Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for Januar 2016

Fassadenpolitik erreicht inzwischen die Universitäten

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bürgerkrieg

Seit Jahren verwende ich hier den Begriff der Potemkinschen Spitäler (Reform=Stillschweigen zur Errichtung eines Potemkinschen Dorfes http://wp.me/p1kfuX-8V, http://wp.me/p1kfuX-n8 ), um darauf hinzuweisen, dass die Gesundheitspolitik zwar den Schein einer fachärztlichen Vollversorgung in den öffentlichen Spitälern aufrechterhalten möchte, aber spätestens seit dem ÖSG 2012 die rechtlichen Grundlagen dafür geschaffen werden, auch schwer Kranke der fachlichen Kompetenz eines Allgemeinmediziners zu überlassen.
Ein Konzept, dass vorher ausschließlich in den gewinnmaximierten Privatkrankenanstalten zu finden war, die im Notfall aber ihre Patienten dann rasch in ein öffentliches Spital verlegen konnten.

Gestern hat nun SPÖVP mit Unterstützung ihrer neoliberalen Gesellen im Nationalrat die Rahmenbedingungen geschaffen, dass Derartiges auch im Olymp der medizinischen Krankenhausversorgung möglich wird, an den Medizinischen Universitätskliniken.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151216_OTS0186/rufbereitschaft-von-fachaerztinnen-in-unikliniken-wird-ermoeglicht
Auch in Zentralkrankenanstalten muss künftig nicht mehr rund um die Uhr in jedem einzelnen Sonderfach ein Facharzt vor Ort anwesend sein. Vielmehr genügt es, wenn in den Nachtstunden bzw. vorübergehend auch im Wochenenddienst und an Feiertagen eine Rufbereitschaft eingerichtet ist. Das sieht eine Novelle zum Krankenanstalten- und Kuranstaltengesetz vor, die heute vom Gesundheitsausschuss des Nationalrats mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP, NEOS und Team Stronach angenommen wurde. Damit werden für Zentralkrankenanstalten wie z.B. dem AKH künftig ähnliche Regelungen gelten wie jetzt schon für Schwerpunktkrankenhäuser.

Beruhigend wird hinzugefügt, dass ja ohnehin Innere, Chirurgie, Kinder-  und Intensivstation noch von einem Facharzt besetzt sein werden. Röntgenbilder können ja notfalls -wie in den USA- auch in Indien befundet werden und wer braucht einen Facharzt, der noch um Mitternacht einen Malariabefall im Blutausstrich ausschließen kann.
Da halten wir’s halt wie Scarlett O’Hara in Vom Winde verweht:

Darüber denke ich morgen nach. Morgen ist auch noch ein Tag.

Na, und irgendwie bewegt sich unsere Gesundheitssystem ja auch in Richtung 19. Jahhundert zurück. Schau’n mir mal, ob wir es auch noch bis zum Bürgerkrieg schaffen.

Vergleiche dazu auch: http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/794003_Universitaeten-ohne-Fachaerzte.html

Written by medicus58

29. Januar 2016 at 20:45

Zur Quadratur des Kreißsaals

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rotstift

Dass Wien planerisch den Stein des Rotstifts, wenn schon nicht den Stein der Weisen, gefunden hat und deshalb vermag wovon andere nicht mal albträumen, ist für den geneigten Leser wohl nix Neues.

Als einziges Bundesland glaubte Wien trotz des von der EU erzwungenen neue Ärztearbeitsgesetzes den Status quo der Versorgungsleistung aufrecht erhalten und gleichzeitig 382 Ärzteposten eingesparen zu können!
Die Teillösung der Volllösung einer Verarschung http://wp.me/p1kfuX-Wv

Im medialen Geschwubel der Neu-Neu-Auflage des Spitalkonzepts 2030, mit all den Abteilungsschließungen und Aushöhlungen ehemaliger Schwerpunktspitäler,
(Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration http://wp.me/p1kfuX-K9;
Wehselys Coup: Wien lässt sich Demontage der öffentlichen Spitäler von der EU finanzieren! http://wp.me/p1kfuX-143 )
blieb eine andere rechnerische Volte des Rathauses unbemerkt.

Nicht dass da irgendeiner glaubt, dass 2030 das nunmehr Hinausposaunte noch irgendjemanden interessieren wird, aber bemerkenswert ist schon, dass sich niemand darüber gewundert hat,
wie das Runterfahren der Spitalslandschaft zum Rauffahren der Bevölkerungszahlen passt.

Kaum ein Tag vergeht, wo nicht irgendein Mitglied der rot-grünen Stadtregierung anerkennend davon stabreimt: Wie Wien wächst

Klar, irgendwie muss ja auch die rasant steigende Schuldenlast der Stadt argumentiert werden und da trifft es sich im Politischen wie im Wirtschaftlichen gut, wenn man auf Wachstum verweisen kann.
Finanzstadträtin Brauner: Bereits im Jahr 2029 könnte die Donaumetropole die Grenze zu zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern überschritten haben und in den darauffolgenden Jahren noch weiter wachsen
https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/wien-waechst.html

Weiters liest man da:

WIEN WÄCHST … UND IN DEN KOMMENDEN JAHREN WIRD WIEN JÜNGER UND ÄLTER ZUGLEICH.

und man könnte wohl annehmen, dass das mit einem vermehrten Bedarf an Kreißsälen und Spitalsbetten einhergehen sollte, jedoch hätte man da das Spitalskonzept mit den Grundrechnungsarten erstellt.
Wie bei der Kreditaufnahme in Schweizer Franken, macht es sich da der Wiener Rathausmann oder die Schwäbische Rathausfrau doch nicht so einfach!

Selbst nach dem ominösen 2030 geht nach Meinung der Stadtstatistiker diese Bevölkerungszunahme ungebremst weiter:
Am Ende des Zeithorizonts (2044) könnten etwa 2,11 Millionen Menschen in der Bundeshauptstadt residieren.
Nur zum Vergleich, 2014 waren in Wien 1.774.829 Personen hauptgemeldet!

Wien ist jetzt schon größer als die 44 größten Österreichischen Gemeinden zusammen! (https://wien1x1.at/site/wien-waechst-am-weg-zur-europaeischen-metropole/)

Während aber kaum jemand daran zweifeln würde, dass zum Beispiel Graz eine eigene Augenabteilung haben sollte, wird die einzige transdanubische Augenabteilung im Donauspital nun abgesiedelt. Die Bevölkerung Transdanubiens entspricht zahlenmäßig der der steirischen Landeshauptstadt, hat aber im Gegensatz zu dieser ein positives Bevölkerungswachstum. Lernen Sie Wienerisch!

Wir können nur bewundernd zur Kenntnis nehmen, mit welcher Gelassenheit das Wiener Rathaus zwar die zunehmenden Einnahmen aus dem erwarteten Bevölkerungswachstum bereits einkalkuliert, aber gleichzeitig davon überzeugt ist, dass ein Zuwachs von einer halben Million Einwohner durch weniger Vorhalteleistung an Spitalsversorgung kompensiert werden kann.

Aber, ach ja, wir haben ja schon ein PHC (PHC: Für wie blöd halten uns die eigentlich? http://wp.me/p1kfuX-11t), dass das alles auffangen wird, oder vielleicht ein zweites, irgendwo in einer leerstehenden Immobilie (Zur Quadratur des Primärversorgungszentrum im 22. Wiener Bezirk http://wp.me/p1kfuX-Vz), dass das alles abfedern wird.

Und natürlich das AKH, das ja angeblich ein Viertel der Versorgungsleistung Wiens bietet, auf das ist Verlass.
Nur blöd, dass man in dem gestern so bejubelten neuen Zusammenarbeitsvertrag dort die Anzahl der Ärzte gleich einmal auf 1500 eingefroren hat (http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wien/stadtpolitik/797866_Neue-Fuehrungsstruktur-fuer-das-AKH.html).

 

Oder vielleicht greift doch einmal die abgestufte Versorgung. Nur was tun, wenn die Patienten begreifen, was damit eigentlich gemeint ist, wenn sie vergeblich nach der zweiten geschweige denn dritten Stufe suchen?

Written by medicus58

28. Januar 2016 at 22:02

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Wehselys Coup: Wien lässt sich Demontage der öffentlichen Spitäler von der EU finanzieren!

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Kav

Fest steht, dass am kommenden Dienstag (19.1.2016) Stadträtin Wehsely wiedereinmal das Spitalskonzept 2030 anpreisen wird.

Dieser Sachverhalt wäre an sich eher die Fortsetzung eines Treppenwitzes, über dessen ersten Stufen hier schon mehrfach berichtet wurde:

Als Wehsely am März 2011
https://www.wien.gv.at/gesundheit-soziales/spitalskonzept.html
http://www.wienkav.at/kav/ZeigeText.asp?ID=36461
dieses scheinbar zukunftrsträchtiges Programm verkündete, handelte es sich um – sachlich sinnvolle –Schließung einiger kleinerer Spitäler.

„Die Qualität der Akutversorgung besteht nicht darin, ein Spital um die Ecke zu haben.“

Die Zentralspitäler (AKH, WSP, KHL, KFJ, RUD, DSP und irgendwann KH Nord) sollten zukünftig mit ihrem kompletten Fächerkanon die stationäre Versorgung sichern.

Wir wollen in Zukunft nicht mehr 12 Häuser in Konkurrenz, sondern sieben (!) kooperierende Spitalsorganisationen.

2012 wurden (unter kräftiger Beteiligung der Wiener Gesundheitsstadträtin) die bundespolitischen Weichen (im Österr. Strukturplan Gesundheit) gestellt, das Leistungsspektrum von Schwerpunktkrankenhäusern auszuhöhlen:
Die Potemkinschen Spitäler http://wp.me/p1kfuX-n8
Nun gibt die Politik die Potemkinschen Spitäler langsam zu, schiebt aber Verantwortung auf Ärzte
http://wp.me/p1kfuX-Br

2014 war dann klar, dass auch in Wien die sieben (6 Schwerpunktkrankenhäuser und 1 Zentralkrankenhaus) das Geschichte sind und die Spitäler unter dem Titel „Schwerpunktbildung“ so ausgehöhlt werden, dass nur mehr jeweils zwei Spitäler gemeinsam das Leistungsspektrum eines Schwerpunktkrankenhaus bieten werden (Wien entledigt sich der Unbequemen an der Front http://wp.me/p1kfuX-J2).
Paarbildung, hieß das plötzlich und nun waren es nur noch vier (3 Pärchen, die jeweils ein Schwerpunktspital darstellten und 1 Zentralspital, das AKH).
Der Kahlschlag hätte eigentlich viel größer ausfallen sollen und die Rudolfstiftung komplett gesperrt werden (http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/art23652,976181) was aber der Bezirk vorerst verhindern konnte. Ende des Jahres fand man sogar nicht unspaßige Wortschöpfungen um zu vernebeln, dass es sich hier um eine signifikante Verschlechterung in der Patientenversorgung handelt (KAV: Superkalifragilistisch Expealigorisch http://wp.me/p1kfuX-RB). Etwas, was Ende 2015 sogar der Wiener Ärztekammerpräsident sehr deutlich machte: KAV / ÄK Hick Hack http://wp.me/p1kfuX-13T

Dass Wehsely nun zu Beginn 2016 die neueste Version des Spitalskonzeptes (Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration http://wp.me/p1kfuX-K9; Schwerpunktbildung ist das gesundheitspolitische Codewort für Einsparung http://wp.me/p1kfuX-13f) verkündet, wäre eigentlich nur der übliche Alte Wein in Englischen Schläuchen (AGB der Gesundheitsreform müssen her http://wp.me/p1kfuX-D7).

Sie wird aber sicher nicht die ersatzlose Streichung einer ganzen Reihe von Fachabteilungen in den Vordergrund stellen,
gegen den nicht nur die Protestbriefe der betroffenen Abteilungsleiter und des Mittelbaus sondern auch schon welche der niedergelassenen Ärzte im Rathaus eintrudelten.

Sie wird sicher nicht erklären, wie die geplanten interdisziplinären Belegstationen den funktionieren sollen, wenn grad mehrer Fächer akut ein Bett belegen müssen und
sie wird sicher nicht erklären, dass mit der Master-Betriebsorganisation
(Master-Betriebsorganisation im KAV: Da fährt die Eisenbahn drüber http://wp.me/p1kfuX-NS
Hurra, Terminambulanz! Ein Geschenk vom frisch gebackenen KAV Chef http://wp.me/p1kfuX-RP
Spezialisierung zur Qualitätsverbesserung ist out, im Spital gibt’s fachärztlichen Pannendienst http://wp.me/p1kfuX-Pr)
in Zukunft Ärzte nur mehr die Verantwortung tragen dürfen, die Prozesse aber von anderen gesteuert werden.

Es mag auch bezweifelt werden, dass Wehsely sich dafür loben lassen wird, das es zukünftig in ganz Wien nur mehr eine Augenabteilung geben wird,
in vielen Häusern bald für multimorbide Patienten keine fachspezifische Versorgung für dermatologische, neurologische, urologische, opthalmologische oder otologische Probleme mehr vorgehalten wird.

Wir werden auch kaum Informationen darüber bekommen, wie viele Nachtdienste bereits gestrichen wurden, ehe noch die versprochenen zentralen Notaufnahmen personell und strukturell ausgebaut wurden und
welchen Grad an fachärztlicher Betreuung ein mit Magenbeschwerden eingelieferter Patient in einem KAV Haus ohne Kardiologen erfahren wird, der sich als akuter Hinterwandinfarkt entpuppt hat

All das wird Wehsely vermutlich nicht so deutlich ansprechen.

Es werden Wetten angenommen, dass sie freudig verkünden wird, dass die augenblickliche Zerschlagung des öffentlichen Krankenhauswesens in Wien finanziell von der Europäischen Investitionsbank unterstützt werden wirdhttp://kurier.at/wirtschaft/wirtschaftspolitik/molterer-haben-gewaltiges-stueck-arbeit-vor-uns/175.074.361

Komisch nur, dass dieser Fond mehr Beschäftigung fördern sollte.
Offenbar sind dabei aber nicht die Gesundheitsberufe sondern die Bauwirtschaft gemeint (Eine große Familie baut sich viele Häuser http://wp.me/p1kfuX-kg).

Lang, lang ist’s her, als Wehsely noch mit Gen.Dir. Marhold glücklich lächelte, dass die Europäische Investitionsbank einen 300 Millionen Eurokredit für das 2015 in Teilbetrieb gehende Krankenhaus Nord rausrücken sollte.
http://www.wienkav.at/kav/khn-pm/ZeigeText.asp?ID=32787 

Jetzt geht’s um deutlich mehr Knete. Jetzt geht’s um die Renovierung, Sanierung und Ausbau des Wilhelminenspitals, des Kaiser-Franz-Josef-Spitals und des Krankenhauses Hietzing im Rahmen des Wiener Spitalkonzepts 2030
http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/oesterreich/4904826/Neuer-EUFonds-fordert-Wiener-Spitaeler?_vl_backlink=/home/nachrichten/oesterreich/4904633/index.do

Es darf nur gehofft werden, dass es die Europ. Investitionsbank mit den angegebenen Zeithorizonten nicht so genau nimmt (Nordlichter, weshalb der Stadt für Ärzte und Pflege kein Geld mehr bleibt http://wp.me/p1kfuX-X3).

Written by medicus58

15. Januar 2016 at 21:50

In eigener Sache

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Bislang habe ich alle Kommentare zu den einzelnen Beiträgen automatisch freigeschaltet, so wie das auch auf anderen Blogs üblich ist, da ich Blogs ausdrücklich als offene Diskussionsbasis auffasse, die ich nicht autoritär moderieren möchte.
Eine Ausnahme bildeten nur Kommentare mit eingebauten Links, die – zur Sicherheit der Blogleser – erst dann freigeschaltet wurden, wenn die Links als vertrauenswürdig erschienen.

Lediglich grob gegen die guten Sitten verstoßende Kommentare bzw. eindeutige Spams wurden sofort gelöscht. WordPress verfügt diesbezüglich auch über einige automatische Filter,

Eine nicht-öffentliche Kommunikation ist entweder  via Direktnachricht auf Twitter (@GTLMedicus)  oder via E-Mail (nom_de_guerre@gmx.at) möglich.

Ich wollte dies klar stellen, weil es erstmals zu einer Situation kam, bei der mir nachträglich nicht klar war, ob ein Nutzer (personANONgrata) seinen Kommentar auch wirklich öffentlich machen wollte.
Ich habe diesen Kommentar deshalb wieder vom Netz genommen und ersuche um Mitteilung, wie mit dem Text zu verfahren ist.

Ihr Medicus58

Written by medicus58

6. Januar 2016 at 12:46

Veröffentlicht in Allgemein, Gesundheitssystem

Harri Stojka Revisited

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Harri Stojka BW stil

Hier bei seinem grandiosen Konzert im Porgy am 30.12.2015,
zuletzt im Herrgottwinkerl im Februar 2013:
Harri Stojka http://wp.me/p1kfuX-Am

um ausnahmsweise wieder über etwas Erfreuliches zu berichten…

Written by medicus58

5. Januar 2016 at 18:03

Veröffentlicht in Herrgottswinkerl

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KAV / ÄK Hick Hack

with 2 comments


kav

Wie das alte  Jahr zu Ende ging (So funktioniert die Generaldirektion des KAV: Chronik der Unwahrheiten http://wp.me/p1kfuX-13F) so beginnt das neue.

Heute, Sonntag (!) um 10:15 warnte die Ärztekammer vor massiven Versorgungsengpässen in Wien (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160103_OTS0010/aerztekammer-warnt-vor-massiven-versorgungsengpaessen-in-wien) und zitierte die Einschränkungen im ärztlichen Nachtdienst in den Pflegeheimen, sowie die Einschränkungen in den (orthopädischen) OP-Kapazitäten im KAV.

Bedeutend schneller als zum Beispiel ein Krebspatient in Wien zu einem Bestrahlungstermin gelangt,schoss der KAV bereits um 14:32 zurück.(http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160103_OTS0025/kav-zum-wiederholten-male-falsche-behauptungen-der-aerztekammer)

Formal richtig,wies er darauf hin, dass Pflegeheime anderer Betreiber oft keinen ärztlichen Nachtdienst führen, verschweigt aber, dass in diesen Heimen mitunter ein anderes Krankenkollektiv untergebracht ist als z.B. in den Palliativ- und Beatmungsstationen des KAV.
Die Reduktion der OP-Termine in vielen KAV Häusern, die erwartungsgemäß vor Jahresende u.a. durch die bereits aufgebrauchten personellen Reserven (Durchrechnungszeiträume der neuen Arbeitszeitregelungen!) eintreten musste, werden weggebrabbelt.
Dass man sich über die Beweggründe und den Nutzen der erst nachträglich mit der Personalvertretung akkordierten „Tätigkeits- und Belastungsanalyse“ der Ärzte (Weihnachten im KAV: Leise rieselt das Vertrauen http://wp.me/p1kfuX-13x)  uneins ist, verwundert da kaum noch.
Ob dieser APA-Krieg in der Ausnüchterungsphase nach dem Jahreswechsel  Außenstehende interessiert mag überdies bezweifelt werden, die drei genannten Schlachtfelder (Pflegeheim, Hüft-OPs, Ärzteüberwachung) sind aber die falschen.

Gescheiter wäre es da schon der Forderung vom Wiener ÄK-Präsidenten Szekeres nachzukommen und „öffentlich zu deklarieren, in welche Richtung die Reise gehen soll und transparent der Wiener Bevölkerung mitzuteilen, welche Leistungen künftig im Wiener Krankenanstaltenverbund nicht mehr, oder nur vermindert, angeboten würden“.

Der KAV könnte z.B. via Presseaussendung quantifizieren:

Wie viele ärztliche Nachdiensträder 2015 eingesprt wurden, obwohl „die dzt. Dokumentationssysteme nicht ausreichten den Personalbedarf der Notwendigkeit entsprechend ausrichten zu können“.

Welche Operationsäle in welchen Häusern aus Personalmangel nicht ausgelastet werden könne.

Welche Großgeräte aus Personalmangel nicht in Betrieb gehen können (ausgelastet werden können).

In wie vielen Abteilungen, entgegen Wehselys und Janßens Versprechungen, die Tagespräsenz von Ärzten nun geringer ist als 2014.

Wie viele Abteilungsleiter mussten Nachtdienste leisten, weil nicht genügend Fachärzte zur Verfügung standen.

Wie viele Abteilungsleitungen nicht nachbesetzt wurden und Multiprimariate geschaffen wurden.

Wo die Patienten bei Komplikationen am Wochenende versorgt wurden, nachdem „ihre behandelnde Abteilungen“ nur mehr als  Wochenkliniken geführt werden.

Um wie viele Ärzte 2015 den KAV mehr verlassen haben als in den Vorjahren.

Written by medicus58

3. Januar 2016 at 20:48

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