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Ruthenium Slow burn

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Ruthenium (v. lateinisch Ruthenia „Ruthenien“, „Russland“) ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Ru und der Ordnungszahl 44.

Unter Slow burn versteht man im Film eine Gag-Struktur, wo Aktion und Reaktion deutlich getrennt werden, d.h. zwischen die Wahrnehmung und die Reaktion auf eine Situation wir von den Agierenden eine Pause des Nichtverstehens eingelegt, in der der Zuschauer sein dadurch entstandenes Überlegenheitsgefühl ablachen darf.

Seit 29.9. 2017 wurden in mehreren Ländern Europas Ruthenium 106 gemessen.

An den Luftfiltern der etwa 10 in Österreich verteilten Luftmessstellen für Radioaktivität sind  zwischen 30.September und 3.Oktober maximal etwa 1 bis 40 Millibecquerel Ru-106 pro m³ nachgewiesen worden. Inzwischen sind die Aktivitätswerte wieder in den Bereich der Nachweisgrenze zurückgegangen, berichtete das Lebensministerium bereits am 9.10.2017.

Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz erfuhr im Rahmen der bilateralen Informationspflichten am 03.10.2017, dass in Österreich Ruthenium-106 gemessen wurden. Am 04.10.2017 schlug auch eine Spurenmessstelle in Deutschland an. Die Messwerte in Deutschland liegen zwischen wenigen Mikrobecquerel und 5 Millibecquerel pro Kubikmeter Luft.
Auf der Homepage des BfS wurde bereits am 8.10. eine Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesamtes für Strahlenschutz und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit veröffentlicht.

Auch aus Frankreich kamen von der IRSN schon am 4.10. gleichlautende Bestätigungen mit weiteren Updates.

Spätestens Anfang November war (auch regelmäßigen Twitter-Teilnehmern) also Folgendes klar:

  • Ende September/Anfang Oktober zog von Osten nach Westen kommend eine „Ruthenium Wolke“ über Europa
  • Etwa zwei Wochen später konnte in der kein zusätzliches Ruthenium mehr gemessen werden
  • Ein Reaktorunfall oder eine Atombombe gelten gleich als unwahrscheinlich, da dabei niemals nur ein einziges Isotop freigesetzt würde. Ein Satellit (mit einer radioaktiven Batterie) wird nicht vermisst.
  • Die Strahlenexposition der Bevölkerung wurde von mehreren Stellen als so gering berechnet, dass sie innerhalb der Schwankungsbreite der natürlichen Strahlenexposition lag, besondere Maßnahmen waren in Europa also nicht erforderlich. Überraschend führten die ersten Meldungen aber zu wenig Widerhall in dr Öffentlichkeit.
  • Strömungsmessungen verschiedener Institute lokalisierten die Herkunft der Wolke von insgesamt (Quellterm) 100 and 300 teraBecquerels zwischen Wolga und Ural (Météo France).
  • Berechnungen ergaben auch, dass am Unfallort in einem Umkreis von ca 10 km spezielle Maßnahmen für den Bevölkerungsschutz ergriffen werden müssten und ein einem Radius von < 100 km ein Monitoring der Nahrungsmittel sinnvoll sein könnten.

Einzelne Medien berichteten schon früh über das Ereignis, mein Eindruck war damals aber, dass die Nachrichten kaum eine größere Öffentlichkeit erreicht hat.
Telegraph:  Nuclear ‚accident‘ sends radioactive pollution over Europe
Standard: Radioaktivität über Europa: Experten vermuten Quelle im Ural

und nur zur Vollständigkeit: Russia Today: The Russian state atomic energy corporation Rosatom, however, rejected the report, saying that “the radiation situation around all Russian nuclear facilities is within the norm and corresponds to natural background radiation.”

Erst am 21.11. berichtete auch der Russische Wetterdienst über insgesamt vier Messstationen im Süd-Ural, im Nord-Kaukasus und am Don wo im Zeitraum vom 26. September bis zum 1. Oktober 2017 Ruthenium-106 nachgewiesen wurde. Quantitativ steht der Bericht aber im Ggs zu oben zitierten früheren Kalkulationen, wenn behauptet wird: Die Messwerte in der Luft liegen zwischen 15 und 76 Millibecquerel pro Kubikmeter und liegen damit in einem Bereich von Messwerten, wie sie einige Tage später in Südosteuropa (Rumänien) gemessen wurden. Bei den in Russland gemessenen Werten handelt es sich um sehr geringe Radioaktivitätsmengen, die nicht gesundheitsgefährdend sind.

Seit ein paar Tagen ist der Vorfall plötzlich weltweit in den Schlagzeilen.

Nach Aussage der Sprecherin des Umweltministeriums am 21.11. der APA gegenüber, wäre sogar in den vergangenen beiden Wochen in Österreich – wetterbedingt – neuerlich Ruthenium-106 festgestellt worden, allerdings in noch weit geringerer Konzentration und damit knapp an der Nachweisgrenze. Auf der Homepage des Lebensminsteriums findet sich dazu aber (noch) kein Hinweis. Wahrscheinlich handelt es sich um keinen neuen Eintrag sondern um ein Aufwirbeln bereits früher nach Österreich verfrachteten Rutheniums. 

21.11.FAZ:
MYSTERIÖSES RUTHENIUM-106 : Was geschah im Ural?
21.11. New York Times:
Russia, in Reversal, Confirms Radiation Spike
21.11.: Süddeutsche:
Erhöhte Radioaktivität über Europa kommt aus Russland
21.11. WELT:
„Äußerst hohe“ Ruthenium-Konzentration nahe AKW gemessen

22.11. Science Alert:
Here’s What You Need to Know About That Mysterious Radiation Cloud Over Europe
22.11. The SUN: 
Has Russia had a secret nuclear disaster? Giant toxic cloud and radioactivity levels 1000 higher than usual spark panic
22.11. New Delhi Times:
Russia Confirms Spike in Radioactivity in Urals

Russia Today versuchte sehr kryptisch zurück zu rudern:
Russland: Radioaktive Strahlenmessungen als Inspirationsquelle des Auslands,
erinnert – wie inzwischen viele Quellen – an die Kerntechnische Anlage Majak, wo weiträumige Kontaminationen bekannt sind, um dann gleich wieder abzuwiegeln:

Die veröffentlichten Daten erlauben es uns nicht, den Ort der Verschmutzungsquelle festzustellen. Dabei war die Konzentration auf russischem Gebiet immer noch zehntausende Male unter der zulässigen Höchstgrenze, für die Gesundheit der Bevölkerung besteht keine Gefahr.

Ja und auch bei uns springen nun kleine Blätter vollmundig auf:
Kleine Zeitung: Ruthenium in der Luft: Österreich fordert Aufklärung

Indische Medien zitieren Alexander Antipin, den Pressesekretär für Südasien der staatliche russische Atomorganisation Rosatom für Südasien, der explizit den Standort Majak als Quelle für das Ruthenium ausschließt!

Wegen der widersprüchlichen Aussagen der russischen Behörden schätzt das IRSN die Chancen, dass die Herkunft des Rutheniums bald geklärt wird, für gering ein. Greenpeace Russia schaffte es zumindest von Rosatom Messergebnisse zu erhalten und plant offenbar eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen möglicher Verheimlichung eines nuklearen Unfalls.

Sehr viel mehr ist im Augenblick zu dem Vorfall auch nicht zu erfahren, wobei mir
vier Dinge bemerkenswert erscheinen:

  • Das Europäische Warnsystem und die innerstaatlichen Informationsflüsse scheinen zu funktionieren und werden auch kommuniziert.
  • Die mediale Aufarbeitung – auch in sogenannten Qualitätsmedien – erfolgt hingegen immer entweder zu früh oder mit zu langer Latenz.
  • Die IAEA kommt ihrer Aufgabe, die interessierte Öffentlichkeit zeitnahe zu informieren leider nicht in ausreichendem Maße nach. Sucht man aktuell auf der Homepage findet man gar nichts.
  • Die oft wiederholte Sage, dass die Informationen über den Unfall in Tschernobyl nur deshalb von Russland so lange unterdrückt wurden, weil damals ein kommunistisches Regime herrschte, ist als Erklärungsmodell nicht mehr länger aufrecht erhalten. Gerade in diesem Jahr hat sich Putin explizit nicht mehr als Erbe der Kommunistischen Revolution vor 100 Jahren gesehen.

 

Written by medicus58

23. November 2017 at 18:02

SPÖ: Bitte, bitte wählt uns ab …

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Herm

Esoteriker und Jünger der Alternativmedizin unter meinen Lesern (wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass dieser Blog sehr viele anspricht) wüssten, was mit den Sieben Hermetischen Prinzipien gemeint ist oder würden ihr Gedächtnis umgehend im Kybalion (http://de.wikipedia.org/wiki/Kybalion) auffrischen.

Den augenscheinlichen Todestrieb der SPÖ erklärten sie sich wohl mit dem zweiten Prinzip:

Prinzip der Analogie: „Wie oben, so unten; wie innen, so außen; wie der Geist, so der Körper“.
Oder anders ausgedrückt: Die Verhältnisse im Makrokosmos entsprächen demnach denen im Mikrokosmos.

Man traut seinen Augen nicht, wenn ein SPÖ Landeshauptmann am Tag vor der Wahl seinen Rücktritt verspricht wenn er unter 30% Zustimmung bekommt und dann ohne weitere Erklärungen mit 29,3% den Anspruch auf den Landeshauptmannposten erhebt.
(http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4743966/Steiermark_OVP-und-SPO-behalten-ihre-Chefs)
Am 10.6. verlässt er dann zwar überraschend zurück, weil sich die ÖVP erfolgreich den Landeshauptmannsessel erpresst, was aber weniger die Verlässlichkeit der SPÖ restituiert als den unbedingten Willen an der Macht zu bleiben demonstriert.

Man reibt sich die Augen, wie die Genossen trotz der 2004 und 2014 am Parteitag paktierten Anti-FPÖ Linie im Burgenland nach dreitägigen Gesprächen eine SPÖ-FPÖ Koalitionsregierung schmieden und einen der prononciertesten Gegner einer Zusammenarbeit mit den F-en, SPÖ Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos, gleich in diese Landesregierung aufnehmen. Darabos, der noch vor exakt einem Jahr über die APA ausrichten ließ, dass
Mit der FPÖ kein Staat zu machen ist
(http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140526_OTS0176/darabos-mit-der-fpoe-ist-kein-staat-zu-machen), macht nun eine Landesregierung mit den Blauen.

Hermes Trismegistos und die Tempelschule des hermetischen Lichts der Weisheit (http://www.hermes-trismegistos.com/) nimmt es da kaum Wunder, dass sich dieser Wahnwitz im Großen auch auf der kleinen Baustelle des Wiener Gesundheitssystems fortsetzt:

Eigentlich ohne sachlichen Zwang, holte sich SPÖ Gesundheitsstadträtin Wehsely zusätzlich zur Ihr hörigen Gewerkschaft der Gemeindebediensteten unter der Führung eines SPÖ Gemeinderates, der den Karrierestapfen des SPÖ Sozialministers folgt, der 2014 das aktuelle Ärztearbeitsgesetz durchgeboxt hat (Da ist irgendwo der Hund drinnen, Herr Minister Hundstorfer! http://wp.me/p1kfuX-UX )
auch noch den SPÖ Ärztekammerpräsidenten dazu, um ihre Vorstellungen vom neuen Ärzte-Entlohnungsschema durchzunicken.
(Wir werden alle reich: Ob an Geld oder Erfahrung ist noch offen http://wp.me/p1kfuX-Tm)

Wenn in den folgenden Wochen das Kleingedruckte der Vereinbarung von diesem Kammerpräsidenten, trotz redlicher Versuche nicht mehr abgeleugnet werden kann (Die Argumentationen des Präsidenten haben Unterhaltungswert http://wp.me/p1kfuX-UeLügt der Präsident? http://wp.me/p1kfuX-Ub) und er daraufhin seine Unterschrift zurückzieht, wird er von seiner Parteifreundin öffentlich hingerichtet (Lohn der Genossen: ÄK Chef Szekeres zum Abschuss freigegeben http://wp.me/p1kfuX-UT).

Kurz darauf lädt diese dann den Vizepräsidenten der ÄK zu „Nachschärfungen“ ein, und dieser schwärmt zur Verwunderung der KAV Ärzte sogleich medial von einer erzielten Teillösung.

Kurz vor der (wie vielten eigentlich?) Abstimmung in der Ärztekammer über das „nachgeschärfte und nachbesprochene Paket„, verkünden ungefragt die Sozialdemokratischen Ärzte unter der Führung eines Primars des Sophienspitals (Prof. Marcus Köller) übrigens aus einem Krankenhaus, das ohnehin geschlossen wird und das auf Grund seiner Struktur als besseres Pflegeheim vom Druck der Akutmedizin und andauernden Rettungszufahrten im Nachtdienst „nicht allzu sehr gestresst wird“, dass sie, die sozialdemokratischen Ärzte das Angebot der sozialdemokratischen Stadträtin annehmen
(http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150603_OTS0145/sozialdemokratischen-aerztinnen-nehmen-verhandlungsergebnis-der-stadt-wien-und-der-wiener-aerztekammer-an).

Die Beschlussfassung erfolgte übrigens hinter dem Rücken des 1. Stv. Vorsitzenden der sozialdemokratischen Ärzte, niemand geringerer als Ärztekammerpräsident Szekeres, der aber im Gegensatz zur Euphorie seiner Gesinnungsfreunde seit Wochen gewichtige Zweifel am Verhandlungsergebnis geäußert hat, und der nun plötzlich, was auch immer das heißen mag „für die Zeit seiner Präsidentschaft die SPÖ Mitgliedschaft ruhend stellt“ (http://kurier.at/chronik/wien/aerztekammer-praesident-szekeres-stellt-spoe-mitgliedschaft-ruhend/134.501.882).

Gleich danach setzen die sozialdemokratischen Ärzte ihren Präsidenten Marcus Köller ab, der seine Trauerarbeit am selben Tag fünfeinhalb Minuten lang in der ZIB 24 ausleben darf: http://tvthek.orf.at/program/ZIB-24/1225/ZIB-24/9930840/Vorsitzender-der-sozialdemokratischen-Aerzte-im-Interview/9930874

Letztendlich führt uns das alles zum 6. Hermetischen Gesetz, dem Prinzip der Kausalität:
Zufall ist nur ein Begriff für ein unerkanntes Gesetz 

Vom Government Showdown über den Shutdown zum Shotdown

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Shutdown

Natürlich geht es bei der derzeitigen politischen Blockade der Republikaner im US Senat nicht wirklich um Obamacare.
(Obama Care -oder wie sich eine Schicht verleugnet http://wp.me/p1kfuX-lP),

Das wahre Problem der USA ist die enorme Verschuldung eines Staates, dessen Währung deshalb noch Leitwährung ist,
weil Saudiarabien seine Ölgeschäfte darin abwickelt. Der Preis den die USA dafür zahlen ist sehr hoch und inkludiert die aktuelle Blamage Syrien.

Natürlich sind viele Staaten enorm verschuldet (http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsverschuldung) und legen über und unter der ominöse Marke 100% BIP Marke, es hat aber kein anderes Land einen so hohen Militär- und Geheimdienstausgaben, wie Uncle Sam.

Auch aus diesem Grunde ist es bemerkenswert, dass man von konservativer Seite das Gesundheitssystem gewählt hat, an dem das US-amerikanische Budget genesen soll.
Das zeigt uns auch die Parallele zu uns.
Unser Budgetdefizit ist vermutlich niedriger, als das der USA (obwohl in beiden Fällen die versteckten Anteile zu anderen Zahlen führen) und viele andere Parameter schwierig vergleichbar sind.

Trotzdem wird auch bei uns seit Jahrzehnten getrommelt, dass man sich das fehlende Geld aus dem Sozialsystem holen,
dass man den Staat prinzipiell zurückdrängen und vieles privatisieren soll.

Eigentlich bemerkenswert,
dass man offenbar in den USA vor einigen Wochen nicht darüber nachdachte, dass man sich den Krieg gegen Syrien vielleicht gar nicht leisten könnte
dass man die Militär- und Geheimdienstausgaben senken könnte, weil sozial zufriedenere Mitbürger auch ohne Bespitzelung etwas anderes im Sinn führen könnten, als den Staat zu bedrohen.

Ein GOVERNMENT SHOWDOWN
für wen der Staat eigentlich da zu sein hat, oder in Paraphrasierung Kennedy, was er denn für den einzelnen zu tun hat,
wäre angezeigt ehe man zum
GOVERNMENT SHUTDOWN
schreitet, weil sonst kämen immer mehr Menschen auf die Idee, dass ihnen wenig anderes übrig bleibt als über den
GOVERNMENT SHOTDOWN
nachzudenken, und das wird wirklich teuer …

Link:
Haben Sie die Revolution verpasst? Die lautlose Diktatur des globalisierten und deregulierten…
http://wp.me/p1kfuX-l1

Written by medicus58

14. Oktober 2013 at 19:30

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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I will leben und Freiheit möchte ich spüren: 1. Mai 2013

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Kaiserwiese

Da sage noch einer, dass sich nichts bessert.

Längst vergessen, dass am „Tag der Arbeit“ US-amerikanischen Demonstranten gedacht wird, die 1886 gegen einen 12-Stunden-Tag streikten und zum Teil (wie auch einige Polizisten) in den nachfolgenden Unruhen (Haymarket Riots) ebenso wie die anarcho-syndikalistischen Anführer danach am Strang ihr Leben ließen (http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Mai).

Heldenplatz

Längst vergessen, dass wir 1945 unsere Befreiung vom III. Reich den Söhnen und Töchtern jener verdanken, die 1889 auf der Zweiten Internationalen zum Gedenken an diese Opfer den 1. Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen haben. 
Wir haben uns zwar im Staatsvertrag verpflichtet, ihrer mit der Erhaltung des stalinistischen Monstrums am Heldenplatz (http://de.wikipedia.org/wiki/Heldendenkmal_der_Roten_Armee) zu gedenken, aber ansonsten sehen wir das alles schon von jeher etwas entspannter:

So wie Alfred Adler den Kampftag in der Arbeiterzeitung umschrieben hat:
Er ist sehr schön, der 1. Mai, und die Tausende von Bourgeois und Kleinbürgern werden es den Hunderttausenden von Proletariern gewiss gerne vergönnen, sich auch einmal das berühmte Erwachen der Natur, das alle Dichter preisen und wovon der Fabrikszwängling so wenig bemerkt, in der Nähe zu besehen.“

Durch die Blume eben, so wie es unsere Art ist;
so wie sich die seit Jahrzehnten in Wien Regierenden am Riesenrad ins Stammbuch schreiben
„Sozial Denken – Gerecht Handeln – Der Wiener Weg SPÖ“ 

Sozial und Gerecht

Da sage noch einer, dass sich nichts bessert, 
jetzt bleibt zu hoffen, dass es die Genossen jetzt wieder einmal angehen …

2 Klassen

Gegen eine Zwei-Klassen-Medizin sind sie schon mal,
auch wenn das im Gegensatz zum kürzlich geäußerten Wunsch der Gesundheitsstadträtin und ihrer Patientenanwältin steht, die den Anteil der Privatpatientinnen in den öffentlichen Spitälern anheben wollen(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=77432).

Gegen Mietzinswucher sind sie natürlich auch, obwohl unser Bundeskanzler als zuständiger Stadtrat mitverantwortlich war, dass der Mietzins, den die ausgelagerte „Wiener Wohnen“ 
(http://www.glb.at/article.php/20080917002957481) verlangt von den Linken als „Zinswucher“ bezeichnet wird (http://www.labournetaustria.at/gilbert-karasek-die-verwandlung-der-gemeindebauten-in-zinshauser/). 
Dass Bürgermeister Häupl sich im Vorfeld der Maiaufmärsche gegen Mietobergrenzen ausgesprochen hat, hat sich bei einigen Maiaufmärschlern auch noch nicht durchgesprochen, die genau das auf ihren handgeschriebenen Plakaten forderten.

Als die Nacht über diesen 1.Mai herein brach, 
schunkelte die in die Jahre gekommene SPÖ Wählerschaft 
mit Gerhard Friedle alias DJ Ötzi vor dem
grausigen Praterportal, das Stadträtin Laska das politische Kreuz gebrochen hat (http://wiev1.orf.at/stories/283073
zu  Ich will leben: 

DJOe
„I will leben und Freiheit möchte ich spüren, die Welt kann uns gehör´n, dafür leb ich gern.
Leb jeden Tag als ob´s der letzte wäre, lass uns heut ganz einfach glücklich sein …“

Irgendwie doch stimmig, wie die Wiener SPÖ ihren 1. Mai ausklingen ließ, gesponsert (u.a.) von Admiral-Novomatic Wetten (http://de.wikipedia.org/wiki/Admiral_Sportwetten): 

Desillusionierte Hoffnung auf das kleine Glück:
Schließlich war der Streik 1886 gegen den 12-Stunden-Tag doch nicht ganz unerfolgreich. 

LINK: 1.Mai 2012 http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=57263

Wahlkampfthema Wohnen, damit kennt sich jeder aus

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Balkon 2

Ich bin ein misstrauischer Mensch, ich weiß.

Wenn einer der größten Immobilienmakler der Stadt (http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/kordiconomy/57921/Muzicant_Realitaeten-verkaufen-Realitaeten-schaffen) ein Plädoyer für gerechteres und billigeres Wohnen verfasst (http://derstandard.at/1363706690905/Plaedoyer-fuer-gerechteres-und-billigeres-Wohnen),
wenn sich die Grün Stadträtin Vassilakou aus der Parkpickerl Diskussion mit dem Geniestreich von Mietzinsobergrenzen von 7 €/m2 (http://diepresse.com/home/panorama/wien/1311289/Gruene_Wiener-sollen-ueber-Mietobergrenze-abstimmen) verabschiedet und
sich plötzlich ÖVP und SPÖ gegenseitig erinnern, dass die Wohnbauförderung doch eher für den Wohnbau und nicht fürs Spekulieren und Kreisverkehreröffnen zu verwenden wäre, dann werde ich misstrauisch.

 

Tausende Wohnungen mehr (wie vor jeder Wahl), die maroden Pensionskassen sollen den Wohnbau fördern (nachdem sie Ihr Geld an der Börse verlieren durften), die Vermieter sollen die Makler zahlen (tun sie eh schon)  http://orf.at/stories/2174781/2174756/ und bald wird wieder erwähnt werden, dass der Abgeordnete Peter Pilz widerrechtlich im Gemeindebau logiert (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1296111/Oesterreich_Pilz-hat-sich-Wohnung-erschwindelt).

Neu war in diesem Zusammenhang nur die „schwarze Regurgitation“ von Ex-FPÖ/BZÖ Vizekanzlerin Susanne Riess (http://www.heute.at/news/politik/art23660,864524), die man sicher beim Bausparer Wüstenrot verwahrt glaubte.

 

Fast reflektorisch will man bei den im Minutentakt einschlagenden Vorschlägen im beginnenden Wohnwahlkampf (http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/top_news/536217_Koalition-startet-Wohnwahlkampf.html) ausrufen:
Bitte, helfen Sie mir nicht, es ist schon jetzt schwer genug!

Weil was am Ende stehen wird, egal wessen Vorschläge die meisten Stimmzettel einfangen, lehrt uns die Geschichte der letzen 30 Jahre:

Es geht nur darum, neue Geldmittel aus den gesellschaftliche Bereiche, die noch nicht gänzlich für private Kapitalspielchen geöffnet wurden, dem Zugriff der Finanzindustrie zu öffnen. Der Staat soll dies alles mit Steuermittel fördern und den Bürgern vorspielen, dass das alles zu ihrem Besten wäre.

Nach dem Pensionssystem, das vom Umlageverfahren zu großen Teilen in ein Kapitaldeckungssystem umgebaut wurde und seine Beiträge in Börsenspekulation verbrannt hat, und dem Gesundheitssystem, das zur angeblichen Effizienzsteigerung mit öffentlichen Geldern privatisiert wird, sollen nun auch der Wohnbau neoliberal eingefärbt werden: Der Steuerzahler zahlt Förderungen, die Privaten kassieren die Gewinne solange es gut geht, am Ende zahlen wir alle für die Scherben. 

 

(Haben Sie die Revolution verpasst? Die lautlose Diktatur des globalisierten und deregulierten Kapitals http://wp.me/p1kfuX-l1)

 

 

  

Written by medicus58

3. April 2013 at 17:01

Aufruhr: Gut und schön – Das Erbe des Neoliberalismus ist seine stabilisierende Kraft

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In Griechenland (http://www.ftd.de/politik/europa/:schuldenkrise-generalstreik-legt-griechenland-lahm/70095724.html) und
Spanien (http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article109490620/Spanien-geht-auf-die-Strasse.html)
gehen die Menschen auf die Straße und protestieren gegen die Sparpakete, die ihnen unter dem Druck der Finanzkrise auferlegt wurden.

Der Spiegel titelt zwar:
Wir hoffen, dass wir das System stürzen können
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/proteste-bei-generalstreik-in-griechenland-a-858201.html) jedoch vermittelt dieser, wie viele andere Artikel eher den Eindruck, dass sich die Menschen
nur gegen die Maßnahmen in der Krise und nicht so sehr gegen die Ursachen der Krise wehren.

Wenn nun bedauert wird, dass man vor kurzem diese Regierung gewählt hat, die nun die Sparmaßnahmen verordnet und für deren Rücktritt protestiert, führt das nur zu einer (früher vor allem aus Italien bekannten) endlosen Abfolge von handlungsunfähigen Kurzzeitregierungen und am Ende zur Berlusconisierung Europas.

Ich habe hier schon einmal festgehalten, dass es nicht die populistischen Randfiguren unserer politischen Szene sind, die unser demokratisches System gefährden, sondern es ist das abstoßende Verhalten der Politiker im Zentrum ist, das zum Vertrauensverlust in die bestehenden Institutionen führt und Populisten den Staat am Präsentierteller übergeben;
so passierte es in der Weimarer Republik und so läuft es dzt. bei uns. (http://wp.me/p1kfuX-qg)

Warum wiederholt sich dieser Prozess aber so unhinterfragt?

Eine der möglichen Ursachen, den Irrtum der Linken, dass den Menschen der (meist nur kurzfristige befriedigende) Konsum immer kurzlebigerer Produkte nicht genügen wird  und sie nach einer größeren Teilhabe streben werden, habe ich in meinem Beitrag vom 13.5.12(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=58262) schon ausgeführt:
Verkürzt ist somit nicht die Religion sondern der Konsumismus das Opium des Volkes.

Die aus meiner Sicht wesentlichen Eckpfeiler der Entwicklung wurden in dem Beitrag: Haben Sie die Revolution verpasst? Die lautlose Diktatur des globalisierten und deregulierten Kapitals (http://wp.me/p1kfuX-l1) beschrieben.

Bei Beobachtung der aktuellen Ereignisse in Griechenland und Spanien kam mir noch ein weiterer Gedanke, weshalb die Hinterfragung ursächlicher Zusammenhänge offenbar unterbleibt und sich
Demonstranten und Polizei gegenseitig die Köpfe einschlagen,
ob nun dieser oder jener letzte Rest des Sozialstaates eingespart werden darf oder nicht und sie nichtgemeinsam nach den wahren Ursachen der Ende des Sozialstaates fragen? Eines Sozialstaates, dessen beide Gruppen viel mehr bedürfen, als diejenigen die sich im großen Stil durch die Ausbeutung des Staates bereichert haben. Mit anderen Worten:
Wieso prügeln sich die Opfer und solidarisieren sich nicht gegen die Täter?

Hier wird eine wesentliche Doktrin des neoliberalen Denkens wirkmächtig:

Außer „dem Staat„, der als für alles als schuldig vorausgesetzt wird, wird stets von „anonymen Kräften“ gesprochen und der Einfluss „individueller Interessen“ totgeschwiegen.

Hat der Staat nach der völlig unnötigen Beendigung des alten Umlageverfahrens (das den Finanzjongleuren naturgemäß nicht als Spielgeld zur Verfügung gestanden hat) kein Geld mehr für ein solidarisches Pensionssystem, verkünden unsere industriefinanzierten Sozialexperten (http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/politik/488973_Schwedisches-Pensionssystem-als-Vorbild-fuer-Oesterreich.html) nicht,
dass der ursprüngliche Schritt vielleicht ein Fehler war (das würde ja die Finanzierung ihrer Institute gefährden) sondern
predigen die Sparschweinvariante, jeder kriegt das, was er eingezahlt hat, für die ich wahrlich keine Pensionsversicherung mehr benötige.
In Wirklichkeit benötige ich dafür auch keinen Staat, keine Interessensverteter, keine Wahlen, kein Parlament, keinen Staat, eigentlich nur eine Privatversicherung.

Und was hat das mit den Prügelorgien in Griechenland und Spanien zu tun, werden Sie fragen, so sie bisher noch mitgelesen haben?

Sehr viel:

Die Grundlage westeuropäischer Demokratien war der Wohlfahrtsstaat, der kontrollierte, dass auch für die Masse, an der Geld zu verdienen war (einerseiits weil sie für Lohn arbeitete und andererseits weil sie konsumierte) ein Teil des Gewinns in Form sozialer Sicherheit und Perspektive für ihre Kinder, denen sie ja relativ wenig vererben konnte, abgegeben wird.
Dieser Ausgleich wurde und wird durch die Lohnzahlungen NICHT erreicht.
Damit das funktioniert, muss auch über ALLE GEWINNER und ihre BEITRÄGE
gesprochen werden, die in und an einer prosperierenden Gesellschaft verdienen, wenn sich herausstellt, dass diesem Wohlfahrtsstaat zu wenig Geld zur Verfügung steht.

Diese politische Frage nach den individuellen Gewinnern einer politischen Ideologie (Heilslehre), und nichts anderes ist der Neoliberalismus, wurde eben durch diese Ideologie verboten.

Er kennt nur den schuldigen Staat und die benevolenten Kräfte des Marktes

jede andere politische Hinterfragung wurde durch drei Jahrzehnte Gehirnwäsche eliminiert, so dass die jetzigen Unruhen eher das bestehende System verfestigen als es hinterfragen …

Würden Demonstranten und Polizei verstehen, dass für sie beide zu wenig überbleibt, weil die Beitragsgrundlage der Großgewinner zu niedrig war (Körperschaftssteuer, Börsensteuer, Erbschaftssteuer, Steruerhinterziehung im großen Maßsstab ,….) hätten sie ein gemeinsames Ziel und der Aufruhr wäre wirklich gut und schön ….

Zum Nachschauen:
http://youtu.be/fj0ZR51ONjw
http://youtu.be/yhsCslyo4lo
http://youtu.be/90a3mUBr8Dg
https://athens.indymedia.org/front.php3?lang=el&article_id=1424535

Written by medicus58

27. September 2012 at 17:45

Neuwahl, die schärfste Waffe gegen korrupte Politiker?

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Nach den letzten „Enthüllungen“ (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=75790) des ohnehin Vermuteten wird in Kärnten der Ruf nach Neuwahlen immer lauter:
http://derstandard.at/1342948033156/Spaetens-in-einer-Woche-wird-ueber-Neuwahlen-abgestimmt

Das Muster ist von vielen bisherigen Polit-Skandalen bekannt:

Wenn der blutige Dolch nicht mehr rechtzeitig versteckt werden kann,
die letzten Geldbündel noch aus der Hosentasche lugen oder
der Hosenschlitz noch weit offen steht,
dann,
im Namen der politischen Verantwortung treten wir halt zurück.

Die Seele des Volkes ist beruhigt, dass der „damit nicht durchgekommen“ ist,
die Medien wenden sich dem nächsten Skandal zu
und sehen im erzwungenen Rücktritt ihre Arbeit als erfolgreich beendet an.

Am vielleicht irgendwann einmal folgenden Prozess,
falls die Macheloites nicht nur völlig indiskutabel sondern überraschenderweise auch strafrechtlich verfolgbar waren,
fehlt das Interesse, spätestens in der zweiten Instanz finden sich schon Überraschungsverbote, Nichtigkeitsgründe oder eine Haftunfähigkeit ….

Was sagt uns das eigentlich, dass wir unser Mütchen schon mit dem Rücktritt kühlen?
Dass wir tief drinnen wissen, dass all das, was gegen das Rechtsempfinden des Bürgers ist, vor unserer Justiz Milderungsgründe findet (finden muss) und
dass man jeden Amtsträger, agierte er einmal so dreist, dass er sich erwischen ließ, sofort ablösen muss, da das interne Kontrollsystem so unzuverlässig ist, dass es nicht einmal jetzt verhindern kann, dass weitere Taten begangen werden.

Der Politikerrücktritt ist also de facto einer Untersuchungshaft vergleichbar.

Written by medicus58

30. Juli 2012 at 18:16

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