Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for Januar 2020

Auskuriert – ein Erfahrungsbericht

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Als ehemaliger Kurarzt in zwei sehr unterschiedlichen Rehabilitationszentren kann ich Ihnen den Erfahrungsbericht aus einem Nachbarblog zur Lektüre empfehlen. Die Diskrepanz zwischen Erwartung und Möglichkeit, sowie die heute offenbar üblichen Angebote zum „Upgrade“ sollten Patienten, Ärzten und sogenannten „Gesundheitsdienstleistungsanbietern“ zu denken geben.

Irgendwie sind wir seit Voltaire nicht viel weiter gekommen, der bekanntlich schon seiner Zeit meinte:

Das Geheimnis der Medizin besteht darin, den Patienten abzulenken, während die Natur sich selber hilft.

Written by medicus58

29. Januar 2020 at 17:46

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin

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Die Corona der Hysterie

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Die Gelbe Gefahr hat schon immer funktioniert. Ob ein japanisches AKW oder die chinesische Vogelgrippe, Im Zentrum, in der ZIB, ein türkiser Innenminister, dessen burgenländische Anhaltezentren dem Doskozil noch sprachloser als ohnehin in die Absolute geputscht haben, jede Menge Infektionsspezialisten, deren internistisches Sonderfach grad ausradiert wird, Krankenanstalten Direktoren, die mitten in der Grippesaison von Hunderten reservierbaren Betten sprechen, lauter Augenbrauen hochziehende Experten, die solange versichern, dass kein Grund zur Panik besteht, bis sie dadurch ausbricht.

An viralen Infekten kann man unter bestimmten Umständen sterben, ob es die „normale Grippe“ ist oder „die Rache der gesottenen Fledermaus„. Sehr wahrscheinlich ist das nicht, aber möglich. So wie am Herzinfarkt, an den Masern oder wenn einen der Blitz trifft.

Leben ist eine prinzipiell mit dem Tode endende Daseinsform, nur sollte es nicht zu früh, nicht zu fahrlässig oder zu leichtsinnig dazu kommen. Auch wenn wir irgendwann endlich die erste echte Corinavirusinfektion unter all den aus China eingeschleppten viralen Infekten identifizieren, sollten Sie Ruhe bewahren. Mit größter Wahrscheinlichkeit werden Sie das ebenso überleben wie Ihre letzte Sommergrippe oder den letztenWinterschnupfen.

Mehr Details hier: Link

Written by medicus58

28. Januar 2020 at 00:13

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin

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Primär werden alle anderen versorgt, kaum jedoch die Patienten

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Man mag fast staunen über die Schlagzahl unseres neuen Gesundheitsministers.
Kaum hat das Tükisch-Grüne Gesundheit: Programm oder Übereinkommen die Primärversorgungszentren, den Feuchttraum der heutigen Gesundheitsökonomie, erneut in sein Lösungskonzept aufgenommen, tut sich schon was:
Anschober schloss Kredite für Primärversorgungszentren ab

Treue Leser wissen, dass ich in den propagierten Primärversorgungszentren reine Augenauswischerei sehe (Primärversorgungszentren richten sich nicht gegen den Hausarzt, aber) und die jetzige mediale Berichterstattung z.B. im Ö1 Journal ändert an meiner Sicht wenig:

Statt überfüllter Spitalsambulanzen Gruppenpraxen nahe am Wohnort mit großem medizinischen Angebot und langen Öffnungszeiten.

Zur Hausärztin oder Hausarzt und dann gleich zum Physiotherapeuten, zur Wundversorgung beim Krankenpfleger, zur Kinderärztin oder zur Ernährungsberaterin – und das von früh bis spät weil mehrere Ärzte zusammenarbeiten.

Um dieses Schlaraffenland medizinischer Rundumversorgung jetzt zu verwirklichen, hat Anschober mit der Europäischen Investitionsbank eine Kreditrahmen von 360 Millionen Euronen vereinbart um gleich mal 75 solcher Einheiten bis zu 2021 zu den aktuell 17 bestehenden aus dem Boden zu stampfen. Entweder hat Anschober diesen Coup gleich in seinen ersten zwei Wochen Amtszeit ausverhandelt (……) oder er setzt wie so viele andere grüne Minister nur seine Unterschrift unter ein von Türkis-Blau früher ausverhandeltes Projekt, aber davon soll jvorerst gar nicht die Rede sein. In Irland hat das ja eh supi funktioniert … weil Irland für sein Gesundheits- und Sozialsystem berühmt ist, oder?

Mal ausrechnen was 40h Vollzeitäquivalent von Ärzten gerechnet auf 12h Öffnungszeiten auch aum WE plus, Physiko, Schwester, Diätberaterin und was weiß ich wer noch so im Jahr kosten und diese Ansschubfinanzierung entpuppt sich als reiner Blödsinn. Wenn man das Geld in die bisherigen Tarife gesteckt hätte, hätte man auch längere Öffnungszeiten und weniger ärztliche Nebenbeschäftigungen …, nur das will man ja gar nicht.

Es überrascht nur auf den ersten Blick, weshalb da die EIB angezapft wird, deren Aufgabe seit 1958 eigentlich wäre „zu einer ausgewogenen und reibungslosen Entwicklung des Binnenmarktes im Interesse der Union beizutragen“ (Art. 309 Abs. 1 AEUV). Was das mit der chronischen Demontage der extramuralen Gesundheitsversorgung in Österreich zu tun hat, un ob denen dort plötzlich die Zusammenarbeit von österreichischen Jungärzten ein primäres Anliegen ist, mag doch hinterfragt werden.

Andererseits stemmt das die EIB ja nicht allein, die übrigens grad 5% Eigenmittel aus den Steuergeldern der EU hat, da freuen sich nun auch in Zeiten der 0%-Zinspolitik der EZB die Erste Bank und Ärzte- und Apothekerbank am geförderten Kreditgeschäft im österreichischen Gesundheitssystem. Gratisgeld von der EZB und Kreditzinsen von Jungärzten …
Zufälligerweise haben beide Konsortien sehr enge Beziehungen zur ÖVP, schließlich gehört die finanziell nicht gerade starke Ärzte- und Apothekerbank zur finanziell nicht gerade starken Volksbankgruppe, die jetzt auch ihre Wurzeln tief im schwarzen Wurzelwerk dieser Republik hat. Das alles berichten die Medien natürlich nicht, wird aber klar, wenn man die Jubel-OTS („Volksbank ist Teil der Finanzierungskooperation für die Primärversorgung„) der Volksbank liest.

Ja, und auf der Homepage der Ärzte- und Apothekerbank liest man dann, dass die bereits ab Dezember 2018 daran gearbeitet hat, mit der EIB ein Finanzierungsmodell für Primärversorgungseinheiten zu entwickeln. (Link) Da war Anschober noch in OÖ mit der Initiative „Ausbildung statt Abschiebung“ beschäftigt.

Was da als Leuchturmprojekt („ein guter Tag für die Gesundheitsversorgung in Österreich“ O-Ton Anschober) daherkommt ist Teil eines großen Kurz-sichtigen Projektes nach dem Pensionssystem auch das Gesundheitssystem für den Kapitalmarkt zu öffnen. So naiv kann Anschober nicht sein, aber was ist er dann?

Links:  
Zur Quadratur des Primärversorgungszentrum im 22. Wiener Bezirk
WHO findet Primärversorgung in Kasachstan seit fast vier Jahrzehnten super

Volksbanken, die Banken des Volkes oder ANNA, DIE BANK HAMMA

Written by medicus58

26. Januar 2020 at 18:15

Unfallchirurgie; Geschichte eines Multitraumas

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Den Älteren von uns wäre die Idee die beiden Fächer Unfallchirurgie und Orthopädie zusammenzulegen so absurd erschienen, wie wenn man Urologie und Geburtshilfe fusionieren wollte. 2007 versprach die damalige Gesundheitsministerin Kdolsky Unterstützung „gegen Tendenzen und anhaltende Diskussionen, die Fächer Unfallchirurgie und Orthopädie zusammenzulegen“ und in einer Pressekonferenz sprachen sich sowohl der Vorstand der Universitätsklinik für Unfallchirurgie, Vilmos Vecsei als auch der Vorstand der Uniklinik für Orthopädie am Wiener AKH, Rainer Kotz gegen eine solche Fusion aus. „Die in Österreich durch Adolf Lorenz und Lorenz Böhler gleichsam erfundenen und auch traditionell getrennt geführten medizinischen Fachdisziplinen Unfallchirurgie und Orthopädie sollten nicht nur aus fachlichen, sondern auch finanziellen Gründen erhalten bleiben“, argumentierte Vecsei und im Hintergrund wurden da auch einige PR- und Lobbying-Agenturen gelöhnt, um die Zwangsfusion zu verhindern.

Die Gesundheitspolitik versprach sie aber weiterhin eines Lösung bei den Wartelisten für Gelenksprothesen, weil sie sich davon eine Beruhigung des Wählervolkes versprach und schloss, das mehr Prothesen-implantierende Ärzte den Stau beheben sollten. Auch so mancher Unfallchirurg schielte auf das lukrative Geschäft der Prothesenimplantation, so dass nicht zuletzt unter tätigen Mithilfe der Ärztekammern und unter der Vorspiegelung der Notwendigkeit einer internationalen Harmonisierung wurde 2015 das Auslaufmodell Unfallchirurgie ausgerufen.

Selbstverständlich hatte das alles nur fachliche Gründe und nichts mit dem parallelen Rückbau der Leistungen in den Unfallkrankenhäusern der AUVA (Link aus 2013) zu tun, die erst unter Türkis-Blau und den Drohungen einer kompletten Auflösung unter Hartinger-Klein einer breiteren Öffentlichkeit bewusst. Selbst die VAMED ließ sich die Unfallkrankenhäuser nicht aufdrängen, weil sie keine Gewinne versprachen.

Eine ganze Arztgeneration von Orthopäden bzw. Unfallchirurgen musste im Schnellverfahren „umzertifiziert“ werden, Vorgänge bei den komplementären Facharztprüfungen liefern Amüsement für so machen „After-work“ Unterhaltung, aber hat das die Situation gebessert? Kaum.

Auch im Jänner 2020 beschwert sich der sogenannte Patientenanwalt Bachinger über hunderte vorgemerkte Patientinnen und Patienten für Hüft- und Knie-Operationen, aber funktioniert wenigstens die unfallchirurgische Versorgung?

Wohl kaum. Zwar wurde das Krankenhaus Nord (Klinikum Floridsdorf) mit einer Abteilung für Orthopädie und Traumatologie inkl. Herzeige-Schockraum eröffnet, andererseits lief jetzt durch die Medien, dass das Lorenz-Bühler Spital zum reinen Ambulanzzentrum runtergefahren wird, aber die stationären, also großen Fälle, nicht ins KH Nord sondern ins Donauspital umgeleitet werden.

Wer aber glaubt, dass das alles nur ein Wiener Problem ist, der sei auf NÖ, genauer nach Melk und Amstetten verwiesen (Ein Leiter für zwei Spitalsstandorte) wo der Vorgänger des jetzigen Doppelprimars in Melk noch Unfallchirurg war. Zwar versichert man dass es durch das Doppelprimariat zu einer besseren Auslastung im Bereich der Operations-Kapazitäten kommen werde, eine häufige aber nur auf den ersten Blick einleuchtende Argumentation und beschwichtigt dass das LKH Melk im Bedarfsfall kann das LKH Melk auf andere Schwerpunktkrankenhäuser zurückgreifen und sich dort Unfallchirurgen „ausborgen“ kann. G’rad dass man nicht auf die ohnehin auf der A1 im Raum Melk geltende Geschwindigkeitsbeschränkung verweist, um sich die zunehmende Ausdünnung unfallchirurgischer Kompetenz schön zu reden.

Und was lernen wir daraus?
Gesundheitspolitisch betrachtet: Es mag hinterfragt werden, ob all das, was die Akteure hier durchboxen, wirklich im Sinne der Patienten ist.
Und was lernen Sie privat daraus: Fahren Sie vorsichtig, insbesondere auf der A1 im Raum Melk.

Im Raum Mödling ist das vielleicht weniger wichtig, weil dort hat man gerade einen Wissenschaftspreis bekommen, da eine Arbeitsgruppe aus dem Landesklinikum Baden-Mödling, der Donau-Universität Krems und der dortigen „Cochrane Niederlassung Österreich“ (Krems) den überraschenden (?) Nachweis erbracht haben, dass der hüft-nahe Bruch in der Altersgruppe 60+ zwingend innerhalb von 48 Stunden nach Einlieferung operiert werden muss. Wird dieses Zeitfenster nicht eingehalten, steigt die 1-Jahres-Sterblichkeit um 20 Prozent.

Die Überschrift des Artikels suggeriert ein Erfolgsmpodell: Orthopädie gilt als Vorbild und für die konservative Orthopädie, also alles was nicht spektakulär im OP endet, haben wir ja die Osteopathen, nach internationalem Vorbild, eh klar.

Written by medicus58

20. Januar 2020 at 16:08

Master, die Schüssel bitte

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Das Bildungssystem war dereinst eine planbare Karriereschiene für all diejenigen, die nicht über Geburt, Sport oder Hitparade den Aufstieg schafften.

Diesen Bypass von Seilschaften und ökonomischer Selbstabsicherung haben initial schon jene Linken abgeschafft, die Gymnasien und Universitäten zuerst für breite Schichten geöffnet haben, so sie sich dafür mit Leistung und nicht Protektion qualifizieren konnten. Aufnahmeprüfungen, Benotungen, differenzierte Ausbildungswege wurden als „nicht zeitgemäß“, „demoralisierend“ und „Druck ausübend“ weg nivelliert, weil die Wählerstimmen der Eltern sicher schienen, wenn deren Kinder mit dem scheinbaren Privileg „Maturanten“ einmal besser haben würden.

Eine unübersichtlich zersplitterte Aus- und Bildungslandschaft mit zahllosen Buchstabenkürzeln deren Bedeutung ohnehin niemand mehr kennt, hat man die entwertet, die ihre „Titel“ nicht via Fernstudium oder an ein paar Wochenendseminaren erworben haben.

Was „die Linke“ begonnen hat, wird nach Bologna und MBAs bzw. MScs in jedem Büro heute „vom Besten beider Welten“ vollendet.

Meister und Master san lei oans

OK, das war jetzt etwas übertrieben, nur der Bachelor wird dem Meisterbrief gleichgestellt, aber die Intention bleibt, wir verwischen praktische und wissenschaftliche Qualifikation.

Wobei, gleichgestellt waren diese Stufen gemeinsam mit dem Ingenieur ohnehin schon, angeblich im Sinne einer durchgängigen Qualifikationspyramide, nur soll der Bau- und Fleischermeister dadurch aufgewertet werden, dass er sich seinen Namen mit ein paar Buchstaben verlängern darf.

Ja und weil es so schön ist, predigt unser neuer Sozial- und Gesundheitsminister wie seine roten und blauen Vorgängerinnen auch, dass der Mangel an Pflegekräften durch eine noch differenzierter Akademisierung gelöst werden wird.

Mit den medizinisch technischen Diensten hat man das vor Jahren schon gemacht (und deren Ausbildungskosten so aus den Krankenhausbudgets entfernt). Ob sie nun ihr Kerngeschäft um so viel besser beherrschen, dass die gesteigerte Effizienz wett macht, was sie nun an Zeit in Projektbesprechungen und Qualitätszirkeln wett machen, mag hinterfragt werden.

Dass ich mich ausnahmsweise mit FP Berufskollegin Belakowitsch-Jenewein, in einem Boot befinde, ist Angst einflößend, die nun Anschober ebenso anpflaumt wie vormals andere „Alt-Marxisten“ Rendi-Wagner oder Stöger, aber was soll. Wir werden den Pflegenotstand, über den sich offenbar alle einig scheinen, nicht durch Schulversuche, Akademisierung und nach den Wünschen der jeweiligen Interessenvertretungen lösen.
Der seit Jahren laufende Tanz, der die Krankenpflege in Gesundheits- und Krankenpflege umetikettierte, die „Schwesternschulen“ in „FastHochschulen“ und nach Absolventen der „Pflegewissenschaft“ rief und immer mehr Kompetenzen übertrug, damit die Blutabnahme der fehlenden Turnusärzte kompensiert wird waren Mogelpackungen. (Nix gegen echte Pflegewissenschaften, aber die Unmenge an Abschreibübungen haben wenig mit dem Kerngeschäft zu tun). Die Lösung wäre wie in allen „Mangelsparten“ anständige Bezahlung und vernünftige Arbeitsbedingungen.

Und überhaupt Pflegenotstand, was da alles an hoch qualifizierter Pflege, 24-Pflegerinnen und Altenbetreuung in einen Topf geworfen ist, macht eine Lösung auch nicht einfacher …

Written by medicus58

15. Januar 2020 at 15:23

Ärzte: Masochismus ist nicht verpflichtend, aber hilft offenbar

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Burn-out von Ärzten ist seit Jahren ein solcher Dauerbrenner, dass er es immer seltener in die Schlagzeilen schafft.

Ein „Ja, eh“ ist kaum ein Clickbait für professionelle Medien, so dass es nur mehr die Standesvertretungen sind, die weitgehend überhört bisweilen missverständliche Warnungen über den Fernschreiber, äh die APA, schicken: Burnout: ÖÄK-Mayer begrüßt WHO-Entscheidung

Bei der Reputation, die sich unsere Standesvertretung redlich erarbeitet hat, nimmt es wenig wunder, dass das keinen mehr interessiert und jedes Jahr 10x mehr Personen antreten, um den Aufnahmetest zum Medizinstudium zu probieren, als ihnen Studienplätze winken.

So wird es auch einer aktuellen Aussendung der deutschen (!) Ärztevertretung gehen:

Jeder dritte Klinikarzt steht kurz vor dem Burn-out
Etwa ein Drittel der Ärzte im Krankenhaus steht nach den Ergebnissen einer Umfrage kurz vor einem Burn-out. Vor allem der allgegenwärtige Zeitdruck sowie die Arbeitsverdichtung und Bürokratie setzen den Kollegen zu, von denen viele „nur noch raus aus dem Beruf wollen.

Mit vielen Prozentsätzen wird hier das uns allen Bekannte erneut festgehalten, nur fällt bei genauer Durchsicht der Daten ein bemerkenswertes Detail auf, dass mit erklärt, weshalb wir uns in diese Situation treiben haben lassen:

Etwa ein Drittel (35%) der Befragten gab an, oft bis sehr oft Gefühle des Ausgebranntseins zu erleben. Assistenzärzt*innen weisen im Vergleich zu Fach- und Oberärzt*innen die höchsten Burnoutwerte auf.

Etwa 14% der haben einige Male in der Woche oder jeden Tag
Kündigungsintentionen
.

Werden wir aber nach der allgemeinen Arbeitszufriedenheit befragt geben 43% der Befragten an, (sehr) zufrieden mit ihrer Arbeit zu sein. Das Wohlbefinden und die Arbeitszufriedenheit sind bei der Oberärzt*innen am höchsten ausgeprägt.

Ob wir uns den Widerspruch nun mit einem
gegen jede Erfahrung immunes Helfersyndrom,
einem Traumjob unter immer mieseren Rahmenbedingungen
oder durch einen ohnehin ungerechtfertigten Hang zum Jammern erklären, der üblicherweise anderen Berufsgruppen nachgesagt wird („Warum Wirt-Sein trotz Stress und Überstunden schön ist„) mag jeder Betroffene für sich beantworten.

Meiner Wahrnehmung nach unterliegen selbst diejenigen, die es geschafft haben innerhalb dieses Systems eine ökologische Nische zu beziehen, einem gefährlichen Selbstbetrug und den Druck traditionell nach unten weitergeben aber noch nicht begriffen haben, dass „die Jungen“ darauf anders reagieren als unsereins ehedem.
Andererseits bleibt vielen sehr speziell Ausgebildeten ja auch kaum eine Berufsalternative und hinter dem Kündigungswunsch steht eher die Spekulation auf den Privatbereich als jene auf einen kompletten Neuanfang.

Written by medicus58

11. Januar 2020 at 16:18

Regierungserklärung: Erklären Bilder die Regierung?

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Wie sich doch die Bilder (Copyright der Originale Kleine Zeitung & APA) gleichen.
Der Beginn war definitiv heiterer, die Versprechungen zum Teil die gleichen: Test (Copyright Der Standard)
Finden Sie die Unterschiede (Copyright Kronenzeitung):
Ein Tip: Der Blümel war immer dabei, zumindest bis zur Wiener Wahl …

Written by medicus58

10. Januar 2020 at 16:01

Gott wirbt um Werbung

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Ich kann mich nur an wenige Wochen in den „letzten beiden Jahrhunderten“ erinnern, wo die Votivkirche nicht eingerüstet war, und als Medizinstudent kam man dort besonders in der „Vorklinik“ täglich vorbei. Das kostet Geld und das wird auch durch unterschiedlich große Werbeflächen eingeworben.

Selbst, wie jetzt gerade, einmal keine Werbung dort affichiert wird, wird dort geworben, diesmal eben um Werbung.

Blöd wenn noch irgendwer sich ein vollständiges Bild der Kirche machen will, dem bleibt wohl nur das Internet, doch auch da finden sich manche Fotos mit einem Brett vor der Kirche.

Written by medicus58

9. Januar 2020 at 19:17

Veröffentlicht in Reisen, Was im Alltag so alles nervt

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Wie kam der Karl Farkas in die Regierung?

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Kennen Sie den (noch), den Karl Farkas, legendärer Blitzdichter und Conferencier des Kabarett Simpl? Sein Spruch, mit dem er sein Publikum in einen neuen Sketch geleitete, „Schau´n Sie sich das an“ wurde bald sein Markenzeichen.

Was das mit der gerade angelobten schwarz türkisen, sehr dunkel grünen Regierung zu tun hat?

Nun, nach 100 Tagen sondieren, verhandeln und 326 übereinkommenden Seiten (Tükisch-Grüne Gesundheit: Programm oder Übereinkommen) beantworten die frisch eingesetzten Regierungsmitglieder konkrete Fragen extrem vage und einem Appell doch darauf zu vertrauen, dass das alles gut werden wird, weil man ja zu den Guten zählt:

Ausweichend fiel die Antwort Kurz’ auf die Frage aus, warum im Regierungsprogramm nicht die Abschaffung des Dieselprivilegs festgeschrieben sei. Das Programm schaue so aus, wie es ausschaue. Er werde jetzt keine Frage beantworten, bei der man sich in der Koalition geeinigt habe, sie noch weiter zu diskutieren.
Aufs Ausweichen verstand sich freilich auch Kogler gut, als die Sprache auf die geplante Sicherungshaft kam. Auf die Frage, ob die Grünen bei einer womöglich nötigen Verfassungsänderung mitstimmen würden, verwies der Vizekanzler auf die entsprechende Stelle im Regierungsprogramm. „Wir gehen von der bestehenden Verfassung aus“, so Kogler. Ausschließen wollte er eine Änderung dann aber doch nicht, „weil die Formulierung grammatikalisch diese Möglichkeit zulässt“. Link

Offen ließ der Kanzler, ob die Abschaffung der Kalten Progression in dieser Legislaturperiode kommen werde. 
Ob der erhöhte Spitzensteuersatz von 55 Prozent tatsächlich auslaufen wird (weil im Regierungsprogramm nicht erwähnt), ist laut Kurz ebenso „noch nicht entschieden“.
Bei der Frage der (in der vergangenen Legislaturperiode von der Opposition heftig kritisierten) Generalsekretäre ließ Kogler die Möglichkeit offen, einen solchen etwa im großen Umwelt- und Verkehrsressort von Leonore Gewessler zu installieren. „Das kann da und dort schon Sinn machen“, so Kogler. Gewessler wollte sich hier im ORF-„Report“ noch nicht festlegen. Link

Erster Ministerrat – Kogler und Blümel verraten nicht viel

Wählte man Kogler bei der EU-Wahl für seinen Anspruch die Union zu verändern, sitzt dort neben Köchin Sarah Wiener, … ja wer eigentlich? 

Wählte man einst die Liste Pilz vulgo Liste Jetzt wegen deren eloquenten Justizsprecherin Zadic fand man jene ab Oktober 2019 bei den Grünen und ab sofort als Bundesministerin für Justiz.

Wählte man Altkanzler Kurz wegen seines Versprechens einer ordentlichen Mitte-Rechts-Politik erklärt er nun, dass Mitte und Rechts schon allen von seiner ÖVP repräsentiert wird und sein Koalitionspartner halt eine Ökobewegung wäre.

Nahm man das Angebot der ehemaligen EU-Abgeordneten Lunacek (Grüne) bei der vorletzten Wahl nicht an, bekam man sie nun in letzter Minute als Kulturstaatssekretärin wieder.

Das Spielchen könnte man noch lange weiterführen um zu beweisen, dass wir die Old School Demokratie (Parteien sagen was sie wollen und werden dafür proportional zum Wählerwillen gewählt) längst hinter uns gelassen haben und uns nach der Wahl halt anschauen dürfen, was da mit unseren Stimmen aus der Wahlurne gemacht wird.

Wählen dürfen wir ja noch, danach tritt dann irgendwer vor den Vorhang und sagt: Schau’n Sie sich das an.

Leider ist das aber nicht mehr der Farkas. Bei dem wusste man wenigstens noch, dass er auf der Bühne stehen wird, als man sich die Eintrittskarte gekauft hat. Heute sucht man ihn vergeblich.

Liegt aber voll im Trend, oder war ihnen vor der EU-Wahl klar, dass wir einen Green Deal mit der ehemaligen Bundesverteidigungsministerin Frau Kollegin Van der Leyen gewählt haben?

Written by medicus58

8. Januar 2020 at 16:53

Wir WOLLEN glauben, die Dinge wären so, um gut schlafen können

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Zweifel beunruhigt, die Basis aller Religionen ist der Wille das zu glauben, was uns beruhigt. Da reichen schon Absichtserklärung, Taten oder gar Beweise sind überflüssig.

Als Seelenblindheit bezeichnet man eine Störung in der Verarbeitung visueller Reize durch das Gehirn, die dazu führt, dass davon betroffene Personen unfähig sind, Gegenstände oder Gesichter zu erkennen, obwohl sie sie sehen.

Seit Monaten gehen Menschen auf die Straße und fordern, dass jemand etwas gegen den Klimawandel tun soll, um guten Gewissens weiterleben zu können wie bisher. Die Grünen wurden zur Projektionsfläche dieser Hoffnung, weil sie vor Jahrzehnten das Richtige verlangt haben.

Ein junger, korrekt gekleideter Mann mit guten Manieren, der uns ohne Liederbuch das Gute verspricht wird gewählt, obwohl er seit Jahren nur seine eigenen und die Interessen seiner Sponsoren verfolgt.

Fundamentale Widersprüche zu früheren Aussagen, redet man sich als Kompromiss schön.

Dreiste Lügen erklärt man sich als Missverständnis, denn alles wäre doch besser als die anderen, die Streithanseln, die Unfreundlichen, die Problemansprecher, überhaupt all diejenigen, die einen den Glauben an die Erlösung so schwer machen.

Written by medicus58

6. Januar 2020 at 09:54

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