Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 8

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Versöhnlich, das Foto von Sao Miguel auch selbst zu haben, mit dem wohl am häufigsten auf Reiseblogs und Reisekatalogen geprahlt wird. Der Trick liegt dabei weniger in der fotografischen Expertise des Fotografen als um Glück grad nicht in einer der regelmäßig hier drüberziehenden Wolkenbänken zu stehen.

Für Neueinsteiger, die ganze Geschichte begann hier. Den Rest im Bereich Reisen nachzulesen.

Weiterhin kein Hinweis, wo unsere Koffer wären. Einzig Terzeira Airport hat inzwischen strikt abgestritten unser Koffer mit all den Notwendigkeiten, wie Bekleidung, Medikamente, Kämme und Rasierzeug zu haben. Das Nachkaufen von Socken, Zeitschuhen und – Hosen gelingt mir wegen gewisser Bedürfnisse in Sachen Größe in Portugal ebensowenig wie dereinst in Rio. Immerhin schaffte ich es Badeschlapfen und eine Badehose zu finden, um vielleicht den Atlantik oder zumindest den Hotelpool nutzen zu können.

Jetzt suche ich eine kleine Puppe der TAP Verantwortlichen und sehr viele Nadeln.

Written by medicus58

3. Juli 2022 at 16:32

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Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 7

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Die Zores mit den Acores (sorry für das dumme Wortspiel) begann hier.

24 Stunden nach dem Aufstehen in Wien und fast 20 Stunden nach dem Eintreffen am Schwechater Flughafen haben wir es heute zu knapp 3 1/2 Stunden Schlaf und nur bis nach Lissabon gebracht.

Die Schlange vor dem Transferschalter war nur unwesentlich kürzer als gestern Abend und schon hagelte es erneute Absagen von Kurz- (Madrid, Barcelona, Paris) und Langstreckenflügen (zB in die USA oder Brasilien).

Was ich gestern vergessen habe zu berichten war die endzeitliche Stimmung bei den Luggage Belts, die wir gegen 2:30 früh sicherheitshalber checkten, ob TAP unsere Koffer nicht doch noch ausgeladen hat. Berge von herrenlosem Gepäck, dazwischen Schlafende und um diese Zeit noch eine Schlange am Lost and Found.

Danach abklappern der Flughafenhotels, fully booked, telefonieren mit verschlafenen Nachtportieren (Google Map sei Dank für die Telefonnummern), schließlich eun Treffer, Taxi, etwas Schlaf Frühstück, Taxi…

Kurz nach 11 ging es für uns endlich weiter auf die Azoren, aber wie berichtet nicht wie gewünscht und im Mai gebucht auf Sao Miguel sondern auf Terzeira, 30 Flugminuten entfernt. Das Foto zeigt übrigens die Stimmung bei der Ankunft. Dazwischen Telefonate mit Hotel und Mietwagenfirma, dass wir zwar einen Tag umsonst zahlen, aber beide Verträge einhalten werden.

Die folgenden Stunden auf Terzeira bis zum Weiterflug spazierten wir erstmals wieder in frischer Luft und hatten als Mittag/Abendessen frischen Fisch in einem sehr empfehlenswerten Fischlokal ganz in der Nähe des Flughafens.

Der Flug nach Ponta Delgado ging pünktlich um 17:55 ab und wir waren rund 24h später als geplant da, wo wir sein wollten. Wir, nicht aber unser Gepäck. Und nicht nur wir sondern, man trifft sich am Lost and Found Schalter, alle deren Direktflug aus Lissabon in der letzten Nacht so umgeplant wurde…

Jeder bekam einen QR Code und erfuhr mit freundlichen Worten, dass er seinen Gepäcksverlust dort selbst eingeben soll.

Mietauto, Hotel und die getragene Wäsche (bitte nicht verraten) im Handwaschbecken waschen, wie dereinst als man Interrail fuhr.

Written by medicus58

2. Juli 2022 at 23:51

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Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 6

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Hier begann die Geschichte: Teil 1

In dieser Schlange verbrachten wir fast 5 Stunden, nachdem der Anschlussflug von Lissabon nach Ponta Delgada immer weiter nach hinten verschoben und nach drei Gate changes endgültig von der Anzeigentafel verschwand.

Natürlich kam niemand, wie von einem Flughafenmitarbeiter eigentlich versprochen, ein TAP Mitarbeiter zum letzten Gate, um mit uns zu sprechen und das Angebot per Mail, wir mögen erst am Montag (es war zu diesem Zeitpunkt ca 22:00) weiterfliegen, war angesichts der Tatsache, dass wir am Dienstag bereits einen Weiterflug nach Terzeira hatten, lächerlich.

Was dann kam war ein sagenhaftes Chaos mit sich vordrängenden Senegalesen, Wortgefechte mit Portugisen, deeskalierenden Polizeiauftritten und bald nur mehr zwei Mitarbeitern am Transferschalter.

Die beste uns angebotene Alternative, als wir nach 2:00 früh zu einem der Mitarbeiter vorgedrungen waren, übrigens nur so bald, weil wir eigentlich Business geflogen sind, war um 11:11 von Lissabon auf die Insel Terzeira, dort 7h zu warten und mit einem Flug am späten Nachmittag 24h nach dem ursprünglichen Ankunftstermin hoffentlich in Ponta Delgado anzukommen.

Mit dem gebuchten Hotel stehe ich in Kontakt, mit dem Mietautounternehmen noch nicht und wo unser Gepäck ist, man hat uns geraten es nicht auszuchecken, wissen wir nicht.

Niemand kümmert sich um ein Hotel für den Rest der Nacht, so dass man selbst herumtelefonieten muss, weil die Airport Hotels rammelvoll waren und in deren Lobby die Leute bereits campierten.

Beim vierten Versuch wurde ich fündig, knapp 4h Schlaf (Ersatzwäsche und Zahnbürsten waren vorsorglich im Handgepäck) und ein Frühstück später sassen wir erneut in der Abflughalle.

Offenbar hat portugiesische TAP von der Lauda Air gelernt, deren Service zwar ihr Success war, ihr das aber auch nicht geholfen hat. Deshalb verzichtet die TAP überhaupt auf irgendeine Kundenbetreuung.

Written by medicus58

2. Juli 2022 at 10:14

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Reisen mit Covid 2022: Teil 5

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Die Story begann hier.

Die Troubles am CAT City check-in.

Es saßen dort zwei Herren, die sich gegenseitig prächtig unterhielten aber unzuständig erklärten für AUA u/o TAP das Gepäck einzustecken (beide Flüge hatten übrigens einen TAP Code). Eigentlich begannen aber die Troubles schon vor ein paar Stunden, als die TAP mir eine ziemlich unverständliche SMS sandte:

You TAP flight is expected to depart on.

Am City check-in verwies man auf den Self check-in, um die Gepäcksanhänger auszudrucken. Wie immer misslangen die ersten Anmeldeversuche mit Namen+Buchungsnummer und Namen+Destination. Mit dem Pass klappte der dritte Versuch, jedoch verweigerte der Apparat das Ausdrucken der Gepäckanhänger, da der Abflug verschoben wurde. Man möge am Flughafen zum AUA Schalter gehen.

Am Flughafen wurde man vor dem Schalter abgefangen und nach Vorlage der ausgedruckten Boarding passes gefragt, weshalb man sich noch keine Gepäckanhänger ausgedruckt hätte.

Erklärungen, Palaver, überraschend druckte der Automat hier die Gepäckanhänger anstandslos aus, der Flug war aber weiterhin delayed, und es blieben dann in Lissabon gerade mal 30 Min Transferzeit….

In Lissabon angekommen, entspannte sich die Lage kurzfristig, da der Anschlussflug sich um fast 2h verspätet. Die Stimmung sank aber, als die erste versprochene Abflugzeit ungenützt verstrich und die nächste SMS einen Abflug nach weiteren 30 Min versprach was, aber auch nicht eingehalten wurde. Drei Stunden nach der Ankunft in Lissabon erklärte ein offiziell wirkender Typ, dass die Runway bis vor kurzem geschlossen werden musste und, es ist inzwischen nach 20:00, jetzt begonnen wird, den Flugbetrieb wieder aufzunehmen.

Auf der HP des Airports fand man dazu nichts.

Machen wir es kurz nach über 5h und drei gate changes wurde der Flug gestrichen und verschwand von der Anzeige. Ein Mitarbeiter flüchtete vom Gat und versprach es würde jemand kommen,…

Vor dem Transferschalter warteten bereits gut 400 Passagiere.

Diese Nacht wird lang…

Written by medicus58

1. Juli 2022 at 23:36

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Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 4

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Was bisher geschah: Teil 1, Teil 2, Teil 3

Teil 3 schloss mit der Unmöglichkeit genau dort ein Mietauto vorzubestellen, wo das Hotel über zwei Gehstunden vom nächsten Ort entfernt war. In den folgenden Tagen checkte ich wiederum alle Vermieter durch, ob nicht doch zwischenzeitlich ein farbarer Untersatz auf den Markt gekommen wäre, aber vergeblich.

Eine Anfrage bei unserem Hotelier brachte zwei Vorschläge für kleinere Vermieter, die ich probieren könnte. Von einem hatte ich längst mehrfache Absagen, vom anderen fand sich leider keine E-Mailadresse, nur eine Telefonnummet, die sich im portugiesischen Onlinetelefonbuch als Mobilnummer herausstellte.

Im festen Glauben, dass ohnehin inzwischen jedes Handy SMS „versteht“ ersuchte ich so erfolgreich um eine E-Mailadresse an. Schlechte Erfahrungen mit unterschiedlich guten Englischkenntnissen am anderen Ende einer suboptimalen Telefonleitung, ließen mich auf eine schriftliche Konversation setzen.

Gerade zu diesem Zeitpunkt waren auch unsere Medien voll der Meldungen über Post-Corona Engpässe bei Mietautos, weil offenbar viele Vermieter ihre Flotte lieber verscherbelten als am Parkplatz verrosten zu sehen. Später waren die Lücken aber angesichts überlasteter Lieferketten nicht mehr so schnell zu schließen.

48h später ersuchte man um Kopien von Pass, Führerschein und Ankunftsflug. Zumindest bin ich jetzt im Besitze einer E-Mail eines mir unbekannten Gegenübers, der mir versicherte, mit einem Auto am Flughafen auf Pico auf mich zu warten.

Inzwischen häuften sich auch Meldungen über reihenweise abgesagte Flüge und gestrandeter Fluggäste und die Covidzahlen blieben in Portugal hoch, doch heute konnte ich mir die Boardingpasses für die beiden Flüge von Wien nach Lissabon und von dort weiter nach Sao Miguel ausdrucken.

Was kann da noch schief gehen, wenn es morgen los geht? Keine Ahnung aber manche böse Vorahnung, Sie werden es aber hier lesen.

Written by medicus58

30. Juni 2022 at 17:02

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Ist diese Ärztekammer noch eine Kammer für Ärzte?

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In den selten stillen Kämmerchen unserer Standesvertretung ist es gerade wieder einmal lauter.
Das wäre kein wirklich schlechtes Zeichen, wenn es so wie im Wahlkampf 2017 auch vor der Wahl der Ärztevertreter zu lebhaften Diskussionen gekommen wäre. Da war aber so viel Funkstille, dass es sich hier nicht mal lohnte gesondert darauf einzugehen.
Wird nach einer Entscheidung plötzlich diskutiert ist das ein untrügliches Zeichen, dass da viel falsch gelaufen ist.
Ja, man fürchtete sich vor der Wiener Wahl medial begleitet vor der MFG, was letztendlich aber dann kaum wahlentscheidend war. Außer von Steinharts Vereinigung, flatterten von den großen Fraktionen nur vereinzelte Folder ins Postfach, von den kleinen, kostenbedingt, gar nix.
Viele hatten nach zwei Amtsperioden vom Szekeres genug, er scheinbar auch, und es war klar, dass Steinhart sein langes Kammerleben endlich mit der Funktion des Kammerpräsidenten krönen wollte und dafür auch genug Finanzen hatte. Das dann als Reformkoalition über Steinharts beliebteste PR Agentur (B&K – Bettschart und Kofler Kommunikationsberatung) bezeichnen zu lassen war Eingeweihten gleich etwas des weniger Guten zu viel, aber: Hart geht`s weiter in der Wiener Ärztekammer, Steinhart

Während ich bereits 2017 andiskutierte, dass die von Szekeres gezimmerte Koalition die beiden großen ärztlichen Kurien (Niedergelassene, wo Steinhart stark ist und Angestellte) nicht abbildet (WÄK Wahl: Die Würfel scheinen gefallen), hat die jetzige Koalition das umgekehrte Problem, auch wenn das von den Medien nicht so berichtet (oder verstanden) wurde.
Ja, wie die meisten Kammern sind Frauen in der oberen Etage der ÄK traditionell massiv unterrepräsentiert, was auch zu einigen Medienberichten führte.
Traditionelle Kritiker der Ärztekammer wie der nach Eigendefinition Versorgungswissenschaftler Pichlbauer bewarfen im Netz Steinhart mit ganz anderen Kritikpunkten:
rezeptblog als 1996 in der Regierung beschlossen wurde bis 2001 eine einheitlicher Leistungskatalog zu entwickeln, war es STEINHART, der dagegen war, als 2005 die Entwicklung dann begonnen wurde, war es STEINHART, der sie boyokttierte, als 2014 ein solcher Katalog für die Spitäler entwickelt wurde, war es STEINHART, der die Mitarbeit der Ärztekammer untersagte. Als 2019 die KAssenfusion anstand und eine einheitlicher Katalog zu verhandeln gewesen wäre, war es STEINHART, der jede Verhandlung ablehnte. Statt dessen wurde eine Katalog quodlibet kammerintern entwickelt, der jetzt das Resultat der „langjährigen Forderung“ der Ärztekammer sein soll – es ist ein reines MAchtspiel eines alten weißen mannes Link

Für das Verständnis des aktuellen Tumultes, der seinen Ausgangspunkt schon bei der Wahl zum Wiener Ärztekammerpäsidenten (Voraussetzung, um Bundeskammerpräsident zu werden) hatte sind mE drei Dinge essentiell:

  1. Die meisten Ärzte haben keine Hoffnung mehr, dass sie von der ÄK vertreten werden und sind so mit den Folgen der schlechten Vertretung (Bürokratie) in der täglichen Arbeit beschäftigt, dass ihnen auch keine Zeit bleibt sich mit Standespolitik zu beschäftigen
  2. In der ÄK (vermutlich in allen Kammern) wurde und wird immer alles von wenigen vorbesprochen, so dass Diskussionen vor Abstimmungen völlig sinnlos werden, weil die Positionen vorab bezogen sind. Was bleibt sind Geschäftsordnungstricks.
  3. Die (gesetzlich aufgezwungene) Aufspaltung der Ärzteschaft in einzelne Kurien verstärkt das Gefühl in seiner jeweiligen Position schlecht vertreten zu sein (divide et impera). Damit wurde und wird traditionell auch Politik gemacht.

Um eine Mehrheit in der Wiener Kammer zu bekommen, musste Steinhart zu seiner immer satten Mehrheit bei den Niedergelassenen (warum eigentlich?) auch Unterstützer bei Turnusärzten und Angestellten finden. Wie seine Vorgänger schmiedete er diese aus den traditionellen „Überläufern„, die nach der Wahl sich plötzlich bei einer anderen Fraktion wiederfinden und einem fast 45- jährigen, ehemaligen Finanzreferenten unter Szekeres (Dr. Stefan FERENCI, geb. 15.09.1977), der trotz seiner Vita (2015 bis 2017 Oberarzt, seit 2018 Kassenordination in Baden, Wahlarztpraxis in Wien) nun im Wahlkörper der Turnusärzte für Turnusärzte kandidierte. In der ÄK in NÖ vertritt er übrigens die Fachärzte (Kurier).

Als nun in der Österreichischen Ärztekammer die Gremien gewählt wurden, wurde mit dem Unfallchirurgen Dr. Harald Mayer ein weiteres Urgestein der Kammerpolitik (seit 19 Jahren Obmann der Bundeskurie angestellte Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer) in seinem Amt bestätigt und, sie werden sich vielleicht wundern, sein 1.Stellvertreter wurde der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie Dr. Ferenci.
Bei dem Mangel an Jugendpsychiatern in diesem Land, darf man vielleicht die Frage stellen, ob die wenigen ärztlichen Kapazitäten nicht besser in der praktischen Medizin als in multiplen Kammerfunktionen genutzt werden sollten bzw. wie viel Aufwand all die Posten denn bedeuten, wenn man daneben zwei Praxen in zwei verschiedenen Bundesländern betreiben kann, aber natürlich müssen wir uns freuen, dass es trotzdem noch Kollegen gibt, denen die Standespolitik ein Anliegen ist. <end of irony>
Die Freude war dann aber vielleicht doch nicht so groß, wenn man über die Umstände der Wahl heute im Kurier liest:
Haben die Spitalsärzte die falschen Vertreter bekommen?
Der Vorgang war, nun ja, doch speziell: Als es vergangene Woche in der Bundeskurie der angestellten Ärzte darum ging, einen Chef zu wählen, boykottierten gleich vier Bundesländer die Abstimmung, indem sie den Raum verließen. Der Grund des Protests: Es sei keine Frau und auch kein JungärzteVertreter bei der Postenbesetzung berücksichtigt worden.

Man kann den Vorgang als übliches Polit-Hickhack abtun, das sich schon bald wieder beruhigen wird, wenn alle mit ein paar Pöstchen oder anderen Goodies zufriedengestellt wurden, die Frage, ob diese Ärztekammer noch eine Kammer für Ärzte ist, wird uns aber bleiben. M.E. geht es da in Wirklichkeit auch gar nicht um die fehlende Repräsentanz der einzelnen ärztlichen Funktionen und Geschlechterparitäten, sondern um ein gewachsenes Netzwerk nur mehr formal demokratischer Berufskämmerer.

Man muss sich doch nur die Frage stellen, weshalb Steinhart es seit 33 Jahren in der Kammer erst jetzt und noch dazu einstimmig zum Österreichischen Ärztekammerpräsidenten geschafft hat, obwohl sein Mentor Dorner ihn bei seinem Rückzug schon als Nachfolger empfohlen hat. Schwer vorstellbar, dass jemand wie der ehrgeizige Oberösterreichische Ärztekammerpräsident Dr. Peter Niedermoser, der noch ein starker Gegenkandidat gegen Szekeres war, nicht auch Ambitionen auf den Job hat, mit dem Steinhart seine Karriere endlich krönen konnte.

Niedermoser war bereits in der Hochschulpolitik tätig, dann bis 2001 stellvertretender Kurienobmann der angestellten Ärzten in Oberösterreich, gleichzeitig Obmann der Bundessektion der Turnusärzten in der Österreichischen Ärztekammer. Zwischen 2003 und 2005 war er Vizepräsident der Ärztekammer für Oberösterreich, bis er bis heute nach Otto Pjeta das Präsidentenamt in Oberösterreich mit satten Mehrheiten innehat. Daneben ist er Vorsitzender des Bildungsausschusses der ÖÄK, und seit 2013 Präsident des wissenschaftlichen Beirats der Akademie der Ärzte, also dieses Gremium, das u.a. aus Turnusärzten fertige Ärzte macht. Kurz vor der jetzigen Wahl zum Österr. Ärztekammerpräsidenten ließ er jedoch ausrichten, dass er nicht zur Wahl antreten werde.

Dieser Sinneswandel wird erst klarer, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Niedermoser so wie Mayer aus der OÖ Kammer kommen und dies wohl zu der unbeliebten Kampfabstimmung geführt hätte, die möglicherweise beiden das Amt gekostet hätte. Es liegt daher sehr nahe, dass der ganze Wahlvorgang, wie ohnehin das meiste in der Ärztekammer von einigen wenigen im stillen Kämmerchen akkordiert wurde und halt manche anderen da dazugehören müssen, weil es sich sonst nicht ausgeht, oder man (weshalb auch immer) in deren Schuld steht.
Dass das der Wiener Kammeramtsdirektor und Jurist Holzgruber schon bei der Wiener Kammerwahl alles korrekt fand wundert wenig, da er, übrigens ebenso wie Steinhart, von Langzeitpräsidenten Walter Dorner über die ÖVP-nahe Vereinigung mit multiplen Quervernetzungen zum CV in die Standespolitik geholt wurde.

Also, ja, es ist ein Irrwitz, dass ein Beruf, der inzwischen mehr Frauen als Männer zählt, mit wenigen Ausnahmen seine Standesvertreter nur unter Männern findet, und ja, junge Ärzte in Ausbildung müssten in der Standesvertretung ihre Sicht einbringen können, aber vor allem sollten wir Ärzte uns endlich einmal dafür interessieren, wer was mit unseren Kammerumlagen so macht.
Solange dieses verständliche aber desaströse Desinteresse besteht, dürfen wir uns nicht wundern, wenn der Kongress nach seinen eigenen Regeln tanzt!

Written by medicus58

28. Juni 2022 at 17:27

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 3

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Was bisher geschah:

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 1

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 2

Es war nun Sonntag am frühen Abend. Meine Reiseroute durch die Azoren hatte ich rasch zusammengestellt und los ging es mit dem Buchvorgang auf booking.com.

Hinflug zu vernünftigen Zeiten (AUA nach Lissabon, TAP von dort nach Sao Miguel) und Rückflug (SWISS via Genf war noch frei) gebucht, mit Visa (Authorisierung auf der Handyapp, ein Kinderspiel.

Erstes Hotel, gebucht mit kostenfreiem Storno bis kurz vor dem Abflug, Corona, sie wissen. VISA authorisiert, Buchungsbestätigung, es ging dahin, auch noch beim Mietwagen, dem ersten Verbindungsflug, dem zweiten Hotel, dem zweiten Mietwagen,… alles kinderleicht. Dass sich kurz danach die Omikron BA.5 Variante in ganz Portugal aufbäumen wird, war damals noch nicht in den Meden. Wäre aber auch egal, gewesen, weil die alle bei unserem geplanten Anflug entweder wieder genesen oder schlimmstenfalls tot oder mit Long Covid beschäftigt sein würden, jedoch (in fast allen Fällen) nicht mehr infektiös sein würden.

Als ich mit meiner Buchungsorgie die dritte Insel erreicht habe, kam plötzlich eine Warnung, dass das zuletzt gebuchte Hotel die Kreditkarte nicht belehnen konnte. Gleich danach kam das auch von der Fluglinie, die die Buchung des Kurzfluges von Insel 2 auf 3 wegen eines Problems mit Ihrer Kreditkarte wieder stornierte.

Die Verwendung einer anderen Kreditkarte behob diese Probleme, aber plötzlich, offenbar wegen dieser Vorgänge verweigerte Booking.com weitere Buchungen auch mit einer dritten Karte. Und nein, ich habe meinen Kreditrahmen nicht überzogen, das Ablaufdatum und die Sicherheitsnummer selbstverständlich richtig eingetippt. Auch mittels App ließ sich nicht eruieren, weshalb ich nicht mehr kreditwürdig war und außer die Karre zu sperren, stehen am Sonntag Abend auch keine anderen Dienste zur Verfügung.

Erst am Montag morgen war VISA erreichbar und erklärte lapidar, dass offenbar die rasch hintereinander eintreffenden Buchungen einen Sicherheitsalgorithmus ausgelöst haben. Nach neuerlicher Identifizierung wurde alles wieder freigeschaltet. Entschuldigung gab es nicht, weil es ja der Algorithmus war, der mich nur vor Bösem, also das Plündern meiner Kreditkarte bewahren wollte.

Wer aber glaubt, der Cliffhanger, am westlichsten Punkt meiner Rundreise zu stranden, wäre vorbei, der sei auf den nächsten Eintrag verwiesen, denn es kam noch dicker:

Just auf Insel 3 nahm das etwas abseits gelegene Hotel nur Fixbuchungen an und gerade auf der Insel Pico meldeten alle kontaktierten Mietautoverleihfirmen, dass sie im gewünschten Zeitraum kein freies Fahrzeug mehr haben.

Auf der, nur eine 30-minütige Fährfahrt entfernten Nachbarinsel gab es zwar mietbare Kisten, die Mitnahme von Autos auf Fähren ist aber in den Mietverträgen ausdrücklich untersagt. Der öffentliche Busverkehr auf Pico beschränkt sich auf die Küstenstraße und max 2 Busse pro Tag. Das einfache Hotel bot nur Frühstück an, das nächste Restaurant war ca 2h Wanderung entfernt.

Watch this space for further notice

Written by medicus58

27. Juni 2022 at 23:09

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Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 2

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Was bisher geschah: Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 1

Ende Mai begann ich die zahllosen im Web angebotenen Azorenrundreisen zu durchforsten. Es sollte definitiv keine Studiosus (Studiosusreisen: Herr Lehrer ich muss mal) oder eine andere Gruppenreise werden und mein Zeitbudget erlaubte auch nur zwei Wochen Fernbleiben vom Arbeitsplatz .

Rasch schrumpften die Dutzenden Möglichkeiten auf zwei, jederzeit antretbare und durchgebuchte Angebote zweier deutscher Internet-Reisebüros zusammen. Auf meine Mail antwortete das eine nach 24h mit einem Standardbrief, dass alles ausgebucht wäre und ich es nächstes Jahr erneut versuchen sollte, man nennt sowas wohl Déja vu.

Weshalb das Angebot bis heute online blieb, blieb unbeantwortet. Das zweite Reisebüro meldete sich Tage später und entschuldigte sich bei Medica (warum ich als Frau angesprochen wurde erklärte man später mit einem Softwarefehler) für die verspätete Rückantwort mit der Corona-bedingten Quarantäne einer Mitarbeiterin.

Inzwischen war mir aber längst der Geduldsfaden gerissen und ich fand über die üblichen Reise-Suchmaschinen noch alle notwendigen Flüge, Mietautos und vernünftig aussehende Unterkünfte als buchbar.

Portugal befand sich zwar zu diesem Zeitpunkt gerade wieder am Höhepunkt der Omikron BA.5 Welle, aber da noch ca. 4 Wichen bis zur Abreise dazwischen lagen, erlaubte ich mir wieder auf bessere Verhältnisse zu hoffen und begann mit dem Buchungsmarathon.

Drei Inseln erfordern leicht einsichtig, Buchungen von vier Unterkünften: Das Risiko einer direkten Rückreise wollte ich nicht eingehen und plante noch eine Übernachtung in Pinta Delgado ein, ehe es zurück in die Heimat ging.

Weiters mussten fünf Flüge gebucht werden, mit Zwischenlandung auf die Azoren und zurück sowie drei Flüge für das Inselhopping; und ja natürlich auf jeder Insel ein Mietauto, aber das sollte ja kein Problem seun, denn schon nach den ersten Recherchen überhäufte mich die personalisierte Werbung auf jeder werbefinanzierten Internetseite mit Angeboten vom kleinsten Economy Car bis zum SUV für eine Andenüberquerung.

Pfeift auf die Reisebüros, selbst ist heute der Abenteurer.

Fortsetzung folgt

Written by medicus58

25. Juni 2022 at 13:19

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Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 1

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Vor etwa einem Jahr lasen Sie hier: Wegen Corona reisen, warum nicht! und Reisen am Ende der Pandemie, my ass.

Im April dieses Jahres dann schon ziemlich ernüchtert: Und wieder ein Jahr mit Covid-19 auf Reisen.

In dem nun begonenen und in zwangloser Folge ergänzten Thread geht’s uuum meinen Sommerurlaub 2022, der äußerst holprig begann und dessen weiteter Verlauf zum jetzigen Zeitpunkt völlig unklar ist.

Alles begann jm Vorjahr mit dem Versuch endlich eine Rundreise durch die Azoren zu buchen. Unter normalen Umständen würde ich ja sowas nie einem Reisebüro von der Stange abkaufen, aber Corona, Sie wissen schon: Risikominimierung und so.

Kaum, also drei Tage nachdem ich mich online angemeldet habe, rief jemand von diesem Reisebüro zurück und riet mir dringlich von einer Buchung ab:

Die portugiesische Fluglinie hat noch immer keinen Flugplan herausgegeben, alles ist so unsicher, vielleicht im Herbst, vielleicht besser in einem Jahr,…

Ich verbrachte den Sommer 2021 an der Loire und abgesehen von einigen Hoppalas (Fliegen wird wieder zum Abenteuer) ganz erholsam.

Heuer flatterten mir aber wieder soviel Werbung über Inselhüpfen auf den Azoren ins Online Postfach, dass ich mir fest vornahm, heuer den Trip endlich zu wagen, der mir schon viele Jahre im Kopf herumspukte.

Und die Schwierigkeiten begannen…

Written by medicus58

23. Juni 2022 at 19:06

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Auch von Sigrid Pilz kann man einmal genug haben

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Gestern war es dann so weit, die unter rot-grün installierte, sogenannte Patientenanwältin Sigrid Pilz soll von Ex-Gerichtspräsident Gerhard Jelinek  abgelöst werden. Warum man sie damals installiert hat (Sigrid Pilz: Von Traumjobs kann man nie genug kriegen) bleibt ebenso im Dunkeln, wie der Grund für ihre Ablöse. Bei diesem Job nimmt man sich nicht einmal die Mühe von Patient*innenanwälten zu sprechen, denn es ist ohnehin allen klar, dass es hier sicher um viel, auch viel Geld, aber nicht um das Wohl der Patienten geht (Wessen Anwalt ist denn ein Patientenanwalt?), sondern um ein Mittel politische Interessen aus dem Munde eines Mietmaules formuliert zu bekommen.

Wenn es (2014!) darum gegangen wäre etwa den Wildwuchs privater Medizinuniversitäten mit eingeschränkten Möglichkeiten zur praktischen Ausbildung einzudämmen (Bitte setzten Sie sich durch Frau Pilz), schwiegen Pilz und ihr niederösterreichisches Pendant Bachinger vielsagend um ihre Besteller nicht in Bedrängnis zu bringen (Salzamt: Patientenombundsperson).

Diesem Blog wird Frau Pilz abgehen, denn sie garantierte seit ihrer ersten Erwähnung hier 2011 (GRÜN IN WIEN: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ ) zu verlässlichen Clicks geführt:

Dr. Sigrid Pilz http://de.wikipedia.org/wiki/Sigrid_Pilz  war lautstarke Kritikerin der Wiener Gesundheitspolitik und hat den „Lainzer Pflegeskandal“ und den „Psychiatrie Skandal“ lautstark in die Medien getragen.
Und was fällt ihr jetzt zur Rotstiftpolitik der Wiener Stadtregierung ein, an der zwar nicht sie persönlich, jedoch ihre Partei beteiligt ist: Es muss im Interesse aller PatientInnen im Gesundheitswesen sein, dass die Kosten der Wiener Spitäler nicht weiter ausufern. Damit wir auch zukünftig ein sozial gerechtes, hervorragendes Angebot garantieren können, müssen wir heute mit den notwendigen Reformen beginnen.
Aufwachen Sigrid,
da geht’s nicht mehr ums Ausufern, wir sprechen von einem MINUS zum Vorbudget! Also plötzlich haben wir eh ein hervorragendes Angebot, warum sie früher so oft „Alarm schlagen“ musste, bleibt unklar.

Übrigens habe ich das hier vor über 11 Jahren so geschrieben.

Written by medicus58

21. Juni 2022 at 07:19

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