Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for März 2021

Was wissen wir eigentlich über Sputnik V?

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Am 19.3.21 erschien dazu ein kompakter und informativer Artikel im BMJ. Ist vielleicht interessant, da unsere Regierung offenbar willens ist, das Angebot aus Russland anzunehmen.

Written by medicus58

30. März 2021 at 22:02

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Astrazeneca: Venen zu und durch, oder wie war das mit der Triage?

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Es ist immer verlockend komplexe Probleme über einfache Formeln zu kommunizieren, langfristig geht’s aber daneben.

Das „Schützen wir die Spitäler und unsere Ordinationen“, schien vor einem Jahr, zum Beginn der Covid-19 Pandemie, irgendwie logisch obwohl es die Messe Wien in ein gigantisches, jedoch nie benötigtes Lazarett transformierte. Aber wer wollte denn, dass sich das SarsCov2 in allen Ambulanzen, Bettenstationen und Arztpraxen unbehindert weitere Wirte suchen konnte. Nach Monaten, jetzt überraschender Weise weniger, lasen wir dann über nicht-infektiöse Kollateralschäden, der in der Ersten Welle medial geleerten Spitäler und Praxen.

Als die Bereitschaft der Bevölkerung nachließ sich an all die widersprüchlichen Verordnungen zu halten mit denen man jenseits der Arbeitswelt ein Distanzieren in der Freizeit erzwingen wollte, warnte man vor der Triage, also einem methodischem Verfahren zur Priorisierung medizinischer Maßnahmen, um am Ende das bestmögliche Ergebnis für die gesamte Truppe zu erzielen.

ZeroCovid und NoCovid war der Buzz, mit dem man das Virus in Schach halten wollte, bis es durch die Impfung (Pocken!) endgültig ausgerottet werden sollte, trotz Mutationen, Produktionsproblemen, Impfdränglern und nationalen Politrabauken.

Seit dem Jahreswechsel ging das mehr oder wenig Große Impfen los und es kam mit oder durch die Covid Impfung zu Todesfällen. Natürlich, wie auch in den Zulassungsstudien bei allen Vakzinen, nicht nur bei AstraZeneca.

Seither macht scheinbar jedes Land was seine Politiker, Impfgremien, Journalisten, Influencer und wer weiß wer noch will.

Zu glauben, dass es bald eine zwingende Evidenz für oder gegen einen Zusammenhang zwischen Medikament und Schaden gibt, wenn wir von Verhältnissen von 1:100.000 oder 1:500.000 reden, scheint mir optimistisch. Es dauerte Jahre bis der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Contergan, kindlichen Fehlgeburten und Totgeburten klar wurde.

Die Keine-Toten-koste-es-was-es-wolle – Versprecher finden sich plötzlich in einer anderen Art der Triage:

wieviel (potentieller) Impfschaden des Einzelnen wiegt wieviel (potentiellen) Nutzen für den Einzelnen und die Gemeinschaft auf

Das reflexartige, gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen, in den ersten Reaktionen mancher war da ebenso hirnrissig, wie die diabolische Freude der Impfgeger.

Die aktuelle Reaktion der nationalen Impfkommission, die davor die europäische Zulassungsbehörde unbedingt ins Österreichische übersetzen musste (>65 impfen?) aber jetzt nach stundenlangen Beratungen zu einem: warten wir, was die EMA sagt, gelangt, läßt einen auch etwas kopfschüttelnd zurück. Gott sei Dank wird der Spiegel wohl nicht mehr nachfragen was der Ex- Impfkoordinator Auer dazu sagt, aber hoffentlich fragt er auch nicht dessen Nachfolgerin.

Aber ernsthaft, there is no free lunch. Egal, ob es diese oder eine andere (sehr, sehr seltene) Impfnebenwirkung sein wird, ganz ohne wird es nicht gehen.

Bei der Influenza-Impfung geht man davon aus, dass es 1:1 Million zu einem Guillain-Barré-Syndrom kommt, bei der Masern-Impfung kommt es 1:10.000-30.000 zu Blutungskomplikationen (wegen vorübergehendem Abfall der Blutplättchen). Trotzdem sind diese Impfungen sowohl für den Einzelnen als auch für den Schutz der Risikopersonen der Gruppe sehr sinnvoll.

Aber glauben Sie, dass der PR-getriebene Bundesmaturant, der unserer tückisch-grünen Regierung vorsteht, sich das jemals überlegt hat, dass der Preis mit dem man sehr viele Tote verhindern kann auch mal einige Tote inkludiert.

Egal was die Europäische Arzneimittelbehörde in den nächsten Stunden sagt, was die nationalen Experten in die jeweiligen Dialekte übersetzen und die Politiker daraus verordnen, wer den Menschen noch immer verspricht, dass niemand für die Pandemie in der einen oder anderen Art zahlen wird müssen, wird im zweiten Jahr der Pandemie eine Wut entfesseln, die wir im ersten Jahr noch nicht erlebt haben. Aber das wird, gerade jetzt wo es bei uns vielleicht ernster wird als im ganzen letzten Jahr, eine Krisenbewältigung nicht gerade erleichtern.

Written by medicus58

16. März 2021 at 17:46

Dr. Watson und kein Wort über das Coronavirus

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Ich machte mir hier vor ziemlich genau 4 Jahren unter der Überschrift Ärzte waren gestern, heute diagnostizieren neuronale Netze, oder? so einige Gedanken über künstliche Intelligenz in der Medizin. So nebenher erwähnte ich auch IBMs Watson, der angeblich Krebs besser therapierte als US Onkologen.

IBMs Wunderwaffe sollte vereinfacht gesagt durch einen trainierbaren Algorithmus sowohl aus medizinischen Publikationen als auch aus individuellen Krankengeschichten gesundheitsrelevante Erkenntnisse ziehen. Bereits 2014 sah ich im Rahmen einer entsprechenden Präsentation die Augen von Gesundheitspolitikern, Versicherungsvertretern, Gesundheitsökonomen und Patientenanwälten vor Begeisterung glühen, als Big Blue ihnen bestmögliche Medizin ohne teure Ärzte versprach. 2015 weitete IBM den Bereich zu Watson Health aus, der neben Watson auch noch ander AI Tools entwickelte, z. B. automatisierte Bildbefundungen.

Aus meiner näheren Beschäftigung mit dem Algorithmus entstand auch ein relativ leicht zu realisierendes Projekt, um aus den unstrukturierten Datenbergen, die im Wiener Krankenanstaltenverbund, jetzt Gesundheitsverbund, als ASCI, Word, PDF Dateien herumliegen rasch ein paar wesentlich Informationen zu destillieren. Selbstverständlich endete das damals in den Mistkübeln der IT.

Zu meiner Überraschung kaufte dsr KAV aber im Rahmen einer Wiener Digitalisierungsinitiative dann Watson, mein Projekt blieb trotzdem rundgeordnert. In den folgenden vier Jahren habe ich aber von keiner realisierten Anwendung erfahren.

2018 habe ich mir nochmals über medizinische Anwendungen der AI unter Babylonische Zustände in der Medizin Gedanken gemacht, weil die Erfolgsstories in der Presse nicht abrissen.

Jetzt liest man plötzlich, dass sich IBM von seinem Wunderwerk Watson Health trennen möchte, weil sie mit den erzielten Gewinnen unzufrieden sind.

Auch andere groß beworbene IT Revolutionen in der Medizin, wie z. B. Haven, ein joint venture zwischen Amazon, JPMorgan Chase und Berkshire Hathaway, das versprach die Kosten der Gesundheitsversorgung zu senken, haben sich wieder aufgelöst.

Besser als David Shaywitz, der Gründer einer Health Tech Beratungsfirma kann man es nicht auf den Punkt bringen:

“To date, there’s been far more heat than light. There’s a lot of complexity to health data that requires domain expertise to understand, and just sticking a lot of values in a data lake or data swamp and then setting algorithms loose on it hasn’t proved especially productive to date.

Wieviel IBM in Wien verdient hat habe ich leider nie erfahren. Späteren Einladungen zu Watson Health Präsentationen bin ich nicht mehr gefolgt.

Written by medicus58

10. März 2021 at 22:25

Heute in der Apotheke

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Kunde: Wie geht das mit den gratis Vorzimmertests?

Apithekerin: Wenn Sie Ihre e-card dabei haben und sich nicht von ELGA abgemeldet haben, könnte ich Ihnen welche geben, wenn ich welche hätte.

Und andere Apotheken ?

Also in 80% sind sie ausverkauft, aber wer noch welche hat, weiß ich nicht.

Haben Sie welche zu verkaufen?

Natürlich.

Written by medicus58

6. März 2021 at 18:48

Veröffentlicht in Allgemein

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