Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Verlust der Unkontrolliertheit

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Seit drei Tagen schafft es das Gesundheitsministerium nicht Doppelmeldungen und Nachmeldungen aus seinem EDV System zu klauben und vom Statistiker bis zur Epidemiologin kommen Warnungen, dass das Infektionsgeschehen bald (sic!) unkontrolliert überrollen wird.

Panik in der Bürokratie, Zittern im Volk. Metternich rotiert.

Nur ernsthaft, was hat es denn gebracht, als die Pandemie scheinbar kontrolliert ablief ?

Klar, der Burgarten wurde geschlossen und zahllose Kommissionen tagten, ließen Ampeln blinken, überwiesen dem Roten Kreuz Unsummen für sinnlose Apps, erdachten Strategien und betrieben Contacttracing.

Die Gondeln in den Schigebieten blieben offen, zahllose Kommissionen tagten, Ampeln zeigten meist konsequenzlos rot, die RK App hat kaum jemand verwendet, Strategien (Reproduktionszahl, Sputals- oder Intensivbetten, 7-Tagesschnitt,..) wurden verworfen, sobald sie benötigt wurden und das Contactracing hat seit zwei Jahren mit zwei Wochen Verspätung ergeben, dass das Virus entweder aus dem Ausland kam oder in der Familie entstand.

Zig Millionen verpulvern wir in Testungen von Gesunden, die früher symptomatisch werden, als ihr Testergebnis zu erfahren.

Würde mir irgendwer beweisen, dass aus den lückenhaften Gesundheitsdaten irgendwann während der letzten beiden Jahren jemals mehr als Schlagzeilen, Pressekonferenzen und Streitgespräche am Arbeitsplatz enrstanden, würde ich much vor dem behördlichen Kontrollverlust fürchten.

Bis dahin versuche ich mein persönliches Risiko gering zu halten und versuche eine medizinische Abteilung am Laufen zu halten, wie übrigens alle anderen sogenannten Gesundheitsdienstleister die ich kenne.

Written by medicus58

22. Januar 2022 at 20:01

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Das Ende der Grünen Alternative für Österreich

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Der krause Auftritt der ehemaligen Grünen Bundessprecherin MMag. Dr. Madeleine Petrovic bei der Anticorona-Demo am 15.1.22 (Redeausschnitt) zeigt einmal mehr auf, was, auch aus meiner, einstigen Hoffnung auf eine politische Erneuerung dieses Landes geworden ist, ein Sammelsurium aus schrägen Personen, die ihre persönlichen Überlegungen völlig kritiklos zur allgemeinen Wahrheit erklären. Mit anderen Worten eine diktatorische Kaderpartei mit dem Anspruch auf die alleinige Deutungshoheit komplexer gesellschaftspolitische Vorgänge.

Petrovic war zwischen 94 und 96 Bundessprecherin, dann etwas in der Versenkung und von 2002 bis 2015 Landessprecherin der Grünen in NÖ.

Wäre sie ein Einzelfall, der irgendwo politisch falsch abgebogen ist, dann wäre das keine besondere Sache, aber wir erinnern uns an Eva Glawischnig (Bundessprecherin zwischen 2008 und 2017), die sich beim von der eigenen Partei bekämpften Glückspielkonzern Novomatic verwirklichte.

Oder Petrovics Nachfolger als Bundesspreche zw. 1996 und 1997, Mag. Christoph Chorherr, der sich nun schon länger mit der Unachuldsvermutung herumschlägt. Bekannt wurde er auch als Fahrer eines Hochrades. Seine Fallhöhe war also nicht unbeträchtlich.

Mag. Ingrid Felipe war nur vom 26. Juni 2017 bis 17. Oktober 2017 Bundessprecherin der Grünen, was aber zu einer tiefen Erkenntnis genügte:

Grundsätzlich ist unsere Besserwisserei ein Problem.

Der längstdienendste Bundessprecher und zwar von 1997 und 2008, war unser jetzige Bundespräsident Univ. Prof. Dr. Alexander Van der Bellen, jetzt parteilos.

Während seiner Zeit als Bundessprecher schien er zwar seine auf eine rationale Position zu steuern (vom arroganten Antikapitalisten zum großzügigen Linksliberalen), nur hat er genauso wie seine Vor- und Nachgänger mehr die persönliche Taktik (als Wiener Lokalpolitiker) als die politische Vision perfektioniert.

Intellektuelle, ökologisch und humanistische Menschen, wie die erste Parteivorsitzende Frieda Meissner-Blau fehlen dieser Partei und es hat schon einen Grund, dass diese zwei Jahre vor ihrem Tod eine andere Partei als die Grünen unterstützte.

Written by medicus58

16. Januar 2022 at 17:30

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Die behavioristische Begründung der PCR Manie

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Wenn inzwischen selbst Kollege Drosten, der Moses des virologischen Untergangs, an der der schwierigen Doppelbotschaft sich die Zähne ausbricht, wie man die pandemische Kurve in die Endemie kommunikativ hinkriegt, stellt sich immer dringlicher die Frage, die uns hier schon einmal beschäftigt hat: Warum verdoppeln wir die Anstrengung, wenn wir ein Ziel verloren haben?

Mit anderen Worten, warum verpulvern wir Milliarden in Teste, die bei Asymptomatischen zu wenig sensitiv sind, im Falle der PCRs bei kurzen Inkubationszeiten zu spät kommen und bei den gegebenen Fallzahlen kein Contactracing mehr ermöglichen ?

Generell lässt sich die Frage auch als, warum reagieren wir gesellschaftlich immer zu spät und dann überschießend auf Bedrohungen?

Viel ließe sich hier anführen, wobei die Unbedarftheit der Entscheidungsträger, die hysterisierende Wirkung der Medien, weniger der Sozialen Medien als der traditionellen, und die politisch motivierte Doppel- und Mehrgleisigkeit der Entscheidungshirarchien, die sich wechselseitig bis zum Dammbruch blockieren mE die wichtigsten Punkte darstellen.

Warum macht aber ein bestimmter Teil der Bevölkerung so eifrig bei der Testmanie mit? Salzwasser gurgeln, Nasenbohren ist ja nicht ganz angenehm.

Da hilft uns eine längst wieder aus dem psychologischen Mainstream verschwundene psycholigische Disziplin weiter, der Behaviorismus. Eysenck verwendet dessen Logik z. B. um zu erklären, weshalb viele von uns jeden Morgen zur Haustüre zurückkehren um sich zu versichern, dass sie wirklich versperrt ist, um dann glücklich mit dem gewonnenen Sicherheitsgefühl in den Tag gehen zu können. Leider ist das Sicherheitsgefühl nur kurzfristig wirksam und zwingt am nächsten Morgen zur Wiederholung.

So ähnlich scheint mir die Fesselung an die Covid-Tests zu laufen. Die Verunsicherung durch die täglichen Schreckensmeldungen versuchen wir durch den Ritus der Testung und das fast immer beruhigende Endergebnis kurzfristig zu vertreiben. Blöd nur, dass diese Sicherheit eine vermeintliche ist und dafür sehr viel Geld aus der Gesundheirsversorgung abfließt, das man besser verwenden könnte.

Bin neugierig, bis das Stadtrat Hacker begreift und wie er das dann politisch verkauft.

Die Lösung des Wiederholungszwanges an der Eingangstüre besteht übrigens darin sich zu zwingen ihn zu unterbrechen, um auch ohne das bißchen Glücksgefühl in den Amygdala weiterleben zu können.

Written by medicus58

15. Januar 2022 at 12:51

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Wurde das Ziel aus den Augen verloren, werden die Anstrengungen verdoppelt

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Vor über einem Jahr (Dez 2020) wurde hier unter Testen macht frei darüber geklagt, dass dem ungehorsamen Bürger, der bei den Massentests bei uns nicht wie im Corona Musterland Israel mitgespielt hat, die Alternativen Impfen oder Hausarrest angedroht wurden. Das geschah vor dem Hintergrund einer seit 11 Monaten von der WHO getrommelten Parole des Testen, Testen, Testen als Erlösungsmantra der Pandemie.

Unter Thinking, Thinking statt Testing, Testing?  aber ich angesichts der damaligen (Sept 2020) Pandemiesituation in Israel meine Bedenken gegen das Kreuz-und-Quer-Testen artikuliert.

Es gähnt das Murmeltier, wenn man vor diesem Hintergrund die aktuelle Diskussion des Raustesten aus der Pandemie verfolgt.

Für Israel stellt sich die Frage nach Massentests ohnehin nicht, weil die Ressourcen knapp sind, aber eine Reihe anderer Länder und Institutionen (WHO, CDC,..) hinterfrägt das ungerichtete Testen Asymptomatischer u. a. aus Gründen, die hier im September 21 unter Wien gurgelt, aber wozu?  angesprochen wurden, noch ehe wir bei Omikron angekommen waren.

Der Wiener Gesundheitsstadtrat verdoppelt aber die Anstrengungen (im Gesundheitsverbund müssen ab nächster Woche auch alle 3-fach geimpften Maskenträger 3x/Woche gurgeln) und im heutigen Radiodoktor auf Ö1 begründet die AKH Epidemiologin das Beibehalten der Testerei von Asymptomatischen mit dem Argument, das wir die Infektionen noch nicht unkontrolliert durchlaufen lassen dürfen, und uns dagegen stemmen müssen.

Welchen Hebel uns denn das Testergebnis nach 24h in die Hand gibt, wenn angesichts der kurzen Inkubationszeit von Omikron der Patient mit gewisser Wahrscheinlichkeit seit 12h schon symptomatisch ist, erklärt sie uns nicht.

Da beschleicht einem irgendwie das Gefühl, dass es weiterhin bei vielen Entscheidungen in der Pandemiebekämpfung mehr um den Erziehungseffekt als um eine evidenzbasierte Notwendigkeit geht.

Nur ein paar Wortmeldungen, die nach zwei Jahren Pandemie die Bandbreite der Zugänge zum selben Problem zeigen:

Biden kauft 500 Millionen Tests

Keine PCR-Tests mehr für Engländer ohne Covid-Symptome

„Die Frage ist aber, ob man selbst bei dreimaligem Testen noch eine einigermaßen sichere Umgebung herstellen kann„, sagt Komplexitätsforscher Peter Klimek

Gerald Gartlehner, Professor für Evidenzbasierte Medizin der Donau-Universität Krems: „Eine Teststrategie neu müsste sich auf die vulnerabelsten Gruppen, auf Personen mit Symptomen und stark betroffene Berufsfelder, wie Spitals- und Pflegepersonal sowie Altenheime, konzentrieren, und diese Personengruppen sollten PCR-Ergebnisse schneller als derzeit erhalten

Wien behält Teststrategie bei
Gesundheitsstadtrat Peter Hacker widerspricht Top-Virologin

Angesichts der gesteigerten Gurgelfrequenz bleibt einem langsam die Spucke weg. Am 14.1.21 hinterfrägt inzwischen sogar Laborbetreiber DDr Mustafa die Sinnhaftigkeit der Massen PCTs und thematisiert im Ö1 Mittagsjournal die Qualitätsunterschiede österreichweit.

Und dann kommt dann ja noch die Impfpflicht. Auch dazu habe ich mir schon vor über einem Monat (Dez 2021) ein paar Gedanken gemacht: Wie schaffen wir denn die Impfpflicht wieder ab?

Written by medicus58

13. Januar 2022 at 19:12

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Burschen, ihr seid’s so lächerlich

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Allzeit bereit das bekannte Motto der Pfadfinder wurde dort durch eine besondere Handhaltung signalisiert.

In der Pandemie macht sich nun eine etwas weniger subtile Signalgebung breit, die die Dramatik der eigenen Person durch den Zauber der Montur, also der Berufskleidung signalisiert.

Der Co-Gecko Vorsitzende COO GenMjr Mag Striedinger mag darauf verweisen, dass er als Berufsmilitär zur Uniform gezwungen wird, aber warum er zur Pressekonferenz in Tarnuniform erscheint verwundert. Weshalb der Bundesrettungskommandant routinemäßig in der knallroten Thermojacke unter den Scheinwerfern des TV Studios seine Weisheiten verkündet ist nur mehr absurd. Sollte er mit dieser Jacke aber wirklich Kontakt zu Infizierten gehabt haben, ist es fahrlässig, mit und ohne Mundmaske.

Wenigstens muss man sich um den Testosteron Spiegel der Herren wenig Sorgen machen.

Written by medicus58

7. Januar 2022 at 12:13

Omikron, jetzt wird wieder reagiert

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Nicht völlig überraschend, wenn man vor Weihnachten mal in eine Zeitung geschaut hat, verbreitet sich Omikron auch unter Österreichischern so ungehemmt wie in den Atemwegen Farbiger und anderer Bleicher.

Das hatten sogar unsere komplexen Algorithmen unserer Prognostiker vorher berechnet und, nachdem in den USA der Flugverkehr krankenstandsbedingt zusammengebrochen ist, sah auch der Bundesrettungskommandant hellsichtug wie immer ein Problem auf uns zukommen.

Ja, da müssen neue Regeln her.

Nachdem die Quarantäne für Omikron – Befallene zuerst erbarmungslos verlängert wurde, wurde sie jetzt (für Asymptomatische) verkürzt und das ohnehin von Behörden, Pandemieärzten und Schuldirektoren sehr kreativ interpretierte K1 und K2 Schema brauchen wir plötzlich nicht mehr. Capiche?

Der Babyelefant ist längst vergessen, dafür heißt es nun auch im Freien Maske rauf, wenn sich dsr Feind auf 2 Meter genähert hat. Wird das ein dauerndes Herumfingern an der potentiell außen kontaminierte FFP2.

Ja und die Gültigkeit des Grünen Passes überholt inzwischen die Euro-Inflation um mehrer Nasenlängen.

Da beneidest ja langsam die Ungeimpften. Deren Leben ist wirklich einfacher. Daheimbleiben, außer zum Hackeln und Demonstrieren. Blöd ist es nur, wenn’st grad Weltranglistenerster im Tennis bist und sie dich nicht ein paar Millionen Preisgeld einstreifen lassen down under.

Der tiefere Sinn einzelner Maßnahmen erschließt sich längst nicht mehr, aber die Regierenden haben reagiert.

Weil sonst könnte man ja meinen, sie ließen das Virus so einfach durchlaufen, was es letztlich aber seit zwei Jahren weltweit macht. Aber nein, Österreich hat seinen AstraZeneca Überschuß ja grad gespendet, weil den hier niemand wollte. Blöd halt, dass der gegen Omikron schon so wenig half, wie gegen frühere Varianten. Aber reagiert wurde.

Written by medicus58

6. Januar 2022 at 22:34

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin, Reisen

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Was hat uns 2021 getan?

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AP Foto: modified after Lynne Sladky

Erwarten Sie hier keinen umfassenden Jahresrückblick von A wie Afghanistan-Desaster bis Z wie Olaf Scholz.

Wenn man das, was mit uns allen in der sogenannten freien Welt geschah mit einem Bild zusammenfassen will, dann scheint mir das in dem AP Foto von Lynne Sladky zusammengefasst:

Ein maskierter Uniformierter sticht eine Nadel in eine maskierte Frau, die sich die Hand vor die Augen hält, um unerkannt zu bleiben oder ihren Schmerz zu verbergen. Rechts hinter den beiden hält ein weiterer Uniformierter drohend eine schwarze Schachtel hoch.

Das ganze könnte an Abu Ghuraib erinnern und den Impfgegner den lange gesuchten Beweis versprechen, dass wir alle mit Gewalt immunisiert würden.

Das Original des Fotos erschien jedoch im April 21 in The Conversation wo es um die Schuldgefühle derer ging, die als erste gegen Covid geimpft wurden:

Vaccine guilt – a feeling associated with getting immunized before others – is a phenomenon that has been reported in both the U.S. and overseas.

Die Autorin, nach Eigendefinition eine Medizinethikerin und Gesellschaftsphilisophikerin, spricht die mannigfaltigen Schwierigkeiten einer fairen Impfreihenfolge an, nahm aber bereits im Titel ihre Schlußfolgerung vorweg:

Vaccine guilt is good – as long it doesn’t stop you from getting a shot

Was hat uns 2021 also getan?

Es hat Hoffnungen zerstört. Die erste Impfung war auch für Dompfarrer und Bürgermeister, die zufälligerweise vor Ort waren, als Impfsers übrig war, nicht die Lösung.

Es hat uns immunisiert. Gegen ein Heer von Experten, aus deren Aussagen man sich inzwischen so ziemlich jede Ideologie festzimmern kann, die mit den eigenen Vorurteilen übereinstimmt.

Es hat uns hilflos gemacht. Und zwar alle Seiten, da es zeigte was alles geht und was man mit uns machen kann: Brülldemos im Lockdown, Polizisten vor Spitäler statt Gesundheitsberufe drinnen, Regeln, die keiner mehr kennt, be- oder verfolgt,…

Mich wundert, dass diese Konotationen im April 21 niemand in der Redaktion The Conversation aufgefallen ist. Damals schien man noch Illusionen gehabt zu haben, die einem Ende des Jahres abhanden gekommen sind.

Der uniformierte Impfer war offenbar als ein Zeichen eines gesellschaftlichen Zusammenhalts gesehen worden, während ich die hilflosen Aktionen unseres Bundesheeres bei der Einreise am Flughafen (Eine pandemische Farce: Bundesheer als Gesundheitsbehörde schaut sich QR Code an) als ärgerliches Zeichen des Staatsversagens empfunden haben.

2022 wird es nicht leicht haben, uns 2021 vergessen zu machen.

Written by medicus58

30. Dezember 2021 at 10:53

Coronaregeln einfach zusammen gefasst

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Ich kann’s Ihnen jetzt nicht auswendig sagen, weil ich mir da nicht ganz sicher bin, antwortete die Generaldirektorin für Öffentliche Gesundheit, Katharina Reich, das Kaninchen, dass der Ex-Gesundheitsminister aus dem Hut gezaubert hat und der Nachfolger des damaligen Bundeskanzlers gemeinsam mit einen befreundeten Bundesheerler zu den Obersten GECKOs gemacht hat.

Wenn Sie dieses System genauso wenig durchschauen wie die aktuellen Coronaregeln, dann sind Sie hier richtig.

Also, jetzt kommt Omikron, das altbekannte Coronavirus, dass sich ein paar neue Aminisäuren an den Hut, pardon Spike) gesteckt hat und dadurch infektiöser wurde. Aber eigentlich ist das falsch, denn das Ding ist längst da, in Europa, und u. a. am Innsbrucker Flughafen gelandet

Aber wir müssen was tun, und sei es nur wieder Zeit gewinnen, weil zwei Jahre Pandemie-Dauerübung war noch nicht genug Lehrzeit.

Kein Wunder, wenn wir dauern das Personal tauschen und noch eine Kommission dazu erfinden, meist mit den gleichen Leuten, weil soviele Experten haben wir dann doch nicht.

Fassen wir zusammen, seit zwei Jahren tagen Kommissionen in mehreren Ministerien um die Wette, interpretieren Landeshauptläute und Kammerpräsidenten schleissig gemachte Verordnungen und Gesetze klientelgerecht wie es ihnen beliebt und machen aus dem altbekannten drei Schrauben (Distanz, Maske, Impfung) ein pandemisches Pandemonium.

Bestiarium, also eine moralisierende Tierdichtung bzw eine Sammlung meist reich bebilderter, allegorischer Tiergeschichten, stabreimt zwar nicht so gut, wäre aber der Erfindung von GECKO (=gesamtstaatliche Covid-Krisenkoordination) adäquater, dem Reptilienzoo, der den Chor der bisherigen Debattierclubs vervollständigt.

Simon Rosner in der Wiener Zeitung hat das so zusammengefasst:

An Krisen- und Beraterstäben mangelt es während dieser Pandemie nicht: das Nationale Impfgremium, die Corona-Ampelkommission und das Prognose-Konsortium.

Auf Beamtenebene gibt es eine interministerielle Koordinierungsgruppe, dazu auch den Obersten Sanitätsrat, der im März neu konstituiert wurde. Das Innenministerium ist wiederum für das Staatliche Krisen- und Katastrophenschutzmanagement (SKKM) zuständig und auch die Bundesländer unterhalten Berater- und Krisenstäbe.

Übrigens die AGES hat er da noch nichteinmal erwähnt.

Um also der Überschrift gerecht zu werden, nun zur versprichenen Handlungsanleitung: Machen Sie was Sie wilken und suchen Sie sich einen Experten, der das so irgendwann, irgendwo einmal empfohlen hat.

Wenn es Ihnen in all dem Wahnwitz aber doch auch noch um Ihre Gesundheit und jene ihrer Umgebung geht, dann machen Sie das weiter, was Sie hoffentlich bisher schon getan haben (und wenn Sie es bisher nicht getan haben, nehme ich jede Wette an, dass Sie es in dieser Pandemie nie mehr tun werden!)

Treffen Sie sich mit möglichst wenig und möglichst immer mit denselben Personen.

Halten Sie in Innenräumen Abstand, lüften Sie und Tragen Sie Maske wo eine dieser Bedingungen im Umgang mit Haushaltsfremden nicht möglich ist.

Unterschätzen Sie weder den Schutz noch das statistisch geringe Risiko von Impfungen nicht, seien Sie sich aber dessen bewusst, dass alle bislang verfügbaren Impfungen ihren hohen Schutz nach ein paar Monaten wieder verlieren.

Unterschätzen Sie die von den meisten als bewiesen angesehene höhere Ansteckungskraft der Omikron Variante nicht, aber vertrauen Sie den bisherigen Daten, dass diese Variante klinisch nicht gefährlicher wurde.

Diskutieren Sie nach Möglichkeit mit keiner der verschiedenen Seiten über all die Maßnahmen, denn ehe Sie ausdiskutuert haben, haben sie sich schon wieder geändert.

Written by medicus58

23. Dezember 2021 at 10:16

Ehe wir die Köpfe darüber einschlagen, ob die Gesellschaft gespalten ist, sollten wir ein paar Kleinigkeiten klar stellen

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Überzuckerten Rum für irgendeinen guten Zweck am Graben zu trinken vermittelt einem rasch die innere Wärme unter Gleichgesinnten zu sein. Stimmt ja auch irgendwie, denn alle um einen herum haben offenbar den gemeinsamen Wunsch zu punschen. So, what?

Ob es da aber um den Tratsch mit alten oder neugefundenen Freunden geht, um die gesellschaftlich saisonal akzeptierte Berauschung, den gute Zweck (welcher denn? , egal, Lions wird es schon wissen) oder einfach der Wunsch an einem der schönsten Orte der Wiener Innenstadt innehalten zu können, bleibt unklar. Jeder der Gründe ist OK , ich bezweifle aber ein gemeinsames Ziel der Mittrinker.

Ebenso unklar ist die inhaltliche Klammer der demonstrierenden Horden, die den heurigen Advent stärker prägen als die meist geschlossenen Weihnachtsmärkte, Punschbuden oder Beisln.

Über die wirre Mischung an Verfassungsschützenden, EsoterikerInnen, NeoNaziInnen, ImpfgegnerInnen und Berufsrandalierern habe ich schon gebloggt (Ich versuch Euch ja zu verstehen, liebe Demonstranten, Weihnacht in Wien, wie w1812, w1212, w0612,… ) nur scheint mir die Gegendemo vom letzten Sonntag Yes we care mindestens ebenso für das Missverständnis zu stehen, dass die, die gemeinsam demonstrieren nicht in sich ebenso gespalten sind wie die Adressaten ihrer Demo.

Es wurde der Toten der Pandemie gedacht, als ob uns deren Zahl nicht seit Monaten auf allen Kanälen mehrfach täglich in Erinnerung gebracht würde.

Es wurde der Gesundheitsberufen gedacht, und? Schloss sich irgendjemand der Forderung nach mehr Personal, besserer Arbeitsbedingungen, alters- und familiengerechten Arbeitszeiten an? Beschloss irgendwer der Demonstranten für eine bessere extramurale Versorgung einzutreten, damit nicht alles sofort in den Spitälern aufschlägt oder zukünftig nicht in der Nacht die Notaufnahme aufzusuchen, weil das irgendwie einfacher ist als sich mit chronischen Beschwerden einen Hausarzt zu suchen.

Haben die anwesenden Bedenkenträger im Taumel des Ereignisses beschlossen freiwillig ihre Krankenversicherungsbeiträge zu erhöhen? Oder werden sie morgen (hallo, ÖVP, NEOS, FPÖ) genauso überzeugt wieder die Senkung der Lohnnebenkosten fordern? Sie werden.

Wir waren, sind und werden immer gespalten sein, weil niemand sich die Mühe macht Voraussetzungen und Folgen jeder Forderung mitzudenken, weil genau das das wohlige Gemeinschaftsgefühl jeder Demo gefährden würde.

Ehe wir (hallo, Ärztekammer) jede abweichende Meinung mit Flamme und Schwert verfolgen nur um die Illusion des Gemeinschaftsgefühl, einer einheitlichen wissenschaftlichen Antwort oder des Guten und des Bösen aufrecht zu halten, täte es allen gut mit kleinen und mittleren Widersprüchlichkeiten zu leben und uns nur mehr gegen wirklichen Wahnwitz auszusprechen.

Eine Pandemie ist nicht dazu um Wahlen zu gewinnen oder Regierungen zu stürzen, nicht dazu Geld zu verdienen und die Abstände zwischen uns im Zentimetertakt per Verordnung festzulegen.

Eine Pandemie wird bekämpft in dem man das wenige, das man beeinflussen kann, rechtzeitig und dosiert anwendet.

Auch wenn der Typ neben einem am Punschstand freundlich rüber grinst. Gehen wir davon aus, dass uns möglicherweise nichts anderes mit ihm verbindet als der Alkoholspiegel.

Written by medicus58

21. Dezember 2021 at 11:09

Weihnacht in Wien, wie w1812, w1212, w0612,…

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Selten hat man als Normalsterblicher die Gelegenheit in einem Stanley Kubrick Film mitzuspielen.

Grad jetzt (16:00) auf der Mahü kommt man dem jedoch beklemmend nahe.

Menschenmengen wälzen sich die Begegnungszone hinunter, die einen stehen Schlange um sich Sneakers über die Schweißfüsse zu stülpen um vielleicht auch mal Gesundheitsministet zu werden, die andern brüllen unter Österreichischer und Israelischer (!) Flagge Unverständliches; ob für oder gegen Impfung und Holocaust ist durch das Geknattere eines Polizeihubschraubers aus dem Dunkel der Dezembernacht nicht zu unterscheiden. Letztlich auch einerlei.

Mag sein, dass der Hubschrauber zu einer Miss Saigon Aufführung ins Raimundtheater fliegt, die grad wieder (oder auch nicht?) für Dreimal-Geimpfte und Getestete Grenzüberschreiter stattfindet.

Space Odyssey 1968, Saigon im Mai 1975, Full Metal Jacket 1987, Wien im Dezember 2012.

Der Plot wird immer enger: Scheint in Kubricks Film aus 1968 die Menschheit in einer Farb- und Klangorgie in ihrem Untergang ihre eigene Wiedergeburt zu erleben, beginnt 75 in Saigon der Untergang der westlichen Führungsmacht.

Auch wenn es sich in Kubricks Full Metal Jacket um den Vietnamkrieg handelt, spielt ein Großteil des Films nur im Ausbildungslager und selbst für die Kampfszenen ließ der Meister nur Londoner Fabrikshallen zerschießen und setzte keinen Fuß nach Südostasien. Dad Thema bleibt groß, der Radius wird enger.

Und was hat das alles mit heute auf der Mahü zu tun?

Zwar brechen bei uns auch reihenweise Regierungen zusammen, aber keinen kümmert es mehr, es sterben Menschen, aber nicht die Menschheit und bedeutend wenige als sonst wo in der Welt, aber ist Chaos.

Nichts Lebensbedrohliches, zumindest für die meisten, aber Geschrei, Hubschrauber, Blaulicht, ungeimpfte Polizei winkt ungeimpfte Demonstranten durch, damit sie sich noch Sneakers kaufen können.

Ja, Lichtermeer wird’s auch geben, so wie damals gegen Holocaustleugner, jetzt halt gegen Coronaleugner und für mich und all die anderen im Gesundheitssystem.

Und dann singen die einen vorm Thalia wieder von Jesus, der für uns starb, ehe wir noch seine Geburt hinter uns gebracht hat, gegenüber predigt der kleine Dicke auch von Jesus, mehrsprachig, und auch vor dem Footlocker steht eine Schlange, die fast so lang ist wie die vor Snipes.

Roll,… and Action

Schade, dass ich ihnen den Soundtrack nicht bieten kann

Written by medicus58

18. Dezember 2021 at 17:52

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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