Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Ungereimtheiten zum Tode vor dem Spital und alle wissen es nun besser

with 19 comments


Ein Mann wurde am 2.11. von einer Passantin in seinem Auto bewusstlos aufgefunden: Diese wendet sich um Hilfe an den Portier eines nahe gelegenen Belegspitals und wird mit der Bemerkung, die Ärzte dürften das Spital nicht verlassen abgewiesen und auf die Zuständigkeit der Rettung verwiesen.
Letztlich kommen doch Spitalsärzte auf die Straße,
rasch ist die Rettung da und bringt ihn in eine nahe gelegene Notaufnahme, was den Mann nicht mehr retten kann:
Mediale Aufregung bis gestern im ORF Thema.

Selbstverständlich ist das Geschehen für Angehörige, Beteiligte und medizinische Laien unverständlich, wobei die befragten Experten in meinen Augen wenig zur Klärung beitrugen. Einigkeit herrscht offenbar nur, dass der Hauptschuldige der Portier war und wie immer alle nachgeschult werden müssen. Vielleicht erinnern wir uns an einen Vorfall IN diesem Krankenhaus: 
Patientin vergiftet: Nur der Turnusarzt muss zahlen

Für Jurist und Kammeramtsdirektor der Wiener Ärztekammer, für den Gesundheitsstadtrat und die Patientenanwältin war es sofort klar, dass in solchen Fällen Spitalsärzte aus dem Haus eilen müssten (was übrigens innerhalb eines gewissen Radius auch meiner Empfindung entspräche). Nachdem sich die betroffene Spitalsleitung (wie wir gleich sehen werden konkordant) auf das Krankenanstaltengesetz berief und war ihnen schlussendlich plötzlich klar, dass im Notfall alle Vorschriften außer Kraft gesetzt werden können und müssen. Nur scheinbar eindeutig die von der Presse zitierte Aussage eines KAV- Sprechers: Bei uns gibt es keine Regelung, die so etwas besagen würde. Wenn es um das KAV-Areal geht, dann ist das Spitalspersonal zuständig.“

Ja, wenn es um das Spitalsareal geht, ist die Sache sonnenklar, aber darum ging es hier nicht, wenn man Spitalsareal im Sinne des Grundbuches interpretiert.

Was mich an diesem Fall, unabhängig ob eine sofortige ärztliche Hilfe an seinem Ausgang etwas geändert hätte aber nun ärgert, ist meine persönliche Erfahrung, die in arger Diskrepanz zu den forschen Aussagen der üblichen Wortspender steht: 

Erstens werden zumindest in einem großen Krankenhaus seit vielen Jahren neu eintretende Ärzte explizit vom Notfallteam darauf hingewiesen, dass die Zuständigkeit der Herzalarmteams an den Spitalsgrenzen endet und dort im Notfall die Rettung zu verständigen ist. Davon scheint nun niemand mehr was im System zu wissen.

Dass dem so ist habe ich selbst erfahren müssen, als sich das Eintreffen der Rettung verspätete und ich vergeblich versuchte eine nach einem Sturz zwar nicht lebensgefährlich verletzte aber trotzdem stark blutende alte Frau von der Straßenbahnhaltestelle vor einem Spital in dieses zu „turfen“.

Warum wird in all der Auseinandersetzung nicht auf den sehr unterschiedlichen Qualifikationsgrad verschiedener Spitäler und Spitalsbetreiber verwiesen, um auch der Öffentlichkeit klar zu machen, dass das „Rosinenpicken“ im Finanzierungssystem zu Lasten der Häuser der öffentlichen Hand geht, die eben eine entsprechende Vorhaltekapazität einrichten, die nicht adäquat refundiert wird.

Ja, und wenn sich das betreffende Beleg- (nicht Schwepunkt-)spital der Vinzengruppe auf seiner Homepage wie folgt präsentiert: 

Mehr als nur ein Krankenhaus
Das Göttlicher Heiland Krankenhaus Wien, ein Unternehmen der Vinzenz Gruppe, ist auf Gefäßmedizin, Herzerkrankungen, Neurologie und Chirurgie, insbesondere für ältere Menschen spezialisiert.

Ja, dann frägt sich nicht nur der medizinische Laie, weshalb nach Aussage der Spitalsleitung Expertise, Geräte und Schulung FÜR DIE ERSTVERSORGUNG EINES KREISLAUFSTILLSTANDES IN DIESEM SPITAL FEHLEN (wir reden hier noch nicht von Akutkatheter, Ballonpumpe, oder ECMO).

Ja, weil seit 2012 Stillschweigen zur Errichtung eines Potemkinschen Dorfes im Gesundheitssystem herrscht. Insbesondere auch von den genannten Wortspendern.

Advertisements

Written by medicus58

13. November 2018 at 15:53

Erinnerungen an eine Debatte 5.11.1978-5.11.2018

leave a comment »


Zwent

Ich kann mich noch gut an die abendliche Veranstaltung erinnern. Kurz vor der Volksabstimmung über die Inbetriebnahme des fertigen AKWs in Zwentendorf bei Wien hat die Hochschülerschaft zu einer Diskussion mit „Vertretern der Energiewirtschaft“ geladen und der Hörsaal war bumm voll.

Für die geladenen Herren im Nadelstreif waren alle Probleme technisch gelöst oder ihre Lösung stünde unmittelbar bevor. Die nächste AKW Generation würde die Abfälle der jetzigen Meiler begierig verbrennen und für das was überbleibt gäbe es dann schon ein Endlager. Würde Zwentendorf nicht in Betrieb gehen, würden in wenigen Jahren die Lichter ausgehen.

Ersteres und Letzeres fand bekanntlich so nicht statt und Endlager im eigentlichen Sinn gibt es seit kurzem eines weltweit, aber das liegt in den USA und nimmt nur US Müll.

Die deutlich überwiegende Mehrheit der AKW Gegner sah hingegen Maikäfer so groß wie Seeadler auf unsere missgebildeten Babys zukommen. Energie gäbe es genug, ein paar Windräder und Sonnenkollektoren und wir können auf Zwentendorf verzichten. Energiesparen ist nicht so wichtig.

Jede Wortmeldung der Befürworter wurde niedergelacht, jede Wortmeldung der Gegner beklatscht. Die Nadelstreifler saßen den Zirkus ab und blickten immer häufiger auf ihre Armbanduhren.

Eine nur annähernd an Argumenten orientierte Diskussion war unmöglich. Übrigens ist das auch nach Three Mile Island 1979, Tschernobyl 1989 und Fukushima 2011 geblieben.
Abstreiten oder Übertreiben, dazwischen gab es und gibt es wenig.

Ich war und bin gegen die Energiegewinnung durch Kernenergie, aber nicht weil der Betrieb so gefährlich wäre, eher schon, weil bereits damals klar wurde, dass sich der Betrieb eines einzigrn AKWs nicht rentiert und damit zwangsläufig immer mehr gebaut werden müssen. Das für mich wesentliche Argument fand aber schon damals bei jener ÖH Veranstaltung keine wirklichbreite Zustimmung:

Es ist einfach unethisch die Gewinne, nicht nur die der Betreiber sondern die aller Nutznießer jetzt einzufahren, die Kosten aber auch Generationen zahlen zu lassen, die von dem ganzen Ding keinen Nutzen mehr aber gesundheitliche Risiken und finanzielle Kosten haben.
Allen Noch-immer-Befürwortern sei gesagt, dass Zwentendorf, wäre es damals in Betrieb genommen worden, heute bereits vom Netz gegangen und abgebaut werden hätte müssen.

So richtig die damalige Entscheidung war, so verlogen verhielten sich im Vorfeld und in der Folge Politik, Energiewirtschaft und AKW Gegner.

Das gesamte AKW wurde noch Jahre und trotz Atomsperrgesetz mit voller Belegschaft Instand gehalten und erst 1985 still eingemottet

Bei Stromimporten wurde nicht wirklich darauf geschaut, wie viel „Atomstrom“ da nach Österreich kam.

Energiesparen war jenseits von Selbstfindungszirkeln alternativer Latzhosenträger kaum ein Thema.

Eines habe ich damals in diesem Hörsaal aber gelernt:

Öffentliche Diskussionen sind selten rational.

Nur weil man mit Menschen ein gemeinsames Ziel verfolgt, heißt das noch lange nicht, dass man auch alle ihre Argumente teilt.

Auch richtige Entscheidungen können auf Grund falscher Argumente getroffen werden.

Und wenn wir an die kürzlich erfolgte Befragung über ein Berufsheer denken, dann hat sich in diesen 40 Jahren nichts zum Besseren gewandt.

PS: Das Foto stammt übrigens wirklich aus dem AKW Zwentendorf.

Written by medicus58

5. November 2018 at 19:27

Warum die 24h-Pflege nicht sobald durch Künstliche Intelligenz ersetzt wird

with 6 comments


Während manche Kammerfunktionärin heute die Medien mobilisiert, damit bei uns auch über 70-Jährige noch ihren Kassenvertrag behalten dürfen (und für die tägliche Arbeit andere einstellen können) 
Mit 70 soll Schluss sein? Das Nachspiel zum Schlusspfiff 
haben in einer aktuellen Umfrage unter 3400 US-amerikanischen Ärzten 7 von 10 angegeben, ihren Familienangehörigen nicht zu raten, auch den Beruf des Arztes anzustreben.

Desillusionierung mit der beruflichen Praxis, Elektronische Gesundheitsakten, Bürokratie und neue Abrechnungssysteme (Pay-for-Performance-Reimbursement) werden als Ursachen für eine zunehmende Verschlechterung der Gesundheitsversorgung und des Patient-Arzt-Verhältnisses genannt. 
61% der Befragten lehnen die elektronische Patientenakte ob ihrer schlechten Funktionalität, Verlässlichkeit und fehlenden Interoperabilität als frustrierend für Patienten und Ärzte ab.

In wenigen Tagen (25.-30.11.) öffnet der RSNA in Chicago wieder seine Hallen. Diese Veranstaltung der Amerikanischen Radiologischen Gesellschaft ist mit (2017) 52.657 Teilnehmern einer der größten Kongresse überhaupt.
Radiologen zählen weltweit zu den am besten honorierten Fachärzten und Einsparungen lassen sich im Dienstleistungsbereich nur durch Personalreduktion realisieren. Kein Wunder, dass jedes Hilfsmittel freudig begrüßt wird, das verspricht Radiologen durch Algorithmen zu ersetzen. 

Über sieben Jahre ist es her, da habe ich mich hier erstmals mit den Pflegehelferinnen aus dem Osten beschäftigt und mich später auch einmal mit den Nutznießern dieses Systems auseinandergesetzt: 
Die Abkassierer der 24-Betreuung sind unter uns 
Während das Brutto-Einkommen von 24h-Pflegerinnen eher knapp am Steuerfreibetrag liegt, verdienen Radiologen in den USA, der Schweiz und Norwegen jenseits der 300.000 $ pro Jahr. 
Zugegeben, bei uns in Österreich ist das deutlich weniger, aber für jeden eingesparten Facharzt kann sich „das Gesundheitssystem“ noch immer mehr als eine handvoll Pflegerinnen leisten. Wen wundert es da, dass gerade am heurigen RSNA die einschlägigen Angebote boomen. Ob man nun als Arzt seinen Angehörigen raten soll eine Pflegerinnenausbildung zu machen oder doch in die IT-Industrie zu wechseln, soll vorerst einmal offen gelassen werden.Für die Patienten scheint es auch Vorteile zu haben, denn  der diagnostische Teil der Medizin bleibt ihnen i.d.R. verborgen. Kongressveranstalter sollten jedenfalls gewarnt sein, denn die 1996 erreichte Traummarke von über 61.000 Teilnehmern beim damaligen RSNA werden sie wohl nie mehr erreichen. Ja, und wer nun glaubt, dass das alles nix mit unserem Gesundheitssystem zu tun hat, der sei auf meinen Artikel vor weniger als einem Jahr erinnert:
Gesundheit: Zwischen den Zeilen des Regierungsprogramms 
Die Digitalisierung und Telemedizin werden dazu verstärkt eingesetzt; eHealth Anwendungen und Angebote erleichtern den Menschen den Zugang und helfen zukünftig, die Gesundheitskompetenz in der Gesellschaft zu erhöhen
 
(AI=Artificial Intelligence= KI) 

Scientific and Educational Presentations

AI algorithm could decrease number of thyroid biopsies 
Sunday, November 25 | 10:55 a.m.-11:05 a.m. | SSA12-02 | Room S406B 
In this presentation, researchers will describe how the use of an artificial intelligence (AI) algorithm could obviate the need for many biopsies performed on thyroid nodules.

Free-text reports boost AI performance in chest x-rays 
Sunday, November 25 | 11:55 a.m.-12:05 p.m. | SSA12-08 | Room S406B 
A team from the U.S. National Institutes of Health will describe how using free-text radiological reports in training an artificial intelligence (AI) framework can improve performance in classifying multiple results on chest radiographs.

AI taps prognostic power of CT lung cancer screening 
Monday, November 26 | 10:30 a.m.-10:40 a.m. | SSC03-01 | Room E451A 
By analyzing CT lung cancer screening exams, an artificial intelligence (AI) algorithm can predict the likelihood of five other major diseases, researchers from California will report in this presentation.

Deep learning elevates mammography CAD performance 
Monday, November 26 | 11:10 a.m.-11:20 a.m. | RC215-13 | Arie Crown Theater 
Mammography computer-aided detection (CAD) software based on deep learning can perform comparably to radiologists in detecting breast cancer and at a higher level than traditional mammography CAD applications, according to Dutch researchers.

AI speeds up DBT reading time, helps find more cancers 
Monday, November 26 | 11:20 a.m.-11:30 a.m. | RC215-14 | Arie Crown Theater 
In this talk, researchers will report that the concurrent use of artificial intelligence (AI) software while interpreting digital breast tomosynthesis (DBT) screening exams leads to higher radiologist accuracy and much faster reading times.

Deep learning can spot findings early on chest x-rays 
Monday, November 26 | 11:40 a.m.-11:50 a.m. | SSC09-08 | Room E450A 
Researchers from artificial intelligence software developer Qure.ai will share how their deep-learning algorithms can identify some abnormalities on chest radiographs even before they can be visualized by radiologists.

Portable automated x-ray system targets tuberculosis 
Monday, November 26 | 11:50 a.m.-12:00 p.m. | SSC09-09 | Room E450A 
In this talk, researchers will present a portable x-ray system and machine-learning image analysis application designed to make it easier to diagnose tuberculosis in developing and underdeveloped nations.

AI enables CT screening for osteoporosis fracture risk 
Monday, November 26 | 3:00 p.m.-3:10 p.m. | SSE14-01 | Room E353C 
Artificial intelligence (AI) algorithms could enable screening for the risk of osteoporosis-attributed bone fracture by analyzing CT scans that are already being performed for other purposes, according to researchers from Switzerland.

Deep learning may yield sharply lower dose from DBT 
Monday, November 26 | 3:00 p.m.-3:10 p.m. | SSE23-01 | Room S502AB 
In this scientific session, a multi-institutional team of researchers will share how deep-learning technology could lead to nearly 80% lower radiation dose to patients from digital breast tomosynthesis (DBT) studies.

Deep learning spots urgent results on radiology reports 
Tuesday, November 27 | 10:30 a.m.-10:40 a.m. | SSG06-01 | Room N230B 
Deep learning and natural language processing can automatically detect urgent findings on free-text radiology reports, U.S. researchers will report in this scientific presentation.

AI can detect 5 conditions on chest x-rays 
Tuesday, November 27 | 10:30 a.m.-10:40 a.m. | SSG13-01 | Room S404AB 
An artificial intelligence (AI) algorithm system can be highly accurate for detecting five specific findings on chest radiography studies, according to South Korean researchers.

Machine learning bests CAD-RADS for risk assessment 
Tuesday, November 27 | 10:40 a.m.-10:50 a.m. | SSG02-02 | Room S104B 
In this talk, researchers will report that machine learning performs better than the Coronary Artery Disease Reporting and Data System (CAD-RADS) for predicting death and coronary events on coronary CT angiography.

AI combs radiology reports for urgent findings 
Tuesday, November 27 | 10:40 a.m.-10:50 a.m. | SSG06-02 | Room N230B 
In this presentation, researchers will share another approach based on artificial intelligence (AI) for automatically flagging radiology results that need to be urgently communicated to referring physicians.

AI algorithm can triage suspected spine fracture cases 
Tuesday, November 27 | 10:50 a.m.-11:00 a.m. | SSG08-03 | Room S102CD 
A team of researchers from California found that an artificial intelligence (AI) algorithm can assess for the presence of spine fractures on CT exams, serving as a triage tool in the acute trauma setting.

Deep-learning algorithms need real-world testing 
Tuesday, November 27 | 11:20 a.m.-11:30 a.m. | RC305-11 | Room S406B 
Researchers from Boston will show why it’s important for deep-learning algorithms to be tested on real-world cases prior to being deployed in clinical practice for image analysis tasks.

AI can prescreen brain MRIs as normal or abnormal 
Tuesday, November 27 | 3:00 p.m.-3:10 p.m. | SSJ18-01 | Room E451B 
Artificial intelligence (AI) can prescreen brain MRI studies and triage abnormal exams for neuroradiologists, according to researchers from New York.

Machine learning reduces MRI scanning times 
Tuesday, November 27 | 3:30 p.m.-3:40 p.m. | SSJ18-04 | Room E451B 
In this presentation, researchers will show how a machine learning-based image reconstruction algorithm can sharply lower scanning times for brain and lumbar MRI studies.

Deep-learning networks help classify breast density 
Wednesday, November 28 | 10:40 a.m.-10:50 a.m. | SSK02-02 | Room E451B 
Deep-learning networks can help classify breast tissue density, according to researchers from NYU Langone Medical Center.

In-house data train breast cancer detection algorithm 
Wednesday, November 28 | 11:20 a.m.-11:30 a.m. | SSK02-06 | Room E451B 
Researchers from California will share how deep-learning algorithms for breast cancer detection can be trained using an in-house image database.

Deep learning bolsters interpretation of chest x-rays 
Wednesday, November 28 | 11:20 a.m.-11:30 a.m. | SSK05-06 | Room N227B 
Researchers from South Korea will present their deep-learning algorithm for the automatic detection of major thoracic abnormalities on chest radiographs.

AI-based CAD can improve breast cancer detection 
Wednesday, November 28 | 11:30 a.m.-11:40 a.m. | SSK02-07 | Room E451B 
Computer-aided detection (CAD) software based on artificial intelligence (AI) can increase radiologist breast cancer detection rates, according to this scientific presentation.

Algorithm accurately detects changes on chest x-rays 
Wednesday, November 28 | 11:40 a.m.-11:50 a.m. | SSK05-08 | Room N227B 
In this talk, researchers will report that a machine-learning algorithm can perform better than radiologists in detecting changes in findings on serial chest radiographs.

AI algorithm can triage routine abdominal CT exams 
Thursday, November 29 | 10:20 a.m.-10:30 a.m. | RC608-07 | Room E451B 
A Swiss team will describe how an artificial intelligence (AI) algorithm can identify acute findings on routine abdominal CT scans, enabling radiologists to prioritize reading of these urgent exams.

Written by medicus58

4. November 2018 at 13:07

Allerheiligen Das Leben nach dem Tod

with 2 comments


Religionen versprechen ein Leben nach dem Tod, politische Ideologien eines davor, gefährlich wird es, wenn die Grenzen zwischen beiden Versprechen verschwimmen.

Written by medicus58

1. November 2018 at 09:33

Veröffentlicht in Allgemein

Mit 70 soll Schluss sein? Das Nachspiel zum Schlusspfiff

with 2 comments


Jeder kennt den Emeritus, der noch mit 80 durch die Gänge der Universität streifte und noch 2010 forderte  Der Standard 
Lasst die Uni- Professoren länger arbeiten!

Wir wollen nun nicht die Anekdoten der Chirurgen und Schauspieler bemühen, die praktisch im OP oder auf der Bühne das Leben aushauchten. Weshalb trotz sichtbarer Altersdefizite das Publikum beider zufrieden (und lebendig) den Ort des Geschehens verlassen konnte, erklärt sich durch die tägliche Erfahrung mit dementen Patienten, die ihre Alltagsroutine weitgehend problemlos bewältigen, während ihr Mini-Mental-Status bereits besorgniserregend ist. 

Obwohl wir seit mindestens einem Jahrzehnt wissen, dass wir zwischen 2017 und 2024 eine Pensionswelle unter Ärzten zu erwarten haben (siehe Beitrag vom 15.2.2010) haben Regierung und Ärztekammer durch Studien- und Ausbildungsreform den Nachwuchs kontigentiert.  
Ehe nun der berechtigte Einwand kommt, dass wir in Österreich eh im OECD Vergleich zu viele Ärzte haben: Das stimmt zum Teil, das wird aber zum Großteil durch das insuffizienten System bedingt und das hat zwischenzeitlich niemand verbessert.

In typischer Manier löst man kein Problem sondern verschafft sich durch Übergangsregelungen die Zeit, in der man auf ein Wunder hofft, dass sich das alles dann schon irgendwie ausgehen wird. Das war bei der Ärztearbeitszeit so und auch 2009 im Sozialrechtsänderungsgesetz so, wo sich Regierung und Ärztekammer einigten:

Dass es heute noch zehn Ärztinnen und Ärzte mit GKK-Vertrag gibt, die älter als 70 Jahre sind, ist einer Einschleifregelung zu verdanken, die 2009 auf Drängen der Ärztekammer Steiermark aufgenommen wurde: Für Ärztinnen und Ärzte, die vor dem 1. Jänner 2010 das 60. Lebensjahr vollendet haben, gilt als Altersgrenze das vollendete 70. Lebensjahr, frühestens jedoch ab dem 1. Jänner 2019. Link

Pünktlich „warnen aber nun Kammerfunktionäre erneut vor Zwangspensionierung„:

Derzeit würden knapp fünf Prozent der Kassenvertragsärzte und -ärztinnen 70 Jahre oder älter sein, sagte Helga Azem, Standesvertreterin bei der Österreichischen Ärztekammer, im Ö1-Morgenjournal. Im kommenden Jahr kommen nochmals sieben Prozent dazu, die die Altersgrenze erreichen werden. Wegen der „Zwangspensionierung“ komme ein „großes Versorgungsproblem auf die Patienten zu“, so Azem weiter.

Fluglinien dürfen ihre Piloten mit 65 Jahren zwangspensionieren, das hat der Europäische Gerichtshof entschieden und ich kenne keinen Fluggast, der das schlecht findet, geklagt hat damals ein Lufthansa-Pilot.
Aber so ein Flieger ist natürlich auch viel teurer als ein Kassenpatient

Dabei ist das ohnehin alles Spiegelfechterei: 
Junge Ärzte wollen zu den bestehenden Konditionen weder Kassenverträge noch Stellen in den Krankenhäusern und angestellte Ärzte verlassen lange vor ihrem gesetzlichen Pensionsalter die Spitäler.

Written by medicus58

29. Oktober 2018 at 16:19

Linke Ärzte: Heilberuf und Berufung, ja geht denn das?

with 2 comments


Wenn Menschen krank wurden, riefen sie früher nach dem Arzt. Wenn es nach der Gesundheitsökonomie geht, sollten wir uns heute eher an Helpdesks, Pflegepersonal oder noch besser an Algorithmen  wenden.

Da ist es umso bemerkenswerter, dass sich die SPÖ in (oder besser nach) ihrer Kernschmelze an eine Ärztin wandte, um zu gesunden. Ob eine Infektiologin und Hygienikerin da die Rcihtige ist, haben wir uns hier schon ausführlich gefragt, was jedoch noch fehlt ist eine Analyse, ob denn Heilberuf und linke Berufung überhaupt zusammen passen. Wenn ich mich so an meine Studienzeit erinnere, wurden da vielleicht einige Linke gedreht, aber die Fakultät war  der Feldherrenhalle näher als dem Arbeiterparadies. Und Joy Pam trat bekanntlich ja auch erst im Zusammenhang mit ihrer Ministerwerdung der SPÖ bei; wobei man ihr zumindest zu Gute halten kann, schon früher bei Bund Sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller & KünstlerInnen angedockt zu haben.

Auch wenn es für manche überraschend sein mag, es gab in der Vergangenheit ein weites Spektrum von Ärzten, die mehr oder weniger linke Politik machten.

Dr. Andreas Gottschalk (1815-1849) betätigte sich in Deutschland schon im Vormärz und wurde der erste Präsident des Kölner Arbeitervereins.

Dr. Gerhard Weber (1816-1891) war mit Karl Marx befreundet und Mitbegründer des Kommunistischen Korrespondenz-Komitees in Kiel.

Dr. Viktor Adler (1852-1918) gründete die Sozialdemokratische Partei.

Dr. Ferdinand Hanusch (1866-1923) sozialdemokratischer Politiker, Gründer der Arbeiterkammer und prägend für die Sozialpolitik in der Ersten Republik.

Dr. Julius Tandler (1869-1936) war Anatom und sozialpolitisch tätig. Seinen Aussagen über Eugenik werden heute zwar kritisiert, ungeachtet dessen hatte er maßgeblichen Einfluss auf die gesundheitspolitischen Maßnahmen des Roten Wiens.

Dr. Alexander Alexandrowitsch Bogdanow (1873 – 1928) war auch Philosoph, Ökonom, Soziologe und Schriftsteller und starb bei einem wissenschaftlichen Selbstversuch des Blutaustausches.

Dr. Karen Horney (1885-1885) war deutsch-amerikanische Psychoanalytikerin und eine der ersten Frauen Deutschlands, die Medizin studierten. Selbst nicht tagespolitisch tätig, zählt sie zu denjenigen, die sich mit Marxismus und der Frauenfrage beschäftigt haben.

Dr Sun Yat-sen (1886-1925), Gründer der Kuomintang und erste provisorische Präsident der Republik China und wird angeblich heute noch als Vorkämpfer der KPCh verehrt, auch wenn es mir in den späten 80er Jahren ziemlich schwer fiel irgendjemand in China zu finden, der sich an ihn erinnerte.

Dr. Salvador Allende (1908-1973) versuchte als demokratisch gewählter Staatspräsident Chiles eine sozialistische Gesellschaft zu errichten und viel einem (von der CIA unterstützen) Militärputsch unter der Führung Pinochets zum Opfer.

Dr. Marie Langer (1910-1987) war eine in Südamerika politisch engagierte Psychoanalytikerin und Ärztin.

Dr. Emanuel Edel (1910-1991) war Sozialistischer Student und trat nach dem Feburarkämpfen 1934 der KPÖ bei, war Frontarzt in Spanien gegen Franco, im zweiten Weltkrieg in der Französischen Widerstandsbewegung gegen Hitler aktiv und nach 1945 Polizeiarzt in Wien.

Dr. Ernesto Rafael Guevara de la Serna (1928-1967) ) arbeitet während seines Medizinstudiums u.a. in einer Peruanischen Leprakolonie, ehe er Teil der Kubanischen Revolution wurde. Er wurde ohne Gerichtsverfahren auf Weisung des bolivianischen Präsidenten René Barrientos Ortuño im Beisein von CIA Agenten erschossen.

Lassen wir uns überraschen, wo sich Frau Dr. Joy Pamela Rendi-Wagner (1971-) innerhalb dieses Spektrums einmal wiederfindet.
Es kann Gott-sei-Dank wohl ausgeschlossen werden, dass ihr die CIA einmal nach dem Leben trachten wird, dazu genügen heute schon die Parteifreunde.

Written by medicus58

14. Oktober 2018 at 16:32

Mehr Privat statt Staat im Krankenhaus?

with 4 comments


Im Zuge dessen, was uns als „Reform“ verkauft wird,  wurden von Tückischblau die Mittel für private Krankenanstalten auf 146 Millionen Euro aufgestockt.
Das medial transportierte Hauptproblem scheint darin zu liegen, dass da HC Strache seinem Freund Worseg öffentliche Gelder zusteckt.

Der freiheitliche Parlamentsclub verteidigt hingegen pflichtschuldig die Maßnahme: FPÖ-Povysil: „Privatkrankenhäuser tragen einen wesentlichen Teil zur Sicherung unseres Gesundheitssystems bei“

Und auch die Wirtschaftskammer, die private Institute und Krankenanstalten vertritt, freut sich nahezu wortgleich:
Fachverband der Gesundheitsbetriebe weist Kritik an der Aufstockung des PRIKRAF zurück

In Wahrheit ist es – unabhängig wo man politisch selbst im Spannungsfeld zwischen Neoliberalismus und Planwirtschaft steht – nicht so sehr das Problem, ob Tückischblau nun das Gesundheitssystem teilprivatisieren  oder Strache einem ihm persönlich nahe stehenden Döblinger Privatkrankenhaus was zustecken wollte.
Vielmehr ist die auch durch die Wiener rot-grüne Stadtregierung zunehmende betriebene Einbindung der privaten (und konfessionellen) Player in die Gesundheitsversorgung problematisch, weil KEINER dieser Träger die teuren Ränder einer Vollversorgung anbietet und dieses Rosinenpicken durch unsere (angeblich) Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung (LKF)  noch begünstigt wird:

Private Player warben seit Jahrzehnten um Geburten, schickten aber im Problemfall die Kinder in die Neonatologien der öffentlichen Trägern. 
Seit Jahren entdecken Private die Onkologie, ohne die entsprechende (teure) Diagnostik und teure neue Therapien selbst anzubieten.
Das künstliche Kniegelenk ist rasch eingebaut, die Komplikationen landen dann beim öffentlichen Träger.
In vielen privaten Belegspitälern ist außerhalb der Kernarbeitszeit die fachärztliche Kompentenz, die Leistungen von Labor und Röntgen mehr als dünn, bzw. oft überhaupt nicht vorhanden.
Treten Komplikationen auf, werden die Patienten dann flugs in die „öffentliche Hand“ abgeschoben

Natürlich können, die das alles nur deshalb, weil die Gesundheitspolitik (warum auch immer) vergessen hat, die Vorhaltekapazität der großen öffentlichen Träger adäquat abzugelten.
Das ist der viel größere Skandal, jedoch ungleich komplexer medial abzuhandeln.

Written by medicus58

7. Oktober 2018 at 12:23

%d Bloggern gefällt das: