Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Das Kleingedruckte hinter dem humanistischen Aktionismus

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Freie Grenzen, Frieren für den Frieden, Dekarbonisierung von allem außer dem Aperol Spritz, die Drittmittel-Finanzierte, Psychotherapie-auf-Krankenschein, 60%-des-Gases-kriegen-wir-von-anderswo-und-der-Rest-wird-sich-finden Generation weiß was zu tun ist, um unsere Lebensbedingungen zu verschlechtern und ihr Gewissen zu verbessern.

Gehen industrielle Arbeitsplätze verloren, sollen sie halt kellnern gehen, haben wir vor dem abgebrochenen Studium ja auch gemacht und den Rahmen unseres Luxusbikes kriegen wir eben aus Indien.

Dass C02 aus Putins Gas zwar letztendlich auch zu uns kommt, egal wo es verbrannt wird, die Elektromobilität aus Frankreichs AKWs oder aus polnischer Kohle abgesichert wird, ist egal, wir haber moralisch gesiegt und fühlen uns im Feldenkreis ohnehin am wohlsten.

Vergessen oder nie gelernt haben sie, dass unsere Vorgänger-Generation den 2.Weltkrieg erst beendete, als die Allierten in Berlin standen und das ganze Dritte Reich niedergebombt wurde. Dass Putin seinen Krieg verzweifelt einstellt, weil wir die Gasrechnung ein paar Monate nicht zahlen, ist so absurd, dass es schon eine ziemlich geschichtlich ungebildeter Generation bedarf, dass die politischen Drehbuchschreiber damit durchkamen.

Sinnvoller wäre es vermutlich gewesen, hätten wir mit den Milliarden, die wir jetzt unserer eigenen (sprich NATO) Rüstungsindustrie überweisen um Waffen in die Ukraine zu schicken, Putin direkt bestochen. Vielleicht hätte ihn das besänftigt und viele Leben gerettet. Hat aber noch niemand probiert, obwohl es bei Erdogan ja auch funktionierte. Darum ging es aber ohnehin nicht.

Unsere humanistischen Vordenker sollten aber einmal überlegen, ob nicht ihre eigenen Jobs die ersten sein werden, die wir uns nicht mehr leisten können, wenn sie das Geld ausgegeben ist, das andere erwirtschaftet haben. Wenn es hart auf hart geht, werden wir uns unsere Thinktanks, NGOs, Spendenkeiler, Berater und Besserwisser*innen nicht mehr leisten wollen und können. Nicht jede Dienstleistung ist durch Roboter ersetzbar und die, die den Müll wegbringen sind wichtiger als die die Ezzes geben.

Written by medicus58

5. Mai 2022 at 17:25

Veröffentlicht in Renaissance der Aufklärung

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Ukraine: gegen das Chaos hilft nur Vorsorge

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Wurde schon einmal versucht Sie in der Öffentlichkeit zu bestehlen? Ich erlebte diese Versuche mehrfach, bestohlen hat mich letztendlich aber noch keiner.

Ganz typisch verlief es in einer relativ stark besetzten Lissaboner U Bahn. Plötzlich scharten sich um mich mehr Fahrgäste als im Rest des Wagons und begannen immer heftiger zu diskutieren.

Ich wurde immer bedrängter, Körper begannen sich an mir und meiner Tragetasche zu reiben. Bei der nächsten Station verließen plötzlich alle die Fahrgäste die um mich Chaos veranstalteten den Wagon, und einer der verbliebenen verkündete mir jetzt (!) sehr bedauernd, dass man mich nun wohl beraubt hätte und ich die Polizei rufen sollte.

Beraubt hat man mich nicht, aber wirklich, der Zipp in der Außentasche meiner Tragetasche war offen: das einzige, was aber dort drinnen war, war immer noch drinnen, ein Papiertaschentuch. Geldbörse, Pass und Wertgegenstände waren so verstaut, dass sie mir nicht entwendet hätten werden können, ohne mir die Tasche wegzunehmen oder an die Innentaschen der Weste zu gelangen, die ich unter dem Mantel trug.

Und der Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg?

Wer jetzt bedauernd frägt, was man da noch machen kann, agiert wie der Mitreisende in der Lissaboner U-Bahn. Zuschauen, wie grundlos Chaos inszeniert wird, um dann eine Lösung zu suchen, ist naiv und fahrlässig. Die Lösung nicht bestohlen zu werden, musste davor gefunden werden.

Erstens muss ich mir klar machen was passieren kann:

An Signalen, dass sich in der Ukraine eine gewaltsame Auseinandersetzung anbahnt, hat es wahrlich nicht gefehlt:

Gleiche undemokratische Entwicklung nach 1990 (Oligarchen, Staatsstreiche, ausländische Interessen und Interventionen), Münchner Konferenz

Zwei im Korruptionsindex benachbart sehr tief stehende Länder.

Zwei Länder mit starker Waffenindustrie.

Zwei sehr nationalistisch bis rassistisch geprägte Länder.

Zweitens muss ich erkennen, was der Zweck des Chaos ist:

Streit um verschwundene Gasmengen.

Massive Interventionen der Russischen Föderation und der USA, die mal diese mal jene Marionette an die Macht brachten.

Russische Separatisten (grüne Männchen) in mehreren Regionen der ehemaligen UDSSR und Vorrücken der NATO.

Hätte man vorher mehr Geld in echte Diplomatie statt in Destabilisierung gesteckt, wären Kompromisse möglich gewesen und man hätte, wie in der U Bahn, das inszenierte Chaos ruhig abwarten können.

Jetzt scheint mir nur mehr ein Ausbrennen des Konfliktes möglich, wenn man nicht eine weltweite Afghanistanisierung, Irakisierung, Syrisierung oder Libyanisierung riskieren möchte. Die USA beabsichtigen dies scheinbar, Europa sollte da nicht mitgehen.

Mich erinnert das alles an das Ende des kalten Krieges in den 80er Jahren, wo die nicht unbegründete Angst in Mitteleuropa zum Schauplatz eines atomaren Stellvertreterkrieges zu werden, zu einer massive Friedensbewegung geführt hat. Einige politische Gruppen, die sich damals formiert haben, scheinen diese Lektion wieder vergessen zu haben.

Übrigens sieht man, wer Pazifist ist, nie im Frieden sondern immer erst im Krieg.

Written by medicus58

30. April 2022 at 14:49

Wag the Dead

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Wer kennt sie nicht Berry Levingstons bitterböse 1997 Satire Wag the Dog über den inszenierten Krieg in Albanien, die dem US amerikanischen Präsidenten seine Wiederwahl sichern sollte. Der etwas schräge Titel zielte auf die mediale Machtmanipulation, die die wahren Verhältnisse auf den Kopf stellte, als ob es der Schwanz wäre, der den Hund wedeln würde.

Seit damals haben wir Ähnliches schon oft erlebt, vom zweiten Golfkrieg bis zur Lewinsky Affäre.

Wenn nun die Welt bewundernd auf einen ukrainischen Präsidenten blickt, der seine Wahl nicht zuletzt einer Politsatire (Diener des Volkes) verdankt, die die Ukraine in russischer Sprache für ein russisches Publikum als durch und durch korrupt und in der Hand ukrainischer Oligarchen porträtierte, kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass da erneut eine grausige Politsatire abläuft.

Selenskyjs Fernsehserie wurde u. a. von einem ukrainischen Oligarchen finanziert, gegen den sowohl in Russland als auch in der Ukraine Prozesse laufen, denen er sich durch Flucht entzogen hat.

The Guardian erinnert heute erneut daran, dass sich Selenskj mit den gleichen Beratern und Redenschreibern umgibt, die schon seine Fernsehserie schrieben.

Von Selenskyjs eigenen Finanzproblemen, Stichwort Pandora Papers ist nichts mehr zu hören, während dies noch letzten Herbst sogar im ORF Thema war.

Keine Frage, dass Russland die Ukraine völkerrechtswidrig angegriffen hat, nur ist der uns gebotene Plot, wenn wir in der Filmsprache bleiben, voller Löcher, Ungereimtheiten und Blendgranaten.

Wie schon so oft in der Geschichte werden das einzig Bleibende die Toten beider Seiten sein. Wofür sie auch immer geschlachtet wurden, für ihre Freiheit, für unsere Freiheit, für den Testfall aktueller und nicht mehr aktueller Waffensysteme, für EU und NATO Beitritt oder was auch immer, ob es das für sie wert war können wir sie nicht mehr fragen. Antworten werden uns vermutlich aber dieselben Drehbuchautoren, die sie in den Tod geschickt haben.

Written by medicus58

19. April 2022 at 11:44

Veröffentlicht in Renaissance der Aufklärung

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Just another Day in Pandemia

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Während wir im Standard lesen können, wie sich sogenannte Experten von der Politik gängeln lassen (Corona-Kommission rudert nach „Anruf“ mit Empfehlung zurück), die Intensivstationen nicht genug Luft haben, um das Ersticken der anderen Bereiche verhindern zu können, und der Politprofi im Gesundheitsministerium zu den Öffnungsschritten das tut, was Politprofis halt so können, wortreich schweigen, schaut das woanders nicht viel anders aus.

In UK hebt die Regierung die Impfpflicht für Gesundheitspersonal im staatlichen Gesundheitssystem auf, die Berufsvertretung bezweifelt, dass das die zurück bringt, die längst gekündigt haben. BA.2 ist nicht gefährlicher als BA.1, die Rate der täglich neuen positiv Getesteten ist um 24%, die Hospitalisierung aber trotzdem nur um 8% gefallen.

In Frankreich fiel die Anzahl der täglich neu gemeldeten Fälle sogar um 27% und die Hospitalisierung um 15%, der Prozentsatz der kritisch Kranken liegt aber noch 60% über der als kritisch angesehenen Marke, um mehr zu öffnen.

Deutschland und Österreich haben inzwischen Novavax, aber wenige wollen es.

In der Schweiz fielen wie in Österreich die meisten Einschränkungen, nach einem Abfall steigen die positiven Tests wieder und die Zahl der kritisch Kranken bleibt hoch.

Belgien und Italien zeigen bei allen Pandemieindikatoren eine günstige Entwicklung, nur scheint in Italien ein Plateau in der Impfwilligkeit (auf hohem Niveau) erreicht und hat vielleicht überraschend noch kaum BA.2 des Omicron.

Auch Portugal und Spanien entwickeln sich gut, von der Maske verabschieden will man sich noch nicht.

Die USA setzten vermehrt auf eine Test to Treat Strategie, was die Pharmaindustrie freut, da sie zuletzt sowohl bei den Impfungen für die unte 5-Jährigen,noch mit den an Omicron adaptierten Impfungen erfolgreich war.

Brasilien hofft auch das Schlimmste hinter sich zu haben fürchtet aber noch allfällige Nachwirkungen illegaler Karnevalfeiern.

In Afrika bessern sich die Indikatoren, außer in Lesotho, der VR Kongo und Ghana. Marokko sperrt erstmals nach 2 Jahren die Fußballstadien auf.

In Asien erleben gerade die Staaten, die bislang mit einer No Covid Strategie (Hongkong, Neuseeland,..) gut durch die Pandemie kamen, eine starke Omicronwelle. Indien sieht fallende Indikatoren, Delhi hebt viele Sanktionen auf, behält aber die Maske bei.

In The Lancet glaubt man mit enormen statistischem Aufwand nachweisen zu können, dass weltweit zwei Drittel aller Covid Toten nicht erfasst wurden, kann die großen Unterschiede zwischen einzelnen Ländern und Regionen auch nicht wirklich klären.

Und in der Ukraine sterben Menschen mit, an und trotz Corona vorzeitig.

Ein Teil der Meldungen stammen von hier, wo es auch weiterführende Links zu den Statements gibt.

Written by medicus58

11. März 2022 at 17:00

Wie weit würden wir gehen, um eine russische Aggression zu stoppen? Frage wurde bereits in den 80ern beantwortet

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Die geniale BBC Serie Yes, Minister (später Yes, Prime Minister) hat in den 80ern unter Salami Tactics and Nuclear Deterrent bereits durchgespielt, wie absurd westliche Verteidigungsrhetorik ist, da demokratische Systeme (aus guten Gründen) viel zu lange zögern, eine Aggression mit allen Mitteln entgegen zu stellen.

Besser kann man das Dilemma in dem wir aktuell stehen kaberettistisch nicht aufzeigen, als so:

https://youtu.be/o861Ka9TtT4

https://youtu.be/ESIJ_C9mUBI

Written by medicus58

23. Februar 2022 at 12:16

Veröffentlicht in Allgemein

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Die Geschichte lehrt, dass wir unbelehrbar sind.

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Was wir aktuell in der Ukraine Berichterstattung erleben ist das Revival alter medialer Routinen, die wenig zur Lösung aber viel zum Verständnis unserer Vorfahren beitragen, über deren vermeintliche politische Dummheit sich gerade heute so viele empören, denen das Glück der späten Geburt zuteil wurde.

Am Anfang steht ein ungelöster Konflikt, im Fall der Ukraine seit gut zwei Jahrzehnten.

Parallele 1

Auch vor 1914 gab es mehrere Konflikte mit Serbien. Wer Krieg will stellt unerfüllbare Forderungen. Damals taten dies nur die Österreichisch – Ungarische Monarchie und das Deutsche Reich, heute tun dies sowohl Putin als auch die NATO.

Parallele 2

Wer Wahlen gewinnen will, versteckt seine Intentionen hinter einem Lügengebäude.

1914 musste Serbien sterbien, obwohl es an der Ermordung des Thronfolgers nur sehr indirekt beteiligt war.

1939 steckte das III. Reich eigene Soldaten in polnische Uniformen und überfiel einen Radiosender, um einen Grund für den Krieg zu konstruieren.

2003 begründeten die USA und UK den 2. Irakkrieg mit Massenvernichtungswaffen und Al-Qaida. Beide Vorwürfe konnten nie erhärtet werden.

Parallele 3

Egal ob 1914, 1939, 2003 oder 2022, man kann noch soviele Berichte lesen, was auch immer wahr ist, lässt sich vielleicht in einem Jahrzehnt, keinesfalls im Augenblick klären.

Wer der Boss und wer der Gauner ist, ist anders als im Onlinespiel Mafia unklar.

Da passt das gerade von @kolbapeter getwittert wurde:

Die Oberen reden von Frieden. Kleiner Mann mache Dein Testament.

Bert Brecht

Written by medicus58

20. Februar 2022 at 18:05

Bei allen Problemen sollten wir nie vergessen, Russland ist auch ein Teil Europas

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Wie wenig Putins Russland eine ganz normale europäische Demokratie ist, habe ich vor einigen Jahren am eigenen Leib gespürt. Trotzdem scheint es mir notwendig darauf hinzuweisen, dass große Teile dieses Landes stets Teil des europäischen Kulturkreises waren.

Nichts zeigt das für mich deutlicher, als dieses Bild, das ich in derEremitage in St. Petersburg aufgenommen habe.
(http://www.hermitagemuseum.org/html_En/index.html)

Was sich augenblicklich in der Ukraine abspielt, ist leider ebenfalls ein Teil dieses Kulturkreises, der seine Einflusssphären nur allzu oft in Form von Stellvertreterkriegen aufteilte, um schließlich, nach vielen Toten, wieder zu einer Art Frieden zu finden. Hier einen „Abschneider“ zu finden, so schwer das in der aktuellen Spirale von Propaganda und Gegenpropaganda scheint, wäre gerade im Gedenkjahr 2014 (100 Jahre I. Weltkrieg) dringlicher, als das Lagerdenken halbgarer Sanktionsdrohungen.

Zu St. Petersburg (Leningrad) im 2. Weltkrieg:
http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsverlauf/leningrad/

Zur Ukraine im 1. und 2. Weltkrieg:
http://www.bernerzeitung.ch/panorama/vermischtes/Wer-die-UkraineKrise-verstehen-will-sollte-den-1-Weltkrieg-studieren/story/13209979

http://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article119276549/Wenn-ukrainische-SS-Veteranen-ihre-Division-feiern.html

Written by medicus58

6. August 2014 at 19:43

Exportschlager: Demokratie der Millionäre

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Wahl

 

Es bestand ja schon seit der Antike der nicht unbegründete Verdacht, dass sich Politiker nach ihrem aufopferungsvollen Dienst am Wähler als Millionäre in den wohverdienten Ruhestand zurückziehen.
Die aktuelle Präsidentenwahl in der Slowakei, wo ein parteiloser Millionär zum Staatsoberhaupt gewählt wurde, relativiert die obige Aussage jedoch.

Auch der Milliardär Andrey Babis, den die Tschechen kürzlich aus dem Stand zu 18 Prozent der Stimmen verholfen haben, hatte sein Konto schon übervoll ehe er in die Politik ging. Unter den 14 Personen, die sich nach dem Umsturz nun um das Amt des ukrainischen Präsidenten hat auch ein Schoko-Milliardär die Nase vorne.

Jetzt hatte auch Italiens Berlusconi schon seinen finanziellen Schäfchen aufgeföhnt, eher er gewählt wurde und bei uns hat sichOnkel Strohsack mit seiner Portokasse auch einige Parlamentssitze kaufen können, so dass wir vorsichtig sein müssen, wenn wir uns über die jungen osteuropäischen Demokratien das Maul zerreissen, jedoch fällt auf, dass das was unsere Medien als Export demokratischer Verhältnisse preisen nach einem ziemlicheinheitlichen und unschönen Muster ablaufen:

Es gelingt zwar nicht immer auf den ersten Anlauf, der ukrainische Schoko-Milliardär Poroschenko galt schon als Geldgeber der ersten Ukrainischen Revolution von 2004, die aus heutiger Sicht weniger zu Demokratie als zu „prowestliche Korruption“ und beinahe NATO-Beitritt führte.

Letztlich erklimmen in Osteuropa unter kräftiger Mithilfe der EU immer mehr finanzstarke Politiker die staatlichen Führungspositionen und trachten danach den „eisernen Vorhang“ weiter gegen Osten zu schieben.
Mehr oder weniger lange dem Warschauer Pakt entflohen, zeigen sie sich als glühende Beitrittskandidaten zum westlichen Verteidigungsbündnis, das letztendlich eine Vorfeldorganisation des US-amerikanischen Militärs ist.

Wenn wir uns aber fragen, nach welchem Vorbild dieser Prozess abläuft,
hilft ein Blick in den Westen:

Von Kennedy bis Bush stellten in den letzten Jahrzehnten überwiegend extrem wohlhabende Familienclans die US-Präsidenten. Im US-amerikanischen Kongress sitzen mehr Millionäre als Nicht-Millionäre (http://www.opensecrets.org/news/2014/01/millionaires-club-for-first-time-most-lawmakers-are-worth-1-million-plus.html).
Man schätzte, dass 2012 ein Sitz im Repräsentantenhaus 1,7 Milliarden US$ kostete, übrigens ohne signifikante Unterschiede zwischen Demokraten und Republikanern.

Was hier mit nicht unbeträchtlichem Aufwand an europäischem Steuergeld in den Osten unter dem Titel „Demokratie“ exportieren wird, hat wenig mit dem zu tun, was in Mitteleuropa seit dem 2. Weltkrieg darunter verstanden wurde.
Es wäre schön, wenn einmal das Europäische Parlament befragt würde, ob das in seinem Sinn ist.

Written by medicus58

31. März 2014 at 06:46

Warum spricht die Pressestunde nicht über den wirklichen Skandal in Kärnten?

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Pressestunde

 

Am Sonntag wurde in der Pressestunde der Kärnter Landeshauptman Peter Kaiser u.a. zu seiner Mitverantwortung (er saß stimmberechtigt im Landtag) zu den dort beschlossenen Landeshaftungen für die Hypo-Alpe-Adria Bank befragt.

Ab Minute 18:50 (http://tvthek.orf.at/program/Pressestunde/1273) sagte er Folgendes:

„Ich möchte auch, dass die Zuseherinnen und Zuseher wissen, in welchem Klima damals in Kärnten Politik gemacht wurde. Als wir .. immer wieder gegen gewisse Aspekte der Hypo …. aufgetreten sind, wurden wir teilweise mit Klagen eingedeckt. .. Gabes im U-Auschuss … die skurile Situation, dass zwar ein Datenraum eigerichtet wurde um die Vorgänge prüfen zu können, aber wenn du diesen Datenraum betrittst und jemals in deinem Leben ein paar Aussagen machst, die darauf rückschließen lassen, dass man das aus internen Informationen hat, wirst Du mit Klagen bedroht bis zu 20 Mill € persönlich ….“


Thomas Langpaul (ORF) konterte mit „Sagen Sie uns jetzt Sie haben keine Fehler gemacht …“ und ließ die meiner Meinung nach wesentlichste Aussage einfach im Raum stehen,

dass in unserem Land frei gewählte Abgeordnete durch finanzielle Drohungen so eingeschüchtert wurde, dass ihnen die politische Kontrolle unmöglich gemacht wurde. 

Warum wurde bei dieser Aussage nicht nachgehakt, wo sie doch das gesamte politische System Österreichs in Frage stellt?
Entweder weil man am Wahrheitsgehalt keinen Zweifel hegte oder
weil man die Legitimität eines Landeshauptmannes, der seriöser als seine Vorgänger wirkt, nicht anpatzen wollte.
Beides wäre ein Skandal.

Ein bißchen Herumgegoogle zeigt, dass die Feststellung, dass es mitten in Europa möglich ist, politische Mandatare durch Einschüchterung zu neutralisieren, keinem anderen Kommentator auzufallen schien:

PRESSE: Kaiser warnt vor „Auslöschung“ Kärntens
http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/1566268/Hypo_Kaiser-warnt-vor-Ausloschung-Kaerntens

Tiroler Tageszeitung:
http://www.tt.com/wirtschaft/7976029-91/kaiser-warnt-vor-ruin-k%C3%A4rntens.csp

HEUTE: Statement des Landesvaters „Kärnten nicht wegen der Hypo auslöschen“
http://www.heute.at/news/politik/art23660,987625

Salzburg24:
http://www.salzburg24.at/hypo-kaernten-laut-lh-kaiser-verhandlungsbereit/apa-s24_1417163184


FACEBOOK: 
Sensationelle pressestunde heute! So stell ich mir einen landeshauptmann vor!

Österreich ist Mitglied der EU, die augenblicklich vorgibt die Demokratie in die Ukraine zu tragen.
Solange wir Abgeordnete haben, die sich Ihrer politischen Verantwortung (ich fürchte zu Recht) dadurch entschlagen können, dass sie sich existenzvernichtender Repressalien beugen mussten, hätten wir vor dem Export durchaus noch an unserem eigenen Modell zu feilen.

Written by medicus58

24. Februar 2014 at 06:39

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