Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Bissl mehr Biss

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Wieder einmal ein absolut lesenswerter Radioblog, diesmal (überwiegend) über den armseeligen Zustand der SPÖ.

https://wp.me/p3YvOX-Tc

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Written by medicus58

20. April 2018 at 07:45

Veröffentlicht in Allgemein

KAV, und wer wird’s?

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Nachdem der Wiener Krankenanstaltenverbund seit über einem Jahr keinen Generaldirektor mehr hat
und auch die interimistische Führung seit der Nicht-Verlängerung des Siemens-Mannes Balázs nicht mehr so funktioniert, wie damals angekündigt,
teilen wir uns zwar mit dem AKH den Wetzlinger,
wissen aber noch nicht so genau, ob wir schon Wien Kliniken? so wie Wien Energie oder vorerst noch KAV heißen.
Nachdem Wehsely noch knapp vor ihrem Abgang ihrem neuen Arbeitgeber einen großen Auftrag zugeschanzt hat und auch ihre Nachfolgerin ein Ablaufdatum hat, wissen wir auch nicht wer die/der Nächste sein wird, der die politische Verantwortung für 30.000 Mitarbeiter und ein Problemspital an der Brünnerstraße übernehmen muss.

In den Medien geistern neben der  Ex-GM Pamela Rendi-Wagner, ÖÄK-Präsident Thomas Szekeres auch immer wieder der Chef des Fonds Soziales Wien, Peter Hacker, herum.

Österreich, „das für so was gar nicht Gratis-Blatt“, ruft eher eine Experten- als eine Politikerlösung aus:
Damit hat Ärztekammer-Chef Thomas Szekeres die besten Karten, wenn er letztlich Ja sagt. Pamela Rendi-Wagner hat nur noch Außenseiterchancen. 

Die Krone, hält sich völlig unbestechlich noch bedeckt und beweint, dass die Stadtregierung zerbröckelt, nachdem sie knapp vor der SP Klausur (Energetiker Skandal) dazu die mediale Tapete geliefert hat. Auch sie spricht von Szekeres und Rendi-Wagner.

Der Standard beweint den zerpflückten linken (?) Flügel der SPÖ und zitiert gleich ein Who is Who:
Eine weitere Ex-Ministerin, die immer wieder für Ludwigs Team genannt wird, ist Pamela Rendi-Wagner. Für sie gilt jedoch dasselbe wie für Drozda: Sie steht auf der falschen Seite. Zudem ist die Ex-Gesundheitsministerin kaum in der Wiener Partei verankert. Der Chef des Fonds Soziales Wien, Peter Hacker, wurde bereits als möglicher Nachfolger von Sonja Wehsely gehandelt. Auf Anfrage wollte er sich
nicht dazu äußern. Damals wie heute war auch Gemeinderätin Claudia Laschan aus Rudolfsheim-Fünfhaus im Gespräch. Ein weiterer
Externer ist Ärztekammer-Chef Thomas Szekeres.

Auch die Wiener Zeitung geht es mit Der Nächste bitte etwas diffuser an und sieht im Gesundheitsresort neben Hacker, der aber auch Finanzer werden könnte, Rendi-Wagner und Szekeres.

Wer die Fährte in Richtung unseres Ärztekammer-Präsidenten gelegt hat, weiß ich nicht, aber weshalb der seine gut bezahlten Kammer- und Uni-Jobs aufgeben soll, um den Genossen, die ihn abgeschossen haben, die Kastanien aus dem sandigen Fundament des KH Nords zu holen, entzieht sich ebenso meiner Kenntnis, wie ob er denn schon wieder in die SPÖ eingetreten ist, aber beides bezweifle ich.

Rendi-Wagner halte ich für zu intelligent, um sich für die Faymann(!)-Fraktion in der Wiener SPÖ opfern zu lassen, obwohl sie wenigstens SPÖ Mitglied geworden ist, glaube ich.

Weshalb sich Hacker , der sich als Häupl-Intimus schon weigerte den Milliardentopf FSW zu verlassen, um sich im Scheinwerferlicht grillen zu lassen, mag sich mir im Gegensatz zur Presse auch nicht ganz erschließen, aber wer weiß.

Und wenn Ludwig sich wirklich mit Claudia Laschan politisch verbunden fühlt, wird er sie doch nicht so hinrichten?

Ich wundere mich nur, weshalb sich niemand an die ehemalige KAV Direktorin Susanne Herbek denkt, die 2016/17 überraschend von der ELGA Ges.m.b.H. in den FSW gewechselte und auch gleich von Wehsely zur Seniorenbeauftragten der Stadt Wien ernannt wurde.
Lang hätte sie ohnehin nimmer, so das das mit dem CV nicht sooo ein Problem wäre und das Gehalt würde passen.
Ich mein, wenn sich das sonst niemand antun will ….

Written by medicus58

16. April 2018 at 20:28

ELGA: Wie dumm kann man sein – für wie dumm kann man denn verkauft werden

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2012 hat der Nationalrat das „ELGA-Gesetz verabschiedet und vorsorglich die Bundesländer,
die schließlich die großen Krankenanstaltenverbünde kontrollieren, in den 15a-Verhandlung vertraglich zum Mitmachen verpflichtet.

Selbst der zufällige Leser dieses Blogs wird sich wenig Illusion darüber machen, dass ich
schwere Vorbehalte gegen elektronische Gesundheitsakten (ELGA) und die Rolle der EDV im Gesundheitswesen habe.
Ich habe seither zahllose Argumente Beispiele gebracht, wobei über die Jahre die fallende Zahl der Beiträge eine gewisse Erschöpfung zeigt:

2016
Krankenhaus EDV: erfassten Widerspruch im Anlassfall 

2015 
 und da war da noch ELGA
KAV-IT: Ohne Worte 

2014
Da mir Minister Stöger kein Interview zu ELGA gibt 
Die Überraschungseier der Krankenhaus EDV 
Before we have been so rudely interupted
Software kann auch töten
Meine Paranoia mit der Spitals-EDV oder wenn alles steht, geht’s weiter wie bisher

2013 
KAV-IT: Die Problemverursacher übernehmen die Macht 
Kunstfehler waren gestern, heute haben wir die EDV

2012

VI Control-Alt-Delete : Be patient, patient.
Männchen oder Weibchen? An alle ELGA Fans
Endlich ELGA: Cui bono? 
ELGA kommt endlich 
Pressestunde: Salon ELGA
Risikofaktor medizinische Informatik
EDV: Supergau im KAV
Nervt die EDV nur oder will sie uns was sagen
MED 2.0 Facebook for the insane
Risikofaktor medizinische Informatik

All das schien wenige zu interessieren, auch dass das Milliarden teure ELGA Ding, das 2015 nicht wie geplant startete und nur scheinbar 2017 (!) los ging.
Bis heute habe ich aber noch bei deutlich weniger als einem Prozent meiner Patienten irgendwelche Daten auf ELGA gefunden und bei mehr als der Hälfte der Anfragen auf Fehlermeldungen gestarrt!
Woher der Hauptverband seine Zahlen hat, dass bis Ende Jänner 2018 fast die Hälfte aller Bürger ELGA-Kontakte hat, ist mir schleierhaft, tut aber jetzt nix zur Sache.

Im Zuge der Anpassungsgesetze zum EU-Datenschutzrecht gehen aber plötzlich wieder die Wogen hoch:

Standard.at Regierung will Daten der Bürger für Forschung freigeben
SN: Gesundheitsakte ELGA: Regierung will Daten der Österreicher für Forschung öffnen
NOEN: Medizin-Unis fordern Weitergabe von Patientendaten
FAZ: FÜR FORSCHUNG UND INDUSTRIE:Persönliche Daten der Österreicher bald einfacher zugänglich
Standard.de Entrüstung über neues Forschungsorganisationsgesetz bei Neos und Ärztekammer

Vor wenigen Minuten legte dann Frey im Standard nach (Daten können Leben retten) und stimmt völlig kritiklos in den Mythos der Big Data ein, die das Gesundheitssystem wieder einmal revolutionieren soll.
Allein seine folgende Behauptung
Der einzelne Arzt kann immer nur anekdotische Erfahrungen machen, erst in der Masse ergeben sich wissenschaftlich brauchbare Erkenntnisse
zeigt sein grundlegendes Unverständnis, dass der unreflektierte Schluss von der Gruppe auf den Einzelfall der wesentliche Unterschied zwischen Schreibtischtäter und Praktiker ist.

Was ich aber an der aktuellen Aufregung nicht so ganz verstehe, was haben denn all die Aufgeregten geglaubt, weshalb Milliarden in den Versuch gebuttert werden, um die Gesundheitsdaten der Bevölkerung elektronisch auswertbar zu machen?
Haben sie wirklich der Argumentation geglaubt, dass dies alles geschieht damit Omi das Blutbild aus dem Internet runterladen kann mit dem sie versehentlich den Sittichkäfig ausgelegt hat?
Vermutlich glauben die auch noch immer, dass Google uns seine Suchmaschine aus Menschenliebe gratis zur Verfügung stellt und Facebook/You Tube/Snapchat seine Serverfarmen nur betreibt, um ein paar einsame Seelen zusammen zu bringen.

 

Written by medicus58

11. April 2018 at 19:29

Aua, VA: weshalb sagt denn keiner das Richtige?

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Wer entweder aufmerksam das Regierungsübereinkommen von Tückisch-Blau oder um Zeit zu sparen am 17. Jänner diesen Blog gelesen hat:
Gesundheit: Zwischen den Zeilen des Regierungsprogramms
wusste, was man mit der Unfallversicherung vor hatte:

Und wieder hört man die Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer trappsen:
vereinbarten Lohnnebenkostensenkung im Ausmaß von 500 Millionen Euro
(Absenkung des Unfallversicherungsbeitrags auf 0,8%)
und der AUVA geht es an den Kragen, bzw. den Unfallpatienten!

Wer überdies schon am 22. Dezember 2017 hier das Porträt der Frau Gesundheits- und Sozialministerin überflogen hat:
Was das Christkind wirklich bringt ist nicht Rechtes Abbiegen bei Rot
wusste, dass jemand mit dieser Vita das Programm auf Biegen und Brechen exekutieren wird.

Wie schon beim augenblicklich schon wieder weitgehend verdrängten BVT Skandal, kommen zu all den ideologischen Beweggründen einer rechts konservativen, neoliberalen Regierung auch sehr persönliche Motive der Hauptakteure dazu.
Dass sich der Innenminister neben der üblichen Umfärbungsaktion auch ohne fragen zu müssen einen Überblick verschaffen wollte, was denn die Behörden über seinen eigenen rechten Rand alles weiß, ist ebenso nicht ausgeräumt wie der Verdacht,
dass sich die Gesundheitsministerin, die vor ihrer Berufung zur Ministerin erfolglos einen AUVA-Generaldirektorenposten einklagte (Kleine Zeitung),
bei ihrer vorzeitigen Verkündigung die AUVA aufzulösen auch noch ein paar persönliche Rechnungen begleichen will!

Wie immer, wenn es um regionale (föderale) Seilschaften geht, schließen sich akut die Reihen scheinbarer Gegner, um gemeinsam jede Änderung zu verhindern:
Föderalismus und Kammern, das unselige Pärchen
Föderalismus und Kammern, das unselige Pärchen Teil 2 oder deren Selbsthilfe

Einen guten Überblick über das, was hinter dem Konfliktherd AUVA faktisch steht, gibt heute der Standard.
Was aber ärgert ist die sachlich am Hauptthema vorbeigehende öffentliche Argumentation derer, die es besser wissen müssten, aber einiges Verschweigen, um ihre Schäfchen im Trockenen zu halten.

Ärztekammerpräsident Szekeres
greift sogar zu einer für seine Verhältnisse fast Kronenzeitung-reife Wuchtl„Man darf sich dann nicht mehr den Fuß brechen.“
Er weiß es aber als Wiener Kammerpräsident, dass für das Gangbettenproblem des Wiener Krankenanstaltenverbundes nicht nur die Grippeviren sondern zu einem großen Teil die schon in den letzten 10 Jahren zurückgefahrenen Leistungen der AUVA Unfallspitäler (Rettungskontingente, Stationssperren, Wochenendbetrieb, …)  verantwortlich waren. Das hat er weniger öffentlichkeitswirksam kundgetan.

Seit Jahren, also auch schon ganz munter unter Rot-Schwarz (Voll daneben: Lohnnebenkosten) haben Bundesregierungen alles versucht die Lohnnebenkosten der Arbeitgeber zu senken,
aber ihren Wähler peinlich verschwiegen, dass es sich dabei um IHRE soziale Absicherung handelt, früher hätte man übrigens noch Wohlfahrtsstaat gesagt.:
Arbeitsübereinkommen 2017-18: 
Nach der schrittweisen Senkung der Lohnnebenkosten im Ausmaß von 1 Milliarde Euro werden die Lohnnebenkosten noch einmal gesenkt.
war übrigens hier auf diesem Blog schon im Februar 2017 zu lesen.
Also wenn sich nun die SPÖ medienwirksam gegen die Absicht von Tückisch-Blau aufregt, hätte sie auch vor einem Jahr gleich wieder ihren noch relativ frisch gebackenen Christian Kern wegputschen können!
Sorry, auch der  Doublespeak des Wirtschaftskämmerers Biach ist doch zum Kotzen, der im Gegensatz zur Ministerin jetzt schon weiß, wie die AUVA ein Drittel ihres Budgets, also die ominösen 500 Mille einsparen kann:
„100 Mille eh noch heuer, den Rest muss halt jemand anderer zahlen“.
Dass der jemand natürlich genau die Krankenversicherungen sein werden, die schon jetzt regelmäßig Miese schreiben, verschweigt er wortreich.

Dabei wäre es so einfach und ich ersuche sie einmal ganz scharf nachzudenken, weshalb das Folgende in KEINER WORTMELDUNG auch nur angedacht wird.

Klar, durch Veränderungen in der Arbeitswelt machen klassische „blutige“ Arbeitsunfälle am Hochofen und in der Künette nicht mehr 1,3 Prozent der Lohnsumme aus, die die Arbeitgeber nun einzahlen müssen.
Dass sie sich mit diesem Geld aber auch gleich eine Vollkaskoversicherung erkaufen, dass sie von den (im Rahmen ihrer Berufstätigkeit) zu Schaden gekommenen Arbeitnehmern nicht verklagt werden können, steht auf einen anderen Blatt.

Für die statutengemäße Versorgung der Arbeitsunfälle sind die aufgebauten Strukturen der AUVA mit ihren Spitälern, Ambulanzen und Rehazentren überdimensioniert
(die Ärztegehälter und -dienstzeiten zumindest früher übrigens auch viel komoder als in anderen öffentlichen Bereichen),
so dass es für alle Seiten, AUVA, Krankenversicherungen und Finanzminister von Vorteil war, auch die Versorgung von Verkehrs- und Freizeitunfällen zu übernehmen.
(als ich in den 80ern im Wiener Rettungswesen arbeitete, zumindest damals auch viel professioneller als im Hanusch oder KAV ….)

Im Gegensatz zu den klassischen „blutigen“ Arbeitsunfällen haben andere berufsassoziierte Erkrankungen (der Begriff Berufserkrankungen ist da zu eng gefasst), wie Burnout, Kontakt- und Inhalationsallergien, teilweise (nicht alle) Erkrankungen des Bewegungsapperates zugenommen und manche psychiatrische und psychosoziale Störungen werden vermehrt durch den Arbeitsalltag ausgelöst oder aggraviert. Diese zunehmenden Kosten werden aber fast ausschließlich vom öffentlichen Gesundheitssystem und nicht von den Arbeitgeberbeiträgen zur AUVA bezahlt. Um das nicht allzu laut werden zu lassen, hat man vorsorglich schon vor Jahren (und ohne hörbaren öffentlichen Aufschrei) die Arbeitsmedizinische Forschung eingedampft!
Schließt man nun auch die AUVA und ihre Strukturen ersatzlos, hat man nach der Bankenkrise wieder Gewinne privatisiert und Kosten kommunalisiert.

Die einzige Lösung dieses unwürdigen Herumgeschiebes von Rechnungen
Mein Patient, Dein Patient, das Budget ist nicht für alle da
wäre eine Finanzierung des öffentlichen Sozial- Pflege- und Krankenwesens aus einer Hand.
Das hören Sie aber von niemandem im augenblicklichen medialen Getöse.

Der einzige Nachteil, alle anderen medial geäußerten Gegenargumente von Kammern, Interessensvertretungen, Politikern, Selbsthilfegruppen, … gemachten Gegenargumente sind als Klientelpolitik leicht entlarvbar, wäre aber der Verlust von freundschaftlich vergebbaren Pöstchen in diesem undurchdringbaren Netzwerk!

Ja, und davor fürchten sich alle, die Kammerpräsidenten, die Landeskassen, die Gesundheitspolitiker, denn womit könnte man sich denn dann noch bei Freunden bedanken, ohne dies in der eigenen Bilanz zu offensichtlich werden zu lassen.
Wenn aber nun ein kleiner Teil dieses Netzwerkes gerade deshalb zerstört wird, weil sich eine Ministerin nun an denen rächen kann, die ihr kein Pöstchen gegeben haben,
dann hat das schon etwas Shakespeare’haftes.
Unser aller Eintrittskarten zu dieser Tragöde sind aber leider ziemlich teuer.
Wenn es aber – ungewollt – im Rahmen dieser Vendetta dazu kommt, dass immer mehr Menschen sich fragen, weshalb wir keine einheitliche Planung und Finanzierung für diese Kernaufgaben, dann könnte man sich ja fast schon mit dieser Regierung anfreunden ….

Written by medicus58

7. April 2018 at 14:29

Kein Nachruf auf Stadträtin Frauenberger

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Vorausgeschickt sei, dass eine Stadträtin, die erst seit knapp einem Jahr das Ressort übernommen hat, nicht für alles verantwortlich gemacht werden kann, was ihrer Vorgängerinnen Brauner und Wehsely in penibler Kleinarbeit klein gekriegt haben:
Ciao, Sonja Ciao; Leider nicht (16.5.) aber JETZT !!! 
Chapeau, auch wurde unter Frauenberger der von Wehsely gegen schwere Bedenken durchgeboxte Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) Janßen gekündigt, was prinzipiell als richtiger Schritt gelten mag:
Janßen identifizierte sich nicht mit dem Gesamtinteresse der Stadt Wien und musste gehen 
Es stimmt auch, dass es unter Frauenberger weniger Schreiduelle, weniger politischen Terror und etwas ruhigere Arbeitsbedingungen im KAV gegeben hat, jedoch wurde es in zahllosen Begebenheiten klar, dass Frauenberger und ihr Büro keine Ahnung vom Gesundheitswesen hatte und ihre Lernfähigkeit bis zum Schluss nicht ausreichte sich Basiskenntnisse anzueignen.
Vielleicht nicht ganz untypisch für viele Kammer-, Gewerkschafts- und VereinskarrieristInnen hatte sie keine Scheu Einlassungsfahrlässigkeit zu begehen, wenn ihr ein nicht gerade gering dotiertes öffentliches Amt angeboten wird.
(Zugegeben, gerissen hat sie sich ohnehin nicht darum, aber Kadavergehorsam einer Partei gegenüber, ohne der wir nichts wären, ist auch keine Entschuldigung!)

Nicht zugestimmt werden kann ihrer Aussage , dass sie nun voll von Reformvorhaben nur zurückgetreten ist, nur weil vom Boulevard „Grenzen“ überschritten wurden.
Ihr letztes „Reformvorhaben“ das neue Statut für den KAV wurde schließlich von ihren eigenen Parteikollegen abgelehnt, sogar von ihren Gewerkschaftern!
Ehrlicher wäre es gewesen offen zu legen, dass der Boulevard seine Munition aus den eigenen Reihen erhalten hat.
Wenn sie die fallweise Anwesenheit des AKH Direktors in der KAV Generaldirektion als ihre Managementleistung anpreist, kann das wohl nicht ihr Ernst sein.
Weder hat der bislang fühlbare Spuren hinterlassen, noch hat er sich in der „Energetiker-Affäre“ als unantastbar erwiesen. Auch diese Nachrichten kommen nicht aus der Luft sondern scheinen lanciert. Das alles hätte Frauenberger ansprechen können, hätte aber damit wohl ihr Ausgedinge im Gemeinderat, der Gewerkschaft oder wo auch immer gefährdet. Dazu war sie dann doch zu sehr Parteisoldatin. Wenn nun in den (A)Sozialen Medien von der besonderen Häme gegen Frauen geschwätzt wird, dann kann man sich nur mit wundern, wie die Saat aufgeht, von Fakten abzulenken..

So erleben wir die innerparteilichen Grabenkämpfe Wiens staunend mit: Just Bad Weibs um das KH Nord oder das Ende des Roten Konsenses?
und vergessen eigentlich auf das Wesentliche:
Seit etwa Jahr hat der größte Gesundheitdienstleister Wiens weder eine politische noch eine innere Führung.
Die angekündigte „Auslagerung„, die schließlich zur „Anstalt“ wurde, hängt völlig in der Luft.
Von der angekündigten „Personalhoheit“ ist noch keine Spur zu finden (von der Personalvertretung auch kaum beabsichtigt).
Hinter den Kulissen werden Verträge mit externen Anbietern geschlossen, während eigene Abteilungen personell ausgehungert werden.
Das Spitalskonzept 2030, der Master-Plan für die Organisation, alles dümpelt in den Akten herum und keiner weiß, was davon gilt und was nicht …
ein bemerkenswertes Chaos, das einen 30.000 Arbeitnehmer zählender Betrieb bald endgültig sturmreif geschossen haben wird.
Die Retter stehen schon bereit, wenn das Frauenberger nicht wusste, dann hat sie in ihrem etwa einjährigen Praktikum wirklich nichts gelernt und „ihr KAV Konzept“ wurde von den Genossen zu Recht zerrissen.

 

Written by medicus58

4. April 2018 at 22:06

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Weh dem der Symbole sieht …

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Wie es sich für einen Musentempel wohl gehört, findet man an der Außenfront des Wiener Burgtheaters auch allerlei Allegorisches.
Die Nischenfiguren Heroismus und Egoismus stammen vom österreichischen Bildhauer Johannes Benk (*17.7.1844 Wien; +12.3.1914 Wien). Die betreffende Seitenfront schaut in Richtung der SPÖ-Parteizentrale, dem Bundeskanzleramt und der Präsidentschaftskanzlei. Bemerkenswert, dass der Bilck „des Egoismus“ abwendet und Richtung Rathaus sieht, oder Parlament, ganz wie man will.
Der Titel dieses Beitrages ist übrigens von Samuel Beckett, übrigens nicht aus seinem Warten auf Godot sondern aus einem seiner Romane (Watt) …

Written by medicus58

2. April 2018 at 18:40

Veröffentlicht in Reisen

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Von Richtungen, Entfernungen und sinnlosen Hinweisen

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Wer einmal in Städten, wie z.B. London, fluchte, dass Straßennamen oft sehr spärlich und nur an einem ihrer Enden beschriften sind, der weis Hinweisschilder und Richtungsangaben zu schätzen.
Aber wie mit allen Informationen können sie auch nur hilfreich scheinen, einem aber so gut wie nichts bringen. Das gilt vor allem für die an mehr oder weniger berühmten Plätzen beliebten Richtungs- und Entfernungsangaben, die einen zwar vor Augen führen wie weit man vom nächsten Ziel seiner Träume oder von seiner Heimat entfernt ist, ohne geodätische Fähigkeiten einen aber verdammt wenig darüber Auskunft geben, wo man sich im Augenblick denn eigentlich befindet.
Wie gesagt Informationen können ungeachtet ihrer formalen Richtigkeit und Detail-Versessenheit einen auch ziemlich ratlos machen.

Written by medicus58

31. März 2018 at 20:42

Veröffentlicht in Reisen

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