Gadolinium-Ausleitung nach einer MRT-Untersuchung, wegen Chuck Norris Frau:
Zuerst half ich mir selbst und dann den Patienten Link

Über die Schwammerln:
Ich hab jetzt bei mir nachgetestet und die Frequenz von Candida mycosis oris gefunden, aber nur latent. Bei mir sitzt der Pilz wohl auch noch in der Schilddrüse, in den Halslymphknoten, in der Naschenschleimhaut und in der Eustachischen Röhre. 
Als Mittel dagegen zeigt es 
Maisgriffeltee und Brennnesseln an, vermutlich um den Körper basischer zu machen, eine zinkhaltige Salbe Akriderm genta, eventuell auch eine Salbe mit Salicylsäure und Betamethason,wenn man den Pilz auch auf der Haut hat. Wobei man immer auch sagen muss, dass ein Pilz auch Gifte bindet, ihn zu bekämpfen und sich gleichzeitig weiter zu vergiften ist vielleicht kontra produktiv. 
Ebenso eventuell 
Vitamin H und wenn wer an Heilsteine glaubt, Rubin und Saphir, das kann aber auch sein, dass das alles nur bei mir so ist. 
Ebenso eventuell 
Vitamin H und wenn wer an Heilsteine glaubt, Rubin und Saphir, das kann aber auch sein, dass das alles nur bei mir so ist.  Link

Wobei das nicht nur ein Phänomen sich selbst ermächtigender Gestörter ist, mit dem die Novelle des Ärztegesetzes so lange aufräumen wollte, bis die Wirtschaftskammer dagegen war. Ich empfehle ein paar ausgewählte Sendungen des Ö1-Radiodoktors (eines Senders den ich übrigens sehr häufig und mit Freude höre) um zu erkennen, dass auch von Ärzten, Diplompsychologen, Ernährungswissenschaftern, …etc. bisweilen Wahnwitziges verkündet wird, also durchaus von Leuten, die sich nicht auf das Fehlen einer naturwissenschaftlichen Ausbildung ausreden dürfen.

Mir scheint der Wunsch nach einer einfachen Heilsbotschaft für komplexe Probleme, vom „Kreuzweh“ bis zum ADHS, von der Melancholie bis zur chronischen Flatulenz inzwischen ebenso wirkmächtig, wie der Wunsch nach einfachen gesellschaftspolitischen Lösungen. (siehe die Wahlen in den USA, bei uns, in Brasilien, ….)

Könnte man nicht langsam wieder lauter sagen, dass es auf keinem Gebiet einen short cut ins Paradies gibt?

Dabei herrscht sogar in der Theologie seit jeher ein erbitterter Streit, für wie viele denn Platz da oben wäre:
Aber niemand konnte das Lied singen lernen außer den hundertvierundvierzigtausend, die freigekauft und von der Erde weggenommen worden sind. Offenbarung Johannes 14,3

Fred Sinowatz hatte schon Recht mit seinem (zweit-)berühmtesten Zitat:
Ich weiß schon, meine Damen und Herren, das alles ist sehr kompliziert so wie diese Welt, in der wir leben und handeln, und die Gesellschaft, in der wir uns entfalten wollen. Haben wir daher den Mut, mehr als bisher auf diese Kompliziertheit hinzuweisen; zuzu­geben, daß es perfekte Lösungen für alles und für jeden in einer pluralistischen Demokratie gar nicht geben kann.

Nur leider  sind die Ergebnisse dieser Bildungsreform bei uns wie anderswo nicht mehr zu spüren:

Written by medicus58

3. Januar 2019 at 21:57

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Optimismus ist Pflicht

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Zum Jahreswechsel fiel es wieder besonders deutlich auf:

Man trug wieder Optimismus

Über die Hälfte aller Wähler wären mit der Regierung zufrieden.

Der Handel war zwar nicht ganz mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden, aber erwartete optimistisch noch vom Umtausch der Geschenke und Eintausch der Gutscheine ein gutes Ergebnis.

Der eine Herr schüttelte zwar missbilligend sein Haupt beim Neujahrskonzert, der Rest paschte wie jedes Jahr frenetisch sich und dem Radetzky zu.

Unser Bundeskanzler saß allen Gerüchten zum Trotz in blonder Begleitung neben einem Europäischen Schwarzen und strahlte Optimismus aus.

Spaßbremsen, Miesepeter, Kassandras und Kritiker haben wir satt, die vergiften bloß das Klima und das ist vergiftet genug.

Nachdem die Messages unter Kontrolle gebracht wurden, steht als nächster Schritt die Kontrolle der Empfänger an.

Sind Sie einfach optimistisch, halten Sie die Sektgläser nicht für halb leer, wenn Sie noch für voll genommen werden wollen.

Written by medicus58

1. Januar 2019 at 23:21

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