Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archive for the ‘Renaissance der Aufklärung’ Category

Wie lange wollen wir uns noch fürchten und wie kommen wir aus der Geschichte wieder raus?

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Ein Jahr Pandemie und wir haben uns noch immer nicht einigen können, wie schlimm denn das alles ist und was und wie lange wir unser bisheriges Leben pausieren müssen, um es nicht noch schlimmer werden zu lassen.
Eigentlich absurd, weil wir inzwischen relativ stabile Eckdaten haben.

Die Case Fatality rate (% Verstorbene/positiv Getesteter) liegt weltweit relativ konstant bei ca. 2,2%. Die Werte einzelner Länder streuen zwar (siehe Johns Hopkins Mortality Data) haben sich aber seit Monaten nicht wirklich geändert. Inzwischen ist wohl jedem klar geworden, dass dieser Parameter nur zum Teil vom Infektionsgeschehen abhängt sondern auch von Teststrategie, Krankheitsdefinition, sozio-ökonomischen Gegebenheiten, dem Gesundheits- und Sozialsystem und natürlich von der Alterspyramide in den einzelnen Ländern abhängt.

Auch die Diskussion, ob es eine Übersterblichkeit durch Sars CoV2 gibt, kann nach einem Jahr schon mit ziemlicher Sicherheit für viele Länder (Euromomo) und Österreich beantwortet werden. Auch hier handelt es sich natürlich um die Summe aus zusätzlichen Sterbefälle durch Sars CoV2 abzüglich der ausgefallenen Influenza 2020, den weniger Verkehrstoten, … etc. Die Statistik Austria fasste die Zeit vor der Pandemie so zusammen: Von 2007 bis 2018 betrug die Zahl der Gestorbenen zwischen 74.625 und 83.975. 2019 wurden insgesamt 83.386 Sterbefälle verzeichnet, um 0,7% bzw. 589 weniger als im Jahr davor.
Für 2020 vermeldete dann der ORF: 2020 in Österreich zumindest 90.123 Menschen verstorben – 10,9 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. 
Auch diese Zahlen unterliegen natürlich einigen Einflussfaktoren (Bevölkerungswachstum ca. 0,5%/a, Sterbefälle im Ausland, …) sie passen aber relativ gut zu den 6.312 angegebenen im Zusammenhang mit Covid-19 im Jahr 2020 Verstorbenen.

Schließlich hat sich trotz viel diskutierter Todesfälle in jüngeren Kohorten seit Monaten nichts an der Altersverteilung der an Covid-19 Verstorbenen geändert:

Es wäre also langsam an der Zeit angesichts

weltweit fallender Zuwachsraten an Neuerkrankungen
(The number of infections reported to the World Health Organization last week dropped for the third week in a row.),
immer mehr registrierter Impfstoffe und
in Relation zu den Fallzahlen fallenden Hospitalisierungsraten und Intensivbelegungen bei gleichzeitig
steigender Überlebenschance unter (symptomatischee) Therapie
sich auf eine gemeinsame Risikoeinschätzung und somit auch auf eine konsensuale Strategie zu einigen.

Versuchen Sie das mal in den Asozialen Medien und machen Sie sich auf verbale Erschießungskommandos von allen Seiten gefasst:

Für Sie sind Covid Todesfälle offenbar nur Zahlen (Ja, weil sich nur so Relationen formulieren lassen: The collateral damage in most really low-income countries is going to be greater than the direct impact of COVID, Peter Sands, executive director, Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria)
.
Sie leugnen Long Covid (Nein, ca 20% 5 Wochen nach der Erkrankung, wie bei vielen (Infektions-)erkrankungen auch)

Wir retten Leben, koste es was es wolle, alles andere ist unethisch (Hätten wir einen Bruchteil der Mittel, die jetzt investiert werden in den letzten Jahren in das Gesundheitssystem investiert, hätten wir (u.a. bei Spätfolgen von Diabetes, HPV-Infektionen, Darmkrebs,…) mehr Leben retten können. Reden wir weiter, ob wir in Zukunft auch bereit ein werden mit Lockdowns, Impfungen und Masken jährlich tausenden Influenzatoten verhindern werden.)

Ja, aber jetzt kommen die Britische-, Brasilianisch-, Südafrikanische-, Tschechische- Amazonas-Mutationen (Schwer zu widerlegen, aber bei inzwischen sind >300.000 Mutationen bekannt und nichts spricht dagegen, dass der weltweit enorme Virusload nicht zu weiteren Mutationen führen wird. Da die Mehrheit aller Wissenschaftler überzeugt ist, dass uns das Virus kaum mehr verlassen und endemisch werden wird, bleiben uns mit dieser Argumentation Lockdown, Schulschließungen, Homeoffice,… etc. auf ewig erhalten.

Das ist wissenschaftlich bewiesen, Sie Covidiot

Als Wissenschaftler ist es manchmal wirklich schlimm, sich Unwissenschaftlichkeit vorwerfen zu lassen, insbesondere von solchen, die ihre Überzeugungen aus Zitaten von Zitaten von wissenschaftlichen Studien beziehen. Beispiel gefällig?
Vor zwei Tagen grassierten solche Schlagzeilen durch manche Qualitätsmedien:
Pfizer vaccine ‘highly effective’ in reducing coronavirus transmission, study suggests
Liest man im Independent weiter kommt man aber ins Staunen, was heute so als Studie gilt:
A study conducted by Pfizer and the Israeli Health Ministry shows that the vaccine is 89.4 per cent effective at preventing infections, whether symptomatic or not. The results have not yet been publicly released or peer reviewed but come from a draft publication that was obtained by Ynet, an Israeli newspaper, and have also been confirmed by Bloomberg, the Financial Times and Der Spiegel.

Die Eckdaten dieser neuen Viruserkrankung sind aber trotz kleinerer Unabwägbarkeiten inzwischen gut bekannt und (abgesehen von einem wirksamen Virostatikum, das es aber für sehr wenige Viren gibt) unsere Gegenmittel scheinen auch weitgehend abgeklärt. Trotzdem ist bei vielen die Furcht vor dem Unbekannten ungebrochen und ein Konsens über das Leben mit SARS CoV2 nicht in Sicht.

Die derzeitige Verhaltensanpassung (Bequemes Einrichten für den Dauerlockdown in kinderlosen oberen Einkommens- und Bildungsschichten, schlichte Negierung der Regelflut am anderen Ende der Gesellschaft) wäre eine gefährliche Dauerlösung. Die gesellschaftlichen Spaltung durch eine Politik, die sich auf ein einzelnes Thema verengt (und damit von anderen Problemen ablenken kann) ist eine große Gefahr für viele demokratisch Denkende, während die Pandemie nur für einen Teil der Bevölkerung eine existenzielle Gefahr darstellt.

Nicht zuletzt die Art, wie politisch durch die Pandemie geführt wurde, hat die Ratio durch Angst, die Wissenschaft durch Stimmung ersetzt und das Argumentum ad hominem diskursfähig werden lassen.

Die nächsten Wochen werden entscheidend, das erspart uns jetzt zu entscheiden. Seit einem Jahr wurden wir trainiert, dass wir noch viel zu wenig über dieses neuartige Virus wissen, um längerfristige Regeln aufzustellen und wurden zwischenzeitlich so mit allerlei Leckerlis ruhig gestellt (nach den Semesterferien, Auferstehung zu Ostern, Pfingsten, Weihnachten, und wieder Ostern). dass viele noch immer glauben, dass das so weitergehen wird und muss.

Es wird spannend, wie die politischen und virologischen Experten aus dieser Geschichte wieder raus kommen wollen, um uns auf ein Leben mit dem Virus einzustimmen. No-Covid oder Zero-Covid sind ebenso nur PR Floskeln, wie alle bisher versprochenen erlösenden Lichter.
Hoffen wir, dass es nicht alzu hässlich wird, wenn so mancher erkennen muss, dass der Dauerlockdown und das Coviditoten-Geschimpfe niemanden vor den medizinischen, wirtschaftlichen, politischen und bildungspolitischen Kollateralschäden der bisherigen Strategie geschützt hat.

Written by medicus58

23. Februar 2021 at 17:41

SarsCov2 macht blind, kann aber auch zu mehr Weitsicht führen

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Seit einem dreiviertel Jahr dominiert ein Virus und die erratischen Versuche der Politik es „zu besiegen“ unsere Medien.

Versuche dieses Problem im Verhältnis zu anderen zu sehen, werden inzwischen schärfer geahndet, als vergleichende Religionskritik.

Wer darauf hinweist, dass für viele Gruppen die Erkrankung wirklich einer schweren Grippe vergleichbar ist, der wird durch steigende Todeszahlen mundtot gemacht. Dazu ein paar Gedanken.

Jeden Tag bringen uns die Hauptnachrichten erschaudernd die Zahl der mit und an Covid-19 Verstorbenen ins Wohnzimmer. Aktuell lt. Dashboard sind das in Österreich 5127 von insgesamt über 83.000 Todesfällen in diesem Jahr.

Dass Peru eines der von der Pandemie am stärksten betroffenen Länder der Welt ist, haben Sie sicher aus unseren Nachrichten gehört. Haben Sie aber in der ZIB oder in Ihrer Zeitung erfahren, dass unabhängig von der Pandemie, in Peru seit Jahresbeginn über 5000 Mädchen und Frauen vermisst werden? (Link)

Seit Beginn der Pandemie werden wir fast täglich darüber informiert, dass in den USA das Pandemiegeschehen außer Kontrolle wäre. Hat uns aber jemals ein betroffener Moderator mitgeteilt, dass in San Francisco 2020 mehr Menschen an einer Heroin Überdosis starben als an Covid-19?

 A record 621 people died of drug overdoses in San Francisco so far this year, a staggering number that far outpaces the 173 deaths from COVID-19 the city has seen thus far. (Link).

Ob die Pandemie schicksalhaft über uns kam, oder durch menschliches Versagen ist bis heute unklar. Bei den beiden genannten und zahllosen weiteren Beispielen handelt es sich aber eindeutig um menschliches Versagen und deshalb um prinzipiell vermeidbare Todesfälle über die es keinen politischen Diskurs mehr gibt.

Wir sollten uns nicht länger blenden lassen, dass es lösbare politische, wirtschaftliche aber auch medizinische Probleme gibt, die mindestens ebenso groß, oft sogar größer sind, als die Pandemie, die unser Denken (medial) beherrscht.

Wenn wir darüber während der Weihnachtsfeiertage und im kommenden Lockdown mal ernsthaft nachdenken und politische Lösungsansätze verlangen, dann hätte uns das Virus zwar blind, aber letztendlich sehr weitsichtig gemacht.

Dann hätten die Kollateralschäden der Pandemie Bekämpfung vielleicht mehr Sinn als nur den Wintertourismus während der Semesterferien zu ermöglichen, denn das wird wohl ebenso schief gehen, wie das vorweihnachtliche Verordnungswirrwarr.

Written by medicus58

20. Dezember 2020 at 10:31

Was wir von Churchill für die Corona Pandemie lernen können

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Written by medicus58

13. November 2020 at 10:28

Oft ist der Herbst grau, heuer ist er grauer, vielleicht sogar grauenvoll

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Diesen Gedanken hatte ich erstmals, als sich der Verdacht verhärtet, die Helden vom Schwedenplatz wären graue Wölfe.

Aber noch viel mehr erscheint uns grau, was wir noch kürzlich als schwarz oder weiß wähnten.

9 Minuten soll es gedauert haben, von den ersten Anrufen bei der Polizei bis zur Ausschaltung des Täters, aber auch Monate in denen aus der Meldung des versuchten Munitionskaufes ausschließlich bürokratische Konsequenzen gezogen wurden.

Vielleicht waren Kickls (damaliger FPÖ Innenminister) Motive ganz andere, als eine Abteilung des Innenministeriums bei einer anderen Razzia machte, aber dass im BVT der Wurm drinnen war, hat die Öffentlichkeit erst dadurch erfahren und seither hat sich nichts geändert.

Gut hallt mir noch die Aussage eines ärztlichen Kollegen in Oe1 in den Ohren, wir, also wir Österreicher, wären Weltmeister in der Covid-19 Bekämpfung, da wir in der ersten Welle so glimpflich davon gekommen sind. Viel Aufwand wurde seither in viele Pressekonferenzen, Reisewarnungen, Fremdschämen anderer Staaten und Modellrechnungen, Tracing, Screening gesteckt, bis uns im Herbst, wo wir unter uns sind, die zweite Welle trifft, als ob nichts gewesen wäre.

Für viele nach 1945 waren die USA lange die stärkste demokratische Macht des Planeten, die zwei (von Österreich und Deutschland in jeweils unterschiedlichen politischen Konstellationen) ausgehende Weltkriege zu beenden half. Auch wenn schon früher klar wurde, dass der industriell-militärische Komplex jenseits von Wahlen einen enormen Einfluss auf die US-amerikanische Politik hat, so glaubten doch breite Kreise noch immer, dass die checks and balances in den USA letztlich noch funktionieren.

Wir erleben aber gerade, dass ein (noch amtierender) US Präsident ohne Beweise so lange von Wahlbetrug faselt, bis ihn TV Sender, von Sendung nehmen und seit Wochen wird ganz offen davon gesprochen, dass ein endloser Gerichtskrimi nach der Wahl unumgänglich und ein Bürgerkrieg nicht unwahrscheinlich ist.

Und wie hängt das alles zusammen?

Es ist nicht der islamistische Terror oder das Virus, das uns nachhaltig bedroht, es ist die zunehmende Insuffizienz unserer öffentlichen Strukturen und die fundamentale Spaltung der Gesellschaft, an der wir scheitern.

In den USA erleben wir gerade den ernsthaften Versuch eines Umsturzes von oben, für einen Umsturz von unten sind wir uns längst viel zu uneinig geworden.

Written by medicus58

6. November 2020 at 09:21

Wahltag: Die Qual des Wals

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Der Wal ist ein Säuger wie wir, nur viel größer. Sie leben in sogenannten Schulen zusammen, die im Gegensatz zu unseren Schulen in Zeiten äußerer Bedrohung nicht schließen sondern noch enger zusammenrücken.

Bislang ist nicht bekannt, dass sie ihr hierarchisches Zusammenleben durch Urnengänge regeln. Laut Wikipedia wird aber die Hierarchie der Schulen, durch Beißen, Schieben oder Rammen bestimmt. Was nun bezweifeln lässt, dass Walen der Wahlkampf völlig fremd ist.

In gewisser Weise ist der Wal ein Souverän und eine der beeindruckendsten Erlebnisse, die wir Menschen mit Walen haben können, ist das grandiose Schauspiel, wenn sich die Schwanzflosse hoch gegen den Himmel streckt, ehe der Wal abtaucht (Fluken).

Auch der souveräne Wähler taucht nach der Wahl ab, wenn auch entschieden weniger spektakulär als der Wal. Der Vorgang hat von den Politologe noch keinen speziellen Namen bekommen. Vereinfachen könnte man ihn Alltag statt Wahltag nennen.

Der große Unterschied zwischen den beide Säuger besteht nun aber darin, dass der Wal bald wieder auftauchen wird, weil er Luft braucht.

Der Wähler hingegen bleibt bis zu nächsten Wahl untergetaucht und kommt bei Luftmangel an den Respirator, von dem er hofft, dass er ihm von denen bereitgestellt wurde, die er wählte, ehe er abtauchte.

Mehr an Wahlempfehlung kriegen Sie, liebe Leser, hier nicht, nachdem ich meine Wahl bei der NRW19 bereits wieder bedauere.

Written by medicus58

11. Oktober 2020 at 10:41

Mich würde es wundern, wenn Sie überhaupt noch was über die Coronaampel lesen würden

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Ich glaube auch nichts mehr zu dem Thema beitragen zu können, das noch nicht gesagt, widerlegt, zerlegt oder wiederholt oder verworfen wurde.

Es geht in dieser Phase der Covid-19 Pandemie, auch wenn es Sie vielleicht jetzt überrascht, auch nicht mal so sehr um Medizinisches, nichtmal um Politisches, denn auch da werden wir kaum mehr so viel praktisch Verwertbares (außer Impfung und/oder antiviraler Therapie) dazulernen wie wir jetzt nicht ohnehin schon wissen. Oder glauben Sie, dass die Erkenntnis auf wieviele Meter welche Tröpfchen noch krank machen können, zu im täglichen Leben brauchbaren Handlungsanweisungen führen, wenn Sie sich in einer U-Bahn zusammendrängen müssen ?

Was wir in dieser Phase endlich erkennen müssen, sind vielleicht zwei Punkte:

Erstens sollten wir uns von Politikern fern halten, die ihren PR-Beratern mehr folgen, als Fachexperten für das eigentliche Problem.

Zweitens sollten wir erkennen, dass es sind, mit denen ich Gruppen führen kann. Natürlich ist es verführerisch für jede Situation, jedes Geschlecht, jedes Lebensalter und jede Himmelsrichtung immer noch detailliertere Regeln zu verordnen. Das scheint Handlungsfähigkeit und Macht zu demonstrieren, nur führt es nach einiger Zeit zu solcher Verwirrung, dass am Ende nichtmal die wichtigsten Regeln mehr befolgt werden.

Exemplarisch hat das heute Hubert Sickinget auf Twitter sehr pointiert zusammengefasst:

Für das meiste, was nun weltweit verordnet wird, fehlt harte Evidenz Lesen Sie dazu die Stellungnahme des Deutschen  EbM Netzwerkes, wenn Sie Sätze wie folgende aushalten:

Eine erste gesundheitsökonomische Modellierung aus Großbritannien beziffert die Kosten für ein durch den Lockdown gerettetes Lebensjahr (QALY) mit 220.000 bis 3,7 Mio Pfund. Im englischen Gesundheitssystem wird als maximaler für die Solidargemeinschaft sinnvoller und zumutbarer Wert 30.000 Pfund pro QALY angenommen.

Aber auch wenn es Sie irritiert, daß man mal nicht mit „Koste es was es wolle“ argumentiert sondern zur Überlegung anregt, dass manches nicht mehr geht, wenn man das Pulver für anderes verschossen, ist die Lektüre allein deshalb zu empfehlen, weil sie so manche von der Politik verordnete Maßnahmen auf ihre wissenschaftliche Evidenz abklopft.

Auch das ist ein Argument für weniger aber konsequent eingehaltene Verhaltensregeln und weniger PR Geschwurbel.

Written by medicus58

11. September 2020 at 20:03

Hurra, ein Gesetz gegen Upskirting und Hass im Netz. Applaus für ein Ablenkungsmanöver

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Nach acht Jahren( Der diskursive Reflexbogen oder PC = das Ende der Aufklärung) ist es wieder Zeit gegen Windmühlen zu kämpfen.

Als Präambel gegen falsche Likes sei festgehalten, dass das Ablichten von nicht freiwillig und gerade zu diesem Zweck zur Schau gestellten Nacktheit ebenso abzulehnen ist, wie die Verleumdung und Beschimpfung im Netz. Zu ersterem fehlt mir die körperliche Interessant, letzteres habe ich bereits selbst erlitten.

Was mich jedoch so aufbringt, ist die Anlassgesetzgebung für ein Verhalten, vor dem einen hoffentlich die tausenden Seiten unseres Gesetzesbestandes bereits vorher geschützt haben sollten.

Es kann nicht sein, dass unsere Rechtsgelehrten mit der Ihnen doch berufseigenen Fähigkeit Gesetze bis zum Äußersten zu interpretieren, gegen besagtes Missverhalten keinen Paragraphen finden könnten, der es verboten hätte, auf der Rolltreppe nachzuschauen, was die Schottin vor mir so drunter trägt.

Wenn der Rechts-Staat bislang nicht die Unversehrtheit seiner BürgerInnen an Leib, Leben, Integrität und sozialer Stellung geschützt hat, dann wird es durch so ein Upskirting-Gesetz nicht besser.

Wenn es aber darum geht, dass sich in den letzten drei Jahrzehnten, in denen das Internet in unser aller Leben verlegt wurde, dieser Staat nicht um die absehbaren Kollateralschäden politisch gekümmert hat, dann soll er das nicht durch billigen Aktionismus kaschieren.

Kein Dermatologe würde den Kampf gegen den Nagelpilz führen, wenn im Nacken das Melanom wuchert. Nur unsere politisch scheinbar so korrekten Politikern lassen sich dafür feiern.

Welcher Jurist hat ein befriedigendes Gefühl, wenn er eine Begründung dafür findet einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss den wichtigsten Beweis (das Ibizavideo) nicht vorzulegen, weil es da rechtliche Bedenken gibt?

Oder es mittels Diversion zu keiner Verhandlung kommen ließ, bei der die Organisationsverantwortung des Bundesheeres hinterfragt hätte werden können (80 Jahre 2. Weltkrieg aber nur 366 Tage Girls‘ Camp beim Bundesheer).

Oder ein Sektionschef im Justizministerium wegen seiner vielleicht zu guten Kenntnis abgesetzt wurde, gerade wegen seiner Expertise reinstallieren wird…

Lassen wir uns durch scheinbar mutige Anlassgesetzgebung nicht die Augen davor verschließen, dass viele Dinge wegen fehlender Gesetze unbestraft blieben, sondern idR wegen eines mangelnden Vollzugswillens.

Written by medicus58

6. September 2020 at 14:15

So wird das nix mehr, und das freut die Macht

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The Times of India, eine der größten Zeitungen des Subkontinent, der sich größtenteils durch passiven Widerstand vom Kolonialismus befreit hat, wundert sich über den weltweiten Bilder Sturm, mit dem angeblich Rassismus bekämpft wird.

Es gibt verschiedene Wege, wie die zu Unrecht Mächtigen gestürzt werden können, aber wer glaubt, dass das Zertrümmert von Statuen (oder das Umbenennen von Orten und Plätzen) an den Machtverhältnisse etwas ändert, der verdient keine andere Welt als die unsere.

Written by medicus58

13. Juni 2020 at 14:16

Fridays For Future

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Sind Sie dafür, dass Ihre Kinder die Schule für’s Klima schwänzen sollen, oder eher dafür, dass sie vielleicht von echten Lehrern und nicht von Studenten im letzten Studienabschnitt durchs Jahr geschleppt werden?

OK, ich probiere es wieder:

Spricht es für unser Bildungssystem, dass die Alten sich freuen, dass die Jungen durchsetzen wollen, was die Alten seit mindestens 2 Jahrzehnten an der Wahlurne versemmelt haben?

Spricht es für die politische Bildung unserer Jungen, dass sie glauben, dass ein bißchen Woodstock die Welt ändert? Vielleicht sollte man nicht nur die Zeitzeugen des Dritten Reichs hören, sondern auch die Nachgeborenen hören, die erklären was aus den 68ern geworden ist und warum.

Written by medicus58

16. März 2019 at 00:08

Veröffentlicht in Renaissance der Aufklärung

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Impfpflicht für Gesundheitssystemerhalter und die Staatsverweigerer

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Freiheit ist ja wirklich ein hohes Gut. Jedoch scheute sich selbst der aufgeklärte Absolutismus nicht die Freiheit zur Dummheit staatlicherseits einzuschränken und zwang seine kleinen Untertanen unter die allgemeine Schulpflicht.

Klär mag man nun einwenden, dass das die gekrönten Häupter erst taten, als sie erkannten, dass es für den Staat vorteilhafter wurde, Beamte und Bürger zu haben, die gewisse Grundkompetenzen jenseits ihrer manuellen Arbeitsfähigkeit haben.

Auch als wir scheinbar den Souverän gewechselt haben, hat der Staat unsere Freiheit beschränkt, wann immer es zu seinem oder dem Nutzen der Allgemeinheit war. Erst kürzlich bestrafte er im Staatsverweigererprozess die Negation seiner Staatsgewalt drastischer als so manchen Mord und begründete das u. a. mit einer Generalprävention.

Nur bei der Impfpflicht getraut sich weder unsere (A-) Sozialministerin noch ihre Vorgängerin aber fast alle andere ExpertenInnen in der öffentlichen Diskussion die Forderung nach einer Impfpflicht all jener zu verlangen, die geimpft werden könnten, um all jene zu schützen, die nicht geimpft werden können und für die eine Epidemie lebensgefährlich wäre!

Neben Neugeborenen gefährdet das auch sehr alte Menschen und solche die Therapie bedingt (Krebstherapie) oder andere Ursachen (genetische Immunschwäche, genetische Immundefekte,…) nicht geimpft werden können.

Da ist „dem Staat“ eine Generalprävention egal.

Einig scheint man sich – aus guten Gründen – dass Bedienstete im Gesundheitssystems geimpft werden müssen, nein nicht zum Selbstschutz sondern um nicht als Brandbeschleuniger einer Epidemie zu fungieren.

Weshalb das aber nicht aus dem selben Grund auch für KindergärtnerInnen, LehrerInnen, HortbetreuerInnen gelten soll, wird nicht diskutiert.

Oder für Schaffner, die Billa-Kassiererin, den Kellner, die Prostituierte, U Bahn Benützer…. OK, ich denke sie haben den Ansatz verstanden, letztlich jeden, der mit einer größeren Gruppe anderer Menschen in Kontakt steht.

Minister kann man da ruhig ausnehmen.

Wäre es da nicht doch gescheiter mal an eine Generalprävention zu denken, wenn einem das bei Staatsverweigerern so wichtig war.

Written by medicus58

31. Januar 2019 at 16:05

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