Sprechstunde

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Krise, aber geh, ÖsiLand ist nur abgebrannt

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Wir haben zwar die Pandemie noch nicht im Rückblickspiegel, wie unser grad zum türkisen Lehensherrn geadelter Schallenberg von sich gibt, aber der Wirtschaft gehts wieder blendend. Mir auch, denn unter gesundheitspolitischen Normalbedingungen wäre meine Abteilung mit den angefallenen Personalengpässen und aufgeschobenen Reinvestitionen längst kollabiert.

Kurz wurde gegangen, seine Prätorianer, Vasallen und Lehensherren bleiben.

Keiner der (nicht ganz unberechtigten) Kickl-Warner hinterfrägt, ob dessen Vendetta gegen das BVT nur durch selbstsüchtige Motive ausgelöst war, oder ob es doch die schwarzen Netzwerke waren, die er kappen wollte.

Der Obernetzwerker Justizministerium Pilnacek, stolperte sicher nicht über die grüne Justizministerin, eher über seine eigene Hybris und dass mit Grasserförder Schüssel, Plassnik mit Pressesprecher Schallenberg und Kurzförderer Spindelegger, Kurz und Schallenberg auch das Außenministerium in eine noch u hinterfragte Bastion des Systems verwandelten, wer hinterfrägt das noch in einem Land, dass sich seit Jahrzehnten nur durch seinen Lebensstandard von südlicheren oder östlicheren Landstrichen unterscheidet.

Die in such zerstrittene Opposition ist unfähig eine Alternative zu bieten und ein paar links-linke Demonstranten blockieren vor der Baustelle Parlament den öffentlichen Verkehr.

Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen, im eigentlichen Sinn, denn die Ringlinien fuhren vorgestern nicht wegen: siehe Bild.

Krisen sollen die Chance für einen Neuanfang, Kritiker nennen es Reset, bieten. COVID-19 war offenbar zu milde um mehr zu bewirken als unsere wohlbekannten Defizite ins Groteske zu verwandeln.

Written by medicus58

14. Oktober 2021 at 16:45

Es gibt sie noch, die Beamtenehre: Erich Neuwirth ins Herrgottswinkerl

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Ich kenne Prof. Neuwirth nicht und umgekehrt wird es sich wohl auch so verhalten.

Wie viele folge ich seinem „Gezwitscher“ und lese regelmäßig seinen Blog wo er akribisch Just the facts aus den Daten zur Coronapandemie aufarbeitet und zeigt, welche Einsichten grafisch gescheit gemachte „deskriptive Statistik“ erlaubt.

Als einer der wenigen Silberrücken, der sich die statistische Analyse der meisten seiner >90 wissenschaftlichen Peer-reviewed Papers selbst gemacht hat und als Reviewer von rund einem Dutzen wissenschaftlicher Journal weiß ich den Unterschied zwischen der Black Box von SIMS Geschwurbel und einfach sauberer Datenanalyse der zu schätzen. Ich denke, ich hätte ihn gerne als Lehrer gehabt, das hätte viel Autoditaktik erspart:

Was Neuwirth aber grad twittert, katapultiert ihn ins Herrgottswinkerl dieses Blog am Rande des WWW.

Das hinterlässt einen sprachlos

Written by medicus58

25. Oktober 2020 at 20:37

Nicht nur der Böhmermann hat es gewusst

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Nein, Ihrem Medicus hat niemand das Ibizavideo angeboten, aber dass der stimmenbringende Parvenue Strache für die FPÖ und ihre Unterstützer den nützlichen Idioten (Copyrights Lenin) nur so lange spielen darf, so lange er liefert und danach bedenkenlos gestürzt wird, war dem, der hören kann schon zu dem Zeitpunkt klar, als auf Ibiza bereits die Mikros angingen.

Vor diesem Hintergrund lade ich Sie meine satirischen Texte zu den Wahlen 2013 und 2017 nachzulesen:

August 2013 Der FPÖ Wähler

Nov 2017 Die blauen Schläfer

Wir sprechen mit einem FPÖ Wähler

Written by medicus58

19. Mai 2019 at 14:16

Politischer Advent

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Der politische Aschermittwoch ist in von konservativen Kreisen zur Tradition geworden, in der die hemmungsbefreite Agitation gegen den politischen Gegner die Erinnerung an die eigene Endlichkeit verdrängt hat.

Advent, also Adventus Domini, die Zeit in der Christenmenschen die Umsätze des Einzelhandels heben, während sie „auf die Ankunft des Herren“ warten, war bislang parteipolitisch meist ungenutzt.

In gewisser Weise erleben wir derzeit weltweit die Erfindung des politischen Advents:

In den USA hat das Warten ein Ende, da der Präsident sein erstes Wahlversprechen eingelöst und eine Steuerreform durchgeboxt hat, die seinesgleichen reicher und den Großteil seinerhler ärmer macht.

In Deutschland warten die Wähler staunend, auf die Ankunft dessen, was angeblich alle abgewählt wissen wollten, die verhasste Große Koalition.

Und bei uns warten die Wähler auf die Ankunft zweier Herren. 

Basti & Bumsti finden sich zwar noch nicht im christlichen Heiligenkalender, aber um dorthin zu gelangen, muss man bekanntlich erst das Zeitliche gesegnet haben (von der Scheinheiligkeit der Scheintoten wollen wir einmal gar nicht anfangen). Das Warten auf die zwei stets christliche Werte ansprechenden Herren soll aber nach der laufenden Choreografie zu Ende der Adventzeit ein Ende finden. Wenn die Regierungsarbeit dann ebenso geschmiert verläuft wie die Inszenierung bisher, dann wird uns auch noch nach dem Ende dieses politischen Advents so manches Licht aufgehen.

Written by medicus58

3. Dezember 2017 at 10:21

ElefantInnenrunde: Edutainment oder Gladiatorenkämpfe – eine nicht nur medizinische Betrachtung

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Wir haben nach gefühlt Hunderten, angeblich aber nur rund 60 TV-Duellen der Spitzenkandidaten auch die ElefantInnen-Runde (wieso gendern das nicht mal die PC-affinsten Grünen?) überstanden.

Viel haben wir nicht mehr dazu gelernt, also wenig Edutainment, zu sehr blieben die Kandidaten stur auf den von bezahlten Beratern medial abgefragten und dann punktgenau gecoachten Worthülsen und G’schichtn:
Selbst als selektiver Duell-Konsument glaubte ich die erhebende Geschichte von Papa Kurz mindestens dreimal gehört zu haben (als 50-Jähriger bei Philips gekündigt und den beruflichen Wiedereinstieg trotzdem geschafft) und die Westbalkanroute könnte ich auch schon verkehrt rum sagen (Etournaklabtsew).
Ja, ich glaube wie Kern auch, dass Kreisky mir das Studium ermöglicht hat, nur kann selbst ich es nimmer von der Partei hören, die zustimmte, den Zivildienst zu verlängern, Studiengebühren einzuführen und sich feiern lässt, dass eh schon fast jeder maturiert, nur eben mit dem Wisch genau gar nix mehr anfangen kann.
Auch dass Strolz aus der Praxis kommt, so wie HC Strache, letzterer halt als Zahntechniker aus der Zahnarztpraxis, und dass beide Arbeitsplätze geschaffen haben, hörte ich bereits bis zum Abwinken.
Lunacek nahm ich sogar die Ernsthaftigkeit ab, mit der sie unzähligen Male inhaltlich diskutieren wollte, aber dann halt nicht über die Implosion ihrer Partei, während sie als x-te Präsidentin des Europäischen Parlaments in Brüssel weilte.

Dass die Wiener Zeitung „überstanden“ und nicht „überlebt“ titelte, ist wohl ihrer „amtlichen Seriosität“ geschuldet, egal.

Was mir mehr oder weniger Ernsthaftes zu dieser Nationalratswahl durch den Kopf gegangen ist, lässt sich gemeinsam mit ein paar von Kappachers Radioblogs hier nachlesen.

Was mich aber heute beschäftigt ist die Überlegung, ob hier unter dem Gejohle der angeheuerten Fans, den schrillen Tönen in den Echokammern der digitalen Nebenwelten nicht viel finanzielle und persönliche Energie auf den völlig falschen Schauplätzen vergeudet wird.

Klar haben viele was davon:
Keine anderes TV-Programm ist so billig zu produzieren, bekommt so viele Zuschauer und kann deshalb so gut der Werbeindustrie verkauft werden, wie Wahlduelle.
Ein Segen auch für die Printmedien, Inserate, Wuchteln, Entgegnungen, Kommentare und immer mehr Online-Klicks für die Werbeindustrie.
Angesichts der medialen Dauerpräsenz von Meinungsumfragern, PR-Beratern, Politologen, Experten für eh alles, wird deren Geschäftsmodell zum Selbstläufer, ohne sich der Frage zu stellen, wozu man sie wirklich braucht, oder was sie den nachweislich bewirken. Was dauert über den Schirm plappert MUSS DOCH wichtig sein.

Natürlich sind wir als Publikum ebenso mitbeteiligt:
Auch ob wir wirklich an Inhalten interessiert sind, bliebe noch zu beweisen, jedoch
der Jahrmarktzirkus lenkt uns wenigstens ab,
macht 
unverhohlen Freude, wenn der andere eine drauf kriegt,
erlaubt hellen Empörung, wenn wer schmutziger Tricks überführt wurde.

Nur mal so dazwischen: Wenn sich medial unsanktioniert FP-Kickl über dirty campaigning aufregt, der aktuelle Bundespräsident wertschätzende TV-Auftritte einfordert oder die Grünen so tun, als hätten sie noch nie den Mann statt den Ball gespielt, dann kommen auch Zweifel über die Vierte Gewalt im Staat auf.

All das gesagt und den Würgereiz unterdrückt geht es mir um etwas ganz anderes:
Das ganze Theater bindet enorme Ressourcen und lässt die Politiker, Sieger wie Verlierer, völlig ausgebrannt zurück.
Ob sie dann, wenn sie Energie bräuchten, um etwas von dem umzusetzen, für das sie gewählt wurden, noch dazu fähig sind, bleibt zu bezweifeln. 

Googeln Sie einmal die Fotos irgendwelcher Spitzenpolitiker vor und nach ihrer politischen Tätigkeit.
Nicht aus Mitleid, aus Eigennutz. 
Auch die Aufarbeitung von Hillary Rodham Clintons Wahlschlappe gegen Donald Trump und das virtuelle Nachspiel
(„What Happened„) lässt tief blicken wie sehr das, was wir glauben dass es Demokratie wäre, die Protagonisten selbst zerstört.

Wenn wir uns als Wähler nicht endlich stärker dagegen wehren, dass wir mit Spektakel befriedigt werden, das letztendlich die wahre Absicht, Politik im Sinne des Wählers zu machen, immer mehr verunmöglicht, dann stapfen wir auch hier bewusst- und besinnungslos den amerikanischen Weg nach.

Wenn Sie mich Fragen, wie wir uns dagegen wehren sollen, dann kann ich ihnen nur Eminance und nicht Evidence anbieten:
Ich wählte nie jemand für das was er sagte, was andere über ihn sagten, was er über andere sagte, sondern was ich glaubte, was er in den mir wichtigen Fragen tun würde, wenn er die Macht dazu hat. Eine Richtschnur ist hier der Blick in seine politische Vergangenheit.

Written by medicus58

13. Oktober 2017 at 17:21

Denk-Zettel-Wahlen 2017

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Wahl
Sie haben uns Jahrzehnte gelehrt, dass jeder für seinen Erfolg selbst verantwortlich ist und appellieren nun an unsere Solidarität.
Sie thematisieren nur mehr den Gegner, verschweigen ihre eigenen Lösungsvorschläge und beklagen unsere Politikverdrossenheit.
Sie belügen uns wie gedruckt weil die wenigsten von uns nicht mehr sinnerfassend lesen können.
Sie hatten alle Zeit der Welt das umzusetzen, was sie uns jetzt wieder versprechen. 

Sie sind UNWÄHLBAR, auf die diese Aussagen zutreffen, denken Sie daran, wenn Sie demnächst wieder in der Wahlzelle Ihr Kreuz über die Demokratie machen dürfen.

Zur Erinnerung, vor der Nationalratswahl 2013 erschienen auf diesem Blog unter dem Titel Wir reden mit den Menschen Fake-Interviews, damals gab es den Begriff noch gar nicht deshalb nannte ich sie überrealistische Interviews, mit den Wählern der einzelnen damals kandidierenden Parteien.
Vielleicht belustigt es Sie, das nochmals oder erstmals nachzulesen …

Written by medicus58

3. September 2017 at 11:26

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