Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Der KAV ist tot, welchen Namen er trägt ist nebensächlich

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Der Wiener Krankenastaltenverbund, der seit etwas über 17 Jahren als „Unternehmung der Stadt Wien“ das Dach aller verbliebenen städtischen Krankenhäuser, Pflegeheime und Ausbildungsstandorte für Pflegepersonal und der nicht-ärztlichen Strukturen des Allgemeinen Krankenhauses (exklusive Meduni Wien) bildet, ist kaputt gemacht worden. Wie er und seine einzelnen Standorte dann im Nachruf genannt werden ist einerlei; das sei denen ins Stammbuch vermerkt, die jetzt dazu aufrufen einen Krieg mit Gesundheitsstadtrat Hacker über dessen Umbenennungpläne vom Zaun zu brechen, weil sie lieber im Wili als in der Klinik Ottakring arbeiten wollen (Klinik unter Psalmen).

Das ist ein Nebenschauplatz und wenn die PR Maschine des Rathauses die KH Nord Geschichten durch Umbenennung aus dem kollektiven Gedächtnis streichen wollen, sei ihr dieses Scheitern vergönnt.

Worüber wir diskutieren sollten wäre, wie ein zwar behäbiger und nicht ganz billiger Betrieb durch permanente politische Interventionitis an Kopf und Gliedern systematisch kaputt gemacht wurde. Beginnen wir mit den Köpfen in der Generaldirektion:

Univ.-Prof. Dkfm. Dr. Eugen Hauke (1997-28.2.2005) , ein universitärer Theoretiker schien durch seine Ausbildung als Krankenhausökonom und Tätigkeit im Kontrollamt der Stadt Wien zumindest fachlich prädestiniert den „Konzern“ zu managen. Überdies hat er seit 1997 den Übergang von einer Magistratsabteilung zu einer Unternehmung verantwortet. Mit einer Übergangszeit von 3 Monaten durfte er ab Dezember 2004 noch bleiben, aber nun glaubten Bürgermeister Brauner und Gesundheitsstadträtin Brauner, dass der Konzern besser durch den Gynäkologen, Gewerkschafter und ehemaligen Ärztlichen Direktor der Rudolfstiftung
Dr. Wilhelm Marhold (1.3.2005-31.5.2014) geführt werden sollte. Ob die in seiner Ära getroffenen Entscheidungen zum KH Nord nun gut oder schlecht waren, bemühen sich viele Kontrollamts/Stadtrechnungshofberichte und ein U-Ausschuss zu klären, doch darum geht es nicht. Hier geht es um den drastischen Führungswechsel von einem gelernten Wirtschafter zu einem gut vernetzten Arzt.

Wie Marhold zuerst als Teildirektor installiert wurde, kam der nächste Kurswechsel mit dem auf diesem Blog hinlänglich besprochenen multi Prof. Gynäkologie, Gerontologie, Betriebswirt, Wirtschaftsjurist, Arbeits- und Organisationspsychologe Dr. Udo Janßen (1.11.2014 -20.3.2017) (Mann, ist der Mann gut, der nun im KAV aufräumt …. ), in gleicher Weise. Die Politik setzte den Nachfolger dem amtierenden Generaldirektor als Teildirektor in den Nacken, um eine politisch gewollte Radikalwende (Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration) durchzuboxen.

Der Rest (Skandale, Beraterkosten, Abgang Janßen, Abgang Wehsely, Ausslagerungsdiskussion, Abgang Frauenberger) darf dem Kurzzeitgedächtnis als bekannt vorausgesetzt werden. Irgendwann hat man nach einem Führungsvakuum dann die jetzige Direktion auf Abruf berufen und alle warten, wie und durch wen eine noch unbekannte ausgelagerte Struktur zukünftig geführt werden soll, und das auch schon seit fast zwei Jahren.

Natürlich können und müssen sich Führungsstrategien in einem Großkonzern an geänderte Rahmenbedingungen anpassen, aber nicht um 180° alle vier Jahre und nicht um den parteipolitischen Wünschen, sondern den medizinischen Bedürfnissen zu folgen.

Mein und Ihr Zeitbudget (sollten Sie nach einem unvorsichtigen Mausklick bis hier her weitergelesen haben) verbietet es auf noch mehr Details einzugehen, aber kein Betrieb mit rund 30.000 Mitarbeitern, die übrigens nach wie vor und auch in Zukunft von der MA 2 verwaltet werden, können dieses Hü und Hott unbeschadet überleben.

Darüber müsste man mit dem Gesundheitsstadtrat streiten, dass er endlich klar stellt, welche Struktur der KAV haben wird, wer in der Generaldirektion das Sagen hat, damit die Horden sündteurer externer Berater uns im Kernprozess nicht mehr von der Arbeit abhalten.

Den Namen auf dem Totenschein füllt ohnehin ein Turnusarzt aus, verdammt, die gibt es ja auch nicht mehr ….

Sollten Sie weiterlesen wollen:

Die stillste Zeit im KAV: revisited
KAV, und wer wird’s?

KAV wird Anstalt öffentlichen Rechts ab 1.1.2019

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 1: Kafkaeskes Prozessmanagement )

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 2: Hilfe gegen den Helpdesk)

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 3: Drinnen und draußen)

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 4: Primaten raus)

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 5: Persönliches zum Personal)

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 6: Der Dank)

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Written by medicus58

24. März 2019 at 14:28

Bald gibt es 407 Mediziner mehr in Wien und alle heißen Watzlawick

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More of the same,

mit anderen Worten einer nicht funktionierenden Strategie durch vermehrte Anstrengung doch noch zum Durchbruch zu verhelfen.

Paul Watzlawick hat diesen Fehler schon in Change. Principles of Problem Formation and Problem Resolution vor einem halben Jahrhundert beschrieben, im Wiener Rathaus scheint man das aber noch immer nicht zu realisieren.

Gerade drückt mir nämlich ein Krone-Verkäufer dieses Extrablatt für angebliche 50 Cent ungefragt und gratis in die Hand, und nach Adabei Schleim über Dancing Stars und Phantomwelpen lese ich, dass Wien mit 407 zusätzlichen Medizinern und 30 Primärversorgungszentren nahezu überschwemmt werden soll.

Dabei verrät die Krone ihren Lesern gar nicht, dass zu den AMAs (also eine Art Praktikerordination des Ärztefunks) bald auch noch EVAs (auch so was ähnliches) dazu kommen.

Einen Haken hat das aber für alle, die die über Jahrzehnte aufgebauten Defizite der extramurale Versorgung jetzt ausbaden:

Die Ärzteschwemme ist für 2025 angekündigt, d. h. die meisten dieser Retter aus der Not sind aktuell gerade dabei ihr Studium abzuschließen und wurden durch Aufnahmetest vor einigen Jahren numerisch so selektiert, dass sie bei niedriger drop out rate gerade den zu ihrem Studienbeginn für notwendig erachteten Bedarf abdecken können.

Auch wie die Anzahl der Primärversorgungszentren in 6 Jahren ver-15-facht werden soll, wenn man es aktuell grad bei Nachsicht aller Taxen zu 2 gebracht hat, bleibt auch offen.

Eines ist aber gewiss, das Papier auf dem das alles gedruckt wurde, wird bis zur Erfüllung all dieser Versprechungen noch sehr oft bedruckt oder überhaupt einem noch intimeren Gebrauch zugeführt werden.

Written by medicus58

20. März 2019 at 18:01

Hans Jörg, geh voran

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Die Älteren unter uns erinnern sich noch an die Machtübergabe Jörg Haiders an seine Nachfolgerin (Susanne, geh voran) im damaligen Bienenzüchterverein BZÖ, jetzt könnte man den Sager umdrehen.

Hans Jörg Schelling, der als Haupverbandvorsitzender für eine Aufwandsentschädigung von monatilch 3000 € schon einmal die Lösung aller Probleme unseres Gesundheitssystems im Helpdesk gefunden hat (Drücken Sie die 1 wenn Sie krank sind oder die 0 wenn sie tot sind) krönt sein Karriere in dem er mit PRAEVENIRE, dem Gesundheitsforum Seitenstetten erneut uns allen voraus geht und:

den Patient im Mittelpunkt des Miteinander aller Interessensgruppen
stellt und mit Structure follows strategy zum Schluss kommt
PRAEVENIRE ist, dass es um Menschen und nicht Systeme geht.

Im Schlagschatten des Stifts Seitenstetten klingt der Ansatz auf Latein noch humanistischer und zukunftsforscher:

prae-veniō <venīre, vēnī, ventum>

praevenio(m. Akk.)zuvorkommen, überholen

Angesichts des Vorsitzenden und seiner Vita, vom XXXLutz-Steuerschoner und -Millionär zum Wirtschaftskämmerer und Finanzminister, mögen Zweifel aufkommen, ob es im bei seinen Aktivitäten nur um unser aller Gesundheit geht, aber auch dafür würde sich der Name seines Vereins eignen, gibt doch das Wörterbuch als weitere Übersetzungunsmöglichkeit auch Folgendes an:

praeveniovereiteln, verhindern

Aber schließlich findet man unter den Unterstützern auch die ÖÄK und die Wiener Ärztekammer, neben den üblichen Verdächtigen….

Written by medicus58

19. März 2019 at 17:11

Fridays For Future

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Sind Sie dafür, dass Ihre Kinder die Schule für’s Klima schwänzen sollen, oder eher dafür, dass sie vielleicht von echten Lehrern und nicht von Studenten im letzten Studienabschnitt durchs Jahr geschleppt werden?

OK, ich probiere es wieder:

Spricht es für unser Bildungssystem, dass die Alten sich freuen, dass die Jungen durchsetzen wollen, was die Alten seit mindestens 2 Jahrzehnten an der Wahlurne versemmelt haben?

Spricht es für die politische Bildung unserer Jungen, dass sie glauben, dass ein bißchen Woodstock die Welt ändert? Vielleicht sollte man nicht nur die Zeitzeugen des Dritten Reichs hören, sondern auch die Nachgeborenen hören, die erklären was aus den 68ern geworden ist und warum.

Written by medicus58

16. März 2019 at 00:08

Veröffentlicht in Renaissance der Aufklärung

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Wenn Sie jemand unterstützen will, werden Sie wachsam

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Halten Sie mich für paranoid, aber mich nervt zunehmend die betuliche Umschreibung der fehlenden Problemlösung durch die Problem-Verursacher.

Hast Du heute ein Problem wirst Du unterstützt.

Du kaufst eine wackelige Software und ein Helpdesk in Bangalore verspricht Unterstützung bei der Lösung eines Problems, das Du nicht hättest, hätte man Dir ein ausgereiftes Produkt verkauft.

Deine Dienstgeberin erfindet absurde Dienstzeitmodelle und Schemata, verspricht Dir aber Unterstützung bei der Umsetzung, indem Sie Dir noch unverständlichere Ausfüllhilfen übermittelt.

In der gestrigen ZIB2 wird das Gesetz mit dem die Mindestsicherung gekürzt wird, als Ermächtigung der Betroffenen verkauft sich den Arbeitsmarkt zu erobern.

Seit 2000 Jahren verspricht die Kirche die Unterstützung der Armen und Missbrauchten und bietet keine andere Lösung als das Paradies an.

Written by medicus58

14. März 2019 at 08:39

Kaffee-Tratsch oder akkordierte Investigation?

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Am 7. März 2019, 10:34 deckt FP-Seidl per Presseaussendung auf:
Kaffeewärme-Check um 18.000 Euro im KH-Nord spiegelt Sittenbild der KAV-Geldvernichter wider

Definitiv eine #MeeToo Aktion, im Sinne von Shakespeares Lasst mich den Löwen auch spielen, denn die Krone hat schon um 8:54 aufgedeckt:
Projektteam prüfte Wartezeit bei Kaffeeautomaten

Die pinke Opposition liest offenbar weder Heute noch Krone aber eventuell die blaue Konkurrenz, denn erst um 11:02 ging die Presseaussendung der NEOS los, grammatikalisch verwirrend aber nicht ohne Schmäh:
NEOS Wien/Wiederkehr zu KH-Nord Kaffeeautomaten: Teuerste Melange-Tester aller Zeiten

Wobei die Krone auch von den eigenen Kollegen abgeschrieben haben, weil Heute schon am 6.3. 16:44, definitiv online dann am 7.3. um 7:00 entdeckte:
Um so „brühende“ Fragen wie die Wartezeit auf einen Kaffee und die Vorwärmzeit des Automaten zu klären, setzte der KAV ein externes Projektteam ein.

Jetzt mag man sich fragen, wer da von wem abschreibt, aber die selbst ernannte Qualitätspresse hinkt da gewaltig nach, denn Der Standard ging erst um 12:31 dem neuen Skandal nach:
18.500 Euro für Kaffeetest: Nächste Aufregung um Spital Nord und lockte in den ersten 7,5 h 389 Forumbeiträge an.

Fast könnte man glauben, dass die ORF Kritiker diesen zu Recht als Rotfunkt bezeichnen, denn der schloss sich dem allgemeinen Kaffeetratsch erst um 18:04 an und mit grad mal 4 Zeilen Text an.

Ehe nun der Konsum der braunen Bohnen eine Blutdruckkrise auslöst erlaube ich mir hinzuzufügen, dass bei einem Projekt dieser Dimensionen wie einem neuen Krankenhaus weder ein Energetiker noch ein Kaffeautomat die Bilanz rot macht.
Wenn man dem P.T. Publikum die wirklichen Probleme nicht zumuten kann oder mag, dann führt der wöchentliche Zeitungs- und Politikskandal nur zur Abstumpfung, aber vielleicht ist es gerade das, was beabsichtigt wird ….

Written by medicus58

7. März 2019 at 20:53

Klinik unter Psalmen

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Der Begriff Psalm leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet so viel wie in die Saiten schlagen.

Ganz treffend für das, was uns am Faschingsdienstag (!) vom Gesundheitsstadtrat Hacker lautstark mitgeteilt wurde: die verbliebenen Spitäler Wiens mit Ausnahme des AKH werden nun allesamt in Kliniken umbenannt.

Nicht besonders originell, das haben’s in Niederösterreich schon mit jedem Pimperlspital gemacht und so die Patienten glauben gemacht, sie würden von Dr. Frank Hofmann (alias Klaus Jürgen Wussow, Klinik unter Palmen) behandelt werden, wenn sie es schon nicht in die Schwarzwaldklinik geschafft haben.

Nicht besonders originell, um Skandale vergessen zu machen, so wurde schon Lainz zum KH Hietzing, Skylink zum Terminal 3 und jetzt eben das KH Nord zur Klinik Floridsdorf.

Nur wird das Google genau so wenig beeindrucken wie die Bevölkerung, die weiter Pepi- oder Triester-Spital zum Kaiser Franz Joseph Spital (alias KFJ) sagen wird ohne die Hütte je als Sozialmedizinisches Zentrum Süd angenommen zu haben, ebenso wie der Steinhof immer der Platz bleiben wird wo bald einmal das OWS gewesen sein wird.

Auch wird für die Ottakringer das Klinikum Ottakring noch die „Wilhelmine“ heißen, wenn das schon wieder eine neue ärztliche Direktion haben wird.

Schon etwas ärgerlicher könnten jene reagieren, die in Arbeitsgruppen und Wettbewerben die Bezeichnung Wien Kliniken sich ausgewählt haben, was nun Wiener Gesundheitsverbund genannt werden will, weil es nicht mehr der KAV sein will und darf.

Die, die das Ganze wieder einmal zuerst in der Zeitung lasen und nicht von ihrer Dienstgeberin hörten, wundert eh nix mehr,

aber in Wirklichkeit ärgert einfach, dass die strukturellen und organisatorischen Probleme des KAV weiterhin völlig offen sind.

Und damit meine ich jetzt nicht wie manche wahlkämpfenden Personalvertreter die emotionale Bindung an Namen, unausbezahlte Überstunden oder die in die Hose gegangene Besoldungsreform, da meine ich

die ungeklärte Führung und Struktur im Unternehmen (Masterplan, Master BO, Spitalspärchen mit Zusatzdirektionen, Doppelprimariate, zentrale Einkauf und externen Berater, … ) ,

das destruktive Spiel zwischen Stadtpolitik, Gewerkschaft/Personalvertretung und Generaldirektion und

die ungelöste Lastverteilung zwischen Niederlassung und Spital , also das Patt zwischen (noch) rot-grünem Wien, grüner Patientenanwältin und roter Gebietskrankenkasse.

Das endlich zu machen, wäre von den Machern zu erwarten gewesen und nicht ein paar PR-wirksame Benamsungen. Da unterscheidet sich das rot-grüne Wien nicht mehr von der Message-Control der Tückisch-blauen Regierung:

Gold gab ich für Eisen, Urlaubstage für die persönlichen Feiertage.

So befällt einen wirklich noch das Gefühl in einer Bananenrepublik zu leben und in einer Klinik unter Palmen zu arbeiten und es fehlt nicht mehr viel bis man sie zur Klinik unter Dolmen umbenennen sollte.

Written by medicus58

6. März 2019 at 19:55

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