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Personalvertretung Younion: zwischen Tragödie und Komödie

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Was da gestern ins Postfach flatterte erheiterte und erzürnte. Mit großer Geste (Dank gepaart mit Eigenlob) versandte das Team Gesundheit eine Stoffmaske, deren Sitz in etwa so passt wie der Zeitpunkt ihres Eintreffens: einfach nur daneben.

Als es in den Einrichtungen des KAV, vulgo Wiener GV, zu Beginn der Pandemie kaum genug Schutzbekleidung gab, verschickte die  lokale Personalvertretung Fresspakete mit Knabbergebäck und Süßigkeiten, nun, nachdem in öffentlichen Bereichen die Maskenpflicht bis auf wenige Ausnahmen aufgehoben wurde, bekommen wir Masken nach Hause geliefert, die ausdrücklich nicht im Spital sondern in der Öffentlichkeit getragen werden sollen. Sie sollen auch kein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, obwohl sie uns für mehr Sicherheit in der Öffentlichkeit verhelfen sollen…

Verstehe diesen Koan wer kann.

Also irgendwie ist das Großes Theater, das wir da für unseren Mitgliedsbeitrag bekommen. Die Entscheidung fällt aber mit Sicherheit schwer, ob das noch komisch oder nur noch tragisch ist, wie sehr die Genossen neben der Spur sind.

Written by medicus58

28. Juni 2020 at 08:54

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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Was noch fehlt: Die Covid WC Verordnung

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Präambel

In Zeiten der Covid-19 Pandemie entscheidet richtiges Verhalten über Leben und Tod. Im falschen Moment die falsche Maske aufgesetzt, den Baby Elefanten im Vorzimmer vergessen und die beste Infektionsflex kann uns nicht mehr retten.
Vorsorglich hat sich die türkis-grüne Einsatzgruppe schon der Auferstehung, dem Begräbnis und dem Tennisspiel gewidmet.
Die Alten wohl verräumt, den Jungen ihre Coronaparty versaut, haben die vor lauter Aktionismus einen wesentlichen Teil unseres Privatlebens noch unverordnet lassen, dem wird nun entgegen gehalten.

§1 Toiletten stellen einen Infektionsbrennpunkt ersten Ranges dar und unserem zügel- und rechtlosen Verhalten muss nun ein Regel vorgeschoben werden:

§2 Es gibt nur drei Gründe, die einen kurzen Aufenthalt auf dem Abort rechtfertigen: Lulu und Aa und wenn Sie einen Dritten unterstützen müssen.

§3 lit a Die beengten Verhältnisse an den gewissen Örtchen erlauben nicht die Mitnahme eines Babyelefanten, so dass sich schon daraus ergibt, dass sich im ÖNORM WC immer nur exakt mehr oder weniger eine Person rein darf, außer zu Ostern. Ob das trotzdem in einer gesonderten Verordnung geregelt werden soll ist noch Teil der Kampfhandlungen zwischen Innen- und Gesundheitsministerium, das Justizministerium ist durch seinem Generalsekretär abgelenkt.

§3 lit b Eine Schlangenbildung vor der Toilette ist durch rechtzeitige Vorreservierung zu unterbinden. Laufkunden ist die Benutzung verboten, aber das haben die Wirten eh immer so gehalten.

§4 Hoch frequentierte Toiletten, müssen mit einer Mund-Nasen Maske und fakultativ mit einer zusätzlichen Nasenklemme betreten werden. Das gilt unbedingt für die Toiletten der Wiener Verkehrsbetriebe, so sie noch nicht privatisiert wurden, weil sie dann keinen öffentlichen Raum mehr darstellen, außer der OGH findet was anderes heraus.

§5 lit a Für das Urinieren, bei dem es selten zu Press-Atmung kommt ist keine Maske vorgeschrieben (Ausnahmen Herren in fortgeschrittenen Alter und großem Prostatavolumen).

§5 lit b Die Abgabe aller anderen Stoffwechselprodukte (Stuhl, Harnsteine, …) verlangt zwingend eine Maske, auch wenn die Regierung/Polizei/Miliz/Bundesheer vorerst von regelmäßigen Kontrollen absieht. Die Vorschriften über das verordnungskonforme Erbrechen sind noch in Ausarbeitung. Die Kulturstaatsekretärin schaut sich das noch an.

§6 Sollte während des Defäkationsvorganges Atemnot auftreten kontaktieren Sie umgehend 1540 und diskutieren Sie in einem standardisierten Interview mit einem Medizinstudenten im ersten Semester die wesentlichen Differentialdiagnosen zwischen Obstipation und Pulmonalembolie. Die Toilette ist in diesen Fällen für die nächsten 3 Stunden für den Publikumsverkehr gesperrt. Randalierende Mitmenschen werden von der Polizei abgeführt.

§7 Ist die Verwendung von Toilettenpapier unumgänglich, ist ein mindestens 3,5-lagiges, auf Vorschlag der Grünen recyceltes, Qualitätspapier vorgeschrieben. Selbiges ist vom Toilettenbetreiber vorzuhalten, aber nach den Erfahrungen mit dem Rewe-Konzern empfiehlt sich die Mitnahme des Eigenbedarfs.

Minderwertiges (chinesisches) Toilettenpapier birgt das Risiko einer Fingerpenetration und einen direkten Kontakt mit den Stoffwechselprodukten. Für diese Fälle ist vom Betreiber ein Notfallplan zu erstellen und eine direkte Sprechverbindung mit der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH) herzustellen, die wahlweise den Ärztenotdienst oder das Hygienezentrum der Stadt Wien – MA 15 (Entlausung-Arsenal) schicken wird.

Der Gebrauch der Gratispresse (Heute, Österreich) zur Körperreinigung ist strengstens untersagt. Einerseits ist nicht nur der Inhalt sondern auch die Papierqualität von fraglicher Qualität, andererseits wurden Millionen an Steuergeld in Regierungsinserate in diesen Druckwerken investiert, so dass diese Blätter am WC nur gelesen aber nicht missbraucht werden dürfen.

§8 Ein verpflichtender Abstrich ist nach dem Toilettenbesuch nicht vorgesehen, wird aber in Privatlabor empfohlen.

§9 Eine befreundete Werbeagentur ist bereits mit einer Kampagne zur Öffentlichkeitsarbeit betraut, die ersten Videos haben sich aber für das Vorabendprogram als nur eingeschränkt verwendbar herausgestellt.

§10 Diese Verordnung wird gemeinsam mit dem Beschluss über eine Kurz-Milliarde für die AUA und die Verteilung von Gratis-Taschentücher in Flüchtlingsheimen abgestimmt und gilt bis zum St. Nimmerleinstag, außer die Neue ÖVP schafft in Neuwahlen die Zwei-Drittel-Mehrheit und das Bundesheer bekommt die Erlaubnis die Grenzen unserer Toiletten zu schützen bzw. eine Regelung tritt in Kraft, die die Benützung eine privaten Toilette ausschließlich mit Handy-App, Schlüsselanhänger und SIM-Nasenring erlaubt.

Written by medicus58

30. April 2020 at 17:32

Der Covid-19 Elfer: Ernsthaft Pam?

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Treue Leser wissen, dass ich mich vor der NRW19 als Wähler Rendi-Wagners (Nach Jahrzehnten doch wieder SPÖ?) geoutet habe. Das war einer der Gründe, weshalb ich gestern Puls 24 eingeschaltet habe.

Schaltet heute ein! Wenn unsere Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner gemeinsam mit Rudolf Anschober um 20:15 Uhr im Puls24 Newsroom zu Gast ist. stand da auf der FB Seite PRW zu lesen, die ich heute zum ersten Mal besuchte und bisher 51 Usern einen Kommentar wert war. Meinen Kommentar lesen Sie hier, auch wenn ich mich wohl damit der Kritik der Besserwisserei aussetze, nur bedenken Sie, Kollegin Rendi-Wagner ist im Gegensatz zu mir FÄ für genau das, was uns in der jetzigen Pandemie um die Ohren schlug.

Gleich auf die erste Frage, was sie denn genauso und was sie denn besser gemacht hätte als Gesundheitsministerin kam nach einer Belobigung der guten Arbeit des Gesundheitsministers (eh, OK) nur eine Kritik an den verfassungsrechtlichen Hoppalas des Bundesmaturanten.

Gut, Anschober macht vor dem Hintergrund einer PR-getriebenen türkisen Kampftruppe eine erfreulich unaufgeregte Figur und man kann ihm bei seiner bekannten Vorgeschichte (Ein (aus)gebrannter Gesundheitsminister?) nur bewundern, wie er seinen Job macht, aber mir kämen da schon ein paar Ideen, was am Krisenmanagment dieser Regierung zu kritisieren wäre. Und wenn Rendi-Wagner diesen Elfer verschießt, dann wird sie den Ball in anderen Standardsituationen, die weiter von ihrer beruflichen Qualifikation entfernt angesiedelt sind, auch den Ball nur ins Out befördern:

Die Regierung stellt Selbstmarketing in den Vordergrund:

Gutes Krisenmanagement wählt einen politisch unabhängigen Sprecher, der das erklärt, was die Verantwortungsträger entscheiden. Täglich mehrere TV-Auftritte der Regierungsmitglieder dienen nur der eigenen Eitelkeit. Außerdem würde bei der Dauerpräsenz der Regierungsmitglieder in den Medien nicht die Frage aufkommen, ob die noch was anderes tun, als sich um Mikrofonen zu streiten.

Die aktuell von den NEOS aufgedeckten Finanzströme zwischen türkisen und grünen PR-Agenturen und den Kurz’schen Freundeskreis (Wer hinter der Corona-Kampagne des Roten Kreuzes steht) verstärken den Eindruck, dass da viele mehr mitverdienen als arbeiten wollen.

Allein die Präsentation der SORA-Studie zeigte das Problem. Kurz leakte das Ergebnis vorab, Bildungsminister präsentiert, der Gesundheitsminister ist ausgeschlossen.

Ein tägliches Stakkato von immer gravierenderen Einzelschritten in den totalen Shut down als von Anfang an ein klares Konzept:

Dass einer Infektionskrankheit, für die es keine Therapie gibt, nur durch die Reduktion von interpersonellen Kontakten beizukommen ist, war von Anfang an klar. Auch dass man zuerst situationsadäquat (nach Eintreffen neuer Informationen!!) nachbessern muss. Unprofessionell war aber initial den Eindruck zu erwecken, dass man nun eine Woche ein paar Einschränkungen verordnet, danach aber alle 24 Stunden neue Einschränkungen bis zum nahezu kompletten shut down zu verordnen, ohne abzuwarten, wie sich die Maßnahmen vom Vortag ausgewirkt haben. (Dass man immer erst nach ca 2 Wochen Effekte nachweisen kann, war jedem klar). Man hätte das Gesamtpaket an einem Tag verkünden müssen und nicht durch das scheibchenweise vor und zurück einerseits die Menschen zu verunsichern, andererseits sich selbst einige Stolpersteine (Ostererlass !) in den Weg zu legen.

Nichts verunsichert so sehr, wie Widersprüche:

Seit Beginn bekamen wir immer wieder widersprüchliche Zahlen auf dem Dashboard des Gesundheitsministeriums zu lesen und aktuell präsentieren Innenministerium und Gesundheitssystem unterschiedliche Zahlen über die Verstorbenen (Verwirrung um neue Toten-Zahlen: 393 vs. 338 Tote). Wer seine Entscheidungsgrundlagen nich im Griff hat, wird durch Computermodelle nicht gescheiter.

Der Shut down war zu radikal:

Mit dem shut down fast aller Geschäfte hat man innerhalb eines Monate 30-40% unseres Bundesbudgets „verbraten“, Geldmittel, die uns zukünftig auch im Gesundheitssystem fehlen werden.
Andererseits waren die freigeräumten Spitalskapazitäten auch im Bereich der kritischsten Ressource (Intensivbetten) stets unter 20% ausgelastet, während man für die Versorgung aller anderen Kranken einen weitgehend unbekannten Nachholbedarf, im schlimmsten Fall auch Nicht-COVID Tote produziert hat. Volles Verständnis dafür, dass man das nicht auf den Zehntel Prozentpunkt steuern kann, aber mir scheint, die Regierung hat sich da entweder von ihren eigenen Exponentialkurven schockieren lassen, oder, was mir wahrscheinlicher scheint, wollte primär den starken Mann (Trennscheibe zum Durchschneiden der Infektionsketten) spielen.

Die Auferstehungs-Normalität ist unkoordiniert und zum Teil absurd:

Niemand möchte den Teufel an die Wand malen, aber die Sterblichkeit an SARS CoV2 ist mind. 3x höher als bei Influenza (ungeachtet der unterschiedlichen Altersgipfel und Risikogruppen) und bei einer offenkundigen Durchseuchung von unter 1% ist zu erwarten, dass die meisten an dieser Erkrankung noch nicht erkrankt bzw. verstorben sind. Überspitzt, wir haben die erste Welle noch nicht gesehen, auch wenn die meisten von uns diese überleben werden.

Wir werden ein gewisses Distanz halten beibehalten müssen, aber ob die Geschäfte über oder unter 400 Quadratmeter haben, Bohrmaschinen oder Unterhosen verkaufen, ist belanglos.

Wenn gestern Sportminister Kogler als Zeichen des Aufbruchs Sportarten wie Segelfliegen, Reiten, Formel 1 und die Öffnung der Schießstände verkündet, klarerweise (siehe ersten Punkt) gemeinsam mit türkisem Aufpasser Nehammer, ist dies aus mehreren Gründen absurd, nicht zuletzt weil es sich hier um gefahren geneigte Sportarten handelt, die gar nicht so selten zu Verletzungen führen, ein Spitalsbett blockieren, das noch für COVID-19 freigehalten wird.
Koglers Empfehlungen, dass beim Tennis jeder nur mit seinem eigenen Bällen spielen soll und den Ball des Gegners nicht angreifen soll, schrammt ja schon fast am Kabarett vorbei. Wenn ich davon ausgehe, dass der Ball voller Viren ist, dann brauche ich den nicht angreifen, allein die Aerosolbildung nach einem Schlag auf den mit bis max 200 km/h daher kommenden Ball wäre vermutlich gefährlicher als das Kitzloch am Höhepunkt des Apres Ski.

Der Mythus der Impfung wird völlig unreflektiert aufrecht erhalten:

Gegen die längst vergessene Schweinegrippe wurde schlussendlich ein Impfstoff entwickelt, der in den Folgejahren unter schwere Kritik kam (GlaxoSmithKline Hersteller von Schweinegrippe-Impfstoff ignorierte Risiken). Auch ist bekannt dass COVID-19 vor allem bei älteren Menschen kritisch verläuft, aber gerade ältere Menschen eine schlechtere Impfantwort haben.
Und beim nächsten Schnupfen überlegen Sie mal, seit wann es ein wirkungsvolles Medikament gegen Schnupfen gibt und wie teuer ein wirkungsvolles Hepatitis C Medikament (Sofosbuvir) ist, aber OK, das war polemisch und vielleicht haben wir Glück und es läuft wie bei HIV, CMV, Influenza A oder Hepatitis B.

Ein paar dieser, oder ganz andere Aussagen hätte ich mir von einer Fachärztin für Hygiene und Tropenmedizin erwartet, Rendi-Wagner schoss den Ball (politisch) aber wieder ins eigene Tor, Schade.

Hilfe, immer mehr Coronavirus Fälle

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Jedesmal, wenn man sich in Nachrichtensendungen verirrt, ist die Zahl der Coronavirus Patienten angestiegen, aber ehe Sie sich aus Angst vor baldige Ableben das Leben nehmen, darf ich auf zwei erfreuliche Nachrichten verweisen.

Natürlich erinnern Sie sich an den ersten Fall in Wien, der erst 10 Tage nach der Hospitalisierung getestet wurde. Sein Verlauf ist definitiv ernst, nur scheint er KEINEN der Pfelgepersonen und Ärzte angesteckt zu haben, ehe er auf die Isolationsstation kam.

Auch wenn später der Sohn des Ehepaares, bei dem danach das Virus nachgewiesen wurde ebenfalls positiv getestet wurde, ist der Sohn negativ.

All das sollte selbst den größten Paniker zu denken geben, dass selbst eine große Nähe zu Erkrankten nicht zwingend zu einer Infektion führt.

Wenn Sie detailliertere Infos suchen, dann zB hier.

Written by medicus58

1. März 2020 at 20:04

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