Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Sex sells Standard

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Der Kampf um Klicks nimmt sich auf http://www.derstandard.at manchmal schon ziemlich hilflos aus…. What’s next?

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Written by medicus58

16. Februar 2019 at 11:52

Ich habe da eine Überweisung…

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Manchmal bin ich ja selbst beinahe davon begeistert, was die Medizin schon alles kann. Genscheren, die an unserem Erbgut schnipseln, eine Infusion von speziell auf den individuellen Blutkrebs trainierten Immunzellen, die zwar mehr kostet als der Durchschnittsverdiener sein bisheriges Leben ersparen kann, aber dafür die Krankheit praktisch in Luft auflöst. Algorithmen, die jede Uniklinik in den Schatten stellen und OP-Roboter die zielsicher im hintersten Winkel des Körpers rausschneiden, was uns die Molekulare Bildgebung scheinbar aus dem Nichts visualisiert hat.

Nur dann holen mich Telefonate wie dieses da auf den medizinischen Alltag:

Ja, hallo, ist dort die Abteilung für…?

(Na, was glauben Sie denn welche Nummer Sie gewählt haben?) Ja

Kann ich mit einem Zuständigen sprechen?

(Na glauben Sie es hebt die Putze auf dieser Nummer ab?) Wie kann ich Ihnen helfen?

Ich habe da eine Zuweisung (Pause)…

Ja, aber eine Zuweisung wofür?

Ich kann das nicht lesen.

Wer hat denn die Zuweisung geschrieben?

Von meinem Arzt.

(Na wenigstens nicht von der Nachbarin…) Was ist denn das für ein Arzt, welches Fach hat er denn.

Mein Hausarzt hat gesagt ich soll mir das bei Ihnen anschauen lassen.

Ja, tut Ihnen etwas weh?

Nein, aber die Befunde sind nicht gut.

Haben Sie die Befunde dabei und können Sie sie mir vorlesen, damit wir draufkommen für welche der Spezialambulanzen ich Ihnen einen Termin geben soll…

Na, die Befunde liegen noch beim Arzt.

Na, dann wird es wohl das Beste sein, Sie besorgen sich die Befunde und kommen mit der Zuweisung vorbei, und wir schauen gemeinsam, wie wir Ihrem Arzt helfen können.

Ja, Danke.

Gerne.

Written by medicus58

13. Februar 2019 at 21:17

Kopfschmerzen

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Um den Facharbeitermangel auszugleichen braucht Deutschland und Österreich massive Zuwanderung hörte ich heute einen deutschen Experten sagen.

Andererseits sind auch nach Jahren viele Zugewanderter nicht am Arbeitsmarkt angekommen.

Wir brauchen mehr Mittel, um Zuwanderer zu qualifizieren, sagten deshalb andere Experten.

Wir haben einen massiven Fachärztemangel, da freute ich mich zu hören, dass ein zugewanderter Chirurg nostrifiziert hat, musste aber verwundert hören, dass er jetzt in der Geriatrie arbeiten will.

Noch nie hatten so viele einen Job wie heute, aber die Arbeitslosigkeit wird steigen, hören wir seit Jahren.

Andererseits werden gerade die höherqualifizierten Jobs durch Digitalisierung obsolet werden, während die manuellen Jobs durch Roboter erledigt werden, sagen Experten.

Ich gebe zu, ich krieg das alles nicht auf die Reihe:

Geht uns nun die Arbeit aus oder die Arbeiter?

Braucht eine der am höchsten entwickelten Gesellschaften der Ersten Welt Fachkräfte von außen, weil sie diese nicht mehr selbst hervor bringen (und halten) kann, da sie mit dem Konsum der Billigwaren aus der Zweiten und Dritten Welt voll ausgelastet ist?

Oder ist das eh alles egal und es geht um ganz was anderes?

Written by medicus58

12. Februar 2019 at 17:40

Jetzt wird’s kompliziert

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Denke ich mir , gehst zu einem berühmten Arzt, wer ist a berühmter Arzt, ein Chirurg (Herr Travnicek).

Fachärzte sind zu teuer, wir brauchen mehr Allgemeinmediziner (Gesundheitsökonom)

Wir ernennen die Praktiker zu Fachärzten für Allgemeinmedizin und schon sind sie aufgewertet (Ärztekammer-Bundesminister im Chor).

In einer retrospektiven Kohortenstudie haben kanadische Wissenschaftler die Daten von 2,5 Millionen Patienten analysiert, um der Frage nachzugehen, wer den die kompliziertesten Fälle behandelt hätte.

Nein, kompliziert war in diesem Fall nicht der Inuit, mit dem sich der Gastarzt nicht verständigen konnte sondern 9 andere Kriterien:

  • wie viele andere Krankheiten hat der Patient noch (Komorbiditäten),
  • wie viele Medikamente wurden ihm schon verordnet,
  • war er (auch) psychisch krank (z.B. Alkoholsucht, Depressionen oder Schizophrenie),
  • die Anzahl der aufgesuchten Fachbereiche,
  • die Anzahl der behandelnden Ärzte,
  • die Anzahl der Tage in einer Klinik,
  • die Anzahl der Besuche einer Notaufnahme,
  • war er in eine Pflegeeinrichtung (Langzeitpflege) augenommen,
  • und seine Gesamtmortalität, also wie lange er die Segnungen des Systems genießen konnte oder durfte.

An Hand dieser Parameter erkennt man übrigens auch das, was ein ELGA halt so hergibt und was dann eben nicht an den 13 Facharztgruppen untersucht wurde, wobei man wegen Datenmangel gleich mal die Onkologen, Geriater, Zahnärzte und Psychiater/Psychotherapeuten ausgenommen hat, ehe man seine Ergebnisse ins JAMA Network Open stellte.

And the winner is …

Nephrologen vor Infektiologen und Neurologen, gefolgt von Pneumologen, Hämatologen, Rheumatologen, Gastroenterologen, Kardiologen, Internisten, Endokrinologen, Immunologen, Dermatologen und „Familienmedizinern“

Ohne diese statistische Fingerübung zur Amortisation elektronischer Krankenakte schlecht reden zu wollen, viel mir eines dabei ein:
Der schwierigste Patient war schon immer (und wird es auch in Kanada sein“, dem eigentlich nichts fehlt aber dies niemandem glaubt.
Auf der Suche nach jemandem der ihm endlich diagnostiziert verbraucht er unzählige Kapazitäten, die sich im Sinne einer Absicherungsmedizin durch unzählige Untersuchungen und Überweisungen doch keine Blöße erlauben wollen, eine komplizierte Diagnose zu übersehen.

Mir schiene das die eigentliche Antwort auf die Frage der kanadischen Kollegen, nur kriegt man das mit statistischen Mitteln nicht so leicht heraus, wenn man nicht danach sucht.

Written by medicus58

10. Februar 2019 at 11:59

Aufwertung der Pflege my ass

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Noch dröhnt es in den Ohren, denn der 4.12. 2018 ist ja noch gar nicht so lange her:
ÖVP und FPÖ wollen „menschenwürdige und hochwertige Pflege“ in Österreich sicherstellen. Das steht im Vortrag an den Ministerrat, den Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) am Mittwochvormittag abgeben wird. Ein Masterplan-Pflege kommt Ende 2019.

Die jetzigen Warnstreiks in 75 Betrieben waren in diesem Masterplan wohl nicht vorgesehen.

Die Verhandlungen betreffen rund 100.000 Beschäftigte im privaten Sozial- und Gesundheitsbereich: Pflegekräfte, Mitarbeiter in der Behindertenhilfe, der Senioren- und Jugendhilfe, die in Organisationen wie der SPÖ-nahen Volkshilfe, dem ÖVP-nahen Hilfswerk oder der Lebenshilfe; größter Arbeitgeber ist die Senecura Gruppe mit 81 Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen in Österreich oder in Wien das „Kuratorium Wiener Pensionistenwohnhäuser“. Nicht in die Sozialwirtschaft eingebunden sind die Caritas, die Diakonie und das Rote Kreuz, die eigene Kollektivvertragsverhandlungen führen.

Wie es der Pflege in solchen mehr oder weniger private Einrichtungen geht, hat kürzlich an Hand der Geburtshilfe eine deutsche Ärztin dargelegt.

Aber vielleicht habe ich mich geirrt und das alles hat unsere weise A-Sozialministerin schon längst alles eingeplant in ihrer neoliberalen Voraussicht, das alles am besten selbst lösen sollen: Schon jetzt wird der Großteil der pflegebedürftigen Menschen – rund 80 Prozent – zu Hause betreut.

Ist ja vielleicht eh ganz gerecht, solange uns niemand in die Vermehrung dreinredet, dass wir dann für die sorgen müssen, die in Ermangelung heute vorhanderner Ablenkungsstrategien halt Kinder in die Welt gesetzt haben. Was ich halt so schwer auf die Reihe kriege, weshalb wird dann in einem Land leben, das eine der höchsten Abgabenquoten der Welt hat ..

Und noch was gehört hinzugefügt, streiken tun da jetzt mal die, die nicht direkt im stadt- und staatsnahen Bereich arbeitenden und auch nicht die bei den zum Teil mit Gottes Lohn entlohnenden Arbeitgebern, sondern die dazwischen. Gehen wir aber nicht davon aus, dass es den andren sooo viel besser geht…

Written by medicus58

9. Februar 2019 at 23:04

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Fall David cont.

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Ich habe im August 2018 über einen Vorfall in Salzburg unter dem Titel:
Es ist richtig dass über Zwischenfälle im Gesundheitsbereich diskutiert wird über die Berichterstattung sollte man aber auch diskutieren berichtet und versprochen über neu Ergebnisse zu berichten. Aktuell hat die Krone den Fall erneut aufgenommen:

29.1.2019 Krone Tod nach Routine-OP Fall David: Verzweifelter Kampf um Gerechtigkeit

30.1.2019 Krone „Sehr nachlässig“ Keiner will Schuld an Davids Tod auf sich nehmen

30.1.2019 Heute 17 Monate alter Bub nach Muttermal-OP gestorben

31.1.2019 Krone Fall David Narkose bei vollem Magen: Ärzte in Erklärungsnot

Bemerkenswert haben keine anderen Print-Medien die Geschichte so konsequent versorgt, nur die Tiroler Nachrichten berichtet über eine Stellungnahme 17 Monate altes Kind 2 – Stellungnahme des LKH Salzburg

Salzburg (APA) – Das Salzburger Landesspital nahm gegenüber der APA am Mittwochabend noch einmal zu den Medienberichten über den Tod des 17 Monate alten David Stellung, der nach einer kleinen Operation gestorben war, weil er bei der Entfernung eines kleinen blutenden Muttermals in der Narkose Erbrochenes eingeatmet hatte und erstickte. Das Kind sei damals zwar tatsächlich als Sonderklasse-Patient eingewesen worden, allerdings sei dieser „Status“ zwei Tage später auf Wunsch der Eltern zurückgestuft worden, sagte eine Sprecherin der Klinik.

Geht man so mit einer schwerwiegenden Anschuldigung vor?

Written by medicus58

6. Februar 2019 at 17:28

Hätte ich mich ja nie zu sagen getraut, aber

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Sie ist Ärztin, und sie hat Vorbildfunktion.
Nur: Russwurm hat Medizin studiert, war aber nie Ärztin.“
aber der geschätzte Radioblogger Stefan Kappacher darf das und wie schon öfters empfehle ich hier seinen rezente Blog:
I am Legend

Written by medicus58

5. Februar 2019 at 22:18

Veröffentlicht in Allgemein

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